Empirische Beweise für das Leben nach dem Tod​

Der Zustand ohne Körper ist der natürliche. Innerhalb des Körpers zu sein ist ein Artefakt.

Prof. Dr. Fred Alan Wolf, amerik. theoretischer Physiker, geb. 1934[1]

Nicht alle Jenseits-Überzeugten wünschen sich ein Leben nach dem Tod

 

Warum beginnt dieser Artikel mit dieser Überschrift? Weil eines der häufigsten »Argumente«, um gegen Nahtoderfahrungen zu wettern, darin besteht, all die Menschen, die aufgrund eigener oder fremder Nahtoderfahrungen (NTE) vom Leben nach dem Tod überzeugt sind, könnten nicht aufgrund von Logik und Vernunft in dieser Überzeugung sein, sondern nur aufgrund ihrer Angst vor der Endlichkeit und ihres Wunschdenkens.

 

Eine derartige Fehleinschätzung kommt daher, weil sich die meisten Skeptiker und Materialisten gar nicht ernsthaft mit Nahtod- und anderen paranormalen Phänomenen beschäftigen oder nur so weit, um scheinbar mitreden und NTE nur als rein biologische Zuckungen des Gehirns darstellen zu können.

 

Tatsache ist aber viel eher, dass sich nicht alle Jenseits-Überzeugten ein Jenseits wünschen und diese Überzeugungen bei weitem nicht nur auf Wunschdenken beruhen. Besonders dann, wenn Menschen negative NTE machen, dann sind sie zwar danach ebenso unveränderlich von der Existenz des Jenseits überzeugt, wie all die anderen auch, aber der Unterschied ist: Während die anderen – also diejenigen mit den lichtvollen Nahtoderfahrungen – sich auf den Tod freuen, ist ein Teil der Betroffenen von negativen Nahtoderfahrungen froh, wieder im irdischen Köper zu sein und viele von ihnen wünschen sich keineswegs, dass das Leben nach dem Tod existiert, weil sie Angst davor haben. Manche von ihnen suchen sogar nach Belegen, um sich ihre persönliche Überzeugung vom Jenseits austreiben zu können, was ihnen jedoch nicht gelingt, weil diese Erfahrungen viel zu überwältigend und real sind.

 

Daher sei an dieser Stelle auch betont, dass es in diesem Artikel um keinerlei Jenseits-Schwärmerei geht, sondern um nachprüfbare Fakten über außerkörperliche Erfahrungen und relevante Fakten aus der Neurologie, die insgesamt zeigten, dass AKE nicht allein im Gehirn entstehen können.

 

Auch bei jenen Menschen, die zwar keine eigenen Jenseitserfahrungen hatten, sich aber damit beschäftigen und deshalb vom Jenseits überzeugt sind, ist das Jenseits nicht immer beliebt, dies zeigt sich besonders beim Gedanken an die Reinkarnation, der auch im Zuge von Berichten über Nahtoderfahrungen oft vorkommt. Die Vorstellung, etwa in einem Land der Dritten Welt oder gar als Tier zu inkarnieren, gefällt den meisten Mensch keineswegs.

 

Auch als ich selbst zum ersten Mal von höllischen NTE erfuhr, war ich zwar bereits davon überzeugt, dass NTE nicht im Gehirn entstehen können, aber ich dachte mir, wenn höllische NTE ebenso real sind wie all die anderen auch, dann wäre es mir lieber, es gäbe überhaupt kein Jenseits. Denn höllische NTE sind das Grauenhafteste, was man sich nur vorstellen kann.

 

Skeptiker unterstellen auch den Nahtodforschern gerne, diese seien lauter Wunschdenker und religiös voreingenommen, aber auch das ist entweder eine Lüge oder grob fahrlässiges Unwissen, denn die meisten heutigen Nahtodforscher waren früher selbst Skeptiker, Materialisten und Agnostiker.

 

Der bekannte britische Neuropsychiater Peter Fenwick beispielsweise hörte Ende der 70er-Jahre zum ersten Mal über Nahtoderfahrungen, ausgehend von den USA. Er dachte sich damals sinngemäß: »Dieser Mist aus Kalifornien wird es sicher nicht nach Großbritannien schaffen.« Kurze Zeit darauf hatte er als Arzt selbst einen Patienten, der nach erfolgreicher Reanimation lokale Details aus der Zeit seines klinischen Todes beschreiben konnte, woraus für Fenwick und die anderen beteiligten Menschen unmissverständlich klar wurde, dass dieser Patient etwas wusste, was rein biologisch nicht in sein Gehirn eindringen konnte. Ein Mensch, der ein fundiertes neurologisches Hintergrundwissen hat und an der Wahrheit interessiert ist, kann einen solchen Vorfall nicht einfach hinnehmen, als wäre er nichts Besonderes. Heute ist Fenwick überzeugt, dass das Bewusstsein bei weitem nicht allein im Gehirn entstehen kann und er wunderte sich oft über den sturen materialistischen Dogmatismus vieler Skeptiker. Es ist nicht verkehrt, zuerst nach biologischen Ursachen zu suchen, aber der extreme Materialismus der heutigen Zeit ist nur eine umgekehrte »Religion« – eine materialistische.

 

Die meisten Nahtodforscher waren weniger aufgrund von Berichten über »Tunnel und Licht« davon überzeugt, dass es sich dabei um eine andere Welt handelt, sondern eher dadurch, dass diese Patienten lokale Dinge vom Unfallort oder vom OP-Saal aus der Zeit ihres Herzstillstandes wussten, die sie rein biologisch gar nicht aufnehmen konnten, die sie also nur wahrnehmen konnten, weil sie von ihrem Körper abgelöst waren.

 

Was haben aber diese Mediziner vorher im Medizinstudium gelernt? Dass der Mensch während des Herzstillstandes keine Hirnstromaktivität hat und somit kein Bewusstsein haben kann. Das lernt man im Grunde nach wie vor, nur mit dem Unterschied, dass vor einigen Jahren eine sehr kurze Entladungswelle nach dem Eintritt des Kreislaufstillstandes entdeckt wurde. Warum es jedoch völlig unlogisch ist, anzunehmen, dieses wenige Sekunden dauernde »letzte Synapsengewitter« – wie Skeptiker es gerne irreführend nennen – könnte NTE verursachen, wird später näher erläutert.

 

Jeder, der sich wirklich mit Nahtoderfahrungen auskennt, kennt diese vielen Wissenslücken und Lügen der Skeptiker. Diese Leute wissen so vieles nicht über diese Phänomene, weil bei ihnen die Ansicht herrscht, all diese Phänomene müsse man nicht ernsthaft untersuchen, weil es sich sowieso nur um Spinnereien und Lügen handeln kann. Daher ist es diesen Skeptikern auch ein Dorn im Auge, dass heute so viele Berichte über diese Phänomene verfügbar sind. Auf Youtube kann man Hunderte davon allein auf Deutsch finden. Über Studien, die im Verborgenen ablaufen, können Experten alle möglichen Interpretationen präsentieren. Aber aufgrund der leichten Verfügbarkeit dieser Berichte über NTE kann sich jeder Mensch selbst ein Bild davon machen, und das gefällt Skeptikern ganz und gar nicht.

 

In manchen Punkten ist die Kritik der Skeptiker an die Nahtod-Fans berechtigt, weil Nahtoderfahrungen allzu gerne instrumentalisiert werden, um religiöse Überzeugungen glaubhafter erscheinen zu lassen. Aber Skeptiker übertreiben es in das umgekehrte Extrem: Sie missbrauchen die Marke »Wissenschaft«, um Nahtoderfahrungen um jeden Preis als rein biologische Erlebnisse abzutun und überhaupt alles Übersinnliche als Fantasien und Lügen lächerlich zu machen. Die einen bemerken ihre esoterische und spirituelle Voreingenommenheit nicht, und die anderen ihre materialistische nicht.

 

 

Was Nahtoderfahrungen beweisen

 

Immer wieder einmal meinen manche Menschen, sie würden gerne an das Leben nach dem Tod glauben, aber sie könnten es nicht, denn sie seien Realisten oder Rationalisten. Gerade dann aber, wenn man sich realistisch und rational mit Nahtoderfahrungen befasst, wenn man die wichtigsten Fakten dieser Phänomene kennt und ein Minimum an neurologischem Basiswissen dazu hat, dann braucht man nur eins und eins zusammenzählen und dann beweist sich, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen können, sondern reale Erfahrungen einer anderen Welt sein müssen.

Aber wenn das so einfach ist, warum ist dann die Trennung von Körper und Geist wissenschaftlich noch nicht so stark bewiesen, dass sie weltweit und insgesamt anerkannt ist? Weil sich ein Großteil der Wissenschaftler in einem blinden Kampf gegen das Übersinnliche befindet. Das Übersinnliche wird als Angriff gegen die materialistische Weltanschauung – wie sie in der Wissenschaft momentan überwiegt – gesehen. Daher wird Wissenschaft seit jeher von einem Teil der Menschheit instrumentalisiert, um ein rein materialistisches Weltbild durchzusetzen und das Übersinnliche zu verunglimpfen. Diese Leute sind es auch, die über Phänomene wie Nahtoderfahrungen viele falsche Behauptungen verbreiten, wie sich in diesem Artikel noch zeigen wird.

Unter Materialisten ist etwa auch die Ansicht verbreitet, wenn es ein Jenseits gäbe, dann hätte die Wissenschaft dieses »schon längst« bewiesen, aber solche Gedanken können nur aus einer völligen Fehleinschätzung dessen, was Wissenschaft ist und momentan leisten kann, entstehen. Die wirklichen Wissenschaftler hatten immer schon dieses Gespür dafür, dass die Wissenschaft wissen, dass die Wissenschaft oft dem hinterherhinkt, was der Mensch vor einer möglichen wissenschaftlichen Beweisführung erahnen kann. Und wenn man sich einbildet, dieses oder jenes sei »schon längst« bewiesen, wenn es existieren würde, dann hat man auch keine mentale Offenheit mehr für neue Entdeckungen.

 

Die Menschheit und auch die Wissenschaft sind insgesamt heute geistig noch nicht so weit, um das, was man sehen »will«, von einer neutralen und ehrlichen Betrachtung dessen, was Realität ist, unterscheiden zu können. Und wenn der Mensch etwas nicht sehen will, etwas nicht zulassen will, etwas nicht gelten lassen will, dann versteht er es auch nicht, solange er es nicht so »gewaltig» und direkt erfährt, dass er es nicht mehr leugnen kann. Dieses sture Dogma, es dürfe oder könne nichts Über-Materielles geben, ist nur eine andere Form einer »Religion« unter dem Deckmantel der Wissenschaft.

 

Daher hat die Wissenschaft Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene insgesamt noch nie ernsthaft untersucht, sondern eher abgelehnt, so wie viele Wissenschaftler immer schon gewisse ungewohnte Phänomene und Ideen abgelehnt haben, weil sie dafür keine Theorien und keine Neugier hatten, und weil sie zu sehr in ihre gewohnten Vorstellungen und Errungenschaften vertieft waren.

 

Es gibt zwar bereits viele systematische Untersuchungen und viel Literatur über dieses Thema, aber im Vergleich zu anderen Dingen, um die sich die heutige Wissenschaft so hingebungsvoll kümmert, wurde das Gebiet der Nahtodphänomene gerade erst einmal von ein paar mutigen Pionieren innerhalb der Welt der Wissenschaft angekratzt. Daher kann »die Wissenschaft« über diese Phänomene noch längst keine abschließende Meinung haben. Sie kann sie nur aus dem momentanen »Stand der Wissenschaft(en)« heraus zu erklären versuchen.

 

Diese Erklärungsversuche sind insgesamt sehr unzulänglich, aber indirekt ist gerade die heutige Neurologie bereits einer der »Haupttäter« bei der Beweisführung für das Leben nach dem Tod, denn dass das Gehirn im Zustand enormer Kreislaufschwäche und des Herzstillstandes keine ausreichende Hirnstromaktivität hat, das muss eigentlich nicht neu bewiesen werden, das predigt die heutige Neurologie schon sei langem. Und die meisten Nahtoderfahrungen passieren dann, wenn das Gehirn ausgefallen oder so schwach ist, dass es allein keine ausreichende Leistungsfähigkeit hat, um so lebendige Zustände wie Nahtoderfahrungen zu erzeugen.

 

Dass gerade die heutige Neurologie bereits indirekt ein Leben nach dem Tod beweist, das wollen besonders jene Leute nicht wahrhaben, die in der Wissenschaft eine Waffe gegen das Übersinnliche sehen. Für sie dürfen Nahtoderfahrungen nur halluzinative, vernebelte Zustände oder »Narkoseträume« sein. In Wirklichkeit sind es Zustände eines massiv erweiterten Denk- und Gefühlsvermögens, wie es der Mensch sonst niemals haben kann. Daher beweisen Nahtoderfahrungen, dass die Wahrnehmung des Menschen unabhängig von seinem Körper existieren kann. Anders gesagt: Dass sich das persönliche Bewusstsein und Existenzgefühl in bestimmten Situationen von der Bindung an das körperliche Nervensystem ablösen können und sich damit automatisch rückverbinden mit einer existenziellen Struktur, die von der materiellen Struktur unabhängig ist und wo andere »physikalische« Gesetze gelten.

 

Sobald diese Möglichkeit der Trennung von Körper und Geist erwiesen ist, wird es wahrscheinlicher, dass auch die weiteren Elemente, die in Nahtoderfahrungen permanent seit eh und je und weltweit bei allen Menschen auftauchen, realistisch sind.

 

Dieser Artikel zeigt die zwei großen Beweisfelder, bei denen sich durch eine umfassende Betrachtung von Nahtodphänomenen insgesamt weitaus mehr Beweise für die Existenz einer Jenseitswelt ergeben, als Beweise dafür, dass Nahtoderfahrungen und Bewusstsein nur in einem fleischlichen Gehirn entstehen können. Wenn jemand meint, Nahtoderfahrungen würden nichts beweisen, schon gar kein Leben nach dem Tod, dann heißt das für mich nur, dass dieser Jemand die Beweise einfach noch nicht verstanden hat, und wahrscheinlich hat er auch nie wirklich danach gesucht.

 

Es geht hier jedoch nicht um eine Art Verherrlichung von Nahtoderfahrungen – es soll keine »Nahtoderfahrungs-Religion« gefördert werden. Diese Phänomene werden hier auch in keiner Weise instrumentalisiert, um konfessionelles oder sonstiges spirituelles Gedankengut zu bekräftigen, eher im Gegenteil: Nahtoderfahrungen zeigen, dass es diesen kleinlichen, eifersüchtigen Gott, wie ihn viele Religionen konstruieren, nicht gibt, und dass der Eintritt in den »Himmel« in keiner Weise davon abhängt, in einem traditionellen Sinne religiös zu sein.

 

Die Aussagen in diesem Artikel, um Nahtoderfahrungen realistisch darzustellen, beruhen auf zwei grundsätzlichen Quellen. Erstens auf den Analysen der einzig wahren Nahtodforscher, die es bisher auf dieser Welt gibt, allen voran Prof. Dr. Bruce Greyson, Neurologe, USA; Prof. Dr. med. Peter Fenwick, Neuropsychiater, GB; Prof. Dr. Kenneth Ring, Psychologe, USA; Dr. med. Michael Sabom, Kardiologe, USA; Dr. med. Jeffrey Long, Radioonkologe, USA; Dr. med. Sam Parnia, Kardiologe, USA; Dr. med. Pim van Lommel, Kardiologe, Niederlande; Prof. DDr. med. Wilfried Kuhn, Neurologe, Deutschland. Und zweitens auf einer Vielzahl von Berichten über Nahtoderfahrungen aus unterschiedlichen Quellen, mit denen ich mich persönlich nun seit fast zehn Jahren befasse.

 

Dr. med. Michael Sabom, Kardiologe, USA​, Pionier der klinischen Nahtod-Forschung

Prof. Dr. phil. Kenneth Ring, Psychologe, USA, erforschte Nahtoderfahrungen vor allem aus psychologischer Sicht

Dr. med. Sam Parnia, Kardiologe, GB, USA, Initiator der AWARE-Studien

Warum man auch ohne Wissenschaft Beweise für etwas haben kann

 

Was ist ein Beweis und noch dazu ein wissenschaftlicher? Wenn man heute von wissenschaftlichen Beweisen spricht, so versteht man darunter meistens demonstrative Beweise der institutionalisierten Wissenschaft, also Beweise, die überwiegend und international von den wissenschaftlichen Institutionen als Beweise gesehen werden. Manche Leute meinen heute so, diese Arten von Beweisen seien die einzig wahren Beweise – die einzigen, die »zählen«.

Aber haben Menschen früher, in der Zeit vor dieser Wissenschaft, überhaupt nichts begriffen? Doch, und zwar vieles. So haben beispielsweise einige Menschen schon vor über 2000 Jahren erkannt, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, obwohl es die enormen technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit damals nicht gab. Oder ein Beispiel aus der Medizin: Gute Beobachter haben schon vor Jahrhunderten durchschaut, dass das Fasten heilende Wirkungen haben kann, während es die heutige wissenschaftliche Medizin erst seit einigen Jahren weiß.

Auch in vielen anderen Bereichen gab es immer wieder schlaue Köpfe, die ein Wissen hervorbrachten, welches später durch wissenschaftliche Methoden nicht neu entdeckt, sondern im Grunde nur noch bestätigt wurde.

 

Und noch ein sehr lehrreiches Beispiel aus der Medizin – der berühmte Fall Ignaz Semmelweis: In der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der ungarisch-österreichische Chirurg Ignaz Semmelweis, dass sich das Kindbettfieber durch unhygienische Umstände überträgt. Nur wenige der damaligen medizinischen Autoritäten glaubten ihm, und es dauerte dann noch mehr als 50 Jahre, bis diese Erkenntnis international langsam zum sicheren Allgemeinwissen wurde.

 

Was kann man aus Fällen wie Semmelweis lernen? Dass »Beweise« zuerst einmal im Kopf eines Menschen entstehen, indem er die jeweilige Sache mehr oder weniger direkt wahrnimmt und/oder begreift.

 

Man spricht schließlich auch von »Natur-Wissenschaft«, weil es die Natur selbst ist, die uns die Beweise aufzeigt. Die institutionalisierte Wissenschaft ist in Mittel und ein Vermittler, aber nicht die Natur selbst. Jeder Mensch hat das Recht, Prinzipien der Natur zu erkennen. Wer eine Sache erfährt und/oder begreift, der hat damit vom Bewusstsein her den Beweis dafür, dass diese Sache existiert, völlig egal, ob es auch andere Menschen begreifen oder eben nicht. Natürlich hat die Wissenschaft heute technische Möglichkeiten, die der einzelne Mensch nicht hat. Aber für viele wichtige Dinge des Lebens braucht man keine hochtechnischen Einrichtungen und kein ewiges Theoriestudium, um sie zu begreifen. Gerade die enorme Vertiefung in Theorien und Expertenfelder kann dazu führen, in gewisser Weise blind zu werden, daher spricht man nicht umsonst von der »Expertenblindheit«.

 

Dadurch, dass Ignaz Semmelweis seine Aufmerksamkeit neutral und klug auf gewisse Dinge im Krankenhausbetrieb richtete, hat er die Sache mit der Übertragung des Kindbettfiebers indirekt durch Beobachtung in gewisser Weise »erfahren«. In Bezug auf Nahtoderfahrungen sind die Erfahrenen selbst diejenigen, die den ganz direkten Beweis für die Existenz des »Jenseits« als eine Welt haben, die von der materiellen Welt unabhängig ist.

 

Der Fall von Semmelweis ist auch ein gutes Beispiel, um den Unterschied zwischen empirischen und evidenzwissenschaftlichen Beweisen zu erläutern. Semmelweis stellte durch Beobachtung den Zusammenhang zwischen Verschmutzung und Krankheitsübertragung fest. Dieser Zusammenhang war für ihn »evident« – er erkannte hier eine »Evidenz«. Somit entstand für Semmelweis auf empirische Weise eine Erkenntnis. Er wusste wenig über die genaueren Hintergründe, zum Beispiel, dass das Kindbettfieber durch bestimmte Bakterien übertragen wurde. Das konnte er daher auch nicht demonstrieren. Je genauer er diese Hintergründe gezeigt hätte, umso eher wäre das ein evidenzwissenschaftlicher Beweis gewesen, also ein Beweis, der näher, tiefer in die Details hineingeht.

 

Semmelweis hat seine Beobachtungen damals auch dokumentiert, womit er auch einen demonstrativen Beweis nach außen hin hatte, also für andere Menschen. Aber diejenigen, die seinen Beweis ignorierten, die haben ihn auch nicht verstanden, also ergab sich für diese Ignoranten auch kein Beweis ­– sie haben nicht begriffen, worum es hier ging, und sie wollten es auch nicht begreifen.

 

Semmelweis war damals den meisten Autoritäten und der Wissenschaft insgesamt voraus. Viele Fans, die aus der Wissenschaft heute einen Kult machen, ohne es zu bemerken, wollen es kaum zulassen, dass (einzelne) Menschen auch heute noch der Wissenschaft voraus sein können, bzw. dass die Wissenschaft einer Sache hinterherhinken kann. Sie empfinden diesen Gedanken als Beleidigung der Wissenschaft, mit der sie sich so sehr identifizieren. Und das hat auch damit zu tun, dass sie inhaltlich nur das gelten lassen wollen, was die Wissenschaft momentan behauptet.

 

Solange eine Sache nicht so evident bzw. offensichtlich ist, dass es nur noch dummdreist wäre, sie zu ignorieren oder abzustreiten, kann sich daher jeder Mensch dumm stellen und »Ich weiß von nichts« spielen, wenn ihm eine Sache nicht passt – wie es eben damals gewisse medizinische Autoritäten bei Semmelweis getan haben, und wie es heute viele scheinbare Experten in Bezug auf Nahtod-Phänomene tun.

 

Im Denken eines Menschen entscheidet sich, wie er mit einem Verdacht, einer Ahnung und einer erkennbaren Sache umgeht: Schaut man hin oder nicht? Tut man so, also sei da nichts? Begreift man sie oder nicht? Glaubt man nur, was andere sagen, oder denkt man selbst nach und weiß man selbst, was wahr und richtig ist? Wenn man eine Sache näher erfährt oder begreift, dann ergibt sich dadurch der persönliche Beweis, egal was der Rest der Welt dazu sagt.

 

Wenn eine Sache die Wahrheit ist, wie damals die Erkenntnis von Semmelweis, dann ist auch das eine »wissenschaftliche« Erkenntnis – eine persönliche, wissenschaftliche Erkenntnis und ein persönlicher, wissenschaftlicher Beweis – nur eben nicht im institutionellen wissenschaftlichen Rahmen. Denn ganz allgemein gesehen ist »Wissen« ein Allgemeingut und »Wissenschaft« ein Prozess der Wissensgewinnung, der jedem Menschen offensteht und weitgehend von der persönlichen Intelligenz und Lernbereitschaft abhängt. Niemand hat einen alleinigen Anspruch auf »Wissen« und »Wissenschaft«, auch die institutionalisierte Wissenschaft nicht.

 

Um das ganze zusammenfassend abzuschließen: Wenn die Wissenschaft insgesamt und international endlich begreift und beweist, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen, dann ist das wünschenswert. Aber wer wirklich an der Wahrheit interessiert ist, braucht nicht auf diesen Zeitpunkt warten und soll sich von niemandem einreden lassen, diese wissenschaftlichen Beweise im institutionellen Sinne seien die einzig gültigen. Wie oft haben auch Wissenschaftler schon von »Beweisen« oder »gesichertem Wissen« gesprochen, während die jeweilige Sache wenige Jahre später wieder ganz anders war? Sehr oft, weil unseriöse Wissenschaftler sich viel zu schnell einbilden, eine wissenschaftliche Erkenntnis sei »gesichert«.

 

Will man über ein Thema wirklich Bescheid wissen, dann muss man mehr oder weniger einen Experten-Level erreichen. Ich kann niemals wissen, ob ein Experte wirklich ein Experte ist, wenn ich mich nicht selbst relativ gut mit der jeweiligen Sache auskenne.

 

Ignaz Philipp Semmelweis, 1818-1865, ungarisch-österreichischer Chirurg, leistete den ersten Fall evidenzbasierter medizinischer Forschung in Österreich.

 

Irrtümer und Verschwörungen der »Skeptiker«

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

Carl Gustav Jung, schweiz. Psychiater, 1875 - 1961

Der britische Biologe Richard Dawkins, international bekannte Person der Skeptikerbewegung. Bildrechte: Shane Pope from Austin, United States, -Dawkins at UT Austin 2 crop, CC BY 2.0.

Die britische Psychologin und Skeptikerin Susan Blackmore. Bildrechte: AlasdhairJohnstonQED 20161015 182CC BY-SA 4.0.

