Empirische Beweise für das Leben nach dem Tod​

Der Zustand ohne Körper ist der natürliche. Innerhalb des Körpers zu sein ist ein Artefakt.

Prof. Dr. Fred Alan Wolf, amerik. theoretischer Physiker, geb. 1934[1]

Was Nahtoderfahrungen beweisen und was nicht

Immer wieder einmal meinen manche Menschen, sie würden gerne an das Jenseits glauben, aber sie könnten es nicht, denn sie seien »Realisten«. Gerade dann aber, wenn man sich realistisch mit Nahtoderfahrungen befasst, wenn man all die Eigenheiten dieser Phänomene kennt und ein Minimum an klinischem Hintergrundwissen dazu hat, dann sollte sich zeigen, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen können, sondern reale Erfahrungen einer anderen Welt sind. Aber was genau beweisen Nahtoderfahrungen?

Die einen sagen einfach pauschal, Nahtoderfahrungen würden überhaupt nichts beweisen. Andere gehen in das andere Extrem, indem sie meinen, Nahtoderfahrungen würden alles Mögliche beweisen: Gott, ein ewiges Leben, ein endloses Bewusstsein, eine Hölle, die Richtigkeit der Bibel oder der katholischen Lehre usw.

 

Im wissenschaftlichen Sinn beweisen Nahtoderfahrungen nur einen Aspekt dieser ganzen Thematik, aber einen sehr grundlegenden: Dass die Wahrnehmung des Menschen unabhängig vom Körper existieren kann. Anders gesagt: Dass sich die Wahrnehmung in bestimmten Situationen von der Bindung an das körperliche Nervensystem ablösen kann und sich damit automatisch rückverbindet mit einer existenziellen Struktur, die von der materiellen Struktur unabhängig ist, und wo andere »physikalische« Gesetze gelten – oft auch pauschal als »Jenseits« bezeichnet.

 

Sobald dies jedoch erwiesen ist, wird es wahrscheinlicher, dass auch die weiteren Elemente, die in Nahtoderfahrungen permanent, seit eh und je und weltweit bei allen Menschen auftauchen, realistisch sind.

 

Warum aber wurde dieses nicht-körperliche Bewusstsein wissenschaftlich noch nicht so stark bewiesen, dass es weltweit und insgesamt anerkannt ist? Weil die Wissenschaft Nahtoderfahrungen insgesamt gar nicht ernsthaft untersucht, sondern eher ablehnt, so wie viele Wissenschaftler immer schon gewisse ungewohnte Phänomene und Ideen abgelehnt haben, weil sie dafür keine Theorien und keine Neugier hatten.

 

Es gibt zwar bereits viele systematische Untersuchungen und viel Literatur über dieses Thema, aber im Vergleich zu anderen Dingen, um die sich die heutige westliche Wissenschaft so hingebungsvoll kümmert, wurde das Gebiet der Nahtodphänomene gerade erst einmal von ein paar mutigen Pionieren innerhalb der Welt der Wissenschaft angekratzt. Daher kann »die Wissenschaft« über diese Phänomene noch längst keine abschließende Meinung haben. Sie kann sie nur aus dem momentanen »Stand der Wissenschaft(en)« heraus zu erklären versuchen, und diese Erklärungsversuche sind sehr unzulänglich.

Dieser Artikel zeigt die zwei großen Beweisfelder, bei denen sich durch eine umfassende Betrachtung von Nahtodphänomenen insgesamt weitaus mehr Beweise für die Existenz einer Jenseitswelt ergeben, als Beweis dafür, dass Nahtoderfahrungen und Bewusstsein nur in einem fleischlichen Gehirn entstehen können. Wenn jemand meint, Nahtoderfahrungen würden nichts beweisen, schon gar kein Leben nach dem Tod, dann heißt das für mich nur, dass dieser Jemand die Beweise einfach noch nicht verstanden hat, und wahrscheinlich hat er auch nie wirklich danach gesucht.

Es geht hier jedoch nicht um eine Art Verherrlichung von Nahtoderfahrungen – es soll keine »Nahtoderfahrungs-Religion« gefördert werden. Diese Phänomene werden hier auch in keiner Weise instrumentalisiert, um konfessionelles oder sonstiges spirituelles Gedankengut zu bekräftigen, eher im Gegenteil: Nahtoderfahrungen zeigen, dass es diesen kleinlichen, eifersüchtigen Gott, wie ihn viele Religionen konstruieren, nicht gibt.

 

Warum man auch ohne Wissenschaft Beweise für etwas haben kann

 

Was ist ein Beweis und noch dazu ein wissenschaftlicher? Wenn man heute von wissenschaftlichen Beweisen spricht, so versteht man darunter meistens demonstrative Beweise der institutionalisierten Wissenschaft, also Beweise, die überwiegend und international von den wissenschaftlichen Institutionen als Beweise gesehen werden. Manche Leute meinen heute so, diese Arten von Beweisen seien die einzig wahren Beweise – die einzigen, die »zählen«.

Aber haben Menschen früher, in der Zeit vor dieser Wissenschaft, überhaupt nichts begriffen? Doch, und zwar vieles. So haben beispielsweise einige Menschen schon vor über 2000 Jahren erkannt, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, obwohl es die enormen technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit damals nicht gab. Oder ein Beispiel aus der Medizin: Gute Beobachter haben schon vor Jahrhunderten durchschaut, dass das Fasten heilende Wirkungen haben kann, während es die heutige wissenschaftliche Medizin erst seit einigen Jahren weiß.

Auch in vielen anderen Bereichen gab es immer wieder schlaue Köpfe, die ein Wissen hervorbrachten, welches später durch wissenschaftliche Methoden nicht neu entdeckt, sondern im Grunde nur noch bestätigt wurde.

 

Und noch ein sehr lehrreiches Beispiel aus der Medizin – der berühmte Fall Ignaz Semmelweis: In der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der ungarisch-österreichische Chirurg Ignaz Semmelweis, dass sich das Kindbettfieber durch unhygienische Umstände überträgt. Nur wenige der damaligen medizinischen Autoritäten glaubten ihm, und es dauerte dann noch mehr als 50 Jahre, bis diese Erkenntnis international langsam zum sicheren Allgemeinwissen wurde.

 

Was kann man aus Fällen wie Semmelweis lernen? Dass »Beweise« zuerst einmal im Kopf eines Menschen entstehen, indem er die jeweilige Sache mehr oder weniger direkt wahrnimmt und/oder begreift.

 

Man spricht schließlich auch von »Natur-Wissenschaft«, weil es die Natur selbst ist, die uns die Beweise aufzeigt. Die institutionalisierte Wissenschaft ist in Mittel und ein Vermittler, aber nicht die Natur selbst. Jeder Mensch hat das Recht, Prinzipien der Natur zu erkennen. Wer eine Sache erfährt und/oder begreift, der hat damit vom Bewusstsein her den Beweis dafür, dass diese Sache existiert, völlig egal, ob es auch andere Menschen begreifen oder eben nicht. Natürlich hat die Wissenschaft heute technische Möglichkeiten, die der einzelne Mensch nicht hat. Aber für viele wichtige Dinge des Lebens braucht man keine hochtechnischen Einrichtungen und kein ewiges Theoriestudium, um sie zu begreifen. Gerade die enorme Vertiefung in Theorien und Expertenfelder kann dazu führen, in gewisser Weise blind zu werden, daher spricht man nicht umsonst von der »Expertenblindheit«.

 

Dadurch, dass Ignaz Semmelweis seine Aufmerksamkeit neutral und klug auf gewisse Dinge im Krankenhausbetrieb richtete, hat er die Sache mit der Übertragung des Kindbettfiebers indirekt durch Beobachtung in gewisser Weise »erfahren«. In Bezug auf Nahtoderfahrungen sind die Erfahrenen selbst diejenigen, die den ganz direkten Beweis für die Existenz des »Jenseits« als eine Welt haben, die von der materiellen Welt unabhängig ist.

 

Der Fall von Semmelweis ist auch ein gutes Beispiel, um den Unterschied zwischen empirischen und evidenzwissenschaftlichen Beweisen zu erläutern. Semmelweis stellte durch Beobachtung den Zusammenhang zwischen Verschmutzung und Krankheitsübertragung fest. Dieser Zusammenhang war für ihn »evident« – er erkannte hier eine »Evidenz«. Somit entstand für Semmelweis auf empirische Weise eine Erkenntnis. Er wusste wenig über die genaueren Hintergründe, zum Beispiel, dass das Kindbettfieber durch bestimmte Bakterien übertragen wurde. Das konnte er daher auch nicht demonstrieren. Je genauer er diese Hintergründe gezeigt hätte, umso eher wäre das ein evidenzwissenschaftlicher Beweis gewesen, also ein Beweis, der näher, tiefer in die Details hineingeht.

 

Semmelweis hat seine Beobachtungen damals auch dokumentiert, womit er auch einen demonstrativen Beweis nach außen hin hatte, also für andere Menschen. Aber diejenigen, die seinen Beweis ignorierten, die haben ihn auch nicht verstanden, also ergab sich für diese Ignoranten auch kein Beweis ­– sie haben nicht begriffen, worum es hier ging, und sie wollten es auch nicht begreifen.

 

Semmelweis war damals den meisten Autoritäten und der Wissenschaft insgesamt voraus. Viele Fans, die aus der Wissenschaft heute einen Kult machen, ohne es zu bemerken, wollen es kaum zulassen, dass (einzelne) Menschen auch heute noch der Wissenschaft voraus sein können, bzw. dass die Wissenschaft einer Sache hinterherhinken kann. Sie empfinden diesen Gedanken als Beleidigung der Wissenschaft, mit der sie sich so sehr identifizieren. Und das hat auch damit zu tun, dass sie inhaltlich nur das gelten lassen wollen, was die Wissenschaft momentan behauptet.

 

Solange eine Sache nicht so evident bzw. offensichtlich ist, dass es nur noch dummdreist wäre, sie zu ignorieren oder abzustreiten, kann sich daher jeder Mensch dumm stellen und »Ich weiß von nichts« spielen, wenn ihm eine Sache nicht passt – wie es eben damals gewisse medizinische Autoritäten bei Semmelweis getan haben, und wie es heute viele scheinbare Experten in Bezug auf Nahtod-Phänomene tun.

 

Im Denken eines Menschen entscheidet sich, wie er mit einem Verdacht, einer Ahnung und einer erkennbaren Sache umgeht: Schaut man hin oder nicht? Tut man so, also sei da nichts? Begreift man sie oder nicht? Glaubt man nur, was andere sagen, oder denkt man selbst nach und weiß man selbst, was wahr und richtig ist? Wenn man eine Sache näher erfährt oder begreift, dann ergibt sich dadurch der persönliche Beweis, egal was der Rest der Welt dazu sagt.

 

Wenn eine Sache die Wahrheit ist, wie damals die Erkenntnis von Semmelweis, dann ist auch das eine »wissenschaftliche« Erkenntnis – eine persönliche, wissenschaftliche Erkenntnis und ein persönlicher, wissenschaftlicher Beweis – nur eben nicht im institutionellen wissenschaftlichen Rahmen. Denn ganz allgemein gesehen ist »Wissen« ein Allgemeingut und »Wissenschaft« ein Prozess der Wissensgewinnung, der jedem Menschen offensteht und weitgehend von der persönlichen Intelligenz und Lernbereitschaft abhängt. Niemand hat einen alleinigen Anspruch auf »Wissen« und »Wissenschaft«, auch die institutionalisierte Wissenschaft nicht.

 

Um das ganze zusammenfassend abzuschließen: Wenn die Wissenschaft insgesamt und international endlich begreift und beweist, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen, dann ist das wünschenswert. Aber wer wirklich an der Wahrheit interessiert ist, braucht nicht auf diesen Zeitpunkt warten und soll sich von niemandem einreden lassen, diese wissenschaftlichen Beweise im institutionellen Sinne seien die einzig gültigen. Wie oft haben auch Wissenschaftler schon von »Beweisen« oder »gesichertem Wissen« gesprochen, während die jeweilige Sache wenige Jahre später wieder ganz anders war? Sehr oft, weil unseriöse Wissenschaftler sich viel zu schnell einbilden, eine wissenschaftliche Erkenntnis sei »gesichert«.

 

Will man über ein Thema wirklich Bescheid wissen, dann muss man mehr oder weniger einen Experten-Level erreichen. Ich kann niemals wissen, ob ein Experte wirklich ein Experte ist, wenn ich mich nicht selbst relativ gut mit der jeweiligen Sache auskenne.

 

Ignaz Philipp Semmelweis, 1818-1865, ungarisch-österreichischer Chirurg, leistete den ersten Fall evidenzbasierter medizinischer Forschung in Österreich.

Warum die Wissenschaft bisher unfähig ist, das Übersinnliche zu begreifen

Schon sehr oft sagte man, nichts sei den Leuten so unangenehm wie eine neue Idee, und ich glaube, das gilt besonders für Wissenschaftler.

Prof. Dr. Ian Stevenson, kanadischer Psychiater und Wissenschaftler, 1918–2007

Hier geht es nicht um einen blinden Kampf gegen Wissenschaft, sondern um eine realistische Einschätzung der Wissenschaft insgesamt und einzelner Wissenschaftler.

 

Die materiellen Errungenschaften der Wissenschaft sind erstaunlich und sie bringen uns viel Wohlstand. Aber gerade dadurch sind viele Menschen heute in einer sehr euphorischen Begeisterung von der Wissenschaft, die dazu führt, die Wissenschaft zu überschätzen, deren Grenzen nicht mehr sehen zu können auch dazu, dass man schon mehr eine Religion aus der Wissenschaft macht – und nicht nur aus der Wissenschaft insgesamt, sondern auch aus einzelnen Wissenschaftlern, die dann oft eher als Gurus erscheinen. Da gibt es manchmal erstaunliche Parallelen zu esoterischen und religiösen Kreisen.

Die Aussagen wissenschaftlicher Experten über Nahtoderfahrungen sind recht unterschiedlich. Das ist zuerst einmal ein Zeichen dafür, dass dieses Thema insgesamt noch nicht ausreichend erforscht ist. Manche Skeptiker sind immerhin noch ehrlich genug, dies zuzugeben. Die allerschlimmsten unter ihnen hingegen reden sich selbst und anderen ein, Nahtoderfahrungen seien »biologisch bereits gut erklärbar«. Das sind jene problematischen Wissenschaftler, die es immer schon gab und die kein Talent dafür haben, zu erkennen, ob man von einer Sache wirklich bereits die Ursachen begriffen hat oder nicht, daher kommen sie viel zu schnell zu ihren Schlussfolgerungen.

Andere sagen genau das Gegenteil: NTE sind wissenschaftlich bzw. biologisch nicht erklärbar. Wie will man als Laie erkennen, wer Recht hat? Man kann es nur, wenn man sich selbst zu einem gewissen Grad auskennt, ansonsten kann man nur glauben, aber nicht wissen, wer Recht hat.

Ein aktuelles Beispiel, welches zeigt, dass es viele akademische Experten auch heute nicht so sehr haben mit der Ehrlichkeit, ist die Erforschung des Fastens. Gäbe es eine Pille, die die enormen Heilwirkungen des Fastens erzeugen könnte, dann würde sich jeder Pharmahersteller darum reißen und ein Riesengeschäft damit machen. Heute gibt es viele wissenschaftliche Belege für die Heilwirkungen des Fastens, trotzdem passt es einigen Experten einfach nicht in ihr Weltbild, dass kranke Menschen ohne Medikamente allein durch eine Reduktion ihrer Ernährung gesund werden können.

 

Dass Wissenschaftler unehrlich sind oder ihrer wissenschaftlichen Position eigentlich nicht gewachsen sind, ist nichts Neues, das gab es immer schon, genauso auch heute. Nur weil jemand eine wissenschaftliche Position hat, so heißt das nicht, dass er wirklich die nötigen Fähigkeiten hat. Vor allem sind Wissenschaftler in ihrem Bewusstsein nicht immer neutral, und wenn das der Fall ist, dann können sie die jeweilige Sache auch nicht realistisch verstehen oder nicht ehrlich damit umgehen. Da kann es zum Beispiel auch um den Stolz über eine bestimmte Weltanschauung gehen, um Eitelkeit oder auch um finanzielle Zwänge.

Einer der Pioniere der Wissenschaft, Emanuel Swedenborg (1688–1772), der im Alter von 49 Jahren spontan, ohne es bewusst herbeizuführen, selbst plötzlich außerkörperliche Erfahrungen hatte, brachte das Problem der unehrlichen Materialisten in einem Satz auf den Punkt:

 

»Viele ‚Gebildete‘ zeigen in geistigen Dingen mehr Unverstand als die Einfältigen, weil sie stets nur verneinen wollen und dies durch Wissenschaftliches, das ihnen fortwährend und in Menge vor den Augen steht, begründen.«[2]

 

Im Volksmund haben wir auch Begriffe wie »Expertenblindheit« oder »Fachidiotie«. Viele Experten sind unglaublich vertieft in eine sehr eigene Welt von Thesen und Theorien. In der Psychologie sagt man auch, sie sind übermäßig »identifiziert«. Damit entsteht automatisch eine sogenannte kognitive Verzerrung, die dazu führt, dass sie eine Sache gar nicht vollständig begreifen können. Sie haben dann keinen objektiven und neutralen Blick darauf, sondern einen reduzierten oder einseitigen.

 

So machen viele Wissenschaftler heute rein Denk-methodisch immer noch einen alten Fehler: Sie meinen, sie könnten sich eine Sache halbwegs erklären oder können es vielleicht tatsächlich, aber sie denken dann voreilig, sie hätten bereits die entscheidenden Fakten dieser Sache gefunden. Dann machen sie ihre Augen nicht mehr auf gegenüber anderen Faktoren, die entscheidender sind oder sein könnten. So meinen manche etwa, die Evolutionstheorie würde indirekt belegen, es könne kein Jenseits und keinen Gott geben. Aber was sagt diese Theorie schon über die Ursachen des Lebens? Sie zeigt ein paar Prozesse, die in sich stimmig sind, aber noch längst keine ersten Ursachen des Lebens.

 

Jene Skeptiker, die über Nahtoderfahrungen die typischen Unwahrheiten verbreiten, werfen all das Übersinnliche in einen Topf mit Religion und Esoterik, und sie sehen sehr einseitig nur das Negative darin. Gleichzeitig sind sie so sehr mit der materiellen Welt und den Thesen darüber identifiziert, dass sie in dem Gedanken, es könnte ein Jenseits gegeben, eine Konkurrenz oder sogar einen Angriff gegen ihr Leben sehen.

 

Sie haben eine übermäßig starke Abneigung gegen alles, was irgendwie an Spiritualität erinnert und einem materiellen Lebensentwurf (scheinbar) widerspricht, daher beschäftigen sich nur oberflächlich mit diesen Phänomenen und nur soweit, um plausibel erscheinende Gegenargumente konstruieren zu können. Daher wollen sie nicht einmal eine ordentliche wissenschaftliche Untersuchung dieser Phänomene zulassen. Sie wollen das Thema Nahtoderfahrungen nicht einmal einkehren lassen in die Welt der Wissenschaft – so einseitig, wie sie diese eben sehen. Somit ist es ihnen geistig gar nicht möglich, übersinnliche Fakten als solche zu begreifen, obwohl sie es vielleicht könnten. Ihnen geht es nur noch um den blinden Widerstand und die blinde Verteidigung ihrer bestehenden Weltanschauung.

Problematische Wissenschaftler sind auch dadurch zu erkennen, dass sie Wissenschaftler mit abweichenden Meinungen schnell einmal abstrafen als »unseriöse Wissenschaftler«. So bezeichnete einer der Extremskeptiker in Holland sogar den Kardiologen Pim van Lommel als Sektenführer, weil dieser sich wissenschaftlich mit Nahtoderfahrungen beschäftigt hat.

