Die Ursachen von Panikattacken

 

Sie erhalten hier entscheidende Informationen, die Sie sonst selten finden werden. Dieser Vorteil ergibt sich daraus, dass ich selbst von Panikattacken betroffen war, es aber hier nicht nur um einen persönlichen Erfahrungsbericht geht. Ich habe über Jahre hinweg durch meine eigenen Erfahrungen, durch die Wege anderer betroffener Menschen und auch durch wissenschaftliche Erkenntnisse immer mehr die wahren Ursachen und Lösungsmöglichkeiten von Panikattacken und anderen Ängsten herausgefiltert.

Früher suchte ich auch selbst immer wieder Psychologen und Psychotherapeuten auf, aber diese konnten mir nur teilweise helfen. Sie waren selbst nicht betroffen, kannten nur ihre erlernten Modelle und zogen nur ihr gewohntes Schema durch. Damit möchte ich niemanden von herkömmlicher Psychotherapie abhalten, aber darauf aufmerksam machen, dass fremde persönliche Hilfe nur dann nützt, wenn sie von guter Qualität ist. Eine gute Erklärung oder ein gutes Buch zur Selbsthilfe kann eventuell besser helfen als ein weniger kompetenter Therapeut oder Berater.

 

Es gibt körperliche und gedankliche Möglichkeiten, um Panikattacken schnell zu lindern, aber diese helfen oft nur kurzfristig, so wie etwa ein Schmerzmittel für einige Stunden Schmerzen unterdrücken, aber deshalb nicht automatisch die wirklichen Ursachen der Schmerzen lösen kann. Sie erkennen die Ursachen, wenn Sie mit der Zeit immer klarer spüren, dass bestimmte Sichtweisen und Verhaltenseinstellungen nicht Angst, sondern eher Gefühle wie Gleichmut oder Sicherheit auslösen.

 

Für eine ursächliche Lösung kann es nötig sein, dass Sie sich in gewisser Weise ändern, vor allem Ihre Sichtweisen, Verhaltenseinstellungen und tatsächlichen Verhaltensmuster. Viele Betroffene werden ihre Panikattacken und ähnliche Probleme nie los, weil sie ihre Sicht- und Verhaltensweisen nicht verändern. Es kann eine Art Persönlichkeitsänderung nötig sein, aber nicht in dem Sinne, dass Sie ein fremder Mensch werden, sondern indem Sie eine bessere Version von sich selbst werden. Es geht darum, etwas zu entwickeln, was bereits in Ihnen angelegt ist, aber sozusagen noch nicht zur Blüte kam. Letztlich geht es um die Entwicklung von Bewusstheit und Authentizität, daher meinte zum Beispiel der berühmte Hermann Hesse: »Man hat nur Angst, wenn man mit sich selbst nicht einig ist.«

 

Im Folgenden schildere ich, was aus meiner Sicht für die meisten Betroffenen entscheidend ist, um sich von Panikattacken und übermäßigen Ängsten generell zu befreien.

 

 

Haftungsausschluss: Das Lesen dieses Artikels kann Angst oder Panikattacken auslösen, vor allem dann, wenn Sie noch nicht ausreichend bereit sind, dieses Thema zu konfrontieren. Dieser Artikel kann Ihnen keinen Erfolg garantieren, wenn Sie sich von Angst und Panikattacken befreien wollen. Wenn Sie Ihre Selbsthilfefähigkeit nicht einschätzen können, sollten Sie eventuell persönliche Hilfe in Betracht ziehen. Eine gute persönliche Begleitung sollte Ihnen innerhalb weniger Wochen erste, erhebliche Erfolge bringen.

Malerei »Angst« von Edvard Munch, 1894. Munch war selbst von Angst betroffen, weshalb er dieses Thema in seiner Malerei ausdrückte.

 

Die grundsätzlichen Ursachen von Panikattacken erkennen

Panik ist eine intensive Form von Angst. Wenn Sie verstehen, wie Angst entsteht, dann verstehen Sie im Grunde auch, wie Panik und Panikattacken entstehen. Sie sind normale Reaktionen auf eine schwierige oder sogar traumatische Situation, in der man die Kontrolle verliert oder meint, die Kontrolle zu verlieren. Man sieht sich selbst als ohnmächtig, woraufhin das Nervensystem automatisch mit Angst reagiert, egal ob dies real ist oder nicht.

Im Vergleich zu den offensichtlicheren Situationen können Ängste und Panikattacken auch entstehen, obwohl eine Situation nicht direkt gefährlich ist. Für Betroffene ist es dann momentan nicht erkennbar, warum plötzlich Panikattacken entstehen.

