Empirische Beweise für das Leben nach dem Tod

 

Wenn es Beweise für das Leben nach dem Tod gibt, müssten diese dann nicht schon von der Wissenschaft erbracht sein? Nein, denn der Großteil der heutigen Wissenschaft erforscht die zahlreichen Phänomene nicht, durch die man die »außerkörperliche Existenz« tatsächlich untersuchen kann.

 

Diese Ablehnung gegen alles, was nach Religion aussieht, ist verständlich. Die Menschheit darf und soll sich erholen von falschen Theologien und von der Diktatur religiöser Autoritäten, die sich einbilden, die höchsten Vertreter Gottes auf Erden zu sein.

 

Andererseits ist es aber nicht besonders wissenschaftlich, außergewöhnliche Phänomene, die auf die Existenz des Jenseits hinweisen, glatt zu ignorieren und so zu tun, als gäbe es nur die Materie, wie es besonders die heutige Skeptikerbewegung macht, die zwar ständig von wissenschaftlichen Regeln predigt, sich aber selbst nur willkürlich daran hält.

 

Hier wird also nicht behauptet, die Wissenschaft oder die Quantenphysik hätten das Leben nach dem Tod bereits bewiesen. Selbst Raymond Moody, der Namensgeber der Nahtoderfahrung, sagt es: Es gibt noch keine Beweise für das Jenseits im streng formellen bzw. technischen Sinne.

 

Wozu dann dieser lange Artikel? Er soll unter anderem zeigen:

  • was empirische Beweise sind und welche es für die Existenz des Jenseits gibt

  • warum die Argumente der Skeptiker, wonach Nahtod- und ähnliche Erfahrungen nur im Gehirn entstünden, falsch und nur kurzsichtige persönliche Meinungen sind.

Inhaltsübersicht

 

 

 

Irrtümer rund um Beweise, Erkenntnis und Wissenschaft

Beweise und Wissen könnten nur durch die Wissenschaft entstehen

Heue ist die Ansicht verbreitet, man könne Beweise und Wissen nur durch akademische Forschung erkennen. Ja, die persönliche Beobachtungsfähigkeit des Menschen hat zwar Grenzen, aber Tatsache ist auch: Die primäre Beweisquelle ist die Natur und die Realität selbst mit all ihren Phänomenen und Erscheinungen. Der Mensch kann viele Dinge des Lebens auch durch persönliche Beobachtung verstehen und ist der Wissenschaft damit oft voraus.

Ein uralter Fehler, den auch heutige Wissenschaftler machen

Besonders dann, wenn sich Wissenschaftler bereits etwas erklären können oder meinen, dass sie es können, dann neigen sie dazu, voreilig von Ursachen zu sprechen und andere Dinge der Realität, die auch eine Rolle spielen könnten, aber vielleicht weniger offensichtlich sind, zu ignorieren. Das ist etwa so, wie wenn Mediziner bei der Erforschung von Krankheiten immer nur körperliche Dinge untersuchen und dabei mögliche Zusammenhänge zur Psyche ignorieren. Ein Paradebeispiel ist auch die Schwärmerei um die Evolutionstheorie. Diese Theorie mag zwar einiges erklären und interessant sein. Aber zu meinen, sie würde bereits Ursachen der Existenz erklären oder das Jenseits ausschließen, ist wohl etwas voreilig und allzu einfach. Auch über das Leib-Seele-Problem bzw. die Frage nach dem Jenseits heißt es immer wieder, diese seien »seit dem Monismus gelöst«. Nein, das sind sie nur in der persönlichen Theorie einiger Menschen, aber bei weitem nicht ernsthaft wissenschaftlich.

Nicht alles muss direkt messbar sein, um Beweise zu erhalten

In den westlichen Wissenschaften ist heute das engstirnige Dogma verbreitet, Evidenzen müssten direkt mess- oder sichtbar sein. Dass dies ein falsches wissenschaftliches Denken ist, lehrt uns die Geschichte der Wissenschaft selbst an zahlreichen Beispielen, etwa anhand der Entdeckung des Kindbettfiebers durch Ignaz Semmelweis durch empirische Beobachtung. Man konnte Viren und Bakterien damals nicht sehen, weil es die Mikroskopie noch nicht gab, aber man konnte das Problem der Ansteckung durch empirische Beobachtung feststellen und Semmelweis hat es auch nach außen hin bewiesen.

Wer etwas behauptet, der muss es beweisen

Skeptiker meinen oft, wer etwas behauptet, der müsse es beweisen. Ja, Beweise sind nie schlecht und der vernünftig denkende Mensch ist sowieso nicht leichtgläubig, er verlangt zumindest Indizien oder nachvollziehbare Erklärungen. Aber jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob er die Behauptungen eines anderen Menschen glaubt oder nicht, und ob er bestimmte Beweise verlangt oder nicht. Außerdem kann man das Spiel auch umgekehrt spielen: Besonders jene Menschen, die einschneidende übersinnliche Erfahrungen machten, haben ihre persönlichen Beweise für das Übersinnliche, auch wenn sie es nach außen hin nicht beweisen können. Sie können dann ebenso Beweise für die Behauptung verlangen, es gäbe nichts Übersinnliches oder ihre Wahrnehmungen seien nur Hirngespinste gewesen.

Der große Raum zwischen Glauben und Wissen

Eine häufige Ansicht besagt etwa, es gäbe nur »Glaube« oder »Wissen«. Tatsache ist eher, dass man mit Forschung beginnt, weil man etwas ahnt und vermutet. So wurden zum Beispiel die Gravitationswellen, von denen Einstein gegen Ende der 1910-er Jahre sprach, erst hundert Jahre später belegt. Auch weniger bekannte Köpfe haben vieles durchschaut, was erst später von der Wissenschaft bestätigt wurde. Der wissenschaftliche Prozess besteht aus einem ständigen Hin und Her zwischen »Glauben« im Sinne von Ahnen und Vermuten einerseits, und der Gewinnung von gesicherten Erkenntnissen andererseits. Wenn man ahnt, dass etwas real sein könnte, dann stellt man Hypothesen auf, betreibt Forschung, überprüft die Vermutungen und mit der Zeit bestätigen sie sich oder auch nicht. Es gibt viele Abstufungen zwischen Glauben und Wissen. Vieles, was Wissenschaftler heute behaupten, ist noch längst kein gesichertes Wissen, sondern nur Vermutung. Andererseits sind Vorstellungen vom Jenseits keine bloßen Erfindungen. Sie existieren, weil Menschen seit eh und je einschneidende übersinnliche Erfahrungen machen, die vom Großteil der Wissenschaft bisweilen nicht untersucht, sondern eher ignoriert werden.

Auch in der Wissenschaft existieren Egoismus, Angst und andere problematische Faktoren

Nicht alles, was sich als wissenschaftlich präsentiert, hat diese »Reinheit«, die Wissenschaft haben soll. Auch Wissenschaftler sind Menschen, die von Ängsten und Zwängen angetrieben sein können. Sie können Angst haben um ihre Positionen, um Ansehen, um finanziellen Erfolg, um Macht. Daher können auch Wissenschaftler sehr ideologisch und dogmatisch sein, und zwar schlimmer als so manche Kirchenführer. Je mehr solche Faktoren im Spiel sind, umso eher leidet die Ehrlichkeit und Qualität der Forschung darunter. Damit will ich diese Menschen nicht verurteilen, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass der Mensch eben diese Fehlerhaftigkeit hat, und davon sind auch Wissenschaftler nicht ausgenommen.

Viele >Gebildete< zeigen in geistigen Dingen mehr Unverstand als die Einfältigen, weil sie stets nur verneinen wollen und dies durch Wissenschaftliches, das ihnen fortwährend und in Menge vor den Augen steht, begründen.

Emanuel von Swedenborg, schwed. Wissenschaftler und Mystiker, 1688 - 1772[1]

 

Der britische Biologe Richard Dawkins. International bekannte Person der Skeptikerbewegung.

Bildrechte

Shane Pope from Austin, United States, Dawkins at UT Austin 2CC BY 2.0

 

 

Beweisfeld 1: Wahrnehmungsvalidierungen​

 

Vorbemerkungen: Transzendenz und verwandte Begriffe

Das zentrale Phänomen, an dem man das Jenseits erforschen kann, ist die sogenannte Transzendenz bzw. transzendente Erfahrung. Die in der heutigen Zeit bekannteste Form davon ist die Nahtoderfahrung.