 

Ja, in Nahtoderfahrungen zeigen sich Überschneidungen zu konfessionellen Vorstellungen, aber auch Unterschiede. Hier zeigt sich kein kleinlicher, selbstsüchtiger Gott, wie er in manchen Kirchen immer noch vorherrscht, sondern insgesamt eine Welt der Vernunft, des Wissens, der Gerechtigkeit und der Schönheit. Wer aber das Gute nicht will, der empfindet es als unangenehm, wenn er es wahrnimmt. So kann man sich diese überaus starke Ablehnung mancher Menschen gegenüber Nahtoderfahrungen unter anderem auch damit erklären, dass sie kein Gespür für das Gute und Schöne haben, dass sie abgestumpft sind.

 

Aber auch in religiösen Kreisen lehnen viele Menschen Nahtoderfahrungen ab, weil sie darin Widersprüche oder sogar Bedrohungen gegen die Lehre ihrer Konfession sehen. Dabei befindet sich in einer Version der Zehn Gebote eigentlich ein sehr kluges, wissenschaftliches Gebot, in dem es sinngemäß heißt, man solle sich kein Bildnis von Gott machen. Hierbei geht es eigentlich nicht um gemalte Bilder, sondern um die Vorstellungen der Menschen in den Köpfen. Wenn man sich die Jenseitswelt zu sehr mit irdischen Dingen vorstellt, dann wird man sie nicht begreifen. Aber es gilt generell, auch bei anderen Themen: Wenn man eine schwer greifbare Sache nicht kennt, dann muss man sie unvoreingenommen betrachten. Man muss in der Lage sein, bisherige Denkmodelle im Kopf aufzugeben und eine völlig neutrale Sicht eingehen, sonst kann man diese Sache eventuell nicht begreifen.

 

Je mehr man sich mit gewissen materiellen oder religiösen Vorstellungen identifiziert, umso schwieriger kann es sein, sich zu den Berichten über Nahtoderfahrungen passende Vorstellungen über die Jenseitswelt zu machen. So lehnen beispielsweise viele von jenen Menschen, die sich stark mit der materiellen Welt identifizieren, jegliche Vorstellung ab, es könnte eine nicht-materielle Welt und eine höhere Ordnung geben, die der Mensch nicht messen oder unter Kontrolle bringen kann. Sie beschweren sich zwar gerne über religiöse Menschen, diese seien mit dem Leben überfordert und würden deshalb vor der Realität in eine traumhafte Jenseitswelt flüchten, aber das kann man umgekehrt genauso sagen: Materialisten klammern sich an eine nette, überschaubare und kontrollierbar erscheinende Diesseitswelt, in der man Gott spielen kann, und sie sind überfordert mit der Vorstellung, dass es auch noch andere Welten geben könnte, in der sie eben diese Macht über die materiellen Dinge nicht haben.

 

Das passende Vorstellungsvermögen ist jedoch entscheidend, um eine Sache verstehen zu können. Wenn man wirklich begreift, dass etwas existiert, dann entweder deshalb, weil man es irgendwie erfährt und dadurch evident bzw. offensichtlich ist, oder weil man sich zumindest realistische Vorstellungen darüber machen kann. Und wenn es um Lebewesen und die Jenseitswelt geht, dann geht es nicht nur um bildhafte Vorstellungen von Formen, sondern besonders auch um die Gefühlszustände. Der Mensch ist ein Energie- und Bewusstseinswesen, und er spürt deshalb nur im »Herz«, was die Wahrheit ist. Da geht es nicht um Kitsch, sondern auch um Physik.

 

Manche Wissenschaftler sagen über ungewöhnliche Phänomene auch schnell einmal, für diese Phänomene gäbe es keine Theorie oder sie würden nicht in »bestehende Modelle« passen. Aber was machen diese Leute? Sie stellen ihre Theorien über die Natur. Für ernsthafte Wissenschaftler wie Einstein hingegen war völlig klar: Theorien müssen sich aus der Natur ableiten, daher spricht man ja von der »Naturwissenschaft«. Wenn ich für ein Phänomen keine Theorie habe, dann darf ich mir als Wissenschaftler nicht einreden, die Natur sei falsch, sondern dann muss ich wohl damit rechnen, dass meine Theorie völlig oder teilweise falsch ist. Wissenschaftler, die nicht bereit sind, ihre Theorien zu verändern, sind keine ordentlichen Wissenschaftler. Sie sind nicht in der Lage, der Realität ins Auge zu sehen, sondern sehen nur das, was sie sehen wollen.

 

Ein theoretisches Dogma der heutigen Wissenschaft, was eigentlich nur eine Hypothese sein kann, lautet, alles Geistige entstünde nur unmittelbar aus einem funktionierenden Gehirn. Eine solche Sicht ist verständlich, wenn man nie Wind bekommt von übersinnlichen Phänomenen. Und es ist ja auch offensichtlich, dass das Gehirn eine wesentliche Rolle bei der Wahrnehmung spielt: Eine schwere Grippe kann die Wahrnehmung ebenso massiv beeinträchtigen wie etwa ein Schlag auf den Kopf. Und man weiß heute auch einiges über das menschliche Gehirn. Dass sich elektrische Aktivitäten und verschiedene chemische Stoffe und Prozesse massiv auf die Wahrnehmung auswirken können, das ist unbestritten. Aber das ist wenig relevant, wenn es wichtigere Faktoren gibt, und diese sind im Falle von Nahtoderfahrungen die großen Unterschiede zu Halluzinationen.

 

Man kann noch so viele und korrekte Daten von etwas haben, aber diese sind nutzlos, wenn es sich dabei nicht um die entscheidenden Faktoren handelt. Deshalb haben gute Wissenschaftler ein Gespür dafür, ob sie die entscheidenden Faktoren bereits erkannt haben oder nicht.

 

Skeptiker picken sich von den Nahtoderfahrungen oft nur ein paar wenige Elementen heraus, die noch am ehesten biologisch und herkömmlich-psychologisch erklärbar sind. Aber auf die entscheidenden und wichtigeren Faktoren, die das nicht-körperliche Bewusstsein beweisen, gehen Sie gar nicht ein, weil Sie diese nicht wissen und fahrlässig ignorieren.

 

So meinte beispielsweise die britische Skeptikerin Susan Blackmore, dass Menschen während Nahtoderfahrungen klinisch tot waren, das seien nur wenige Ausnahmefälle. In Wirklichkeit passieren die meisten NTE exakt im Moment des Kreislaufstillstandes. Nicht alle, aber die meisten Menschen haben ihre klassischen Nahtoderfahrungen im klinischen Tod oder sehr nahe am klinischen Tod, aber das fällt einer Susan Blackmore nicht auf, weil sie sich mit diesen Phänomenen nicht vollständig beschäftigt und sich einbildet, sie könnte diese Phänomene vom Schreibtisch aus anhand neurologischer Spekulationen erklären.

 

Unabhängig von Nahtoderfahrungen sagen Gehirnforscher immer wieder, man sei noch weit davon entfernt, die menschliche Wahrnehmung und ihre außergewöhnlichen Phänomene wissenschaftlich endgültig zu erklären. Sogar einer der US-amerikanischen Extrem-Skeptiker, Daniel Dennett: »Wir wissen sehr wenig über unser eigenes Bewusstsein und vieles, was wir zu wissen glauben, ist falsch. Wir wissen rein nichts über das Trägermedium des Bewusstseins. Wir wissen nur einiges über dessen Inhalt.« Andererseits gehört er zu jenen, die behaupten, Nahtoderfahrungen könnte man materiell bereits ausreichend erklären und es sei klar, dass sie nur im Gehirn entstehen.

 

Skeptiker meinen sarkastisch, das Übersinnliche würde sich so sehr darum bemühen, sich zu verstecken. Aber wie war das zum Beispiel auch mit den Bakterien, den Gravitationswellen und vielen anderen Dingen, besonders in der Medizin und Physik? Alles ganz offensichtliche Dinge, die sich überhaupt nicht verstecken? Weit gefehlt. Die Erkenntnis, dass Bakterien Krankheiten übertragen, zog sich über mehrere Jahrhunderte dahin. Die erste ordentliche Beweisstudie von Ignaz Semmelweis wurde mehrere Jahrzehnte von den damaligen Autoritäten ignoriert, weil Semmelweis etwas feststellte, was gewissen Herren so gar nicht passte.

 

Vieles ist auch in der materiellen Welt sehr im Verborgenen – wir sehen es nicht und können es nicht messen, obwohl es ständig vorhanden ist. Aber wir sind eben noch längst nicht so weit, dass wir es wissenschaftlich erfassen, sondern nur erahnen können. Und wenn man die Augen und den Verstand dann nicht ordentlich öffnet, lieber verneint und kleinliche Beweis-Schlachten führt, anstatt zu forschen, dann bleiben die Dinge eben »verborgen«.

 

Übersinnliche Phänomene »verstecken« sich überhaupt nicht. Vielmehr verstecken sich Skeptiker. Sie stecken ihren Kopf in den Sand, wenn es um dieses Thema geht. Deshalb kommt es ihnen so vor, als wären übersinnliche Phänomene so selten.

 

Einer der Gründerväter der Skeptiker-Bewegung, der US-Amerikaner Carl Sagan, hatte vernünftige Gedanken und er beklagte selbst, viele Skeptiker würden es übertreiben und damit dazu beitragen, der Bewegung und dem Ansehen der Wissenschaft zu schaden.

 

Wenn Skeptiker mit Studien daherkommen, um Nahtoderfahrungen lächerlich zu machen, dann wird zum Beispiel auch gerne die »Aware Study« des Herzspezialisten Sam Parnia genommen, weil diese zu keinen besonderen Ergebnissen kam. Diese kann aber eher nur als ein Studienversuch bewertet werden. Es zeigte sich zum Beispiel auch, dass Krankenhäuser nicht ordentlich mitgemacht haben. Die ersten Studienversuche dienen oft nur dazu, um überhaupt erst einmal ein ordentliches Studienmodell auf die Beine zu bringen. Vieles, was heute für uns selbstverständlich ist, beruht auf hunderten oder tausenden von Studien(versuchen), bis man zu endgültigen Schlussfolgerungen kommen konnte.

 

Der typisch oberflächliche Umgang mit Nahtoderfahrungen zeigt sich zum Beispiel auch in einem Artikel des einflussreichen kanadischen Skeptikers und Psychologen Stephen Pinker. Er »erledigt« Nahtoderfahrungen in einem kleinen Absatz von drei Sätzen als Halluzinationen nieder.[3] Eine einzige, nichtssagende Studie erwähnt er, wonach NTE angeblich experimentell durch Gehirnstimulation erzeugt werden konnten, was an sich völlig falsch ist. Ansonsten kommt er mit dieser ungesicherten These, ein Sauerstoffmangel könnte NTE auslösen. Und das soll genügen, um Nahtoderfahrungen »wissenschaftlich« als Halluzinationen zu erledigen? Hört hier die angebliche wissenschaftliche Genauigkeit schon wieder auf?

 

Warum NTE auch in Experimenten nicht ausgelöst oder erzeugt werden können, wird sich später noch zeigen, wenn es um die Unterschiede zu Halluzinationen geht.

 

Der britische Biologe Richard Dawkins. International bekannte Person der Skeptikerbewegung. Bildrechte: Shane Pope from Austin, United States, -Dawkins at UT Austin 2 crop, CC BY 2.0.

Die britische Psychologin und Skeptikerin Susan Blackmore. Bildrechte: AlasdhairJohnstonQED 20161015 182CC BY-SA 4.0.

 

Weitere Skeptiker, die falsche und irreführende Informationen über Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Fakten verbreiten

 

Christian Hoppe, Deutschland

 

Olaf Blanke, Deutschland​

 

Michael Shermer, USA

Sämtliche Argumente der Skeptiker über Nahtoderfahrungen sind falsch

 

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

Carl Gustav Jung, schweiz. Psychiater, 1875 - 1961

Häufige Falschaussagen, um Phänomene wie Nahtoderfahrungen (NTE) nur als nichtssagende Halluzinationen darzustellen, sind:

  • NTE zeigen sich nur durch persönliche Erfahrungsberichte und könnten daher nichts beweisen.

  • Nahtod-Erfahrene seien nicht endgültig gestorben.

  • Nahtoderfahrungen würden nur in der Phase vor oder nach dem Kreislaufstillstand passieren, wenn also noch Hirnströme aktiv sind.

  • NTE entstünden durch ein »letztes Aufbäumen« oder ein »neuronales Gewitter« im Gehirn.

  • NTE könnten bereits körperlich erklärt und experimentell ausgelöst werden.

  • NTE seien nur Stressreaktionen, um das Sterben zu erleichtern.

 

Die Urheber solcher unüberlegten Falschaussagen haben meistens zwei Dinge gemeinsam: Sie hatten selbst keine Nahtoderfahrungen und sie beschäftigen sich nicht einmal ordentlich damit. Dass letzteres der Fall ist, zeigt sich daran, dass viele Skeptiker nicht einmal grundlegende Fakten und Daten über diese Phänomene kennen, zum Beispiel, dass die meisten Nahtoderfahrungen mit dem Kreislaufstillstand eintreten und viele davon sogar bei gleichzeitiger Vollnarkose. Jeder »einfache« Laie hingegen, der sich näher mit diesen Phänomenen befasst, weiß über diese Fakten Bescheid.

Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Aussagen der Skeptiker befasst, weil ich damit rechne, bei einem solch komplexen Thema einiges zu übersehen. Aber mit der Zeit war ich erstaunt, wie wenig Skeptiker in Wirklichkeit über dieses Thema wissen und was diese Leute alles an Fakten ignorieren (müssen), um ihre materielle Fixierung nicht aufgeben zu müssen. Und ich habe bei diesen Leuten erstaunliche Gemeinsamkeiten zu esoterischem oder religiösem Fundamentalismus festgestellt. So können Skeptiker nicht nur extrem dogmatisch sein, sondern auch unglaublich fantasievoll, wenn es ihnen darum geht, medizinisch nicht erklärbare Dinge scheinbar körperlich zu beantworten.

Grundsätzlich geben sich Skeptiker gerne Welt-offen und offen für neue Erkenntnisse und Fortschritte. Sie beschweren sich gerne über Traditionen und Formen von Konservatismus. Sie beschweren sich darüber, dass Menschen ihre Überzeugungen oft nicht schnell genug aufgeben. Aber ihre eigene Sturheit und reflexartige Abneigung gegen alles, was ihren Grundüberzeugungen widerspricht, erkennen sie nicht.

 

Gerade diejenigen falschen Experten, die sich selbst und anderen gerne einreden, Nahtoderfahrungen seien biologisch bereits gut erklärbar, können in Wirklichkeit so vieles nicht über diese Phänomene erklären, und sie gehen auf diese Aspekte meistens gar nicht ein, zum Beispiel:

  • Wie sollen derart erweiterte Bewusstseinszustände trotz Vollnarkose allein im Gehirn entstehen, obwohl eine Vollnarkose normalerweise Halluzinationen weitgehend unmöglich macht?

  • Warum haben die meisten Menschen keine NTE, obwohl sie rein körperlich und psychisch die gleichen Bedingungen hatten wie die Menschen mit Nahtoderfahrung? (Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass NTE auch durch eine übergeordnete geistige Instanz ermöglicht werden. Darauf wird später noch einmal kurz eingegangen mit einem Zitat einer Erfahrenen.)

  • Wie kann es sein, dass Menschen, die von Geburt an blind sind, bei Nahtoderfahrungen sehen können, nicht hingegen durch die Einnahme von Psychedelika?

  • Wie soll sich jemand an lokale Details erinnern, die er nicht einmal hätte wahrnehmen können, wenn er wach gewesen wäre, weil diese Details räumlich nicht im Bereich der körperlichen Wahrnehmbarkeit waren?

  • Warum treten diese enormen Persönlichkeitsveränderungen und Heilungen nur bei NTE auf, aber bei psychedelischen Halluzinationen entweder gar nicht oder weitaus schwächer?

  • Warum diese vielen Unterschiede zwischen Halluzinationen und NTE?

  • Warum hört das körperliche Leiden in Akutsituationen nur bei den Menschen mit NTE so plötzlich auf, nicht hingegen bei den Menschen ohne NTE?

 

Körperlich kaum erklärbar ist zum Beispiel auch das Phänomen der »terminalen Geistesklarheit«, wo etwa Alzheimerpatienten kurz vor dem Sterben plötzlich geistig völlig klar, völlig orientiert sind und klar sprechen können, als hätten sie niemals Alzheimer gehabt. Bei Alzheimer weiß man jedoch, dass das Gehirn krank ist. Jeder Neurologe weiß, sobald das Gehirn einen erheblichen Defekt aufweist, dann sind meistens auch das Denken und die Wahrnehmung irgendwie verzerrt und weniger leistungsfähig. Bei den Nahtoderfahrungen und Sterbebettphänomenen ist genau das Gegenteil der Fall, was ein starker Beleg dafür ist, dass sich das Bewusstsein vom Körper ablösen kann.

 

Dieser Artikel zeigt im Zuge der zwei folgenden Beweisfelder über Nahtoderfahrungen, warum sämtliche typischen Behauptungen der Skeptiker auf schlampigen Analysen beruhen und falsch sind.

 

Die Aussagen in diesem Artikel, um Nahtoderfahrungen realistisch darzustellen, beruhen auf zwei grundsätzlichen Quellen. Erstens auf den Analysen akademischer Experten wie Prof. DDr. med. Wilfried Kuhn, Prof. Dr. Kenneth Ring, Prof. Dr. med. Bruce Greyson, Dr. med. Michael Sabom, Dr. med. Jeffrey Long, Dr. med. Sam Parnia und Dr. med. Pim van Lommel. Und zweitens auf einer Vielzahl von Berichten über Nahtoderfahrungen aus unterschiedlichen Quellen, die ich persönlich seit nun fast zehn Jahren entgegengenommen habe.

 

Dr. med. Michael Sabom, Kardiologe, USA​, Pionier der klinischen Nahtod-Forschung

Prof. Dr. phil. Kenneth Ring, Psychologe, USA, erforschte Nahtoderfahrungen vor allem aus psychologischer Sicht

Dr. med. Sam Parnia, Kardiologe, GB, USA, Initiator der AWARE-Studien

 

Beweisfeld 1: Validierungen von Wahrnehmungen

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[4]

 

Warum auch persönliche Erfahrungsberichte Fakten beweisen können

Es wird oft so dargestellt, als ginge es bei NTE nur um nicht prüfbare, persönliche Behauptungen, wie etwa über angebliche Erfahrungen von Tunnel, Licht, außerordentlichen Gefühlszuständen und Seelenwesen. Die ernsthaften Nahtodforscher haben jedoch deshalb begonnen, sich für Nahtoderfahrungen zu interessieren, weil ihre Patienten nach dem Aufwachen aus dem klinischen Tod sehr detailliert lokale Ereignisse und Dinge beschreiben konnten, die sie rein körperlich nicht wahrnehmen konnten, weil sie in dieser Zeit klinisch tot waren und/oder körperlich zu weit von diesen Dingen und Ereignissen entfernt waren, sodass eine rein körperliche Wahrnehmung eindeutig ausgeschlossen werden konnte. Oft handelt es sich bei diesen Erinnerungen sogar um Dinge, die zeitgleich in anderen Räumen und in anderen Orten gegeben waren. Hinzu kommt, dass Menschen während einer Nahtoderfahrung oft nicht nur klinisch tot, sondern gleichzeitig in Vollnarkose und somit doppelt »ausgeschaltet« sind.