 

Stellen Sie sich vor, sie beißen in eine gelbe, saure Zitrone. Obwohl Sie dies real nicht tun, zieht es Ihnen das Wasser im Mund zusammen. Oder denken Sie an einen Witz: Obwohl er nicht real ist, sondern nur erzählt wird, kann er starkes Lachen auslösen. Oder ein Film, den man sich im Fernsehen ansieht: Man kann sich sehr stark in die Situationen der Schauspieler hineinversetzen und sich entsprechend fühlen.

 

Diese Beispiele sollen klarmachen, dass reale Umstände einem das Leben zwar schwer oder angenehm machen können, also beispielsweise schwierige oder freundliche Arbeitskollegen, dass aber sowohl die angenehmen wie auch die angenehmen Gefühle und Emotionen auch allein durch das persönliche »Kopfkino« entstehen, also wie man sich vorstellt, wie Situationen oder das Leben generell verlaufen (werden), und welche Verhaltenseinstellungen man dazu einnimmt. Es geht immer um diese zwei Faktoren: Die Vorstellungen und die Verhaltenseinstellungen, aus denen schließlich das tatsächliche Verhalten resultiert.

 

Egal ob Panikattacken eher auf früheren Ereignissen oder mehr auf aktuellen und realen Lebensproblemen beruhen, werden sie ausgelöst, weil man die Aufmerksamkeit übermäßig auf bestimmte bedrohliche Gedanken bzw. Vorstellungen richtet, genauer gesagt auf angstauslösende »innere Filme«. Diese können auch völlig unbewusst sein, daher können Panikattacken völlig überraschend und scheinbar aus dem Nichts hervorbrechen, auch in harmlosen Situationen. Wenn Gedanken Angst oder Panik auslösen, dann bezeichnet man sie auch als Trigger.

 

Oft heißt es, das Gehirn unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität. Ganz so ist jedoch nicht, denn Tatsache ist: Der Mensch hat auch die Fähigkeit, Vorstellungen bzw. Gedanken ebenso wie eine momentan reale Situation innerlich eher zu beobachten, ohne dass das Nervensystem wesentlich darauf reagiert. Es ist entscheidend, ob man diese Vorstellungen und realen Situationen ernsthaft für »wahr« hält oder eher nicht, daher spricht man von »Wahr-nehmung«.

 

Aufgrund der persönlichen Wahrnehmung können sich Menschen in ein und derselben Situation sehr unterschiedlich fühlen. Wenn einem zum Beispiel ein Missgeschick passiert, so kann es sein, dass man sich schämt, es kann aber auch sein, dass man dieses Missgeschick mit Humor nimmt und gutmütig über sich selbst lacht.

 

Diese persönliche Wahrnehmung von Situationen ergibt sich vor allem aus:

  • früheren Erfahrungen mit gleichen oder ähnlichen Situationen

  • wie man Situationen versteht bzw. »sieht«

  • wie man es gelernt hat, mit Situationen umzugehen (erlernte Muster im Denken, Fühlen und Verhalten).

 

Aus diesen Faktoren ergibt sich im Grunde die persönliche Wahrnehmung einer Situation entweder als

  • »die Situation ist gut; ich bin in Sicherheit; die Situation gefällt mir …«, oder eher als

  • »ich bin bedroht; die Situation wird schmerzhaft oder tödlich für mich ausgehen; ich bin dagegen; ich kämpfe oder flüchte …«

 

Die Wahrnehmung einer Situation als bedrohlich geht oft auf frühere (einzelne oder wiederholte) Problemsituationen zurück, die man als überfordernd wahrgenommen hat oder tatsächlich traumatisch waren, also etwa auf schmerzhafte Ablehnungen, Auslachen (Situationen der Scham), Beschimpfungen, Gewalterfahrungen, schulische Misserfolge oder körperliche Traumata durch Unfälle. Wenn man in einer bestimmten Situation ein Empfinden hat, welches dem Empfinden einer früheren Angst- oder Trauma-Erfahrung sehr ähnlich ist, so kann dies die frühere Angst erinnern und im Nervensystem auslösen. Typische Empfindungen sind hierbei: Enge, Ausweglosigkeit, Ohnmacht, Überforderung, Bedrohung, Einsamkeit, Verlorenheit Im-Stich-gelassen-Sein oder Ekel.

 

Es ist nicht immer eindeutig feststellbar, ob eine Panikstörung auf eines oder mehrere frühere Traumata zurückgeht, was aber auch nicht immer nötig ist. Meiner Erfahrung nach wird vielen Hilfesuchenden voreilig gesagt, sie würden unter einem Trauma leiden, und das – wie man sich denken kann – vorzugsweise von Trauma-Therapeuten.