 

Transzendieren heißt überschreiten. Eine transzendente Erfahrung entsteht, indem ein Mensch deutlich etwas wahrnimmt, was er normalerweise nicht über seine körperlichen Sinne bzw. sein körperliches Nervensystem wahrnimmt. Bei extremeren Formen von Transzendenzerfahrungen spricht man etwa auch von »Entrückungen«, weil die persönliche Wahrnehmung sehr weitgehend von der körperlichen Wahrnehmung »entrückt« bzw. in die Jenseitswelt verschoben ist. Für Außenstehende zeigt sich dies häufig darin, dass die Betreffenden wie in Trance oder Ekstase sind. Besonders für Sterbebegleiter und Angestellte in Palliativstationen sind solche Phänomene keine Seltenheit.

 

Ältere Beispiele, für die es auch einige Foto- und Videoaufnahmen gibt, sind die Phänomene im nordspanischen Dorf San Sebastian de Garabandal in den 1960er-Jahren, von denen inzwischen auch ein Spielfilm inszeniert wurde. Die betreffenden Mädchen wurden während ihrer Entrückungen von Außenstehenden etwa in die Haut gezwickt und mit Nadeln gepiekst, aber sie zeigten keinerlei Reaktionen darauf, weil Ihre Wahrnehmung weitgehend in die geistige Welt entrückt war. Skeptiker behaupten gerne, das ganze sei inszeniert gewesen. Meine Meinung dazu: Junge Mädchen haben solche schauspielerischen Fähigkeiten nicht. Das Ganze ist viel zu authentisch. Ich schließe mich jedoch nicht dieser übertriebenen katholischen Schwärmerei an, die viele Katholiken aus dieser Sache aufgezogen haben.

Allgemein spricht man etwa auch von übersinnlichen, übernatürlichen, metaphysischen, geistigen, geistlichen, mystischen oder spirituellen Erlebnissen oder Erfahrungen. Der Einfachheit wegen werden in diesem Artikel folgende Bezeichnungen gleichbedeutend verwendet und manchmal die in Klammern angegebenen Abkürzungen verwendet: Transzendente Erfahrung (TE), Mystische Erfahrung (ME), Nahtoderfahrung (NTE), außerkörperliche Erfahrung (AKE) und Jenseitserfahrung. Ebenso sind nun auch die folgenden Eigenschaftswörter gleichbedeutend zu verstehen: geistig, mystisch, außerkörperlich, transzendent, jenseitig, spirituell und übersinnlich.

Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.

Max Planck, Physiker und Nobelpreisträger, 1848 - 1947

 

Der indirekte, streng wissenschaftliche Beweis

Wenn ein Mensch sagt, er habe eine Nahtod- oder eine andere transzendente Erfahrung gemacht, so kann das zwar für ihn selbst ein Beweis für das Jenseits sein, aber nicht nach außen hin, also für andere Menschen. Jedoch können sich auch für Außenstehende indirekte und somit empirische Beweise ergeben. Indirekte und empirische Beweisführung ist auch in der akademischen Wissenschaft verbreitet. Beispielsweise wurden und werden viele Medikamente zugelassen, weil man deren Wirkung nachweisen konnte, ohne jedoch direkt untersuchen und beweisen zu können, wie und warum diese Medikamente wirken.

 

Auch streng materialistische Forscher sind sich immerhin darin einig, dass sich Beweise für das körperlose menschliche Bewusstsein vor allem dann ergeben, sobald ein Mensch von örtlichen Ereignissen berichtet, die er körperlich nicht wahrnehmen konnte, beispielsweise weil er klinisch tot war oder weil sich diese Dinge räumlich-physikalisch nicht in seinem Wahrnehmungsbereich befanden, oder beides. Je mehr Details die Betreffenden wissen, die von anderen Beteiligten oder durch Beweismaterial wie Videoaufnahmen bestätigt werden, umso eher wird eine Zufallswahrscheinlichkeit überschritten, womit sich eine Wahrnehmungsvalidierung ergibt. Es ist dann logisch korrekt daraus zu schließen, dass das Bewusstsein unabhängig vom Körper aktiv war. Und das bedeutet auch: Es muss ein »Jenseits« geben.

Die Betreffenden erleben also während ihrer NTE oft einen Teil der örtlichen Szene, also etwa Ereignisse im OP-Saal oder am Unfallort. Darüber wissen sie dann meistens nicht nur irgendetwas, sondern vor allem Ereignisse, die ausgerechnet während der kritischsten Phasen stattfanden ­– in der Phase »nahe am Tod« –, weil die Außerkörperlichkeit eben genau dann einsetzt. Und sie wissen oft erstaunlich viel darüber, sowohl vom Umfang her als auch von den Details her. Viele dieser Dinge hätten sie nicht einmal im wachen Zustand wahrnehmen können, daher ist es zur Beweisführung eigentlich nicht einmal erforderlich, dass die Gehirnfunktion ausgefallen war. Menschen ohne eine außerkörperliche Erfahrung haben kaum so klare und detaillierte Erinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Sie wissen höchstens noch ein bisschen etwas aus der Zeit vor der Bewusstlosigkeit.

 

Einer der bekanntesten und am besten dokumentierten Fälle ist jener der amerikanischen Sängerin Pam Reynolds. Sie wurde für ihre Gehirn-Operation in einen HCA versetzt. Das ist in der Medizin eine künstliche Unterkühlung, um das Herz und den Blutfluss zu stoppen und das Körpergewebe vor dem Absterben zu schützen, letztlich mit dem Zweck, eine schwierige Operation durchführen zu können, die man bei laufendem Blutfluss nicht durchführen könnte. Ihr Chirurg bestätigte nach der OP, dass Pam nach der OP exakt wusste, was während ihres klinischen Todes passierte. Sie konnte beispielsweise exakt das komplizierte Instrument beschreiben, mit dem sie operiert wurde, welches sie jedoch vor der OP nie vor Augen hatte. Als sie in den OP-Saal kam lag dieses Instrument irgendwo im Hintergrund auf einem Tisch, worauf sie keinen Blick werfen konnte. Verwendet wurde das Gerät dann erst, als der HCA eintrat. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Gehirn außer Funktion. Es wurden keinerlei Gehirnwellen mehr gemessen. Außerdem befand sich zwischen dem Sehbereich von Pam und dem Eingriff eine Trennvorrichtung, Pam hatte Abdeckungen auf den Augen und Stöpsel in den Ohren. Ohne eine echte außerkörperliche Erfahrung hätte Pam dieses Instrument niemals so detailliert beschreiben können, also selbst dann nicht, wenn sie während der Operation wach gewesen wäre. Auch sonst wusste sie zu viele Details, zum Beispiel, welche Arbeiten die OP-Assistenten durchführten. Einige Skeptiker unterstellten später, der ganze Fall sei erfunden oder zurechtgebogen, aber das tun Skeptiker oft, wenn etwas zum Vorschein kommt, was sie nicht akzeptieren wollen.

 

Die Außerkörperlichkeit zeigt sich besonders auch dann, wenn etwa blinde Menschen, die von Geburt an niemals visuelle Reize wahrnehmen (auch nicht in Träumen), nach außerkörperlichen Erfahrungen Details wissen, die sie vorher nie durch ihre körperlichen Augen sahen und die man nur wissen kann, wenn man sie – körperlich oder außerkörperlich – gesehen hat. Einer der bekanntesten Fälle dazu ist jener der Amerikanerin Vicki Noratuk.

 

Anita Moorjani beispielsweise wurde nicht nur aufgrund ihrer NTE bekannt, sondern auch deshalb, weil der Krebs, an dem sie beinahe starb, innerhalb von sieben Wochen nach ihrer NTE völlig ausheilte. Die Mediziner konnten dies kaum glauben. Im Zusammenhang mit NTE sind solch außergewöhnliche Heilungen jedoch nicht. Als Anita im Krankenhaus bewusstlos wurde und plötzlich außerhalb ihres Körpers war, sah sie zum Beispiel, dass das Krankenhauspersonal gemäß der Standardprozedur noch einige Maßnahmen setzte, um ihren Tod zu verhindern. Sie sah und hörte dann die Gedanken eines Pflegers, der sich dachte, Anita würde sowieso sterben und die Maßnahmen seien umsonst. Anita war dem Pfleger nicht böse, aber sie sprach ihn später darauf an um zu überprüfen, ob er wirklich diese Gedanken hatte. Der Pfleger war schockiert und wunderte sich, wie sie das nur wissen konnte. Er entschuldigte sich dann zwei Mal bei Anita. Ansonsten konnte Anita zahlreiche Dinge beobachten, die sich später bestätigten, zum Beispiel das Verhalten ihrer Verwandten sowohl im Krankenhaus als auch außerhalb.