 

Wenn ein Patient solche Details nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit beschreibt, so ist für das beteiligte Personal in diesem Moment evident bzw. validiert, dass sich dieser Patient korrekt erinnert. Und wenn jemand etwas weiß, was körperlich-sinnlich nicht in sein Gehirn eindringen konnte, dann heißt das auch: Die Wahrnehmung des Menschen kann ohne physischen Körper existieren. Es muss eine Art Existenz »jenseits« des Körpers geben.

 

Diese Erinnerungen an lokale Dinge sind der entscheidende, wissenschaftlich verifizierbare Faktor, der in prospektiven (vorausschauenden) kontrollierten Studien nachgewiesen werden kann und teilweise auch bereits wurde, vor allem durch Michael Sabom und Pim van Lommel (beide Herzspezialisten).

 

Diese Studien genügen zwar aus streng wissenschaftlicher Sicht noch nicht, aber sie ergeben zumindest derart schwerwiegende Verdachtsmomente für die außerkörperliche Existenz, sodass es wissenschaftlich grob fahrlässig ist, diese zu ignorieren oder noch weiter zu behaupten, es gäbe keine entsprechenden Belege. Ansonsten findet man im Internet und in der Literatur viele Fälle von Wahrnehmungsvalidierungen, bezeugt von glaubhaften Menschen, die alles andere als fantasieren oder nur etwas inszenieren wollen.

 

Im Prinzip handelt es sich bei diesen Wahrnehmungs- oder Erinnerungsvalidierungen methodisch um etwas sehr Einfaches, was die meisten Menschen aus der Schule kennen. Wenn ein zu prüfender Mensch etwas von sich gibt, egal ob schriftlich, mündlich oder beides, dann ist das für sich genommen immer eine persönliche Äußerung. Aber bei einer ordentlichen Prüfung beweist sich, ob sich der Prüfling mit den jeweiligen Fakten beschäftigt hat oder nicht, ob er sie kennt. So ergibt sich ein Beweis. In der Wissenschaft spricht man auch von Validierungen und Verifizierungen.

Andere Arten von Validierungen durch Informationen

Validierungen durch den »Lebensfilm«: Der Lebensfilm ist eines der häufigsten Elemente von Nahtoderfahrungen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Betreffenden ihr bisheriges irdisches Leben ganz oder teilweise durchlaufen, und zwar visuell aber auch mit allen relevanten Empfindungen der beteiligten Lebewesen, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere.

 

Hierbei kommt es auch vor, dass die betreffenden Menschen Ereignisse sehen, die sie früher, als diese Dinge im irdischen Leben tatsächlich passierten, körperlich-nervlich nicht wahrgenommen haben oder die sich ein Mensch normalerweise nicht merken kann, zum Beispiel den Geburtsvorgang. Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert der ungarisch-schweizerische Architekt Stefan von Jankovich, der auch einige Bücher über seine Jenseitserfahrungen schrieb. Er sah während seiner Nahtoderfahrung den Verlauf seiner Geburt, konnte sich später detailliert daran erinnern und erzählte auch seinem Vater darüber, der ihm bestätige, dass seine Beobachtungen korrekt waren. Es handelte sich um viele korrekte Details, sodass es sich um keine Erfindungen und Zufälle handeln konnte.

 

»Sie waren nicht völlig tot« – warum es nicht relevant ist, und das angebliche neuronale »Gewitter«

 

Ja, Nahtod-Erfahrene waren nicht in dem Sinne tot, dass ihr Körper völlig abgestorben ist. Mit diesem Argument will man im Grunde sagen: Man weiß ja nicht, ob das Gehirn noch ausreichend aktiv war, um eine nervliche Wahrnehmung zu ermöglichen. Manche behaupten auch gerne, ohne es beweisen zu können, das Gehirn hätte im klinischen Tod noch Hirnströme. Eine weitere, unbewiesene Behauptung von Skeptikern lautet, Nahtoderfahrungen würden sowieso nur kurz vor oder nach der Phase des Kreislaufstillstandes passieren, wenn also noch bzw. wieder Hirnströme aktiv sind.

 

Dieses Argument, »sie waren noch nicht völlig tot«, ist für den Beleg des nicht-körperlichen Bewusstseins jedoch aus mehreren Gründen irrelevant, so schon allein aufgrund jener Fälle, wonach sich Menschen eindeutig an lokale Dinge erinnern, die räumlich viel zu weit von ihrer körperlichen Wahrnehmungsfähigkeit entfernt waren. Wenn ein Mensch etwas weiß, was er körperlich gar nicht aufnehmen konnte, was ihm niemand sagte, was er sich nicht ausdenken konnte und was er davor nicht wissen konnte, dann zeigt sich dadurch in jedem Fall, dass er bzw. sein Bewusstsein sich vom Körper ablösen kann, völlig egal ob sein Körper in dieser Zeit bewusstlos oder klinisch tot war oder nicht.

 

Außerdem sagt und das heutige neurologische Grundlagenwissen, dass das Gehirn im Zustand des klinischen Todes und noch dazu bei gleichzeitiger Vollnarkose kein wesentliches Bewusstsein erzeugen kann. Die meisten typischen Nahtoderfahrungen passieren jedoch genau in dem Zeitpunkt, in dem das Herz aufhört zu schlagen oder der Kreislauf extrem schwach wird. Sie passieren keinesfalls – wie von Skeptikern oft behauptet – in der Aufwachphase, im Gegenteil. Kaum beginnt das Herz zu schlagen, ist der außerkörperliche Zustand beendet.

Das angebliche »Aufbäumen« im Gehirn

Es gilt nach wie vor als Grundsatzwissen in der Medizin, dass durchschnittlich innerhalb 7 Sekunden, spätestens aber innerhalb 30 Sekunden nach Eintritt des Kreislaufstillstandes, die Hirnströme auf Null sinken, und das bedeutet auch, dass das Gehirn hier kein eigeneständiges geistiges Vermögen mehr erzeugen kann, also kein Bewusstsein, keine Signale nach außen und keine Wahrnehmungen von außen nach innen. Daher sacken Menschen in solchen Situationen so schnell zusammen und ohne Notfallmaßnahmen sterben die meisten innerhalb 5-10 Minuten.

 

Nicht nur das EEG, sondern auch tiefergehende Hirnstrommessungen zeigen während des Kreislaufstillstandes keine Aktivität, und das bedeutet auch, dass das Gehirn hier inaktiv oder zumindest weitgehend insuffizient ist, also nicht mehr zu einem lebhaften Bewusstsein und zu wesentlichen Funktionen fähig. Während einer NTE ist jedoch die Wahrnehmung meistens massiv erweitert. NTE werden von den erfahrenden Menschen als die intensivsten und lebendigsten Zustände ihres Lebens erlebt, und meistens nicht nur lebendiger als die Wahrnehmung des irdischen Daseins rein über den Körper, sondern auch in einer weitaus authentischeren Qualität.

 

Im Zuge der Diskussion über NTE wurde beispielsweise ein Experiment aus dem Jahr 2013 mit Ratten von der US-amerikanischen Forscherin Jimo Borjigin bekannt, weil sich hier anhand implantierter EEG-Elektroden angeblich zeigte, dass sich bei diesen Ratten die Aktivitäten der Gammawellen im Gehirn stark erhöhten, bevor sie endgültig starben.

 

Auch neuere Forschungen, an denen auch der deutsche Neurologe Prof. Jens Dreier von der Charité Berlin beteiligt war, ergaben, dass innerhalb von 2–5 Minuten nach Eintritt des Kreislaufstillstandes eine Energie-Entladungswelle in der Gehirnrinde aktiv wird, die den endgültigen Tod einleitet und nur an einem frühen Zeitpunkt durch Reaktivierung des Kreislaufs aufzuhalten ist.

 

Jeder Mensch aber, der uns im Irdischen über eine NTE berichtet, ist nicht endgültig gestorben, daher ist es unwahrscheinlich, dass diese Entladungswelle bei diesen Menschen überhaupt aktiv wurde. Die meisten NTE entstehen außerdem sofort mit dem Einsetzen des Kreislaufstillstandes und viele von ihnen dauern weitaus länger als nur 5 Minuten. Das zeigt sich immer wieder dadurch, dass der betreffende Körper mehrere Minuten bis hin zu 20, 30 Minuten oder noch länger einen Kreislaufstillstand hatte, diese Menschen dann aber später die lokalen Verläufe aus genau dieser Zeitphase gänzlich oder zumindest soweit beschreiben können, dass damit mehrere Minuten abgedeckt sind. Selbst wenn bei diesen Menschen irgendwann, mehrere Minuten nach Eintritt des Kreislaufstillstandes diese finale Gammawelle aktiv wurde, so kann man jedenfalls sagen, dass diese Welle zum Zeitpunkt des Kreislaufstillstandes noch nicht aktiv war, also zu dem Zeitpunkt, in dem die meisten NTE passieren.

 

Bei dieser Gammawelle handelt es sich außerdem um eine diffuse Hirnstromaktivität in der Großhirnrinde, um eine »Entladung«, die nicht zu vergleichen ist mit einem geordneten Hirnstrombild im Großhirn, wo das Gehirn die Hauptleistungen für das nervliche Bewusstsein erzeugt. Es ist viel zu wenig, einfach zu sagen, »schaut her, da sind ja noch Hirnwellen«, nur weil noch für ein paar Sekunden irgendwo Hirnströme aufflackern, und dann einfach daraus zu schließen, »also entstehen dadurch NTE.« Das ist eine typisch einseitige Darstellung von Skeptikern. Nein, hier muss man exakt analysieren, WANN, WO im Gehirn, WIE LANGE und in welcher FORM hier die Hirnströme und die NTE auftreten. Diese exakten Angaben fehlen bisher aus der Forschung und man wird sie frühestens dann erhalten, wenn man die Gehirne sterbender Menschen im MRT untersuchen kann. Aus jetziger Sicht kann keine Rede sein davon sein, beim Sterben würde sich im Gehirn ein »neuronales Gewitter« oder ein »Synapsenfeuer« abspielen.

 

Wenn diese finale Gammawelle angeblich NTE verursacht und diese bei jedem Menschen auftritt, dann stellt sich auch die Frage, warum nur weniger als 25 % der Menschen unter sonst gleichen Bedingungen eine NTE haben?

 

Am Beispiel dieser Entladungswelle zeigte sich auch wieder einmal, wie unseriös gewisse Leute zum Thema Nahtoderfahrungen auftreten. So gab es 2018 auf 3sat einen Bericht mit Jens Dreier. Da hieß es, beim Kreislaufstillstand würde es »im Gehirn erst richtig losgehen«. Im Titel war die Rede vom »Tsunami«, wie auch Jens Dreier diese Welle gerne nennt. In einem anderen Zeitungsbericht war die Rede von »rauschhaften Bildern bei Nahtoderfahrungen«. Allein die Tatsache, dass man diese Erlebnisse mit einem »Rausch« gleichsetzt, zeigt, dass hier ein völlig falsches Verständnis vorliegt. Diese Berichte sind Musterbeispiele für falsche, irreführende Informationen mit dem Ziel, NTE um jeden Preis als Halluzinationen darzustellen.

Jens Dreier meinte in diesem Bericht beispielsweise auch, NTE seien aus seiner Sicht wahrscheinlich biologische Programme, um das Sterben angenehmer zu machen, obwohl es inzwischen hinreichend bekannt sein sollte, dass nicht wenige NTE sehr unangenehm bis schrecklich sind.

 

Generell gilt: Je instabiler die Hirnströme werden, umso unklarer und weniger leistungsfähiger werden das Bewusstsein und die Wahrnehmung. Solange ein Mensch nicht außerhalb seines Körpers ist, besteht ein sehr unmittelbarer Zusammenhang zwischen Hirnströmen und Bewusstsein. Aber bei Nahtoderfahrungen ist dieser Zusammenhang völlig aufgehoben. Sie treten zwar meistens bei Kreislaufstillstand ein, aber sie können auch bei allen anderen Zuständen des Gehirns auftreten: bei stabilen Hirnströmen, bei schwachen Hirnströmen, bei Überaktivität (»Gewitter«) als auch bei ausgefallenen Hirnströmen. Diese völlige Unabhängigkeit der NTE vom Hirnstrombild ist ein schwerer Beleg dafür, dass NTE keine Halluzinationen sein können.

 

Nun heißt es auch in der Medizin schon seit langem, eines der sichersten Mittel für die Diagnose des irreversiblen Gehirntodes sei das EEG. Die Null-Linie über mindestens 30 Minuten bestätigt den Gehirntod. Man ist aber vom völligen Ausfall der Wahrnehmung so sehr überzeugt, dass das EEG für diese Diagnose in den meisten Ländern nicht einmal vorgeschrieben ist, auch in Deutschland nicht. Man verlässt sich für diese Diagnose vorwiegend auf die Anamnese und Reiz-Reaktions-Tests. Und man ist außerdem so sehr vom Ausfall der Wahrnehmung überzeugt, dass die zu explantierenden Patienten nicht einmal eine Vollnarkose bekommen müssen.

 

Wenn es aber um NTE geht, da heißt es auf einmal von den Skeptikern: »Man weiß es ja doch nicht sicher, ob das Gehirn noch aktiv war.« Wenn man es doch nicht sicher sagen kann, dann riskiert man also, dass Menschen ihre eigene Organentnahme wahrnehmen und auch darunter leiden? In der Schweiz ist man hier deshalb vorsichtiger. Hier ist es zumindest üblich, dass Menschen vor ihrer Explantation eine Vollnarkose bekommen. An diesem Hin und Her zeigt sich, wie willkürlich und unwissenschaftlich viele Skeptiker mit Gehirntod und NTE umgehen.

 

Eine Vollnarkose allein würde keine NTE erlauben, wenn es nur eine Halluzination wäre

Medizinisch kundige Skeptiker wissen natürlich, dass eine Vollnarkose in den meisten Fällen keine Halluzinationen und Träume ermöglicht, deshalb argumentieren sie gerne damit, Nahtoderfahrungen würden bei defekter Narkose erfolgen, und eine defekte Vollnarkose sei heute in modernen Krankenhäusern zwar nur bei 0,1-0,2 % der Fälle gegeben, was aber allein in Deutschland immerhin 80.000 bis 160.000 Menschen wären. Eine berechtigte Idee, die aber aus mehreren Gründen nicht realistisch ist.

 

Bei einer defekten Vollnarkose können Patienten zum Beispiel Schmerzen, Atemnot oder leichte Wahrnehmungen ihrer Umgebung haben, also etwa einen Teil der Gespräche des klinischen Personals hören. Dieser Zustand wird meistens als sehr unangenehm wahrgenommen und kann sogar traumatisch sein. Diese Zustände sind in keiner Weise vergleichbar mit dem, was Menschen bei AKE/NTE erleben.

 

Bei einer perfekten Vollnarkose hingegen ist die rein körperliche Wahrnehmung völlig ausgeschaltet. Wenn Menschen vom Kreislauf her stabil sind und eine ordentliche Vollnarkose durchlaufen, dann haben sie normal keine NTE und danach keinerlei Erinnerungen an die Zeit während der Narkose. Die Hirnströme werden während einer solchen Vollnarkose trotzdem noch klar angezeigt, also keine Null-Linie im EEG.

 

Wenn ein Kreislaufzusammenbruch noch dazu während einer Vollnarkose erfolgt, dann ist das Gehirn des betroffenen Menschen praktisch zweifach ausgeschaltet. Und auch in solchen Fällen haben Menschen oft Nahtoderfahrungen, eben genau dann, wenn der Kreislauf versagt. Es ist eigenartig, dass dieses Muster vielen Experten nicht auffallen will und dass man sich hier unbedingt noch einreden will, das Gehirn könnte noch aktiv gewesen sein oder NTE würden bloß in der Phase vor oder nach dem Kreislaufstillstand erfolgen. Selbst wenn da noch irgendwo eine winzige Aktivität von Hirnströmen ist, dann kann diese nicht genügen für diese massiv erweiterten Wahrnehmungen, die Menschen in Nahtoderfahrungen haben.

 

Menschen ohne eine außerkörperliche Erfahrung haben kaum so klare und detaillierte Erinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Sie wissen höchstens noch ein bisschen etwas aus der Zeit vor der Bewusstlosigkeit und dies auch nicht aus der Perspektive von oben, sondern aus der liegenden. In starken Leidenszuständen werden Patienten noch dazu schmerzbehandelt oder narkotisiert, dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die Wahrnehmung zusätzlich. Mit der Außerkörperlichkeit jedoch endet das körperliche Leiden und die Wahrnehmung erweitert sich massiv. (Auch bei höllischen Erfahrungen erfolgt eine gewisse Erweiterung der Wahrnehmung, jedoch eine leidvolle und geprägt von einer gewissen Unbewusstheit über den momentanen Zustand. Darauf wird in diesem Artikel nicht näher eingegangen, nur später noch ein paar Hinweise dazu. (Ein eigener Artikel über höllische NTE befindet sich hier.)

 

Die britische Skeptikerin Susan Blackmore argumentiert beispielsweise, der Mensch könne allein durch das Hören erkennen, was in einem Raum passiert. Ja, das streitet wohl niemand ab. Aber wo liegen hier die Grenzen, vor allem dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die man vorher nie gesehen hat und auch aus dem normalen Leben nicht kennt. Viele Dinge machen keine Geräusche, auch zum Beispiel Farben nicht. Es ist doch reines Wunschdenken, wenn man es so darstellen will, als hätten diese Menschen während einer tiefen Bewusstlosigkeit noch einen feinen Gehörsinn und ein klares Vorstellungsvermögen.

 

Schließlich wurden viele Menschen auch bereits für tot erklärt, bevor sie doch wieder aufwachten und von NTE berichteten. Zwei solche Beispiele befinden sich im nächsten Abschnitt.

 

Dieses »Sie waren noch nicht ganz tot« - Argument ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber es hat letztlich wenig Relevanz für die Validierung von Erinnerungen an lokale Ereignisse und somit für Nahtoderfahrungen als körperlich unabhängige Realität, weil man mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass auch schwache Hirnsröme nicht mehr genügen, um sich klar und umfassend an lokale Details zu erinnern und auch nicht, damit rein Gehirn-intern derart aktive Erlebenszustände entstehen können.

Warum Sauerstoffmangel, Endorphine und DMT keine Ursachen von NTE sein können

 

Nahtoderfahrungen werden oft in die Ecke von krankhaften Zuständen und Stressreaktionen gedrängt. Sie werden oft verglichen mit Dissoziationen und Halluzinationen. Dazu müssen dann oft der Sauerstoffmangel oder körpereigene Substanzen wie Endorphine und DMT herhalten, um diese Zustände und Nahtoderfahrungen scheinbar biologisch erklären zu können.

 

Skeptiker sind da oft äußerst kreativ, ohne ihre Behauptungen näher begründen zu können. So meinte jemand beispielsweise einmal auf die Frage, warum nicht alle Menschen in vergleichbaren Zuständen eine Nahtoderfahrung hätten, die einen hätten eben keine Stress- oder Schutzreaktion nötig, andere hingegen doch.

 

Gegen die Idee,

  • der Sauerstoffmangel

  • eine Schutzreaktion vor Stress oder

  • körpereigene psychedelische Substanzen wie DMT

könnten NTE bewirken, sprechen mindestens 6 Gründe.

