Empirische Beweise für das Leben nach dem Tod​

Der Zustand ohne Körper ist der natürliche. Innerhalb des Körpers zu sein ist ein Artefakt.

Prof. Dr. Fred Alan Wolf, amerik. theoretischer Physiker, geb. 1934[1]

 

Warum das Wissen um das Leben nach dem Tod wichtig sein kann

Der wirkliche Sinn des Lebens

Ein Argument mancher Skeptiker gegen den Glauben an das Leben nach dem Tod lautet, dieser Glaube würde vom irdischen Leben ablenken. Ja, das kann der Fall sein, vor allem durch eine überschwängliche Jenseits-Sehnsucht, aber auch durch problematische Vorstellungen darüber, was Gott angeblich will, woraus dann auch entsprechend problematische Verhaltensnormen für das irdische Leben abgeleitet werden.

 

Aber das tiefere Verstehen dessen, was es mit dem irdischen Leben und dem Jenseits auf sich hat, lenkt nicht vom irdischen Leben ab, sondern hilft einer besseren Lebensführung.

Spätestens in ernsthaften Lebenskrisen fangen Menschen meistens an, nach einem höheren Sinn zu suchen. Und wenn der Mensch diesen Sinn dann nicht erkennt, dann irrt er herum und leidet darunter.

 

Die meisten Menschen ändern sich durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen deshalb so sehr zum Positiven, weil sie durch diese Erfahrungen tiefer erkannt haben, worin der Sinn des irdischen Lebens besteht und was ein gutes Leben ausmacht. Und davon können auch außenstehende Menschen lernen.

Bei der Erforschung des Lebens nach dem Tod geht es also nicht nur um das »Danach«, sondern um das ganze »Jetzt«, um die ganze Struktur und Sinnhaftigkeit des Lebens. Aus Jenseitserfahrungen kann man lernen, dass das irdische Leben kein Zufall ist, dass es einen Sinn hat und worin dieser besteht.

Ich hatte nie das Gefühl, irgendwo zuhause zu sein. Nach meiner Nahtoderfahrung weiß ich, was Zuhause ist. Für mich ist Zuhause wirklich die jenseitige Welt, und das hat mich sozusagen etwas versöhnt – weil ich da hingucken durfte – hier mehr anzukommen, in meinem jetzigen, irdischen Zuhause.

Dirk Hirsch über seine Nahtoderfahrung[2]

Leiden, Suizid und die Aussicht auf eine Heilung des Lebens

 

Manche Skeptiker meinen zum Beispiel auch, der Glaube an ein schöneres Jenseits würde leidende Menschen zum Suizid verleiten. Ja, das ist möglich, aber die fehlende Aussicht auf ein besseres Nachleben und der Glaube, mit dem Suizid sei das Leiden endgültig vorbei, kann ebenso ein Grund für den Suizid sein.

 

Gerade aus Jenseitserfahrungen und medialen Kontakten kann man außerdem lernen, dass Seelen ihren Suizid meistens bereuen und es im Jenseits nicht nur Licht und Liebe gibt, sondern auch Leidenszustände. Dies kann, zusammen auch mit dem Wissen über den wahren Sinn des Lebens, vom Suizid abhalten.

 

Besonders jene Menschen, die durch bestimmte Erfahrungen leiden, vor allem durch Verlassenheit, Verlust, Einsamkeit, Existenzangst, schwere Krankheit, Gewalt und Ungerechtigkeit, brauchen die Aussicht auf eine Heilung des Lebens, auf Gerechtigkeit und Ausgleich (»Sühne«). Eine solche Heilung ist für viele leidende Menschen in der irdischen Welt nicht oder nur teilweise möglich, und die Aussicht auf eine wirkliche Heilung findet man nicht in einer rein materialistischen Weltsicht.

Wenn man sich selbst umbringt und es gelingt, muss man wieder zurück und sein Leben von vorn beginnen. Du musst alles, was unangenehm war, noch einmal durchmachen, und dann bist du wieder an dem Punkt, dich selbst umzubringen. Man kann nicht davonlaufen.

Sandi Rogers[a]

Weitere Zitate zu Suizid und Unsterblichkeit:

»Ich weiß, ich habe nicht das Recht, mir das Leben zu nehmen, aber ich wollte nicht zurückkommen. Ich würde gerne wieder dort sein. Eines Tages wird es so weit sein und ich hoffe, ich kann dortbleiben und muss nicht wieder hier her zurück. Aber ich darf mir nicht das Leben nehmen, um dort hin zu kommen. Das würde nicht klappen.«

Viola Horton über ihre eigene Nahtoderfahrung[b]

»Falls wir die Prüfungen des jetzigen Lebens nicht bestehen, ist es selbstverständlich, dass wir diese wiederholen müssen. Dies kann nur unter den gleichen Umständen, d. h. in der gleichen Zeit-Raum-Dimension der materiellen Welt, hier auf dieser Erde geschehen. Wir werden re-inkarniert, um etwas besser zu machen als zuvor.«

Stefan Jankovich, eine Erkenntnis aufgrund seiner eigenen Nahtoderfahrung[c]

»Ich wusste, dass ich immer unsterblich, ewig und unzerstörbar war, bin und sein werde, und dass ich niemals verloren sein kann. Ich wusste, dass ich absolut sicher bin und für immer sein werde. Ich konnte tief in mich hineinblicken, in meinen wirklichen Kern, in meine Essenz. Und ich sah, hier war Liebe und sonst nichts. Mein Kern war vollkommene Liebe … Ich empfand komplette Liebe und Akzeptanz für alles. Ich hatte das Gefühl, ich wurde verbunden mit einem Wissen, das ich immer schon in mir hatte. Und ich wunderte mich, wie es passieren konnte, dass ich so etwas Wichtiges jemals vergessen konnte.«

Jayne Smith über ihre Wahrnehmung im Jenseits[3]

Das Ewige ist der natürliche und ursprüngliche Zustand des »seelischen Menschen«

Ein weiteres Argument vieler Skeptiker lautet, ein ewiges Leben könnte ein Horror sein.

 

Die meisten Menschen haben jedoch nach ihrer Nahtoderfahrung eine sehr starke Sehnsucht nach dem Jenseits, obwohl sie das Lebensgefühl dort meistens als ewig, zeitlos und unendlich empfunden haben. Dieses Empfinden ist dort völlig normal. Die seelische Existenz im Jenseits wird meistens als der eigentliche, ursprüngliche und völlig natürliche Zustand empfunden, während die Nahtoderfahrenen das irdische Leben oft als einen »kurzen Augenblick« oder als programmiertes Hologramm oder »Theater« bezeichnen. Vielmehr ist die Zeit eine Art Illusion hier im Irdischen, die uns sehr real vorkommt, und das hat einen bestimmten Sinn.

Aber auch als irdische Menschen haben wir grundsätzlich einen starken Drang nach dem Leben. Der irdische Mensch will nur dann nicht mehr leben, wenn er zu viel Stress hat, wenn er leidet und wenn er sich zu schwach fühlt, also letztlich dann, wenn eine belastende Wahrnehmung des Lebens über eine freudvolle überwiegt. Wer überwiegend Freude hat am irdischen Leben, der will auch nicht aus dem Leben ausscheiden, es sei denn, er kann sich an den rein seelischen Zustand ohne Körper erinnern, der für »erlöste« Seelen unvergleichlich schöner ist als der irdische.

Interessant zu diesem Aspekt sind auch die Forschungen im Bereich das Anti-Aging, denen ein riesiger Markt zugrunde liegt. Und hieran sieht man, wie wenig man von der Wissenschaft her über das Leben weiß. Es ist paradox heute: Einerseits forscht man nach der ewigen Jugend für die materielle Existenz, aber aus Jenseitserfahrungen könnte man lernen, dass eine Art ewige Jugend sowieso der eigentliche seelische Zustand des Menschen ist und dass dieser weitaus erstrebenswerter ist als das materielle Leben.

Dazu der US-amerikanische Psychologe Dr. Joe Geraci über seine Nahtoderfahrung[4]:

 

»Ich erinnere mich an nichts Biologisches. Es ist kein Sehen wie mit den körperlichen Augen. Das körperliche Sehen ist nötig hier (im Irdischen, Anm.). Das physische Hören und die Sprache sind nötig hier. Aber dort gibt es das nicht. Du weißt einfach. Du weißt alles und alles ist ein Teil von dir. Es ist einfach so schön. Es war die Ewigkeit. Es war, als sei ich immer dort gewesen und als würde ich immer dort sein, und dass meine Existenz auf der Erde nur ein sehr kurzer Augenblick sein würde. Für uns ist es schwierig, die Ewigkeit zu verstehen. Dort ist alles gleichzeitig. Es gibt keinen Zeitverlauf, keinen Anfang und kein Ende … Als ich in den Körper zurückkam waren sofort wieder die Schmerzen da und die Angst. Und ich erinnere mich, ich war sehr sauer, dass sie mich zurückholten. Darauf hat mich meine Frau später angesprochen. Sie sagte mir, ich schien verärgert zu sein und fragte mich, woher das gekommen sei … Es folgten die frustrierendsten Monate meines Lebens, nachdem ich diese Perfektion erfuhr. Ich wollte daran festhalten, es nicht loslassen.«

Passend ist hierzu auch eine mediale Information durch das deutsche Schreibmedium Bertha Dudde, 1891 - 1965 (Auszug aus der Kundgebung Nr. 977, frei verfügbar im Internet):

 

»Das Leben im Jenseits im Lichtzustand ist den Menschen gleichfalls unvorstellbar. Denn es übersteigt alle irdischen Freuden ums Tausendfache, ist jedoch von der Art der irdischen Freuden gänzlich abweichend und darum über alle Maßen beglückend und beseligend. Und alle Phantasie des Menschen vermag nicht annähernd ein Bild zu entwerfen, das der Wahrheit entspricht, denn es erwarten ein vollkommenes Wesen in jenen Sphären himmlische Freuden, zu deren Vergleich nichts Irdisches angeführt werden könnte. Und ebenso ist das Empfindungsvermögen der Wesen im Lichtzustand alles irdische Empfinden übertreffend, und es kann darum auf Erden niemand den Grad des Wohlbehagens ermessen, der jenen Wesen beschieden ist.«

Aber: Im Jenseits gibt es nicht nur Licht und Liebe

Schließlich lautet ein häufiges Argument der Skeptiker auch: Wenn man stirbt, dann sieht man ja, ob es weitergeht, also muss man es vorher nicht wissen?

 

Nahtoderfahrungen und mediale Übermittlungen zeigen jedoch, dass es einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen den Wesenszügen eines (irdischen) Menschen und dem Zustand, in dem er sich nach seinem körperlichen Tod in der jenseitigen Welt wiederfindet. Wie es für einen Menschen nach seinem körperlichen Tod weitergeht und ob er es dann eher gut oder eher schlecht hat, kann wesentlich davon abhängen, wie er im vorherigen irdischen Leben gelebt hat.

Mein Jenseitsbild war ja: »Wir kommen alle an einen wunderschönen Ort, es geht uns so gut, es kann nicht perfekter sein, das ist der ideale Zustand.« Mittlerweile bin ich da nicht mehr so sicher, weil ich Begegnungen hatte mit Verstorbenen, die eindeutig belastet waren, denen es nicht gut ging, die dabei waren, einen Ausgleich zu suchen für ihr Leben … die das loswerden wollten, an dem sie litten, die mich auch baten, das alles von ihnen zu nehmen, was sie da haben, ihnen behilflich zu sein, dies mitzutragen, zu beten für sie.

Beatrix Keller aufgrund von medialen Kontakten[5]

Wechselwirkungen zwischen den Welten

Nahtoderfahrungen bestätigen Grundsätze der Ideenlehre des berühmten griechischen Philosophen Platon, der um 400 v. Chr. gelebt hat. So sagen es Menschen nach Nahtoderfahrungen immer wieder, dass das körperliche Nervensystem neben einer produktiven auch eine rezeptive Mechanik besitzt. Das bedeutet, das Nervensystem produziert nicht nur Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, sondern empfängt auch Wirkungen und Wahrnehmungen aus dem »Geistigen«, also aus der nicht-körperlichen Welt.

Diese Wechselwirkungen zu kennen ist hilfreich, um sich von negativen Einflüssen abgrenzen und sich den wohlwollenden, heilenden Impulsen besser öffnen zu können.

 

Die rezeptive Realität erklärt auch, warum sich Menschen nach Nahtoderfahrungen, wenn sie dann wieder an den Körper gebunden sind und über ihre Erfahrungen berichten, an lokale (irdische) Details erinnern, die sie rein nervlich gar nicht wahrnehmen konnten, weil sie körperlich bewusstlos waren (mehr dazu später).

»Vor diesem Zeitpunkt hatten die Ärzte Tests durchgeführt, um festzustellen, inwieweit meine Organe überhaupt noch funktionierten, und sie hatten den Ergebnisbericht bereits geschrieben. Aber in diesem anderen Reich schien es so zu sein, dass die Resultate jener Tests und der Bericht darüber von der Entscheidung abhingen, die ich erst noch zu treffen hatte – ob ich leben oder den Weg in den Tod fortsetzen wollte. Wenn ich den Tod wählte, würden die Testergebnisse ein Organversagen anzeigen. Wenn ich mich zur Rückkehr ins physische Leben entschied, würden sie zeigen, dass meine Organe wieder zu funktionieren begannen.«

Anita Moorjani[d]

Falsche Behauptungen über Nahtoderfahrungen

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

Carl Gustav Jung, schweiz. Psychiater, 1875 - 1961

Die häufigsten Falschaussagen, um Phänomene wie Nahtoderfahrungen (NTE) kleinzureden oder nur als nichtssagende Halluzinationen darzustellen, sind:

  • NTE zeigen sich nur durch persönliche Erfahrungsberichte und könnten daher nichts beweisen.

  • Die betreffenden Menschen seien nicht endgültig gestorben.

  • NTE könnten bereits körperlich erklärt und experimentell ausgelöst oder sogar erzeugt werden.

  • NTE seien als reale Jenseitserfahrungen wissenschaftlich nicht erwiesen.

 

Diese Argumente stammen hauptsächlich von Leuten, die selbst keine Nahtoderfahrungen vorweisen können und sich nicht einmal ordentlich damit beschäftigen. Aber es ist sinnvoll, auf diese Gedanken einzugehen, daher werden diese nun näher erläutert.

Die weiteren Aussagen über Nahtoderfahrungen beruhen vorwiegend auf der wissenschaftlichen Literatur darüber, unter anderem auf der großen prospektiven Langzeitstudie des niederländischen Kardiologen Pim van Lommel, die im Jahr 2001 im »The Lancet« veröffentlicht wurde – einer der ältesten und renommiertesten internationalen Fachzeitschriften für evidenzbasierte Medizin. Andere Pioniere der klinischen und psychologischen Nahtod-Forschung sind vor allem die US-Amerikaner Michael Sabom, Jeffrey Long, Bruce Greyson, Kenneth Ring und der in den USA tätige Brite Sam Parnia.

Die bisherigen Studien über NTE weisen zwar Mängel auf und sie werden deshalb auch oft als pseudowissenschaftlich betrachtet. Aber mangelhaft sind auch sehr viele andere Studien, die uns als wissenschaftlich angepriesen werden, und das heißt wiederum nicht, sie seien völlig unbrauchbar. Sie liefern zumindest oft wichtige Indizien, an die man anknüpfen kann. Wer wirklich interessiert ist, beschäftigt sich damit, anstatt so zu tun, als sei da nichts. Denn am Anfang jeder Forschung stehen nicht Beweise, sondern eben Forschungen, damit es überhaupt einmal zu Beweisen kommen kann. Wer immer nur billig meint, etwas sei nicht erwiesen, signalisiert damit nur, dass er dagegen ist. Und mit einer solchen Einstellung ist es auch nicht möglich, eine schwierige und weniger offensichtliche Sache zu begreifen.

 
 

Beweisfeld 1: Validierungen von Wahrnehmungen

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[6]

 

Warum auch persönliche Erfahrungsberichte Fakten beweisen können

Es wird oft so dargestellt, als ginge es bei NTE nur um nicht prüfbare Behauptungen, wie etwa um Erfahrungen von Tunnel, Licht, außerordentlichen Gefühlszuständen und Seelenwesen.

 

Die ernsthaften Nahtodforscher haben jedoch deshalb begonnen, sich für Nahtoderfahrungen zu interessieren, weil ihre Patienten nach dem Aufwachen sehr detailliert lokale Ereignisse und Dinge beschreiben konnten, zum Beispiel vom OP-Saal oder vom Unfallort, obwohl sie während dieser Zeit tief bewusstlos, klinisch tot oder von der körperlichen Position her nicht in der Lage waren, diese Dinge wahrzunehmen. Oft handelt es sich bei diesen Erinnerungen um Ereignisse, die zeitgleich in anderen Räumen und sogar in anderen Orten erfolgten, und oft sind Menschen während einer Nahtoderfahrung sogar gleichzeitig in Vollnarkose und somit doppelt »ausgeschaltet«.