 

Weitere Skeptiker, die falsche und irreführende Informationen über Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Fakten verbreiten:

 

Christian Hoppe, Deutschland

 

Olaf Blanke, Deutschland​

 

Michael Shermer, USA

Wer sind »Skeptiker«? Der Begriff »Skeptiker« hat sich für eine weltweite Gesinnungsgemeinschaft von Menschen eingebürgert, die teilweise in Vereinen und Institutionen organisiert sind und sich mittels der heutigen Wissenschaft bemüht, das Übersinnliche zu widerlegen.

 

Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Aussagen der Skeptiker über Nahtoderfahrungen und andere paranormale Phänomene befasst, weil ich selbst die meiste Zeit meines Lebens Agnostiker war, also nicht besonders von der Existenz des Jenseits überzeugt, sondern nur neutral offen für den Gedanken daran. Außerdem war ich lange Zeit selbst nicht davon überzeugt, dass Nahtoderfahrungen reale Jenseitserfahrungen sind. Aber mit der Zeit war ich entsetzt, wie wenig Skeptiker in Wirklichkeit über diese Themen wissen und wie unehrlich und ungenau sie damit umgehen. Irgendwann wurde mir klar, dass es ihnen nicht um die Wahrheit geht, sondern nur darum, ein bereits festgelegtes, materialistisches Weltbild um jeden Preis durchzusetzen.

 

So war die britische Skeptikerin Susan Blackmore schon in den 80er Jahren, als sie zum ersten für Dokumentationen über Nahtoderfahrungen befragt wurde, auffallend darum bemüht, diese Phänomene nur als Fantasien des Gehirns gelten zu lassen. Seit damals haben sich ihre Meinungen über NTE nicht wesentlich geändert. All die vielen Erkenntnisse, die andere inzwischen darüber sammelten, sind an ihr abgeprallt, weil sie diese nicht gelten lassen will.

 

Skeptiker sehen den Dogmatismus – also das sture Festhalten an Überzeugungen – nur bei religiösen Menschen, aber niemals bei sich selbst. In Wirklichkeit sind sie selbst derart mit ihrer materialistischen Sicht auf die Welt identifiziert, sodass sie diese Nahtod-Phänomene in ihrer Bedeutung gar nicht begreifen können. Daher sind Skeptiker nicht nur extrem dogmatisch mit ihren gewohnten Überzeugungen sein, sondern auch unglaublich fantasievoll, wenn es ihnen darum geht, körperlich nicht erklärbare Dinge scheinbar körperlich zu beantworten. Sie machen genau jenes selbst, was sie an religiösen Menschen kritisieren: Potenziell erkennbare Fakten ignorieren oder verdrehen, und Wissenslücken mit unbelegten Fantasien ausschmücken (»God of the gaps«-Problem).

 

Einen gesunden Skeptizismus habe ich eher bei vielen spirituellen Menschen festgestellt, denn viele von ihnen hinterfragen übersinnliche Phänomene sehr streng, sie suchen nach Bestätigungen, sie sind bei weitem nicht nur diese blinden, leichtgläubigen Schwarmgeister, wie Skeptiker es meistens darstellen.

 

Falsche Behauptungen von Skeptikern und Materialisten, um Phänomene wie Nahtoderfahrungen (NTE) nur als nichtssagende Halluzinationen darzustellen, sind:

  • NTE zeigen sich nur durch persönliche Erfahrungsberichte und könnten daher nichts beweisen.

  • Nahtoderfahrungen würden nur in der Phase vor oder nach dem Kreislaufstillstand bzw. klinischen Tod passieren.

  • Der Begriff »Nahtoderfahrung« sei generell unpassend, weil die meisten Nahtoderfahrung angeblich nichts mit dem Kreislaufstillstand zu tun hätten.

  • Nahtod-Erfahrene seien nicht endgültig gestorben und das Gehirn würde noch »viele Minuten« nach dem Kreislaufstillstand weiterleben oder es seien noch »viele Minuten« Hirnströme aktiv.

  • NTE entstünden durch ein »letztes Aufbäumen« oder ein »neuronales Gewitter« im Gehirn.

  • Nur religiöse Menschen hätten Nahtoderfahrungen, weil sie ein Jenseits erwarten, während Atheisten keine hätten. (Eine typisch pseudopsychologische These, die völlig falsch ist.)

  • NTE könnten bereits körperlich erklärt und experimentell ausgelöst werden.

  • NTE seien nur Stressreaktionen, um das Sterben zu erleichtern.

 

Korrekt sind in dieser Liste nur zwei Dinge: Dass Nahtoderfahrene, die uns über Nahtoderfahrungen berichten, nicht endgültig verstorben sind, und dass es eine Art »letztes Aufbäumen« im Gehirn gibt. Dieser Artikel zeigt jedoch, warum diese beiden Punkte sogar viel eher ein weiterer Beleg dafür sind, dass NTE nicht im Gehirn entstehen können. Außerdem zeigt dieser Artikel, warum sämtliche dieser typischen Behauptungen der Skeptiker, um NTE nur als Gehirnprodukte darzustellen, falsch sind.

 

Die Urheber solcher Behauptungen haben vier Dinge gemeinsam, die einen zusammengehörigen mentalen Komplex ergeben, der zu schweren mentalen Verzerrungen führt, also im Grunde zu Fehleinschätzungen dieser Thematik.

 

Erstens hatten Skeptiker selbst keine Nahtoderfahrungen, aber sie bilden sich ein, sie wüssten mehr darüber als die Millionen der Erfahrenen selbst und diese wären zu dumm, um Nahtoderfahrungen nicht von Halluzinationen unterscheiden zu können. Man muss nicht alles selbst erfahren in dieser Welt, um es zu einem gewissen Grad begreifen zu können, auch Nahtoderfahrungen nicht, aber Skeptiker hätten solche Selbsterfahrungen dringend nötig, und unter jenen Menschen, die heute aufgrund eigener NTE von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, befinden sich genug, die früher dieselben Skeptiker und Materialisten waren.

 

Zweitens beschäftigen sich die meisten Skeptiker nur oberflächlich mit Nahtoderfahrungen, was sich vor allem daran zeigt, dass sie nicht einmal die grundlegendsten Fakten über diese Phänomene kennen oder diese einfach abstreiten, zum Beispiel, dass die meisten Nahtoderfahrungen ziemlich exakt mit dem Kreislaufstillstand einsetzen und viele davon mehrere Minuten dauern und sogar bei gleichzeitiger Vollnarkose verlaufen. Viele einfache Laien hingegen, der sich näher und ehrlich mit diesen Phänomenen befassen, wissen über solche grundlegenden Fakten Bescheid. Auch die berühmte Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross durchschaute sie. Dass NTE meistens im klinischen Tod passieren ist heute schon fast Allgemeinwissen, sogar manche Journalisten billiger Boulevardzeitungen wissen es, nur die lieben Skeptiker wissen es nach Jahrzehnten noch immer nicht, sie wollen es auch nicht wissen und sie stellen sich heute immer noch hin und behaupten einfach ohne Beweise, NTE würden vor oder nach dem Kreislaufstillstand passieren. Sie wollen die Tatsache, dass die meisten NTE während klinischem Tod passieren, immer wieder »als Mythos entlarven«, und das hat unter anderem damit zu tun, dass sie die echten Nahtoderfahrungen nicht unterscheiden können von AKE, die auch bei stabilem Kreislauf passieren können, und auch nicht von Rauschzuständen durch Drogen, die nur oberflächliche Gemeinsamkeiten zu NTE haben. Sie werfen all diese Phänomene einfach in einen Topf und behaupten dann, der Anteil an AKE, die beim Kreislaufstillstand passieren, würden nur ein paar wenig Prozent ausmachen. Daher wollen sie sogar den Begriff »Nahtoderfahrung« abschaffen. Sie drehen einfach alles ins totale Gegenteil. Das kommt zustande, wenn Menschen ihr Wunschdenken nicht von einer realistischen Betrachtung der Fakten unterscheiden können.

 

Skeptiker befassen sich nur soweit mit Nahtoderfahrungen, um diese scheinbar plausibel als rein biologische Erscheinungen des Nervensystems erklären zu können. Dass aber Nahtoderfahrungen sogar bei Vollnarkose passieren können, auch das wird von Skeptikern entweder abgestritten oder sie erfinden ganz eigene Geschichten dazu, zum Beispiel, dass die betreffenden Menschen erst Jahre später über ihre angeblichen NTE berichten und sich dann diese klaren Wahrnehmungen nur zusammenreimen. Heute sind es für mich vor allem Skeptiker, die sich ihre Geschichten zusammenreimen.

 

Unter den seriösen Nahtodforschern herrscht viel gemeinsame Klarheit über das Thema Nahtoderfahrungen, aber aufgrund dessen, wie Skeptiker eben sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie so viele widersprüchliche Aussagen über NTE treffen. Die einen behaupten einfach, NTE passieren vor dem Kreislaufstillstand, die anderen behaupten, sie passieren nach erfolgreicher Reanimation in der Aufwachphase. Andere Skeptiker geben immerhin zu, dass NTE hauptsächlich während des Kreislaufstillstandes passieren, aber sie haben dann natürlich wieder ihre ganz eigenen Ideen über angebliche Hirnstromaktivität, die noch nie jemand bewiesen hat, oder sie spekulieren einfach darauf, man habe gewisse Hirnströme bisher technisch nicht feststellen können, obwohl sogar das EEG als das sicherste Instrument zur Feststellung des irreversiblen Hirntodes gilt. Der deutsche Neurologe Christian Hoppe behauptet einfach, Menschen seien während des klinischen Todes »kein bisschen Tod«. Damit behauptet er einfach ohne Beweise das blanke Gegenteil dessen, was der aktuelle Stand der Wissenschaft ist. Und obwohl der Begriff »Nahtod« sowieso nicht vom »Endtod« spricht, sondern eben nur den »Beinahe-Tod« meint, ist ihm sogar der »Nahtod« zu nahe am Tod. Das Wunschdenken dieser Skeptiker kennt einfach keine Grenzen.

 

Drittens scheinen Skeptiker durch und durch schlechte Erfahrungen mit religiösen und esoterischen Bereichen gemacht zu haben, daher sehen sie in diesen Dingen äußerst einseitig nur das Negative und sie haben eine blinde Kampfhaltung gegen alles, was mit Übersinnlichkeit zu tun hat, was nicht gut messbar ist und was sie nicht verstehen können und wollen. So sind zwar Abneigungen gegen Religion und alles, was daran erinnert, sehr verständlich, aber das sollte besonders bei Leuten, die sich so sehr auf der wissenschaftlichen Seite sehen, nicht zu einer derartigen Ignoranz gegenüber paranormalen Phänomenen führen, wie er bei den extremeren Skeptikern gegeben ist.

 

Viertens wurden sich extremere Materialisten besonders in den letzten Jahrzehnten immer sicherer darin, die Zeit des Glaubens an das Übersinnliche sei Dank der heutigen Wissenschaft besiegelt. Für sie ist die Wissenschaft von Grund auf ein Instrument, um eine bereits festgelegte materialistische Anschauung zu untermauern und alles Übersinnliche aus den Köpfen der Menschen zu verbannen. Blöd nur, dass jetzt die Nahtoderfahrungen immer auffälliger werden, aber extreme Materialisten sind sich zu stolz darin, das materialistische Dogma als Irrtum einzugestehen und sie sehen die Bestrebungen, die nicht-materielle Existenz zu beweisen, als kränkende Angriffe gegen ihre Existenz, so wie sich damals die Menschen von Galileo Galilei angegriffen fühlten, weil er meinte, im Mittelpunkt sei nicht die Erde, sondern die Sonne.

 

Dabei sagt uns heute sogar die klassische Physik, dass es eigentlich gar keine Materie gibt, sondern zuerst Information und Energie gegeben sein müssen, damit Materie entstehen kann. Dieser Grundsatz bestätigt sich auch in Nahtoderfahrungen.

 

Wirkliche Wissenschaftler sind eher Rebellen und Aufwiegler innerhalb der Wissenschaft, weil sie neugierig sind und bisherige Dogmen aufbrechen. Sie haben kein Problem mit Irrtümern, im Gegenteil, sie gestehen sich Irrtümer ein, weil diese ein Wendepunkt sind, um in der Erkenntnis voranzukommen. Wenn es aber um das Übersinnliche geht, da bilden sich materialistische Wissenschaftler und deren Fans ein, diese Phänomene seien »bereits geklärt« oder »widerlegt«, oder es könne sich sowieso nur um Spinnereien oder Lügen handeln. Da ist sehr schnell Schluss mit der Liebe zur Genauigkeit und zu neuen Erkenntnissen. Da verhalten sie sich wie Mimosen: »Wehe, die Natur macht etwas, was wir nicht verstehen (wollen), dann lassen wir sie nicht ein in unsere ganz eigensinnige Welt der Theorien und unbewiesenen Hypothesen.«

 

Es ist auch völliger Unsinn, beispielsweise allgemein zu behaupten, für »die Wissenschaft« könnten Nahtodphänomene nur Halluzinationen sein, weil »die Wissenschaft« insgesamt gar keine Meinung über etwas haben kann, was sie nicht ausreichend untersucht und/oder nicht untersuchen kann. Außerdem sind die Meinungen über Nahtodphänomene auch unter Wissenschaftlern recht unterschiedlich. Wenn sich ordentliche Wissenschaftler zu solchen Themen äußern, dann präsentieren sie keine scheinbar abschließenden und wissenschaftlichen Meinungen dazu, sondern dann sagen sie klipp und klar dazu, was von ihren Äußerungen einerseits wissenschaftlich gut gesichert ist und was andererseits momentan nur spekulativ sein kann.

 

Niemand von diesen Skeptikern hat jemals eine ordentliche Studie über Nahtoderfahrungen durchgeführt. Wenn sie über diese Phänomene scheinbar »wissenschaftlich« sprechen, dann in Wirklichkeit nicht fortschrittlich, sondern genau umgekehrt: Sie »pressen« NTE geistig mit aller Gewalt in bestehende Hypothesen und Theorien der Neurologie hinein, sodass man NTE scheinbar biologisch erklären kann. Das ist nicht einmal nur Pseudowissenschaft, das ist Antiwissenschaft. Solche Leute waren immer schon die Blockierer der Wissenschaft, wie damals beim Fall Semmelweis.

 

Die Fülle an glaubhaften Berichten über NTE werden von Skeptikern gerne als nichtssagende Anekdoten ignoriert. Aber ist das die Haltung eines Forschers? Natürlich sind Anekdoten keine Beweise, aber sie können ernsthafte Hinweise auf etwas sein. Ein ordentlicher Forscher ist neugierig, er spielt nicht »Ich weiß von nichts“, wenn ihm etwas Unbekanntes unterkommt, sondern er geht den geringsten Indizien nach.

 

Diese offensichtlich übermäßige Ablehnung der Skeptiker gegenüber übersinnlichen Phänomenen, gepaart mit der naiven Überzeugung, man sei bereits wissend und das Übersinnliche könne sowieso nur Spinnerei sein, ist die schlechteste Voraussetzung für echte Wissenschaft. Ein seriöser Forscher darf kein blinder »Schwärmer« sein, aber er braucht eine gewisse Neugier und kritische Offenheit. Er darf nicht von Grund auf nur für oder gegen eine These sein, er muss mental eine neutrale Mitte einnehmen und das Forschungsthema ehrlich und kritisch von beiden Seiten her betrachten können: Was spricht für meine Vermutung? Was spricht dagegen? Skeptiker sind meistens blind für oder blind gegen eine Sache, sie kennen keine neutrale, wissenschaftliche Mitte. Was das Übersinnliche betrifft sind sie darauf eingeschworen, dagegen zu sein, daher sind sie Verschwörungstheoretiker.

 

So zeigt sich etwa auch auf meinem eigenen Yotube-Kanal über Nahtoderfahrungen, dass die sinnfreiesten Kommentare nicht nur von religiösen, sondern auch von materialistischen Extremisten kommen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie diese Videos zwar kommentierten, aber nicht einmal ordentlich ansehen. Sie wollen nur ihre »Belehrungen« und vorgefassten Meinungen abladen. Dazu kommen die einen Extremisten mit ihren Bibeltexten und die anderen mit ihrer angeblichen Wissenschaft und ihren Studien, die das Übersinnliche angeblich widerlegen.

 

Skeptiker haben die nötige wissenschaftliche Offenheit und Neugier nur bei Dingen, die gut in ihr materialistisches Denken passen, aber wehe es geht um das Übersinnliche, welches man nicht so gut unter Kontrolle haben kann wie die materiellen Dinge, dann ist schnell einmal das Ende der Neugier und Liebe zur Wahrheit erreicht.

 

Der österreichische Skeptiker Florian Aigner meinte beispielsweise bei der österreichischen Talkshow »Die Barbara Karlich Show« im Jänner 2021, er bekäme Bauchweh, wenn Menschen meinen, etwas sei übersinnlich und würde den physikalischen Gesetzen widersprechen. Eine solche Aussage würde beispielsweise der berühmte österreichische Quantanphysiker Anton Zeilinger so nicht treffen, denn dieser bildet sich nicht ein, der Mensch würde die physikalischen Gesetze dieser Welt bereits so gut kennen, um das Übersinnliche ausschließen zu können. Die Haltung von Aigner hingegen ist absolut nicht wissenschaftlich, sondern im Grunde: »Wir haben bereits unsere Theorien und Thesen, diese erklären bereits die Welt und wir lassen nichts anderes mehr gelten.« Und auf genau dieser ignoranten Haltung beruht das Unwissen der Skeptiker über paranormale Phänomene.

 

Der deutsche Neurologie Birk Engmann beispielsweise meint, man könne Nahtoderfahrungen wissenschaftlich erklären, aber er meint mit »wissenschaftlich« nur ausschließlich »biologisch« oder »materialistisch«, denn auch bei ihm sind die Vorstellungen von Wissenschaft darauf beschränkt, alles dem materialistischen Dogma unterzuordnen. Außerdem vertritt er die für Skeptiker typische aber falsche Ansicht, Nahtoderfahrungen könnten durch bestimmte Drogen und das Narkose- und Rauschmittel Ketamin erzeugt werden. Dass dies nicht korrekt ist, drauf wird später näher eingegangen.

 

Engmann beschwert sich darüber, Esoteriker würden Wissenschaft missbrauchen für ihre Jenseits- und Gottesbeweise, aber er selbst bemerkt nicht, dass er seine einseitigen Vorstellungen von Wissenschaft missbraucht, um einen sturen Materialismus zu begründen und er damit die Marke Wissenschaft genauso beschmutzt wie die anderen auch, und so ist es immer mit den Extremisten: Sie bemerken nicht, wie ähnlich sie sich sind.

 

Der australisch-niederländische Skeptiker und Anästhesist Gerald M. Woerlee beispielsweise erdreistet sich, Dr. Pim van Lommels Studie als pseudowissenschaftlich zu kritisieren, während er selbst nichts als Falschaussagen über Nahtoderfahrungen abliefert, weil er diese Phänomene überhaupt nicht begreift und auch nicht begreifen will. So beschreibt er beispielsweise den Tunnel und das »Licht« – die zu den häufigsten Elementen von Nahtoderfahrungen gehören – als rein visuelle Erfahrungen. Da frage ich mich, ob sich dieser Mensch jemals wirklich angehört hat, was Nahtoderfahrene berichten, denn es erfordert eigentlich nicht viel Denk- und Einfühlungsvermögen, um zu erkennen, dass es sich bei diesen Elementen bei weitem nicht nur um visuelle Erlebnisse handelt, die man einzig und allein mit dem Sehsinn erklären könnte. Wo bleibt da die wissenschaftliche Genauigkeit, Herr Woerlee? Die haben Sie nicht. Das Thema Nahtoderfahrungen ist Ihnen einige Nummern zu groß, genauso wie den meisten anderen Skeptikern. (Worum es sich bei »Tunnel und Licht« wirklich handelt, wird später näher erläutert.)

 

Die britische Skeptikern Susan Blackmore übertrifft alles. Sie stellt Nahtoderfahrungen oft so dar, als hätte man nur kurze visuelle Erlebnisse von Tunnel und Licht, und sie behauptet einfach, Nahtoderfahrungen würden nicht im klinischen Tod erfolgen. Sie behauptet sogar, selbst eine Nahtoderfahrungen gemacht zu haben und trotzdem nicht vom Jenseits überzeugt zu sein. In Wirklichkeit verwechselt sie einen Drogenrausch mit einer Nahtoderfahrung. (Mehr dazu später.) Blackmore geht auf jede Dokumentation über Nahtoderfahrungen, für die sie oder andere ihrer Skeptikerkollegen nicht befragt wurden, verärgert los und attackiert sie als »einseitig« oder »falsch«. Aber in Wirklichkeit erkennt sie ihre eigene Einseitigkeit nicht. Sie behauptet beispielsweise, Nahtoderfahrungen würden mit dem Tunnel und dem Licht beginnen. Dies erklärt sie natürlich scheinbar biologisch, dazu fallen ihr dann ganz bestimmte Regionen im Gehirn ein, die verantwortlich sein sollen, um diese – angeblich bloßen – visuellen Eindrücke zu begründen. Dass sehr viel – wahrscheinlich sogar die meisten – Nahtoderfahrungen aus subjektiver Sicht mit der Ablösung vom Körper und der Sicht von oben auf die lokale Szene beginnen, davon will sie als angebliche Nahtod-Experten über all die Jahre hinweg noch nie etwas gehört haben? Oder sie hörte zwar davon, will dies aber nicht gelten lassen und verschweigt es in ihren Darstellungen bewusst? Wenn das nicht Lüge ist, dann ist es zumindest gröbste Fahrlässigkeit.

 

Die berühmte Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross wurde von Materialisten bekämpft, weil sie aufgrund ihrer vielen Beobachtungen Sterbender sinngemäß meinte, eine körperlose Informationsübertragung sei wissenschaftlich leicht nachweisbar, aber die meisten heutigen Wissenschaftler wollen nicht einmal eine ernsthafte Erforschung dieser Phänomene zulassen. Nein, das ist nicht das, was mir bereits in der Grundschule über Wissenschaft beigebracht wurde. Das ist kein Forscherwille, das ist »Religion« oder eher Sektiererei. Auch wenn es diesen Leuten nicht bewusst ist und sie aus ihrer eigenen Perspektive gesehen auf der Seite der Wahrheit sind, instrumentalisieren sie Wissenschaft in Wirklichkeit für eigene Interessen. Das gab es vom Anbeginn der Wissenschaft und das gibt es auch heute.

 

Sogar einer der Gründerväter der Skeptikerbewegung in den USA, Carl Sagan, hat den Extremismus einiger Skeptiker kritisiert und abgelehnt, und einer der Gründer eines Skeptiker-Vereins in Deutschland – der GWUP – der Sozialwissenschaftler und Geograph Edgar Wunder, stieg 1999 sogar aus dem Verein aus und fand scharfe Worte gegen diesen Verein. So heißt es etwa auf Wikipedia: »Als Kritiker der GWUP trat der Soziologe Edgar Wunder in Erscheinung, selbst ein ehemaliges Gründungsmitglied des Vereins und langjähriger Redaktionsleiter der GWUP-Zeitschrift Der Skeptiker. Er bemängelte 1999, die GWUP selbst stelle kaum Untersuchungen zum Nachweis paranormaler Phänomene an, sondern ›verstehe sich als Kampfverband gegen alles, was der etablierten Wissenschaft zuwiderlaufe.‹ Nach Wunder ist ein strukturelles Merkmal der Skeptikerbewegung eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So würden etwa viele GWUP-Mitglieder einen Weltanschauungskampf ohne hinreichende fachliche Kenntnis führen und selektiv und unsachlich argumentieren. An wissenschaftlichen Untersuchungen von Parawissenschaften seien sie höchstens insofern interessiert, ›als deren Ergebnisse ‚Kanonenfutter‘ für öffentliche Kampagnen liefern könnten.‹«

 

Der gesamte niederschmetternde Befund Edgar Wunders über die Sekte der Skeptiker befindet sich hier: https://swprs.org/das-skeptiker-syndrom.

 

Gerade diejenigen falschen Experten, die sich selbst und anderen gerne einreden, Nahtoderfahrungen seien biologisch bereits gut erklärbar, können in Wirklichkeit so vieles nicht über diese Phänomene erklären, und sie gehen auf diese Aspekte meistens gar nicht ein, zum Beispiel:

  • Wie sollen derart erweiterte Bewusstseinszustände trotz Vollnarkose allein im Gehirn entstehen, obwohl bereits allein eine Vollnarkose Halluzinationen weitgehend unmöglich macht?

  • Wie kann es sein, dass Menschen, die von Geburt an blind sind, bei Nahtoderfahrungen klar sehen können, nicht hingegen durch die Einnahme von Psychedelika und auch nicht durch künstliche Hirnstimulation?