 

Erstens: Ein Großteil der NTE mit mystischen Elementen passieren bei klinischem Tod. Warum reden manche dann von einem »Mangel« an Sauerstoff? Wenn der Kreislauf stillsteht – noch dazu mehrere Minuten –, dann handelt es sich um keinen »Mangel«, sondern um einen völligen Ausfall der Sauerstoffversorgung. Oft haben diese Menschen gleichzeitig eine Vollnarkose. Hier können noch so viel DMT oder Endorphine ausgeschüttet sein, diese haben dann keine Wirkung, weil Sauerstoff und Strom die ersten Voraussetzungen sind, damit das Gehirn überhaupt Bewusstsein erzeugen kann. Und schon eine Vollnarkose allein unterdrückt Halluzinationen, wenn sie richtig dosiert ist und normal wirkt, was heute in modernen Krankenhäusern meistens der Fall ist.

 

Selbst bei einer Herzdruckmassage und Beatmung kommt ein Mensch nicht zu Bewusstsein, obwohl hier wieder eine Sauerstoffversorgung eintritt. Oft sind die betreffenden genau in dem Moment zurück im Körper, wenn ihr Herz wieder eigenständig schlägt. Genau in diesem Moment können sie dann wieder aus der liegenden Position durch ihre körperlichen Augen sehen.

 

Zweitens: Wenn ein Mensch bei einem Sauerstoffmangel nicht aus seinem Körper austritt und rein körperlich noch mehr oder weniger wach bleibt, dann kann er unangenehme, halluzinative und sonstige, Rausch-ähnliche Zustände erleben, die jedoch in keiner Weise vergleichbar sind mit Nahtoderfahrungen.

 

Jetzt sagt uns die Medizin auch schon seit langem, der Mensch würde sein Bewusstsein umso mehr verlieren, je mehr sich sein Blutfluss und somit seine Sauerstoffversorgung verringern. Es ist Grundsatzwissen in der Medizin, dass unter Sauerstoffmangel sehr schnell die kognitiven Funktionen des Neocortex ausfallen, allen voran der Komplex von Denken, Fühlen und Wahrnehmungen.

 

Der Sauerstoffmangel ist auch gefährlich, insbesondere für das Gehirn, deshalb sind zeitnahe Akutmaßnahmen so wichtig, also beispielsweise Reanimation, um irreversible Schädigungen zu vermeiden. Und dann meinen manche auf einmal wieder, dieser Mangel könne das genaue Gegenteil bewirken: Einen besonders klaren und wachen Geist, wie man ihn über das körperliche Nervensystem kaum hat. NTE sind massiv erweiterte Lebens-Erfahrungen, daher finden viele Menschen den Begriff »Nahtoderfahrung« unpassend.

 

Drittens: Einen Sauerstoffmangel erleiden Menschen durch Unfälle und krankhafte Zustände weitaus öfter als eine Nahtoderfahrung. Wäre der Sauerstoffmangel die Hauptursache für NTE, dann müssten viel mehr Menschen solche Erfahrungen haben, als es der Fall ist.

 

Viertens: Viele außerkörperliche Erfahrungen, die den Nahtoderfahrungen ähnlich sind, passieren in Zustanden ohne körperliche Beeinträchtigung und somit auch ohne jeglichen Sauerstoffmangel. Hierbei sind vor allem zwei Arten von Situationen zu unterscheiden. Einerseits der unmittelbare Moment vor einem Unfall. Hier tritt die Ablösung vom Körper oft bereits dann ein, wenn ein Unfall bzw. eine Gefahr vom betroffenen Menschen subjektiv entsprechend wahrgenommen werden, woraufhin eine Art Schock erfolgt. Typisch ist dies beim Herunterfallen aus großer Höhe, bei Verkehrsunfällen und beim Ertrinken.

 

Die Betroffenen berichten dann oft, sie seien in jenem Moment außerhalb ihres Körpers gewesen, als sie die Situation als tödlich wahrgenommen hatten. Oft heißt es, sie seien überzeugt gewesen, sie würden sterben, woraufhin sie außerhalb des Körpers waren. In vielen Fällen heißt es auch, sie hätten den Körper in dem Moment verlassen, als sie den Kampf gegen die Situation »losgelassen« hätten und sich dem Tod hingegeben hätten.

 

Andererseits berichten Menschen auch immer wieder, sie seien während einer Situation tiefer Entspannung oder auch sonst in ganz normalen Alltagssituationen plötzlich außerhalb ihres Körpers oder völlig im Jenseits gewesen, also in Situationen ohne Stress oder Überforderung.

 

Fünftens: Endorphine und halluzinogene Stoffe wirken – egal ob sie vom Körper selbst (endogen) ausgeschüttet oder äußerlich (exogen) zugeführt werden – nicht so schnell wie Nahtoderfahrungen meistens eintreten und aufhören. Mit der Außerkörperlichkeit beispielsweise hören Schmerzen und unklare Bewusstseinszustände sehr schnell auf, und wenn diese Menschen dann im Körper zurück sind, spüren sie die Schmerzen sehr plötzlich wieder und ihr Bewusstsein ist wieder wie vorher. Wenn das immer nur Endorphine, Sauerstoffmangel oder DMT wären, dann dürften sich diese Zustände nicht so schnell von einer Sekunde auf die andere ändern, wie es aber bei NTE und AKE meistens der Fall ist.

 

Sechstens – das angebliche DMT: Dass DMT die Ursache sein soll, wird seit einiger Zeit immer wieder nachgeplappert. Dagegen sprechen aber mehrere Gründe, zum Beispiel die bereits erwähnten Fälle von NTE bei klinischem Tod und Vollnarkose, denn in solchen Zuständen sind angenehme Zustände und völlige Klarsicht allein über das Gehirn definitiv nicht möglich, auch wenn in diesen Momenten noch so viel DMT im Gehirn ist. Man weiß zum Beispiel auch nicht im Geringsten, wie viel DMT der Körper überhaupt selbst ausschüttet und was für eine Menge nötig wäre, damit diese auch noch psychedelische Halluzinationen auslösen würde. Schließlich sind Drogen-Trips durch äußere DMT-Zuführung auch nicht so sehr vergleichbar mit echten NTE, wie es manche Eiferer oft darstellen. Es gibt gewisse Überschneidungen, aber die Unterschiede sind insgesamt größer. (Mehr dazu später).

 

Der Sauerstoffmangel dürfte – wenn überhaupt – höchstens an der Auslösung übersinnlicher Erfahrungen beteiligt sein, aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er ein erzeugender Faktor ist.

 
 

6 Video-Berichte mit lokalen Wahrnehmungen

 

Hier werden nur 6 Beispiele außerkörperliche Erfahrungen mit lokalen Wahrnehmungen erwähnt, aber in der Nahtod-Literatur und unter den Tausenden von Videos, die heute auf Youtube verfügbar sind, befinden sich zahlreiche solcher Fälle. Wenn dann heute manche Skeptiker so überzeugt meinen, es seien kaum solche Fälle bekannt oder »bestätigt«, dann kann ich nur sagen: Vom Ignorieren kommen eben keine Erkenntnisse. Nachsehen und forschen würde schlauer machen, aber wenn man nicht will und »Ich weiß von nichts« spielt, dann wird man auch nicht gescheiter.

Einer der bekanntesten und erstaunlichsten Fälle stammt von der amerikanischen Sängerin Pam Reynolds.[3] Skeptiker gehen auf diesen Fall besonders gerne los, weil dieser allein schon die Trennung von Geist und Körper belegt, und weil er durch mediale Berichterstattung sehr bekannt wurde.

 

Pam hatte ein Gehirn-Aneurysma. Um es operieren zu können, musste Pams Blutfluss und somit ihr Herz für etwa 30 Minuten gestoppt werden. Das Blut wurde abgesaugt. Damit ihre Körperzellen nicht absterben, wurde sie auch unterkühlt. Sie wurde in eine tiefe Hypothermie versetzt. Vor und während des Eingriffs zeigte das EEG von Pam keinerlei Hirnströme mehr an, und das bedeutet nach der herrschenden Meinung in der Neurologie: keinerlei nervliche Wahrnehmung. Außerdem bekam sie eine Vollnarkose und zwischen den Augen der Patientin und dem Eingriff am Kopf befand sich eine Trennvorrichtung. Die Augen und Ohren der Patientin waren zusätzlich abgedeckt.

 

Nach der Operation wachte Pam auf, niemand sprach mit ihr über die OP, aber sie erinnerte sich an mehrere Details, die ausgerechnet während der Zeit geschahen, als Pams Gehirn sicher ohne messbare Aktivität war. Zum Beispiel beschrieb sie exakt das komplizierte Instrument, mit dem sie operiert wurde. Dieses hatte sie jedoch vorher nie mit ihren körperlichen Augen gesehen. Als sie in den OP-Saal kam lag dieses Instrument irgendwo im Hintergrund auf einem Tisch, worauf sie keinen Blick werfen konnte. Verwendet wurde das Gerät dann erst, als Pam völlig bewusstlos war. Auch sonst wusste Pam viele Details, zum Beispiel welche Arbeiten die OP-Assistenten durchführten, welche Gespräche diese führten und welche Komplikationen auftraten. Beteiligte Menschen, insbesondere der leitende Chirurg, der renommierte Neurochirurg Dr. Robert Spetzler, bestätigten die Details dieses Falles, zum Beispiel dass Pam keine Ahnung davon gehabt haben konnte, mit welchem Gerät sie operiert wurde oder dass eine beteiligte Herzspezialistin Probleme hatte mit den Blutgefäßen. Dr. Spetzler bestätigte auch, dass Pam in dieser ganzen Zeit körperlich auf keinen Fall eine Wahrnehmung gehabt haben konnte.

Ein weiterer erstaunlicher Fall, der von zwei Chirurgen bezeugt wurde, ist Al Sullivan. Er wurde am offenen Herzen operiert und konnte in dem Moment, als die Vollnarkose zu wirken begann und er körperlich einschlief, die ganze Szene im OP-Seel von oben beobachten. Seine Augen wurden abgedeckt und seine Sicht größtenteils durch ein Tuch blockiert. Später konnte er jedoch Dinge beschreiben, die er zuvor nicht wissen konnte, die er rein körperlich keinesfalls wahrnehmen konnte und die ihm zwischenzeitlich niemand sagte. Die zwei beteiligten Chirurgen bestätigten die Richtigkeit von Al Sullivans Erinnerungen.

 

Anita Moorjani beispielsweise wurde nicht nur aufgrund ihrer NTE bekannt, sondern auch deshalb, weil der Krebs, an dem sie beinahe starb, innerhalb von fünf Wochen nach ihrer NTE völlig ausheilte.[6] Die Mediziner konnten dies kaum glauben und bestätigten, dass dies nicht auf die Chemotherapie zurückzuführen war. Im Zusammenhang mit NTE sind solche außergewöhnlichen Heilungen jedoch nicht selten. Anita lebte damals in Hongkong. Sie wurde am 2. Februar 2006 bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie dann für ca. 30 Stunden bewusstlos war. Hier hatte sie ihre außerkörperliche Erfahrung, in der sie sich so gut, frei und glückselig fühlte, wie nie zuvor in ihrem irdischen Leben. Aufgrund der ersten medizinischen Tests und der Anamnese wurde den Angehörigen bereits kurz nach der Einlieferung am 2. Februar gesagt, Anita würde aufgrund eines Organversagens sterben und die kommende Nacht nicht mehr überleben. Sie hatte mehrere zitronengroße Metastasen im Körper und ihre Lungen waren gefüllt mit Flüssigkeit. Nächsten Tag, am 3. Februar 2006 am frühen Abend erwachte Anita wieder in ihrem irdischen Körper. In ihrem Buch »Heilung im Licht« beschreibt sie zahlreiche Ereignisse, die sie nicht nur um ihren bewusstlosen Körper herum, sondern auch in anderen Räumen des Krankenhauses und sogar außerhalb des Krankenhauses wahrgenommen hatte, und sie beschreibt, wie die beteiligten Personen diese Ereignisse dann später bestätigten. All die Leute, mit denen sie sprach, waren erstaunt, worüber sie Bescheid wusste, so etwa über die Gespräche, die ihr Ehemann Danny auf dem Flur außerhalb ihres Krankenzimmers mit den Ärzten führte, während Anitas Körper bewusstlos im Krankenzimmer lag.

Ein anderer für mich glaubhafter Bericht stammt zum Beispiel von dem renommierten amerikanischen Herzchirurgen Dr. Lloyd Rudy.[7] In einem Video berichtet er über einen Patienten, dessen Herz nach der Herzklappenoperation nicht wieder selbständig zu schlagen anfing, weshalb dieser Patient für tot erklärt wurde. Während der Chirurg mit seinen Kollegen noch im OP-Saal über diesen Fall diskutierte, wurde der Körper des Patienten von der Herz-Lungen-Maschine getrennt. Die Geräte zur Überwachung der Lebensfunktionen inklusive Herz-Echo-Messung blieben noch angeschlossen, während der Brustbereich des Patienten nur noch dürftig geschlossen wurde, soweit es für Leichen eben nötig war, also nicht so exakt wie bei überlebenden Patienten. Die Apparate zur Überwachung der Lebenszeichen zeigten für geschätzte zwanzig Minuten keinerlei Signale des Patienten, auch keinen Herzschlag, ehe sich plötzlich doch wieder Lebenszeichen bemerkbar machten. Diese wurden vom Team zuerst nur noch als Reflexe interpretiert. Tatsächlich wurde der Kreislauf dieses Patienten jedoch selbständig und ohne Wiederbelebungsmaßnahmen wieder aktiv. Der Patient wurde wieder vollständig gesund.

 

Dr. Rudy ließ sich nicht besonders davon beeindrucken, als der Patient vom Tunnel und Licht berichtete. Was Dr. Rudy jedoch ins Staunen versetzte war, dass sich der Patient an zahlreiche Details erinnern konnte, die im OP-Saal tatsächlich während der Operation und somit während der Bewusstlosigkeit dieses Patienten geschehen sind. Darunter befand sich zum Beispiel ein Monitor auf einem weiter entfernten Tisch, auf den eine Assistentin während der Operation einige Post-its mit den Telefonnummern der eingehenden Anrufe angebracht hatte. Laut Dr. Rudy war es für den Patienten rein körperlich völlig unmöglich, dies wahrzunehmen, auch schon allein deshalb, weil dieser Monitor räumlich zu weit vom Körper des Patienten entfernt war.

Dass die Wahrnehmung nicht völlig an den physischen Körper gebunden sein kann, zeigt sich besonders auch dann, wenn blinde Menschen, die von Geburt an niemals visuelle Reize wahrnehmen, auch nicht in Träumen, nach außerkörperlichen Erfahrungen Details wissen, die sie vorher nicht mit ihren körperlichen Augen sehen konnten und die man nur wissen kann, wenn man sie – körperlich oder außerkörperlich – gesehen hat. Einer der bekanntesten Fälle dazu ist jener der Amerikanerin Vicki Noratuk.[8]

Zuletzt noch das Beispiel der inzwischen verstorbenen Schweizerin Frau Hubschmied.[9] Sie war Krankenschwester und unternahm 1947 einen Suizidversuch, indem sie sich von einem Haus stürzte. Sie konnte während ihrer außerkörperlichen Erfahrung sehen, wie sie in jenem Krankenhaus, indem sie angestellt war, beinahe seziert wurde. Sie wurde schon für tot erklärt und ihre Beerdigung wurde auch bereits angekündigt. Zitat (minimal angepasst, weil im Original sehr umgangssprachlich): »Ich wollte damals von Gott nichts wissen und sprang eben aus dem Fenster, Hochparterre dritter Stock, also praktisch wie vier Stock, und glaubte, jetzt ist es vorbei. Und dann habe ich erstmals erlebt, dass ich mich liegen sah, dass ich über mir schwebte. Ich habe ein ganzes Weilchen gebraucht, ehe ich begriff, das bin ich, die da liegt und die da so vor sich hin stöhnt und wimmert … (Anmerkung: Frau Hubschmied sah ihre ganze Operation im Krankenhaus von oben und wurde am Ende der OP für tot erklärt) … Ich wollte ja von dieser Welt gar nichts mehr wissen … habe ich mich natürlich auch gewehrt, wieder zurückzukommen. Und doppelt: Jetzt habe ich ja nun einen kaputten Körper gehabt. Und wenn sie erst einmal außerhalb ihres Körpers schweben, ist man ja so leicht. Und dann soll man plötzlich in ein ganz kaputtes Haus zurück. Ich habe mich gewehrt, zumal ich ja vorneweg auch nicht da bleiben wollte. Und so war es … dass ich eben klinisch tot war … Meine Mutter brachte dann wie gesagt die Kränze … und an dem Tag, als ich beerdigt werden sollte … dann hat man gesagt, da könnte man gut dran lernen, tun wir sie doch sezieren. So stellte man dann fest, dass ich noch nicht kalt war …  Ich lag in der Krankenhaus-Leichenhalle. Ich habe alles gehört. Und zwar ist das ein Hören anderer Art was man da hat … Die waren noch gar nicht in diesem Raum, und doch nahm ich alles auf … bevor die überhaupt diesen Raum wieder betreten haben … Es wurden Witze gemacht. Das waren übrigens ehemalige Kollegen von mir. Und als ich denen viel später nachher mal erzählte, was die für Witze gerissen haben, da waren die entsetzt und haben gefragt, wer mir das erzählt hat.«

 

Da die Ärzte in ihrer Absicht, Frau Hubschmieds Körper zu sezieren, feststellten, dass dieser noch immer nicht erkaltet war, wurde er nicht seziert und wieder aus der Leichenhallte entfernt. Später wachte sie dann (körperlich) wieder auf.

Beweisfeld 2: 24 Unterschiede zu Halluzinationen und relevante Fakten

 

 

Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig und zufriedenstellend erklärt werden.

Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Wilfried Kuhn, dt. Neurologe, Spezialist für Halluzinationen[10]

 

Immer wieder behaupten einige Skeptiker, Menschen würden in bestimmten Zuständen dasselbe erleben wie bei Nahtod- und anderen Formen außerkörperlicher Erfahrungen, vor allem durch:

  • von außen zugeführte psychedelische bzw. halluzinogene Drogen wie LSD, DMT und Psilocybin

  • elektronische Gehirnstimulation

  • bestimmte Wahrnehmungs-Experimente

  • High-G-Training in Zentrifugen (für Piloten)

  • krankhafte Halluzinationen und Eplipsie.

 

Wenn Skeptiker diese Vergleiche strapazieren, dann picken sie sich nur jene Elemente aus den NTE, noch am ehesten mit psychedelischen Halluzinationen vergleichbar sind. Für eine unerfahrene und unkritische Zielgruppe scheint es dann schnell einmal so, als seien die Unterschiede zwischen NTE und Halluzinationen nicht besonders groß.

Da wollen manche Skeptiker zum Beispiel Belege dafür sehen, dass NTE nur im Gehirn entstehen, nur weil Teilnehmer von Experimenten meinen, sie hätten sich während des Experiments ein bisschen neben sich oder außerhalb ihres Körpers gefühlt, oder sie hätten sich von oben gesehen. Grundsätzlich kann der Mensch jedoch vieles rein innerlich visualisieren, auch sich selbst. Das ist an sich nichts Besonderes, sondern typisch für das menschliche Denkvermögen. Dieses besteht generell viel aus abstrakten und übergeordneten Vorstellungen über Situationen. Aber das ist nicht vergleichbar mit der klaren Real-Sicht, wie sie Menschen bei AKE und auch im realen, irdischen Leben haben. Bei Experimenten mit Hirnstimulation wurde zum Beispiel auch noch nie bekannt, dass die beteiligten Menschen Dinge in anderen Räumen wahrnehmen konnten, was bei NTE oft der Fall ist.

Zu LSD- und DMT-Erfahrungen sind die Gemeinsamkeiten auf den ersten Blick durchaus größer, bei näherer Betrachtung zeigen sich aber auch dazu erhebliche Unterschiede.