Hierbei geht es also um prüfbare Fakten. Wenn ein Patient diese Details nach dem Aufwachen beschreibt, so ist für das beteiligte Personal in diesem Moment evident bzw. validiert, dass sich der jeweilige Patient korrekt erinnert. In kontrollierten Studien kann man zusätzlich die Möglichkeit von Videoaufnahmen einrichten, um die Korrektheit der Wahrnehmungen und Erinnerungen der Patienten zu überprüfen.

Und wenn jemand etwas weiß, was körperlich-sinnlich nicht in sein Gehirn eindringen konnte, dann heißt das auch: Die Wahrnehmung des Menschen kann sich vom Körper ablösen und es muss eine Physik geben, die vom Körper unabhängig existiert.

Diese Erinnerungen sind der entscheidende, wissenschaftlich verifizierbare Faktor, der in prospektiven (vorausschauenden) kontrollierten Studien nachgewiesen werden kann und teilweise auch bereits wurde, vor allem durch Michael Sabom und Pim van Lommel (beide Herzspezialisten).

Diese Studien genügen zwar noch nicht, um die gesamte Wissenschaft zu überzeugen. Aber sie ergeben zumindest derart schwerwiegende Verdachtsmomente für die außerkörperliche Existenz, sodass es wissenschaftlich grob fahrlässig ist, diese zu ignorieren oder noch weiter zu behaupten, es gäbe keine entsprechenden Belege. Und mit diesen Belegen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der restliche Inhalt von Nahtoderfahrungen real ist, was aber nicht heißt, jeder Erfahrene würde seine eigene NTE völlig korrekt wiedergeben, weil ja die Erfahrenen selbst immer wieder betonen, es sei kaum möglich, diese Erfahrungen zu beschreiben.

Ansonsten findet man im Internet und in der Literatur viele Fälle von Wahrnehmungsvalidierungen, bezeugt von glaubhaften Menschen, die alles andere als fantasieren oder nur etwas inszenieren wollen. Was ist mit unserer Fähigkeit, eine Glaubwürdigkeit einzuschätzen? Für mich haben bodenständige, selbsterfahrene Menschen mehr Glaubwürdigkeit als engstirnige Theoretiker, die tief versunken sind in ihren Theorien und sich anmaßen, sie könnten über etwas sprechen, was sie selbst nicht erfahren haben und womit sie sich nicht einmal ordentlich beschäftigen.

Im Prinzip handelt es sich bei diesen Wahrnehmungs- oder Erinnerungsvalidierungen methodisch um etwas sehr Einfaches, was die meisten Menschen aus der Schule kennen. Wenn ein zu prüfender Mensch etwas von sich gibt, egal ob schriftlich, mündlich oder beides, dann ist das für sich genommen immer eine persönliche Äußerung. Aber bei einer ordentlichen Prüfung beweist sich, ob sich der Prüfling mit den jeweiligen Fakten beschäftigt hat oder nicht, ob er sie kennt. So ergibt sich ein Beweis. In der Wissenschaft spricht man auch von Validierungen und Verifizierungen.

Im Zusammenhang mit NTE gibt es schließlich noch weitere persönliche Aspekte, die ein ordentlicher Beobachter nicht ignorieren kann: Enorme positive Persönlichkeitsveränderungen sowieso bessere, schnellere und außergewöhnliche Heilungen. Manche Skeptiker behaupten, NTE seien praktisch identisch mit den Wirkungen von psychedelischen Drogen und den Wahrnehmungen bei bestimmten Experimenten. Warum aber treten dann hier, nicht wie bei NTE, diese enormen Persönlichkeitsveränderungen und Heilungen auf? Später wird sich außerdem noch zeigen, dass die Unterschiede zwischen NTE und Halluzinationen weit größer sind, als Skeptiker es ständig behaupten.

Menschen sind nach ihren Nahtoderfahrungen nicht nur »gläubig« und auch keine realitätsfremden Schwärmer. Mit ein bisschen Menschenkenntnis kann man den meisten von ihnen ansehen, dass sie etwas sehr Authentisches erfahren haben. Sie haben tiefe Einblicke in die ursächliche Natur der menschlichen Existenz gemacht. Das erklärt, warum sich ihre Persönlichkeit langfristig so stark zum Positiven verändert, dass sich Psychologen nur wundern, wie so etwas möglich sein kann.

 

Nahtoderfahrene waren nicht völlig tot – warum es nicht relevant ist

Ja, Nahtod-Erfahrene waren nicht in dem Sinne tot, dass ihr Körper völlig abgestorben ist. Mit diesem Argument will man im Grunde sagen: Man weiß ja nicht, ob das Gehirn doch noch ausreichend aktiv war, um eine nervliche Wahrnehmung zu ermöglichen.

Dies ist jedoch schon allein deshalb irrelevant, weil sich viele Menschen nach Nahtoderfahrungen an zeitgleiche lokale Ereignisse erinnern, die zu weit von ihrem Gesichtsbereich entfernt waren, sodass diese auch nicht bei aktivem Gehirn wahrnehmbar gewesen wären. Diese Erinnerungen sind der stärkste Beweis dafür, dass der Mensch ohne Körper existieren kann. Aber auch sonst ist es nicht sehr entscheidend, dass die betreffenden Menschen nicht völlig gestorben sind.

 

Erstens: Jene Nahtoderfahrungen, bei denen sich die betreffenden Menschen weitgehend von ihrem irdischen Körper abgelöst sehen, entstehen durch den Zusammenbruch ihres Kreislaufs und den darauffolgenden, überwiegenden Ausfall ihrer Gehirnfunktionen innerhalb von 10-30 Sekunden. Daher sacken Menschen in solchen Situationen so schnell zusammen und ohne Notfallmaßnahmen würden sie (eher) sterben. Das erklärt, warum NTE durch die heutige Akutmedizin immer häufiger werden. Oft dauert es dann auch viele Minuten, bis diese Menschen reanimiert werden.

Das EEG zeigt während des Kreislaufstillstandes sehr wenig Aktivität oder eine Null-Linie, und das bedeutet auch, dass das Gehirn hier insuffizient ist, also nicht mehr zu lebhaften Vorstellungen und Wahrnehmungen fähig. NTE werden von den erfahrenden Menschen noch dazu als die intensivsten und lebendigsten Erfahrungen ihres Lebens erlebt, und zwar weitaus lebendiger als die Wahrnehmung des irdischen Daseins.

Im Zuge der Diskussion über NTE wurde beispielsweise ein Experiment aus dem Jahr 2013 mit Ratten von der US-amerikanischen Forscherin Jimo Borjigin bekannt, weil sich hier anhand implantierter EEG-Elektroden angeblich zeigte, dass sich bei diesen Ratten kurz nach deren Kreislaufstillstand für etwa 15 Sekunden die Aktivitäten der Gammawellen im Gehirn stark erhöhten, bevor diese völlig verschwanden. Viele Nahtoderfahrungen gehen jedoch weit über diese kurze Zeitphase hinaus.  Das zeigte sich in vielen Fällen dadurch, dass der betreffende Körper mehrere Minuten bis hin zu 20 - 30 Minuten einen Kreislaufstillstand hatte, diese Menschen dann aber später die Verläufe innerhalb dieser Zeitspanne gänzlich oder zumindest soweit beschreiben konnten, dass damit mehrere Minuten abgedeckt waren.

Neuere Forschungen des Neurologen Prof. Jens Dreier an der Charité Berlin ergaben, dass einige Minuten nach Eintritt des Kreislaufstillstandes eine Energie-Entladungswelle in der Gehirnrinde aktiv wird, die den endgültigen Tod einleitet und nur an einem frühen Punkt durch Reaktivierung des Kreislaufs aufzuhalten ist. Die meisten NTE entstehen jedoch sofort mit dem Einsetzen des Kreislaufstillstandes, daher ist es unwahrscheinlich, dass diese Entladungswelle die Ursache für Nahtoderfahrungen ist. Außerdem dürfte diese Welle gar nicht aktiv werden, wenn ein Mensch letztlich gar nicht stirbt.

Zweitens: Nun heißt es in der Medizin schon seit langem, eines der sichersten Mittel für die Diagnose des irreversiblen Gehirntodes sei das EEG. Die Null-Linie über mindestens 30 Minuten bestätigt den Gehirntod. Man ist aber vom völligen Ausfall der Wahrnehmung so sehr überzeugt, dass das EEG für diese Diagnose in den meisten Ländern nicht einmal vorgeschrieben ist, auch in Deutschland nicht. Man verlässt sich für diese Diagnose vorwiegend auf Reiz-Reaktions-Tests. Und man ist außerdem so sehr vom Ausfall der Wahrnehmung überzeugt, dass die zu explantierenden Patienten nicht einmal eine Vollnarkose bekommen müssen.

Wenn es aber um NTE geht, da heißt es auf einmal von den Skeptikern: »Man weiß es ja doch nicht sicher, ob das Gehirn noch aktiv war.« Wenn man es doch nicht sicher sagen kann, dann riskiert man also, dass Menschen ihre eigene Organentnahme wahrnehmen und auch darunter leiden? In der Schweiz ist man hier deshalb vorsichtiger. Hier ist es zumindest üblich, dass Menschen vor ihrer Explantation eine Vollnarkose bekommen. An diesem Hin und Her zeigt sich, wie willkürlich und unwissenschaftlich viele Skeptiker mit Gehirntod und NTE umgehen.

Man weiß in der Medizin auch: Bei einer zu schwachen Vollnarkose können Patienten zum Beispiel Schmerzen, Atemnot oder leichte Wahrnehmungen ihrer Umgebung haben, also etwa einen Teil der Gespräche des klinischen Personals hören. Bei einer perfekten Vollnarkose hingegen ist die Wahrnehmung völlig ausgeschaltet. Wenn Menschen vom Kreislauf her stabil sind und eine ordentliche Vollnarkose durchlaufen, dann haben sie normal keine NTE und danach keinerlei Erinnerungen an die Zeit während der Narkose. Die Gehirnströme werden während einer solchen Vollnarkose trotzdem noch klar angezeigt, also keine Null-Linie im EEG.

Wenn ein Kreislaufzusammenbruch noch dazu während einer Vollnarkose erfolgt, dann ist der betroffene Mensch praktisch zweifach bewusstlos. Und auch in solchen Fällen haben Menschen oft Nahtoderfahrungen, eben genau dann, wenn der Kreislauf versagt. Es ist eigenartig, dass dieses Muster vielen Experten nicht auffallen will und dass man sich hier unbedingt noch einreden will, das Gehirn könnte noch aktiv gewesen sein. Ja, es war vielleicht noch irgendwo eine winzige Aktivität, aber diese kann nicht genügen für das, was Menschen in einer Nahtoderfahrung wahrnehmen.

Menschen ohne eine außerkörperliche Erfahrung haben kaum so klare und detaillierte Erinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Sie wissen höchstens noch ein bisschen etwas aus der Zeit vor der Bewusstlosigkeit und dies auch nicht aus der Perspektive von oben, sondern aus der liegenden. In starken Leidenszuständen werden Patienten noch dazu schmerzbehandelt oder narkotisiert, dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die Wahrnehmung zusätzlich. Mit der Außerkörperlichkeit jedoch endet das körperliche Leiden und die Wahrnehmung erweitert sich massiv. Das durchschaute etwa auch der berühmte Philosoph Platon, der auch behauptete, der Körper habe die Aufgabe, die Wahrnehmung, die man sonst im seelischen Zustand hat, zu beschränken. (Auch bei höllischen Erfahrungen erfolgt eine gewisse Erweiterung der Wahrnehmung, jedoch eine leidvolle und geprägt von einer gewissen Unbewusstheit über den momentanen Zustand. Darauf wird in diesem Artikel nicht näher eingegangen, nur später noch ein paar Hinweise dazu).

Die britische Skeptikerin Susan Blackmore meint beispielsweise, der Mensch könne allein durch das Hören erkennen, was in einem Raum passiert. Ja, aber das hat wohl Grenzen, vor allem dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die man vorher nie gesehen hat und auch aus dem normalen Leben nicht kennt. Es ist doch reines Wunschdenken, wenn man es so darstellen will, als hätten diese Menschen während einer tiefen Bewusstlosigkeit noch einen feinen Gehörsinn und ein klares Vorstellungsvermögen.

 

In vielen Fällen berichten die betreffenden Menschen sogar von Ereignissen, die sie nicht einmal bei körperlicher Wachheit hätten wahrnehmen können, weil sie körperlich zu weit davon entfernt waren. In solchen Fällen ist es zur Überprüfung der »körperlosen Informationsübertragung« nicht einmal nötig, dass die betreffenden Menschen klinisch tot oder bewusstlos waren.

 

Schließlich wurden viele Menschen auch bereits für tot erklärt, bevor sie doch wieder aufwachten und von NTE berichteten. Zwei solche Beispiele befinden sich im nächsten Abschnitt.

Dieses »Sie waren noch nicht ganz tot« - Argument ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber es hat letztlich wenig Relevanz für die Validierung von Erinnerungen an lokale Ereignisse und somit für Nahtoderfahrungen als körperlich unabhängige Realität, weil man mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass die Wahrnehmung bereits bei schwachen Gehirnströmen nicht mehr genügt, um sich klar und umfassend an lokale Details zu erinnern und auch nicht, um rein Gehirn-intern derart lebendige Erlebenszustände zu erzeugen, wie es Millionen von Menschen weltweit unabhängig voneinander durch eigene Nahtoderfahrungen berichten.

5 Beispiele

Einer der bekanntesten Fälle stammt von der amerikanischen Sängerin Pam Reynolds.[7] Pam hatte ein Gehirn-Aneurysma. Um es operieren zu können, musste Pams Blutfluss und somit ihr Herz für etwa 30 Minuten gestoppt werden. Das Blut wurde abgesaugt. Damit ihre Körperzellen nicht absterben, wurde sie auch unterkühlt. Vor und während dem Eingriff zeigte das EEG von Pam keinerlei Gehirnströme mehr an, und das bedeutet nach der herrschenden Meinung in der Neurologie: keinerlei Wahrnehmung. Außerdem befand sich zwischen den Augen der Patientin und dem Eingriff am Kopf eine Trennvorrichtung und die Augen und Ohren der Patientin waren abgedeckt.

 

Nach der Operation wachte Pam auf, niemand sprach mit ihr über die OP, aber sie erinnerte sich an zahlreiche Details, die ausgerechnet während der Zeit geschahen, als Pams Gehirn sicher ohne messbare Aktivität war. Zum Beispiel beschrieb sie exakt das komplizierte Instrument, mit dem sie operiert wurde. Dieses hatte sie jedoch vorher nie mit ihren körperlichen Augen gesehen. Als sie in den OP-Saal kam lag dieses Instrument irgendwo im Hintergrund auf einem Tisch, worauf sie keinen Blick werfen konnte. Verwendet wurde das Gerät dann erst, als Pam völlig bewusstlos war. Auch sonst wusste Pam viele Details, zum Beispiel welche Arbeiten die OP-Assistenten durchführten, welche Gespräche diese führten und welche Komplikationen auftraten. Beteiligte Menschen, insbesondere der leitende Chirurg, der renommierte Neurochirurg Dr. Robert Spetzler, bestätigten die Details dieses Falles, zum Beispiel dass Pam keine Ahnung davon gehabt haben konnte, mit welchem Gerät sie operiert wurde oder dass eine beteiligte Herzspezialistin Probleme hatte mit den Blutgefäßen. Dr. Spetzler bestätigte auch, dass Pam in dieser ganzen Zeit körperlich auf keinen Fall eine Wahrnehmung gehabt haben kann.