 

Andere Arten von Validierungen durch Informationen

Validierungen durch den »Lebensfilm«: Der Lebensfilm ist eines der häufigsten Elemente von Nahtoderfahrungen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Betreffenden ihr bisheriges irdisches Leben ganz oder teilweise durchlaufen, und zwar visuell aber auch mit allen relevanten Empfindungen der beteiligten Lebewesen, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere.

 

Hierbei kommt es auch vor, dass die Betreffenden Ereignisse sehen, die sie körperlich-nervlich nicht wahrgenommen haben oder die sich ein Mensch normalerweise nicht merken kann, zum Beispiel den Geburtsvorgang. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der ungarisch-schweizerische Architekt Stefan von Jankovich, der auch einige Bücher über seine Jenseitserfahrungen schrieb. Er sah während seiner Nahtoderfahrung den Verlauf seiner Geburt, konnte sich später daran erinnern und erzählte auch seinem Vater darüber, der ihm bestätige, dass seine Beobachtungen korrekt waren. Es handelte sich um viele Details, die weit über Zufallswahrscheinlichkeit hinausgingen.

 

Aus streng wissenschaftlicher Sicht genügen all diese Fälle natürlich nicht, um von Beweisen sprechen zu können, aber braucht man diese Arten von Beweisen? Was ist mit unserer Fähigkeit, eine Glaubwürdigkeit einzuschätzen? Was ist mit unserer Menschenkenntnis? Im Internet und in der Literatur finden Sie Tausende Fälle von Wahrnehmungsvalidierungen, bezeugt von glaubhaften Menschen, die alles andere als fantasieren oder nur etwas inszenieren wollen. Zu meinen, diese Fälle würden überhaupt nichts aussagen oder man sollte diese Dinge nicht erforschen, das ist keine wissenschaftliche Haltung und auch keine skeptische. Das ist einfach nur eine Leugnung der Realität.

Hier in diesem Artikel kann ich dies alles nicht »beweisen«. Aber sehen Sie sich selbst die Realität an. SIE ist der Beweis. Seien Sie nicht bequem, wie viele Fans der Wissenschaft, die sich alles nur von ihren Autoritäten sagen lassen. Man muss sich auch selbst mit der Realität befassen und nachdenken, um etwas über die Welt herauszufinden.

Zahlreiche historische Malereien deuten darauf hin, dass Menschen in früheren Nahtoderfahrungen dasselbe erlebten wie die Menschen heute. So auch zu sehen in diesem Bild: »Aufstieg der Seligen« von Hieronymus von Bosch, Anfang 16. Jhdt.

 

Beweisfeld 2: Umstände und Unterschiede zu Halluzinationen, Träumen und Experimenten

Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig und zufriedenstellend erklärt werden.

Prof. Dr. Dr. Wilfried Kuhn, dt. Neurologe[2]

Dieses Kapitel ist das längste, denn durch transzendente Erfahrungen ergibt sich eine Reihe von Möglichkeiten, um durch bestimmte Umstände und Entwicklungen starke Belege für das Jenseitige zu erkennen.

 

Mehr Klarheit bekommt man schon einmal durch eine Analyse dessen, was und wie Menschen über Nahtoderfahrungen sprechen:

  • Jene, die das Jenseitige immer nur verneinen, nur oberflächliche Gegenargumente dazu bringen oder sich darüber lustig machen, haben zwei Dinge gemeinsam: Sie hatten selbst keine transzendenten Erfahrungen und beschäftigen sich auch nicht ordentlich damit. Sie können daher gar nicht in der Lage sein, ernsthafte Aussagen über dieses Thema zu treffen.

  • Atheisten und Skeptiker, die eine wirkliche außerkörperliche Erfahrung machen, sind von heute auf morgen keine Atheisten und Skeptiker mehr. Sie werden zwar nicht automatisch konfessionell-religiös, aber sie sind sich sicher, dass das Jenseitige existiert. Einer der weltweit bekanntesten ehemaligen »Ungläubigen« ist der frühere Neurologe Alexander Eben.

  • Ist es nicht auch auffallend, dass fast jeder Mensch nach einer NTE davon überzeugt ist, wirklich vom Körper abgekoppelt gewesen zu sein? Das ist nach Träumen und Halluzinationen nicht der Fall. Skeptiker unterstellen praktisch Millionen von Erfahrenen, diese könnten es selbst niemals beurteilen, ob sie wirklich eine Jenseitswelt erfahren haben. Würde es sich nicht um reale Jenseitserfahrungen handeln, dann müsste es viel mehr Menschen geben, die an der Außerkörperlichkeit ihrer Erfahrung und am Jenseits zweifeln. Solche Menschen gibt es jedoch kaum. Wäre es der Fall, dann sähe die Sachlage anders.

 

Es ist nicht selten, dass sich betreffende Menschen nach ihrer Nahtoderfahrung eine Zeit lang einreden, sie hätten nur halluziniert, weil das Erlebte – sowohl für jene Menschen, die vorher religiös waren, als auch für jene, die davor atheistisch waren – zu abweichend war von ihren bisherigen irdischen Vorstellungen über die menschliche Existenz. Aber sie sagen es immer wieder, sie hätten gleichzeitig gespürt, dass es in Wirklichkeit keine Halluzination war und sie keinen Frieden finden werden, wenn sie sich weiterhin einreden, es sei nur eine Halluzination gewesen.

Mir sind bisher nur zwei Menschen bekannt, die behaupten, selbst eine NTE gehabt zu haben und meinen, es hätte sich dabei nur um eine Inszenierung ihres Gehirns gehandelt. Dazu gehören der deutsche Biologe Gerhard Roth und die britische Psychologin Susan Blackmore. Ja, in diesen Fällen handelte es sich wohl tatsächlich nur um Gehirninszenierungen, aber die beiden deuten es im Nachhinein als NTE. Dies zeigt mir nicht nur die Art und Weise, wie sie darüber sprechen, sondern vor allem auch der dünne sachliche Inhalt ihrer Aussagen, der sich darauf beschränkt, wenige visuelle Dinge wahrgenommen, sich ein bisschen neben sich gefühlt und sich schwerelos und wohl gefühlt zu haben. Entscheidende Merkmale, besonders jenes der körperlichen Abkoppelung, kommen bei ihnen nicht zur Sprache. Sie wollen nun zu den Erfahrenen zählen, um – wie ich vermute – zu belegen, dass nicht jeder Mensch mit solchen Erfahrungen davon überzeugt ist, das Jenseits erlebt zu haben.

Nahtoderfahrungen sind anders als Halluzinationen und Träume

Ein häufiges Argument von Skeptikern lautet, das Gehirn sei während einer Nahtod-Situation krank bzw. defekt und würde deshalb halluzinieren. Hierbei werden jedoch einige Dinge übersehen.

 

Die betreffenden Menschen haben während ihrer NTE einen so klaren Verstand und eine so lebendige Wahrnehmung, wie man sie in der regulären Wahrnehmung über das Gehirn nicht hat, schon gar nicht bei einer krankhaften Halluzination. Hinzu kommt, dass der Verlauf einer NTE einen Sinn enthält, was bei Halluzinationen eher nicht der Fall ist.

 

Träume und echte Halluzinationen werden zwar auch oft als intensiv empfunden, aber nicht mit dieser Klarheit und nicht immer mit einem sinnhaften inhaltlichen Verlauf. Hierbei sind das Denken und Empfinden in der Regel stark verschwommen, unklar, konfus. Halluzinationen sind meistens unangenehm bis leidvoll, stressvoll und beängstigend. Auch Nahtoderfahrungen können zwar angst- und stressvoll sein, aber diese Erfahrungen sind in ihrer Art und Qualität wiederum wesentlich anders gegenüber echten Halluzinationen.

 

Wenn NTE Halluzinationen wären, warum treten sie dann nicht im Rahmen echter Halluzinationen auf, und warum treten dann umgekehrt echte Halluzinationen nicht auch im Rahmen von Nahtodsituationen auf? Wenn Menschen echte Halluzinationen mit religiösem Inhalt haben, also etwa mit religiösem Wahn, dann sind auch diese wiederum wesentlich anders, als echte Nahtoderfahrungen.