  • Wie soll sich jemand an lokale Details erinnern, die er nicht einmal hätte wahrnehmen können, wenn er wach gewesen wäre, weil diese Details räumlich nicht im Bereich der körperlichen Wahrnehmbarkeit waren? (Diese Fälle werden von Skeptikern generell ignoriert und geleugnet, weil sie die stärksten Beweise für die Geist-Körper-Trennung liefern.)

  • Warum haben die meisten Menschen keine NTE, obwohl sie rein körperlich und psychisch die gleichen Bedingungen hatten wie die Menschen mit Nahtoderfahrung? (Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass NTE auch durch eine übergeordnete geistige Instanz ermöglicht werden. Darauf wird später noch einmal kurz eingegangen mit einem Zitat einer Erfahrenen.)

  • Warum treten diese enormen Persönlichkeitsveränderungen und Heilungen nur bei NTE auf, aber bei psychedelischen Halluzinationen entweder gar nicht oder weitaus schwächer?

  • Warum diese vielen Unterschiede zwischen Halluzinationen und NTE?

  • Warum hört das körperliche Leiden in Akutsituationen nur bei den Menschen mit NTE so plötzlich auf, nicht hingegen bei den Menschen ohne NTE?

 

Weniger extreme Skeptiker sind immerhin ehrlich genug, um zuzugeben, dass einige Aspekte von Nahtoderfahrungen biologisch bis jetzt nicht ausreichend erklärbar sind. Körperlich kaum erklärbar ist zum Beispiel auch das Phänomen der »terminalen Geistesklarheit«, wo etwa Alzheimerpatienten kurz vor dem Sterben plötzlich geistig völlig klar, völlig orientiert sind und klar sprechen können, als hätten sie niemals Alzheimer gehabt. Bei Alzheimer weiß man jedoch, dass das Gehirn krank ist. Jeder Neurologe weiß, sobald das Gehirn einen erheblichen Defekt aufweist, dann sind meistens auch das Denken und die Wahrnehmung verzerrt und weniger leistungsfähig. Bei den Nahtoderfahrungen und Sterbebettphänomenen ist genau das Gegenteil der Fall, was ein starker Beleg dafür ist, dass das Bewusstsein nicht allein im Gehirn entsteht.

 

Skeptiker ignorieren auch die Forschungsergebnisse über Kinder, die sich angeblich an frühere Leben erinnern. Unter den Forschungen von Ian Stevenson und Jim Tucker von der Universität von Virginia kamen Ergebnisse zustande, die ein an der Wahrheit interessierter Mensch nicht einfach ignorieren kann. Insbesondere geht es darum, dass sich diese Kinder an Details erinnern, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht allein während ihres aktuellen Lebens rein über ihr körperliches Nervensystem wahrnehmen konnten. Aber auch diese Fakten werden von Skeptikern ignoriert und dann sagen sie einfach, es gäbe »keine Evidenzen« für das Über-Materielle.

 

Dieser Artikel zeigt, dass fast alle Behauptungen der Skeptiker über Nahtoderfahrungen auf schlampigen Analysen und fahrlässigem Unwissen beruhen. Diese Behauptungen gehen teilweise derart an der Realität vorbei, dass man schon fast von Lügen ausgehen kann. Heute kann ich sagen: Die einzigen, die hier fantasieren, sind nicht die Nahtoderfahrenen, sondern Skeptiker, die die Nicht-Körperliche Welt nicht verstehen, diese nicht verstehen wollen und sie auch nicht gelten lassen wollen. Im Vergleich dazu haben die meisten Nahtoderfahrenen einen überaus klaren, realistischen Verstand, von dem viele »normale« Menschen in dieser verwirrten Welt heute einiges gebrauchen könnten.

 

Beweisfeld 1: Validierungen von Wahrnehmungen und klinischer Tod

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[4]

 

Warum auch persönliche Erfahrungsberichte Fakten beweisen können

Es wird oft so dargestellt, als ginge es bei NTE nur um nicht prüfbare, persönliche Behauptungen, wie etwa über angebliche Erfahrungen von Tunnel, Licht, außerordentlichen Gefühlszuständen und Seelenwesen. Die ernsthaften Nahtodforscher haben jedoch deshalb begonnen, sich für Nahtoderfahrungen zu interessieren, weil ihre Patienten nach dem Aufwachen aus dem klinischen Tod sehr detailliert lokale Ereignisse und Dinge beschreiben konnten, die sie rein körperlich nicht wahrnehmen konnten, weil sie in dieser Zeit klinisch tot waren und/oder körperlich zu weit von diesen Dingen und Ereignissen entfernt waren, sodass eine rein körperliche Wahrnehmung eindeutig ausgeschlossen werden konnte. Oft handelt es sich bei diesen Erinnerungen sogar um Dinge, die zeitgleich in anderen Räumen und in anderen Orten gegeben waren. Hinzu kommt, dass Menschen während einer Nahtoderfahrung oft nicht nur klinisch tot, sondern gleichzeitig in Vollnarkose und somit doppelt »ausgeschaltet« sind.

 

Wenn ein Patient solche Details nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit beschreibt, so ist für das beteiligte Personal in diesem Moment evident bzw. validiert, dass sich dieser Patient korrekt erinnert. Und wenn jemand etwas weiß, was körperlich-sinnlich nicht in sein Gehirn eindringen konnte, dann heißt das auch: Die Wahrnehmung des Menschen kann ohne physischen Körper existieren. Es muss eine Art Existenz »jenseits« des Körpers geben.

 

Diese Erinnerungen an lokale Dinge sind der entscheidende, wissenschaftlich verifizierbare Faktor, der in prospektiven (vorausschauenden) kontrollierten Studien nachgewiesen werden kann und teilweise auch bereits wurde, vor allem durch Michael Sabom und Pim van Lommel (beide Herzspezialisten).

 

Diese Studien genügen zwar aus streng wissenschaftlicher Sicht noch nicht, aber sie ergeben zumindest derart schwerwiegende Verdachtsmomente für die außerkörperliche Existenz, sodass es wissenschaftlich grob fahrlässig ist, diese zu ignorieren oder noch weiter zu behaupten, es gäbe keine entsprechenden Belege. Ansonsten findet man im Internet und in der Literatur viele Fälle von Wahrnehmungsvalidierungen, bezeugt von glaubhaften Menschen, die alles andere als fantasieren oder nur etwas inszenieren wollen.

 

Im Prinzip handelt es sich bei diesen Wahrnehmungs- oder Erinnerungsvalidierungen methodisch um etwas sehr Einfaches, was die meisten Menschen aus der Schule kennen. Wenn ein zu prüfender Mensch etwas von sich gibt, egal ob schriftlich, mündlich oder beides, dann ist das für sich genommen immer eine persönliche Äußerung. Aber bei einer ordentlichen Prüfung beweist sich, ob sich der Prüfling mit den jeweiligen Fakten beschäftigt hat oder nicht, ob er sie kennt. So ergibt sich ein Beweis. In der Wissenschaft spricht man auch von Validierungen und Verifizierungen.

Andere Arten von Validierungen durch Informationen

Validierungen durch den »Lebensfilm«: Der Lebensfilm ist eines der häufigsten Elemente von Nahtoderfahrungen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Betreffenden ihr bisheriges irdisches Leben ganz oder teilweise durchlaufen, und zwar visuell aber auch mit allen relevanten Empfindungen der beteiligten Lebewesen, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere.

 

Hierbei kommt es auch vor, dass die betreffenden Menschen Ereignisse sehen, die sie früher, als diese Dinge im irdischen Leben tatsächlich passierten, körperlich-nervlich nicht wahrgenommen haben oder die sich ein Mensch normalerweise nicht merken kann, zum Beispiel den Geburtsvorgang. Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert der ungarisch-schweizerische Architekt Stefan von Jankovich, der auch einige Bücher über seine Jenseitserfahrungen schrieb. Er sah während seiner Nahtoderfahrung den Verlauf seiner Geburt, konnte sich später detailliert daran erinnern und erzählte auch seinem Vater darüber, der ihm bestätige, dass seine Beobachtungen korrekt waren. Es handelte sich um viele korrekte Details, sodass es sich um keine Erfindungen und Zufälle handeln konnte.

 

»Sie waren nicht völlig tot« – warum es nicht relevant ist, und das angebliche neuronale »Gewitter«

Ja, Nahtod-Erfahrene waren nicht in dem Sinne tot, dass ihr Körper völlig abgestorben ist. Mit diesem Argument will man im Grunde sagen: Man weiß ja nicht, ob das Gehirn noch ausreichend aktiv war, um eine nervliche Wahrnehmung zu ermöglichen. Manche behaupten auch gerne, ohne es beweisen zu können, das Gehirn hätte im klinischen Tod noch Hirnströme. Eine weitere, unbewiesene Behauptung von Skeptikern lautet, Nahtoderfahrungen würden sowieso nur kurz vor oder nach der Phase des Kreislaufstillstandes passieren, wenn also noch bzw. wieder Hirnströme aktiv sind.

 

Dieses Argument, »sie waren noch nicht völlig tot«, ist für den Beleg des nicht-körperlichen Bewusstseins jedoch aus mehreren Gründen irrelevant, so schon allein aufgrund jener Fälle, wonach sich Menschen eindeutig an lokale Dinge erinnern, die räumlich viel zu weit von ihrer körperlichen Wahrnehmungsfähigkeit entfernt waren. Wenn ein Mensch etwas weiß, was er körperlich gar nicht aufnehmen konnte, was ihm niemand sagte, was er sich nicht ausdenken konnte und was er davor nicht wissen konnte, dann zeigt sich dadurch in jedem Fall, dass er bzw. sein Bewusstsein sich vom Körper ablösen kann, völlig egal ob sein Körper in dieser Zeit bewusstlos oder klinisch tot war oder nicht.

 

Außerdem sagt und das heutige neurologische Grundlagenwissen, dass das Gehirn im Zustand des klinischen Todes und noch dazu bei gleichzeitiger Vollnarkose kein wesentliches Bewusstsein erzeugen kann. Die meisten typischen Nahtoderfahrungen beginnen jedoch genau in dem Zeitpunkt, in dem das Herz aufhört zu schlagen oder der Kreislauf extrem schwach wird. Sie passieren keinesfalls – wie von Skeptikern oft behauptet – in der Aufwachphase. Nein, sie beginnen mit dem Kreislaufstillstand und oft zeigt sich, dass der außerkörperliche Zustand genau dann endet, wenn das Herz wieder eigenständig schlägt.

 

Dass fast alle klassischen NTE mit dem Kreislaufstillstand einsetzen, zeigt sich an einigen Dingen:

  • Die betreffenden Menschen sehen ihren leblosen Körper fast immer genau dann von oben, wenn ihr Körper zusammenbricht, aber kaum davor oder danach, wenn sie körperlich noch mehr oder weniger bei Bewusstsein sind. Wenn klinisches Personal anwesend war, dann wird auch immer wieder beschrieben, man habe von oben gesehen, wie das Personal plötzlich hektisch wurde, weil sie ja die Reanimation einleiten mussten. Skeptiker behaupten zum Beispiel, man könne sich Szenarien einer Unfallstelle oder einer Operation im Krankenhaus aus dem Allgemeinwissen her konstruieren. Ja, das kann man, aber das hat auch Grenzen. Man kann sich keine allzu konkreten Details ausdenken, wie sie im Zuge von Nahtoderfahrungen oft berichtet werden. Zum Beispiel wird den Patienten nach einer OP oft gar nicht gesagt, dass es Komplikationen und eine Reanimation gab. So etwas denken sich Menschen nicht einfach aus. Sie wissen es im Nachhinein oft nur deshalb, weil sie es klar und direkt gesehen haben, und wenn sie die Ärzte darauf ansprechen, dann sind diese verblüfft und geben zu, dass es Komplikationen und eine Reanimation gab. Liebe Skeptiker: Ist das alles wirklich so schwer zu erkennen? Wie kann man da noch behaupten, man würde nicht wissen, wann die meisten Nahtoderfahrungen einsetzen? (AKE während stabilem Kreislauf gibt es, aber diese sind zu unterscheiden von den NTE.)

  • Wenn der Herzstillstand noch nicht eingetreten ist, dann nehmen diese Menschen am Ort des Geschehens oft noch einiges wahr, und zwar genau aus der Perspektive ihrer körperlichen Augen. Im Nachhinein berichten sie dann meistens über enorme Schmerzen und sonstige Leidenszustände, aber mit der Außerkörperlichkeit und der Sicht von oben auf die lokale Szene hören die Schmerzen meistens sehr plötzlich auf.

  • In vielen Fällen zeigt sich, dass NT-Erfahrene die Situation exakt dann wieder aus der liegenden Perspektive sahen, als ihr Herz durch erfolgreiche Reanimation wieder zu schlagen anfing. Zu diesem Zeitpunkt sind sie dann meistens enttäuscht und sogar »sauer«, dass sie zurückgeholt wurden, und exakt in diesem Moment waren auch wieder die Schmerzen spürbar. Dieses wird immer und immer wieder beschrieben.

  • Wenn Menschen während einer Vollnarkose eine NTE haben, dann passiert dies meistens durch einen Herzstillstand oder durch Komplikationen mit Kreislaufinsuffizienz. Die betreffenden Menschen können dann meistens ab jenem Zeitpunkt die lokalen Ereignisse beschreiben, ab dem der Kreislaufstillstand dokumentiert ist. Daher ist es falsch, es so darzustellen, NTE würden einfach irgendwann aufgrund und während Narkose passieren. Nein, sie passieren nicht durch die Narkose an sich, sondern durch Kreislaufzusammenbruch während der Narkose. Ein Beispiel dafür ist der Fall von Carsten Harms:

Das angebliche »Aufbäumen« im Gehirn

Neuerdings ist es populär geworden, dass Materialisten über Nahtoderfahrungen pauschal und völlig undifferenziert einfach behaupten, das Gehirn sei nach dem Herzstillstand noch »viele Minuten aktiv« oder würde noch »weiterleben«. Nur weil aber die Zellen nicht absterben, kann man nicht einfach sagen, das Gehirn würde noch »leben«, und was heißt hier überhaupt »leben«? Laut Neurologie kann das Gehirn ohne eine gewisse Hirnstromstabilität jedenfalls nicht viel Geistiges erzeugen und jene Hirnstromaktivität, die bisher nicht vom EEG, sondern nur durch tiefer ins Gehirn eingesetzte Elektroden gemessen werden konnten, wurden bisher nur bei Patienten im Koma festgestellt, nicht bei Menschen im Herzstillstand. Im Koma haben Menschen meistens noch einen stabilen Kreislauf, dass hier noch Hirnströme messbar sind, ist daher nicht verwunderlich.

 

Es gilt nach wie vor als Grundsatzwissen in der Neurologie, dass durchschnittlich innerhalb 7-10 Sekunden, spätestens innerhalb 30 Sekunden nach Eintritt des Kreislaufstillstandes, die Hirnströme auf Null sinken, und das bedeutet auch, dass das Gehirn hier kein eigeneständiges geistiges Vermögen mehr erzeugen kann, also kein Bewusstsein, keine Empfindungen, keine Signale in den Bewegungsapparat und keine Wahrnehmungen von außen nach innen. Daher sacken Menschen in solchen Situationen so schnell zusammen und ohne Notfallmaßnahmen sterben die meisten davon innerhalb von 4-10 Minuten.

 

Während einer NTE ist jedoch die Wahrnehmung meistens massiv erweitert. NTE werden von den erfahrenden Menschen als die intensivsten und lebendigsten Zustände ihres Lebens erlebt, und meistens nicht nur lebendiger als die Wahrnehmung des irdischen Daseins rein über den Körper, sondern auch in einer anderen Qualität.

 

Das Einzige, was in den letzten Jahren während des klinischen Todes an Hirnstromaktivität festgestellt wurde, ist eine sehr kurze Entladungswelle in der Hirnrinde. Diese kann aber vor allem aus zwei Gründen keine Nahtoderfahrungen verursachen.

 

Erstens wurde diese Welle bisher nur bei endgültig verstorbenen Lebewesen unmittelbar vor deren endgültigem Tod festgestellt, und sie dauert in ihrer höchsten Intensität nur 10 bis 20 Sekunden. Nahtoderfahrungen treten jedoch fast immer exakt mit dem Kreislaufstillstand ein und dauern oft weitaus länger als diese Welle. Das zeigt sich immer wieder dadurch, dass der betreffende Körper mehrere Minuten, in manchen Fällen sogar bis hin zu 20, 30 Minuten oder noch länger, einen Kreislaufstillstand hatte, diese Menschen dann aber später die lokalen Verläufe aus genau dieser Zeitphase gänzlich oder zumindest soweit beschreiben können, dass damit mehrere Minuten abgedeckt sind. Selbst dann also, wenn bei diesen Menschen irgendwann, mehrere Minuten nach Eintritt des Kreislaufstillstandes diese finale Hirnstromwelle aktiv wurde, so kann man jedenfalls sagen, dass die zeitliche Abdeckung in vielen Fällen von Nahtoderfahrungen keinesfalls gegeben wäre, und genau diese zeitliche Übereinstimmung wurde wissenschaftlich noch nie nachgewiesen, das gibt der Skeptiker Prof. Jens Dreier, der an der Erforschung dieser Entladungswelle beteiligt ist, immerhin zu.

 

Wenn Skeptiker heute immer noch meinen, man könne nicht feststellen, wie lange eine Nahtoderfahrung dauert, dann kann ich mich nur wundern, wie man die Antwort auf diese Frage als angebliche Nahtod-Kenner dermaßen übersehen kann. Dies lässt sich nur mit fahrlässiger Ignoranz erklären, denn wer einen wirklichen Forscherwillen hat, kann so etwas in Anbetracht der Fülle an bestätigen Nahtodfällen mit Lokalwahrnehmungen, die heute verfügbar sind, nicht übersehen.

 

Generell liegen zwischen Eintritt des Kreislaufstillstandes und dem endgültigen Tod oft mehrere Minuten und gerade deswegen, weil jene Menschen, die eine wirkliche Nahtoderfahrung hatten und darüber berichten, nicht endgültig verstorben sind, kann man davon ausgehen, dass diese Hirnstromentladung bei ihnen nie aktiv wurde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wissenschaftlich noch nie jemandem der Nachweis über den zeitlichen Zusammenhang zwischen dieser Entladung und einer Nahtoderfahrung gelungen ist. Dass es diesen Zusammenhang gibt, ist bisher bloße Spekulation.

 

Zweitens ist für ein klares Denken und Empfinden ein geordnetes Hirnstrombild im Großhirn nötig. Nahtoderfahrungen sind die intensivsten und klarsten Bewusstseinszustände, die ein Mensch nur haben kann. Diese Entladungswelle hingegen ist nur eine diffuse Welle in der Hirnrinde. Dass diese allein ein klares Denk- und Gefühlsvermögen verursachen kann, spricht gegen alles, was uns die Neurologie bis heute über den Zusammenhang zwischen Hirnstromaktivität und Bewusstsein sagt.

 

Es ist irreführend, einfach zu sagen, »nach dem Herzstillstand sind noch Hirnströme aktiv« oder »das Gehirn lebt nach dem Herzstillstand noch weiter«. Nein, hier muss man exakt analysieren, WANN, WO im Gehirn, WIE LANGE und in welcher FORM hier die Hirnströme und die NTE auftreten. Diese exakten Angaben fehlen bisher aus der Forschung und man wird sie frühestens dann erhalten, wenn man die Gehirne sterbender Menschen im MRT untersuchen kann. Aus jetziger Sicht ist es reines Wunschdenken zu sagen, bei NTE würde sich im Gehirn ein »neuronales Gewitter«, ein »Synapsengewitter« oder ein »letztes Aufbäumen« im Gehirn abspielen.

 

Jens Dreier sagt selbst, dass zwischen dem Eintritt des Herzstillstandes und dem Beginn dieser kurzen Entladungswelle meistens ca. 3 Minuten vergehen und in diesen Minuten völlige Stille im Gehirn besteht. Das hat man in jenen Fällen festgestellt, wo der Tod – wie es meistens der Fall ist – innerhalb von 3-5 Minuten eintritt. In vielen Fällen von Nahtoderfahrungen dauerte der Herzstillstand noch weitaus länger.

 

Wenn diese finale Hirnwelle angeblich NTE verursacht und diese bei jedem Menschen auftritt, dann stellt sich auch wieder die Frage, warum nur weniger als 25 % der Menschen unter sonst gleichen Bedingungen eine NTE haben?

 

Aufgrund dieser Entladungswelle zeigt sich, wie unseriös gewisse Leute zum Thema Nahtoderfahrungen auftreten. So gab es 2018 auf 3sat einen Bericht mit Jens Dreier. Da hieß es, beim Kreislaufstillstand würde es »im Gehirn erst richtig losgehen«. Im Titel war die Rede vom »Tsunami« im Gehirn, wie auch Jens Dreier diese Welle gerne nennt. In einem anderen Zeitungsbericht war die Rede von »rauschhaften Bildern bei Nahtoderfahrungen«. Allein die Tatsache, dass man NTE mit einem »Rausch« gleichsetzt, zeigt, dass hier ein völlig falsches Verständnis vorliegt. Solche Medienberichte sind Musterbeispiele für falsche, irreführende Informationen mit dem Ziel, NTE um jeden Preis als Halluzinationen darzustellen.

 

Jens Dreier meinte in diesem Bericht beispielsweise auch, NTE seien aus seiner Sicht wahrscheinlich biologische Programme, um das Sterben angenehmer zu machen, obwohl es inzwischen hinreichend bekannt sein sollte, dass nicht wenige NTE sehr unangenehm bis schrecklich sind. In einem Blogartikel auf »Vice« meint er zum Beispiel, diese Welle könne die Ursache für das Tunnel- und Lichterleben sein. Was ist mit all den anderen Elementen von NTE? Weiß er davon wirklich nichts oder tut er nur so? Und weiß er auch nicht, dass die meisten NTE schon viel früher einsetzen, nämlich mit dem Kreislaufstillstand, und nicht erst in den späteren Minuten danach, wenn die Welle beginnt sich aufzubauen? Oder dass viele NTE länger dauern als diese Entladungswelle? Wo sind dazu die Erklärungen? Was ist nur los mit diesen Leuten, die sich einbilden, sie seien Experten, während sie in Wirklichkeit fast nichts über NTE wissen? Dreier gibt immerhin zu, dass seine Vermutungen eben nur Vermutungen sind, die noch keineswegs bewiesen sind, und dass der menschliche Sterbeprozess insgesamt noch zu wenig untersucht ist.

 

Generell gilt: Je instabiler die Hirnströme werden, umso unklarer und weniger leistungsfähiger werden das Bewusstsein und die Wahrnehmung. Solange ein Mensch nicht außerhalb seines Körpers ist, besteht ein sehr unmittelbarer Zusammenhang zwischen Hirnströmen und Bewusstsein. Aber bei Nahtoderfahrungen ist dieser Zusammenhang völlig aufgehoben. Sie treten zwar meistens bei Kreislaufstillstand ein, aber sie können auch bei allen anderen Zuständen des Gehirns auftreten: bei stabilen Hirnströmen, bei schwachen Hirnströmen, bei Überaktivität (»Gewitter«) als auch bei ausgefallenen Hirnströmen. Selbst wenn es also nur ein kleiner Teil der NTE wäre, die während Kreislaufstillstand passieren, so ist es immer noch ein Fakt, dass:

  • auch dieser kleine Anteil bereits belegt, dass Bewusstsein nicht völlig an das Gehirn gebunden sein kann, denn entscheidend für Beweise ist nicht immer die Zahl bzw. Häufigkeit von Fällen, sondern die Qualität, die »Schwere« und Deutlichkeit einer Sache, einer Erscheinung. Wenn eine einzige weiße Krähe daherkommt, dann ist damit bewiesen, dass es nicht nur schwarze Krähen gibt

  • sehr viele NTE zumindest bei extrem insuffizientem Kreislauf passieren, also nahe am biologischen Zusammenbruch des Körpers und somit der Hirnströme. Hier dürfte das Gehirn allein kein wesentliches Bewusstsein erzeugen.

  • NTE und AKE völlig unabhängig von jeglichen Hirnströmen passieren. Diese völlige Unabhängigkeit der NTE vom Hirnstrombild ist ein schwerer Beleg dafür, dass NTE nicht im Gehirn entstehen können.

 

Nun heißt es auch in der Medizin schon seit langem, eines der sichersten Mittel für die Diagnose des irreversiblen Gehirntodes sei das EEG. Die Null-Linie über mindestens 30 Minuten bestätigt den Gehirntod. Man ist aber vom völligen Ausfall der Wahrnehmung so sehr überzeugt, dass das EEG für diese Diagnose in den meisten Ländern nicht einmal vorgeschrieben ist, auch in Deutschland nicht. Man verlässt sich für diese Diagnose vorwiegend auf die Anamnese und Reiz-Reaktions-Tests. Und man ist außerdem so sehr vom Ausfall der Wahrnehmung überzeugt, dass die zu explantierenden Patienten nicht einmal eine Vollnarkose bekommen müssen.