Anita Moorjani beispielsweise wurde nicht nur aufgrund ihrer NTE bekannt, sondern auch deshalb, weil der Krebs, an dem sie beinahe starb, innerhalb von fünf Wochen nach ihrer NTE völlig ausheilte.[8] Die Mediziner konnten dies kaum glauben und bestätigten, dass dies nicht auf die Chemotherapie zurückzuführen war. Im Zusammenhang mit NTE sind solche außergewöhnlichen Heilungen jedoch nicht selten. Anita lebte damals in Hongkong. Sie wurde am 2. Februar 2006 bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie dann für ca. 30 Stunden bewusstlos war. Hier hatte sie ihre außerkörperliche Erfahrung, in der sie sich so gut, frei und glückselig fühlte, wie nie zuvor in ihrem irdischen Leben. Aufgrund der ersten medizinischen Tests und der Anamnese wurde den Angehörigen bereits kurz nach der Einlieferung am 2. Februar gesagt, Anita würde aufgrund eines Organversagens sterben und die kommende Nacht nicht mehr überleben. Sie hatte mehrere zitronengroße Metastasen im Körper und ihre Lungen waren gefüllt mit Flüssigkeit. Nächsten Tag, am 3. Februar 2006 am frühen Abend erwachte Anita wieder in ihrem irdischen Körper. In ihrem Buch »Heilung im Licht« beschreibt sie zahlreiche Ereignisse, die sie nicht nur um ihren bewusstlosen Körper herum, sondern auch in anderen Räumen des Krankenhauses und sogar außerhalb des Krankenhauses wahrgenommen hatte, und sie beschreibt, wie die beteiligten Personen diese Ereignisse dann später bestätigten. All die Leute, mit denen sie sprach, waren erstaunt, worüber sie Bescheid wusste, so etwa über die Gespräche, die ihr Ehemann Danny auf dem Flur außerhalb ihres Krankenzimmers mit den Ärzten führte, während Anitas Körper bewusstlos im Krankenzimmer lag.

Ein anderer für mich glaubhafter Bericht stammt zum Beispiel von dem renommierten amerikanischen Herzchirurgen Dr. Lloyd Rudy.[9] In einem Video berichtet er über einen Patienten, dessen Herz nach der Herzklappenoperation nicht wieder selbständig zu schlagen anfing, weshalb dieser Patient für tot erklärt wurde. Während der Chirurg mit seinen Kollegen noch im OP-Saal über diesen Fall diskutierte, wurde der Körper des Patienten von der Herz-Lungen-Maschine getrennt. Die Geräte zur Überwachung der Lebensfunktionen inklusive Herz-Echo-Messung blieben noch angeschlossen, während der Brustbereich des Patienten nur noch dürftig geschlossen wurde, soweit es für Leichen eben nötig war, also nicht so exakt wie bei überlebenden Patienten. Die Apparate zur Überwachung der Lebenszeichen zeigten für geschätzte zwanzig Minuten keinerlei Signale des Patienten, auch keinen Herzschlag, ehe sich plötzlich doch wieder Lebenszeichen bemerkbar machten. Diese wurden vom Team zuerst nur noch als Reflexe interpretiert. Tatsächlich wurde der Kreislauf dieses Patienten jedoch selbständig und ohne Wiederbelebungsmaßnahmen wieder aktiv. Der Patient wurde wieder vollständig gesund.

 

Dr. Rudy ließ sich nicht besonders davon beeindrucken, als der Patient vom Tunnel und Licht berichtete. Was Dr. Rudy jedoch ins Staunen versetzte war, dass sich der Patient an zahlreiche Details erinnern konnte, die im OP-Saal tatsächlich während der Operation und somit während der Bewusstlosigkeit dieses Patienten geschehen sind. Darunter befand sich zum Beispiel ein Monitor auf einem weiter entfernten Tisch, auf den eine Assistentin während der Operation einige Post-its mit den Telefonnummern der eingehenden Anrufe angebracht hatte. Laut Dr. Rudy war es für den Patienten rein körperlich völlig unmöglich, dies wahrzunehmen, auch schon allein deshalb, weil dieser Monitor räumlich zu weit vom Körper des Patienten entfernt war.

 

Dass die Wahrnehmung nicht völlig an den physischen Körper gebunden sein kann, zeigt sich besonders auch dann, wenn blinde Menschen, die von Geburt an niemals visuelle Reize wahrnehmen, auch nicht in Träumen, nach außerkörperlichen Erfahrungen Details wissen, die sie vorher nicht mit ihren körperlichen Augen sehen konnten und die man nur wissen kann, wenn man sie – körperlich oder außerkörperlich – gesehen hat. Einer der bekanntesten Fälle dazu ist jener der Amerikanerin Vicki Noratuk.[10]

Zuletzt noch das Beispiel der inzwischen verstorbenen Schweizerin Frau Hubschmied.[11] Sie war Krankenschwester und unternahm 1947 einen Suizidversuch, indem sie sich von einem Haus stürzte. Sie konnte während ihrer außerkörperlichen Erfahrung sehen, wie sie in jenem Krankenhaus, indem sie angestellt war, beinahe seziert wurde. Sie wurde schon für tot erklärt und ihre Beerdigung wurde auch bereits angekündigt. Zitat (minimal angepasst, weil im Original sehr umgangssprachlich): »Ich wollte damals von Gott nichts wissen und sprang eben aus dem Fenster, Hochparterre dritter Stock, also praktisch wie vier Stock, und glaubte, jetzt ist es vorbei. Und dann habe ich erstmals erlebt, dass ich mich liegen sah, dass ich über mir schwebte. Ich habe ein ganzes Weilchen gebraucht, ehe ich begriff, das bin ich, die da liegt und die da so vor sich hin stöhnt und wimmert … (Anmerkung: Frau Hubschmied sah ihre ganze Operation im Krankenhaus von oben und wurde am Ende der OP für tot erklärt) … Ich wollte ja von dieser Welt gar nichts mehr wissen … habe ich mich natürlich auch gewehrt, wieder zurückzukommen. Und doppelt: Jetzt habe ich ja nun einen kaputten Körper gehabt. Und wenn sie erst einmal außerhalb ihres Körpers schweben, ist man ja so leicht. Und dann soll man plötzlich in ein ganz kaputtes Haus zurück. Ich habe mich gewehrt, zumal ich ja vorneweg auch nicht da bleiben wollte. Und so war es … dass ich eben klinisch tot war … Meine Mutter brachte dann wie gesagt die Kränze … und an dem Tag, als ich beerdigt werden sollte … dann hat man gesagt, da könnte man gut dran lernen, tun wir sie doch sezieren. So stellte man dann fest, dass ich noch nicht kalt war …  Ich lag in der Krankenhaus-Leichenhalle. Ich habe alles gehört. Und zwar ist das ein Hören anderer Art was man da hat … Die waren noch gar nicht in diesem Raum, und doch nahm ich alles auf … bevor die überhaupt diesen Raum wieder betreten haben … Es wurden Witze gemacht. Das waren übrigens ehemalige Kollegen von mir. Und als ich denen viel später nachher mal erzählte, was die für Witze gerissen haben, da waren die entsetzt und haben gefragt, wer mir das erzählt hat.«

Da die Ärzte in ihrer Absicht, Frau Hubschmieds Körper zu sezieren, feststellten, dass dieser noch immer nicht erkaltet war, wurde er nicht seziert und wieder aus der Leichenhallte entfernt. Später wachte sie dann (körperlich) wieder auf.

Andere Arten von Validierungen durch Informationen

Validierungen durch den »Lebensfilm«: Der Lebensfilm ist eines der häufigsten Elemente von Nahtoderfahrungen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Betreffenden ihr bisheriges irdisches Leben ganz oder teilweise durchlaufen, und zwar visuell aber auch mit allen relevanten Empfindungen der beteiligten Lebewesen, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere.

 

Hierbei kommt es auch vor, dass die betreffenden Menschen Ereignisse sehen, die sie früher, als diese Dinge im irdischen Leben tatsächlich passierten, körperlich-nervlich nicht wahrgenommen haben oder die sich ein Mensch normalerweise nicht merken kann, zum Beispiel den Geburtsvorgang. Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert der ungarisch-schweizerische Architekt Stefan von Jankovich, der auch einige Bücher über seine Jenseitserfahrungen schrieb. Er sah während seiner Nahtoderfahrung den Verlauf seiner Geburt, konnte sich später detailliert daran erinnern und erzählte auch seinem Vater darüber, der ihm bestätige, dass seine Beobachtungen korrekt waren. Es handelte sich um viele korrekte Details, sodass es sich um keine Erfindungen und Zufälle handeln konnte.

 

Warum viele »Materialisten« die Jenseits-Beweise nicht begreifen können und wollen

Schon sehr oft sagte man, nichts sei den Leuten so unangenehm wie eine neue Idee, und ich glaube, das gilt erst recht für Wissenschaftler.

Prof. Dr. Ian Stevenson, kanadischer Psychiater und Wissenschaftler, 1918 – 2007

Dass viele Menschen heute starke Abneigungen gegen Religion und Esoterik haben, ist verständlich in Anbetracht dessen, was viele religiöse Führer und esoterische Gurus aufführen. Aber von problematischen spirituellen Strömungen sollte man vernünftige Spiritualität und reale natürliche Phänomene unterscheiden.

Jene Skeptiker, die über Nahtoderfahrungen so viel Unsinn verbreiten, werfen all das Religiöse und Übersinnliche in einen Topf und sehen sehr einseitig nur das Negative darin. Außerdem sind sie so sehr mit der materiellen Welt identifiziert, dass sie im Tod und Jenseits eine Konkurrenz oder gar Angriffe gegen ihr materielles Leben sehen, über das sie halbwegs eine Kontrolle haben oder es zumindest so empfinden. Sie haben eine verzerrte Wahrnehmung und eine starke Abneigung gegen alles, was irgendwie an Spiritualität erinnert. Somit ist es ihnen gar nicht möglich, übersinnliche Fakten zu begreifen, obwohl sie diese (vielleicht) begreifen könnten. Sie beschäftigen sich nur oberflächlich mit diesen Phänomenen und nur soweit, um plausibel erscheinende Gegenargumente konstruieren zu können. Daher wollen sie nicht einmal eine ordentliche wissenschaftliche Untersuchung dieser Erfahrungen zulassen.

Ja, in Nahtoderfahrungen zeigen sich Überschneidungen zu konfessionellen Lehren, aber es zeigen sich auch Unterschiede. Hier zeigt sich kein kleinlicher, selbstsüchtiger Gott, wie er in manchen Kirchen immer noch vorherrscht. Insgesamt zeigt sich in Nahtoderfahrungen eine Welt der Vernunft, des Wissens, der Gerechtigkeit und der Schönheit in einem natürlichen Sinne. Wer aber das Gute nicht will, der empfindet es als unangenehm, wenn er es wahrnimmt. So kann man sich diese überaus starke Ablehnung mancher Menschen gegenüber Nahtoderfahrungen unter anderem auch damit erklären, dass sie kein Gespür für das Gute und Schöne haben.

 

Aber auch in religiösen Kreisen lehnen viele Menschen Nahtoderfahrungen ab, weil sie darin Widersprüche oder sogar Bedrohungen gegen die Lehre ihrer Konfession sehen. Apropos Religion: In den Zehn Geboten befindet sich ein sehr wissenschaftliches Gebot, in dem es sinngemäß heißt, man solle sich keine Bildnisse von unbekannten Dingen machen. Wenn sich der Mensch zu stark mit gewohnten Vorstellungen identifiziert, dann ist es ihm nicht möglich, passende Bildnisse bzw. Vorstellungen einer wenig greifbaren, (noch) unbekannten Sache zu machen. Das betrifft auch materielle Dinge.

Je mehr man sich mit gewissen materiellen oder religiösen Vorstellungen identifiziert, umso schwieriger kann es sein, sich zu den Berichten über Nahtoderfahrungen passende Vorstellungen über die Jenseitswelt zu machen. So lehnen beispielsweise viele von jenen Menschen, die sich stark mit der materiellen Welt identifizieren, jegliche Vorstellung ab, es könnte eine nicht-materielle Welt und eine höhere Ordnung geben, die der Mensch nicht messen oder unter Kontrolle bringen kann. Sie beschweren sich zwar gerne über religiöse Menschen, diese seien mit dem Leben überfordert und würden deshalb vor der Realität in eine traumhafte Jenseitswelt flüchten, aber das kann man umgekehrt genauso sagen: Materialisten klammern sich an eine nette, überschaubare und kontrollierbar Diesseitswelt, in der man Gott spielen kann, und sie sind überfordert mit der Vorstellung, dass es auch noch andere Dimensionen geben könnte, geschweige denn, wie diese aussehen könnten.

 

Das passende Vorstellungsvermögen ist jedoch entscheidend, um eine Sache verstehen zu können. Wenn man wirklich etwas versteht, dann deshalb, weil es entweder direkt evident ist, also offensichtlich, oder weil man sich zumindest korrekte Vorstellungen darüber machen kann. Und wenn es um Lebewesen und die Jenseitswelt geht, dann geht es nicht nur um bildhafte Vorstellungen, sondern besonders auch um die Gefühlszustände. Der Mensch ist ein Gefühlswesen und er spürt deshalb nur im »Herz«, was die Wahrheit ist.

Auch rein methodisch gesehen machen viele Wissenschaftler heute immer noch einen alten Fehler: Sie meinen, sie könnten sich eine Sache halbwegs erklären oder können es vielleicht tatsächlich, aber sie denken dann voreilig, sie hätten bereits die entscheidenden Ursachen dieser Sache gefunden. Dann machen sie ihre Augen nicht mehr auf gegenüber anderen Faktoren, die entscheidender sind oder sein könnten. So meinen manche etwa, die Evolutionstheorie würde indirekt belegen, es könne kein Jenseits und keinen Gott geben. Aber was sagt diese Theorie schon über die Ursachen des Lebens? Sie zeigt viele Prozesse, die in sich stimmig sind, aber wohl keine ersten Ursachen des Lebens.

 

Wissenschaftler sagen gegenüber ungewöhnlichen Phänomenen auch schnell einmal, für diese Phänomene gäbe es keine Theorie oder sie würden nicht in »bestehende Modelle« passen. Aber was machen diese Leute? Sie stellen ihre Theorien über die Natur. Für ernsthafte Wissenschaftler wie Einstein hingegen war völlig klar: Theorien müssen sich aus der Natur ableiten, daher spricht man ja von der »Naturwissenschaft«. Wenn ich für ein Phänomen keine Theorie habe, dann darf ich mir als Wissenschaftler nicht einreden, die Natur sei falsch, sondern dann muss ich wohl damit rechnen, dass meine Theorie völlig oder teilweise falsch ist. Wissenschaftler, die nicht bereit sind, ihre Theorien zu verändern, sind keine ordentlichen Wissenschaftler.

 

Ein theoretisches Dogma der heutigen Wissenschaft, was eigentlich nur eine Hypothese sein kann, lautet, alles Geistige entstünde nur unmittelbar aus einem funktionierenden Gehirn. Eine solche Sicht ist verständlich, wenn man nie Wind bekommt von übersinnlichen Phänomenen. Außerdem ist es offensichtlich, dass das Gehirn eine wesentliche Rolle bei der Wahrnehmung spielt: Eine schwere Grippe kann die Wahrnehmung ebenso massiv beeinträchtigen wie etwa ein Schlag auf den Kopf. Und man weiß heute auch einiges über das menschliche Gehirn. Dass sich elektrische Aktivitäten und verschiedene chemische Stoffe und Prozesse massiv auf die Wahrnehmung auswirken können, das ist ja auch unbestritten. Aber das ist wenig relevant, wenn es wichtigere Faktoren gibt, und diese sind im Falle von Nahtoderfahrungen die großen Unterschiede zu Halluzinationen, zu denen auch die Erinnerungen an lokale Details aus einer Zeit gehören, in der die betreffenden Menschen mit höchster Wahrscheinlichkeit bewusstlos waren.

 

Man kann noch so viele und korrekte Daten von etwas haben, aber diese sind nutzlos, wenn es sich dabei nicht um die entscheidenden Faktoren handelt. Deshalb haben gute Wissenschaftler ein Gespür dafür, ob sie die entscheidenden Faktoren bereits erkannt haben oder nicht.

 

Skeptiker, die sich selbst und anderen Menschen einreden, NTE seien bereits körperlich erklärbar und würden einzig und allein im Gehirn entstehen, können im Zusammenhang mit NTE sehr viele Faktoren nicht erklären, die für die nicht-körperliche Dimension sprechen, und sie gehen darauf oft nicht einmal ein oder denken sich plausibel scheinende, materielle Erklärungen dazu aus, besonders über folgende, ungeklärte Fragen:

  • Wie soll sich jemand an lokale Details erinnern, obwohl er in dieser Zeit völlig bewusstlos war?

  • Wie soll sich jemand an lokale Details erinnern, die er nicht einmal hätte wahrnehmen können, wenn er wach gewesen wäre, weil diese Details räumlich nicht im Bereich der körperlichen Wahrnehmbarkeit waren?

  • Warum treten diese enormen Persönlichkeitsveränderungen und Heilungen nur bei NTE auf, aber bei psychedelischen Halluzinationen entweder gar nicht oder weitaus schwächer?

  • Wie kann es sein, dass blinde Menschen bei Nahtoderfahrungen sehen können, nicht hingegen durch die Einnahme von Psychedelika?

  • Warum diese vielen Unterschiede zwischen Halluzinationen und NTE? (Mehr dazu später)

  • Warum hört das körperliche Leiden in Akutsituationen nur bei den Menschen mit NTE so plötzlich auf, nicht hingegen bei den Menschen ohne NTE?