 

Diese außergewöhnlich klare und intensive Wahrnehmung zeigt sich etwa auch bei dem Phänomen der »terminalen Geistesklarheit«, wo etwa Alzheimerpatienten kurz vor dem Sterben plötzlich geistig völlig klar, völlig orientiert sind und klar sprechen können, als hätten sie niemals Alzheimer gehabt. Bei Alzheimer weiß man jedoch, dass das Gehirn krank ist. Jeder Neurologe weiß, sobald das Gehirn einen erheblichen Defekt aufweist, dann sind meistens auch das Denken und die Wahrnehmung irgendwie verzerrt und weniger leistungsfähig. Bei den Nahtoderfahrungen und Sterbebettphänomenen ist genau das Gegenteil der Fall, woraus man zum Beispiel annehmen kann, dass sich die Bindung zwischen Bewusstsein und Körper löst.

 

Wenn der Zustand des Körpers so defekt ist, dass er fast stirbt, dann kann diese klare Wahrnehmung nicht allein vom Gehirn kommen. In starken Leidenszuständen werden Patienten noch dazu schmerzbehandelt oder narkotisiert. Dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die klare Wahrnehmung zusätzlich. Mit der Außerkörperlichkeit jedoch hört die unklare Wahrnehmung plötzlich auf.

 

 

Fehlargument: Menschen erleben durch Drogen und Gehirnexperimente das gleiche wie bei NTE


Dass diese Behauptung völlig unüberlegt und falsch ist, zeigt sich an vielen Faktoren. Einer der bekanntesten Psychologen, der Experimente mit elektronischer Gehirnstimulation durchführte und damit beweisen wollte, dass NTE nur Hirngespinste sind, ist der inzwischen verstorbene kanadische Psychologe Michael Persinger. Bekannt wurde vor allem sein elektronischer »Religionshelm«. Während er selbst seine Spekulation bestätigt sah, drückte es einer seiner Teilnehmer, der einige Jahre davor eine echte NTE hatte, so aus: »Dr. Persinger kratzt an der Oberfläche. Die Nahtoderfahrung war ein abgekoppeltes und tiefgründiges Erlebnis. Es gibt eine Verbindung. Die NTE war jedoch viel tiefgründiger.«[3] Michael Persinger beobachtete alles nur von außen, aber er meinte, er wüsste es besser als Nahtoderfahrene selbst.

 

Ja, Menschen berichten nach Drogenerfahrungen und Experimenten mit Gehirnstimulation oft von Wahrnehmungen, die bei oberflächlicher Betrachtung eine Ähnlichkeit zu echten transzendenten Phänomenen aufweisen. Bei genauerer Beobachtung sollte jedoch auffallen, dass diese Gemeinsamkeiten wirklich nur oberflächlich sind. Dazu gehören Empfindungen, sich mehr oder weniger außerhalb des Körpers gefühlt oder sich von außen selbst gesehen zu haben. Der Mensch hat jedoch generell die Fähigkeit, sich selbst zu visualisieren oder körperliche Empfindungen durch Einbildung hervorzurufen. Das kann kein Beweis dafür sein, dass mystische Erfahrungen nur aus dem Gehirn kommen. Bei Drogenerfahrungen und Experimenten haben die Betreffenden etwa auch nie diese absolute Gewissheit, völlig vom Körper losgelost gewesen zu sein, wie es bei NTE der Fall ist. Aber das scheint manche Forscher nicht zu interessieren. Wenn beispielsweise die Skeptikerin Susan Blackmore über ihre angebliche eigene Nahtoderfahrung berichtet, die sie als Studentin – wie sie selbst sagt – nach der Einnahme von Drogen machte, so muss ich eher davon ausgehen, dass sie einfach einen Drogen-Trip hatte.

 

Beispielsweise tauchen zwar bei Drogenerfahrungen auch Einheitsempfindungen auf, aber nicht in dieser Intensität wie bei NTE und auch nicht gleichzeitig mit dieser völligen Geistesklarheit. Bei den Experimenten und Drogenerfahrungen fehlen auch diese tiefen, klaren Erfahrungen und Erkenntnisse, zum Beispiel die Hellsichtigkeit gegenüber anderen Seelen und Menschen oder diese emotional überaus klare und intensive Lebensreflexion. Durch Drogen und Experimente erreichen die Teilnehmer auch nicht diese umfassende 360°-Sicht, wie sie in NTE meistens vorkommt. Sie sprechen auch kaum davon, dass sie das Jenseits als die »Heimat« oder primäre Existenzform des Menschen erfahren haben, oder dass sie unbedingt hätten »drüben« bleiben wollen.

 

 

Falsches Argument: Nahtoderfahrungen seien zu unterschiedlich und spiegeln daher nur das Denken des betreffenden Menschen

Eine systematische Beobachtung sollte zeigen, dass all die NTE einerseits meistens etwas Persönliches haben, aber auch immer durch allgemeine Elemente strukturiert sind. Sie belegen eine immer wiederkehrende »Jenseitsphysik«. Auch hier auf der Erde hat zwar jeder Mensch sein individuelles Leben. Gleichzeitig ist jedes irdische Leben in allgemeine Rahmenbedingungen eingebettet, vor allem in materielle bzw. physikalische.

 

Die Unterschiede in den NTE sind keine Widersprüche. Jeder Mensch bzw. jede Seele hat ihre persönlichen Themen und dies äußert sich auch in Jenseitserfahrungen. Und Menschen erfahren in einer Jenseitserfahrung nicht immer das komplette Jenseits, so wie die meisten Menschen in einem Erdenleben nicht die gesamte irdische Welt erfahren und begreifen, sondern eben nur Teile davon. Schließlich ist zu bedenken, dass sich Menschen auch irren oder missverständlich ausdrücken können, wenn sie über ihre Jenseitserfahrungen berichten. Dies kann den Eindruck erwecken, als seien diese Erfahrungen widersprüchlich. Aber auch über ein und dieselbe irdische Erfahrung können Menschen unterschiedliche Ansichten haben. Das ist typisch menschlich und dies zeigt sich auch in der Wissenschaft. Auch Wissenschaftler haben oft unterschiedliche Ansichten über ein und dieselben Beobachtungen und Daten, weil der Mensch in seinem Denken meistens auf Teilaspekte fokussiert ist.

 

Skeptiker meinen, das Denken hänge ausschließlich vom Zustand des Gehirns ab. Ja, natürlich spielt das Gehirn eine entscheidende Rolle, solange die Seele und somit das Bewusstsein daran gebunden sind. So gibt es etwa zahlreiche Erkrankungen, wodurch die Funktionalität des Gehirns und des Nervensystems auf typische Weise beeinträchtigt sind. Sobald die Seele jedoch kurz- oder langfristig zurück in ihre ursprüngliche Existenzform transzendiert, sieht die Welt anders aus. Dann ist diese Bedingtheit bzw. Verbundenheit zwischen Geist und Gehirn teilweise oder gänzlich aufgehoben, ansonsten würden Menschen in übersinnlichen Erfahrungen nicht all das erleben, was bereits erwähnt wurde und später in diesem Artikel noch erläutert wird.

 

Ein weiteres häufiges Fehlargument dafür, dass NTE »Kopfgeburten« seien, lautet: »Christen sehen in ihren NTE Jesus, Buddhisten würden Buddha sehen, Moslems würden Mohammed sehen …« Aber diese Behauptung hat sich meiner Erfahrung nach vermehrt als falsch herausgestellt. Sie ist einfach ein beliebtes aber falsches Skeptikerargument. Wer es nachspricht zeigt damit nur, dass er sich mit NTE noch nicht näher beschäftigt hat. Wenn schon, dann erleben die meisten Menschen in ihren Nahtoderfahrungen jenes Lichtwesen, welches wir als Christus bezeichnen – auch Moslems, Buddhisten und Hindus.