 

Wenn es aber um NTE geht, da heißt es auf einmal von den Skeptikern: »Man weiß es ja doch nicht sicher, ob das Gehirn noch aktiv war.« Wenn man es doch nicht sicher sagen kann, dann riskiert man also, dass Menschen ihre eigene Organentnahme wahrnehmen und auch darunter leiden? In der Schweiz ist man hier deshalb vorsichtiger. Hier ist es zumindest üblich, dass Menschen vor ihrer Explantation eine Vollnarkose bekommen. An diesem Hin und Her zeigt sich, wie willkürlich und unwissenschaftlich viele Skeptiker mit Gehirntod und NTE umgehen.

 

Falsche Aussagen über NTE bei Narkose

 

Manche Skeptiker behaupten, Nahtoderfahrungen während einer Operation seien aufgrund einer defekten Narkose möglich, was jedoch ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist.

 

Medizinisch kundige Skeptiker wissen natürlich, dass eine Vollnarkose in den meisten Fällen keine Halluzinationen und Träume ermöglicht, deshalb argumentieren sie gerne damit, Nahtoderfahrungen würden bei defekter Narkose erfolgen, und eine defekte Vollnarkose sei heute in modernen Krankenhäusern zwar nur bei 0,1-0,2 % der Fälle gegeben, was aber allein in Deutschland immerhin 80.000 bis 160.000 Menschen wären. Eine berechtigte Idee, die aber aus mehreren Gründen nicht realistisch ist.

 

Bei einer defekten Vollnarkose können Patienten zum Beispiel Schmerzen, Atemnot oder leichte Wahrnehmungen ihrer Umgebung haben, also etwa einen Teil der Gespräche des klinischen Personals hören. Dieser Zustand wird meistens als sehr unangenehm wahrgenommen und kann sogar traumatisch sein. Diese Zustände sind in keiner Weise vergleichbar mit dem, was Menschen bei AKE/NTE erleben.

 

Bei einer perfekten Vollnarkose hingegen ist die rein körperliche Wahrnehmung völlig ausgeschaltet. Wenn Menschen vom Kreislauf her stabil sind und eine ordentliche Vollnarkose durchlaufen, dann haben sie in dieser Zeit absolut keine Wahrnehmung. Die Hirnströme werden während einer solchen Vollnarkose trotzdem noch klar angezeigt, also keine Null-Linie im EEG.

 

Wenn ein Kreislaufzusammenbruch noch dazu während einer Vollnarkose erfolgt, dann ist das Gehirn des betroffenen Menschen praktisch zweifach ausgeschaltet. Und auch in solchen Fällen haben Menschen oft Nahtoderfahrungen, eben genau dann, wenn der Kreislauf versagt. Es ist eigenartig, dass dieses Muster den angeblichen Nahtodexperten aus der Skeptikerszene nicht auffallen will und dass man sich hier unbedingt noch einreden will, das Gehirn könnte noch aktiv gewesen sein oder NTE würden bloß in der Phase vor oder nach dem Kreislaufstillstand erfolgen. Selbst wenn da noch irgendwo eine winzige Aktivität von Hirnströmen ist, dann kann diese nicht genügen für diese massiv erweiterten Wahrnehmungen, die Menschen in Nahtoderfahrungen haben.

 

Menschen ohne eine außerkörperliche Erfahrung haben kaum so klare und detaillierte Erinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Sie wissen höchstens noch ein bisschen etwas aus der Zeit vor der Bewusstlosigkeit und dies auch nicht aus der Perspektive von oben, sondern aus der liegenden. In starken Leidenszuständen werden Patienten noch dazu schmerzbehandelt oder narkotisiert, dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die Wahrnehmung zusätzlich. Mit der Außerkörperlichkeit jedoch endet das körperliche Leiden und die Wahrnehmung erweitert sich massiv. (Auch bei höllischen Erfahrungen erfolgt eine gewisse Erweiterung der Wahrnehmung, jedoch eine leidvolle. Darauf wird in diesem Artikel nicht näher eingegangen, nur später noch ein paar Hinweise dazu. (Ein eigener Artikel über höllische NTE befindet sich hier.)

 

Die britische Skeptikerin Susan Blackmore argumentiert beispielsweise, der Mensch könne allein durch das Hören erkennen, was in einem Raum passiert. Ja, das streitet wohl niemand ab. Aber wo liegen hier die Grenzen, vor allem dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die man vorher nie gesehen hat und auch aus dem normalen Leben nicht kennt. Viele Dinge machen keine Geräusche, auch zum Beispiel Farben nicht. Es ist doch reines Wunschdenken, wenn man es so darstellen will, als hätten diese Menschen während einer tiefen Bewusstlosigkeit noch einen feinen Gehörsinn und ein klares Vorstellungsvermögen.

 

Schließlich wurden viele Menschen auch bereits für tot erklärt, bevor sie doch wieder aufwachten und von NTE berichteten. Zwei solche Beispiele befinden sich im nächsten Abschnitt.

 

Dieses »Sie waren noch nicht ganz tot« - Argument ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber es hat letztlich wenig Relevanz für die Validierung von Erinnerungen an lokale Ereignisse und somit für Nahtoderfahrungen als körperlich unabhängige Realität, weil man mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass auch schwache Hirnsröme nicht mehr genügen, um sich klar und umfassend an lokale Details zu erinnern und auch nicht, damit rein Gehirn-intern derart aktive Erlebenszustände entstehen können.

Warum Sauerstoffmangel, Endorphine und DMT keine Ursachen von NTE sein können

 

Nahtoderfahrungen werden oft in die Ecke von krankhaften Zuständen und Stressreaktionen gedrängt. Sie werden oft verglichen mit Dissoziationen und Halluzinationen. Dazu müssen dann oft der Sauerstoffmangel oder körpereigene Substanzen wie Endorphine und DMT herhalten, um diese Zustände und Nahtoderfahrungen scheinbar biologisch erklären zu können.

 

Skeptiker sind da oft äußerst kreativ, ohne ihre Behauptungen näher begründen zu können. So meinte jemand beispielsweise einmal auf die Frage, warum nicht alle Menschen in vergleichbaren Zuständen eine Nahtoderfahrung hätten, die einen hätten eben keine Stress- oder Schutzreaktion nötig, andere hingegen doch.

 

Gegen die Idee,

  • der Sauerstoffmangel

  • eine Schutzreaktion vor Stress oder

  • körpereigene psychedelische Substanzen wie DMT

könnten NTE bewirken, sprechen mindestens 6 Gründe.

 

Erstens: Ein Großteil der NTE mit mystischen Elementen passieren bei klinischem Tod. Warum reden manche dann von einem »Mangel« an Sauerstoff? Wenn der Kreislauf stillsteht – noch dazu mehrere Minuten –, dann handelt es sich um keinen »Mangel«, sondern um einen völligen Ausfall der Sauerstoffversorgung. Oft haben diese Menschen gleichzeitig eine Vollnarkose. Hier können noch so viel DMT oder Endorphine ausgeschüttet sein, diese haben dann keine Wirkung, weil Sauerstoff und Strom die ersten Voraussetzungen sind, damit das Gehirn überhaupt Bewusstsein erzeugen kann. Und schon eine Vollnarkose allein unterdrückt Halluzinationen, wenn sie richtig dosiert ist und normal wirkt, was heute in modernen Krankenhäusern meistens der Fall ist.

 

Selbst bei einer Herzdruckmassage und Beatmung kommt ein Mensch nicht zu Bewusstsein, obwohl hier wieder eine Sauerstoffversorgung eintritt. Oft sind die betreffenden genau in dem Moment zurück im Körper, wenn ihr Herz wieder eigenständig schlägt. Genau in diesem Moment können sie dann wieder aus der liegenden Position durch ihre körperlichen Augen sehen.

 

Zweitens: Wenn ein Mensch bei einem Sauerstoffmangel nicht aus seinem Körper austritt und rein körperlich noch mehr oder weniger wach bleibt, dann kann er unangenehme, halluzinative und sonstige, Rausch-ähnliche Zustände erleben, die jedoch in keiner Weise vergleichbar sind mit Nahtoderfahrungen.

 

Jetzt sagt uns die Medizin auch schon seit langem, der Mensch würde sein Bewusstsein umso mehr verlieren, je mehr sich sein Blutfluss und somit seine Sauerstoffversorgung verringern. Es ist Grundsatzwissen in der Medizin, dass unter Sauerstoffmangel sehr schnell die kognitiven Funktionen des Neocortex ausfallen, allen voran der Komplex von Denken, Fühlen und Wahrnehmungen.

 

Der Sauerstoffmangel ist auch gefährlich, insbesondere für das Gehirn, deshalb sind zeitnahe Akutmaßnahmen so wichtig, also beispielsweise Reanimation, um irreversible Schädigungen zu vermeiden. Und dann meinen manche auf einmal wieder, dieser Mangel könne das genaue Gegenteil bewirken: Einen besonders klaren und wachen Geist, wie man ihn über das körperliche Nervensystem kaum hat. NTE sind massiv erweiterte Lebens-Erfahrungen, daher finden viele Menschen den Begriff »Nahtoderfahrung« unpassend.

 

Drittens: Einen Sauerstoffmangel erleiden Menschen durch Unfälle und krankhafte Zustände weitaus öfter als eine Nahtoderfahrung. Wäre der Sauerstoffmangel die Hauptursache für NTE, dann müssten viel mehr Menschen solche Erfahrungen haben, als es der Fall ist.

 

Viertens: Viele außerkörperliche Erfahrungen, die den Nahtoderfahrungen ähnlich sind, passieren in Zustanden ohne körperliche Beeinträchtigung und somit auch ohne jeglichen Sauerstoffmangel. Hierbei sind vor allem zwei Arten von Situationen zu unterscheiden. Einerseits der unmittelbare Moment vor einem Unfall. Hier tritt die Ablösung vom Körper oft bereits dann ein, wenn ein Unfall bzw. eine Gefahr vom betroffenen Menschen subjektiv entsprechend wahrgenommen werden, woraufhin eine Art Schock erfolgt. Typisch ist dies beim Herunterfallen aus großer Höhe, bei Verkehrsunfällen und beim Ertrinken.

 

Die Betroffenen berichten dann oft, sie seien in jenem Moment außerhalb ihres Körpers gewesen, als sie die Situation als tödlich wahrgenommen hatten. Oft heißt es, sie seien überzeugt gewesen, sie würden sterben, woraufhin sie außerhalb des Körpers waren. In vielen Fällen heißt es auch, sie hätten den Körper in dem Moment verlassen, als sie den Kampf gegen die Situation »losgelassen« hätten und sich dem Tod hingegeben hätten.

 

Andererseits berichten Menschen auch immer wieder, sie seien während einer Situation tiefer Entspannung oder auch sonst in ganz normalen Alltagssituationen plötzlich außerhalb ihres Körpers oder völlig im Jenseits gewesen, also in Situationen ohne Stress oder Überforderung.

 

Fünftens: Endorphine und halluzinogene Stoffe wirken – egal ob sie vom Körper selbst (endogen) ausgeschüttet oder äußerlich (exogen) zugeführt werden – nicht so schnell wie Nahtoderfahrungen meistens eintreten und aufhören. Mit der Außerkörperlichkeit beispielsweise hören Schmerzen und unklare Bewusstseinszustände sehr schnell auf, und wenn diese Menschen dann im Körper zurück sind, spüren sie die Schmerzen sehr plötzlich wieder und ihr Bewusstsein ist wieder wie vorher. Wenn das immer nur Endorphine, Sauerstoffmangel oder DMT wären, dann dürften sich diese Zustände nicht so schnell von einer Sekunde auf die andere ändern, wie es aber bei NTE und AKE meistens der Fall ist.

 

Sechstens – das angebliche DMT: Dass DMT die Ursache sein soll, wird seit einiger Zeit immer wieder nachgeplappert. Dagegen sprechen aber mehrere Gründe, zum Beispiel die bereits erwähnten Fälle von NTE bei klinischem Tod und Vollnarkose, denn in solchen Zuständen sind angenehme Zustände und völlige Klarsicht allein über das Gehirn definitiv nicht möglich, auch wenn in diesen Momenten noch so viel DMT im Gehirn ist. Man weiß zum Beispiel auch nicht im Geringsten, wie viel DMT der Körper überhaupt selbst ausschüttet und was für eine Menge nötig wäre, damit diese auch noch psychedelische Halluzinationen auslösen würde. Schließlich sind Drogen-Trips durch äußere DMT-Zuführung auch nicht so sehr vergleichbar mit echten NTE, wie es manche Eiferer oft darstellen. Es gibt gewisse Überschneidungen, aber die Unterschiede sind insgesamt größer. (Mehr dazu später).

 

Der Sauerstoffmangel dürfte – wenn überhaupt – höchstens an der Auslösung übersinnlicher Erfahrungen beteiligt sein, aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er ein erzeugender Faktor ist.

 
 

6 Video-Berichte mit lokalen Wahrnehmungen

 

Hier werden nur 6 Beispiele außerkörperliche Erfahrungen mit lokalen Wahrnehmungen erwähnt, aber in der Nahtod-Literatur und unter den Tausenden von Videos, die heute auf Youtube verfügbar sind, befinden sich zahlreiche solcher Fälle. Wenn dann heute manche Skeptiker so überzeugt meinen, es seien kaum solche Fälle bekannt oder »bestätigt«, dann kann ich nur sagen: Vom Ignorieren kommen eben keine Erkenntnisse. Nachsehen und forschen würde schlauer machen, aber wenn man nicht will und »Ich weiß von nichts« spielt, dann wird man auch nicht gescheiter.

Einer der bekanntesten und erstaunlichsten Fälle stammt von der amerikanischen Sängerin Pam Reynolds.[3] Skeptiker gehen auf diesen Fall besonders gerne los, weil dieser allein schon die Trennung von Geist und Körper belegt, und weil er durch mediale Berichterstattung sehr bekannt wurde.

 

Pam hatte ein Gehirn-Aneurysma. Um es operieren zu können, musste Pams Blutfluss und somit ihr Herz für etwa 30 Minuten gestoppt werden. Das Blut wurde abgesaugt. Damit ihre Körperzellen nicht absterben, wurde sie auch unterkühlt. Sie wurde in eine tiefe Hypothermie versetzt. Vor und während des Eingriffs zeigte das EEG von Pam keinerlei Hirnströme mehr an, und das bedeutet nach der herrschenden Meinung in der Neurologie: keinerlei nervliche Wahrnehmung. Außerdem bekam sie eine Vollnarkose und zwischen den Augen der Patientin und dem Eingriff am Kopf befand sich eine Trennvorrichtung. Die Augen und Ohren der Patientin waren zusätzlich abgedeckt.

 

Nach der Operation wachte Pam auf, niemand sprach mit ihr über die OP, aber sie erinnerte sich an mehrere Details, die ausgerechnet während der Zeit geschahen, als Pams Gehirn sicher ohne messbare Aktivität war. Zum Beispiel beschrieb sie exakt das komplizierte Instrument, mit dem sie operiert wurde. Dieses hatte sie jedoch vorher nie mit ihren körperlichen Augen gesehen. Als sie in den OP-Saal kam lag dieses Instrument irgendwo im Hintergrund auf einem Tisch, worauf sie keinen Blick werfen konnte. Verwendet wurde das Gerät dann erst, als Pam völlig bewusstlos war. Auch sonst wusste Pam viele Details, zum Beispiel welche Arbeiten die OP-Assistenten durchführten, welche Gespräche diese führten und welche Komplikationen auftraten. Beteiligte Menschen, insbesondere der leitende Chirurg, der renommierte Neurochirurg Dr. Robert Spetzler, bestätigten die Details dieses Falles, zum Beispiel dass Pam keine Ahnung davon gehabt haben konnte, mit welchem Gerät sie operiert wurde oder dass eine beteiligte Herzspezialistin Probleme hatte mit den Blutgefäßen. Dr. Spetzler bestätigte auch, dass Pam in dieser ganzen Zeit körperlich auf keinen Fall eine Wahrnehmung gehabt haben konnte.

Ein weiterer erstaunlicher Fall, der von zwei Chirurgen bezeugt wurde, ist Al Sullivan. Er wurde am offenen Herzen operiert und konnte in dem Moment, als die Vollnarkose zu wirken begann und er körperlich einschlief, die ganze Szene im OP-Seel von oben beobachten. Seine Augen wurden abgedeckt und seine Sicht größtenteils durch ein Tuch blockiert. Später konnte er jedoch Dinge beschreiben, die er zuvor nicht wissen konnte, die er rein körperlich keinesfalls wahrnehmen konnte und die ihm zwischenzeitlich niemand sagte. Die zwei beteiligten Chirurgen bestätigten die Richtigkeit von Al Sullivans Erinnerungen.

 

Anita Moorjani beispielsweise wurde nicht nur aufgrund ihrer NTE bekannt, sondern auch deshalb, weil der Krebs, an dem sie beinahe starb, innerhalb von fünf Wochen nach ihrer NTE völlig ausheilte.[6] Die Mediziner konnten dies kaum glauben und bestätigten, dass dies nicht auf die Chemotherapie zurückzuführen war. Im Zusammenhang mit NTE sind solche außergewöhnlichen Heilungen jedoch nicht selten. Anita lebte damals in Hongkong. Sie wurde am 2. Februar 2006 bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie dann für ca. 30 Stunden bewusstlos war. Hier hatte sie ihre außerkörperliche Erfahrung, in der sie sich so gut, frei und glückselig fühlte, wie nie zuvor in ihrem irdischen Leben. Aufgrund der ersten medizinischen Tests und der Anamnese wurde den Angehörigen bereits kurz nach der Einlieferung am 2. Februar gesagt, Anita würde aufgrund eines Organversagens sterben und die kommende Nacht nicht mehr überleben. Sie hatte mehrere zitronengroße Metastasen im Körper und ihre Lungen waren gefüllt mit Flüssigkeit. Nächsten Tag, am 3. Februar 2006 am frühen Abend erwachte Anita wieder in ihrem irdischen Körper. In ihrem Buch »Heilung im Licht« beschreibt sie zahlreiche Ereignisse, die sie nicht nur um ihren bewusstlosen Körper herum, sondern auch in anderen Räumen des Krankenhauses und sogar außerhalb des Krankenhauses wahrgenommen hatte, und sie beschreibt, wie die beteiligten Personen diese Ereignisse dann später bestätigten. All die Leute, mit denen sie sprach, waren erstaunt, worüber sie Bescheid wusste, so etwa über die Gespräche, die ihr Ehemann Danny auf dem Flur außerhalb ihres Krankenzimmers mit den Ärzten führte, während Anitas Körper bewusstlos im Krankenzimmer lag.

Ein anderer für mich glaubhafter Bericht stammt zum Beispiel von dem renommierten amerikanischen Herzchirurgen Dr. Lloyd Rudy.[7] In einem Video berichtet er über einen Patienten, dessen Herz nach der Herzklappenoperation nicht wieder selbständig zu schlagen anfing, weshalb dieser Patient für tot erklärt wurde. Während der Chirurg mit seinen Kollegen noch im OP-Saal über diesen Fall diskutierte, wurde der Körper des Patienten von der Herz-Lungen-Maschine getrennt. Die Geräte zur Überwachung der Lebensfunktionen inklusive Herz-Echo-Messung blieben noch angeschlossen, während der Brustbereich des Patienten nur noch dürftig geschlossen wurde, soweit es für Leichen eben nötig war, also nicht so exakt wie bei überlebenden Patienten. Die Apparate zur Überwachung der Lebenszeichen zeigten für geschätzte zwanzig Minuten keinerlei Signale des Patienten, auch keinen Herzschlag, ehe sich plötzlich doch wieder Lebenszeichen bemerkbar machten. Diese wurden vom Team zuerst nur noch als Reflexe interpretiert. Tatsächlich wurde der Kreislauf dieses Patienten jedoch selbständig und ohne Wiederbelebungsmaßnahmen wieder aktiv. Der Patient wurde wieder vollständig gesund.

 

Dr. Rudy ließ sich nicht besonders davon beeindrucken, als der Patient vom Tunnel und Licht berichtete. Was Dr. Rudy jedoch ins Staunen versetzte war, dass sich der Patient an zahlreiche Details erinnern konnte, die im OP-Saal tatsächlich während der Operation und somit während der Bewusstlosigkeit dieses Patienten geschehen sind. Darunter befand sich zum Beispiel ein Monitor auf einem weiter entfernten Tisch, auf den eine Assistentin während der Operation einige Post-its mit den Telefonnummern der eingehenden Anrufe angebracht hatte. Laut Dr. Rudy war es für den Patienten rein körperlich völlig unmöglich, dies wahrzunehmen, auch schon allein deshalb, weil dieser Monitor räumlich zu weit vom Körper des Patienten entfernt war.

Dass die Wahrnehmung nicht völlig an den physischen Körper gebunden sein kann, zeigt sich besonders auch dann, wenn blinde Menschen, die von Geburt kaum oder nur sehr schwache visuelle Reize wahrnehmen (auch nicht in Träumen), nach außerkörperlichen Erfahrungen Details wissen, die sie vorher nicht mit ihren körperlichen Augen sehen konnten und die man nur wissen kann, wenn man sie – körperlich oder außerkörperlich – gesehen hat. Einer der bekanntesten Nahtodforscher, der US-amerikanische Psychologe Prof. Kenneth Ring, befragte 31 blinde Menschen mit Verdacht auf Nahtoderfahrungen. 80 % davon hatten ein intensives visuelles Erleben, welches derartige blinde Menschen normalerweise niemals haben. Nach ihrer NTE war die Fähigkeit des Sehens wieder verschwunden. Einer der bekanntesten Fälle dazu ist jener der Amerikanerin Vicki Noratuk.[8]

Zuletzt noch das Beispiel der inzwischen verstorbenen Schweizerin Frau Hubschmied.[9] Sie war Krankenschwester und unternahm 1947 einen Suizidversuch, indem sie sich von einem Haus stürzte. Sie konnte während ihrer außerkörperlichen Erfahrung sehen, wie sie in jenem Krankenhaus, indem sie angestellt war, beinahe seziert wurde. Sie wurde schon für tot erklärt und ihre Beerdigung wurde auch bereits angekündigt. Zitat (minimal angepasst, weil im Original sehr umgangssprachlich): »Ich wollte damals von Gott nichts wissen und sprang eben aus dem Fenster, Hochparterre dritter Stock, also praktisch wie vier Stock, und glaubte, jetzt ist es vorbei. Und dann habe ich erstmals erlebt, dass ich mich liegen sah, dass ich über mir schwebte. Ich habe ein ganzes Weilchen gebraucht, ehe ich begriff, das bin ich, die da liegt und die da so vor sich hin stöhnt und wimmert … (Anmerkung: Frau Hubschmied sah ihre ganze Operation im Krankenhaus von oben und wurde am Ende der OP für tot erklärt) … Ich wollte ja von dieser Welt gar nichts mehr wissen … habe ich mich natürlich auch gewehrt, wieder zurückzukommen. Und doppelt: Jetzt habe ich ja nun einen kaputten Körper gehabt. Und wenn sie erst einmal außerhalb ihres Körpers schweben, ist man ja so leicht. Und dann soll man plötzlich in ein ganz kaputtes Haus zurück. Ich habe mich gewehrt, zumal ich ja vorneweg auch nicht da bleiben wollte. Und so war es … dass ich eben klinisch tot war … Meine Mutter brachte dann wie gesagt die Kränze … und an dem Tag, als ich beerdigt werden sollte … dann hat man gesagt, da könnte man gut dran lernen, tun wir sie doch sezieren. So stellte man dann fest, dass ich noch nicht kalt war …  Ich lag in der Krankenhaus-Leichenhalle. Ich habe alles gehört. Und zwar ist das ein Hören anderer Art was man da hat … Die waren noch gar nicht in diesem Raum, und doch nahm ich alles auf … bevor die überhaupt diesen Raum wieder betreten haben … Es wurden Witze gemacht. Das waren übrigens ehemalige Kollegen von mir. Und als ich denen viel später nachher mal erzählte, was die für Witze gerissen haben, da waren die entsetzt und haben gefragt, wer mir das erzählt hat.«

 

Da die Ärzte in ihrer Absicht, Frau Hubschmieds Körper zu sezieren, feststellten, dass dieser noch immer nicht erkaltet war, wurde er nicht seziert und wieder aus der Leichenhallte entfernt. Später wachte sie dann (körperlich) wieder auf.

Beweisfeld 2: 29 Unterschiede zu Halluzinationen und relevante Fakten

 

 

Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig und zufriedenstellend erklärt werden.

Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Wilfried Kuhn, dt. Neurologe, Spezialist für Halluzinationen[10]

 

Immer wieder behaupten einige Skeptiker, Menschen würden in bestimmten Zuständen dasselbe erleben wie bei Nahtod- und anderen Formen außerkörperlicher Erfahrungen, vor allem durch:

  • von außen zugeführte psychedelische bzw. halluzinogene Drogen wie LSD, DMT, Psilocybin und Ketamin

  • elektronische Gehirnstimulation

  • bestimmte Wahrnehmungs-Experimente

  • High-G-Training in Zentrifugen (für Piloten)

  • krankhafte Halluzinationen und Eplipsie.

 

Wenn Skeptiker diese Vergleiche strapazieren, dann sprechen sie nur über jene Elemente von Halluzinationen und NTE, die noch am ehesten vergleichbar sind, aber all die anderen Elemente, die nur bei NTE oder dort in einer wesentlich anderen Qualität und stärkeren Ausprägung auftreten, erwähnen aus Unwissenheit oder Absicht nicht. Für eine unerfahrene und unkritische Zielgruppe scheint es dann schnell einmal so, als seien die Unterschiede zwischen NTE und Halluzinationen nicht besonders groß, was wiederum den Verdacht aufkommen lässt, dass NTE auch einzig und allein vom Gehirn produziert werden können.

 

Da wollen manche Skeptiker zum Beispiel Belege dafür sehen, dass NTE nur im Gehirn entstehen, nur weil Teilnehmer von Experimenten meinen, sie hätten sich während des Experiments ein bisschen neben sich oder außerhalb ihres Körpers gefühlt, oder sie hätten sich von oben gesehen, oder sie hätten durch elektronische Hirnstimulation einen Lichtpunkt gesehen. Aber was ist mit den vielen anderen Elementen von NTE und den Unterschieden in der Qualität jener Elemente, die noch am ehesten vergleichbar sind? Skeptiker reden hier völlig um den heißen Brei herum, weil sie nur aufzählen, was das Gehirn alles produzieren kann, während sie die vielen anderen Elemente entweder gar nicht kennen oder absichtlich verschweigen, um falsche Eindrücke zu erwecken. Qualitative Unterschiede erkennen sie offenbar generell nicht, was nur zeigt, dass es ihnen sehr an Empathie und Vorstellungsvermögen mangelt.

 

Der deutsche Neurologe Birk Engmann behauptet zum Beispiel, Nahtoderfahrungen werden durch Ketamin drei Mal häufiger ausgelöst als durch Herzstillstand. Da kann ich nur sagen: Sehr schlecht analysiert. Derart massive Fehleinschätzungen kommen daher, weil man Nahtod-erfahrenen Menschen nicht ordentlich zuhört und zu wenige Fälle kennt. Ketamin wird zwar manchmal als Rauschmittel verwendet, aber es ist kein besonders gutes Rauschmittel. Die Wirkungen dieses Mittels werden oft als unangenehm empfunden und sind nur sehr geringfügig mit Nahtoderfahrungen vergleichbar. Durch Ketamin entsteht zum Beispiel meistens eine für Rauschmittel typische Gedämpftheit und – ähnlich wie durch Marihuana – eine Albernheit. Bei NTE gibt es das nicht. Wenn Ketamin als Narkosemittel verwendet wird, dann wird es auch höher dosiert und dann entsteht – auch dann, wenn diese Narkose nicht vollständig wirkt – auf jeden Fall eine stärkere Dämpfung der Sinne, was das in keiner Wiese mit NTE vergleichbar ist.

Wären diese Drogenerfahrungen den NTE so besonders ähnlich, so könnte man wohl davon ausgehen, dass Menschen auch mehr darüber berichten würden. Wenn jemand einen Ketaminrausch mit NTE vergleicht, dann kann das kein Nahtod-Experte sein, dann liegt eine völlige Fehleinschätzung dieser Erlebnisse vor.

Ist es nicht auffällig, dass Menschen nur dann über außerkörperliche Erfahrungen berichten, wenn sie auch wirklich diese körperliche Abkoppelung erlebt haben? Menschen berichten kaum über diese Phänomene, wenn sie nur Ketamin, LSD oder DMT eingenommen haben, und auch nicht dann, wenn sie zwar in Todesnähe waren, aber keinen körperlichen Austritt hatten. Sie berichten einzig und allein dann darüber, wenn sie wirklich vom Körper abgekoppelt waren, egal ob mit oder ohne körperlicher Todesnähe, weil alles andere nicht so besonders ist. Den Skeptikern fällt das natürlich nicht auf, weil sie es nicht wahrhaben wollen.

 

Ketamin wird auch in der Medizin teilweise angewendet, zum Beispiel als Narkosemittel. Würde dieses Mittel so oft und so sicher eine NTE auslösen, wie manche Skeptiker es gerne hätten, denn müssten viel mehr Menschen aufgrund einer klinischen Ketaminanwendung über NTE berichten, was aber nicht der Fall ist. Ketamin wird auch nicht so häufig zur Narkose verwendet wie andere Mittel.

 

Diese Schnapsidee, Ketamin würde NTE bewirken, passt auch in dieses bei Skeptikern beliebte Wunschdenken, NTE würden hauptsächlich im Krankenhaus durch Narkose- und andere psychoaktive Mittel entstehen. Aber auch bei dieser Idee wird wieder eine ganze Reihe and Tatsachen übersehen, vor allem die Tatsache, dass Nahtoderfahrungen während Vollnarkose fast nur durch den Herzstillstand eintreten (sh. dazu auch das klassische Beispiel weiter oben von Carsten Harms.) Herzstillstände sind bei Operationen in Vollnarkose keine Seltenheit und den betroffenen Menschen wird oft gar nichts darüber gesagt, dass sie einen Herzstillstand hatten. Außerdem passieren viele NTE schon längst vor einer klinischen Behandlung, vor allem an Ort und Stelle bei Unfällen und akuten Krankheiten, die einen beinahen oder vollständigen Kreislaufzusammenbruch zur Folge haben. Da sind NTE schon längst vor einer möglichen Narkosebehandlung im Gange.

Natürlich kann das Gehirn vieles erzeugen und uns vieles Vorspielen. Darin besteht ja seine Aufgabe. Es hat die Aufgabe, uns diese materielle Welt als real vorzugaukeln. Die Skeptikerin Susan Blackmore geht damit hausieren, was das Gehirn alles erzeugen kann. Ja, das weiß man. Wer streitet das schon ab? Aber ist das relevant? Nein, bei Nahtoderfahrungen nicht, weil hier weitaus mehr passiert als das, was Menschen bei allen Formen von Halluzinationen erleben.

 

Es ist auch völlig normal, dass man den eigenen Körper und die lokale Umgebung innerlich visualisieren kann, das ist an sich nichts Besonderes, sondern typisch für das menschliche Denkvermögen. Dieses besteht generell viel aus abstrakten und übergeordneten Vorstellungen über Situationen. Aber das innere Visualisieren ist nicht vergleichbar mit der klaren Real-Sicht, wie sie Menschen bei AKE und auch im realen, irdischen Leben haben. In welchem Experiment mit Hirnstimulation wurde zum Beispiel bekannt, dass die beteiligten Menschen Dinge in anderen Räumen wahrnehmen konnten, was bei NTE oft der Fall ist?

 

Zu LSD- und DMT-Erfahrungen sind die Gemeinsamkeiten auf den ersten Blick durchaus größer, bei näherer Betrachtung zeigen sich aber auch dazu erhebliche Unterschiede.

 

Der ungenaue Umgang mit NTE zeigt sich beispielhaft bei den Experimenten des inzwischen verstorbenen kanadischen Psychologen und Skeptikers Michael Persinger. Er wollte beweisen, dass NTE im Gehirn entstehen. Bekannt wurde vor allem sein elektronischer »Religionshelm« bzw. die Experimente, die er damit machte. Während er selbst seine Spekulation bestätigt sah, drückte es Jim Chapman, einer seiner Teilnehmer, der einige Jahre davor auch eine echte NTE hatte, so aus: »Dr. Persinger kratzt an der Oberfläche. Die Nahtoderfahrung war ein abgekoppeltes und tiefgründiges Erlebnis. Es gibt eine Verbindung. Die NTE war jedoch viel tiefgründiger.«[11] Michael Persinger beobachtete alles nur von außen, aber er meinte, er wüsste es besser als die Erfahrenen selbst.

 

Auch viele andere Menschen, die sowohl eine echte Nahtoderfahrung als auch Halluzinationen hatten, so zum Beispiel Sabine Mehne, sagen es immer wieder, dass diese Zustände keinesfalls vergleichbar sind.

 

Zu bedenken ist schließlich auch, dass Drogen eventuell eine richtige Ablösung des Bewusstseins vom Körper verursachen können. Ich persönlich kenne bisher zwei solche Fälle. In einem Fall hatte ein Mann durch Marihuana eine außerkörperliche Erfahrung bzw. eine typisch »erdgebundene« Astralreise. In einem anderen Fall hatte eine Frau durch Marihuana eine Tunnel-Licht-Erfahrung, wie man sie bei typischen Nahtoderfahrungen hat. Wenn solche tatsächlichen Ablösungen durch die Einnahme von Drogen und etwa auch in klinischen Bereichen durch Ketamin als Narkosemittel passieren und diese Menschen dann darüber berichten, dann ist es verständlich, dass bei Klinikern und Skeptikern der Eindruck entsteht, NTE könnten durch solche Substanzen entstehen. Man kann aber dann nicht einfach sagen, diese Erfahrungen würden einzig und allein im Gehirn entstehen. Man muss dann damit rechnen, dass diese Substanzen eben eine echte Ablösung bewirken oder begünstigen können. Denn auch bei schwächeren Narkosen, wie sie beispielsweise bei Herzoperationen gegeben sind, können sich die betreffenden Menschen danach meistens an nichts erinnern. Wenn hier eine NTE entsteht, dann kann das nicht rein im Gehirn durch die Narkosemittel entstanden sein, sondern nur durch eine tatsächliche Ablösung.

 

Zahlreiche historische Malereien deuten darauf hin, dass Menschen in früheren Nahtoderfahrungen dasselbe erlebten wie die Menschen heute. So auch zu sehen in diesem Bild: »Aufstieg der Seligen« von Hieronymus von Bosch, Anfang 16. Jhdt.

 

18 deutliche Unterschiede

Da eine Tabelle auf der mobilen Version nicht gut dargestellt werden kann, werden die folgenden 16 Punkte nun nach diesem Schema aufgelistet:

 

a = Merkmale von Nahtoderfahrungen (NTE) und anderen außerkörperlichen Erfahrungen (AKE).

b = Vergleichbare Merkmale von Halluzinationen.

1a: Oft ein schneller und deutlich spürbarer Austritt aus dem Körper und damit einhergehend die Überzeugung, vom Körper abgekoppelt zu sein. Im Moment des Austrittes aus dem Körper wird oft ein aufdringliches Zischen, Rauschen oder Brummen wahrgenommen. Zusammen mit der Wahrnehmung des eigenen leblosen Körpers ergibt sich hiermit das absolut sichere Wissen, dass das »Ich«, also die eigene Existenz als Lebewesen, vom irdischen Körper unabhängig und Teil einer anderen existenziellen Qualität ist, die als die eigentliche oder primäre Existenzform (»Heimat«) authentischer empfunden wird als das körperliche Dasein. So heißt es etwa oft, dieser Zustand sei sofort vertraut gewesen als der wahre und »eigentliche« Zustand des Menschen, den man immer schon kannte, aber in der Gebundenheit an den Körper vergessen hat. So denken sich Menschen kurz nach dem Austritt aus dem Körper etwa oft: »Achja, DAS bin ich ja wirklich. Endlich bin ich wieder zurück, wo ich herkomme.« Das Verlassen des Körpers wird beispielsweise beschrieben, als hätte man mit dem Körper eine enge Jacke abgestreift.

Manchmal wird berichtet, man sei (wie durch einen starken Sog) »geholt« worden. Manchmal heißt es, man sei mit hoher Geschwindigkeit ins Weltall geflogen oder geschossen, oder man habe sich sofort im »Licht« befunden. (Die Wahrnehmung der lokalen Szene von oben kommt nicht bei allen NTE vor.)

 

Manchmal ist davon die Rede, man habe sich durch Materie (zum Beispiel Wände) oder durch andere Menschen hindurchbewegen können. Öfter heißt es, man habe versucht, andere anwesende Menschen auf sich selbst aufmerksam zu machen, man sei von ihnen aber nicht wahrgenommen worden, man habe absichtlich ignoriert gefühlt und die anderen hätten nicht verstanden, warum niemand auf sie reagierte. Manchmal werden sie dann wütend, aber spätestens dann, wenn sie ihren leblosen Körper sehen, begreifen sie dann, dass sie tot sind und von den anderen Anwesenden daher nicht wahrgenommen werden können.

 

Mit der Außerkörperlichkeit einher geht oft eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem irdischen Körper und der gesamten physischen Welt, als würde man diese völlig hinter sich lassen (wollen) mit dem Empfinden und Wissen, dass es sich dabei nur um vergängliche »Materie« oder um eine programmierte, künstliche Welt handelt, die auch oft mit einem Theater verglichen wird. Daher wird der Tod hier meistens als völlig natürlich, als normal oder als etwas Gutes gesehen. So heißt es etwa auch, man hatte gar nicht gewollt, dass man von Sanitätern oder Ärzten reanimiert wird, oder dass Verwandte voller Trauer waren.

 

Manchmal wird auch davon berichtet, man habe die »Silberschnur« gesehen, also eine energetische Verbindung zwischen dem irdischen und dem seelischen bzw. astralen Körper.

 

1b: Kein wirkliches Austreten aus dem Körper. Typisch ist eher das Empfinden, die Körpergrenzen würden sich auflösen oder man würde sich mehr oder weniger neben sich befinden, und das tritt nicht so schnell ein, wie meistens bei NTE, sondern eher langsam. Es wird auch oft als beängstigend empfunden und es ist höchstens ein Empfinden von »Ich bin abgelöst, aber immer noch in der irdischen Welt.« Es entsteht nicht diese Überzeugung, ur-existenziell ein Teil einer körper-unabhängigen, anderen Welt zu sein.

 

2a: Die Wahrnehmung lokaler Situationen von oben. Hierbei handelt es sich bei weitem nicht nur um eine rein visuelle Sicht (Autoskopie) von oben. Es wird auch klar gehört, was die Beteiligten sagen, und oft auch, was sie fühlen, ohne es auszusprechen. Manchmal ist auch die Rede davon, die materiellen Dinge seien durchsichtig gewesen. Bei NTE sieht man meistens den eigenen leblosen Körper. Oft sehen sie dann, wie der Körper reanimiert wird und wie sie von einem Arzt für tot erklärt werden. Sie können dann oft nicht nachvollziehen, warum die irdischen Menschen hektisch und panisch sind, weil sie sich selbst sehr gut fühlen. Sie empfinden diese Situation meistens als völlig in Ordnung, als sei es das Natürlichste der Welt, beim Tod den Körper zu verlassen.

 

Oft nehmen sie auch Dinge in anderen Räumen und an entfernten Orten wahr, die definitiv außerhalb der rein körperlichen Reichweite liegen.

 

Auch Menschen, die von Geburt an blind sind oder andere Sinnesstörungen haben, haben während NTE dieselbe Wahrnehmung wie andere auch. Allein diese Fälle sind starke Belege dafür, dass die Trennung zwischen Geist und Körper möglich ist.

 

Manchmal ist davon die, dass bereits während der Betrachtung der irdischen Szene ein Lichtwesen auftrat, mit dem es eine Verständigung gab, oder es gab eine Verständigung mit einer Art generellen, geistigen Präsenz.

 

2b: Nach Drogenerfahrungen berichten Menschen – wenn überhaupt – nur davon, sich neben sich oder schwebend gefühlt zu haben. Aber eine klare, reale Wahrnehmung von oben wird nach Drogenerfahrungen kaum berichtet, schon gar keine Wahrnehmungen von Dingen außerhalb der körperlichen Reichweite.

 

3a: Absolute Zeitlosigkeit. Es gibt zwar Verläufe von Ereignissen, aber mit dem Austritt aus dem Körper ist abrupt jegliches Empfinden von Zeit beendet. Bei kurzen AKE durch Unfall ist oft auch die Rede von einer starken Verlangsamung der Zeit. Über NTE heißt es oft, die Zeit habe aufgehört zu existieren, daher wird auch oft davon gesprochen, man habe die »Unendlichkeit« oder die »Ewigkeit« erfahren. Abgesehen von den Schriften (z. B. der Bibel) kommt wohl auch durch reale Jenseitserfahrungen die Ansicht, das Jenseits sei »ewig«. Während beispielsweise die Bewusstlosigkeit eines Menschen während einer Nahtoderfahrung in der irdischen Zeitrechnung nur einige Minuten oder wenige Tage dauerte, wird diese Erfahrung oft so empfunden, als hätte sie Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte gedauert. Daher können die Erfahrenen dann meistens keine (sicheren) Zeitangaben darüber machen, wie lange diese Erfahrung gedauert hat. Erst im Nachhinein kann man einschätzen, wie lange die NTE aus irdischer Sicht mindestens gedauert haben muss, indem abgeglichen wird, was von der lokalen Szene wahrgenommen wurde.

 

3b: Dieses Element der Zeitlosigkeit kann auch durch psychedelischen Rausch eintreten, aber wie immer sind Unterschiede in Qualität und Ausprägung zu den NTE erkennbar, wenn Menschen darüber berichten.

 

4a: Mit der Außerkörperlichkeit treten (abgesehen von den negativen NTE) meistens unbeschreiblich angenehme Gefühlszustände ein, wie man sie vom irdischen Leben her nicht kennt, und sie werden stärker, je näher man dem Licht kommt – ein enormer Friede, eine Geborgenheit, eine überaus angenehme Wärme, eine bedingungslose (Mutter-)Liebe, eine Ruhe, eine Glückseligkeit, eine Weite, eine grenzenlose Freiheit, eine Leichtigkeit, eine »Verbundenheit« mit dem Kosmos oder ein völliges »Eins-Sein mit der Schöpfung«. Beispiele für entsprechende Aussagen: »Ich war selbst das Universum.« »Ich wurde selbst zum Licht.« »Du wirst das Licht und das Licht wird du.« Oft ist auch die Rede von »Ekstase«.

Die Wahrnehmung wird meistens als extrem erweitert und deutlich realer empfunden als im Körper, ebenso als authentischer. Es handelt sich bei weitem nicht nur um intensivere Formen von Wahrnehmungen, wie es Skeptiker oft darstellen, sondern um eine völlig andere grundsätzliche Qualität des existenziellen Empfindens. Die Welt und die eigene Existenz werden qualitativ völlig andersartig wahrgenommen, zum Beispiel auch durch andere Farben und Klänge, die man vom Irdischen her nicht kennt. Im Vergleich dazu wird die Wahrnehmung in der Gebundenheit an den irdischen Körper von den Erfahrenen sogar oft als Schlaf oder Traum bezeichnet. Von Plato stammt auch der Vergleich der irdischen Welt mit einer Höhle (Höhlengleichnis).

 

4b: Auch in diesem Punkt gibt es auffallende Ähnlichkeiten zum psychedelischen Rausch, aber bei NTE sind all diese Empfindungen und Wahrnehmungen qualitativ noch einmal deutlich anders und extremer.

 

Diese Empfindungen dürften bei Drogen wie LSD, DMT und Psylocibin eine entscheidende Rolle beim »Ego-Tod« spielen, der durch diese Drogen angeblich oft eintritt. Daher gibt es immer wieder Bemühungen, diese Drogen in der Psychiatrie und Psychotherapie zu erlauben (zumindest in der Forschung). Tatsächlich werden solche Erlaubnisse zu Forschungszwecken immer wieder einmal erteilt.

 

5a: Gedankenschnelligkeit und Gedankengleichzeitigkeit: Das intellektuelle Verstehen der Dinge ist meistens enorm leistungsfähiger und umfassender, meistens beschleunigt oder sogar gleichzeitig. Kaum taucht eine Frage auf, erhält man gleichzeitig die Antwort. Manche sprechen sogar davon, sie hätten gleichzeitig das Leben aller einzelnen Menschen auf dem Erdball wahrgenommen.

 

5b: Durch psychedelischen Rausch entsteht oft eine erhöhte Art der Aufmerksamkeit, aber das intellektuelle Verstehen verlangsamt sich eher und wird oft auch als anstrengend empfunden. Durch Drogen ist man eher nur auf einzelne Dinge fokussiert und es kann eine Art geistige Überforderung eintreten.

 

6a: Die Erfahrungen enthalten einen sinnvollen Verlauf, weil diese Zustände als Leben wahrgenommen wird, noch dazu als das »eigentlich« Leben des Menschen.

 

6b: Es gibt keinen sinnvollen Verlauf, sondern eher ein willkürliches Durcheinander an Bildern, Empfindungen und Szenen.

 

7a: Portal, Dunkelheit und Tunnel: Während der Wahrnehmung der irdischen Szene öffnet sich oft ein Portal oder Tunnel. So heißt es etwa manchmal, die scheinbare materielle Realität habe sich (wie eine holografische Matrix) aufgelöst, sei »aufgerissen« oder sei wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Es käme dann eine (angenehme) Dunkelheit und ein sich drehender Tunnel mit dem sich drehenden und immer größer werdenden, strahlenden Licht am Ende. Die Bewegung durch den Tunnel erfolgt meistens schnell, manchmal langsam. Hier werden oft andere Seelenwesen wahrgenommen, die ebenfalls vom Licht angezogen werden. Manchmal werden auch bösartige oder »abfallende« Wesenheiten wahrgenommen.

 

Manche Skeptiker argumentieren damit, diese Tunnel-Licht-Erfahrung könnte ein Wiedererleben der Geburt sein. Aber hat ein Baby im Geburtskanal die Augen offen? Und wenn ja, sieht es am Ende des »Tunnels« wirklich ein Licht? Ist dieser Tunnel im Geburtskanal rotierend?

 

7b: Wenn überhaupt, dann sind derartige Erfahrungen im Drogenrausch von anderer Qualität.

8a: Das mystische »Licht«, von dem oft die Rede ist, wird als weitaus mehr wahrgenommen als nur als visuelles Licht, wie es Skeptiker meistens verstehen. Die Erfahrenen fühlen sich meistens unwiderstehlich mit ihrem vollständigen persönlichen Existenzgefühl davon angezogen, sozusagen mit jeder einzelnen, eigenen Zelle. Sie empfinden dazu sehr starke Gefühle der »Heimkehr«. Dieses Licht wird oft als die allumfassende Lebensquelle empfunden, von der man bedingungslos geliebt, geborgen, getragen und genährt wird. Mit einer Quelle, aus der die eigene Existenz ersteht. Es wird auch meistens als Gott und persönlicher Erlöser empfunden, auch von jenen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer NTE völlig atheistisch waren.

Typische Aussagen darüber sind beispielsweise: »Alles, was in mir war, wollte in dieses Licht.« Oder: »Ich wollte mit diesem Licht verschmelzen.« Oder: »Ich wollte nur noch dahin und sonst nirgends.« Oft heißt es, man hätte darin »gebadet« oder man sei damit »verschmolzen« gewesen. Jeder, der es erlebt, will dort bleiben und nicht mehr zurück in den Körper bzw. in die irdische Welt. Es wird immer wieder betont, wie enorm hell dieses Licht war, jedoch ohne zu blenden. Der bekannte George Ritchie meinte, es sei heller gewesen als Tausende Schweißbrenner zusammen. Dabei wird aber auch immer wieder betont, dass dieses Licht dennoch nicht blendet.

Die Erfahrenen betonen auch immer wieder, dieses »Licht« sei überhaupt nicht vergleichbar mit dem irdischen Licht. Sie bezeichnen den Begriff »Licht« oft als lächerlich, aber es ist jener Begriff, der noch am ehesten zutrifft. Manchmal fällt auch der Begriff »Urzentralsonne«.

8b: Bei psychedelischen Drogen können intensivere Licht- und Farbeffekte entstehen. Wenn erfahrene Menschen jedoch darüber berichten, dann ist dies qualitativ oft anders, als wenn Menschen nach einer echten NTE über dieses »Licht« berichten. Es wird jedoch manchmal davon berichtet, dass eine Licht-Erfahrung durch LSD einer Licht-Erfahrung wie bei Nahtod ähnlich sein kann.

9a: Begegnungen und Kommunikation mit anderen Wesen oder »Gott«. Dabei handelt es sich meistens um »Verwandte«, Freunde oder höhere Geistwesen, die als Geistführer wahrgenommen werden. Oft heißt es, man sei herzlich oder brüderlich begrüßt worden, oder man sei liebevoll empfangen worden. Oft ist auch davon die Rede, man sei zurückgekommen in die Seelenfamilie und man hätte Verwandte als solche erkannt, die man im bisherigen irdischen Leben nicht kannte, weil sie nicht inkarniert waren.