 

Der ungenaue Umgang mit NTE zeigt sich beispielhaft bei den Experimenten des inzwischen verstorbenen kanadischen Psychologen und Skeptikers Michael Persinger. Er wollte beweisen, dass NTE im Gehirn entstehen. Bekannt wurde vor allem sein elektronischer »Religionshelm« bzw. die Experimente, die er damit machte. Während er selbst seine Spekulation bestätigt sah, drückte es Jim Chapman, einer seiner Teilnehmer, der einige Jahre davor auch eine echte NTE hatte, so aus: »Dr. Persinger kratzt an der Oberfläche. Die Nahtoderfahrung war ein abgekoppeltes und tiefgründiges Erlebnis. Es gibt eine Verbindung. Die NTE war jedoch viel tiefgründiger.«[11] Michael Persinger beobachtete alles nur von außen, aber er meinte, er wüsste es besser als die Erfahrenen selbst.

 

Auch viele andere Menschen, die sowohl eine echte Nahtoderfahrung als auch Halluzinationen hatten, so zum Beispiel Sabine Mehne, sagen es immer wieder, dass diese Zustände keinesfalls vergleichbar sind.

 

Zahlreiche historische Malereien deuten darauf hin, dass Menschen in früheren Nahtoderfahrungen dasselbe erlebten wie die Menschen heute. So auch zu sehen in diesem Bild: »Aufstieg der Seligen« von Hieronymus von Bosch, Anfang 16. Jhdt.

 

13 deutliche Unterschiede

Da eine Tabelle auf der mobilen Version nicht gut dargestellt werden kann, werden die folgenden 16 Punkte nun nach diesem Schema aufgelistet:

 

a = Merkmale von Nahtoderfahrungen (NTE) und anderen außerkörperlichen Erfahrungen (AKE).

b = Vergleichbare Merkmale von Halluzinationen.

 

1a: Meistens ein schneller Austritt aus dem Körper und die absolute Überzeugung, vom Körper abgekoppelt zu sein. Oft auch das starke Empfinden, (wie durch einen starken Sog) »geholt« zu werden. Oft heißt es, man sei mit hoher Geschwindigkeit ins Weltall geflogen. Das absolut sichere Wissen, dass das »Ich«, also die eigene Existenz als Lebewesen, vom irdischen Körper unabhängig und Teil einer anderen existenziellen Qualität ist, die als die eigentliche oder primäre Existenzform (»Heimat«) weitaus authentischer empfunden wird als das körperliche Dasein. Damit einher geht oft eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem irdischen Körper und der gesamten physischen Welt, als würde man diese völlig hinter sich lassen (wollen) mit dem Empfinden und Wissen, dass es sich dabei nur um vergängliche »Materie« oder um eine programmierte, künstliche Welt handelt, die auch oft mit einem Theater verglichen wird. Manchmal wird auch davon berichtet, man habe die »Silberschnur« gesehen, also eine energetische Verbindung zwischen dem irdischen und dem seelischen bzw. astralen Körper.

 

1b: Kein abruptes Austreten aus dem Körper. Das Empfinden, sich vom Körper abzulösen, tritt durch Rauschmittel eher langsam sein und es ist in der Qualität und Deutlichkeit nicht vergleichbar mit NTE. Es wird oft als beängstigend empfunden und es ist höchstens ein Empfinden von »Ich bin abgelöst, aber immer noch in der irdischen Welt.« Es entsteht nicht diese Überzeugung, ur-existenziell ein Teil einer körper-unabhängigen, anderen Welt zu sein.

 

2a: Mit der Außerkörperlichkeit erweitert sich meistens die Wahrnehmung bzw. das Bewusstsein. Abgesehen von den höllischen Erfahrungen wird das Empfinden äußerst angenehm und leicht. Meistens entsteht eine unbeschreiblich schöne Lebenswahrnehmung und das starke Gefühl, mit dem Kosmos bzw. der ganzen Schöpfung eins zu sein. Beispiele für entsprechende Aussagen: »Ich war selbst das Universum.« »Ich wurde selbst zum Licht.« »Du wirst das Licht und das Licht wird du.«

 

Die Wahrnehmung ist viel realer, klarer, intensiver und authentischer als die Wahrnehmung der irdischen Welt (auch bei höllischen Erfahrungen). Es handelt sich bei weitem nicht nur um intensivere Formen von Wahrnehmungen, wie es Skeptiker oft darstellen, sondern um eine völlig andere grundsätzliche Qualität. Die Welt wird qualitativ andersartig wahrgenommen, zum Beispiel durch andere Farben und Klänge, die man vom Irdischen her nicht kennt. Im Vergleich dazu wird die Wahrnehmung in der Gebundenheit an den irdischen Körper von den Erfahrenen sogar oft als Schlaf oder Traum bezeichnet. Von Plato stammt auch der Vergleich der irdischen Welt mit einer Höhle (Höhlengleichnis).

 

Typisch ist auch die Abwesenheit von Zeit. Die Erfahrenen sprechen oft davon, sie hätten die Unendlichkeit, die Zeitlosigkeit oder Ewigkeit erfahren. Es gibt zwar Verläufe von Ereignissen, aber kein Empfinden von Zeit. Abgesehen von den Schriften (z. B. der Bibel) kommt wohl auch durch reale Jenseitserfahrungen die Ansicht, das Jenseits sei »ewig«. Während beispielsweise die Bewusstlosigkeit eines Menschen während einer Nahtoderfahrung in der irdischen Zeitrechnung nur einige Minuten oder wenige Tage dauerte, wird diese Erfahrung oft so empfunden, als hätte sie Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte gedauert. Oft kann auch überhaupt keine Zeitangabe von den Erfahrenen gemacht werden.

 

2b: In diesen Aspekten ähneln sich NTE und Rauschzustände durch Drogen am stärksten. Durch Rauschdrogen wird die Realität oft als realer und intensiver empfunden. Es können starke Gefühle von »Verbundenheit«, »Eins-Sein«, Liebe, Geborgenheit, Getragen-Werden und Zeitlosigkeit auftauchen, aber es gibt qualitative Unterschiede zu NTE. Insgesamt scheinen die Wahrnehmungen bei NTE intensiver und authentischer zu sein.

 

Es gibt auch einen Unterschied in der Aufmerksamkeit. Durch Drogen ist man eher nur auf einzelne Dinge fokussiert und es kann eine Art geistige Überforderung eintreten, während der Verstand bei NTE eher leistungsfähiger und umfassender wird. Bei NTE werden oft viele Dinge gleichzeitig wahrgenommen. Manche sprachen sogar davon, sie hätten gleichzeitig das Leben aller Menschen auf dem Erdball wahrgenommen. Krankhafte Halluzinationen sind generell nicht vergleichbar mit NTE.

 

Ähnlichkeiten gibt es auch zwischen höllischen Nahtoderfahrungen und sogenannten Oneiroiden. Letztere sind sehr unangenehme, intensive und real erscheinende Träume, die meistens bei Patienten in Intensivstationen auftreten. Aber auch dazu gibt es Unterschiede zu höllischen Nahtoderfahrungen. Bei Oneiroiden sind die fremden Gestalten, die wahrgenommen werden, meistens Personen des klinischen Personals, was bei NTE nicht der Fall ist.

 

3a: Die Erfahrungen enthalten einen sinnvollen Verlauf und sie offenbaren meistens ein höheres Verständnis, zum Beispiel den Sinn des eigenen Lebens. Die Erfahrenden begreifen, warum sie Leben und warum momentan alles so ist, wie es ist. Oft zeigt sich auch der Sinn der Existenz aller Menschen oder eine Art »Plan Gottes« oder ein »höherer Plan des Universums«.

 

3b: Es gibt keinen sinnvollen Verlauf, sondern eher ein willkürliches Durcheinander an Bildern, Empfindungen und Szenen. Auch eine höhere Erkenntnis über das Leben erfolgt hier eher nicht, jedenfalls nicht so deutlich wie bei den meisten NTE. Heilsame Erkenntnisse durch psychotrope bzw. psychedelische Substanzen wie DMT, LSD und Psilocybin wurden jedoch festgestellt und werden heute vermehrt erforscht.

 

4a: Wahrnehmung eines rotierenden Tunnels, durch den man sich mehr oder weniger schnell bewegt und an dessen Ende sich das Licht befindet. In diesem Tunnel werden oft andere Wesenheiten wahrgenommen, die ebenfalls auf dem Weg zum Licht sind. Manche argumentieren damit, diese Tunnel-Licht-Erfahrung könnte ein Wiedererleben der Geburt sein. Aber hat ein Baby im Geburtskanal die Augen offen? Und wenn ja, sieht es am Ende des »Tunnels« wirklich ein Licht? Ist dieser Tunnel im Geburtskanal rotierend?

 

4b: Keine Tunnelerfahrung wie bei NTE.

 

4a: Das »Licht«, von dem oft die Rede ist, wird als weitaus mehr wahrgenommen als nur als visuelles Licht. Die Erfahrenen fühlen bereits dann, wenn sie es sehen, eine immense »ur-existenzielle« Verbindung dazu und starke Gefühle der »Heimkehr«. Sie setzen dieses »Licht« meistens gleich mit Gott und der allumfassenden Lebensquelle, von der man bedingungslos geborgen, getragen und genährt wird. Mit einer Quelle, aus der die eigene Existenz ersteht.

 

4b: Bei psychedelischen Drogen können intensivere Licht- und Farbeffekte entstehen.  Wenn erfahrene Menschen jedoch darüber berichten, dann ist dies qualitativ deutlich anders, als wenn Menschen nach einer echten NTE über dieses »Licht« berichten. Hier gibt es kein, als körper-unabhängige Existenz wahrgenommenes, Licht.

 

5a: Die Erfahrenden empfinden ihr bisheriges irdisches Leben oft als abgeschlossen oder sie empfinden es als selbstverständlich, im Jenseits bleiben zu können. Wer in das Irdische zurück muss, wird dann jedoch meistens vor dieser unvermeidbaren Rückkehr gewarnt, zum Beispiel konkret von ihren Begleitern oder von dem, was sie als allgegenwärtigen Gott wahrnehmen. An diesem Punkt beginnen die Seelen dann oft, gegen diese angekündigte Rückkehr zu rebellieren oder mit der oder den begleitenden Seelenwesen zu debattieren, um die Rückkehr zu verhindern. Aber es gibt auch umgekehrte Fälle, wo die Betreffenden aus eigenem Willen wieder zurück wollen, jedoch nicht, weil sie es wirklich »wollen«, sondern eher aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus, weil sie wissen, dass ihr Seelenplan im aktuellen irdischen Leben noch nicht erfüllt wurde. Dies fällt besonders häufig im Zusammenhang mit Kindern auf, wo die Eltern (in der Nahtodsituation) erkennen, dass sie von diesen (irdischen) Kindern noch gebraucht werden.

 

5b: Hier erfolgt keine Warnung davor, dass die Erfahrung enden wird. Sie endet einfach.

 

6a: So deutlich wie der Austritt und die Unabhängigkeit vom irdischen Körper, werden oft auch oft Rückkehr in diesen Körper und die darauffolgende Enge empfunden. So heißt es etwa, man sei wie durch starke Gummibänder oder durch ein sehr starkes Vakuum in den Körper zurückgezogen oder zurückgesaugt worden. Oft heißt es auch, man sei in den Körper zurück geknallt, geprallt oder geklatscht. Oder es fühlte sich an, als würde man in eine viel zu kleine Hülle hineingestopft werden.

 

6b: Keine auffällige Rückkehr in den Körper. Rauschzustände durch Drogen klingen langsam ab.

 

7a: Das Zurücksein im Körper wird oft als der schrecklichste, grauenhafteste, schlimmste oder enttäuschendste Moment des ganzen bisherigen Lebens bezeichnet. Der Dresdner Jazzmusiker Werner Setzmann meinte in einem TV-Bericht, er habe »zuerst einmal geschrien wie am Spieß«, als er bemerkte, wieder im Körper zu sein, weil er »dieses Leben einfach nicht mehr wollte«. Oft heißt es auch von den betreffenden Menschen, sie seien »sauer« gewesen, zum Beispiel auf die Ärzte, dass sie »zurückgeholt« wurden. (Das wurden sie zwar nicht, aber sie empfinden es oft so, wenn sie aufwachen und das klinische Personal um sich herum sehen.)

 

7b: Das Zurücksein in der regulären Wahrnehmung wird hier nicht als besonders schrecklich oder enttäuschend beschrieben. Außerdem ist das Gefühl der Abgelöstheit meistens kaum vergleichbar mit NTE.

 

8a: Eine enorme, positive Sehnsucht, diese außerkörperlichen Zustände wieder zu erleben, jedoch nicht wie bei einer Drogensucht. In Deutschland wurde sogar ein Fall bekannt, wonach sich ein junger Mann, der an sich ein gutes Leben hatte, für den Suizid entschied, weil er die jenseitigen Zustände, die er etwa 2 Jahre vor seinem Suizid aufgrund seiner Nahtoderfahrung erlebte, wieder haben wollte.

 

8b: Bei weitem kein so starkes Bedürfnis nach Wieder-Erfahrung, sondern bei Drogen eher die leidvolle Abhängigkeit.

 

9a: Für die Erfahrenen ist es auffallend schwierig, ihre Erfahrungen zu beschreiben, weil es im Irdischen keine entsprechenden Wahrnehmungen und Wörter gibt. So verwenden sie dann zum Beispiel ungern Begriffe wie Licht oder Liebe, weil sie wissen, dass die meisten NTE-unerfahrenen Menschen andere Vorstellungen zu diesen Begriffen haben, die den jenseitigen Empfindungen nicht entsprechen.

 

9b: Die Erfahrenen haben nicht diese Schwierigkeiten mit den Beschreibungen, weil sie im Wesentlichen nur Dinge erleben, die auf irdische Erfahrungsbereiche und Begrifflichkeiten begrenzt sind. Sie sprechen dann zum Beispiel von Liebe und Geborgenheit, ohne aber dazu zu betonen, dass sie es eigentlich nicht beschreiben können, sondern nur intensiver erlebt haben.

 

10a: Begegnungen und Kommunikation mit anderen Seelenwesen: Hier fällt auf, dass es fast immer nur Begegnungen mit Wesen sind, die momentan nicht inkarniert sind. Würde das Gehirn nur die Gedankenwelt des irdischen Lebens fortspinnen, dann müsste es auch Begegnungen mit aktuell irdisch lebenden Menschen geben, was aber nur äußerst selten der Fall ist. Auffällig ist auch, dass all diese Wesen immer jung und vital Erscheinen (vgl. dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Menschen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte. Eltern und Großeltern beispielsweise kennen viele Menschen auch nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Außerdem erscheinen in vielen NTE auch verwandte Seelen, die man vom irdischen Leben her nicht kannte. Dazu gibt es zahlreiche glaubhafte Fälle, wo sich die Verwandtschaft später durch Fotos und Zeugenberichte bestätigte.

 

In einigen bekannt gewordenen Fällen sind die betreffenden Menschen laut eigenen Aussagen auch den Seelen ihrer zukünftigen (irdischen) Lebenspartner oder Kinder begegnet, obwohl bis dato keine Partnerschaft und auch keine Schwangerschaft in Sicht war.

 

Die Kommunikation mit den Seelenwesen erfolgt nicht über Mundbewegungen, sondern wird von den Erfahrenen oft als rein geistig, geistig-emotional oder telepathisch bezeichnet.

 

Oft wird von Begegnungen mit einem höheren Lichtwesen berichtet, wobei dieses wiederum oft – auch von konfessionslosen Menschen und Menschen nicht-christlichen Glaubens – eindeutig als Christus, als Gott oder als Vertreter Gottes identifiziert wird. Manche sprechen anstatt von Gott etwa auch von »der Quelle« oder von der »Urzentralsonne«.

 

Manchmal berichten Menschen auch davon, dass sie von einem oder mehreren geistigen Führern begleitet und durch verschiedene Bereiche der seelischen Welt geführt wurden.

 

10b: Keinerlei Erfahrungen anderer Seelenwesen. Bei gewissen Drogenerfahrungen entstehen zum Beispiel nur Bilder von Gesichtern oder Fratzen, die sich verändern und eher Angst verursachen. Bei Oneiroiden tauchen meistens Menschen des klinischen Personals auf. Und im DMT-Rausch tauchen gewissen Gestalten auf, wie man es bei NTE nicht hat.

 

11a: Dieser Punkt wurde bereits erläutert und wird hier nur noch der Vollständigkeit wegen genannt: In vielen Fällen wird mit der plötzlichen Außerkörperlichkeit die lokale Szene, in der sich der irdische Körper des betreffenden Menschen befindet, völlig klar, detailliert und umfassend von oben oder von allen Seiten gleichzeitig wahrgenommen, und zwar auch Dinge (Raumbereiche, Gespräche, wie die Menschen gekleidet waren, Gegenstände, Arbeitsverläufe …), die momentan außerhalb der rein körperlichen, sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit liegen. Diese klare und reale Wahrnehmung ist nicht vergleichbar mit der normalen Fähigkeit des Menschen, Dinge rein innerlich – etwa auch den eigenen Körper von oben – zu visualisieren.

 

11b: Mir sind bisher keine Fälle bekannt, wonach Menschen nach halluzinativen Zuständen Erinnerungen an lokale Dinge hatten, die zu weit von ihrem Körper entfernt waren. Die Erinnerungen an Ereignisse und Dinge in körperlicher Nähe sind hier nicht besonders, weil Menschen in diesen Zuständen in der Regel sowieso nicht bewusstlos sind.

 

12a: Besonders die klassischen NTE bewirken meistens starke und positive Persönlichkeitsveränderungen. Die Erfahrenen verlieren z. B. weitgehend ihre Ängste, auch die Angst vor dem Tod (nach höllischen NTE nicht immer), ihre weltlichen Anhaftungen und ihr »Ego«. Oft freuen sie sich sogar in gewisser Weise auf ihren körperlichen Tod. Sie sehen einen tiefen Sinn im Leben und legen weniger Wert auf materielle Dinge, sondern mehr auf gute zwischenmenschliche Beziehungen. Sie fühlen sich erfüllter und oft ändern sie ihre Berufe, wobei sie oft auf soziale Berufe umsteigen. Oft geraten sie unmittelbar nach ihrer NTE zwar in Depressionen, aber dies eher deshalb, weil sie diese Erfahrung noch nicht ausreichend verstehen können und weil sie mit anderen Menschen nicht gut darüber sprechen können.

 

12b: Hier ändern sich die Persönlichkeiten entweder nicht, nur leicht oder es entstehen typische Süchte zu bestimmten Drogen. Durch psychedelische Halluzinationen verlieren Menschen die Angst vor dem Tod nicht so auffallend oft wie bei NTE. Besonders nach Nahtod-Situationen (durch Krankheit oder Unfall) ohne Jenseitserfahrung leiden Menschen sogar oft unter Traumatisierungen und einer erhöhten Angst vor dem Tod. Positive Änderungen, und teilweise sogar erstaunliche, wurden jedoch – wie bereits erwähnt – durch bestimmte psychedelische Substanzen beobachtet, vor allem im Zusammenhang mit guter psychischer Begleitung.

 

13a: Im Zusammenhang mit typischen NTE treten oft Spontanremissionen und Spontanheilungen auf, die medizinisch nicht erklärbar sind. Die bekanntesten Fälle hierzu sind Anita Moorjani und Alexander Eben. Anita fiel durch ihren Lymphknotenkrebs 2006 ins Koma. Es hieß, sie würde nicht mehr aufwachen. Ihr Krebs heilte aber dann innerhalb von 5-7 Wochen vollständig aus. Heute lebt sie immer noch kerngesund (Stand 2020).