 

Es wurde jedoch schon davon berichtet, dass die Betreffenden auch andere Wesenheiten bzw. Vorstellungen davon erlebten. Dazu ein Zitat von Thomas Mellen Benedict: »Das Licht änderte sich in verschiedene Figuren, in Jesus, Buddha, Krishna, in Mandalas, in archetypische Bilder … Dein Glaube und deine Überzeugungen formen die Art des Feedbacks, das du vom Licht zurück erhältst.«[4]

 

Diese Erfahrung zeigt, ebenso wie viele andere NTE immer wieder, dass in der menschlichen Wahrnehmung das Bildhafte eine große Rolle spielt. Man kann es in sich selbst nachprüfen: Wenn der Mensch denkt, etwas versteht oder meint, etwas zu verstehen, dann ausnahmslos immer durch innere Bilder bzw. »Filme« und Empfindungen. Wir sehen, interpretieren und »reduzieren« die Realität innerlich ständig auf Bildnisse bzw. Vorstellungen. Je »erdgebundener« die außerkörperliche Erfahrung ist, umso typischer sind auch visuelle Erscheinungen in der persönlichen Wahrnehmung, die dem irdischen Denken ähnlich sind. Aber das kann noch längst kein Beweis dafür sein, dass in den NTE nur die persönliche Gedankenwelt der Betreffenden auftaucht. Viele Nahtoderfahrene berichten, je weiter sie in den Ursprung, zu Gott oder ins Licht vordringen durften, also je mehr sie sich von der irdischen Sphäre entfernten, umso mehr verschwanden die irdisch-bildhaften Feedbacks. Die Wahrnehmung einzelner Lichtwesen oder »Gottes« wurde immer weniger irdisch und vor allem auch geschlechtslos.

 

Nehmen wir auch das Beispiel von Howard Storm. Seine NTE war zuerst höllisch, wandelte sich dann jedoch in eine lichtvolle, erlösende Erfahrung, wobei er eindeutig Christus als Erlöser identifizierte – wie es eben meistens der Fall ist. Howard Storm war vor seiner NTE Kunstprofessor an einer Universität in Kentucky und er stellte für sich schon längst vor seiner NTE fest, dass all das Religiöse und Übersinnliche pure Erfindungen sind. Diese Dinge waren in seiner Mentalität nicht präsent. Sie hatten nicht nur keinerlei Bedeutung für ihn, er fand sie dumm und er hatte sogar eine Abneigung dazu.

 

Auch Atheisten, die von Kindheit an anti-religiös aufwuchsen und religiöse Vorstellungen nie sonderlich ernst nahmen, haben die gleichen NTE wie auch religiöse Menschen. Auch ihnen begegnet oft ein wohlwollendes Lichtwesen, welches sie als Christus identifizieren.

 

Würde es sich bei transzendenten Erfahrungen nur um Gehirninszenierungen handeln, dann gäbe es diese strukturellen Gemeinsamkeiten nicht und andere Erlebnisse wären wahrscheinlicher, zum Beispiel ein Haustier-Himmel für Haustier-Liebhaber, ein Erotik-Himmel für Erotik-Fans, ein Himmel mit dem besten Essen des Universums für Menschen, die gerne essen, oder ein Himmel mit den tollsten Autos der Welt für Autoliebhaber.

 

 

Die strukturellen bzw. prinzipiellen Elemente sind überdeutlich und treten weltweit in allen Kulturen auf

Egal ob ein Mensch vor oder während seiner NTE religiös war oder nicht: Was Menschen in ihren NTE erleben, überschneidet sich nur teilweise mit ihrem religiösen Denken und ihrem vorherigen irdischen Bewusstsein. Den weitaus größten Teil ihrer Jenseitserfahrungen können die Betreffenden nicht von ihren Religionen her wissen und es entspricht auch nicht ihren sonstigen vorherigen Lebenserfahrungen. Anhand dieser strukturellen Elemente zeigen sich auch die massiven Unterschiede zu echten Halluzinationen, Drogenerfahrungen und Wahrnehmungsexperimenten.

 

Zu den strukturellen Gemeinsamkeiten gehören weitaus mehr als nur Erfahrungen von Tunnel und Licht, Gefühle des Friedens und der Lebensfilm:

  • Das absolut sichere Wissen, vom Körper abgekoppelt und in die eigentliche Existenzform (»Heimat«) übergegangen zu sein. Damit einher geht oft eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem irdischen Körper und der gesamten physischen Welt, als würde man diese völlig hinter sich lassen (wollen) mit dem Empfinden und Wissen, dass es sich dabei nur um vergängliche Mittel für die spirituelle Entwicklung handelte. Die Empfindungen der Außerkörperlichkeit bei Experimenten und Drogenerfahrungen erreichen nie diese Eindeutigkeit, wie es bei echten AKE der Fall ist.

  • Das »Licht«, von dem oft die Rede ist, wird als weitaus mehr wahrgenommen als nur als visuelles Licht. Die Betreffenden fühlen dazu eine immense Verbindung und starke Gefühle der Heimkehr. Es ist klar spürbar, dass es sich dabei um eine Lebensdimension handelt und dass man sich räumlich bzw. physikalisch darauf zu bewegt. Oft ist die Rede von einer völligen Geborgenheit, wie man sie als irdischer Mensch nicht empfinden kann.

  • Oft eine unbeschreiblich schöne Lebenswahrnehmung, mit dem Kosmos bzw. der ganzen Schöpfung eins zu sein. Beispiele für entsprechende Aussagen: »Ich war selbst das Universum.« »Ich wurde selbst zum Licht.« »Du wirst das Licht und das Licht wird du.«

  • Die 360°-Perspektive bzw. die gleichzeitige Wahrnehmung der Dinge von allen Seiten, bis hin zur gleichzeitigen Wahrnehmung aller Teile des Universums und der gesamten Vergangenheit und Zukunft, weshalb es auch kein Zeitempfinden gibt, wie wir es im Irdischen haben.

  • Die »Hellsichtigkeit« gekoppelt mit einem überaus feinen »Gehör«, was sich etwa daran zeigt, dass man all die Gedanken und Empfindungen anderer Seelenwesen und auch der irdischen Menschen gleichzeitig und »telepathisch« sieht, hört und nachempfindet. Daher wissen Menschen nach NTE oft so genau, was diese anderen Menschen dachten und fühlten, auch wenn sie es körperlich und verbal nicht einmal ausgedrückt haben.

  • Ein oft großes Bedauern über gewisse Versäumnisse, wobei es hierbei oft um ur-seelische Dinge geht, wie etwa um das Bedauern darüber, sich anderen Menschen nicht so authentisch oder hilfsbereit gegeben zu haben, wie es hätte sein können.

  • Die Warnung, eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten, weil sonst keine Rückkehr in den Körper mehr möglich sei. Manchmal wird den Betreffenden auch gesagt, sie könnten sich entscheiden, drüben zu bleiben oder zurückzukehren. Manchmal wird ihnen auch direkt und sehr klar gesagt, dass sie zurückkehren müssen und keine Wahl haben.

  • Die eindeutige Identifikation anderer Seelenwesen, zu denen oft ein starkes Eins-Sein empfunden wird, während gleichzeitig immer ein Mindestmaß an Ich- bzw. Individualitätsbewusstsein aufrecht bleibt.

  • Absolute Zeitlosigkeit: Es gibt zwar Verläufe von Ereignissen, aber kein Zeitempfinden. Daher kommt wohl die Ansicht, das Jenseits sei »ewig«. Während beispielsweise die Bewusstlosigkeit eines Menschen in der irdischen Zeitrechnung nur einige Minuten oder wenige Tage dauerte, wird die Jenseitserfahrung oft so empfunden, als hätte sie Monate und Jahre gedauert.

  • Die Lebensrückschau ist meistens viel mehr als bloß ein »Film«. Es ist eine tiefe emotionale und psychologische Reflexion der wichtigsten Lebensereignisse. Es ist auch eine klärende Aufarbeitung von Versäumnissen und Schuld. Es ist ein Prozess der seelischen Läuterung, bei dem etwa auch sichtbar und fühlbar wird, wie sich jeder Gedanke und alle Verhaltensweisen auf das ganze Universum auswirken, sowohl die guten wie die schlechten.

  • Das detaillierte und umfassende Wissen darüber, wie das ganze Universum aufgebaut ist und funktioniert – sowohl die »geistigen« als auch die materiellen Bereiche.

  • Das Phänomen der Sofort-Antwort, wonach Seelen die umfassende Antwort auf eine Frage gleichzeitig in dem Moment empfangen, wenn sie danach fragen bzw. an die Frage denken. Entsprechend dazu die Astralreise: Kaum beabsichtigt man, an einem bestimmten Ort sein zu wollen, ist man schon dort.