Gewisse Wesenheiten erfüllen auch eine Art Wächter-Funktion. Oft wird es auch so empfunden, dass man es mit Christus oder Gott zu tun hat (auch von Atheisten). Bei negativen NTE ist es oft, dass man sich von bösartigen Geistwesen angegriffen fühlt und tatsächlich attackiert wird. (Wie Menschen aus negativen NTE oft herauskommen, wird in diesem Artikel erwähnt: Die Hölle in Nahtoderfahrungen.)

 

Bei den Verwandten und Freunden fällt auf, dass diese fast immer nur jene sind, die momentan nicht inkarniert sind. Würde das Gehirn nur die Gedankenwelt des irdischen Lebens fortspinnen, dann müsste es bei NTE auch Begegnungen mit aktuell irdisch lebenden Menschen geben, was aber nur äußerst selten der Fall ist.

 

Auffällig ist auch, dass all diese Wesen immer jung und vital Erscheinen (vgl. dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Menschen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte. Eltern und Großeltern beispielsweise kennen viele Menschen auch nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Außerdem erscheinen in vielen NTE auch verwandte Seelen, die man vom irdischen Leben her nicht kannte. Dazu gibt es zahlreiche glaubhafte Fälle, wo sich die Verwandtschaft später durch Fotos und Zeugenberichte bestätigte.

 

In einigen bekannt gewordenen Fällen sind die betreffenden Menschen laut eigenen Aussagen auch den Seelen ihrer zukünftigen (irdischen) Lebenspartner oder Kinder begegnet, obwohl bis dato keine Partnerschaft und auch keine Schwangerschaft in Sicht war.

 

Die Kommunikation mit den Seelenwesen erfolgt nicht über Mundbewegungen, sondern wird von den Erfahrenen oft als rein geistig, geistig-emotional oder telepathisch bezeichnet.

 

Manchmal berichten Menschen auch davon, dass sie von einem oder mehreren geistigen Führern begleitet und durch verschiedene Bereiche der seelischen Welt geführt wurden.

 

Ein berechtigter kritischer Gedanke von Skeptikern beruht darauf, dass Verwandte oft mit Kleidungsstücken aus ihrem früheren Leben wahrgenommen werden. Ja, das ist tatsächlich so, aber aus vielen NTE zeigt sich, dass diese irdischen Bildnisse nur Reflexionen sind, die sich umso mehr auflösen, je mehr man die irdische Szene verlässt. Je mehr das der Fall ist, umso eher zeigt sich die reine, ursprüngliche Gestalt der Wesen.

 

9b: Keinerlei Erfahrungen anderer Seelenwesen. Bei gewissen Drogenerfahrungen entstehen zum Beispiel nur Bilder von Gesichtern oder Fratzen, die sich verändern und oft Angst verursachen. Bei Oneiroiden (sehr unangenehme, auch »höllische« Delirien), die meistens in Krankenhäusern passieren, tauchen eher die Gesichter des klinischen Personals auf. Und im DMT-Rausch tauchen gewisse Gestalten auf, wie man es bei NTE nicht hat.

 

10a: In manchen Nahtoderfahrungen kommen Erden-ähnliche Landschaften und Städte vor, wobei das Ausmaß der Schönheit hier extrem variieren kann. In dunkleren Bereichen werden Landschaften und Städte zum Beispiel duster, kalt oder bedrohlich wahrgenommen, während sie in lichterfüllten Bereichen als unbeschreibliche Herrlichkeit wahrgenommen werden. So ist etwa oft von intensiven und andersartigen Farben in der Natur die Rede, von einem unbeschreiblichen Grün der Wiesen, oder von einem kristallklaren, schillerndem Wasser, wie man es in der irdischen Welt niemals finden wird. Von den Pflanzen heißt es meistens, diese würden von innen her leuchten und strahlen, als seien sie von Licht erfüllt. Auch von einer goldenen oder weißen Stadt ist manchmal die Rede.

 

Seltenere Elemente sind zum Beispiel: Eine Brücke, die man überwinden muss, ansonsten würde man nach unten in die Dunkelheit fallen; ein Raum, in dem sich ein »Lebensbuch« und eine Art Prüfer oder Wächter befindet, mit dem es eine kritische Reflexion über das bisherige Leben gibt; ein Weg, der sich gabelt in einen schmalen Weg, der nach oben zu Gott führt, und einen breiten Weg, der nach unten in die Dunkelheit führt.

 

10b: Bei psychedelischen Rauschzuständen kann Ähnliches auftauchen, jedoch wie immer in einer grundlegenden Qualität.

 

11a: Der starke Unwille, in den Körper zurückzukehren. Die Erfahrenden empfinden ihr bisheriges irdisches Leben oft als abgeschlossen oder sie empfinden es als selbstverständlich, im Jenseits bleiben zu können. Wer in das Irdische zurück muss, wird dann oft vor dieser unvermeidbaren Rückkehr gewarnt, zum Beispiel von den Begleitern oder von dem, was sie als allgegenwärtigen Gott wahrnehmen. An diesem Punkt beginnen die Seelen dann oft, gegen diese angekündigte Rückkehr zu rebellieren oder mit der oder den begleitenden Seelenwesen zu debattieren, um die Rückkehr zu verhindern. Aber es gibt auch Fälle, wo die Betreffenden aus eigenem Willen wieder zurück wollen, jedoch nicht, weil sie es wirklich »wollen«, sondern eher aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus, weil sie wissen, dass ihr Seelenplan im aktuellen irdischen Leben noch nicht erfüllt wurde. Dies fällt besonders häufig im Zusammenhang mit Kindern auf, wo die Eltern (in der Nahtodsituation) erkennen, dass sie von diesen (irdischen) Kindern noch gebraucht werden.

 

11b: Hier erfolgt keine Warnung davor, dass die Erfahrung enden wird. Sie endet einfach.

 

12a: Eine körperlich überdeutlich spürbare Rückkehr in den Körper, die oft so beschrieben wird, als wäre man wie durch ein starkes Gummiband oder ein starkes Vakuum in den Körper zurückgezogen oder zurückgesaugt worden. Oft heißt es auch, man sei in den Körper zurück geknallt, geprallt oder »geklatscht«. Oder es fühlte sich an, als würde man in eine viel zu kleine Hülle hineingestopft werden. Manchmal heißt es, man sei von unsichtbaren Händen zurück geschubst oder gedrückt worden in den Körper

 

12b: Keine auffällige Rückkehr in den Körper. Rauschzustände durch Drogen klingen langsam ab.

 

13a: Das Zurücksein im Körper wird oft als der schrecklichste, grauenhafteste, schlimmste oder enttäuschendste Moment des ganzen bisherigen Lebens bezeichnet. Der Dresdner Jazzmusiker Peter Setzmann meinte in einem TV-Bericht, er habe »zuerst einmal geschrien wie am Spieß«, als er bemerkte, wieder im Körper zu sein, weil er »dieses Leben einfach nicht mehr wollte«. Oft heißt es von den betreffenden Menschen, sie seien »sauer« gewesen, zum Beispiel auf die Ärzte, dass sie »zurückgeholt« wurden. (Das wurden sie zwar nicht, aber sie empfinden es oft so, wenn sie aufwachen und das klinische Personal um sich herum sehen.)

 

Die Abneigung gegen das irdische Leben dauert oft viele Jahren. In den meisten Fällen kommt es jedoch nach einigen Jahren zumindest wieder so weit, dass diese Ablehnung nicht mehr belastend ist.

 

13b: Das Zurücksein in der regulären Wahrnehmung wird nur bei Drogensucht als irgendwie als enttäuschend empfunden, aber es besteht nicht diese enorme, momentane Abneigung gegen das irdische Leben generell, wie es bei NTE meistens der Fall ist.

 

14a: Meistens eine enorme, positive Sehnsucht, diese außerkörperlichen Zustände wieder zu erleben. Gerade durch diese Erfahrungen gelingt es diesen Menschen oft, das irdische Leben besser anzunehmen, weil sie wissen, dass es danach schöner weitergeht.

 

In manchen Fällen entsteht jedoch eine belastende Jenseitssehnsucht. In Deutschland wurde sogar ein Fall bekannt, wonach sich ein junger Mann, der an sich ein gutes Leben hatte, für den Suizid entschied, weil er sich so sehr nach dem jenseitigen Zustand sehnte und er das irdische Leben einfach nicht mehr akzeptieren konnte.

 

14b: Zu manchen Drogen wie LSD entsteht angeblich keine Sucht und auch keine starke Sehnsucht, diesen Zustand wieder zu erleben, auch wenn er als sehr angenehm empfunden wurde. Ansonsten entsteht zu gewissen Drogen eher eine leidvolle Abhängigkeit.

 

15a: Für die Erfahrenen ist es auffallend schwierig, ihre Erfahrungen zu beschreiben, weil es im Irdischen keine entsprechenden Wahrnehmungen und Wörter gibt. So verwenden sie dann zum Beispiel ungern Begriffe wie Licht oder Liebe, weil sie wissen, dass die meisten NTE-unerfahrenen Menschen andere Vorstellungen zu diesen Begriffen haben, die den jenseitigen Empfindungen nicht entsprechen.

 

15b: Die Erfahrenen haben nicht diese Schwierigkeiten mit den Beschreibungen, weil sie im Wesentlichen nur Dinge erleben, die auf irdische Erfahrungsbereiche und Begrifflichkeiten begrenzt sind. Sie sprechen dann zum Beispiel von Liebe und Geborgenheit, ohne aber dazu zu betonen, dass sie es eigentlich nicht beschreiben können, sondern nur intensiver erlebt haben.

16a: Besonders die klassischen NTE bewirken meistens starke und positive Persönlichkeitsveränderungen. Die Erfahrenen verlieren zum Beispiel weitgehend ihre Ängste, nicht nur die Angst vor dem eigenen Tod (nach höllischen NTE nicht immer). Oft freuen sie sich sogar in gewisser Weise auf ihren körperlichen Tod. Es reduziert sich auch die Angst vor dem Tod bzw. Verlust anderer (vertrauter) Menschen. Auch typische Ängste des irdischen Lebens werden weniger.

 

Sie verlieren auch meistens ihre weltlichen Anhaftungen und ihr »Ego«. Sie sehen einen tiefen Sinn im Leben und legen weniger Wert auf materielle Dinge, sondern mehr auf gute zwischenmenschliche Beziehungen. Sie fühlen sich erfüllter und oft ändern sie ihre Berufe, wobei sie oft auf soziale Berufe umsteigen. Oft geraten sie unmittelbar nach ihrer NTE zwar in Depressionen, aber dies eher deshalb, weil sie diese Erfahrung noch nicht ausreichend verstehen können und weil sie mit anderen Menschen nicht gut darüber sprechen können.

 

16b: Hier ändern sich die Persönlichkeiten entweder nicht, nur leicht oder es entstehen typische Süchte zu bestimmten Drogen. Durch psychedelische Halluzinationen verlieren Menschen die Angst vor dem Tod nicht so auffallend oft wie bei NTE. Besonders nach Nahtod-Situationen (durch Krankheit oder Unfall) ohne Jenseitserfahrung leiden Menschen sogar oft unter Traumatisierungen und einer erhöhten Angst vor dem Tod. Positive Änderungen, und teilweise sogar erstaunliche, wurden jedoch durch bestimmte psychedelische Substanzen beobachtet, vor allem im Zusammenhang mit guter psychischer Begleitung.

 

Wären NTE und bestimmte Halluzinationen so gut vergleichbar, wie Skeptiker es gerne behaupten, dann müssten auch die Wirkungen und Nachwirkungen viel ähnlicher sein. Dass dies nicht der Fall ist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass NTE keine Gehirnproduktionen sind.

 

17a: Eine plötzliche und starke Änderung der Weltanschauung. Man kann auch sagen: Jeder Mensch ist nach einer echten AKE und NTE davon überzeugt, dass es mehr gibt, als nur die materielle Welt. Menschen kommen nach einer echten AKE/NTE niemals zur Überzeugung, dass es sich dabei nur um einen Traum oder eine Halluzination handelte. Nur anfangs wird ein solches Erlebnis manchmal als etwas Übersinnliches geleugnet, aber dauerhaft bleibt ausnahmslos bei jedem Menschen die unveränderbare Überzeugung aktiv, dass es eine reale Erfahrung einer nicht-materiellen Welt war. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Träumen, Delirien und Halluzinationen. Das Gehirn spielt uns vor, dass diese irdische Welt die reale ist, und zu einem gewissen Grad ist sie es auch tatsächlich. Aber sobald man einmal in der anderen Welt war und sich daran erinnert, hat man eine Welt erfahren, die über der irdischen steht. Nun hat man den Vergleich und nun kann man sagen, dass die andere Welt die realere ist. Wären NTE nur Halluzinationen, dann müssten diese Menschen das irgendwann genauso einsehen wie nach echten Halluzinationen. Das ist aber nach NTE niemals der Fall. (Wenige vermeintliche Nahtoderfahrungen von Skeptikern, die nicht von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, werden weiter erläutert erwähnt.)

 

17b: Über psychedelische Drogenerfahrungen heißt es zwar auch oft, diese seien religiös oder spirituell gewesen, aber diese grundlegenden Änderungen in der Weltanschauung zeigen sich hier nicht. Nach Drogenrausch, Halluzinationen, Delirien und Träumen hat früher oder später jeder Mensch die Einsicht, dass es nur Produkte des Gehirns waren.

 

18a: Damit die Liste der Unterschiede vollständig wird, sei hier noch der klinische Unterschied erwähnt, der weiter oben bereits erläutert wurde: Dass Nahtoderfahrungen meistens im Zustand das klinischen Todes und somit ohne Hirnströme eintreten. Außerdem können NTE auch nicht durch Vollnarkose verhindert werden.

 

18b: Bei Halluzinationen hingegen ist das genaue Gegenteil der Fall. Hier besteht meistens eine Überaktivität im Gehirn und eine Vollnarkose unterbindet Halluzinationen völlig oder weitgehend.

Dr. med. Jeffrey Long, Radiologe USA, schrieb Bücher über Beweise für ein Leben nach dem Tod

Prof. Dr. Bruce Greyson, Psychiater, USA, aufgrund seiner umfangreichen Forschungen auch als »Vater der Nahtodforschung« bezeichnet

Dr. med. Pim van Lommel, Kardiologe, Niederlande, erbrachte eine der größten klinischen Studien über Nahtoderfahrungen

11 weitere Faktoren, die nur bei AKE auftreten, nicht bei Halluzinationen

1. Ein intensiver »Lebensfilm«, was weitaus mehr ist, als nur ein visuelles Erlebnis. Es ist ein tiefes emotionales und psychologisches Durchleben der wichtigsten Lebensereignisse. Man durchlebt, was man selbst erlebt hat und was man anderen Lebewesen (auch Tieren) Gutes und Schlechtes getan hat. Es geht hier deshalb auch um eine Aufarbeitung von Versäumnissen und Schuld. Oft wird dieser »Film« von den Erfahrenen als ein hartes aber gerechtes Gericht empfunden, oder als Prozess zur seelischen Läuterung. Es zeigt sich hier auch oft, wie sich jeder eigene Gedanke und alle Verhaltensweisen auf das ganze Universum ausgewirkt haben, sowohl die guten wie die schlechten. Im Englischen spricht man hier vom »ripple effect« (Welleneffekt).

 

Beim Lebensfilm ist oft ein höheres Wesen anwesend, welches wiederum oft als Christus identifiziert wird. Mit diesem begleitenden Wesen erfolgt meistens eine Kommunikation über die Lebensreflexion. Hier wurde auch schon manchmal davon berichtet, Gut und Böse hätten um die betreffende Seele gerungen.

 

2. Die Warnung von anderen Seelenwesen und/oder das intuitive eigene Wissen, eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten, weil sonst keine Rückkehr in den Körper mehr möglich sei und der irdische Körper dann völlig sterben würde. Diese Schwelle erscheint oft in Verbindung mit dem »Licht« und wird als eine mehr oder weniger durchsichtige energetische Wand oder Lichtwand beschrieben. Oft heißt es beispielsweise: »Ich wusste, wenn ich weiter hineinkomme in das Licht, dann gibt es kein Zurück.« Manchmal wird den Betreffenden gesagt, sie könnten sich entscheiden, drüben zu bleiben oder zurückzukehren. Manchmal wird ihnen auch direkt und sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie zurückkehren müssen und keine Wahl haben. Manchmal heißt es auch, sie seien von dem begleitenden Seelenwesen oder von der Kraft des Lichts in den Körper zurückgestupst, geworfen, getaucht oder gestopft worden.

3. Die »Hellsichtigkeit« und ein überaus feines »Gehör«, was sich etwa daran zeigt, dass man all die Gedanken und Empfindungen anderer Seelenwesen und auch der irdischen Menschen (z. B. im OP-Saal bei Nahtod) gleichzeitig und »telepathisch« sieht, hört und nachempfindet. Daher wissen Menschen nach NTE oft so genau, was diese anderen (irdischen) Menschen dachten und fühlten, auch wenn diese es körperlich und verbal nicht ausgedrückt haben.

 

4. Die 360°-Perspektive bzw. die gleichzeitige Wahrnehmung der Dinge von allen Seiten, auch von innen und außen und umgekehrt, bis hin zur gleichzeitigen Wahrnehmung aller Bereiche des Universums und der gesamten Vergangenheit und Zukunft. Oft heißt es auch, man habe den eigenen irdischen Körper gleichzeitig von allen Seiten aus.

5. Ein höheres Verstehen des eigenen Lebens und der menschlichen Existenz generell, wie man es als Mensch, dessen Bewusstsein an das Gehirn gebunden ist, (eher) nicht haben kann. Es scheint hier einen Zusammenhang zum »Licht« zu geben: Je näher man dem Licht kommt bzw. je mehr man damit »eins« wird, umso eher steigern sich Glückseligkeit und Allwissenheit. So heißt es von den Erfahrenen beispielsweise oft, jedes Geheimnis des Universums sei gelüftet gewesen, es habe keine einzige Frage mehr gegeben. Diese Allwissenheit trägt offenbar wesentlich zu diesem enormen Glücksgefühl bei. Oft heißt es auch, man habe bis ins kleinste Detail gewusst, wie das Universum aufgebaut ist und funktioniert. Die Sache mit der »Sofort-Antwort« wurde bereits erwähnt: Kaum stellt sich eine Frage, hat man bereits die Antwort darauf erhalten.

 

Bei den negativen NTE geht es genau in die andere Richtung: Unwissenheit, Unklarheit, Dunkelheit, Einsamkeit bzw. das Gefühl, von anderen Lebewesen und vom Leben generell abgetrennt zu sein (»Sünde«, was im Grunde nur ein anderes Wort für einen Zustand der Absonderung ist), Unsicherheit, Gefahr, Bedrohung von anderen Geistern, Angst.

7. Astral- und Zeitreisen. Eine völlige Unabhängigkeit von Raum und Zeit. Die Fähigkeit, sich durch bloße Gedanken über große Distanzen mit hoher Geschwindigkeit zu bewegen. So heißt es etwa oft: »Kaum hatte ich beabsichtigt, an einem bestimmten Ort sein zu wollen, war ich bereits dort.« Immer wieder ist auch davon die Rede, man hätte jeden beliebigen Zeitpunkt in der Geschichte der Erde besuchen können. Auch heißt es oft, es gäbe keine Vergangenheit und keine Zukunft, alles würde einzig und allein im »Jetzt« existieren.

 

8. Eine Rückschau auf frühere irdische Leben, bis hin zum Beginn des Universums. Ebenso eine Vorschau auf die Zukunft, was jedoch – wie bereits erwähnt – nicht als Zeitablauf empfunden wird, wie wir es hier im Irdischen empfinden.

 

9. Die Betreffenden sind sich während der Erfahrung oft dessen bewusst, dass sie sich zwar – wenn sie wieder an ihren Körper gebunden sind – an diese Erfahrung erinnern können, aber sie wissen auch, dass bestimmte Elemente davon bewusst aus der Erinnerung ausgeblendet sein werden.

 

10. Nach den NTE, zurück im Körper: Phänomene der Hellsichtigkeit, also zum Beispiel Zukunftsvisionen oder einfach die Röntgenblick-artige Sicht auf andere Menschen, auf ihr Leben und ihr Inneres (psychisch-emotional oder körperlich).

 

11. Im Zusammenhang mit typischen NTE treten oft Spontanremissionen und Spontanheilungen auf, die medizinisch nicht erklärbar sind. Die bekanntesten Fälle hierzu sind Anita Moorjani und Alexander Eben. Anita fiel durch ihren Lymphknotenkrebs 2006 ins Koma. Es hieß, sie würde nicht mehr aufwachen. Ihr Krebs heilte aber dann innerhalb von 5-7 Wochen vollständig aus. Heute lebt sie immer noch kerngesund (Stand 2020).

Oft zeigt sich auch, dass Traumata besser überwunden werden, so etwa im Fall von Christine Brekenfeld aus Deutschland. Sie hatte ihre Nahtoderfahrung in einer körperlichen Notsituation, bei sie ihr werdendes Kind, mit dem sie schwanger war, verlor. Da ihr aber während ihrer NTE klar wurde, warum diese Situation so gekommen ist, dass dieses Ereignis für ihre Tochter in Ordnung war und dass ihre Tochter bzw. die Seele, für die der werdende Körper gedacht war, in der schönen Jenseitswelt weiterlebt, konnte sie diese Akutsituation erstaunlich gut überwinden.

Ich habe als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut herausgefunden, dass Nahtoderfahrungen eine heilsame Wirkung bei Depressionen, Ängsten und auch Selbstmordgefährdung haben. Verglichen mit dem Effekt eines Nahtoderlebnisses erscheinen die Methoden der Psychotherapie wie unbeholfene Flugversuche eines altertümlichen Fluggerätes im Gegensatz zum modernen Düsenjet.

Dr. Engelbert Winkler[12]

 

Jeder Mensch ist nach eigener NTE unveränderbar vom Leben nach dem Tod überzeugt

Die starken Veränderungen atheistischer und religiöser Überzeugungen wurden bereits erwähnt, sollen hier aber noch tiefer erläutert werden.

 

Skeptiker unterstellen jenen Menschen und Forschern, die Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene als Beweise für das Leben nach dem Tod betrachten, oft eine grundsätzliche religiöse Voreingenommenheit. Aber abgesehen davon, dass die materialistische Fixierung der Skeptiker genauso blind macht wie eine fundamentalistische religiöse Fixierung, sehen Skeptiker bei dieser Argumentation vor allem drei entscheidende Auffälligkeiten nicht.

 

Erstens: Ein Großteil derer, die heute durch eigene NTE und durch die Beschäftigung damit (auch namhafte Forscher wie Prof. Bruce Greyson), vom Jenseits überzeugt sind, waren früher genau solche Atheisten und Materialisten (»Naturalisten«) wie heute ein Richard Dawkins und andere extremere Skeptiker. Bekannte Beispiele dafür sind die US-Amerikaner Alexander Eben und Howard Storm. Sie waren typische Extrem-Skeptiker und Atheisten, die jegliches übersinnliches Gedankengut für strunzdumm hielten und eine entsprechende Abneigung dagegen hatten. Sogar Raymond Moody wuchs atheistisch auf. Auch unter den religiösen Menschen sind viele Agnostiker und sogar in gewisser Weise Atheisten, weil viele von ihnen nicht besonders stark von der Existenz des Jenseits überzeugt sind. Es kann viele andere Gründe geben, warum solche Menschen dennoch Mitglied einer Kirche sind oder sogar regelmäßig in die Kirche gehen.

Wenn Atheisten aber eine echte NTE haben, dann sind sie von heute auf morgen keine Atheisten und Skeptiker mehr. Sie werden zwar nicht automatisch konfessionell-religiös, aber sie sind unveränderbar davon überzeugt, dass die nicht-körperliche Welt existiert. Wenn ein Extrem-Skeptiker wie Richard Dawkins eine echte NTE hat, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er danach genauso von der Existenz des Jenseits überzeugt ist, wie alle anderen auch. Sind diese Millionen von NT-Erfahrenen alle zu dumm, um diese Erfahrungen nicht richtig einschätzen zu können?

Mir sind bisher nur drei Menschen bekannt, die behaupten, selbst eine NTE gehabt zu haben und trotzdem nicht von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, aber wenig überraschend handelt es sich dabei ausgerechnet um drei ausgesprochene Skeptiker. Dazu gehören der deutsche Biologe Gerhard Roth, die britische Psychologin Susan Blackmore und der österreichische Physiker Werner Gruber. Alle drei hatten sie in Wirklichkeit keine Nahtoderfahrungen. Dies zeigt mir nicht nur die Art und Weise, wie sie darüber sprechen, sondern vor allem auch der dünne Inhalt ihrer Erfahrungen, der sich darauf beschränkt, wenige visuelle Dinge wahrgenommen, sich ein bisschen neben sich gefühlt, sich schwerelos und wohl gefühlt zu haben, oder »herum geschwebt« zu sein.