 

13b: Hier treten kaum solche besonderen Heilungen auf wie bei NTE.

Dr. med. Jeffrey Long, Radiologe USA, schrieb Bücher über Beweise für ein Leben nach dem Tod

Prof. Dr. Bruce Greyson, Psychiater, USA, aufgrund seiner umfangreichen Forschungen auch als »Vater der Nahtodforschung« bezeichnet

Dr. med. Pim van Lommel, Kardiologe, Niederlande, erbrachte eine der größten klinischen Studien über Nahtoderfahrungen

11 weitere Faktoren, die nur bei AKE auftreten, nicht bei Halluzinationen

1. Ein intensiver »Lebensfilm«, was weitaus mehr ist, als nur einen Film anzusehen. Es ist ein tiefes emotionales und psychologisches Durchleben der wichtigsten Lebensereignisse. Man durchlebt, was man selbst erlebt hat und was man anderen Lebewesen (auch Tieren) Gutes und Schlechtes getan hat. Es geht hier deshalb auch um eine Aufarbeitung von Versäumnissen und Schuld. Oft wird dieser »Film« von den Erfahrenen als ein hartes aber gerechtes Gericht empfunden, oder als Prozess zur seelischen Läuterung. Es zeigt sich hier auch oft, wie sich jeder eigene Gedanke und alle Verhaltensweisen auf das ganze Universum ausgewirkt haben, sowohl die guten wie die schlechten. Im Englischen spricht man hier vom »ripple effect« (Welleneffekt).

 

Beim Lebensfilm ist oft ein höheres Wesen anwesend, welches wiederum oft als Christus identifiziert wird. Darüber kann man zusammenfassend sagen: Er fragt oft, was man aus dem eigenen Leben gemacht hat, wobei es nicht um technische Leistungen geht, sondern vielmehr darum, das eigene Ego zu verlieren und die authentische Liebe zu sich selbst und anderen Menschen zu entwickeln.

 

2. Die Warnung von anderen Seelenwesen oder das intuitive eigene Wissen, eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten, weil sonst keine Rückkehr in den Körper mehr möglich sei und der irdische Körper dann völlig sterben würde. Manchmal wird den Betreffenden auch gesagt, sie könnten sich entscheiden, drüben zu bleiben oder zurückzukehren. Manchmal wird ihnen auch direkt und sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie zurückkehren müssen und keine Wahl haben. Manchmal heißt es auch, sie seien von Seelenwesen in den Körper zurückgestupst worden oder von der übermächtigen Kraft des Lichts in den Körper zurück getaucht worden.

 

3. Die »Hellsichtigkeit« und ein überaus feines »Gehör«, was sich etwa daran zeigt, dass man all die Gedanken und Empfindungen anderer Seelenwesen und auch der irdischen Menschen (z. B. im OP-Saal bei Nahtod) gleichzeitig und »telepathisch« sieht, hört und nachempfindet. Daher wissen Menschen nach NTE oft so genau, was diese anderen (irdischen) Menschen dachten und fühlten, auch wenn diese es körperlich und verbal nicht einmal ausgedrückt haben.

 

4. Die 360°-Perspektive bzw. die gleichzeitige Wahrnehmung der Dinge von allen Seiten und von innen und außen, bis hin zur gleichzeitigen Wahrnehmung aller Teile des Universums und der gesamten Vergangenheit und Zukunft. Oft heißt es auch, man habe den eigenen irdischen Körper gleichzeitig von allen Seiten her gesehen.

 

5. Das detaillierte und umfassende Wissen darüber, wie das ganze Universum aufgebaut ist und funktioniert – sowohl die »geistigen« als auch die materiellen Bereiche. Ein umfassendes Verstehen der gesamten Existenz und warum alles so ist, wie es ist.

 

6. Das Phänomen der Sofort-Antwort, wonach Seelen die umfassende Antwort auf eine Frage gleichzeitig in dem Moment empfangen, wenn sie danach fragen bzw. an die Frage denken.

 

7. Eine Unabhängigkeit von Zeit, Raum und Materie und eine entsprechende »Mobilität«. So heißt es etwa oft: »Kaum hatte ich beabsichtigt, an einem bestimmten Ort sein zu wollen, war ich bereits dort.«

 

8. Eine Rückschau auf frühere irdische Leben, bis hin zum Beginn des Universums. Ebenso eine Vorschau auf die Zukunft, was jedoch – wie bereits erwähnt – nicht als Zeitablauf empfunden wird, wie wir es hier im Irdischen empfinden.

 

9. Die Betreffenden sind sich während der Erfahrung oft dessen bewusst, dass sie sich zwar – wenn sie wieder an ihren Körper gebunden sind – an diese Erfahrung erinnern können, aber sie wissen auch, dass bestimmte Elemente davon bewusst aus der Erinnerung ausgeblendet sein werden.

 

10. Nach den Erfahrungen: Phänomene der Hellsichtigkeit, also zum Beispiel Zukunftsvisionen oder einfach die Röntgenblick-artige Sicht auf andere Menschen, auf ihr Leben und ihr Inneres (psychisch-emotional oder körperlich).

 

11. Eine plötzliche und starke Änderung der Weltanschauung. Man kann auch sagen: Jeder Mensch ist nach einer echten AKE und NTE davon überzeugt, dass es mehr gibt als nur die materielle Welt. Über psychedelische Drogenerfahrungen heißt es zwar auch oft, diese seien religiös oder spirituell gewesen, aber diese grundlegenden Änderungen in der Weltanschauung zeigen sich hier eher nicht. Mehr darüber noch weiter unten.

Zu den Begegnungen mit Seelenwesen

 

Wenn Begegnungen mit Seelen stattfinden, die ihren irdischen Körper bereits ablegten und mit diesem ein höheres Alter erreichten, dann werden diese Seelen meistens als jung und vital wahrgenommen (vgl. dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Menschen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte. Eltern und Großeltern beispielsweise kennen viele Menschen auch nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Außerdem erscheinen in vielen NTE auch verwandte Seelen, die man vom irdischen Leben her nicht kannte. Dazu gibt es zahlreiche glaubhafte Fälle, wo sich die Verwandtschaft später durch Fotos und Zeugenberichte bestätigte.

In einigen bekannt gewordenen Fällen sind die betreffenden Menschen laut eigenen Aussagen auch den Seelen ihrer zukünftigen (irdischen) Lebenspartner oder Kinder begegnet, obwohl sie bis dato keinen Kinderwunsch hatten.

Zu den außergewöhnlich starken Wirkungen und Nachwirkungen, die nach Halluzinationen nicht eintreten

Hier gibt es vor allem vier Auffälligkeiten.

 

Erstens: Außergewöhnliche Heilungen, die oft den Rang einer Wunderheilung einnehmen. Diese gibt es auch unabhängig von NTE, aber im Zusammenhang mit NTE treten sie besonders häufig auf. Dazu wurde bereits der Fall von Anita Moorjani erwähnt. Alexander Eben hatte beispielsweise aufgrund einer extrem aggressiven Form einer Gehirnentzündung ein derart defektes Gehirn, dass seine Ärzte meinten, er würde nicht überleben, und selbst wenn er überleben würde, dann wäre er schwerbehindert und er würde nur noch ein paar Wochen als Pflegefall dahinvegetieren. Tatsächlich verlief seine Heilung dann sehr schnell und er hat sich nahezu vollständig regeneriert.

 

Zweitens: Nach Halluzinationen und anderen Gehirninszenierungen haben die Betreffenden nicht diese enorme Sehnsucht, diese jenseitigen Zustände wieder zu erleben. Zu Drogen kann zwar eine Sucht entstehen, aber diese ist oft chemisch-nervlich bedingt und es ist eine leidvolle Art von Sucht. Die Betroffenen wissen, dass sie diese angenehmen Zustände immer nur für eine gewisse Zeit haben und sie sprechen dabei nicht von einer Jenseitswelt. Eine leichte Jenseitssehnsucht hingegen ist eher eine schöne, hoffnungsvolle »Sucht«. Sie hat nicht diesen leidvollen Charakter einer Drogensucht.

Drittens: Enorm positive Persönlichkeits- und Lebensveränderungen. Jenseitserfahrungen führen zwar kurzfristig oft in Depressionen, aber das liegt eher daran, dass sich der menschliche Verstand schwertut, diese Erfahrungen zu verstehen, und auch daran, dass die betreffenden Menschen kaum jemanden haben, mit denen sie über ihre Erfahrungen offen sprechen können. Langfristig haben NTE für die meisten Menschen enorm positive Wirkungen. Im Englischen werden NTE daher oft auch als »Spirituell transformierende Erfahrungen« (STE) bezeichnet. Die Betreffenden haben dann beispielsweise kaum noch Ängste. Sie fühlen sich erfüllter als je zuvor und spüren das »Heilige« des Lebens viel mehr. Dies erklärt etwa, warum sie dann meistens auf materielle Dinge viel weniger Wert legen, als auf das Zwischenmenschliche. Sie haben kaum noch jenes, was wir als Ego, Anhaftungen und Süchte bezeichnen.

Viertens: Diese enormen Persönlichkeitsveränderungen treten nur im Zusammenhang mit Jenseitserfahrungen auf, nicht hingegen

  • bei Halluzinationen und Drogen

  • bei Menschen, die zwar rein körperlich in vergleichbaren Nahtod-Situationen waren, aber keine Jenseitserfahrung hatten. Wenn eine Jenseitserfahrung körperlich bedingt ist, dann müssten entweder viel mehr Menschen in Nahtod-Situationen auch eine Jenseitserfahrung haben oder aber es sollten körperliche (physiologische) Unterschiede zu erkennen sein zwischen den Erfahrenden und Nicht-Erfahrenden.

Wären also die Erfahrungen mit Halluzinationen  und Gehirnexperimenten so gut vergleichbar wären mit echten NTE, dann müssten auch die Wirkungen und Nachwirkungen viel ähnlicher sein. Dass dies nicht der Fall ist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass NTE keine Gehirnproduktionen sind. Aber auch in diesem Punkt sind viele Forscher der Skeptiker, die sich für besonders wissenschaftlich halten, Meister darin, Fakten zu ignorieren oder zu verdrehen.

Ich habe als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut herausgefunden, dass Nahtoderfahrungen eine heilsame Wirkung bei Depressionen, Ängsten und auch Selbstmordgefährdung haben. Verglichen mit dem Effekt eines Nahtoderlebnisses erscheinen die Methoden der Psychotherapie wie unbeholfene Flugversuche eines altertümlichen Fluggerätes im Gegensatz zum modernen Düsenjet.

Dr. Engelbert Winkler[12]

 

Ein schweres Argument für das Leben nach dem Tod

Hier geht es um die starken Veränderungen atheistischer und religiöser Überzeugungen.

 

Skeptiker unterstellen jenen Menschen, die Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene als Beweise für das Leben nach dem Tod betrachten, Leichtgläubigkeit oder eine Fehleinschätzung dieser Erfahrungen als übernatürlich. Oft meinen Skeptiker auch, diese Menschen seien von Grund auf eher religiös und deshalb eher dafür anfällig, aufgrund ungewöhnlicher Wahrnehmungen voreilig von der Existenz des Jenseits überzeugt zu sein.

 

Aber abgesehen davon, dass die materialistische Fixierung der Skeptiker genauso blind macht wie eine fundamentalistische religiöse Fixierung, sehen Skeptiker bei dieser Argumentation wieder einmal drei sehr entscheidende Auffälligkeiten nicht.

 

Erstens: Auch unter den religiösen Menschen sind viele Agnostiker und sogar in gewisser Weise Atheisten, weil viele von ihnen nicht besonders stark von der Existenz des Jenseits überzeugt sind. Es kann viele andere Gründe geben, warum diese Menschen dennoch Mitglied einer Kirche sind oder sogar regelmäßig in die Kirche gehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sehr viele Menschen, die heute aufgrund ihrer eigenen übersinnlichen Erfahrungen, vor allem durch Nahtoderfahrungen, vom Jenseits überzeugt sind, zum Zeitpunkt dieser Erfahrung(en) auch unbewusst nicht besonders vom Jenseits überzeugt waren. Viele von ihnen waren auch dieselben Skeptiker und Atheisten, wie eben jene, die momentan so sehr gegen das Übersinnliche und den Glauben daran wettern. Bekannte Beispiele dafür sind die US-Amerikaner Alexander Eben und Howard Storm. Sie waren typische Extrem-Skeptiker und Atheisten, die jegliches übersinnliches Gedankengut für strunzdumm hielten und eine Abneigung dagegen hatten.

 

Wenn solche Leute jedoch eine echte NTE haben, dann sind sie von heute auf morgen keine Atheisten und Skeptiker mehr. Sie werden zwar nicht automatisch konfessionell-religiös, aber sie sind sich sicher, dass die nicht-körperliche Dimension existiert. Wenn ein Extrem-Skeptiker wie Richard Dawkins eine echte NTE hat, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er danach genauso von der Existenz des Jenseits überzeugt wäre, wie alle anderen auch.

 

Und auch hier gilt: Wären die Erfahrungen durch psychedelische und experimentelle Halluzinationen so sehr vergleichbar mit NTE, wie Skeptiker es oft behaupten, dann müssten Menschen auch durch diese Halluzinationen ihre Weltanschauungen so sehr verändern, wie es bei Menschen nach NTE der Fall ist. So ist es aber nicht.

 

Mir sind bisher nur drei Menschen bekannt, die behaupten, selbst eine NTE gehabt zu haben und trotzdem nicht von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, aber wenig überraschend handelt es sich dabei ausgerechnet um drei ausgesprochene Skeptiker. Dazu gehören der deutsche Biologe Gerhard Roth, die britische Psychologin Susan Blackmore und der österreichische Physiker Werner Gruber. Alle drei hatten sie in Wirklichkeit keine Nahtoderfahrungen. Dies zeigt mir nicht nur die Art und Weise, wie sie darüber sprechen, sondern vor allem auch der dünne Inhalt ihrer Erfahrungen, der sich darauf beschränkt, wenige visuelle Dinge wahrgenommen, sich ein bisschen neben sich gefühlt, sich schwerelos und wohl gefühlt zu haben, und »herum geschwebt« zu sein.

 

Roth und Gruber hatten zwar jeweils eine Bewusstlosigkeit, sie hatten nur noch die Momente vor der Bewusstlosigkeit miterlebt. Mit dem körperlichen Zusammenbruch waren sie dann auch psychisch bewusstlos. Susan Blackmore gibt immerhin zu, dass sie diese Erfahrung nach dem Konsum von Marihuana hatte. Sie hatte wohl nur einen Drogen-Trip.

 

Entscheidende Merkmale, besonders jenes der körperlichen Abkoppelung, die Sicht auf sich selbst und den eigenen toten Körper, der Tunnel, das Licht, der Lebensfilm, die Kommunikation mit anderen Präsenzen, die überdeutlich spürbar Rückkehr in den Körper und andere, kommen bei ihnen nicht zur Sprache. Susan Blackmore sprach auch nur davon, es »schien« ihr, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Bisher habe ich niemals erlebt, dass ein Mensch nach einer echten NTE nur davon sprach, es »schien« ihm, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Sie sprachen alle von absoluter Sicherheit.

 

Aber alle drei wollen nun zu den Erfahrenen zählen, um – wie ich vermute – scheinbar zu belegen, dass nicht jeder Mensch durch solche Erfahrungen von der Existenz des Jenseits überzeugt ist. In einer Dokumentation betont Blackmore auch vehement, sie habe das Ganze auch selbst erfahren und müsse es daher wissen, andererseits betonen Skeptiker immer wieder, persönliche Erfahrungen und Anekdoten hätten nichts zu beweisen. Hier ein eigener Artikel über die vermeintliche NTE von Werner Gruber.

 

Die zweite Auffälligkeit: Viele derjenigen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer AKE/NTE bereits religiös waren, verlassen ihre Konfession oder sehen diese zumindest nicht mehr als Bedingung für die »Heimkehr« in den Ursprung. Denn durch ihre NTE haben sie erkannt, dass Gott und das Jenseits doch etwas anders sind, als die meisten Religionen dies lehren. Der bekannte ungarische Schriftsteller Peter Nadas bezeichnet »Gott« in seinem Buch »Der eigene Tod« sogar als »peinlichen Irrtum«. Seit seiner Nahtoderfahrung ist »Gott« für ihn etwas anderes als das, wie es seinen vorherigen, konfessionell geprägten Vorstellungen über »Gott« entsprach.

 

Nach ihrer eigenen NTE sind Menschen meistens der Ansicht, dass es keine einzig wahre Religion gibt und selbst wenn, dass es für die Heimkehr nicht darauf ankommt, Mitglied dieser Religion zu sein. Sie sehen jenes, was sie in ihrer NTE erfahren haben, einfach als Teil der Natur, auf die eine Religion keinen Anspruch haben kann, so wie man zum Beispiel nicht katholisch sein muss, um Wasser trinken oder Luft einatmen zu können.

 

Es ist nicht selten, dass sich betreffende Menschen nach ihrer Nahtoderfahrung eine Zeit lang einreden, sie hätten nur halluziniert, weil das Erlebte – sowohl für jene Menschen, die vorher religiös waren, als auch für jene, die davor atheistisch waren – zu abweichend war von ihren bisherigen irdischen Vorstellungen über die menschliche Existenz. Aber sie sagen es immer wieder, sie hätten gleichzeitig gespürt, dass es in Wirklichkeit keine Halluzination war und sie keinen Frieden finden werden, wenn sie sich weiterhin einreden, es sei nur eine Halluzination gewesen.

 
 

4 weitere Irrtümer von Skeptikern

1. Die NTE sei ein Programm, um das Sterben zu erleichtern – 5 Gegenargumente

Bei diesem Argument werden mindestens 5 schwere, widersprechende Faktoren übersehen:

 

  • Ein Teil der Nahtoderfahrungen ist teilweise oder gänzlich unschön und manche davon sogar schrecklich. Sie sind die blanken Gegenteile der wunderschönen, lichtvollen Erfahrungen. Die meisten Nahtodforscher beziffern den Anteil der negativen Fälle mit 5-10 %. Einige gehen aber sogar von etwa 20 % oder mehr aus, so etwa der bekannte US-amerikanische Apologet Gary Habermas.

  • Zum Schutz vor Stress und Schmerzen verfügt der Körper von Natur aus über gewisse Mechanismen. So würde vor allem die Bewusstlosigkeit bereits genügen, um einen Menschen vor Stress und Schmerz zu bewahren. Tatsache ist jedoch, dass Menschen durch Krankheiten und Unfälle oft sehr leiden, vor allem dann, wenn sie das körperliche Bewusstsein nicht verlieren. Daher werden Menschen in klinischen Notsituationen oft stark schmerzbehandelt. Diese Menschen berichten dann im Nachhinein oft über ihre enormen Leidenszustände. Klassische Nahtoderfahrungen hingegen treten meistens erst durch den Kreislaufzusammenbruch ein. Wären Nahtoderfahrungen nur bloße Schutzreaktionen gegen Stress und Schmerzen, dann wäre es viel logischer, dass sie auch bei schweren Verletzungen und Krankheiten auftreten, wo der Kreislauf nicht zusammenbricht. Auch in solchen Situationen können NTE eintreten, was aber weitaus weniger häufig ist als NTE durch Kreislaufzusammenbruch. Wozu sollte ausgerechnet dann, wenn der Körper sowieso bewusstlos wäre, die Wahrnehmung noch einmal »anspringen«, auf Hochtouren laufen und dem Menschen die allerschönsten Momente seines Lebens bescheren? Dass NTE meistens genau dann passieren, wenn der betroffene Mensch rein körperlich sowieso bewusstlos ist, ist ein schweres Indiz dafür, dass sich der Mensch vom Körper ablöst und erst durch diese Ablösung die NTE selbst eintritt.