  • Das Erkennen der Pläne der Evolution, des Universums oder Gottes – je nachdem, welche Bezeichnung jemand wählt.

  • Eine Rückschau auf frühere irdische Leben, bis hin zum Beginn des Universums. Ebenso eine Vorschau auf die Zukunft, was jedoch – wie bereits erwähnt – nicht als Zeitablauf empfunden wird, wie wir es hier im Irdischen empfinden.

  • So deutlich wie die Außerkörperlichkeit wird oft auch die Rückkehr in den Körper empfunden, wie sie bei neurologischen Experimenten keineswegs vorkommt. Oft heißt es von den Betreffenden, das Zurücksein im Körper sei der schlimmste Moment ihres Lebens gewesen.

  • Die Betreffenden haben im Jenseitigen meistens nur Begegnungen mit Seelenwesen, die momentan nicht inkarniert sind. Würde das Gehirn nur die Gedankenwelt des irdischen Lebens fortspinnen, dann müssten hier viel öfter auch Begegnungen mit irdisch Lebenden vorkommen, was aber kaum der Fall ist.

  • Immer wieder berichten Menschen davon, sie seien in ihrer NTE ihren zukünftigen irdischen Kindern begegnet, obwohl sie keinen Kinderwunsch hatten und nichts von eigenen, zukünftigen Kindern ahnten.

  • Die älteren verstorbenen Verwandten, denen man in einer NTE begegnet, werden meistens als jung und vital beschrieben. (vgl. Dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Verwandten bzw. deren Vorstellungen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte. Eltern und Großeltern beispielsweise kennt man in der Regel auch nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Außerdem erscheinen in vielen NTE auch verwandte Seelen, die man vom irdischen Leben her nicht kannte. Dazu gibt es zahlreiche Fälle, wo sich die Verwandtschaft später durch Fotos und Zeugenberichte bestätigte.

  • Die Betreffenden sind sich während der Erfahrung oft dessen bewusst, dass sie sich zwar – wenn sie wieder an den Körper gebunden sind – an diese Erfahrung erinnern können, aber sie wissen auch, dass bestimmte Elemente davon bewusst aus der Erinnerung ausgeblendet sein werden.

 

 

Materialistisches Fehlargument: Wir können das innere menschliche Erleben (die Wahrnehmung) bereits wissenschaftlich erklären.

Viele der heutigen Wissenschaftler machen immer noch uralte Fehler, vor allem den Fehler zu meinen, man habe bereits die ersten oder zumindest die wesentlichen Ursachen von etwas gefunden. So meinen manche etwa, die Evolutionstheorie würde belegen, dass es kein Jenseits geben kann. Viele Wissenschaftler hingegen sehen in der Evolutionstheorie bisher nur die Erklärung struktureller, biologischer Prozesse, aber bei weitem noch keine ersten Ursachen des Lebens. Der Mensch macht immer wieder den Fehler, sich besonders wissend zu fühlen, weil er in seiner momentanen Situation nicht weiß, was er alles noch nicht weiß. Er hat momentan keinen Schimmer davon, was er alles noch zu erkennen vor sich hat.

 

Ja, man weiß heute sehr viel über das menschliche Gehirn. Aber dass der Mensch eine lebhafte Fantasie hat, manchmal »spinnt« oder Träume und Realität miteinander verwechselt, das wussten Menschen auch schon lange vor der heutigen Gehirnforschung durch die Beobachtung des Lebens. So meinte etwa der Philosoph Epiktet vor rund 2000 Jahren, es seien nicht die Dinge, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen, die dem Menschen Angst machen. Damit sprach er die Macht der Vorstellungen, der Fantasie und der Glaubensüberzeugungen an.

 

Es ist absolut verfrüht, Nahtoderfahrungen mit den momentanen neurologischen Theorien zu erklären und auch unter bekannten Skeptikern befinden sich viele, die immerhin zugeben, dass momentane Theorien nicht genügen, so etwa der österreichische Physiker Werner Gruber. Bisherige neurologische Erklärungen vieler Skeptiker über mystische Phänomene sind bloße Spekulationen und weit entfernt von »gesichertem Wissen«.

 

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[5]


 

Warum der Sauerstoffmangel keine Ursache für übersinnliche Wahrnehmungen sein kann

Ein Großteil der betreffenden Menschen hat während der Nahtoderfahrung keinen wesentlichen Sauerstoffmangel. Außerdem enthalten die Erfahrungen von Menschen mit NTE das gleiche wie die mystischen Erfahrungen von Menschen, die ohne »Nahtod« erfolgten, wo also das Gehirn völlig gesund war und auch keinen Sauerstoffmangel hatte. Altbekannte Mystiker beispielsweise hatten ihre mystischen Erfahrungen nicht im Zuge einer körperlichen Nahtod-Situation. Und wenn sie keine abgekoppelte außerkörperliche Erfahrung hatten, dann hatten sie eine »sehende« mystische Erfahrung, die jedoch immer noch deutlich genug war, um zu erkennen, dass es sich um die Erfahrung einer realen jenseitigen Welt handelte.

Kenner der Mystik wissen etwa auch, dass die Mystik auf die Menschen zukommt, nicht umgekehrt. Das Mystische kommt auf die Menschen zu, egal ob sie es wollen oder nicht, und auf viele kommt es nicht zu, obwohl sie es wollen und obwohl sie beispielsweise jahrelang meditieren. Der bekannte Mystiker Emanuel Swedenborg zum Beispiel hatte keine NTE, sondern eine unerwartete außerkörperliche Erfahrung, und wer eine solche einmal hat, für den ist eine Sehnsucht erweckt, die man nicht mehr verliert. Swedenborg begann in weiterer Folge, Meditation zu praktizieren und er wurde ein Meister der Astralreise, wodurch er extrem umfangreiche Einblicke in die Geistige Welt machen durfte.

In sehr vielen Fällen zeigt sich auch, dass die Außerkörperlichkeit schon vor einer möglichen Beeinträchtigung des Körpers eintritt. Typisch ist dies bei Unfällen, besonders etwa beim Herunterfallen aus großer Höhe, bei Verkehrsunfällen und beim Ertrinken. Diesbezüglich berichten die Betroffenen immer wieder, sie hätten den Körper bereits in dem Moment verlassen, als sie die Situation als machtlos wahrgenommen hatten, also während eines Zeitpunktes, in dem das Gehirn noch völlig intakt war. Das gemeinsame Muster besteht hier im »Loslassen«. So meinten die Betroffenen etwa, sie hätten plötzlich glasklar für sich festgestellt, dass sie nun nichts mehr in der Hand haben und das Leben nun (wahrscheinlich) endet, woraufhin sie den (vermuteten) Tod völlig akzeptiert hätten. Dieses Muster zeigt sich auch bei den bewusst herbeigeführten Astralreisen, bei denen die tiefe körperliche Entspannung ein entscheidender Faktor ist, um den Austritt bzw. die Ablösung des Bewusstseins zu ermöglichen.

 

 

Außergewöhnlich starke Wirkungen und Nachwirkungen

Wesentliche Unterschiede zwischen NTE einerseits, und Halluzinationen und Erfahrungen durch Drogen und Experimente andererseits, zeigen sich auch in den Wirkungen und Nachwirkungen. Dabei gibt es vor allem drei Auffälligkeiten.

 

Erstens: Außergewöhnliche Heilungen, die oft den Rang einer Wunderheilung einnehmen und keinerlei Einzelfälle sind. Dazu wurde bereits der Fall von Anita Moorjani erwähnt. Alexander Eben hatte beispielsweise aufgrund einer extrem aggressiven Form einer Gehirnentzündung ein derart defektes Gehirn, dass seine Ärzte meinten, er würde nicht überleben, und selbst wenn er überleben würde, dann wäre er schwerbehindert und er würde nur noch ein paar Wochen als Pflegefall dahinvegetieren. Tatsächlich verlief seine Heilung dann sehr schnell und er hat sich nahezu vollständig regeneriert.

 

Zweitens: Nach Halluzinationen und anderen Gehirninszenierungen haben die Betreffenden nicht diese enorme Sehnsucht, diese jenseitigen Zustände wieder zu erleben. Zu Drogen kann zwar eine Sucht entstehen, aber diese ist oft chemisch-nervlich bedingt und es ist eine leidvolle Art von Sucht. Die Betroffenen wissen, dass sie diese angenehmen Zustände immer nur für eine gewisse Zeit haben und sie sprechen dabei nicht von einer Jenseitswelt. Ein Jenseitssehnsucht hingegen ist eher eine schöne, hoffnungsvolle »Sucht«. Sie hat nicht diesen leidvollen Charakter einer Drogensucht.