 

Roth und Gruber hatten zwar jeweils eine Bewusstlosigkeit, sie hatten nur noch die Momente vor der Bewusstlosigkeit miterlebt. Mit dem körperlichen Zusammenbruch waren sie dann auch psychisch bewusstlos. Susan Blackmore gibt immerhin zu, dass sie diese Erfahrung nach dem Konsum von Marihuana hatte. Sie verwechselt einen Drogenrausch mit einer Nahtoderfahrung.

 

Entscheidende Merkmale, besonders jenes der körperlichen Abkoppelung, die Sicht auf sich selbst und den eigenen toten Körper, der Tunnel, das Licht, der Lebensfilm, die Kommunikation mit anderen Präsenzen, die überdeutlich spürbar Rückkehr in den Körper und andere, kommen bei ihnen nicht zur Sprache. Susan Blackmore sprach auch nur davon, es »schien« ihr, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Bisher habe ich niemals erlebt, dass ein Mensch nach einer echten NTE nur davon sprach, es »schien« ihm, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Sie sprachen alle von absoluter Sicherheit.

 

Aber alle drei wollen nun zu den scheinbaren Erfahrenen zählen, um – wie ich vermute – scheinbar belegen zu können, dass nicht jeder Mensch durch solche Erfahrungen von der Existenz des Jenseits überzeugt ist. In einer Dokumentation betont Blackmore auch vehement, sie habe das Ganze auch selbst erfahren und müsse es daher wissen, andererseits betonen Skeptiker immer wieder, persönliche Erfahrungen und Anekdoten hätten nichts zu beweisen. Hier ein eigener Artikel über die vermeintliche Nahtoderfahrung von Werner Gruber.

 

Zweitens: Viele derjenigen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer AKE/NTE bereits in irgendeiner Weise religiös waren, verlassen ihre Konfession oder sehen diese zumindest nicht mehr als Bedingung für die »Heimkehr« in den Ursprung. Denn durch ihre NTE haben sie erkannt, dass Gott und das Jenseits doch etwas anders sind, als die meisten Religionen dies lehren. Der bekannte ungarische Schriftsteller Peter Nadas zum Beispiel bezeichnet »Gott« in seinem Buch »Der eigene Tod« sogar als »peinlichen Irrtum«. Damit meint er natürlich nicht das »Licht« bzw. den »Gott«, den er erfahren hat, sondern seiner früheren, herkömmlichen Vorstellungen von Gott, mit denen er aufgewachsen ist.

 

Nach ihren eigenen NTE sind Menschen meistens der Ansicht, dass es keine einzig wahre Religion gibt und selbst wenn, dass es für die Heimkehr nicht darauf ankommt, Mitglied dieser Religion zu sein. Sie sehen jenes, was sie in ihrer NTE erfahren haben, einfach als Teil der Natur, auf die keine Konfession oder sonstige religiöse Gruppierung einen Anspruch haben kann, so wie man zum Beispiel nicht katholisch sein muss, um Wasser trinken oder Luft einatmen zu können.

 

Es ist nicht selten, dass sich betreffende Menschen nach ihrer Nahtoderfahrung eine Zeit lang einreden, sie hätten nur halluziniert, weil das Erlebte – sowohl für jene Menschen, die vorher religiös waren, als auch für jene, die davor atheistisch waren – zu abweichend war von ihren bisherigen irdischen Vorstellungen über die menschliche Existenz. Aber sie sagen es immer wieder, sie hätten gleichzeitig gespürt, dass es in Wirklichkeit keine Halluzination war und sie keinen Frieden finden werden, wenn sie sich weiterhin einreden, es sei nur eine Halluzination gewesen.

 

Drittens: Auch zu diesem Aspekt – zur starken Veränderung der Weltanschauung durch NTE – kann man festhalten: Wären die Erfahrungen durch psychedelische und experimentelle Halluzinationen so sehr vergleichbar mit NTE, wie Skeptiker es oft behaupten, dann müssten Menschen auch durch diese Halluzinationen ihre Weltanschauungen so sehr verändern, wie es bei Menschen nach NTE der Fall ist. So ist es aber nicht.

 
 

4 weitere Irrtümer von Skeptikern

1. Die NTE sei ein Programm, um das Sterben zu erleichtern

Bei diesem Argument werden mindestens 5 schwere, widersprechende Faktoren übersehen:

 

  • Ein Teil der Nahtoderfahrungen ist teilweise oder gänzlich unschön und manche davon sogar schrecklich. Sie sind die blanken Gegenteile der wunderschönen, lichtvollen Erfahrungen. Die meisten Nahtodforscher beziffern den Anteil der negativen Fälle mit 5-10 %. Einige gehen aber sogar von etwa 20 % oder mehr aus, so etwa der bekannte US-amerikanische Apologet Gary Habermas.

  • Zum Schutz vor Stress und Schmerzen verfügt der Körper von Natur aus über gewisse Mechanismen. So würde vor allem die Bewusstlosigkeit bereits genügen, um einen Menschen vor Stress und Schmerz zu bewahren. Tatsache ist jedoch, dass Menschen durch Krankheiten und Unfälle oft sehr leiden, vor allem dann, wenn sie das körperliche Bewusstsein nicht verlieren. Daher werden Menschen in klinischen Notsituationen oft stark schmerzbehandelt. Diese Menschen berichten dann im Nachhinein oft über ihre enormen Leidenszustände in diesen Situationen, von einer plötzlichen Schmerzfreiheit und Glückseligkeit ist hier nur im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen die Rede, die dann meistens auch erst durch den Kreislaufzusammenbruch eintreten. Wären Nahtoderfahrungen nur bloße Schutzreaktionen gegen Stress und Schmerzen, dann wäre es viel logischer, dass sie auch bei schweren Verletzungen und Krankheiten auftreten, wo der Kreislauf nicht zusammenbricht. Auch in solchen Situationen können NTE eintreten, was aber weitaus weniger häufig ist als NTE durch Kreislaufzusammenbruch. Wozu sollte ausgerechnet dann, wenn der Körper sowieso bewusstlos wäre, die Wahrnehmung noch einmal »anspringen«, auf Hochtouren laufen und dem Menschen die allerschönsten Momente seines Lebens bescheren? (Oder die aller schrecklichsten in den weniger häufigen negativen NT-Fällen?) Dass NTE meistens genau dann passieren, wenn der betroffene Mensch rein körperlich sowieso bewusstlos ist, spricht gegen die Idee, dass NTE körpereigene Schutzprogramme sind.

  • Die meisten Menschen haben in körperlich und psychisch vergleichbaren Situationen gar keine Nahtoderfahrung. Beispielsweise sind es von den Herzinfarktpatienten nur 12-20 %. Würde das Gehirn immer so biologisch-programmatisch reagieren, wie Skeptiker es behaupten, dann müssten viel mehr Menschen diese Nahtoderfahrungen haben.

  • Verschiedene außerkörperliche Erfahrungen, die den klassischen NTE ähnlich sind, erfolgen auch oft bei körperlicher Stabilität. Das dürfte nicht der Fall sein, wenn diese Phänomene nur Schutzprogramme eines sterbenden Gehirns wären, oder wenn sie durch diese, weiter oben erwähnte, finale Entladungswelle im Gehirn entstehen würden.

  • Wozu auch diese intensive Lebensreflexion, wenn danach alles vorbei sein soll? Diese Reflexion haben Menschen einzig und allein bei typischen NTE, sonst niemals – weder bei krankhaften und Rauschmittel-bedingten Halluzinationen und auch nicht durch künstliche Gehirnstimulation. Man kann annehmen, dass der Lebensfilm eher als Abschluss für das zurückliegende irdische Leben und gleichzeitig als Einstieg in das Fortleben im Jenseitigen dient. Er kann als eine Brücke gesehen werden, als Übergang. Wären NTE nur Halluzinationen, dann müssten sie inklusive Lebensfilm auch bei anderen Halluzinationen auftreten.

 

Zu den negativen NTE: Immer wieder meinen manche Leute, diese Höllenerfahrungen geschahen vor allem im Mittelalter. Aber zu einer solchen Meinung kann man nur kommen, wenn man sich mit NTE nicht ausreichend beschäftigt. Auch heute haben viele Menschen Höllenerfahrungen und man sollte dabei – im Vergleich zu den lichtvollen Erfahrungen – mit einer höheren Dunkelziffer rechnen, weil die Betreffenden nicht stigmatisiert und mit dem Teufel oder dem Bösen in Verbindung gebracht werden wollen.

Aber auch die überwiegend schönen Jenseitserfahrungen sind nicht immer einzig und allein angenehm. Beispielsweise kann auch der Lebensfilm sehr unangenehm sein, denn dabei handelt es sich um eine tiefe, psychische und somit auch emotionale Reflexion der wichtigsten Ereignisse des vorangegangenen irdischen Lebens, und eine solche Reflexion kann ziemlich unangenehm werden, weil man hierbei jene körperlichen und emotionalen Schmerzen durchlebt, die man anderen Lebewesen zugefügt hat. Außerdem kann der Lebensfilm meiner Beobachtung nach besonders dann unangenehm sein, wenn bei einem Menschen Uneinsichtigkeit, fehlende Reue oder ungesühnte Schuld im Spiel sind.

 

Natürlich ist es nun wiederum sinnvoll zu fragen, warum die einen Menschen eine Jenseitserfahrung haben, andere hingegen nicht, obwohl sie körperlich die gleichen Bedingungen aufwiesen. Dazu eine Aussage von Maureen Clinton über ihre eigene NTE: »Ich wusste, dass es keine Zufälle gibt, dass sehr gut auf mich aufgepasst wurde, dass alles geplant war. Sogar meine Anwesenheit dort [im Jenseits, Anm.] war geplant und sie war ein besonderes Geschenk, das ich brauchte.«[13]

 

Es passiert vieles im Leben, was wir nicht bewusst in der Kontrolle haben, von dem wir aber später irgendwann den Sinn oder die höhere Ordnung dahinter erkennen. Aus Nahtoderfahrungen habe ich gelernt: Ob ein Mensch stirbt und ob er eine Nahtoderfahrung erlebt, an die er sich später auch erinnern kann, wird auf der geistigen Ebene entschieden und arrangiert.

2. Nahtoderfahrungen seien zu unterschiedlich und spiegeln daher nur die im Gehirn manifestierte Gedankenwelt

Bei oberflächlicher Betrachtung ist das ein verständlicher Gedanke. So meint beispielsweise ein Skeptiker auf Youtube, die vom griechischen Philosophen Platon geschilderte Nahtoderfahrung eines Soldaten, etwa 400 v. Chr., sei zu unterschiedlich zu den heutigen, und das würde belegen, NTE seien eben nur Halluzinationen. Oder es wird immer wieder einmal behauptet, Buddhisten würden in NTE Buddha sehen, Moslems Mohammed usw. All das sind fehlerhafte Behauptungen.

 

Erstens: Die Unterschiede zu früheren Erfahrungen sind nicht besonders groß. Wer hier etwas anderes behauptet, der will eben eher die Unterschiede sehen. Dass die NTE und mystischen Erfahrungen früher im Grunde dieselben waren, das belegen zahlreiche historische Malereien, vor allem jene von Hieronymus Bosch (15. Jhdt.), aber auch viele schriftliche Beschreibungen von Mystikern, wenn sie über ihre mystischen Erfahrungen schreiben. Auch die Schilderungen im bekannten Tibetischen Totenbuch (Bardo Thödröl) aus dem 8. Jhdt. entsprechen weitgehend den heutigen Berichten über Nahtoderfahrungen. Und auch die von Platon beschriebene NTE ist prinzipiell nicht viel anders als die heutigen NTE, entsprechend sind auch die existenziellen Schlussfolgerungen Platons dem sehr ähnlich, was Menschen heute über ihre NTE schlussfolgern. Auch Platon spricht sinngemäß zum Beispiel von einer allwissenden, liebenden und lichtvollen Lebensquelle, über die der Mensch in seiner typisch irdischen Unbewusstheit lange Zeit nichts weiß, während beim Tod diese, durch den Körper bewirkte, Beschränkung der Wahrnehmung aufgelöst wird. Trotz all der Unterschiede enthalten Jenseitserfahrungen also immer gewisse allgemeine, strukturelle Elemente, wie sie weiter oben bei den Unterschieden zu den Halluzinationen angeführt sind. Auch hier im Irdischen hat jeder Mensch sein individuelles Leben, welches aber gleichzeitig in natürliche und vom Menschen geschaffene Strukturen eingebettet ist.

 

Zweitens: Die meisten Menschen erkennen durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen, dass die Jenseitswelt doch ziemlich anders ist, als sie es von ihrer religiösen Erziehung her dachten. Daher werden diese Menschen meistens unabhängiger von ihren Konfessionen. Umgekehrt haben auch überzeugte Atheisten dieselben Nahtoderfahrungen wie jene Menschen, die vorher religiös waren, daher werden sie durch eigene NTE so schnell »gläubig«. All das dürfte nicht sein, wenn NTE nur Halluzination wären und nur die persönlichen Überzeugungen spiegeln würden. Wäre das der Fall, welche Halluzinationen sollten dann Atheisten haben? Nehmen wir hierzu das Beispiel von Howard Storm. Seine NTE war zuerst höllisch, wandelte sich dann jedoch in eine lichtvolle, erlösende Erfahrung, wobei er Christus als Erlöser identifizierte – wie es meistens berichtet wird. Howard Storm war schon längst vor seiner NTE ein überzeugter Atheist. All das Religiöse und Übersinnliche war nach seiner Überzeugung nur pure Fantasie. Er fand es dumm und lehnte es ab.

 

Würde sich in NTE nur eine persönliche, erwünsche Fantasiewelt zeigen, dann gäbe es diese strukturellen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten nicht. Vor allem die Inhalte sollten anders sein, zum Beispiel ein Haustier-Himmel für Haustier-Liebhaber, ein Erotik-Himmel für erotisch orientierte Menschen, ein Himmel mit dem besten Essen des Universums für Feinschmecker, oder ein Himmel mit den tollsten Autos der Welt für Autoliebhaber. Es würde sich generell vielmehr eine irdisch geprägte Welt zeigen.

 

Drittens: Die strukturellen Elemente sind zwar immer dieselben, aber daneben gibt es auch gewisse Unterschiede. So gibt es nicht nur diese wunderschönen Licht-Erfahrungen, sondern auch das blanke Gegenteil davon. Zwischen diesen beiden Extremen zeigen sich immer wieder Zwischenwelten. Es heißt es auch in Johannes 14,2: »In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.« Warum soll es im Jenseits nur einen einzigen Bereich geben? Auch Elisabeth Kübler-Ross hat festgestellt, dass die jenseitigen Bereiche, in denen sich Seelen wiederfinden, eine seelische Entsprechung zu ihrem vorherigen irdischen Leben haben. Bei den dunklen und höllischen Erfahrungen zeigt sich oft, dass die Erfahrenen in Zuständen von Sucht und Bösartigkeit waren, also in gegenteiligen Zuständen von Gutmütigkeit, vor allem in Missgunst, Hass und Rachsucht. So heißt es etwa auch: »Wie im Himmel so auf Erden«. Auch der große Mystiker Emanuel Swedenborg hat viel über die »Entsprechungen« zwischen Physis und Jenseitswelt verfasst. Außerdem: Woher wollen wir wissen, dass sich im Jenseits nie etwas verändert? Es heißt zwar, im Zustand ohne Körper und im Jenseits würde man keine Zeit empfinden, aber gerade aus NTE kann man lernen, dass es dort dennoch Ereignisse und Veränderungen gibt.

 

Viertens: Dieses Argument, Christen würden im Jenseits Jesus sehen, Buddhisten Buddha und Muslime Mohammed etc. hat sich meines Wissens als weitgehend falsch herausgestellt. NTE zeigen etwas, was wir auch aus der irdischen Psychologie kennen, nämlich dass die menschliche Wahrnehmung sehr wesentlich aus Bildern besteht. Man kann es in sich selbst nachprüfen: Wenn der Mensch denkt, dann vor allem durch innere Bilder bzw. Vorstellungen und Empfindungen. Wir sehen, interpretieren und »reduzieren« die Realität innerlich ständig auf Vorstellungen. So meinte etwa Thomas Mellen Benedict über seine NTE: »Das Licht änderte sich in verschiedene Figuren, in Jesus, Buddha, Krishna, in Mandalas, in archetypische Bilder … Dein Glaube und deine Überzeugungen formen die Art des Feedbacks, das du vom Licht zurück erhältst.«[14] Auch von Nicht-Christen werden höhere Wesen oft als Christus oder als Vertreter Gottes wahrgenommen.

 

Je »erdgebundener« die außerkörperliche Erfahrung ist, umso typischer ist es auch, dass der jeweilige Mensch zum Beispiel die Seelen verstorbener Verwandter völlig oder teilweise durch stereotype Bilder sieht, die er in seinem momentanen, irdischen Leben entwickelt hat. So heißt es beispielsweise immer wieder, ältere Verwandte seien zwar in der Jenseitserfahrung völlig jung und vital gewesen, aber zum Beispiel mit einem typischen Kleidungsstück vom früheren irdischen Leben.

 

Viele Nahtoderfahrene berichten, je weiter sie in den Ursprung, zu Gott oder ins Licht vorgedrungen sind, also je mehr sie sich von der irdischen Sphäre entfernten, umso mehr verschwanden die irdisch-bildhaften »Feedbacks« bzw. Stereotypen. Die Wahrnehmung einzelner Lichtwesen oder »Gottes« wurde dann immer weniger irdisch und auch geschlechtslos.

 

Fünftens: Wenn Menschen zurück sind im Körper, dann ist ihr Bewusstsein wieder ­– sozusagen typisch irdisch – beschränkt. Es kann also sein, dass sie sich nicht völlig korrekt erinnern oder ihre Erfahrung missverstehen. Außerdem zeigt sich immer wieder das Problem mit der Sprache. Die betreffenden Menschen können ihre Erfahrungen nicht eins zu eins wiedergeben, weil sie wissen, dass Menschen ohne eigene NTE nicht das passende Vorstellungsvermögen für die Jenseitswelt haben und es daher auch keine passenden Worte für jenseitige Dinge und Zustände gibt. Hier handelt es sich also um eine mögliche Fehlerquelle bei den Erinnerung, in der Interpretation und in der Kommunikation, wodurch Berichte über Nahtoderfahrungen übermäßiger als widersprüchlich verstanden werden können. Erfahrene berichten auch manchmal davon, sie hätten während ihrer Erfahrung gewusst, dass ein Teil dieser Erfahrung aus ihrem Erinnerungsvermögen ausgeblendet sein wird, wenn sie im Körper zurück sind.

 

Sechstens: Es gibt Elemente, die bei NTE eher selten auftauchen. Manche Skeptiker fokussieren sich dann auf diese seltenen Elemente, um zu behaupten, NTE seien nur Halluzinationen. Die goldene oder weiße Stadt ist ein Beispiel dafür, oder auch der Weg, der sich zweigt in den schmalen, steilen Weg nach oben in das Licht, und den großen, breiten Weg nach unten in die Dunkelheit. Ja, durch solche, eher selten erscheinende Elemente könnte man darauf schließen, dass es sich nur um Halluzinationen handelt, aber bisher kenne ich kaum ein Element, welches nur in einer einzigen NTE vorgekommen ist.

 

Aus all diesen Punkten schließe ich: Es gibt unterschiedliche »Bereiche« und Zustände im Jenseitigen, und NTE sind immer auch mehr oder weniger von persönlichen Dingen geprägt, aber es kann keine Rede davon sein, die NTE würden nur die im körperlichen Gehirn gespeicherte Gedankenwelt spiegeln.

3. Berichte über NTE seien simuliert

Manche Skeptiker meinen, heute würde fast jeder Mensch über NTE Bescheid wissen, weshalb ein Großteil der heutigen Berichte über NTE nur nachgeplappert sei. Aber ist das nicht ein bisschen einfach? Mit ein wenig Menschenkenntnis sollte man auch die Authentizität berichtender Menschen halbwegs einschätzen können.

 

Beispielweise brechen die berichtenden Menschen oft in Tränen aus, wenn sie sich an die bedingungslose Liebe und das »Licht« erinnern. Das ist so echt, das schaffen nicht einmal die besten Schauspieler der Welt. Diese Gefühlausbrüche sind zwar keine Beweise für das Jenseits, aber sie Belegen, dass es sich hier um keine Inszenierungen handelt, sondern um sehr einschneidende Erinnerungen an sehr starke Gefühlszustände.

 

Offiziell wurde bisher ein einziger Fall bekannt, wonach ein ganzes Buch über eine NTE erfunden war, um persönliche religiöse Anschauungen zu untermauern, um Aufmerksamkeit zu erregen und nebenbei noch Geld damit zu verdienen. Ich hatte auch selbst von ein paar wenigen Berichten den Eindruck, dass es sich um keine echte NTE handelte, sondern um die Inszenierung eigener Vorstellungen. Es gibt immer wieder wo Trittbrettfahrer, die bestimmte Umstände nützen, um gehört zu werden oder sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Daher ist es wichtig, persönliche Erfahrungsberichte nicht blind zu glauben.

 

Ja, NTE sind inzwischen sehr bekannt und verbreiten sich immer mehr. Aber daraus kann nicht abgeleitet werden, es handle sich vorwiegend um »Kopien«. Erst im Jahr 2018 habe ich zum ersten Mal erlebt, dass eine Frau meinte, sie wusste vor ihrer eigenen NTE bereits von NTE und hatte davor bereits Bücher darüber gelesen.

 

Viele Menschen, die auch heute zum ersten Mal darüber berichten, hatten ihre NTE viele Jahre oder sogar Jahrzehnte davor, also etwa in den 80er- und 90er-Jahren. Sie trauen sich heute erfreulicherweise eher darüber zu berichten, weil sie sehen, dass dieses Thema nicht mehr so ein großes Tabu ist. Auch viele von jenen, die ihre NTE in jüngerer Zeit hatten, wussten vorher nichts oder nur wenig darüber. Die meisten Menschen haben meiner Einschätzung nach auch nicht die Fähigkeit, einen Bericht über eine nicht eigens erfahrene Nahtoderfahrung glaubhaft zu konstruieren.

4. Unpassende Vergleiche mit Träumen und Halluzinationen

Skeptiker spielen NTE oft herunter, indem sie diese nur als intensivere Träume oder Halluzinationen bezeichnen. Da heißt es dann zum Beispiel, auch während des Traumes würde man nicht wissen, dass man träumt, denn auch Träume fühlen sich manchmal echt an, obwohl sie es nicht sind. Aber auch hier werden wieder ein paar entscheidende Dinge nicht bedacht.

 

Im Traum ist man sich meistens nicht dessen bewusst, dass man träumt, somit besteht auch kein Bewusstsein darüber, dass das eigentliche Leben in Wirklichkeit ein anderes ist und man momentan nur schlafend im Bett liegt. So sieht man sich im Traum auch nicht von oben mit dem Bewusstsein, dass man momentan träumt. Bei NTE hingegen ist man sich über beide Existenzformen bewusst – sowohl über die irdische als auch über die jenseitige. Während einer NTE ist man nicht – wie im Traum – in dem Sinne völlig versunken in das momentane Erleben, dass man über andere Zustände nicht Bescheid wüsste. Bei NTE ist einem meistens völlig klar, dass man soeben den Körper und die irdische Welt verlassen hat, dass aber die irdische Welt auch existiert. Das ist also schon ein entscheidender Unterschied innerhalb dieser Erlebnisse.

 

Weitere wesentliche Unterschiede zeigen sich dann auch danach. In der Erinnerung an den Traum weiß man, dass es nur ein Traum war, und zwar spätestens dann, wenn man aufwacht. Hier relativiert sich also das Traum-Erleben: Man weiß, es erschien im Moment des Erlebens vielleicht sehr real, aber das war es nicht – das jetzige Wachbewusstsein ist realer.

 

Auch nach Drogenerfahrungen wissen Menschen, dass es eben nur eine Drogenerfahrung war. Und auch kurz nach Delirien und Oneiroiden, die im Moment des Erlebens ebenso real erscheinen können, sehen es die betroffenen Menschen ein, dass es nur Fantasien des Gehirns waren. Und sogar nach richtigen Halluzinationen werden Menschen irgendwann einsichtig, dass es eben nur Halluzinationen waren.

 

Bei Nahtoderfahrungen hingegen ist das nie der Fall. Hier kommt diese »Einsicht« niemals, sondern umgekehrt. Hier relativiert sich die Sicht auf diese Erfahrung nicht in dieselbe Richtung wie nach dem Traum: »Der Traum war nur ein Traum.«, sondern umgekehrt: »Das irdische Leben ist ebenso eine Art Traum, das jenseitige Leben ist eine noch höhere Realität.«

 

Es können Jahrzehnte verstreichen und diese Erfahrungen sind nicht nur so präsent, als seien sie erst gestern passiert, sondern man ist unveränderbar von der Existenz dieser anderen Welt überzeugt. Auch Klarträume bleiben sehr gut in Erinnerung, aber damit einher geht nicht die Überzeugung von einem Jenseits, solange keine Astralreise damit verbunden war.