  • Warum haben die meisten Menschen keine NTE, obwohl sie rein körperlich und psychisch die gleichen Bedingungen hatten wie die Menschen mit Nahtoderfahrung? (Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass NTE auch durch eine übergeordnete geistige Absicht ermöglicht werden. Darauf wird später noch einmal kurz eingegangen mit einem Zitat einer Erfahrenen.)

 

Übersinnliche Phänomene wurden vom Großteil der heutigen Wissenschaft noch nie ordentlich erforscht, sondern eher verdrängt und lächerlich gemacht. Daher genügt weder eine Evolutionstheorie noch das bisherige Wissen über das Gehirn und die menschliche Wahrnehmung, um Nahtoderfahrungen als reale Jenseitserfahrungen ausschließen zu können.

 

Unabhängig von Nahtoderfahrungen sagen Gehirnforscher immer wieder, man sei noch weit davon entfernt, die menschliche Wahrnehmung und ihre außergewöhnlichen Phänomene wissenschaftlich endgültig zu erklären. Sogar einer der US-amerikanischen Extrem-Skeptiker Daniel Dennett: »Wir wissen sehr wenig über unser eigenes Bewusstsein und vieles, was wir zu wissen glauben, ist falsch. Wir wissen rein nichts über das Trägermedium des Bewusstseins. Wir wissen nur einiges über dessen Inhalt.« Andererseits gehört er zu jenen, die behaupten, Nahtoderfahrungen könnte man materiell bereits ausreichend erklären und es sei klar, dass sie nur im Gehirn entstehen.

 

Heute ist die Ansicht so sehr verbreitet, Wissenschaftler seien – vor allem im Vergleich zu religiösen Leuten – besonders aufgeschlossen und neutral gegenüber der Wahrheitssuche, oder sie seien gar die einzigen, die überhaupt noch etwas Neues über die Welt herausfinden könnten. Die Geschichte zeigt jedoch, dass viele Dinge, die heute so selbstverständlich sind für uns, nicht nur von Religionen, sondern auch von den herrschenden wissenschaftlichen Autoritäten oft bekämpft wurden. Das sieht man heute zum Beispiel bei den Streitereien zwischen der klassischen Physik und der Quantenphysik.

 

Oder die Psychologie. Sie wurde lange Zeit als esoterischer Unsinn belächelt. Auch die starken Wirkungen des Placebo-Effektes wollten und wollen auch heute viele Experten nicht wahrhaben, obwohl es genug Studienergebnisse dazu gibt.

 

Ein aktuelles Beispiel sind auch die Heilwirkungen des Fastens. Diese wurden schon vor Tausenden von Jahren erkannt und angewendet, während sich die moderne Medizin bis vor wenigen Jahren noch überwiegend darüber lustig machte. Inzwischen gelten diese Wirkungen als wissenschaftlich belegt und sie werden auch immer mehr wissenschaftlich erforscht.

 

Skeptiker meinen sarkastisch, das Übersinnliche würde sich so sehr darum bemühen, sich zu verstecken. Aber erstens sind übersinnliche Erfahrungen gar nicht selten und wohl einer der Hauptgründe, warum so viele Menschen »gläubig« sind. Man sollte auch mit einer hohen Dunkelziffer rechnen, denn viele Menschen sprechen kaum über diese Erfahrungen, meistens aus Angst, dass sie für verrückt erklärt werden. Genau diese Erfahrung machen auch viele »Sprechende«.

 

Und zweitens: Wie war das zum Beispiel auch mit den Bakterien, den Gravitationswellen und vielen anderen Dingen, besonders in der Medizin und Physik? Alles ganz offensichtliche Dinge, die sich überhaupt nicht verstecken? Die Erkenntnis, dass Bakterien Krankheiten übertragen, zog sich über mehrere Jahrhunderte dahin. Die erste ordentliche Beweisstudie von Ignaz Semmelweis wurde mehrere Jahrzehnte von den damaligen Autoritäten ignoriert, weil Semmelweis etwas feststellte, was gewissen Herren so gar nicht passte. Semmelweis starb 1818 im Alter von 47 während eines Aufenthaltes in der Psychiatrie in Wien. Einige Historiker gehen davon aus, dass er willkürlich psychiatrisiert und ermordet wurde.

 

Vieles ist auch in der materiellen Welt scheinbar sehr im Verborgenen, während es vielleicht schon ewig existiert. Wenn man aber Augen und Geist nicht öffnet, lieber verneint und kleinliche Beweis-Schlachten führt, anstatt zu forschen, dann entdeckt man auch nicht.

 

Einer der Gründerväter der Skeptiker-Bewegung, der US-Amerikaner Carl Sagan, hatte vernünftige Gedanken und er beklagte selbst, viele Skeptiker würden es übertreiben und damit dazu beitragen, der Bewegung und dem Ansehen der Wissenschaft zu schaden.

 

Körperlich kaum erklärbar ist zum Beispiel auch das Phänomen der »terminalen Geistesklarheit«, wo etwa Alzheimerpatienten kurz vor dem Sterben plötzlich geistig völlig klar, völlig orientiert sind und klar sprechen können, als hätten sie niemals Alzheimer gehabt. Bei Alzheimer weiß man jedoch, dass das Gehirn krank ist. Jeder Neurologe weiß, sobald das Gehirn einen erheblichen Defekt aufweist, dann sind meistens auch das Denken und die Wahrnehmung irgendwie verzerrt und weniger leistungsfähig. Bei den Nahtoderfahrungen und Sterbebettphänomenen ist genau das Gegenteil der Fall, woraus man annehmen kann, dass sich die Bindung zwischen Bewusstsein und Körper löst.

 

Skeptiker unterstellen Millionen von Nahtod-Erfahrenen, diese würden halluzinieren und könnten ja ihre eigenen Erfahrungen gar nicht begreifen. Oder sie würden sogar lügen und ihre Berichte seien inszeniert. Manche wollen auch eine »Lobby« dahinter sehen. Meiner Erfahrung nach sind jene, die anderen schnell einmal Fantasien unterstellen, selbst die größten Fantasten und wenig bereit, die feinen Hintergründe der Realität zu durchschauen.

 

Wenn Studien für Gegenargumente herhalten sollen, dann wird zum Beispiel auch gerne die »Aware Study« des Herzspezialisten Sam Parnia genommen, weil diese zu keinen Ergebnissen kam. Diese kann aber eher nur als ein Studienversuch bewertet werden. Es zeigte sich zum Beispiel auch, dass Krankenhäuser nicht ordentlich mitgemacht haben. Die ersten Studienversuche dienen oft nur dazu, um überhaupt erst einmal ein ordentliches Studienmodell auf die Beine zu bringen. Vieles, was heute für uns selbstverständlich ist, beruht auf hunderten oder tausenden von Studien(versuchen), bis man zu endgültigen Schlussfolgerungen kommen konnte.

 

Der typisch oberflächliche Umgang mit Nahtoderfahrungen zeigt sich zum Beispiel auch in einem Artikel des einflussreichen kanadischen Skeptikers und Psychologen Stephen Pinker. Er schmettert Nahtoderfahrungen in einem kleinen Absatz von drei Sätzen als Halluzinationen nieder.[i] Eine einzige, nichtssagende Studie erwähnt er, wonach NTE angeblich experimentell durch Gehirnstimulation erzeugt werden konnten. (Warum solche Studien wenig aussagen, wird später erläutert.) Ansonsten stellt er die seit eh und je umstrittene Vermutung, ein Sauerstoffmangel könnte NTE auslösen, als Tatsache dar. Und das soll genügen, um Nahtoderfahrungen »wissenschaftlich« als Halluzinationen zu erledigen? Hört hier die angebliche wissenschaftliche Genauigkeit schon wieder auf? Aber wenn ein Stephen Pinker spricht, dann ist das für manche Menschen die unumstößliche Wahrheit. Ist auch einfach: Man braucht selbst gar nicht mehr viel nachdenken.

 

Warum NTE auch in Experimenten nicht ausgelöst oder erzeugt werden können, wird sich später noch zeigen, wenn es um die Unterschiede zu Halluzinationen geht.

Der angebliche Sauerstoffmangel

 

Die Sache mit dem Sauerstoffmangel war immer schon eine umstrittene Vermutung oder besser gesagt eine Schnapsidee. Ja, er ist vielleicht ein körperlicher Auslöser, aber deshalb nicht die Ursache.

Jetzt sagt uns die Medizin seit langem, der Mensch würde sein Bewusstsein umso mehr verlieren, je mehr sich sein Blutfluss und somit seine Sauerstoffversorgung verringern. Der Sauerstoffmangel ist auch gefährlich, insbesondere für das Gehirn, deshalb sind zeitnahe Akutmaßnahmen so wichtig, also beispielsweise Reanimation, um irreversible Schädigungen zu vermeiden. Und dann meinen manche auf einmal wieder, dieser Zustand würde das genaue Gegenteil bewirken: Die intensivsten Wahrnehmungen des Lebens und noch dazu detaillierte Erinnerungen an lokale Dinge und Ereignisse? Niemand konnte bisher begründen, warum das der Fall sein soll. Es war von Anfang an eine unlogische Spekulation, die immer wieder nachgeplappert wird.

 

Die meisten Nahtoderfahrungen werden zwar durch Kreislaufstillstand ausgelöst, aber in vielen Fällen tritt die Ablösung vom Körper auch schon durch einen psychischen Schock oder durch das »Loslassen« ein, also schon vor dem Kreislaufstillstand, wo sogar kurzfristig eine Sauerstoffüberversorgung gegeben sein dürfte. Typisch ist dies bei Unfällen, besonders etwa beim Herunterfallen aus großer Höhe, bei Verkehrsunfällen und beim Ertrinken. Diesbezüglich berichten die Betroffenen immer wieder, sie hätten den Körper bereits in dem Moment verlassen, als sie das Leben »losgelassen« haben. So meinten die Betroffenen etwa, sie hätten plötzlich glasklar für sich festgestellt, dass sie nun nichts mehr in der Hand haben und das Leben nun (wahrscheinlich) endet, woraufhin sie den (vermuteten) Tod völlig akzeptiert hätten.

Außerkörperliche Erfahrungen können auch völlig ohne »Nahtodsituation« eintreten, vor allem bei Meditationen, bei der bewussten Herbeiführung von Astralreisen (die meistens auch meditativ eingeleitet werden) oder spontan ohne Absicht und ohne äußerlich ersichtlichen Auslöser. Auch in diesen Situationen ist eher kein Sauerstoffmangel gegeben.

 

Kenner der Mystik wissen etwa auch, dass die Mystik auf die Menschen zukommt, nicht umgekehrt. Das Mystische kommt auf die Menschen zu, egal ob sie es wollen oder nicht, und auf viele kommt es nicht zu, obwohl sie es wollen und obwohl sie beispielsweise jahrelang meditieren. Der bekannte Mystiker Emanuel Swedenborg zum Beispiel hatte keine NTE, sondern eine unerwartete außerkörperliche Erfahrung, und wer eine solche einmal hat, für den ist eine Sehnsucht erweckt, die man nicht mehr verliert. Swedenborg begann in weiterer Folge, Meditation zu praktizieren und er wurde ein Meister der Astralreise, wodurch er extrem umfangreiche Einblicke in die Geistige Welt machen durfte.

 

Beweise ohne Wissenschaft und Beweislast-Spielchen

Wissenschaft ist Irrtum auf den letzten Stand gebracht.

Linus Pauling, amerik. Chemiker und Nobelpreisträger, 1901 – 1994

Aufgrund der großen materiellen Leistungen der Wissenschaft ist heute der Glaube verbreitet, all die großen Erkenntnisse kämen eben von dieser Wissenschaft und sie könnten immer nur von dieser kommen. Aber wie war das früher, als es die Wissenschaft im heutigen Sinne noch nicht gab? Haben Menschen damals überhaupt nichts kapiert?

Menschen können auch heute der Wissenschaft durch persönliche Beobachtungen voraus sein. Anders gesagt: Wissenschaft hinkt oft hinterher, weil sie viele untersuchbare Dinge noch gar nicht untersucht hat. Das wollen übereifrige Fans der materialistischen Wissenschaft nicht sehen. Da wird ein blinder Kult um die Institution »Wissenschaft« betrieben.

Zum Beispiel glaubte der Großteil der Menschheit vor 2500 Jahren, die Erde sei flach. Dann kamen immer wieder einzelne Menschen, die durch die Beobachtung der Natur Evidenzen dafür fanden, dass die Erde eine Kugel ist. Sie konnten es aber bei weitem nicht so beweisen, wie die technische Wissenschaft heute die gut messbaren Dinge beweisen kann.

Deshalb hat der Begriff »Beweis« zwei Bedeutungen. Erstens: Das persönliche Erkennen einer Wahrheit, wo in der persönlichen Wahrnehmung eine »Evidenz« durch Verstehen und Überzeugt-Sein entsteht. Und zweitens: Der dokumentative Beweis nach außen hin, wo ein Forschungsprozess detailliert belegt und beschrieben wird.

 

Daher heißt es, Wissenschaft beginnt im Kopf. Im Denken der Menschen entscheidet sich, wie man mit einem Verdacht, einer Ahnung und einer erkennbaren Sache umgeht: Schaut man hin oder nicht? Tut man so, also sei da nichts? Begreift man sie oder nicht?

 

Menschen haben schon längst vor der heutigen, institutionalisierten und technischen Wissenschaft vieles erkannt. Man kann auch sagen: Diese heutige Wissenschaft ist aus diesen Vordenkern entstanden. Kluge Menschen denken über den Horizont ihrer Zeit hinaus, egal ob es sich dabei um »einfache Leute« oder Akademiker handelt.

 

Ein bodenständiger, vernünftig denkender Mensch hat von Grund auf das wissenschaftliche Denken in sich. Wenn ihm jemand mit einer neuen Behauptung daherkommt, dann beurteilt er zumindest die Glaubwürdigkeit dieses Jemanden oder er verlangt Indizien für diese Behauptungen. Auch kleine Kinder zeigen früh dieses kritische Fragen: »Woher weißt du das?« Wir brauchen konkrete Vorstellungen, um eine Sache glauben und verstehen zu können. Daher arbeiten gute Lehrer viel mit Übungen, Beispielen und Grafiken. Außerdem merkt man sich die Dinge viel besser, wenn man sich diese gut vorstellen kann.

 

Ja, dass der Mensch nach Belegen verlangt, das ist völlig natürlich, solange ihm nicht eingetrichtert wurde, er solle blind glauben, was Autoritäten behaupten. Aber heutige Extrem-Skeptiker übertreiben es. Wenn sie etwas nicht gelten lassen wollen, was nicht offensichtlich und noch nicht selbstverständlich ist, dann sagen sie einfach: »Dafür gibt es keine Beweise.« Und im Falle von Nahtoderfahrungen sagen manche sogar, es sei »bewiesen«, dass Nahtoderfahrungen nur im Gehirn entstehen. Da zaubert man sich in der Fantasie Beweise her, wo keine sind. Da bemerken diese Materialisten nicht, dass sie mit fantastischen Esoterikern einiges gemeinsam haben.

Man muss zuerst einmal forschen, damit Beweise zustande kommen. Der aufgeschlossene Wissenschaftler, der wirklich an der Wahrheit interessiert ist, sieht sich selbst verpflichtet, Verdachtsmomente zu verfolgen. Ansonsten darf jeder Mensch selbst entscheiden, ob er die Aussagen anderer Menschen glaubt oder nicht, da gibt es keine allgemeine Beweislast, wie es Skeptiker heute oft darstellen wollen. Und richtige Beweise im heutigen, wissenschaftlichen Sinn, sind nur nötig, wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das ist zum Beispiel bei heiklen Dingen der Fall, wie etwa bei der Zulassung von Medikamenten oder neuen Technologien.

 

In kontrollierten Studien wurde zum Beispiel die körperlose Wahrnehmung nur teilweise bewiesen. Aber sobald erhebliche Verdachtsmomente aufgrund glaubhafter Berichte und auffälliger Phänomene im Raum sind, dann ist es feige und unehrlich, diese zu ignorieren oder einfach mit diesem billigen Argument abzuschmettern, es gäbe noch keine Beweise.

 

In anderen Disziplinen gehen Forscher oft den nichtigsten Indizien nach und verschwenden Unmengen Forschungsgelder, oft auch ohne Ergebnisse und für Dinge, die gar nicht wichtig sind. Aber bei NTE stellen sich manche Wissenschaftler dumm und tun so, als sei da nichts. Diese Unehrlichkeit und Willkür durchschauen auch viele »einfache« Menschen in Bezug auf andere Themen und das trägt zu einer großen Skepsis gegenüber Wissenschaftlern bei.