 

Im Vergleich zu leichteren Ängsten ist bei einer Angst- und Panikstörung die Aufmerksamkeit (auch unbewusst) übermäßig auf angstauslösende Vorstellungen gerichtet und das Nervensystem reagiert übermäßig empfindlich darauf, also schneller, intensiver und länger.

 

Jede Panikattacke ist eine gute Gelegenheit, um das auslösende Kopfkino aufzuspüren. Wenn Sie nicht schon wissen, worauf Ihre Panikattacken beruhen, dann können Sie nach einer Panikattacke innerlich »zurückspulen«, welche Gedanken bzw. Vorstellungen zur Panikattacke führten. Sie können den unbewussten, angstauslösenden »Film« bewusst machen.

 

Denken Sie daran, was jeder Mensch will. Wir sind nicht so unterschiedlich, wie es oft dargestellt wird. Im Grunde will jeder Mensch zuallererst körperliche und zwischenmenschliche Sicherheit. Daher handelt es sich bei den angstauslösenden Vorstellungen meistens nur zum zwei Lebensbereiche:

  • Körperlich-materielle Existenz: Habe ich genug Geld und Nahrung? Bin ich beruflich leistungsfähig? Habe ich eine sichere Wohnung? Angstauslösende Vorstellungen sind zum Beispiel: Mein Arbeitsplatz ist unsicher. Ich bin nicht gut genug, um ausreichend Geld zu verdienen. Ich verliere meine Wohnnung.

  • Zwischenmenschlichkeit: Habe ich andere Menschen im Leben, denen ich vertrauen kann, mit denen ich Freude haben kann, die mir zur Seite stehen? Angstauslösende Vorstellungen sind hier zum Beispiel: Ich bin nicht liebenswert und werde im Stich gelassen. Ich habe keine Bedeutung für andere Menschen. Ich werde generell von anderen Menschen abgelehnt.

 

Diese beiden Lebensbereiche nimmt man in der persönlichen Wahrnehmung – auch unbewusst – als ein großes Ganzes wahr, sozusagen als ein ganzes Bild oder einen »Film« mit bestimmten Ergebnissen. Wenn diese Ergebnisse schmerzhaft sind oder zum Tod führen (könnten), dann lösen sie Angst aus. Zum Beispiel: »Mein Partner verlässt mich, ich habe keine eigene Wohnung und nicht genug Geld, ich werde leiden und als Versager dastehen …«

 

Je mehr:

  • Schauplätze der Unsicherheit die momentane Sicht auf eine Situation oder das Leben generell enthält

  • man die persönliche Aufmerksamkeit auf diese unsicheren Situationen lenkt und sie ernsthaft für wahr hält

  • keine Lösungsmöglichkeiten sieht, und

  • in eine Gemütshaltung (Verhaltenseinstellung) von Zwang, Anstrengung oder »Kontrolle« geht (Gegenteile von Gleichmut oder Gelassenheit)

umso eher reagiert das Nervensystem mit Angst.

 

Sie können lernen, mit der Zeit immer feiner zu spüren, wie unmittelbar sich Ihre Vorstellungen und Gemütshaltungen auf ihr Nervensystem auswirken – angenehm oder unangenehm, entspannend oder anspannend. Wenn Sie freier werden wollen, müssen Sie lernen, eine Gewisse Hoheit über ihre Vorstellungen und die entsprechenden Gefühle und Emotionen zu erlangen, womit Ihre Gefühlsreaktionen zu einem gewissen Grad unabhängiger werden von äußeren Umständen und vom Verhalten anderer Menschen.

 

Durch Angst und »Negativität« kann es sein, dass das Lebensempfinden »verkehrt« wird. Einerseits fühlt man sich dem Leben und anderen Menschen ausgeliefert, gleichzeitig aber auch abgespalten, als würde man sich in einer eigenen Kapsel befinden. In einem psychisch bzw. emotional »freieren« Zustand ist es umgekehrt: Man hat zwar eine gesunde Distanz nach außen hin, aber keine isolierende. Man empfindet von innen her generell eher eine Art Einigkeit und Verbundenheit zum Leben, insbesondere zu anderen (passenden) Menschen. Dadurch befindet man sich innerlich eher in einem Gefühl der Geborgenheit, auch wenn die Dinge nicht immer glatt laufen. Es besteht eine natürliche »Toleranz« bzw. Gleichmütigkeit (Gelassenheit) gegenüber Unsicherheiten und Problemen.

 

 

Wenn Sie persönliche Hilfe annehmen wollen, um freier zu werden von Angstzuständen und anderen belastenden Gefühlszuständen, dann nützen Sie mein Angebot für ein gratis Erstgespräch oder eine der anderen Möglichkeiten.

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