 

Wenn man den NT-erfahrenen Menschen aufmerksam zuhört und sich in sie hineinversetzen kann, vor allem dann, wenn sie über ihre Lichterfahrungen sprechen, dann sollte einem mit etwas Empathie klar werden, dass dieses Erleben das realste und echteste war, was diese Menschen jemals in ihrem Leben erfahren haben. Die intensivsten realen Situationen aus dem irdischen Leben sind nicht damit vergleichbar.

 

Warum das Wissen um das Leben nach dem Tod wichtig sein kann

Der wirkliche Sinn des Lebens

Ein Argument mancher Skeptiker gegen den Glauben an das Leben nach dem Tod lautet, dieser Glaube würde vom irdischen Leben ablenken. Tatsächlich kann das der Fall sein, vor allem durch eine überschwängliche Jenseits-Sehnsucht, aber auch durch problematische Vorstellungen darüber, was Gott angeblich will und tun wird, woraus dann auch entsprechend problematische Verhaltensnormen für das irdische Leben abgeleitet werden. So gab es beispielsweise schon genug religiös motivierte Kriege und auch heute gibt es zahlreiche größere und kleinere Konflikte unter den Menschen, die durch gegensätzliche religiöse Ansichten motiviert sind.

 

Aber das tiefere Verstehen dessen, was es mit dem irdischen Leben und dem Jenseits auf sich hat, lenkt nicht vom irdischen Leben ab, sondern hilft einer besseren Lebensführung.

Spätestens in ernsthaften Lebenskrisen fangen Menschen meistens an, nach einem tieferen Verstehen des Lebens zu suchen, was sie dann in einer rein materiellen Weltsicht meistens nicht finden. Wenn das der Fall ist, dann irren sie herum und leiden darunter.

Die meisten Menschen ändern sich durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen deshalb so sehr zum Positiven, weil sie durch diese Erfahrungen tiefer erkannt haben, was es mit diesem Leben auf sich hat und warum es mit dem körperlichen Tod keinesfalls aufhört. Von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen können auch außenstehende, nicht-erfahrene Menschen lernen.

Bei der Erforschung des Lebens nach dem Tod geht es also nicht nur um das »Danach«, sondern um das ganze »Jetzt«, um die ganze Struktur und Sinnhaftigkeit des Lebens. Aus Jenseitserfahrungen kann man lernen, dass das irdische Leben kein Zufall ist, dass es einen Sinn hat und worin dieser besteht.

Ich hatte nie das Gefühl, irgendwo zuhause zu sein. Nach meiner Nahtoderfahrung weiß ich, was Zuhause ist. Für mich ist Zuhause wirklich die jenseitige Welt, und das hat mich sozusagen etwas versöhnt – weil ich da hingucken durfte – hier mehr anzukommen, in meinem jetzigen, irdischen Zuhause.

Dirk Hirsch über seine Nahtoderfahrung[15]

Leiden, Suizid und die Aussicht auf eine Heilung des Lebens

 

Manche Skeptiker meinen zum Beispiel auch, der Glaube an ein schöneres Jenseits würde leidende Menschen zum Suizid verleiten. Ja, das ist möglich, aber die fehlende Aussicht auf ein besseres Nachleben und der Glaube, mit dem Suizid sei das Leiden endgültig vorbei, kann ebenso ein Grund für den Suizid sein.

 

Gerade aus Jenseitserfahrungen und medialen Kontakten kann man außerdem lernen, dass Seelen ihren Suizid meistens bereuen und es im Jenseits nicht nur Licht und Liebe gibt, sondern auch Leidenszustände. Dies kann, zusammen auch mit dem Wissen über den wahren Sinn des Lebens, vom Suizid abhalten.

 

Besonders jene Menschen, die durch bestimmte Erfahrungen leiden, vor allem durch Verlassenheit, Verlust, Einsamkeit, Existenzangst, schwere Krankheit, Gewalt und Ungerechtigkeit, brauchen die Aussicht auf eine Heilung des Lebens, auf Gerechtigkeit und Ausgleich (»Sühne«). Eine solche Heilung ist für viele leidende Menschen in der irdischen Welt nicht oder nur teilweise möglich, und die Aussicht auf eine wirkliche Heilung findet man nicht in einer rein materialistischen Weltsicht.

Wenn man sich selbst umbringt und es gelingt, muss man wieder zurück und sein Leben von vorn beginnen. Du musst alles, was unangenehm war, noch einmal durchmachen, und dann bist du wieder an dem Punkt, dich selbst umzubringen. Man kann nicht davonlaufen.

Sandi Rogers[16]

Weitere Zitate zu Suizid und Unsterblichkeit:

»Ich weiß, ich habe nicht das Recht, mir das Leben zu nehmen, aber ich wollte nicht zurückkommen. Ich würde gerne wieder dort sein. Eines Tages wird es so weit sein und ich hoffe, ich kann dortbleiben und muss nicht wieder hier her zurück. Aber ich darf mir nicht das Leben nehmen, um dort hin zu kommen. Das würde nicht klappen.«

Viola Horton über ihre eigene Nahtoderfahrung[17]

»Falls wir die Prüfungen des jetzigen Lebens nicht bestehen, ist es selbstverständlich, dass wir diese wiederholen müssen. Dies kann nur unter den gleichen Umständen, d. h. in der gleichen Zeit-Raum-Dimension der materiellen Welt, hier auf dieser Erde geschehen. Wir werden re-inkarniert, um etwas besser zu machen als zuvor.«

Stefan Jankovich, eine Erkenntnis aufgrund seiner eigenen Nahtoderfahrung[18]

»Ich wusste, dass ich immer unsterblich, ewig und unzerstörbar war, bin und sein werde, und dass ich niemals verloren sein kann. Ich wusste, dass ich absolut sicher bin und für immer sein werde. Ich konnte tief in mich hineinblicken, in meinen wirklichen Kern, in meine Essenz. Und ich sah, hier war Liebe und sonst nichts. Mein Kern war vollkommene Liebe … Ich empfand komplette Liebe und Akzeptanz für alles. Ich hatte das Gefühl, ich wurde verbunden mit einem Wissen, das ich immer schon in mir hatte. Und ich wunderte mich, wie es passieren konnte, dass ich so etwas Wichtiges jemals vergessen konnte.«

Jayne Smith über ihre Wahrnehmung im Jenseits[19]

Das Ewige ist der natürliche und ursprüngliche Zustand des »seelischen Menschen«

Ein weiteres Argument vieler Skeptiker lautet, ein ewiges Leben könnte ein Horror sein.

 

Die meisten Menschen haben jedoch nach ihrer Nahtoderfahrung eine sehr starke Sehnsucht nach dem Jenseits, obwohl sie das Lebensgefühl dort meistens als ewig, zeitlos und unendlich empfunden haben. Dieses Empfinden ist dort völlig normal. Die seelische Existenz im Jenseits wird meistens als der eigentliche, ursprüngliche und völlig natürliche Zustand empfunden, während die Nahtoderfahrenen das irdische Leben oft als einen »kurzen Augenblick« oder als programmiertes Hologramm oder »Theater« bezeichnen. Vielmehr ist die Zeit eine Art Illusion hier im Irdischen, die uns sehr real vorkommt, und das hat einen bestimmten Sinn.

Aber auch als irdische Menschen haben wir grundsätzlich einen starken Drang nach dem Leben. Der irdische Mensch will nur dann nicht mehr leben, wenn er zu viel Stress hat, wenn er leidet und wenn er sich zu schwach fühlt, also letztlich dann, wenn eine belastende Wahrnehmung des Lebens über eine freudvolle überwiegt. Wer überwiegend Freude hat am irdischen Leben, der will auch nicht aus dem Leben ausscheiden, es sei denn, er kann sich an den rein seelischen Zustand ohne Körper erinnern, der für »erlöste« Seelen unvergleichlich schöner ist als der irdische.

Interessant zu diesem Aspekt sind auch die Forschungen im Bereich das Anti-Aging, denen ein riesiger Markt zugrunde liegt. Und hieran sieht man, wie wenig man von der Wissenschaft her über das Leben weiß. Es ist paradox heute: Einerseits forscht man nach der ewigen Jugend für die materielle Existenz, aber aus Jenseitserfahrungen könnte man lernen, dass eine Art ewige Jugend sowieso der eigentliche seelische Zustand des Menschen ist und dass dieser weitaus erstrebenswerter ist als das materielle Leben.

Dazu der US-amerikanische Psychologe Dr. Joe Geraci über seine Nahtoderfahrung[20]:

 

»Ich erinnere mich an nichts Biologisches. Es ist kein Sehen wie mit den körperlichen Augen. Das körperliche Sehen ist nötig hier (im Irdischen, Anm.). Das physische Hören und die Sprache sind nötig hier. Aber dort gibt es das nicht. Du weißt einfach. Du weißt alles und alles ist ein Teil von dir. Es ist einfach so schön. Es war die Ewigkeit. Es war, als sei ich immer dort gewesen und als würde ich immer dort sein, und dass meine Existenz auf der Erde nur ein sehr kurzer Augenblick sein würde. Für uns ist es schwierig, die Ewigkeit zu verstehen. Dort ist alles gleichzeitig. Es gibt keinen Zeitverlauf, keinen Anfang und kein Ende … Als ich in den Körper zurückkam waren sofort wieder die Schmerzen da und die Angst. Und ich erinnere mich, ich war sehr sauer, dass sie mich zurückholten. Darauf hat mich meine Frau später angesprochen. Sie sagte mir, ich schien verärgert zu sein und fragte mich, woher das gekommen sei … Es folgten die frustrierendsten Monate meines Lebens, nachdem ich diese Perfektion erfuhr. Ich wollte daran festhalten, es nicht loslassen.«

Passend ist hierzu auch eine mediale Information durch das deutsche Schreibmedium Bertha Dudde, 1891 - 1965 (Auszug aus der Kundgebung Nr. 977, frei verfügbar im Internet):

 

»Das Leben im Jenseits im Lichtzustand ist den Menschen gleichfalls unvorstellbar. Denn es übersteigt alle irdischen Freuden ums Tausendfache, ist jedoch von der Art der irdischen Freuden gänzlich abweichend und darum über alle Maßen beglückend und beseligend. Und alle Phantasie des Menschen vermag nicht annähernd ein Bild zu entwerfen, das der Wahrheit entspricht, denn es erwarten ein vollkommenes Wesen in jenen Sphären himmlische Freuden, zu deren Vergleich nichts Irdisches angeführt werden könnte. Und ebenso ist das Empfindungsvermögen der Wesen im Lichtzustand alles irdische Empfinden übertreffend, und es kann darum auf Erden niemand den Grad des Wohlbehagens ermessen, der jenen Wesen beschieden ist.«

Aber: Im Jenseits gibt es nicht nur Licht und Liebe

Schließlich lautet ein häufiges Argument der Skeptiker auch: Wenn man stirbt, dann sieht man ja, ob es weitergeht, also muss man es vorher nicht wissen?

 

Nahtoderfahrungen und mediale Übermittlungen zeigen jedoch, dass es einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen den Wesenszügen eines (irdischen) Menschen und dem Zustand, in dem er sich nach seinem körperlichen Tod in der jenseitigen Welt wiederfindet. Wie es für einen Menschen nach seinem körperlichen Tod weitergeht und ob er es dann eher gut oder eher schlecht hat, kann wesentlich davon abhängen, wie er im vorherigen irdischen Leben gelebt hat.

Mein Jenseitsbild war ja: »Wir kommen alle an einen wunderschönen Ort, es geht uns so gut, es kann nicht perfekter sein, das ist der ideale Zustand.« Mittlerweile bin ich da nicht mehr so sicher, weil ich Begegnungen hatte mit Verstorbenen, die eindeutig belastet waren, denen es nicht gut ging, die dabei waren, einen Ausgleich zu suchen für ihr Leben … die das loswerden wollten, an dem sie litten, die mich auch baten, das alles von ihnen zu nehmen, was sie da haben, ihnen behilflich zu sein, dies mitzutragen, zu beten für sie.

Beatrix Keller aufgrund von medialen Kontakten[21]

Wechselwirkungen zwischen den Welten

Nahtoderfahrungen bestätigen Grundsätze der Ideenlehre des berühmten griechischen Philosophen Platon, der um 400 v. Chr. gelebt hat. So sagen es Menschen nach Nahtoderfahrungen immer wieder, dass das körperliche Nervensystem neben einer produktiven auch eine rezeptive Mechanik besitzt. Das bedeutet, das Nervensystem produziert nicht nur Vorstellungen, Empfindungen und Wahrnehmungen, sondern empfängt auch Wirkungen und Wahrnehmungen aus dem »Geistigen«, also aus der nicht-körperlichen Welt.

Diese Wechselwirkungen zu kennen ist hilfreich, um sich von negativen Einflüssen abgrenzen und sich den wohlwollenden, heilenden Impulsen besser öffnen zu können.

 

Die rezeptive Realität erklärt auch, warum sich Menschen nach Nahtoderfahrungen, wenn sie dann wieder an den Körper gebunden sind und über ihre Erfahrungen berichten, an lokale (irdische) Details erinnern, die sie rein nervlich gar nicht wahrnehmen konnten, weil sie körperlich bewusstlos waren (mehr dazu später).

»Vor diesem Zeitpunkt hatten die Ärzte Tests durchgeführt, um festzustellen, inwieweit meine Organe überhaupt noch funktionierten, und sie hatten den Ergebnisbericht bereits geschrieben. Aber in diesem anderen Reich schien es so zu sein, dass die Resultate jener Tests und der Bericht darüber von der Entscheidung abhingen, die ich erst noch zu treffen hatte – ob ich leben oder den Weg in den Tod fortsetzen wollte. Wenn ich den Tod wählte, würden die Testergebnisse ein Organversagen anzeigen. Wenn ich mich zur Rückkehr ins physische Leben entschied, würden sie zeigen, dass meine Organe wieder zu funktionieren begannen.«

Anita Moorjani[22]

 

Sinnvolle Skepsis gegenüber Nahtod-Berichten

Wie überall, so gibt es auch unter jenen Menschen, die über paranormale Dinge berichten, zweifelhafte Erscheinungen. Die angeblichen Nahtoderfahrungen ein paar weniger Skeptiker wurden bereits genannt. Ansonsten sind hier noch drei weitere Arten zu nennen.

 

Erstens: Nahtoderfahrungen und andere Phänomene werden oft instrumentalisiert, um spirituelle Ansichten glaubhafter erscheinen zu lassen. Diese Instrumentalisierung wird sowohl von manchen Erfahrenen als auch Nicht-Erfahrenen betrieben und sie kann sowohl in eine negative als auch in eine positive Richtung gehen. So werden die lichtvollen Jenseitserfahrungen oft hergenommen, um auf mit der Idee eines jenseitigen Paradieses Aufmerksamkeit zu bekommen, während die Höllenerfahrungen gerne von radikalen Christen genützt werden, um eine althergebrachte Höllen-Dogmatik zu untermauern und anderen Menschen damit zu drohen. Sich selbst heben sich diese Radikalen gleichzeitig oft als »Auserwählte« oder »Wiedergeborene« hervor, die sowieso bereits sicher auf der Seite des Himmels seien.

 

Beispielsweise schrieb eine bekannte Nahtodforscherin aus den USA, Nancy Evans Bush, ein Buch mit dem Titel »Buddha in Hell« (Buddha in der Hölle). Sie thematisiert in diesem Buch unter anderem die Behauptung einer unbekannten Person, diese habe während ihrer Nahtoderfahrung Buddha in der Hölle gesehen. Diese Person konnte nicht ausgeforscht werden und es zeigte sich bei der ganzen Sache eher, dass es sich um jemanden handelt, der das Christentum unbedingt als die einzig wahre Religion darstellen will, während andere Religionen – in diesem Fall vor allem der Buddhismus – als falsch und gefährlich dargestellt werden sollen.

 

Als Beispiel kann man hier auch die Erscheinungen von Garabandal anführen. Diese wurden teilweise in einer überaus katholischen Schwärmerei in der Welt vermarktet. Manche Eiferer sahen in den Garabandal-Phänomenen gar den Beweis, die katholische Kirche sei die einzig wahre. Nach meinem jetzigen Wissensstand über Garabandal gehe ich davon aus, dass diese übereifrige Vermarktung dieser Ereignisse im Rahmen einer katholischen Mentalität eher nicht im Sinne der vier betreffenden Frauen selbst war.

 

Ähnlich zu Garabandal, aber weitaus extremistischer, sind die Aussagen über die angeblichen Visionen von Fatima in Portugal im Jahr 1917, durch die Fatima zu einem der weltweit berühmtesten Wallfahrtsorte wurde. Von Garabandal gibt es immerhin erstaunliche Videoaufnahmen. Von den angeblichen Fatima-Visionen sind nur schriftliche Dinge übermittelt und diese spiegeln eine katholizistisch-fundamentale Sünden-, Buß- und Höllen-Hysterie. Diese wurde den drei Kindern, welche diese Visionen gehabt haben sollen, von der Erziehung her eingetrichtert, daher ist der Gedanke naheliegend, dass diese angeblichen Visionen entweder bewusst erlogen wurden oder dass es sich dabei schon um krankhafte Wahnvorstellungen oder gar Psychosen handelte, die man dann für katholisches Marketing instrumentalisierte.

 

Zweitens: Jemand hat zwar eine echte übersinnliche Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine intensive und umfassende Jenseitserfahrung, stellt sie jedoch missverständlich dar. Hier muss nicht automatisch ein spiritueller Fanatismus die Ursache sein. Ein Problem kann hierbei zum Beispiel eine lückenhafte Erinnerung oder unzureichendes Ausdrucksvermögen sein. Außerdem können sich die erfahrenen Menschen in der Interpretation auch einfach irren. So neigen beispielsweise Menschen mit Höllenerfahrungen weitaus mehr zu fundamentalistischen, konfessionell-christlichen Sichtweisen, als die Menschen mit lichtvollen Jenseitserfahrungen. Ein Extrembeispiel dafür ist der Österreicher Helmut Lungenschmid. Er dürfte tatsächlich eine Nahtoderfahrung gehabt haben, aber seine Interpretation dieser Erfahrung entspricht einer extrem negativen Form einer katholisch fundamentalen »Lehre«. Die vorsichtigeren unter den Nahtoderfahrungen betonen immer wieder, dass man sich mit voreiligen Schlüssen und dogmatischen Behauptungen über die Jenseitswelt zurückhalten soll.

 

Drittens: Gewisse Empfindungen und Träume mögen zwar subjektiv außergewöhnlich gewesen sein, werden aber verwechselt mit mystischen Erfahrungen. So glauben zum Beispiel alle möglichen Menschen, Gott habe während des Schlafs zu ihnen gesprochen oder sie hätten auf sonstige Art eine Gotteserfahrung gehabt, obwohl das, was sie beschreiben, auch eher vom Nervensystem her möglich war. Jene Menschen hingegen, die beides kennen, können hier eher unterscheiden. So berichtet beispielsweise Stefan Jankovich davon, dass er zwei Mal in potenzieller Todesnähe halluzinative Bilder seines Lebens vor sich hatte, die jedoch nicht vergleichbar sind mit dem »Lebensfilm«, den man in einer typischen Nahtoderfahrung hat. Er betont in seinem Buch auch, dass diese halluzinativen Bilder und der eigentliche »Lebensfilm« oft verwechselt werden.

 

Fazit: Der blinde Glaube an spirituelle Schriften und Erfahrungsberichte über – angebliche oder tatsächliche – paranormale Dinge ist nicht ratsam. Letztlich liegt es in der Verantwortung eines jeden Mensch selbst, auf seiner Suche nach der Erkenntnis eine vernünftige Skepsis anzuwenden und zu lernen, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden.

Ich wurde in dieses helle Licht und in diesen ständig größer werdenden Lichttunnel gezogen. Es war ein sehr starkes Gefühl der Rückkehr an einen Ort, an dem ich schon früher war – eine Heimkehr. Es war nicht beängstigend, sondern sehr friedlich und freudvoll. Ich erinnere mich an Gefühle von Frieden, Wohlwollen und Einheit. Und dann, ganz plötzlich war ich zurück in meinem Körper und ich erinnere mich, als ich dachte: ‚Oh Gott – nicht wieder dieses Leben!‘ Ich war zurück in diesem physischen Körper mit seinen Limitierungen. Ich war zurück in diesem Leben mit meiner Frau, meinen Kindern, meinem Hund, meinem Haus und all diesen Dingen und Personen, an denen ich mich in diesem Leben erfreue, aber all das verblasste zu Bedeutungslosigkeit, weil ich einen Einblick in etwas ganz anderes bekam. Damit will ich keinesfalls meine Familie herabsetzen. Aber es war einfach so. All dieses Irdische war nicht länger bedeutend.

Ken Martin[23]

Quellen

 

Wenn nicht anders angegeben und eine Quelle nicht mehr unter dem angegebenen Link abrufbar ist, dann verfügt der Betreiber dieser Website über das jeweilige Dokument.

[1] Dokumentation »Beyond Death« von 1998, Min. 22:08

[2] Emanuel v. Swedenborg, H. J. Hube (Hrsg.), »Himmel und Hölle«, Marix Verlag 2016, S. 212 Z. 34

[4] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 27.11.2014 »Ruschmann: Weltanschauliche Hintergrundannahmen und Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=RgSGTzB0ghs, min 50:08

[5] Pam Reynolds, https://youtu.be/97byjpz-TMk

[6] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, Teil 2, S. 107 Abs. 5

[7] Dr. Lloyd Rudy, https://www.youtube.com/watch?v=JL1oDuvQR08

[8] Vicki Noratuk, https://www.youtube.com/watch?v=-q1A5ODIOPg

[9] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2018, »Selbstmordversuch – Frau Hubschmied berichtet von ihrer Nahtoderfahrung«, https://www.youtube.com/watch?v=Izh3lP4gZuw

[10] Youtube-Kanal »grenzfragen«, Videobeitrag vom 11.12.2014 »Kuhn: Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig erklärt werden«, https://www.youtube.com/watch?v=l5NF8cWrC3I

[11] Dr. Persinger und Jim Chapman, https://www.youtube.com/watch?v=AM0gX_tuA-Y&t=1245s ca. ab min. 34:00

[12] Dr. Engelbert Winkler, Psychotherapeut, »Das abendländische Totenbuch - Der Tag, an dem Elias starb«, Corona Verlag Hamburg, 1996

[13] Dokumentation »Beyond Death«, Brooklyn College New York, 1994, https://www.youtube.com/watch?v=bdb2NuhKAWk ab min 12:18

[14] Mellen Thomas Benedict, https://www.youtube.com/watch?v=AZxgzTPjZYs&t=365s bei ca. min 6:00

[15] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 26.11.2019, »Die Nahtoderfahrung von Herrn Dirk Hirsch«, https://www.youtube.com/watch?v=GXiUcUCYp8M&t=254s 6:38 und 9:32

[16] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=xr8LrUqDY4o&t=61s, min 8:00

[17] Filmische Dokumentation »Leben nach dem Leben«, Peter Shockey, USA 1992, hier mit Simultanübersetzung ins Deutsche, basierend auf Raymond Moodys Buch »Life after Life«, https://www.youtube.com/watch?v=7uM1Y_nAz4Q&t=1s, min 2:16

[18] Stefan Jankovich, »Ich war klinisch Tod: Der Tod – mein schönstes Erlebnis«, Drei Eichen 2011

[19] https://www.youtube.com/watch?v=_0WvcxHvj7M&t=761s, auch hier als Niederschrift: https://www.near-death.com/experiences/exceptional/jayne-smith.html

[20] Psychologe Dr. Joe B Geraci im Interview mit Prof. Kenneth Ring 1978, https://www.youtube.com/watch?v=GPFNhBkLi4c&t=260s

[21] Youtube-Kanal »Empirische Jenseitsforschung«, Videobeitrag vom 02.04.2020, »Die Nahtoderfahrungen von Frau Beatrix Keller«, https://www.youtube.com/watch?v=dAmDpenXOaA&t=556s ab 32:10

[22] Anita Moorjani, »Heilung im Licht - Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde«, Goldmann 2015, 4. Auflage, S. 107 Abs. 5

[23] Ken Martin in der britischen Dokumentarserie »Life After Death« von Nick Thomson, erschienen im Jahr 2013, Episode 1, https://www.youtube.com/watch?v=YfcJqPztP0w ab 4:05

Gratis Newsletter + E-Book

  • Sie erhalten automatisch das aktuelle E-Book gratis zum Download

  • Sie werden informiert über neue Blog-Artikel und Angebote

  • Jederzeit einfach abbestellen