In manchen wissenschaftlichen Kreisen wird auch ohne Beweise ziemlich viel spekuliert, zum Beispiel, dass die ganze Welt möglicherweise nur eine Art Hologramm sein könnte oder dass es Paralleluniversen geben könnte. Aber wehe, man sagt etwas über ein Leben nach dem Tod oder über Gott, dann ist sofort wieder die selbsternannte Beweis-Polizei der Skeptiker am Start.

In der Physik gilt es heute als Standard, dass es Materie praktisch gar nicht gibt, so wie wir sie wahrnehmen. Der größte Teil der »Materie« ist leerer Raum und Energie. Und viele Quantenphysiker sagen, dass auch die kleinsten Teilchen keine feste Materie sind, sondern nur verdichtete Energie. Für sie kommen Information (»Bewusstsein«) und Energie zuerst, während die »Materie« daraus entsteht. Ist es in Anbetracht dieser Ansichten so unvereinbar, dass der Körper nur eine andere Energieform der »Seele« ist, also des »eigentlichen Menschen«?

Menschen können dem offiziellen Stand der Wissenschaft durch persönliche Beobachtungen voraus sein, weil Wissenschaft noch längst nicht erforscht hat, was erforschbar ist. Außerdem irren sich auch Wissenschaftler, und das wohl gerade auch deswegen, weil sie es mit ihrer Analytik manchmal übertreiben und in ihren Theorien versunken sind. Schließlich können auch Wissenschaftler Zwängen unterliegen, vor allem wenn es um Geld, Ansehen und Weltanschauung geht, und darunter kann dann die Qualität der Forschung leiden. Wissenschaftler sind nicht immer so neutral, wie sie es sein müssten.

Ja, wir sind gut beraten, uns auf Wissenschaft zu verlassen, wenn es um gut messbare Dinge geht, um gesicherte Modelle und etwas, was von diesen Wissenschaftlern nicht abgelehnt wird. Wissenschaft hat uns viele wertvolle und brauchbare Errungenschaften gebracht, sie tut es ständig, aber das hat bei vielen Menschen auch dazu geführt, diese Wissenschaft zu überschätzen, einen Kult daraus zu machen und deren Schwächen kaum noch sehen zu wollen. Da hat dann nur noch das zu gelten, was wissenschaftliche Autoritäten behaupten, und wer dem widerspricht, wird sofort als gefährlicher Wahrheitsleugner abgestraft. Hier wird die Verantwortung darüber, Erkenntnisse zu gewinnen, blind an das wissenschaftliche Establishment.

Gerade über existenzielle Fragen wissen wir noch sehr wenig. Die menschliche Existenz soll nur Zufall sein? Kein Sinn dahinter? Keine Absichten und keine Intelligenz dahinter? Alles nur aus einem Ur-Schlamm willkürlich erwachsen? Laut Anton Zeilinger und anderen renommierten Physikern befindet sich die Naturwissenschaft erst an der Oberfläche der Erkenntnis.

Aufgeschlossene Wissenschaftler untersuchen nicht nur irgendetwas und nicht nur das, was ihnen gefällt, sondern jenes, was relevant ist. Sie fragen sich: Untersuchen wir überhaupt, was untersuchbar und entscheidend ist, egal ob es uns gefällt oder nicht? Und sie erheben sich nicht als die einzigen Zuständigen, um den Menschen die Welt zu erklären.

Seriöse Forscher über Nahtoderfahrungen sind zum Beispiel:

  • Prof. Dr. med. Bruce Greyson, Neurowissenschaftler und Psychiater, Abteilungsleiter an der Universität von Virginia, USA

  • Dr. phil. Dr. med. Sam Parnia, Facharzt für Kardiologie und Spezialist für Wiederbelebungsmedizin, Wissenschaftler am New York Presbyterian Universitätsklinikum, einer der Spitzenkliniken der USA

  • Dr. med. Pim van Lommel, ehemaliger Facharzt für Kardiologie und Wissenschaftler, Niederlande

  • Prof. em. Dr. Kenneth Ring, Psychologe, Universität Connecticut, USA

  • Dr. med. Jeffrey Long, Facharzt für Onkologie, Bestsellerautor über Nahtodforschung, USA

  • Prof. Dr. med. Franz X. Vollenweider, Neuropsychiater und Forschungsleiter, Universität Zürich.

Viele Gebildete zeigen in geistigen Dingen mehr Unverstand als die Einfachen, weil sie stets nur verneinen wollen und dies durch Wissenschaftliches, das ihnen fortwährend und in Menge vor den Augen steht, begründen.

Emanuel von Swedenborg, schwed. Wissenschaftler und Mystiker, 1688 - 1772 [13]

Emanuel Swedenborg

Sam Parnia

 

Beweisfeld 2: 29 Unterschiede zu Halluzinationen und relevante Fakten

Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig und zufriedenstellend erklärt werden.

Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Wilfried Kuhn, dt. Neurologe[14]

 

Immer wieder behaupten einige Skeptiker, Menschen würden bei bestimmten halluzinativen Zuständen dasselbe erleben wie bei Nahtod- und anderen Formen außerkörperlicher Erfahrungen, vor allem durch:

  • psychedelische bzw. halluzinogene Drogen wie LSD, DMT und Psilocybin

  • elektronische Gehirnstimulation

  • bestimmte Wahrnehmungs-Experimente

  • Meditation, Schlafentzug oder High-G-Training in Zentrifugen (für Piloten).

 

Da will man gleich Beweise dafür sehen, dass NTE nur im Gehirn entstehen, nur weil zum Beispiel Teilnehmer von Experimenten meinen, sie hätten sich ein bisschen neben sich oder außerhalb ihres Körpers gefühlt. Zu LSD- und DMT-Erfahrungen sind die Gemeinsamkeiten auf den ersten Blick durchaus größer, bei näherer Betrachtung zeigen sich aber auch dazu größere Unterschiede.

Dieser unehrliche Umgang mit NTE zeigt sich zum Beispiel auch bei den Experimenten des inzwischen verstorbenen kanadischen Psychologen und Skeptikers Michael Persinger. Er wollte beweisen, NTE seien nur Hirngespinste. Bekannt wurde vor allem sein elektronischer »Religionshelm« bzw. die Experimente, die er damit machte. Während er selbst seine Spekulation bestätigt sah, drückte es Jim Chapman, einer seiner Teilnehmer, der einige Jahre davor auch eine echte NTE hatte, so aus: »Dr. Persinger kratzt an der Oberfläche. Die Nahtoderfahrung war ein abgekoppeltes und tiefgründiges Erlebnis. Es gibt eine Verbindung. Die NTE war jedoch viel tiefgründiger.«[15] Michael Persinger beobachtete alles nur von außen, aber er meinte, er wüsste es besser als die Erfahrenen selbst.

Zahlreiche historische Malereien deuten darauf hin, dass Menschen in früheren Nahtoderfahrungen dasselbe erlebten wie die Menschen heute. So auch zu sehen in diesem Bild: »Aufstieg der Seligen« von Hieronymus von Bosch, Anfang 16. Jhdt.

 

17 entscheidende Unterschiede

Da eine Tabelle auf der mobilen Version nicht gut dargestellt werden kann, werden die folgenden 16 Punkte nun nach diesem Schema aufgelistet:

 

a = Merkmale von Nahtoderfahrungen (NTE) und anderen außerkörperlichen Erfahrungen (AKE).

b = Vergleichbare Merkmale von Halluzinationen.

1a: Der erste, sehr entscheidende Unterschied, den Skeptiker oft gar nicht erwähnen oder herunterspielen, ist die Tatsache, dass die meisten NTE ablaufen, während der Kreislauf des betreffenden Menschen stillgelegt ist. Jedenfalls sind genug Fälle bekannt, wo ein richtiger klinischer Tod über mehr als zehn Minuten gegeben war und oft sogar eine gleichzeitige Vollnarkose. Dieser Aspekt wurde weiter oben bereits ausreichend erläutert, aber hier nur noch einmal der Vollständigkeit wegen erwähnt.

 

Die Skeptikerin Susan Blackmore will NTE auch mit dem Argument herunterspielen, es seien nur wenige Fälle von früher bekannt, wo tatsächlich ein echter klinischer Tod nachgewiesen sei, wie etwa im Fall von Pam Reynolds. Aber das ist wieder so ein typisch unsinniges Argument, denn ein einziger Fall kann so schwerwiegend sein, dass er eine Theorie oder ein Paradigma zum Einsturz bringt. Wenn eine einzige weiße Krähe daherkommt, dann ist der Grundsatz (das Paradigma) falsch, es gäbe »nur schwarze Krähen«.

 

Außerdem werden die Nahtod-Fälle immer häufiger und auch die Fälle von NTE bei klinischem Tod sind mehr geworden, was nicht verwunderlich ist, weil die Akutversorgung immer besser wird. Blackmore meinte vor vielen Jahren, NTE seien nur eine kurze Mode-Erscheinung und würden bald wieder verschwinden. Genau das Gegenteil ist eingetreten.

 

1b: Bei den von den Skeptikern herangezogenen Halluzinationen ist das Gehirn grundsätzlich aktiv oder sogar über-aktiv, die betreffenden Menschen sind bei Bewusstsein oder ihr Gehirn wird künstlich durch elektrische Impulse aktiviert. Die einzige Ausnahme ist hier die Piloten-Zentrifuge. Hier entsteht an der Spitze ein Sauerstoffmangel, durch den die Teilnehmer oft kurz bewusstlos werden. Möglicherweise handelt es sich hierbei tatsächlich um kurze Nahtoderfahrungen.

 

2a: Auch der zweite, sehr entscheidende Unterschied wird hier nur noch zur Vollständigkeit wiederholt: Die Erinnerungen der betreffenden Menschen an lokale Details, sogar an die Gedanken und Gefühle anderer Menschen:

  • die sie sich nicht ausdenken konnten

  • von denen ihnen niemand etwas davor gesagt hat

  • die so detailliert geschildert werden, sodass es sich um keine Zufälle handeln kann

  • nicht einmal bei völliger nervlicher Bewusstheit wahrnehmbar gewesen wären, zum Beispiel weil sie in anderen Räumen gegeben waren

  • auch von anderen Menschen wahrgenommen und bestätigt wurden.

2b: Mir sind bisher keine Fälle bekannt, wonach betreffende Menschen Erinnerungen an lokale Dinge hatten, die zu weit von ihrem Körper entfernt waren. Die Erinnerungen an Ereignisse und Dinge in körperlicher Nähe sind hier nicht besonders, weil Menschen in diesen Zuständen ja in der Regel sowieso nicht bewusstlos sind.

3a: Die Erfahrenen bezeichnen die Wahrnehmung außerhalb des Körpers meistens als viel realer, klarer und intensiver, als das die Wahrnehmung der irdischen Welt, und das auch bei höllischen Erfahrungen. Die Welt wird auch andersartig wahrgenommen, zum Beispiel durch andere Farben und Klänge, die man vom Irdischen her nicht kennt. Die Wahrnehmung in der Gebundenheit an den irdischen Körper wird von den Erfahrenen oft sogar als Schlaf oder Traum bezeichnet. Von Plato stammt auch der Vergleich der irdischen Welt mit einer Höhle (Höhlengleichnis). Die Betreffenden haben nach ihrer Erfahrung oft große Probleme, das irdische Leben wieder anzunehmen.

3b: Auch während Halluzinationen und Pseudohalluzinationen wird die Realität oft als realer und intensiver empfunden, aber es gibt qualitative Unterschiede zu NTE. Die Aufmerksamkeit ist zum Beispiel nur auf einzelne Dinge fokussiert, bei NTE ist sie meistens viel umfassender und auf anderer Art klarer.

4a: Ein deutlich spürbarer »Austritt« aus dem Körper, oft auch das starke Gefühl, »geholt« zu werden, und das absolut sichere Wissen, dass das »Ich«, also die eigene Existenz als Lebewesen, vom irdischen Körper unabhängig und Teil einer anderen Dimension ist, die als die eigentliche oder primäre Existenzform (»Heimat«) empfunden wird. Damit einher geht oft eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem irdischen Körper und der gesamten physischen Welt, als würde man diese völlig hinter sich lassen (wollen) mit dem Empfinden und Wissen, dass es sich dabei nur um vergängliche »Materie« handelt. Hieraus ergibt sich zum Beispiel auch die Gewissheit der Erfahrenen, dass es bei Religion und Spiritualität nicht auf die Zugehörigkeit zu einer Konfession angehört. Oft heißt es auch, man habe beim Austritt aus dem Körper einen starken Sog gespürt, als würde man »geholt« werden.

4b: Kein abruptes Austreten aus dem Körper. Es kann schleichend das Empfinden auftreten, vom Körper abgelöst zu sein, dieses ist aber in der Qualität sehr anders zu NTE. Es wird oft als beängstigend empfunden und es ist eher ein »ich bin abgelöst, aber immer noch in der irdischen Welt.« Hier erlebt man auch nicht dieses »Licht« als den Ursprung der eigenen Existenz oder als »Heimat«. Dies alles erklärt, warum sich die religiösen oder atheistischen Weltanschauungen der erfahrenen Menschen hier in der Regel nicht, ändern, bei NTE hingegen schon.

5a: Durch eigene Nahtoderfahrungen verlieren die meisten Menschen nicht nur weitgehend die Angst vor dem Tod, sie freuen sich sogar eher darauf. Eine Ausnahme sind hier jene Menschen, die eine unschöne oder gar höllische Nahtoderfahrung machten. Viele von den schrecklichen NTE wandeln sich oft in sehr schöne, lichtvolle Erfahrungen. Diejenigen Menschen, bei denen sich eine unschöne NTE nicht in eine schönere gewandelt hat, haben eher Angst vor dem Tod.

5b: Durch psychedelische Halluzinationen verlieren Menschen die Angst vor dem Tod nicht so auffallend oft wie bei NTE. Besonders nach Nahtod-Situationen (durch Krankheit oder Unfall) ohne Jenseitserfahrung leiden Menschen sogar oft unter Traumatisierungen und einer erhöhten Angst vor dem Tod.

6a: Die Erfahrungen enthalten einen sinnvollen Verlauf und sie offenbaren ein höheres Verständnis, zum Beispiel den Sinn des eigenen Lebens. Die Erfahrenden begreifen, warum sie Leben und warum momentan alles so ist, wie es ist. Oft zeigt sich auch der Sinn der Existenz aller Menschen oder eine Art »Plan Gottes« oder ein »höherer Plan des Universums«.

 

6b: Es gibt keinen sinnvollen Verlauf, sondern eher ein willkürliches Durcheinander an Bildern, Empfindungen und Szenen. Auch eine höhere Erkenntnis über das Leben erfolgt hier eher nicht. Heilsame Effekte durch psychotrope bzw. psychedelische Substanzen wie DMT, LSD und Psilocybin wurden jedoch festgestellt und werden heute vermehrt erforscht.

 

7a: Das »Licht«, von dem oft die Rede ist, wird als weitaus mehr wahrgenommen als nur als visuelles Licht. Die Erfahrenen fühlen bereits dann, wenn sie es sehen, eine immense »ur-existenzielle« Verbindung und starke Gefühle der »Heimkehr«. Sie setzen dieses »Licht« meistens gleich mit Gott und der allumfassenden Lebensquelle, von der man bedingungslos geborgen, getragen und genährt wird. Einer Quelle, aus der die eigene Existenz ersteht. Skeptiker stellen es dann oft so dar, als das nur ein visuelles Licht.

 

7b: Bei psychedelischen Drogen können intensivere Licht- und Farbeffekte entstehen.  Wenn erfahrene Menschen jedoch darüber berichten, dann ist dies qualitativ deutlich anders, als wenn Menschen nach einer echten NTE über dieses »Licht« berichten. Durch psychedelische Drogen entsteht auch nicht diese Überzeugung während der Erfahrung, ur-existenziell mit einer körper-unabhängigen Lebensdimension verbunden zu sein.

8a: Oft eine unbeschreiblich schöne Lebenswahrnehmung und das starke Gefühl, mit dem Kosmos bzw. der ganzen Schöpfung eins zu sein. Beispiele für entsprechende Aussagen: »Ich war selbst das Universum.« »Ich wurde selbst zum Licht.« »Du wirst das Licht und das Licht wird du.« Typisch ist auch das Empfinden von Zeitlosigkeit bzw. Ewigkeit.

8b: In diesem Punkt ähneln sich NTE und Halluzinationen am stärksten. Auch bei Halluzinationen und durch psychedelische Drogen können starke Gefühle von »Verbundenheit«, »Eins-Sein«, Liebe, Geborgenheit, Getragen-Werden und Zeitlosigkeit auftauchen. Meiner Einschätzung sind diese jedoch nicht so intensiv wie bei NTE.