 

Drittens: Enorm positive Lebensveränderungen. Jenseitserfahrungen führen zwar kurzfristig oft in Depressionen, aber das liegt eher daran, dass sich der menschliche Verstand schwertut, diese Erfahrungen zu verstehen, und auch daran, dass die betreffenden Menschen kaum jemanden haben, mit denen sie über ihre Erfahrungen offen sprechen können. Langfristig haben NTE für die meisten Menschen enorm positive Wirkungen. Im Englischen werden NTE daher oft auch als »Spirituell transformierende Erfahrungen« (STE) bezeichnet. Die Betreffenden haben dann beispielsweise kaum noch Ängste. Sie fühlen sich erfüllter als je zuvor und spüren das »Heilige« des Lebens viel mehr. Dies erklärt etwa, warum sie dann meistens auf materielle Dinge viel weniger Wert legen, als auf das Zwischenmenschliche. Sie haben kaum noch jenes, was wir als Ego, Anhaftungen und Süchte bezeichnen.

 

Wären also die Erfahrungen mit Drogen und Gehirnexperimenten so gut vergleichbar mit echten NTE, dann müssten auch die Wirkungen und Nachwirkungen viel ähnlicher sein. Dass dies nicht der Fall ist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass NTE keine Gehirnproduktionen sind. Und es wundert mich, dass dies gewissen Forschern offenbar nicht auffällt bzw. auffallen will.

Ich habe als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut herausgefunden, dass Nahtoderfahrungen eine heilsame Wirkung bei Depressionen, Ängsten und auch Selbstmordgefährdung haben. Verglichen mit dem Effekt eines Nahtoderlebnisses erscheinen die Methoden der Psychotherapie wie unbeholfene Flugversuche eines altertümlichen Fluggerätes im Gegensatz zum modernen Düsenjet.

Dr. Engelbert Winkler[6]

Der »Premiumtod« und der Lebensfilm

Oft wird behauptet, Nahtoderfahrungen seien von der Natur eingerichtet, um das Sterben angenehmer zu machen. Ja, die Natur hat gewisse Mechanismen eingerichtet, um den Leidenszustand eines Lebewesens abzuschwächen, also etwa die Bewusstlosigkeit oder körpereigene Schmerzmittel. Aber NTE können hier schon deshalb nicht dazu gehören, weil Menschen nicht nur diese wunderschönen, lichtvollen Erfahrungen machen, sondern auch schreckliche Höllenerfahrungen.

 

Immer wieder meinen manche Leute, diese Höllenerfahrungen geschahen vor allem im Mittelalter. Aber zu einer solchen Meinung kann man nur kommen, wenn man sich mit NTE nicht ausreichend beschäftigt. Nicht wenige Menschen machen auch heute Höllenerfahrungen und man sollte dabei – im Vergleich zu den lichtvollen Erfahrungen – mit einer höheren Dunkelziffer rechnen, weil die Betreffenden nicht stigmatisiert und mit dem Teufel oder dem Bösen in Verbindung gebracht werden wollen.

 

Aber auch die überwiegend schönen Jenseitserfahrungen sind nicht immer einzig und allein angenehm. Der Lebensfilm zum Beispiel wurde bereits erwähnt. Dabei handelt es sich um eine tiefe, psychische und somit auch emotionale Reflexion der wichtigsten Ereignisse des vorangegangenen irdischen Lebens, und eine solche Reflexion kann ziemlich unangenehm werden, weil man hierbei jene körperlichen und emotionalen Schmerzen durchlebt, die man anderen Lebewesen zugefügt hat. Außerdem kann der Lebensfilm meiner Beobachtung nach besonders dann unangenehm sein, wenn bei einem Menschen Uneinsichtigkeit, fehlende Reue oder ungesühnte Schuld im Spiel sind.

 

Um den Sterbeprozess angenehmer zu machen würde jedenfalls die Bewusstlosigkeit bereits genügen. Die meisten Nahtoderfahrungen sind aber lichtvolle, äußerst schöne, angenehme Erfahrungen. Über diese Erfahrungen kommen von den Betreffenden immer wieder Aussagen wie etwa: »Wenn Sie sich die glücklichsten Momente ihres Lebens gleichzeitig vorstellen und diese vertausendfachen, dann haben Sie noch immer keinen Eindruck davon, wie schön es im Jenseitigen ist.« Die Betreffenden haben ja gerade aufgrund dieser unbeschreiblichen Herrlichkeit für den Rest ihres Lebens eine so starke Sehnsucht nach der »Heimat«.

 

Wenn nun daran denke, mit dem körperlichen Tod sei das Leben des Menschen endgültig zu Ende, dann wären sowohl der Lebensfilm als auch diese unbeschreiblich schönen Empfindungen völlig unlogisch. Warum sollte der Mensch ausgerechnet in den letzten Sekunden seines Lebens die allerschönsten Momente erfahren? Und wozu dann noch der Lebensfilm?

 

Der Lebensfilm dient als Abschluss für das zurückliegende irdische Leben und gleichzeitig als Einstieg in das Fortleben im Jenseitigen. Er ist Teil des Übergangs. Wäre der Lebensfilm nur eine Halluzination, dann hätten ihn Menschen sehr wahrscheinlich auch in anderen Situationen, also etwa bei echten Halluzinationen oder bei Träumen, was aber nicht der Fall ist. Man hat ihn nur bei echten außerkörperlichen Erfahrungen in Todesnähe, weil man sich hier tatsächlich an der Schwelle in die andere Dimension befindet.

 

Natürlich ist es nun wiederum sinnvoll zu fragen, warum die einen Menschen eine Jenseitserfahrung haben, andere hingegen nicht, obwohl sie ebenfalls fast gestorben wären? Dazu eine Aussage von Maureen Clinton über ihre eigene NTE: »Ich wusste, dass es keine Zufälle gibt, dass sehr gut auf mich aufgepasst wurde, dass alles geplant war. Sogar meine Anwesenheit dort [im Jenseits, Anm.] war geplant und sie war ein besonderes Geschenk, das ich brauchte.«[7] Es passiert vieles im Leben, was wir nicht bewusst in der Kontrolle haben, von dem wir aber später irgendwann den Sinn oder den »Plan« dahinter erkennen.

Fehlargument: Berichte über NTE seien nachgeplappert

Manche Skeptiker meinen, heute würde fast jeder Mensch über NTE Bescheid wissen, weshalb ein Großteil der heutigen Berichte über NTE erfunden sei. Ja, es wurden sehr wenige Fälle bekannt, wonach NTE erfunden waren und ich bin auch selbst von einigen Berichten davon überzeugt, dass sie nur erfunden wurden, um persönliche religiöse Anschauungen zu untermauern oder Aufmerksamkeit zu erregen. Es gibt immer wieder wo Trittbrettfahrer, die bestimmte Umstände nützen, um gehört zu werden oder sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Daher ist es wichtig, persönliche Erfahrungsberichte nicht blind zu glauben, sondern zu prüfen.

 

Und selbst wenn ich der Überzeugung bin, dass jemand eine echte NTE hatte, so ziehe ich es in Betracht, dass der Betreffende sich vielleicht nicht mehr völlig exakt erinnert, irrtümliche Schlussfolgerungen aus seiner Erfahrung zieht oder manche Dinge vielleicht nicht exakt erklärt. Immerhin geht es hier um Erfahrungen, die man von Grund auf nur schwer beschreiben kann. Sie sind zu einem großen Teil unsagbar.

 

Und ja, NTE sind inzwischen sehr bekannt und verbreiten sich immer mehr. Aber daraus kann nicht abgeleitet werden, es handle sich vorwiegend um »Kopien«. Erst im Jahr 2018 habe ich zum ersten Mal erlebt, dass eine Frau meinte, sie wusste vor ihrer eigenen NTE bereits von NTE und hatte davor bereits Bücher darüber gelesen.

 

Viele Menschen, die auch heute zum ersten Mal darüber berichten, hatten ihre NTE viele Jahre oder sogar Jahrzehnte davor, also etwa in den 80er- und 90er-Jahren. Sie trauen sich heute erfreulicherweise eher darüber zu berichten, weil sie sehen, dass dieses Thema heute nicht mehr so ein großes Tabu ist. Und auch viele von jenen, die ihre NTE in jüngerer Zeit hatten, wussten vorher nichts oder nur wenig Dinge darüber.