  • Die meisten Menschen haben in körperlich und psychisch vergleichbaren Situationen gar keine Nahtoderfahrung. Beispielsweise sind es von den Herzinfarktpatienten nur 15-25 %. Würde das Gehirn immer so biologisch-programmatisch reagieren, wie Skeptiker es behaupten, dann müssten viel mehr Menschen diese Nahtoderfahrungen haben.

  • Verschiedene außerkörperliche Erfahrungen, die den klassischen NTE ähnlich sind, erfolgen auch oft bei körperlicher Stabilität. Das dürfte nicht der Fall sein, wenn diese Phänomene nur Schutzprogramme eines sterbenden Gehirns wären, oder wenn sie durch diese, weiter oben erwähnte, finale Tsunamiwelle entstehen würden.

  • Wozu auch diese intensive Lebensreflexion, wenn danach alles vorbei sein soll? Diese Reflexion haben Menschen einzig und allein bei typischen NTE, sonst niemals – weder bei krankhaften und Rauschmittel-bedingten Halluzinationen und auch nicht durch künstliche Gehirnstimulation. Man kann annehmen, dass der Lebensfilm eher als Abschluss für das zurückliegende irdische Leben und gleichzeitig als Einstieg in das Fortleben im Jenseitigen dient. Er kann als eine Brücke gesehen werden, als Übergang. Wären NTE nur Halluzinationen, dann müssten sie inklusive Lebensfilm auch bei anderen Halluzinationen auftreten.

 

Immer wieder meinen manche Leute, diese Höllenerfahrungen geschahen vor allem im Mittelalter. Aber zu einer solchen Meinung kann man nur kommen, wenn man sich mit NTE nicht ausreichend beschäftigt. Auch heute haben sehr viele Menschen Höllenerfahrungen und man sollte dabei – im Vergleich zu den lichtvollen Erfahrungen – mit einer höheren Dunkelziffer rechnen, weil die Betreffenden nicht stigmatisiert und mit dem Teufel oder dem Bösen in Verbindung gebracht werden wollen.

 

Aber auch die überwiegend schönen Jenseitserfahrungen sind nicht immer einzig und allein angenehm. Beispielsweise kann auch der Lebensfilm sehr unangenehm sein, denn dabei handelt es sich um eine tiefe, psychische und somit auch emotionale Reflexion der wichtigsten Ereignisse des vorangegangenen irdischen Lebens, und eine solche Reflexion kann ziemlich unangenehm werden, weil man hierbei jene körperlichen und emotionalen Schmerzen durchlebt, die man anderen Lebewesen zugefügt hat. Außerdem kann der Lebensfilm meiner Beobachtung nach besonders dann unangenehm sein, wenn bei einem Menschen Uneinsichtigkeit, fehlende Reue oder ungesühnte Schuld im Spiel sind.

 

Natürlich ist es nun wiederum sinnvoll zu fragen, warum die einen Menschen eine Jenseitserfahrung haben, andere hingegen nicht, obwohl sie körperlich die gleichen Bedingungen aufwiesen. Dazu eine Aussage von Maureen Clinton über ihre eigene NTE: »Ich wusste, dass es keine Zufälle gibt, dass sehr gut auf mich aufgepasst wurde, dass alles geplant war. Sogar meine Anwesenheit dort [im Jenseits, Anm.] war geplant und sie war ein besonderes Geschenk, das ich brauchte.«[13]

 

Es passiert vieles im Leben, was wir nicht bewusst in der Kontrolle haben, von dem wir aber später irgendwann den Sinn oder die höhere Ordnung dahinter erkennen. Aus Nahtoderfahrungen habe ich gelernt: Ob ein Mensch stirbt und ob er eine Nahtoderfahrung erlebt, an die er sich später auch erinnern kann, wird auf der geistigen Ebene entschieden und arrangiert.

2. Nahtoderfahrungen seien zu unterschiedlich und spiegeln daher nur die im Gehirn manifestierte Gedankenwelt

Bei oberflächlicher Betrachtung ist das ein verständlicher Gedanke. So meint beispielsweise ein Skeptiker auf Youtube, die vom griechischen Philosophen Platon geschilderte Nahtoderfahrung eines Soldaten, etwa 400 v. Chr., sei zu unterschiedlich zu den heutigen, und das würde belegen, NTE seien eben nur Halluzinationen. Oder es wird immer wieder einmal behauptet, Buddhisten würden in NTE Buddha sehen, Moslems Mohammed usw. All das sind fehlerhafte Behauptungen.

 

Erstens: Die Unterschiede zu früheren Erfahrungen sind nicht besonders groß. Wer hier etwas anderes behauptet, der will eben eher die Unterschiede sehen. Dass die NTE und mystischen Erfahrungen früher im Grunde dieselben waren, das belegen zahlreiche historische Malereien, vor allem jene von Hieronymus Bosch (15. Jhdt.), aber auch viele schriftliche Beschreibungen von Mystikern, wenn sie über ihre mystischen Erfahrungen schreiben. Auch die Schilderungen im bekannten Tibetischen Totenbuch (Bardo Thödröl) aus dem 8. Jhdt. entsprechen weitgehend den heutigen Berichten über Nahtoderfahrungen. Und auch die von Platon beschriebene NTE ist prinzipiell nicht viel anders als die heutigen NTE, entsprechend sind auch die existenziellen Schlussfolgerungen Platons dem sehr ähnlich, was Menschen heute über ihre NTE schlussfolgern. Auch Platon spricht sinngemäß zum Beispiel von einer allwissenden, liebenden und lichtvollen Lebensquelle, über die der Mensch in seiner typisch irdischen Unbewusstheit lange Zeit nichts weiß, während beim Tod diese, durch den Körper bewirkte, Beschränkung der Wahrnehmung aufgelöst wird. Trotz all der Unterschiede enthalten Jenseitserfahrungen also immer gewisse allgemeine, strukturelle Elemente, wie sie weiter oben bei den Unterschieden zu den Halluzinationen angeführt sind. Auch hier im Irdischen hat jeder Mensch sein individuelles Leben, welches aber gleichzeitig in natürliche und vom Menschen geschaffene Strukturen eingebettet ist.

 

Zweitens: Die meisten Menschen erkennen durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen, dass die Jenseitswelt doch ziemlich anders ist, als sie es von ihrer religiösen Erziehung her dachten. Daher werden diese Menschen meistens unabhängiger von ihren Konfessionen. Umgekehrt haben auch überzeugte Atheisten dieselben Nahtoderfahrungen wie jene Menschen, die vorher religiös waren, daher werden sie durch eigene NTE so schnell »gläubig«. All das dürfte nicht sein, wenn NTE nur Halluzination wären und nur die persönlichen Überzeugungen spiegeln würden. Wäre das der Fall, welche Halluzinationen sollten dann Atheisten haben? Nehmen wir hierzu das Beispiel von Howard Storm. Seine NTE war zuerst höllisch, wandelte sich dann jedoch in eine lichtvolle, erlösende Erfahrung, wobei er Christus als Erlöser identifizierte – wie es meistens berichtet wird. Howard Storm war schon längst vor seiner NTE ein überzeugter Atheist. All das Religiöse und Übersinnliche war nach seiner Überzeugung nur pure Fantasie. Er fand es dumm und lehnte es ab.

 

Würde sich in NTE nur eine persönliche, erwünsche Fantasiewelt zeigen, dann gäbe es diese strukturellen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten nicht. Vor allem die Inhalte sollten anders sein, zum Beispiel ein Haustier-Himmel für Haustier-Liebhaber, ein Erotik-Himmel für erotisch orientierte Menschen, ein Himmel mit dem besten Essen des Universums für Feinschmecker, oder ein Himmel mit den tollsten Autos der Welt für Autoliebhaber. Es würde sich generell vielmehr eine irdisch geprägte Welt zeigen.

 

Drittens: Die strukturellen Elemente sind zwar immer dieselben, aber daneben gibt es auch gewisse Unterschiede. So gibt es nicht nur diese wunderschönen Licht-Erfahrungen, sondern auch das blanke Gegenteil davon. Zwischen diesen beiden Extremen zeigen sich immer wieder Zwischenwelten. Es heißt es auch in Johannes 14,2: »In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.« Warum soll es im Jenseits nur einen einzigen Bereich geben? Auch Elisabeth Kübler-Ross hat festgestellt, dass die jenseitigen Bereiche, in denen sich Seelen wiederfinden, eine seelische Entsprechung zu ihrem vorherigen irdischen Leben haben. Bei den dunklen und höllischen Erfahrungen zeigt sich oft, dass die Erfahrenen in Zuständen von Sucht und Bösartigkeit waren, also in gegenteiligen Zuständen von Gutmütigkeit, vor allem in Missgunst, Hass und Rachsucht. So heißt es etwa auch: »Wie im Himmel so auf Erden«. Auch der große Mystiker Emanuel Swedenborg hat viel über die »Entsprechungen« zwischen Physis und Jenseitswelt verfasst. Außerdem: Woher wollen wir wissen, dass sich im Jenseits nie etwas verändert? Es heißt zwar, im Zustand ohne Körper und im Jenseits würde man keine Zeit empfinden, aber gerade aus NTE kann man lernen, dass es dort dennoch Ereignisse und Veränderungen gibt.

 

Viertens: Dieses Argument, Christen würden im Jenseits Jesus sehen, Buddhisten Buddha und Muslime Mohammed etc. hat sich meines Wissens als weitgehend falsch herausgestellt. NTE zeigen etwas, was wir auch aus der irdischen Psychologie kennen, nämlich dass die menschliche Wahrnehmung sehr wesentlich aus Bildern besteht. Man kann es in sich selbst nachprüfen: Wenn der Mensch denkt, dann vor allem durch innere Bilder bzw. Vorstellungen und Empfindungen. Wir sehen, interpretieren und »reduzieren« die Realität innerlich ständig auf Vorstellungen. So meinte etwa Thomas Mellen Benedict über seine NTE: »Das Licht änderte sich in verschiedene Figuren, in Jesus, Buddha, Krishna, in Mandalas, in archetypische Bilder … Dein Glaube und deine Überzeugungen formen die Art des Feedbacks, das du vom Licht zurück erhältst.«[14] Auch von Nicht-Christen werden höhere Wesen oft als Christus oder als Vertreter Gottes wahrgenommen.

 

Je »erdgebundener« die außerkörperliche Erfahrung ist, umso typischer ist es auch, dass der jeweilige Mensch zum Beispiel die Seelen verstorbener Verwandter völlig oder teilweise durch stereotype Bilder sieht, die er in seinem momentanen, irdischen Leben entwickelt hat. So heißt es beispielsweise immer wieder, ältere Verwandte seien zwar in der Jenseitserfahrung völlig jung und vital gewesen, aber zum Beispiel mit einem typischen Kleidungsstück vom früheren irdischen Leben.

 

Viele Nahtoderfahrene berichten, je weiter sie in den Ursprung, zu Gott oder ins Licht vorgedrungen sind, also je mehr sie sich von der irdischen Sphäre entfernten, umso mehr verschwanden die irdisch-bildhaften »Feedbacks« bzw. Stereotypen. Die Wahrnehmung einzelner Lichtwesen oder »Gottes« wurde dann immer weniger irdisch und auch geschlechtslos.

 

Fünftens: Wenn Menschen zurück sind im Körper, dann ist ihr Bewusstsein wieder ­– sozusagen typisch irdisch – beschränkt. Es kann also sein, dass sie sich nicht völlig korrekt erinnern oder ihre Erfahrung missverstehen. Außerdem zeigt sich immer wieder das Problem mit der Sprache. Die betreffenden Menschen können ihre Erfahrungen nicht eins zu eins wiedergeben, weil sie wissen, dass Menschen ohne eigene NTE nicht das passende Vorstellungsvermögen für die Jenseitswelt haben und es daher auch keine passenden Worte für jenseitige Dinge und Zustände gibt. Hier handelt es sich also um eine mögliche Fehlerquelle bei den Erinnerung, in der Interpretation und in der Kommunikation, wodurch Berichte über Nahtoderfahrungen übermäßiger als widersprüchlich verstanden werden können. Erfahrene berichten auch manchmal davon, sie hätten während ihrer Erfahrung gewusst, dass ein Teil dieser Erfahrung aus ihrem Erinnerungsvermögen ausgeblendet sein wird, wenn sie im Körper zurück sind.

 

Sechstens: Es gibt Elemente, die bei NTE eher selten auftauchen. Manche Skeptiker fokussieren sich dann auf diese seltenen Elemente, um zu behaupten, NTE seien nur Halluzinationen. Die goldene oder weiße Stadt ist ein Beispiel dafür, oder auch der Weg, der sich zweigt in den schmalen, steilen Weg nach oben in das Licht, und den großen, breiten Weg nach unten in die Dunkelheit. Ja, durch solche, eher selten erscheinende Elemente könnte man darauf schließen, dass es sich nur um Halluzinationen handelt, aber bisher kenne ich kaum ein Element, welches nur in einer einzigen NTE vorgekommen ist.

 

Aus all diesen Punkten schließe ich: Es gibt unterschiedliche »Bereiche« und Zustände im Jenseitigen, und NTE sind immer auch mehr oder weniger von persönlichen Dingen geprägt, aber es kann keine Rede davon sein, die NTE würden nur die im körperlichen Gehirn gespeicherte Gedankenwelt spiegeln.

3. Berichte über NTE seien simuliert

Manche Skeptiker meinen, heute würde fast jeder Mensch über NTE Bescheid wissen, weshalb ein Großteil der heutigen Berichte über NTE nur nachgeplappert sei. Aber ist das nicht ein bisschen einfach? Mit ein wenig Menschenkenntnis sollte man auch die Authentizität berichtender Menschen halbwegs einschätzen können.

 

Beispielweise brechen die berichtenden Menschen oft in Tränen aus, wenn sie sich an die bedingungslose Liebe und das »Licht« erinnern. Das ist so echt, das schaffen nicht einmal die besten Schauspieler der Welt. Diese Gefühlausbrüche sind zwar keine Beweise für das Jenseits, aber sie Belegen, dass es sich hier um keine Inszenierungen handelt, sondern um sehr einschneidende Erinnerungen an sehr starke Gefühlszustände.

 

Offiziell wurde bisher ein einziger Fall bekannt, wonach ein ganzes Buch über eine NTE erfunden war, um persönliche religiöse Anschauungen zu untermauern, um Aufmerksamkeit zu erregen und nebenbei noch Geld damit zu verdienen. Ich hatte auch selbst von ein paar wenigen Berichten den Eindruck, dass es sich um keine echte NTE handelte, sondern um die Inszenierung eigener Vorstellungen. Es gibt immer wieder wo Trittbrettfahrer, die bestimmte Umstände nützen, um gehört zu werden oder sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Daher ist es wichtig, persönliche Erfahrungsberichte nicht blind zu glauben.

 

Ja, NTE sind inzwischen sehr bekannt und verbreiten sich immer mehr. Aber daraus kann nicht abgeleitet werden, es handle sich vorwiegend um »Kopien«. Erst im Jahr 2018 habe ich zum ersten Mal erlebt, dass eine Frau meinte, sie wusste vor ihrer eigenen NTE bereits von NTE und hatte davor bereits Bücher darüber gelesen.

 

Viele Menschen, die auch heute zum ersten Mal darüber berichten, hatten ihre NTE viele Jahre oder sogar Jahrzehnte davor, also etwa in den 80er- und 90er-Jahren. Sie trauen sich heute erfreulicherweise eher darüber zu berichten, weil sie sehen, dass dieses Thema nicht mehr so ein großes Tabu ist. Auch viele von jenen, die ihre NTE in jüngerer Zeit hatten, wussten vorher nichts oder nur wenig darüber. Die meisten Menschen haben meiner Einschätzung nach auch nicht die Fähigkeit, einen Bericht über eine nicht eigens erfahrene Nahtoderfahrung glaubhaft zu konstruieren.

4. Unpassende Vergleiche mit Träumen und Halluzinationen

Skeptiker spielen NTE oft herunter, indem sie diese nur als intensivere Träume oder Halluzinationen bezeichnen. Oft heißt es auch, man würde auch bei Träumen nicht wissen, dass man träumt, denn auch Träume fühlen sich echt an, obwohl sie es nicht sind. Aber auch hier werden wieder ein paar Dinge nicht bedacht.

 

Zumindest in der Erinnerung an den Traum weiß man, dass es nur ein Traum war, und zwar spätestens dann, wenn man aufwacht. Auch nach Drogenerfahrungen wissen Menschen, dass es eben nur eine Drogenerfahrung war. Und auch kurz nach Delirien und Oneiroiden sehen es die betroffenen Menschen ein, dass es nur Fantasien des Gehirns waren, auch wenn sie während dieser Erfahrung voll davon überzeugt waren, dass sie real waren. Und sogar nach richtigen Halluzinationen werden Menschen irgendwann einsichtig, dass es eben nur Halluzinationen waren.

 

Bei Nahtoderfahrungen hingegen ist das niemals der Fall. Hier kommt diese »Einsicht« nie. Es können Jahrzehnte verstreichen und diese Erfahrungen sind so präsent, als seien sie erst gestern passiert, und jeder, der eine echte Nahtoderfahrung hatte, weiß, dass es kein Traum und keine Halluzination war.

 

Wenn man den Menschen aufmerksam zuhört und sich in sie hineinversetzen kann, vor allem dann, wenn sie über ihre Lichterfahrungen sprechen, dann sollte einem mit etwas Empathie klar werden, dass dieses Erleben das realste und echteste war, was diese Menschen überhaupt jemals in ihrem Leben erfahren haben. Die intensivsten realen Situationen aus dem irdischen Leben sind nicht damit vergleichbar.

 

Warum das Wissen um das Leben nach dem Tod wichtig sein kann

Der wirkliche Sinn des Lebens

Ein Argument mancher Skeptiker gegen den Glauben an das Leben nach dem Tod lautet, dieser Glaube würde vom irdischen Leben ablenken. Tatsächlich kann das der Fall sein, vor allem durch eine überschwängliche Jenseits-Sehnsucht, aber auch durch problematische Vorstellungen darüber, was Gott angeblich will und tun wird, woraus dann auch entsprechend problematische Verhaltensnormen für das irdische Leben abgeleitet werden. So gab es beispielsweise schon genug religiös motivierte Kriege und auch heute gibt es zahlreiche größere und kleinere Konflikte unter den Menschen, die durch gegensätzliche religiöse Ansichten motiviert sind.

 

Aber das tiefere Verstehen dessen, was es mit dem irdischen Leben und dem Jenseits auf sich hat, lenkt nicht vom irdischen Leben ab, sondern hilft einer besseren Lebensführung.

Spätestens in ernsthaften Lebenskrisen fangen Menschen meistens an, nach einem tieferen Verstehen des Lebens zu suchen, was sie dann in einer rein materiellen Weltsicht meistens nicht finden. Wenn das der Fall ist, dann irren sie herum und leiden darunter.

Die meisten Menschen ändern sich durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen deshalb so sehr zum Positiven, weil sie durch diese Erfahrungen tiefer erkannt haben, was es mit diesem Leben auf sich hat und warum es mit dem körperlichen Tod keinesfalls aufhört. Von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen können auch außenstehende, nicht-erfahrene Menschen lernen.

Bei der Erforschung des Lebens nach dem Tod geht es also nicht nur um das »Danach«, sondern um das ganze »Jetzt«, um die ganze Struktur und Sinnhaftigkeit des Lebens. Aus Jenseitserfahrungen kann man lernen, dass das irdische Leben kein Zufall ist, dass es einen Sinn hat und worin dieser besteht.