9a: Sind nicht so unterschiedlich, wie es Skeptiker gerne darstellen. Sie sind zwar meistens individuell geprägt, haben aber auch immer dieselben strukturellen Elemente in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Historisch zeigt sich das zum Beispiel beim griechischen Philosophen Platon im 4. Jhdt. v. Chr. (Höhlengleichnis), beim Tibetischen Totenbuch (Bardo Thödol) aus dem 8. Jhdt. und bei den Malereien von Hieronymus Bosch vom 15./16. Jhdt.

 

9b: Sind inhaltlich viel unterschiedlicher, was ein Indiz dafür ist, dass es sich um die Spiegelung einer im körperlichen Gehirn konditionierten und »fortgesponnenen« Gedankenwelt handelt.

 

10a: Durch diese Erfahrungen ändern die Betreffenden massiv ihre Persönlichkeit und somit ihre Sichtweisen und Einstellungen, und zwar zum Positiven. Sie verlieren z. B. weitgehend ihre Ängste, ihre weltlichen Anhaftungen und ihr »Ego«. Sie sehen einen tiefen Sinn im Leben und legen weniger Wert auf materielle Dinge, sondern auf Beziehungen. Sie fühlen sie sich weitaus erfüllter und oft ändern sie ihre Berufe, wobei sie eher auf soziale Berufe umsteigen. Oft geraten sie unmittelbar nach ihrer NTE zwar in Depressionen, aber dies eher deshalb, weil sie diese Erfahrung noch nicht verstehen können und weil sie mit anderen Menschen nicht ordentlich darüber sprechen können.

10b: Hier ändern sich die Persönlichkeiten entweder nicht, nur leicht oder es entstehen typische Süchte zu bestimmten Drogen. Positive Änderungen, und teilweise sogar sehr erstaunliche, wurden jedoch durch bestimmte psychedelische Substanzen beobachtet, vor allem im Zusammenhang mit guter psychischer Begleitung.

11a: Begegnungen und Kommunikation mit anderen Seelenwesen, die momentan nicht inkarniert sind. Würde das Gehirn nur die Gedankenwelt des irdischen Lebens fortspinnen, dann müssten hier auch Begegnungen mit irdisch Lebenden vorkommen, was aber kaum der Fall ist. Die Kommunikation mit diesen Seelenwesen erfolgt nicht über Mundbewegungen, sondern wird von den Erfahrenen oft als rein geistig, geistig-emotional oder telepathisch bezeichnet. Später können die Erfahrenen dann oft irdische Menschen identifizieren, die sie vorher nie gesehen haben und von denen sie vorher nichts wussten.

 

11b: Keinerlei Erfahrungen anderer Seelenwesen. Bei gewissen Drogenerfahrungen entstehen zum Beispiel nur Bilder von Gesichtern oder Fratzen, die sich verändern und eher Angst verursachen.

 

12a: Die erfahrenden Seelen empfinden ihr bisheriges irdisches Leben oft als abgeschlossen oder sie empfinden es als selbstverständlich, im Jenseits bleiben zu können. Wer in das Irdische zurück muss, wird dann jedoch meistens vor dieser unvermeidbaren Rückkehr gewarnt, zum Beispiel konkret von ihren Begleitern oder von dem, was sie als allgegenwärtigen Gott wahrnehmen. An diesem Punkt beginnen die Seelen dann oft, gegen diese angekündigte Rückkehr zu rebellieren oder mit der oder den begleitenden Seelenwesen zu debattieren, um die Rückkehr zu verhindern. Aber es gibt auch umgekehrte Fälle, wo die Betreffenden aus eigenem Willen wieder zurück wollen und eventuell sogar kurz darum debattieren müssen. Dies fällt besonders häufig im Zusammenhang mit Kindern auf, wo die Eltern (in der Nahtodsituation) erkennen, dass sie von diesen (irdischen) Kindern noch gebraucht werden.

12b: Hier erfolgt keine Warnung davor, dass die Erfahrung enden wird. Sie endet einfach.

 

13a: So deutlich wie die Unabhängigkeit vom irdischen Körper wird oft auch oft Rückkehr in diesen Körper empfunden. So heißt es etwa, man sei wie durch starke Gummibänder oder durch ein sehr starkes Vakuum in den Körper zurückgezogen worden. Oft wird auch davon berichtet, man habe die »Silberschnur« gesehen.

 

13b: Bei weitem kein so deutliches Gewahrsein, in den Körper zurückzukehren. Dies ist nicht verwunderlich, weil diese tatsächliche Abkoppelung hier sowieso (eher) nicht erfolgt und daher auch nicht entsprechend empfunden wird.

 

14a: Das Zurücksein im Körper wird oft als der schrecklichste, schlimmste oder enttäuschendste Moment des ganzen bisherigen Lebens bezeichnet. Oft heißt es auch von den betreffenden Menschen, sie seien »sauer« gewesen, zum Beispiel auf die Ärzte, dass sie »zurückgeholt« wurden. (Das wurden sie zwar nicht, aber sie empfinden es oft so, wenn sie aufwachen und das klinische Personal um sich herum sehen.)

 

14b: Das Zurücksein in der regulären Wahrnehmung wird hier nicht als besonders schlimm oder enttäuschend beschrieben.

 

15a: Eine enorme, positive Sehnsucht, diese Zustände wieder zu erleben, jedoch nicht wie bei einer Drogensucht.

 

15b: Bei weitem kein so starkes Bedürfnis nach Wieder-Erfahrung, sondern bei Drogen eher die leidvolle Abhängigkeit.

 

16a: Für die Erfahrenen ist es auffallend schwierig, ihre Erfahrungen zu beschreiben, weil sie wissen, dass der irdische Mensch ohne eigene TE keine Erinnerungen an das Jenseits (vor seiner Geburt) hat und es daher auch keine passenden irdischen Begriffe dafür gibt. So verwenden sie dann zum Beispiel ungern Begriffe wie Licht oder Liebe, weil sie wissen, dass man im Irdischen normal nicht das passende Vorstellungsvermögen dazu hat.

16b: Die Erfahrenen haben nicht diese Schwierigkeiten mit den Beschreibungen, weil sie im Wesentlichen nur Dinge erleben, die auf irdische Erfahrungsbereiche und Begrifflichkeiten begrenzt sind. Sie sprechen dann zum Beispiel von Liebe und Geborgenheit, ohne aber dazu zu betonen, dass sie es eigentlich nicht beschreiben können.

17a: Auch von Menschen, die von Geburt an blind sind, wurden Nahtoderfahrungen bekannt. Dazu wurde weiter oben der Fall von Vicki Noratuk erwähnt.

 

17b: Blinde Menschen haben bei Träumen und durch die Einnahme von Psychedelika nur dann visuelle Effekte, wenn sie früher sehen konnten und wenn jene Teile ihres Gehirns, die für visuelle Eindrücke zuständig sind, intakt sind. Ansonsten haben sie wahrscheinlich keinerlei visuelle Eindrücke.

Abbildung: Carinanebel. Bild: Auf Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.

12 weitere Faktoren, die nur bei AKE auftreten, nicht bei Halluzinationen

  1. Ein intensiver »Lebensfilm«, der weitaus mehr ist, als nur ein Film. Es ist eine tiefe emotionale und psychologische Reflexion der wichtigsten Lebensereignisse. Man durchlebt sehr intensiv, was man selbst erlebt und was man anderen Lebewesen (auch Tieren) Gutes und Schlechtes getan hat. Es geht hier deshalb auch um eine Aufarbeitung von Versäumnissen und Schuld. Oft wird dieser »Film« von den Erfahrenen als ein Prozess zur seelischen Läuterung bezeichnet. Es zeigt sich hier auch oft, wie sich jeder eigene Gedanke und alle Verhaltensweisen auf das ganze Universum ausgewirkt haben, sowohl die guten wie die schlechten. Im Englischen spricht man hier vom »ripple effect« (Welleneffekt).

  2. Zeitlosigkeit, Ewigkeit, Unendlichkeit: Es gibt zwar Verläufe von Ereignissen, aber kein Empfinden von Zeit. Abgesehen von den Schriften (z. B. der Bibel) kommt wohl auch durch reale Jenseitserfahrungen die Ansicht, das Jenseits sei »ewig«. Während beispielsweise die Bewusstlosigkeit eines Menschen während einer Nahtoderfahrung in der irdischen Zeitrechnung nur einige Minuten oder wenige Tage dauerte, wird die Jenseitserfahrung oft so empfunden, als hätte sie Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte gedauert.

  3. Die Warnung von anderen Seelenwesen oder das intuitive eigene Wissen, eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten, weil sonst keine Rückkehr in den Körper mehr möglich sei und der irdische Körper dann völlig sterben würde. Manchmal wird den Betreffenden auch gesagt, sie könnten sich entscheiden, drüben zu bleiben oder zurückzukehren. Manchmal wird ihnen auch direkt und sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie zurückkehren müssen und keine Wahl haben.

  4. Die »Hellsichtigkeit« und ein überaus feines »Gehör«, was sich etwa daran zeigt, dass man all die Gedanken und Empfindungen anderer Seelenwesen und auch der irdischen Menschen (z. B. im OP-Saal bei Nahtod) gleichzeitig und »telepathisch« sieht, hört und nachempfindet. Daher wissen Menschen nach NTE oft so genau, was diese anderen (irdischen) Menschen dachten und fühlten, auch wenn diese es körperlich und verbal nicht einmal ausgedrückt haben.

  5. Die 360°-Perspektive bzw. die gleichzeitige Wahrnehmung der Dinge von allen Seiten und von innen und außen, bis hin zur gleichzeitigen Wahrnehmung aller Teile des Universums und der gesamten Vergangenheit und Zukunft.

  6. Das detaillierte und umfassende Wissen darüber, wie das ganze Universum aufgebaut ist und funktioniert – sowohl die »geistigen« als auch die materiellen Bereiche.

  7. Das Phänomen der Sofort-Antwort, wonach Seelen die umfassende Antwort auf eine Frage gleichzeitig in dem Moment empfangen, wenn sie danach fragen bzw. an die Frage denken. Oft ergibt sich ein umfassendes Verstehen der gesamten Existenz, des Lebens eines jeden einzelnen Menschen inklusive sich selbst, das Verstehen früherer Leben, das Verstehen darüber, warum alles so ist, wie es momentan ist.

  8. »Mobilität«: Kaum beabsichtigt man, an einem bestimmten Ort sein zu wollen, ist man schon dort.

  9. Eine Rückschau auf frühere irdische Leben, bis hin zum Beginn des Universums. Ebenso eine Vorschau auf die Zukunft, was jedoch – wie bereits erwähnt – nicht als Zeitablauf empfunden wird, wie wir es hier im Irdischen empfinden.

  10. Die Betreffenden sind sich während der Erfahrung oft dessen bewusst, dass sie sich zwar – wenn sie wieder an ihren Körper gebunden sind – an diese Erfahrung erinnern können, aber sie wissen auch, dass bestimmte Elemente davon bewusst aus der Erinnerung ausgeblendet sein werden.

  11. Außergewöhnliche Heilungen, die medizinisch nicht erklärbar sind. Die bekanntesten Fälle hierzu sind Anita Moorjani und Alexander Eben. Anita fiel durch ihren Lymphknotenkrebs 2006 ins Koma. Es hieß, sie würde nicht mehr aufwachen. Ihr Krebs heilte aber dann innerhalb von 5-7 Wochen vollständig aus. Heute lebt sie immer noch kerngesund (Stand 2020).

  12. Nach den Erfahrungen: Phänomene der Hellsichtigkeit, also zum Beispiel Zukunftsvisionen oder einfach die Röntgenblick-artige Sicht auf andere Menschen, auf ihr Leben und ihr Inneres (psychisch-emotional oder körperlich).

Zu den Begegnungen mit Seelenwesen

 

Wenn Begegnungen mit Seelen stattfinden, die ihren irdischen Körper bereits ablegten und mit diesem ein höheres Alter erreichten, dann werden diese Seelen meistens als jung und vital wahrgenommen (vgl. dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Menschen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte. Eltern und Großeltern beispielsweise kennen viele Menschen auch nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Außerdem erscheinen in vielen NTE auch verwandte Seelen, die man vom irdischen Leben her nicht kannte. Dazu gibt es zahlreiche glaubhafte Fälle, wo sich die Verwandtschaft später durch Fotos und Zeugenberichte bestätigte.

In einigen bekannt gewordenen Fällen sind die betreffenden Menschen laut eigenen Aussagen auch den Seelen ihrer zukünftigen (irdischen) Lebenspartner oder Kinder begegnet, obwohl sie bis dato keinen Kinderwunsch hatten.

Zu den außergewöhnlich starken Wirkungen und Nachwirkungen, die nach Halluzinationen nicht eintreten

Hier gibt es vor allem vier Auffälligkeiten.

 

Erstens: Außergewöhnliche Heilungen, die oft den Rang einer Wunderheilung einnehmen. Diese gibt es auch unabhängig von NTE, aber im Zusammenhang mit NTE treten sie besonders häufig auf. Dazu wurde bereits der Fall von Anita Moorjani erwähnt. Alexander Eben hatte beispielsweise aufgrund einer extrem aggressiven Form einer Gehirnentzündung ein derart defektes Gehirn, dass seine Ärzte meinten, er würde nicht überleben, und selbst wenn er überleben würde, dann wäre er schwerbehindert und er würde nur noch ein paar Wochen als Pflegefall dahinvegetieren. Tatsächlich verlief seine Heilung dann sehr schnell und er hat sich nahezu vollständig regeneriert.

 

Zweitens: Nach Halluzinationen und anderen Gehirninszenierungen haben die Betreffenden nicht diese enorme Sehnsucht, diese jenseitigen Zustände wieder zu erleben. Zu Drogen kann zwar eine Sucht entstehen, aber diese ist oft chemisch-nervlich bedingt und es ist eine leidvolle Art von Sucht. Die Betroffenen wissen, dass sie diese angenehmen Zustände immer nur für eine gewisse Zeit haben und sie sprechen dabei nicht von einer Jenseitswelt. Eine leichte Jenseitssehnsucht hingegen ist eher eine schöne, hoffnungsvolle »Sucht«. Sie hat nicht diesen leidvollen Charakter einer Drogensucht.

Drittens: Enorm positive Persönlichkeits- und Lebensveränderungen. Jenseitserfahrungen führen zwar kurzfristig oft in Depressionen, aber das liegt eher daran, dass sich der menschliche Verstand schwertut, diese Erfahrungen zu verstehen, und auch daran, dass die betreffenden Menschen kaum jemanden haben, mit denen sie über ihre Erfahrungen offen sprechen können. Langfristig haben NTE für die meisten Menschen enorm positive Wirkungen. Im Englischen werden NTE daher oft auch als »Spirituell transformierende Erfahrungen« (STE) bezeichnet. Die Betreffenden haben dann beispielsweise kaum noch Ängste. Sie fühlen sich erfüllter als je zuvor und spüren das »Heilige« des Lebens viel mehr. Dies erklärt etwa, warum sie dann meistens auf materielle Dinge viel weniger Wert legen, als auf das Zwischenmenschliche. Sie haben kaum noch jenes, was wir als Ego, Anhaftungen und Süchte bezeichnen.

Viertens: Diese enormen Persönlichkeitsveränderungen treten nur im Zusammenhang mit Jenseitserfahrungen auf, nicht hingegen

  • bei Halluzinationen und Drogen

  • bei Menschen, die zwar rein körperlich in vergleichbaren Nahtod-Situationen waren, aber keine Jenseitserfahrung hatten. Wenn eine Jenseitserfahrung körperlich bedingt ist, dann müssten entweder viel mehr Menschen in Nahtod-Situationen auch eine Jenseitserfahrung haben oder aber es sollten körperliche (physiologische) Unterschiede zu erkennen sein zwischen den Erfahrenden und Nicht-Erfahrenden.

Wären also die Erfahrungen mit Halluzinationen  und Gehirnexperimenten so gut vergleichbar wären mit echten NTE, dann müssten auch die Wirkungen und Nachwirkungen viel ähnlicher sein. Dass dies nicht der Fall ist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass NTE keine Gehirnproduktionen sind. Aber auch in diesem Punkt sind viele Forscher der Skeptiker, die sich für besonders wissenschaftlich halten, Meister darin, Fakten zu ignorieren oder zu verdrehen.

Ich habe als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut herausgefunden, dass Nahtoderfahrungen eine heilsame Wirkung bei Depressionen, Ängsten und auch Selbstmordgefährdung haben. Verglichen mit dem Effekt eines Nahtoderlebnisses erscheinen die Methoden der Psychotherapie wie unbeholfene Flugversuche eines altertümlichen Fluggerätes im Gegensatz zum modernen Düsenjet.