 

 

Argument: Nahtoderfahrene waren nicht tot …

 

… weshalb man auch nicht sicher sagen könne, das Gehirn sei absolut inaktiv gewesen. Ja, das ist ein berechtigtes Argument, aber gerade Neurologen sagen immer wieder, dass der Mensch ohne messbare Gehirnströme keine Wahrnehmung hat. Daher gilt das Null-Linien-EEG auch als entscheidendes Kriterium bei der Hirntoddiagnose. In vielen Ländern ist zur Organentnahme nicht einmal die Vollnarkose vorgeschrieben. Wenn man nun sagt, das Null-Linien-EEG sei kein Beweis dafür, dass der betreffende Mensch keine Wahrnehmung mehr hat, dann dürfte es auch die Transplantationsmedizin nicht geben.

 

In zahlreichen Fällen von Nahtoderfahrungen waren die Betreffenden nachweislich klinisch tot. Und in vielen weiteren Fällen wurden die betreffenden Menschen ärztlich tatsächlich schon für tot erklärt. Dazu etwa der Bericht von Frau Hubschmied. Sie lebte in einer kleinen Stadt, war Krankenschwester und unternahm einen Suizidversuch, indem sie sich von einem Haus stürzte. Sie konnte während ihrer außerkörperlichen Erfahrung sehen, wie sie in jenem Krankenhaus, indem sie angestellt war, beinahe seziert wurde (Zitat wortgetreu, aber stilistisch korrigiert): »Tatsächlich wurde ich dann für tot erklärt und später in die Leichenhalle des Krankenhauses gebracht … Ich sah meine Mutter, wie sie bereits Kränze besorgte. Als ich in der Leichenhalle lag, hatte jemand die Idee, dass man durch die vielen Knochenbrüche einiges lernen könnte und ich daher seziert werden sollte … Also wurde ich wieder von der Leichenhalle entfernt. Das habe ich nicht als schön empfunden, weil ich ja sterben wollte … Ich hörte schon die Gespräche derer, die mich sezieren wollten … Dann kamen sie in den Raum und stellten fest, dass es noch nicht so weit war. Dies nahm ich wieder sehr emotionslos, ganz nüchtern wahr, wie ein Roboter, so als würde mich das Ganze nichts angehen. Ich empfand es als völlig in Ordnung, dass ich seziert werden soll. Ich hatte davor keine Angst … Die Anwesenden – die übrigens ehemalige Kollegen von mir waren – machten Witze. Als ich ihnen später erzählte, was die für Witze gerissen haben, fragten sie mich entsetzt, wer mir das erzählt hat.«[8]

 

Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Mensch etwas völlig anderes erlebt, wenn er tatsächlich stirbt und nicht wieder erwacht? Dieses »Sie waren noch nicht ganz tot« – Argument ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber wahrscheinlich wenig relevant.

Kritisches zu Berichten über transzendente Erfahrungen

Wie überall, so gibt es auch unter jenen Menschen, die über transzendente Erfahrungen berichten, zweifelhafte Erscheinungen, und davon vor allem drei Arten.

 

Erstens – nennen wir es beim Namen: Lügner und Trittbrettfahrer. Hinter dem Lügen steckt natürlich nicht immer eine bewusst bösartige Absicht. Viele Menschen lügen aus Angst und Unbeholfenheit heraus. So sind dem Menschen seine eigenen Fantasien oft wichtiger als das Bemühen, die Wahrheit zu erkennen, denn gewohnte Vorstellungen lösen Empfindungen von Sicherheit aus, während ungewohnte Gedanken und schwer zu verstehende Dinge Gefühle von Unsicherheit auslösen können und somit als unangenehm empfunden werden. Eine bekannte Nahtodforscherin in den USA, Nancy Evans Bush, schrieb zum Beispiel ein Buch mit dem Titel »Buddha in Hell« (Buddha in der Hölle). Sie thematisiert in diesem Buch unter anderem die Behauptung einer unbekannten Person, diese habe während ihrer Nahtoderfahrung Buddha in der Hölle gesehen. Es konnte nicht ausgeforscht werden, wer dies behauptet hat, aber es zeigt sich bei der ganzen Sache eher, dass es sich um jemanden handelt, der das Christentum unbedingt als die einzig wahre Religion darstellen will, während andere Religionen, in diesem Fall vor allem der Buddhismus, als falsch und gefährlich dargestellt werden sollen.

Zweitens: Jemand hat zwar eine echte übersinnliche Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine intensive und umfassende Jenseitserfahrung, stellt sie jedoch missverständlich dar, und dies kann wiederum verschiedene Gründe haben, zum Beispiel eine lückenhafte Erinnerung oder unzureichendes Ausdrucksvermögen. Auch erfahrene Menschen können sich bezüglich ihrer Jenseitserfahrungen irren. Dies zeigt sich etwa bei Menschen, die ihre Erfahrung etwas einseitig durch die Brille ihrer Konfession erklären. Die vorsichtigeren unter den Jenseitserfahrenen betonen es daher immer wieder, dass man sich mit voreiligen Schlüssen und pauschalen Behauptungen über die Jenseitswelt zurückhalten soll.

Drittens: Auch unter jenen, die zwar selbst keine direkten spirituellen Erfahrungen machten, sich aber dafür interessieren, neigen einige dazu, transzendente Phänomene zu sehr durch die Brille der eigenen Ansichten zu sehen. Dazu ist Garabandal wieder ein gutes Beispiel. Dieses Ereignis wurde teilweise in einer überaus katholischen Schwärmerei in die Welt getragen. Manche sahen in den Garabandal-Phänomenen gar den Beweis, die katholische Kirche sei die einzig wahre Kirche. Nach meinem jetzigen Wissensstand über Garabandal gehe ich davon aus, dass diese übereifrige Berichterstattung im Rahmen einer katholischen Mentalität eher nicht im Sinne der vier betreffenden Frauen selbst war.

Dies alles zeigt uns: Der blinde Glaube an spirituelle Schriften und Erfahrungsberichte kann irreführend sein. Letztlich liegt es in der Verantwortung eines jeden Mensch selbst, auf seiner Suche nach der Erkenntnis eine vernünftige Skepsis anzuwenden, nach dem Grundsatz: Alles prüfen und das Wahre behalten.

Ich wurde in dieses helle Licht und in diesen ständig größer werdenden Lichttunnel gezogen. Es war ein sehr starkes Gefühl der Rückkehr an einen Ort, an dem ich schon früher war – eine Heimkehr. Es war nicht beängstigend, sondern sehr friedlich und freudvoll. Ich erinnere mich an Gefühle von Frieden, Wohlwollen und Einheit. Und dann, ganz plötzlich war ich zurück in meinem Körper und ich erinnere mich, als ich dachte: ‚Oh Gott – nicht wieder dieses Leben!‘ Ich war zurück in diesem physischen Körper mit seinen Limitierungen. Ich war zurück in diesem Leben mit meiner Frau, meinen Kindern, meinem Hund, meinem Haus und all diesen Dingen und Personen, an denen ich mich in diesem Leben erfreue, aber all das verblasste zu Bedeutungslosigkeit, weil ich einen Einblick in etwas ganz anderes bekam. Damit will ich keinesfalls meine Familie herabsetzen. Aber es war einfach so. All dieses Irdische war nicht länger bedeutend.

Ken Martin[9]

Quellen

[1] Emanuel v. Swedenborg, H. J. Hube (Hrsg.), Himmel und Hölle, Marix Verlag 2016, S. 212 Z. 34

[2] https://www.youtube.com/watch?v=l5NF8cWrC3I

[3] https://www.youtube.com/watch?v=G9ChWhvgT-E ca. ab min. 34:00

[4] https://www.youtube.com/watch?v=AZxgzTPjZYs&t=365s bei ca. min 6:00

[5] https://www.youtube.com/watch?v=RgSGTzB0ghs, min 50:08

[6] http://www.standenat.at/artikel/leben-nach-tod.htm

[7] https://www.youtube.com/watch?v=bdb2NuhKAWk ab min 12:19

[8] https://www.youtube.com/watch?v=Izh3lP4gZuw

[9] https://www.youtube.com/watch?v=m1IN3gy66rY ab 14:09

 
 

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