Ich hatte nie das Gefühl, irgendwo zuhause zu sein. Nach meiner Nahtoderfahrung weiß ich, was Zuhause ist. Für mich ist Zuhause wirklich die jenseitige Welt, und das hat mich sozusagen etwas versöhnt – weil ich da hingucken durfte – hier mehr anzukommen, in meinem jetzigen, irdischen Zuhause.

Dirk Hirsch über seine Nahtoderfahrung[15]

Leiden, Suizid und die Aussicht auf eine Heilung des Lebens

 

Manche Skeptiker meinen zum Beispiel auch, der Glaube an ein schöneres Jenseits würde leidende Menschen zum Suizid verleiten. Ja, das ist möglich, aber die fehlende Aussicht auf ein besseres Nachleben und der Glaube, mit dem Suizid sei das Leiden endgültig vorbei, kann ebenso ein Grund für den Suizid sein.

 

Gerade aus Jenseitserfahrungen und medialen Kontakten kann man außerdem lernen, dass Seelen ihren Suizid meistens bereuen und es im Jenseits nicht nur Licht und Liebe gibt, sondern auch Leidenszustände. Dies kann, zusammen auch mit dem Wissen über den wahren Sinn des Lebens, vom Suizid abhalten.

 

Besonders jene Menschen, die durch bestimmte Erfahrungen leiden, vor allem durch Verlassenheit, Verlust, Einsamkeit, Existenzangst, schwere Krankheit, Gewalt und Ungerechtigkeit, brauchen die Aussicht auf eine Heilung des Lebens, auf Gerechtigkeit und Ausgleich (»Sühne«). Eine solche Heilung ist für viele leidende Menschen in der irdischen Welt nicht oder nur teilweise möglich, und die Aussicht auf eine wirkliche Heilung findet man nicht in einer rein materialistischen Weltsicht.

Wenn man sich selbst umbringt und es gelingt, muss man wieder zurück und sein Leben von vorn beginnen. Du musst alles, was unangenehm war, noch einmal durchmachen, und dann bist du wieder an dem Punkt, dich selbst umzubringen. Man kann nicht davonlaufen.

Sandi Rogers[16]

Weitere Zitate zu Suizid und Unsterblichkeit:

»Ich weiß, ich habe nicht das Recht, mir das Leben zu nehmen, aber ich wollte nicht zurückkommen. Ich würde gerne wieder dort sein. Eines Tages wird es so weit sein und ich hoffe, ich kann dortbleiben und muss nicht wieder hier her zurück. Aber ich darf mir nicht das Leben nehmen, um dort hin zu kommen. Das würde nicht klappen.«

Viola Horton über ihre eigene Nahtoderfahrung[17]

»Falls wir die Prüfungen des jetzigen Lebens nicht bestehen, ist es selbstverständlich, dass wir diese wiederholen müssen. Dies kann nur unter den gleichen Umständen, d. h. in der gleichen Zeit-Raum-Dimension der materiellen Welt, hier auf dieser Erde geschehen. Wir werden re-inkarniert, um etwas besser zu machen als zuvor.«

Stefan Jankovich, eine Erkenntnis aufgrund seiner eigenen Nahtoderfahrung[18]

»Ich wusste, dass ich immer unsterblich, ewig und unzerstörbar war, bin und sein werde, und dass ich niemals verloren sein kann. Ich wusste, dass ich absolut sicher bin und für immer sein werde. Ich konnte tief in mich hineinblicken, in meinen wirklichen Kern, in meine Essenz. Und ich sah, hier war Liebe und sonst nichts. Mein Kern war vollkommene Liebe … Ich empfand komplette Liebe und Akzeptanz für alles. Ich hatte das Gefühl, ich wurde verbunden mit einem Wissen, das ich immer schon in mir hatte. Und ich wunderte mich, wie es passieren konnte, dass ich so etwas Wichtiges jemals vergessen konnte.«

Jayne Smith über ihre Wahrnehmung im Jenseits[19]

Das Ewige ist der natürliche und ursprüngliche Zustand des »seelischen Menschen«

Ein weiteres Argument vieler Skeptiker lautet, ein ewiges Leben könnte ein Horror sein.

 

Die meisten Menschen haben jedoch nach ihrer Nahtoderfahrung eine sehr starke Sehnsucht nach dem Jenseits, obwohl sie das Lebensgefühl dort meistens als ewig, zeitlos und unendlich empfunden haben. Dieses Empfinden ist dort völlig normal. Die seelische Existenz im Jenseits wird meistens als der eigentliche, ursprüngliche und völlig natürliche Zustand empfunden, während die Nahtoderfahrenen das irdische Leben oft als einen »kurzen Augenblick« oder als programmiertes Hologramm oder »Theater« bezeichnen. Vielmehr ist die Zeit eine Art Illusion hier im Irdischen, die uns sehr real vorkommt, und das hat einen bestimmten Sinn.

Aber auch als irdische Menschen haben wir grundsätzlich einen starken Drang nach dem Leben. Der irdische Mensch will nur dann nicht mehr leben, wenn er zu viel Stress hat, wenn er leidet und wenn er sich zu schwach fühlt, also letztlich dann, wenn eine belastende Wahrnehmung des Lebens über eine freudvolle überwiegt. Wer überwiegend Freude hat am irdischen Leben, der will auch nicht aus dem Leben ausscheiden, es sei denn, er kann sich an den rein seelischen Zustand ohne Körper erinnern, der für »erlöste« Seelen unvergleichlich schöner ist als der irdische.

Interessant zu diesem Aspekt sind auch die Forschungen im Bereich das Anti-Aging, denen ein riesiger Markt zugrunde liegt. Und hieran sieht man, wie wenig man von der Wissenschaft her über das Leben weiß. Es ist paradox heute: Einerseits forscht man nach der ewigen Jugend für die materielle Existenz, aber aus Jenseitserfahrungen könnte man lernen, dass eine Art ewige Jugend sowieso der eigentliche seelische Zustand des Menschen ist und dass dieser weitaus erstrebenswerter ist als das materielle Leben.

Dazu der US-amerikanische Psychologe Dr. Joe Geraci über seine Nahtoderfahrung[20]:

 

»Ich erinnere mich an nichts Biologisches. Es ist kein Sehen wie mit den körperlichen Augen. Das körperliche Sehen ist nötig hier (im Irdischen, Anm.). Das physische Hören und die Sprache sind nötig hier. Aber dort gibt es das nicht. Du weißt einfach. Du weißt alles und alles ist ein Teil von dir. Es ist einfach so schön. Es war die Ewigkeit. Es war, als sei ich immer dort gewesen und als würde ich immer dort sein, und dass meine Existenz auf der Erde nur ein sehr kurzer Augenblick sein würde. Für uns ist es schwierig, die Ewigkeit zu verstehen. Dort ist alles gleichzeitig. Es gibt keinen Zeitverlauf, keinen Anfang und kein Ende … Als ich in den Körper zurückkam waren sofort wieder die Schmerzen da und die Angst. Und ich erinnere mich, ich war sehr sauer, dass sie mich zurückholten. Darauf hat mich meine Frau später angesprochen. Sie sagte mir, ich schien verärgert zu sein und fragte mich, woher das gekommen sei … Es folgten die frustrierendsten Monate meines Lebens, nachdem ich diese Perfektion erfuhr. Ich wollte daran festhalten, es nicht loslassen.«

Passend ist hierzu auch eine mediale Information durch das deutsche Schreibmedium Bertha Dudde, 1891 - 1965 (Auszug aus der Kundgebung Nr. 977, frei verfügbar im Internet):

 

»Das Leben im Jenseits im Lichtzustand ist den Menschen gleichfalls unvorstellbar. Denn es übersteigt alle irdischen Freuden ums Tausendfache, ist jedoch von der Art der irdischen Freuden gänzlich abweichend und darum über alle Maßen beglückend und beseligend. Und alle Phantasie des Menschen vermag nicht annähernd ein Bild zu entwerfen, das der Wahrheit entspricht, denn es erwarten ein vollkommenes Wesen in jenen Sphären himmlische Freuden, zu deren Vergleich nichts Irdisches angeführt werden könnte. Und ebenso ist das Empfindungsvermögen der Wesen im Lichtzustand alles irdische Empfinden übertreffend, und es kann darum auf Erden niemand den Grad des Wohlbehagens ermessen, der jenen Wesen beschieden ist.«

Aber: Im Jenseits gibt es nicht nur Licht und Liebe

Schließlich lautet ein häufiges Argument der Skeptiker auch: Wenn man stirbt, dann sieht man ja, ob es weitergeht, also muss man es vorher nicht wissen?

 

Nahtoderfahrungen und mediale Übermittlungen zeigen jedoch, dass es einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen den Wesenszügen eines (irdischen) Menschen und dem Zustand, in dem er sich nach seinem körperlichen Tod in der jenseitigen Welt wiederfindet. Wie es für einen Menschen nach seinem körperlichen Tod weitergeht und ob er es dann eher gut oder eher schlecht hat, kann wesentlich davon abhängen, wie er im vorherigen irdischen Leben gelebt hat.

Mein Jenseitsbild war ja: »Wir kommen alle an einen wunderschönen Ort, es geht uns so gut, es kann nicht perfekter sein, das ist der ideale Zustand.« Mittlerweile bin ich da nicht mehr so sicher, weil ich Begegnungen hatte mit Verstorbenen, die eindeutig belastet waren, denen es nicht gut ging, die dabei waren, einen Ausgleich zu suchen für ihr Leben … die das loswerden wollten, an dem sie litten, die mich auch baten, das alles von ihnen zu nehmen, was sie da haben, ihnen behilflich zu sein, dies mitzutragen, zu beten für sie.

Beatrix Keller aufgrund von medialen Kontakten[21]

Wechselwirkungen zwischen den Welten

Nahtoderfahrungen bestätigen Grundsätze der Ideenlehre des berühmten griechischen Philosophen Platon, der um 400 v. Chr. gelebt hat. So sagen es Menschen nach Nahtoderfahrungen immer wieder, dass das körperliche Nervensystem neben einer produktiven auch eine rezeptive Mechanik besitzt. Das bedeutet, das Nervensystem produziert nicht nur Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, sondern empfängt auch Wirkungen und Wahrnehmungen aus dem »Geistigen«, also aus der nicht-körperlichen Welt.

Diese Wechselwirkungen zu kennen ist hilfreich, um sich von negativen Einflüssen abgrenzen und sich den wohlwollenden, heilenden Impulsen besser öffnen zu können.

 

Die rezeptive Realität erklärt auch, warum sich Menschen nach Nahtoderfahrungen, wenn sie dann wieder an den Körper gebunden sind und über ihre Erfahrungen berichten, an lokale (irdische) Details erinnern, die sie rein nervlich gar nicht wahrnehmen konnten, weil sie körperlich bewusstlos waren (mehr dazu später).

»Vor diesem Zeitpunkt hatten die Ärzte Tests durchgeführt, um festzustellen, inwieweit meine Organe überhaupt noch funktionierten, und sie hatten den Ergebnisbericht bereits geschrieben. Aber in diesem anderen Reich schien es so zu sein, dass die Resultate jener Tests und der Bericht darüber von der Entscheidung abhingen, die ich erst noch zu treffen hatte – ob ich leben oder den Weg in den Tod fortsetzen wollte. Wenn ich den Tod wählte, würden die Testergebnisse ein Organversagen anzeigen. Wenn ich mich zur Rückkehr ins physische Leben entschied, würden sie zeigen, dass meine Organe wieder zu funktionieren begannen.«

Anita Moorjani[22]

 

Sinnvolle Skepsis gegenüber Nahtod-Berichten

Wie überall, so gibt es auch unter jenen Menschen, die über transzendente Dinge berichten, zweifelhafte Erscheinungen, und davon vor allem drei Arten.

 

Erstens – nennen wir es beim Namen: Lügner und Trittbrettfahrer. Eine bekannte Nahtodforscherin in den USA, Nancy Evans Bush, schrieb zum Beispiel ein Buch mit dem Titel »Buddha in Hell« (Buddha in der Hölle). Sie thematisiert in diesem Buch unter anderem die Behauptung einer unbekannten Person, diese habe während ihrer Nahtoderfahrung Buddha in der Hölle gesehen. Es konnte nicht ausgeforscht werden, wer dies behauptet hat, aber es zeigte sich bei der ganzen Sache eher, dass es sich um jemanden handelt, der das Christentum unbedingt als die einzig wahre Religion darstellen will, während andere Religionen, in diesem Fall vor allem der Buddhismus, als falsch und gefährlich dargestellt werden sollen.

 

Zweitens: Jemand hat zwar eine echte übersinnliche Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine intensive und umfassende Jenseitserfahrung, stellt sie jedoch missverständlich dar, und dies kann wiederum verschiedene Gründe haben, zum Beispiel eine lückenhafte Erinnerung oder unzureichendes Ausdrucksvermögen. Außerdem können auch Nahtod-erfahrene Menschen problematische Interpretationen über ihre Erfahrungen entwerfen. So neigen beispielsweise Menschen mit Höllenerfahrungen weitaus mehr zu fundamentalistischen, konfessionell-christlichen Gedankenströmungen, als die Menschen mit lichtvollen Jenseitserfahrungen. Die vorsichtigeren unter ihnen betonen es daher immer wieder, dass man sich mit voreiligen Schlüssen und pauschalen Behauptungen über die Jenseitswelt zurückhalten soll.

 

Drittens: Auch unter jenen, die zwar selbst keine direkten spirituellen Erfahrungen machten, sich aber dafür interessieren, neigen einige dazu, transzendente Phänomene zu sehr durch die Brille der eigenen Ansichten zu sehen. Dazu sind die Erscheinungen von Garabandal ein gutes Beispiel. Diese wurden teilweise in einer überaus katholischen Schwärmerei in die Welt getragen. Manche Eiferer sahen in den Garabandal-Phänomenen gar den Beweis, die katholische Kirche sei die einzig wahre. Nach meinem jetzigen Wissensstand über Garabandal gehe ich davon aus, dass diese übereifrige Vermarktung dieser Ereignisse im Rahmen einer katholischen Mentalität eher nicht im Sinne der vier betreffenden Frauen selbst war.

 

Ähnlich zu Garabandal, aber weitaus extremistischer, sind die Aussagen über die angeblichen Visionen von Fatima in Portugal im Jahr 1917, durch die Fatima zu einem der weltweit berühmtesten Wallfahrtsorte wurde. Von Garabandal gibt es immerhin erstaunliche Videoaufnahmen. Von den angeblichen Fatima-Visionen sind nur schriftliche Dinge übermittelt und diese spiegeln eine katholizistisch-fundamentale Sünden-, Buß- und Höllen-Hysterie. Diese wurde den drei Kindern, welche diese Visionen gehabt haben sollen, von der Erziehung her eingetrichtert, daher ist der Gedanke naheliegend, dass diese angeblichen Visionen entweder bewusst erlogen wurden oder dass es sich dabei schon um krankhafte Wahnvorstellungen oder gar Psychosen handelte, die man dann für katholisches Marketing instrumentalisierte.

 

Dies alles zeigt uns: Der blinde Glaube an spirituelle Schriften und Erfahrungsberichte ist nicht ratsam. Letztlich liegt es in der Verantwortung eines jeden Mensch selbst, auf seiner Suche nach der Erkenntnis eine vernünftige Skepsis anzuwenden, nach dem Grundsatz: Alles prüfen und das Wahre behalten.

Ich wurde in dieses helle Licht und in diesen ständig größer werdenden Lichttunnel gezogen. Es war ein sehr starkes Gefühl der Rückkehr an einen Ort, an dem ich schon früher war – eine Heimkehr. Es war nicht beängstigend, sondern sehr friedlich und freudvoll. Ich erinnere mich an Gefühle von Frieden, Wohlwollen und Einheit. Und dann, ganz plötzlich war ich zurück in meinem Körper und ich erinnere mich, als ich dachte: ‚Oh Gott – nicht wieder dieses Leben!‘ Ich war zurück in diesem physischen Körper mit seinen Limitierungen. Ich war zurück in diesem Leben mit meiner Frau, meinen Kindern, meinem Hund, meinem Haus und all diesen Dingen und Personen, an denen ich mich in diesem Leben erfreue, aber all das verblasste zu Bedeutungslosigkeit, weil ich einen Einblick in etwas ganz anderes bekam. Damit will ich keinesfalls meine Familie herabsetzen. Aber es war einfach so. All dieses Irdische war nicht länger bedeutend.

Ken Martin[23]

Quellen

 

Wenn nicht anders angegeben und eine Quelle nicht mehr unter dem angegebenen Link abrufbar ist, dann verfügt der Betreiber dieser Website über das jeweilige Dokument.

[1] Dokumentation »Beyond Death« von 1998, Min. 22:08

[2] Emanuel v. Swedenborg, H. J. Hube (Hrsg.), »Himmel und Hölle«, Marix Verlag 2016, S. 212 Z. 34

[3] Steven Pinker, http://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,1580394-3,00.html

[4] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 27.11.2014 »Ruschmann: Weltanschauliche Hintergrundannahmen und Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=RgSGTzB0ghs, min 50:08

[5] Pam Reynolds, https://youtu.be/97byjpz-TMk

[6] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, Teil 2, S. 107 Abs. 5

[7] Dr. Lloyd Rudy, https://www.youtube.com/watch?v=JL1oDuvQR08

[8] Vicki Noratuk, https://www.youtube.com/watch?v=-q1A5ODIOPg

[9] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2018, »Selbstmordversuch – Frau Hubschmied berichtet von ihrer Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=Izh3lP4gZuw

[10] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 11.12.2014 »Kuhn: Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig erklärt werden«, https://www.youtube.com/watch?v=l5NF8cWrC3I

[11] Dr. Persinger und Jim Chapman, https://www.youtube.com/watch?v=AM0gX_tuA-Y&t=1245s ca. ab min. 34:00

[12] Dr. Engelbert Winkler, Psychotherapeut, »Das abendländische Totenbuch - Der Tag, an dem Elias starb«, Corona Verlag Hamburg, 1996

[13] Dokumentation »Beyond Death«, Brooklyn College New York, 1994, https://www.youtube.com/watch?v=bdb2NuhKAWk ab min 12:18

[14] Mellen Thomas Benedict, https://www.youtube.com/watch?v=AZxgzTPjZYs&t=365s bei ca. min 6:00

[15] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 26.11.2019, »Die Nahtoderfahrung von Herrn Dirk Hirsch«, https://www.youtube.com/watch?v=GXiUcUCYp8M&t=254s 6:38 und 9:32

[16] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=xr8LrUqDY4o&t=61s, min 8:00

[17] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=7uM1Y_nAz4Q&t=1s, min 2:16

[18] Stefan Jankovich, »Ich war klinisch Tod: Der Tod – mein schönstes Erlebnis«, Drei Eichen 2011

[19] https://www.youtube.com/watch?v=_0WvcxHvj7M&t=761s, auch hier als Niederschrift: https://www.near-death.com/experiences/exceptional/jayne-smith.html

[20] Psychologe Dr. Joe B Geraci im Interview mit Prof. Kenneth Ring 1978, https://www.youtube.com/watch?v=GPFNhBkLi4c&t=260s

[21] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2020, »Die Nahtoderfahrungen von Frau Beatrix Keller«, https://www.youtube.com/watch?v=dAmDpenXOaA&t=556s ab 32:10

[22] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, 4. Auflage, S. 107 Abs. 5

[23] Ken Martin in der britischen Dokumentarserie »Life After Death« von Nick Thomson, erschienen im Jahr 2013, Episode 1, https://www.youtube.com/watch?v=YfcJqPztP0w ab 4:05

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