Dr. Engelbert Winkler[16]

 

2 logische Annahmen, die für das Leben nach dem Tod sprechen und von Skeptikern ignoriert werden

 

1. Starke Veränderungen atheistischer und religiöser Überzeugungen

Skeptiker unterstellen jenen Menschen, die Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene als Beweise für das Leben nach dem Tod betrachten, Leichtgläubigkeit oder eine Fehleinschätzung dieser Erfahrungen als übernatürlich. Oft heißt es auch, diese Menschen seien von Grund auf eher religiös und deshalb eher dafür anfällig, aufgrund ungewöhnlicher Wahrnehmungen voreilig von der Existenz des Jenseits überzeugt zu sein.

Für viele Skeptiker wäre es zuerst einmal angebracht, die eigene Voreingenommenheit zu erkennen, die weit über gesunden Skeptizismus hinausschießt und schon eher in den Bereich von Fanatismus und Ignoranz geht. Außerdem sehen Skeptiker bei dieser Argumentation wieder einmal zwei sehr entscheidende Auffälligkeiten nicht.

Erstens: Sehr viele Menschen, die heute aufgrund ihrer eigenen übersinnlichen Erfahrungen, vor allem durch Nahtoderfahrungen, vom Jenseits überzeugt sind, waren vorher dieselben Skeptiker und Atheisten, wie eben jene, die momentan so sehr gegen das Übersinnliche und den Glauben daran wettern. Bekannte Beispiele dafür sind die US-Amerikaner Alexander Eben und Howard Storm. Sie waren typische Extrem-Skeptiker und Atheisten, die jegliches übersinnliches Gedankengut für strunzdumm hielten und eine Abneigung dagegen hatten.

Wenn solche Leute jedoch eine echte NTE haben, dann sind sie von heute auf morgen keine Atheisten und Skeptiker mehr. Sie werden zwar nicht automatisch konfessionell-religiös, aber sie sind sich sicher, dass die nicht-körperliche Dimension existiert. Wenn ein Extrem-Skeptiker wie Richard Dawkins eine echte NTE hat, so kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass er danach von der Existenz des Jenseits überzeugt wäre.

Und auch hier gilt: Wären die Erfahrungen durch psychedelische und experimentelle Halluzinationen so sehr vergleichbar mit NTE, wie Skeptiker es oft behaupten, dann müssten Menschen auch durch diese Halluzinationen ihre Weltanschauungen so sehr verändern, wie es bei Menschen nach NTE der Fall ist.

Mir sind bisher nur zwei Menschen bekannt, die behaupten, selbst eine NTE gehabt zu haben und trotzdem nicht von der Existenz des Jenseits überzeugt sind. Dazu gehören der deutsche Biologe Gerhard Roth und die britische Psychologin Susan Blackmore. Bei Susan Blackmore kommt dazu, dass sie diese Erfahrung nach dem Konsum von Marihuana hatte – wie sie selbst immerhin zugibt. Sie hatte wohl nur einen etwas intensiveren Drogen-Trip. Ja, in diesen Fällen handelte es sich wohl tatsächlich nur um Gehirninszenierungen, aber die beiden deuten es im Nachhinein als NTE. Dies zeigt mir nicht nur die Art und Weise, wie sie darüber sprechen, sondern vor allem auch der dünne Inhalt ihrer Erfahrungen, der sich darauf beschränkt, wenige visuelle Dinge wahrgenommen, sich ein bisschen neben sich gefühlt, sich schwerelos und wohl gefühlt zu haben, und »herum geschwebt« zu sein.

Entscheidende Merkmale, besonders jenes der körperlichen Abkoppelung, kommen bei ihnen nicht zur Sprache. Susan Blackmore sprach auch nur davon, es »schien« ihr, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Bisher habe ich niemals erlebt, dass ein Mensch nach einer echten NTE nur davon sprach, es »schien« ihm, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Sie sprachen alle von absoluter Sicherheit. Roth und Blackmore wollen nun zu den Erfahrenen zählen, um – wie ich vermute – zu belegen, dass nicht jeder Mensch mit solchen Erfahrungen davon überzeugt ist, das Jenseits erlebt zu haben. In einer Dokumentation betont Blackmore auch vehement, sie habe das Ganze auch selbst erfahren und müsse es daher wissen, andererseits betonen Skeptiker immer wieder, persönliche Erfahrungen hätten nichts zu beweisen.

 

Auch der österreichische Physiker und Skeptiker Werner Gruber spricht davon, er habe selbst eine Nahtoderfahrung gehabt. Meiner Einschätzung war auch diese Erfahrung keine echte Nahtoderfahrung, denn diese war ähnlich »dünn« wie jene von Blackmore und Roth. Aber er gibt immerhin zu, diese Erlebnisse seien wissenschaftlich momentan nicht vollständig erklärbar (Stand 2019).

 

Zweitens: Viele derjenigen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer AKE/NTE bereits religiös waren, verlassen ihre Konfession oder sehen diese zumindest nicht mehr als Bedingung für die »Heimkehr« in den Ursprung. Denn durch ihre NTE haben sie erkannt, dass Gott und das Jenseits doch etwas anders sind, als die meisten Religionen dies lehren. Nach ihrer eigenen NTE sind Menschen meistens der Ansicht, dass es keine einzig wahre Religion gibt und selbst wenn, dass es für die Heimkehr nicht darauf ankommt, Mitglied dieser Religion zu sein. Sie sehen jenes, was sie in ihrer NTE erfahren haben, einfach als Teil der Natur, auf die eine Religion keinen Anspruch haben kann, so wie man zum Beispiel nicht katholisch sein muss, um Wasser trinken oder Luft einatmen zu können.

 

Es ist nicht selten, dass sich betreffende Menschen nach ihrer Nahtoderfahrung eine Zeit lang einreden, sie hätten nur halluziniert, weil das Erlebte – sowohl für jene Menschen, die vorher religiös waren, als auch für jene, die davor atheistisch waren – zu abweichend war von ihren bisherigen irdischen Vorstellungen über die menschliche Existenz. Aber sie sagen es immer wieder, sie hätten gleichzeitig gespürt, dass es in Wirklichkeit keine Halluzination war und sie keinen Frieden finden werden, wenn sie sich weiterhin einreden, es sei nur eine Halluzination gewesen.

2. Denkfehler: Die NTE seie ein Programm, um das Sterben zu erleichtern

Die meisten Nahtoderfahrungen werden überwiegend als unbeschreiblich schön und beglückend empfunden. Darüber kommen von den Erfahrenen immer wieder Aussagen wie etwa: »Wenn Sie sich die glücklichsten Momente ihres Lebens gleichzeitig vorstellen und diese vertausendfachen, dann haben Sie noch immer keinen Eindruck davon, wie schön es im Jenseitigen ist.« Die Betreffenden haben ja gerade aufgrund dieser unbeschreiblichen Herrlichkeit für den Rest ihres Lebens eine so starke Sehnsucht nach dieser – wie sie es meistens selbst sehen – »Heimat«.

 

Ein typisches Skeptiker-Argument lautet dazu nun, Nahtoderfahrungen seien von der Natur eingerichtet, um das Sterben angenehmer zu machen. Dazu kommen dann auch eigenartige Floskeln, wie zum Beispiel: »Beim Sterben wird das Gehirn mit Chemikalen überflutet, die dann diese Nahtoderfahrungen auslösen.« Aber die entscheidenden Dinge werden hierbei wieder einmal übersehen.

 

  • Für die nervliche Wahrnehmung haben elektrische Aktivität und Sauerstoff im Gehirn die höchste Priorität. Wenn diese nicht oder nur gering gegeben sind, dann können hier noch so viele Chemikalien wie Endorphine und DMT aktiv sein, diese können dann keine Wahrnehmung bewirken, schon gar nicht eine überaus lebendige und klare.

  • Wenn es nur ein Schutz vor dem Stress und dem Leiden sein soll, warum bewahrt uns die Natur dann nicht vor schrecklichen Schmerzen durch Unfälle und Krankheiten, wo keine Bewusstlosigkeit eintritt? Die völlige Bewusstlosigkeit würde genügen, um dem Menschen das Leiden zu ersparen. Wozu sollte dann die Wahrnehmung ausgerechnet beim Sterben noch einmal »anspringen«, auf Hochtouren laufen und dem Menschen ausgerechnet dann die aller schönsten Momente des Lebens bescheren?

  • Die meisten Menschen haben in vergleichbaren Situationen gar keine Nahtoderfahrung. Würde das Gehirn immer so biologisch-programmatisch reagieren, wie Skeptiker es behaupten, dann müssten viel mehr Menschen diese Nahtoderfahrungen haben.

  • Dieser »Premiumtod« ist auch deshalb unlogisch, weil – wahrscheinlich etwa 5 - 15 % aller Menschen mit NTE –, nicht nur diese wunderschönen, lichtvollen Erfahrungen machen, sondern auch verschiedene Arten von sehr unschönen bis hin zu schrecklichen Höllenerfahrungen.

  • Wozu auch dieser intensive Lebensfilm, wenn danach alles vorbei sein soll? Man kann annehmen, dass der Lebensfilm eher als Abschluss für das zurückliegende irdische Leben und gleichzeitig als Einstieg in das Fortleben im Jenseitigen dient. Er kann als eine Art Brücke gesehen werden, als Übergang. Wären der Lebensfilm und NTE generell nur Halluzinationen, warum treten sie dann nicht auch bei psychedelischen Halluzinationen und experimentellen AKE auf?

 

Immer wieder meinen manche Leute, diese Höllenerfahrungen geschahen vor allem im Mittelalter. Aber zu einer solchen Meinung kann man nur kommen, wenn man sich mit NTE nicht ausreichend beschäftigt. Auch heute haben sehr viele Menschen Höllenerfahrungen und man sollte dabei – im Vergleich zu den lichtvollen Erfahrungen – mit einer höheren Dunkelziffer rechnen, weil die Betreffenden nicht stigmatisiert und mit dem Teufel oder dem Bösen in Verbindung gebracht werden wollen.

 

Aber auch die überwiegend schönen Jenseitserfahrungen sind nicht immer einzig und allein angenehm. Der Lebensfilm zum Beispiel wurde bereits erwähnt. Dabei handelt es sich um eine tiefe, psychische und somit auch emotionale Reflexion der wichtigsten Ereignisse des vorangegangenen irdischen Lebens, und eine solche Reflexion kann ziemlich unangenehm werden, weil man hierbei jene körperlichen und emotionalen Schmerzen durchlebt, die man anderen Lebewesen zugefügt hat. Außerdem kann der Lebensfilm meiner Beobachtung nach besonders dann unangenehm sein, wenn bei einem Menschen Uneinsichtigkeit, fehlende Reue oder ungesühnte Schuld im Spiel sind.

 

Natürlich ist es nun wiederum sinnvoll zu fragen, warum die einen Menschen eine Jenseitserfahrung haben, andere hingegen nicht, obwohl sie ebenfalls fast gestorben wären? Dazu eine Aussage von Maureen Clinton über ihre eigene NTE: »Ich wusste, dass es keine Zufälle gibt, dass sehr gut auf mich aufgepasst wurde, dass alles geplant war. Sogar meine Anwesenheit dort [im Jenseits, Anm.] war geplant und sie war ein besonderes Geschenk, das ich brauchte.«[17] Es passiert vieles im Leben, was wir nicht bewusst in der Kontrolle haben, von dem wir aber später irgendwann den Sinn oder den »Plan« dahinter erkennen.

 
 

3 weitere Fehlargumente von Skeptikern

Der britische Biologe Richard Dawkins. International bekannte Person der Skeptikerbewegung. Bildrechte: Shane Pope from Austin, United States, -Dawkins at UT Austin 2 crop, CC BY 2.0.

Die britische Psychologin und Skeptikerin Susan Blackmore. Bildrechte: AlasdhairJohnstonQED 20161015 182CC BY-SA 4.0.

1. Nahtoderfahrungen seien zu unterschiedlich und spiegeln daher nur die im Gehirn gespeicherten Vorstellungen

Ja, bei oberflächlicher Betrachtung ist das ein verständlicher Gedanke. So heißt es etwa, die vom griechischen Philosophen Platon geschilderte Nahtoderfahrung eines Soldaten, etwa 400 v. Chr., sei zu unterschiedlich zu den heutigen, und das würde belegen, NTE seien eben nur Halluzinationen. Man geht hier offenbar davon aus, das Jenseits müsse ewiglich und für jede Seele völlig identisch sein. Hierzu gibt es jedoch sieben aufklärende Argumente.

Erstens: Auch heute sind Nahtoderfahrungen unterschiedlich. So gibt es bei weitem nicht nur diese wunderschönen Licht-Erfahrungen, sondern auch das blanke Gegenteil davon. Zwischen diesen beiden Extremen zeigen sich immer wieder Zwischenwelten. Es heißt es auch in Johannes 14,2: »In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.« Warum soll es im Jenseits nur einen einzigen Bereich geben? Auch Elisabeth Kübler-Ross hat festgestellt, dass die jenseitigen Bereiche, in denen sich Seelen wiederfinden, eine seelische Entsprechung zu ihrem vorherigen irdischen Leben haben. Bei den dunklen und höllischen Erfahrungen zeigt sich oft, dass die Erfahrenen in Zuständen von Sucht und Bösartigkeit – in Gegenteilen von Gutmütigkeit – waren, vor allem in Missgunst, Hass und Rachsucht. So heißt es etwa auch: »Wie im Himmel so auf Erden«. Auch der große Mystiker Emanuel Swedenborg hat viel über die »Entsprechungen« zwischen Physis und Jenseits verfasst.

Zweitens: Woher wollen wir wissen, dass sich im Jenseits nie etwas verändert? Es heißt zwar, im Zustand ohne Körper und im Jenseits würde man keine Zeit empfinden, aber gerade aus NTE kann man lernen, dass es dort dennoch Ereignisse und Veränderungen gibt. Daher kann es sein, dass Menschen in früheren NTE mehrheitlich auch andere Zustände und Welten erfahren haben als heute.

 

Drittens: Trotz all der Unterschiede enthalten Jenseitserfahrungen immer gewisse allgemeine, strukturelle Elemente, wie sie weiter oben bei den Unterschieden zu den Halluzinationen angeführt sind. Auch hier im Irdischen hat jeder Mensch sein individuelles Leben, welches aber gleichzeitig in natürliche und vom Menschen geschaffene Strukturen eingebettet ist. So enthalten auch die Schlussfolgerungen Platons aufgrund der Jenseitserfahrung dieses Soldaten sehr ähnliche Sichtweisen, die den heutigen Nahtoderfahrungen entsprechen. Auch Platon spricht sinngemäß zum Beispiel von einer allwissenden, liebenden und lichtvollen Lebensquelle, über die der Mensch in seiner typisch irdischen Unbewusstheit lange Zeit nichts weiß, während beim Tod diese, durch den Körper bewirkte, Beschränkung der Wahrnehmung aufgelöst wird.

 

Viertens: Wenn Menschen zurück sind im Körper, so können sie sich zwar an vieles erinnern, was sie im Jenseitigen erfahren haben, aber ihr Bewusstsein ist dennoch wieder ­– sozusagen typisch irdisch – beschränkt. Es kann also sein, dass sie sich nicht völlig korrekt erinnern. Außerdem zeigt sich immer wieder das Problem mit der Sprache. Die betreffenden Menschen können ihre Erfahrungen nicht eins zu eins wiedergeben, weil sie wissen, dass Menschen ohne eigene NTE nicht das passende Vorstellungsvermögen für die Jenseitswelt haben und es daher auch keine passenden Worte für jenseitige Dinge und Zustände gibt. Hier handelt es sich also um eine mögliche Fehlerquelle in der Erinnerung und in der Kommunikation, wodurch Berichte über Nahtoderfahrungen übermäßiger als widersprüchlich verstanden werden können. Erfahrene berichten auch manchmal davon, sie hätten während ihrer Erfahrung gewusst, dass ein Teil dieser Erfahrung aus dem Erinnerungsvermögen ausgeblendet sein wird, wenn sie im Körper zurück sind.

Fünftens: Dieses Argument, Christen würden im Jenseits Jesus sehen, Buddhisten Buddha und Muslime Mohammed etc. hat sich meines Wissens als weitgehend falsch herausgestellt. NTE zeigen etwas, was wir auch aus der irdischen Psychologie kennen, nämlich dass in der menschlichen Wahrnehmung das Bildhafte eine große Rolle spielt. Man kann es in sich selbst nachprüfen: Wenn der Mensch denkt, etwas versteht oder meint, etwas zu verstehen, dann vor allem durch innere Bilder bzw. Vorstellungen und Empfindungen. Wir sehen, interpretieren und »reduzieren« die Realität innerlich ständig auf Vorstellungen. So meinte etwa Thomas Mellen Benedict über seine NTE: »Das Licht änderte sich in verschiedene Figuren, in Jesus, Buddha, Krishna, in Mandalas, in archetypische Bilder … Dein Glaube und deine Überzeugungen formen die Art des Feedbacks, das du vom Licht zurück erhältst.«[18] Auch von Nicht-Christen werden höhere Wesen oft als Christus oder als »Vertreter« Christi wahrgenommen.

 

Je »erdgebundener« die außerkörperliche Erfahrung ist, umso typischer ist es auch, dass der jeweilige Mensch zum Beispiel die Seelen verstorbener Verwandter völlig oder teilweise durch stereotype Bilder sieht, die er in seinem momentanen, irdischen Leben entwickelt hat. So heißt es beispielsweise immer wieder, ältere Verwandte seien zwar in der Jenseitserfahrung völlig jung und vital gewesen, aber zum Beispiel mit einem typischen Kleidungsstück vom früheren irdischen Leben.

 

Viele Nahtoderfahrene berichten, je weiter sie in den Ursprung, zu Gott oder ins Licht vorgedrungen sind, also je mehr sie sich von der irdischen Sphäre entfernten, umso mehr verschwanden die irdisch-bildhaften »Feedbacks« bzw. Stereotypen. Die Wahrnehmung einzelner Lichtwesen oder »Gottes« wurde dann immer weniger irdisch und auch geschlechtslos.

 

Sechstens: Oft werden seltene Elemente von Erfahrungen genützt, um zu behaupten, NTE seien nur Halluzinationen. Die goldene oder weiße Stadt ist ein Beispiel dafür, oder auch der Weg, der sich zweigt in den schmalen, steilen Weg nach oben in das Licht, und den großen, breiten Weg nach unten in die Dunkelheit. Ja, durch solche, eher selten erscheinende Elemente könnte man darauf schließen, dass es sich nur um Halluzinationen handelt, aber bisher kenne ich kaum ein Element, welches nur in einer einzigen NTE vorgekommen ist.

 

Siebtens: Die meisten Menschen sind aufgrund von zwei Dingen so sehr von den Nahtoderfahrungen überrascht. Einerseits deshalb, weil sie ihren völlig bewusstlosen Körper liegen sehen und dennoch alles – und meistens auch viel lebendiger und klarer – wahrnehmen, was im jeweiligen (irdischen) Raum passiert. Zweitens deshalb, weil die Erfahrung der Jenseitswelt meistens deutlich anders ist, als sie es von religiösen Vorstellungen her kennen.

 

Aber auch überzeugte Atheisten haben dieselben Nahtoderfahrungen wie jene Menschen, die vorher religiös waren, daher werden sie durch eigene NTE so schnell »gläubig«. Wenn NTE nur Halluzinationen wären, welche Halluzinationen sollten dann Atheisten haben? Nehmen wir hierzu das Beispiel von Howard Storm. Seine NTE war zuerst höllisch, wandelte sich dann jedoch in eine lichtvolle, erlösende Erfahrung, wobei er Christus als Erlöser identifizierte – wie es meistens berichtet wird. Howard Storm war schon längst vor seiner NTE ein überzeugter Atheist. All das Religiöse und Übersinnliche war nach seiner Überzeugung nur pure Fantasie. Er fand es dumm und lehnte es ab.

 

Aus all diesen Punkten schließe ich, es gibt unterschiedliche Bereiche im Jenseitigen und es kann keine Rede davon sein, die NTE würden nur die im körperlichen Gehirn gespeicherte Gedankenwelt spiegeln. Die irdische Gedankenwelt zeigt sich nur öfter durch stereotype Bilder, die im momentanen irdischen Leben der erfahrende Person eine Rolle spielen, weil es eine permanente geistige Verbindung zwischen der irdischen und der jenseitigen Welt gibt.

 

Ansonsten kann man sagen, würde es sich nur um Halluzinationen handeln, dann gäbe es diese strukturellen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten nicht. Vor allem die Inhalte sollten anders sein, zum Beispiel ein Haustier-Himmel für Haustier-Liebhaber, ein Erotik-Himmel für erotisch aktive Menschen, ein Himmel mit dem besten Essen des Universums für Menschen, die gerne essen, oder ein Himmel mit den tollsten Autos der Welt für Autoliebhaber.

2. Berichte über NTE seien simuliert

Manche Skeptiker meinen, heute würde fast jeder Mensch über NTE Bescheid wissen, weshalb ein Großteil der heutigen Berichte über NTE nur nachgeplappert sei. Aber ist das nicht ein bisschen einfach? Mit ein wenig Menschenkenntnis sollte man auch die Authentizität berichtender Menschen halbwegs einschätzen können.

Beispielweise brechen die berichtenden Menschen oft in Tränen aus, wenn sie sich an die bedingungslose Liebe erinnern. Das ist so echt, das schaffen nicht einmal die besten Schauspieler der Welt. Diese Gefühlausbrüche sind zwar keine Beweise für das Jenseits, aber sie Belegen, dass es sich hier um keine Inszenierungen handelt, sondern um sehr einschneidende Erinnerungen an sehr starke Gefühlszustände.

Offiziell wurde bisher ein einziger Fall bekannt, wonach ein ganzes Buch über eine NTE erfunden war, um persönliche religiöse Anschauungen zu untermauern, um Aufmerksamkeit zu erregen und nebenbei noch Geld damit zu verdienen. Ich hatte auch selbst von ein paar wenigen Berichten den Eindruck, dass es sich um keine echte NTE handelte, sondern um die Inszenierung eigener Vorstellungen. Es gibt immer wieder wo Trittbrettfahrer, die bestimmte Umstände nützen, um gehört zu werden oder sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Daher ist es wichtig, persönliche Erfahrungsberichte nicht blind zu glauben, sondern zu prüfen.

Ja, NTE sind inzwischen sehr bekannt und verbreiten sich immer mehr. Aber daraus kann nicht abgeleitet werden, es handle sich vorwiegend um »Kopien«. Erst im Jahr 2018 habe ich zum ersten Mal erlebt, dass eine Frau meinte, sie wusste vor ihrer eigenen NTE bereits von NTE und hatte davor bereits Bücher darüber gelesen.

 

Viele Menschen, die auch heute zum ersten Mal darüber berichten, hatten ihre NTE viele Jahre oder sogar Jahrzehnte davor, also etwa in den 80er- und 90er-Jahren. Sie trauen sich heute erfreulicherweise eher darüber zu berichten, weil sie sehen, dass dieses Thema nicht mehr so ein großes Tabu ist. Auch viele von jenen, die ihre NTE in jüngerer Zeit hatten, wussten vorher nichts oder nur wenig darüber. Die meisten Menschen haben meiner Einschätzung nach nicht die Fähigkeit, einen Bericht über eine nicht eigens erfahrene Nahtoderfahrung glaubhaft darzustellen.

3. Auch wenn man träumt, weiß man nicht, dass man träumt

Mit diesem Argument will man wohl sagen: Auch wenn es sich so anfühlt, man habe den Körper verlassen, so muss es nicht tatsächlich so sein. Ja, das ist an sich korrekt, aber auch hier werden wieder zwei Dinge nicht bedacht. Erstens haben Menschen in Träumen nicht das, was man bei Nahtoderfahrungen erlebt und auch nicht diese starke Überzeugung, vom irdischen Körper abgelöst zu sein. Und zweitens: Zumindest in der Erinnerung an den Traum weiß man, dass es nur ein Traum war. Auch nach Drogenerfahrungen wissen Menschen, dass es eben nur eine Drogenerfahrung war. Wären Nahtoderfahrungen auch nur Halluzinationen, dann könnte man davon ausgehen, dass auch hier die Erfahrenen viel öfter davon überzeugt wären, dass es eben nur Halluzinationen waren.

 

Kritisches zu Berichten über transzendente Erfahrungen

Wie überall, so gibt es auch unter jenen Menschen, die über transzendente Dinge berichten, zweifelhafte Erscheinungen, und davon vor allem drei Arten.

 

Erstens – nennen wir es beim Namen: Lügner und Trittbrettfahrer. Hinter dem Lügen steckt natürlich nicht immer eine bewusst bösartige Absicht. Viele Menschen lügen aus Angst und Unbeholfenheit heraus. So sind dem Menschen seine eigenen Fantasien oft wichtiger als das Bemühen, die Wahrheit zu erkennen, denn gewohnte Vorstellungen lösen Empfindungen von Sicherheit aus, während ungewohnte Gedanken und schwer zu verstehende Dinge Gefühle von Unsicherheit auslösen können und somit als unangenehm empfunden werden. Eine bekannte Nahtodforscherin in den USA, Nancy Evans Bush, schrieb zum Beispiel ein Buch mit dem Titel »Buddha in Hell« (Buddha in der Hölle). Sie thematisiert in diesem Buch unter anderem die Behauptung einer unbekannten Person, diese habe während ihrer Nahtoderfahrung Buddha in der Hölle gesehen. Es konnte nicht ausgeforscht werden, wer dies behauptet hat, aber es zeigt sich bei der ganzen Sache eher, dass es sich um jemanden handelt, der das Christentum unbedingt als die einzig wahre Religion darstellen will, während andere Religionen, in diesem Fall vor allem der Buddhismus, als falsch und gefährlich dargestellt werden sollen. Ein typischer Fall von Verschwörung, wie er auch in bei vielen irdischen Dingen vorkommt, wenn Menschen liebe blind gegen eine Sache sein wollen, anstatt nach der Wahrheit zu suchen.

 

Zweitens: Jemand hat zwar eine echte übersinnliche Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine intensive und umfassende Jenseitserfahrung, stellt sie jedoch missverständlich dar, und dies kann wiederum verschiedene Gründe haben, zum Beispiel eine lückenhafte Erinnerung oder unzureichendes Ausdrucksvermögen. Auch erfahrene Menschen können sich bezüglich ihrer Jenseitserfahrungen irren. Dies zeigt sich etwa bei Menschen, die ihre Erfahrung etwas einseitig durch die Brille ihrer Konfession erklären. Die vorsichtigeren unter den Jenseitserfahrenen betonen es daher immer wieder, dass man sich mit voreiligen Schlüssen und pauschalen Behauptungen über die Jenseitswelt zurückhalten soll.

 

Drittens: Auch unter jenen, die zwar selbst keine direkten spirituellen Erfahrungen machten, sich aber dafür interessieren, neigen einige dazu, transzendente Phänomene zu sehr durch die Brille der eigenen Ansichten zu sehen. Dazu sind die Erscheinungen von Garabandal ein gutes Beispiel. Diese wurden teilweise in einer überaus katholischen Schwärmerei in die Welt getragen. Manche sahen in den Garabandal-Phänomenen gar den Beweis, die katholische Kirche sei die einzig wahre. Nach meinem jetzigen Wissensstand über Garabandal gehe ich davon aus, dass diese übereifrige Berichterstattung im Rahmen einer katholischen Mentalität eher nicht im Sinne der vier betreffenden Frauen selbst war.

 

Ähnlich zu Garabandal, aber weitaus extremistischer, sind die Aussagen über die angeblichen Visionen von Fatima in Portugal im Jahr 1917, durch die Fatima zu einem der weltweit berühmtesten Wallfahrtsorte wurde. Von Garabandal gibt es immerhin erstaunliche Videoaufnahmen. Von den angeblichen Fatima-Visionen sind nur schriftliche Dinge übermittelt und diese spiegeln eine katholizistisch-fundamentale Sünden-, Buß- und Höllen-Hysterie. Diese wurde den drei Kindern, welche diese Visionen gehabt haben sollen, von der Erziehung her eingetrichtert, daher ist der Gedanke naheliegend, dass diese angeblichen Visionen entweder bewusst erlogen wurden oder dass es sich dabei schon um krankhafte Wahnvorstellungen oder gar Psychosen handelte, die man dann für katholisches Marketing neu konstruierte.

 

Dies alles zeigt uns: Der blinde Glaube an spirituelle Schriften und Erfahrungsberichte ist nicht ratsam. Letztlich liegt es in der Verantwortung eines jeden Mensch selbst, auf seiner Suche nach der Erkenntnis eine vernünftige Skepsis anzuwenden, nach dem Grundsatz: Alles prüfen und das Wahre behalten.

Ich wurde in dieses helle Licht und in diesen ständig größer werdenden Lichttunnel gezogen. Es war ein sehr starkes Gefühl der Rückkehr an einen Ort, an dem ich schon früher war – eine Heimkehr. Es war nicht beängstigend, sondern sehr friedlich und freudvoll. Ich erinnere mich an Gefühle von Frieden, Wohlwollen und Einheit. Und dann, ganz plötzlich war ich zurück in meinem Körper und ich erinnere mich, als ich dachte: ‚Oh Gott – nicht wieder dieses Leben!‘ Ich war zurück in diesem physischen Körper mit seinen Limitierungen. Ich war zurück in diesem Leben mit meiner Frau, meinen Kindern, meinem Hund, meinem Haus und all diesen Dingen und Personen, an denen ich mich in diesem Leben erfreue, aber all das verblasste zu Bedeutungslosigkeit, weil ich einen Einblick in etwas ganz anderes bekam. Damit will ich keinesfalls meine Familie herabsetzen. Aber es war einfach so. All dieses Irdische war nicht länger bedeutend.

Ken Martin[19]

Quellen

 

Wenn nicht anders angegeben und eine Quelle nicht mehr unter dem angegebenen Link abrufbar ist, dann verfügt der Betreiber dieser Website über das jeweilige Dokument.

[1] Dokumentation »Beyond Death« von 1998, Min. 22:08

[2] Psychologe Dr. Joe B Geraci im Interview mit Prof. Kenneth Ring 1978, vom Englischen ins Deutsche übersetzt von Andreas Herejk, https://www.youtube.com/watch?v=GPFNhBkLi4c&t=260s

[a] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=xr8LrUqDY4o&t=61s, min 8:00

[b] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=7uM1Y_nAz4Q&t=1s, min 2:16

[c] Stefan Jankovich, »Ich war klinisch Tod: Der Tod – mein schönstes Erlebnis«, Drei Eichen 2011

[3] https://www.youtube.com/watch?v=_0WvcxHvj7M&t=761s, auch hier als Niederschrift: https://www.near-death.com/experiences/exceptional/jayne-smith.html, vom Englischen ins

[4] Psychologe Dr. Joe B Geraci im Interview mit Prof. Kenneth Ring 1978, vom Englischen ins Deutsche übersetzt von Andreas Herejk, https://www.youtube.com/watch?v=GPFNhBkLi4c&t=260s

[5] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2020, »Die Nahtoderfahrungen von Frau Beatrix Keller«, https://www.youtube.com/watch?v=dAmDpenXOaA&t=556s ab 32:10

[d] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, 4. Auflage, S. 107 Abs. 5

[6] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 27.11.2014 »Ruschmann: Weltanschauliche Hintergrundannahmen und Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=RgSGTzB0ghs, min 50:08

[7] Pam Reynolds, https://www.youtube.com/watch?v=QnzpsnBrkXs

[8] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, Teil 2, S. 107 Abs. 5

[9] Dr. Lloyd Rudy, https://www.youtube.com/watch?v=JL1oDuvQR08

[10] Vicki Noratuk, https://www.youtube.com/watch?v=-q1A5ODIOPg

[11] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2018, »Selbstmordversuch – Frau Hubschmied berichtet von ihrer Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=Izh3lP4gZuw

[12] Steven Pinker, http://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,1580394-3,00.html

[13] Emanuel v. Swedenborg, H. J. Hube (Hrsg.), »Himmel und Hölle«, Marix Verlag 2016, S. 212 Z. 34

[14] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 11.12.2014 »Kuhn: Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig erklärt werden«, https://www.youtube.com/watch?v=l5NF8cWrC3I

[15] Dr. Persinger und Jim Chapman, https://www.youtube.com/watch?v=AM0gX_tuA-Y&t=1245s ca. ab min. 34:00

[16] Dr. Engelbert Winkler, Psychotherapeut, »Das abendländische Totenbuch - Der Tag, an dem Elias starb«, Corona Verlag Hamburg, 1996

[17] Dokumentation »Beyond Death«, Brooklyn College New York, 1994, https://www.youtube.com/watch?v=bdb2NuhKAWk ab min 12:18, vom Englischen ins Deutsche übersetzt von Andreas Herejk

[18] Mellen Thomas Benedict, https://www.youtube.com/watch?v=AZxgzTPjZYs&t=365s bei ca. min 6:00

[19] Ken Martin in der britischen Dokumentarserie »Life After Death« von Nick Thomson, erschienen im Jahr 2013, Episode 1, https://www.youtube.com/watch?v=YfcJqPztP0w ab 4:05, vom Englischen ins Deutsche übersetzt von Andreas Herejk

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