Empirische Beweise für das Leben nach dem Tod​

Leben nach dem Tod Beweise

Der Zustand ohne Körper ist der natürliche. Innerhalb des Körpers zu sein ist ein Artefakt.

Prof. Dr. Fred Alan Wolf, amerik. theoretischer Physiker, geb. 1934[1]

Nicht alle Jenseits-Überzeugten wünschen sich ein Leben nach dem Tod

Warum beginnt dieser Artikel mit dieser Aussage? Weil damit klargemacht werden soll, dass es hier um keine einseitige Jenseits-Schwärmerei geht, sondern um eine neutrale, sachliche Betrachtung nachprüfbarer Fakten über außerkörperliche Erfahrungen und relevante Fakten aus der Neurologie, die insgesamt belegen, dass diese Phänomene nicht im Gehirn entstehen können.

 

Eine der häufigsten falschen Behauptungen in dieser Welt lautet, Menschen könnten niemals aufgrund von Logik und Vernunft an das Leben nach dem Tod glauben oder davon überzeugt sein, sondern nur deshalb, weil sie die Endlichkeit des Lebens nicht akzeptieren wollen und sich daher an die Wunsch-Fantasie nach einer schönen Jenseitswelt klammern. Auch heißt es von gewissen Leuten, nur religiöse Menschen könnten Nahtoderfahrungen haben und in diesen würde sich nur eine religiöse Wunsch-Welt zeigen.

 

Derart massive Fehleinschätzungen und allzu einfache »Erklärungen« kommen daher, weil sich deren Urheber gar nicht ernsthaft mit Nahtod- und anderen übersinnlichen Phänomenen beschäftigen oder nur so weit, um scheinbar mitreden und all diese Dinge nur als Einbildungen, Irrtümer, Lügen oder rein biologische Programme eins sterbenden Gehirns »entlarven« zu können.

 

Tatsache ist viel eher, dass sich bei weitem nicht alle Jenseits-Gläubigen und -Überzeugten ein Jenseits wünschen. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit bestimmten negativen außerkörperlichen- und Nahtoderfahrungen (AKE und NTE). Sie sind zwar nach diesen Erfahrungen ebenso unveränderbar von der Existenz des Jenseits überzeugt wie alle anderen auch, aber sie haben Angst davor oder zumindest eine starke Ablehnung dagegen, weil sie befürchten, bei ihrem endgültigen Tod wieder dasselbe zu erleben. Manche von ihnen suchen sogar nach Belegen, um sich ihre Überzeugung vom Jenseits austreiben zu können, aber das gelingt ihnen nicht, weil diese Erfahrungen viel zu überwältigend und real sind. Dass es auch negative AKE gibt, wissen viele Skeptiker, die den Jenseitsgläubigen immer nur Wunschdenken unterstellen, nicht einmal.

 

Auch bei jenen Menschen, die zwar keine eigenen Nahtoderfahrungen hatten, sich aber damit befassen und deshalb vom Jenseits überzeugt sind, ist das Jenseits nicht immer beliebt, dies zeigt sich besonders beim Gedanken an die Reinkarnation, der auch im Zuge von Berichten über Nahtoderfahrungen oft vorkommt. Die Vorstellung, wieder zu inkarnieren, und das möglicherweise noch dazu als Mensch, der viel leiden wird, gefällt vielen Mensch keineswegs.

 

Dann gibt es auch heute noch die Angst vor der Hölle. Auch als ich selbst zum ersten Mal von höllischen NTE erfuhr, war ich zwar bereits davon überzeugt, dass NTE nicht im Gehirn entstehen können, aber ich dachte mir, wenn höllische NTE ebenso real sind wie all die anderen auch, dann wäre es mir lieber, es gäbe überhaupt kein Jenseits, denn höllische NTE sind das grauenhafteste, was man sich nur vorstellen kann.

 

Skeptiker unterstellen auch den Nahtodforschern gerne, diese seien lauter Wunschdenker und religiös voreingenommen, aber auch das ist entweder grob fahrlässiges Unwissen oder eine glatte Lüge, denn die meisten heutigen Nahtodforscher waren früher selbst Skeptiker, Materialisten und Agnostiker.

 

Der bekannte britische Neuropsychiater Peter Fenwick beispielsweise hörte Ende der 70er-Jahre zum ersten Mal von Nahtoderfahrungen, ausgehend von den USA. Er dachte sich damals sinngemäß: »Dieser Mist aus Kalifornien wird es sicher nicht nach Großbritannien schaffen.« Kurze Zeit darauf erfuhr er selbst als Arzt von einem Patienten in seinem Krankenhaus, dass dieser Patient nach erfolgreicher Reanimation lokale Details aus der Zeit seines klinischen Todes beschreiben konnte, woraus für die anderen beteiligten Menschen unmissverständlich klar wurde, dass dieser Patient etwas wusste, was rein biologisch nicht in sein Gehirn eindringen konnte. In solchen Fällen wird den Beteiligten sofort klar, dass der Geist dieses Menschen von seinem Körper abgelöst gewesen sein muss.

 

Ein Mensch, der ein fundiertes neurologisches Hintergrundwissen hat und an der Wahrheit interessiert ist, kann nicht einfach so tun, als wären solche Vorfälle nichts Besonderes. Heute ist Fenwick überzeugt, dass das Bewusstsein bei weitem nicht allein im Gehirn entstehen kann und er wunderte sich oft über den sturen materialistischen Dogmatismus vieler Leute in der Wissenschaft. Es ist nicht verkehrt, zuerst nach biologischen Ursachen zu suchen, aber der extreme Materialismus der heutigen Zeit ist nur eine umgekehrte »Religion« – eine materialistische, wo der sture Grundsatz herrscht: »All das Übersinnliche darf nicht sein und muss verunglimpft werden.«

 

Die meisten Nahtodforscher waren weniger aufgrund von Berichten über »Tunnel und Licht« davon überzeugt, dass es sich dabei um eine andere Welt handelt, sondern eher dadurch, dass diese Patienten sogenannte »hoch-spezifische« lokale Details – meistens vom Unfallort oder vom Krankenahaus – aus der Zeit ihres Herzstillstandes wussten, die sie rein biologisch gar nicht aufnehmen konnten, die sie also nur wahrnehmen konnten, weil ihr Bewusstsein vom Körper abgelöst war.

 

Warum die Wissenschaft das Leben nach dem Tod bereits indirekt beweist

Wenn Menschen meinen, Nahtoderfahrungen würden »nichts beweisen«, dann deshalb, weil sie die Beweise entweder nicht wahrhaben wollen oder nicht verstehen. Meistens haben sie sich nie ausführlich und tiefergehend mit diesen Phänomenen beschäftigt. Sie haben im Fernsehen oder auf Youtube einzelne Berichte darüber gesehen oder irgendwo einen oberflächlichen Artikel darüber gelesen, und dann haben sie ein ebenso oberflächliches Urteil gefällt, ohne über die gewichtigen Fakten wirklich Bescheid zu wissen.

In den Medien kommen auch oft allerhand scheinbare Experten zu Wort, die zwar vielleicht Mediziner oder sonstige Akademiker sind, aber keine wirklichen Nahtod-Spezialisten.

 

Will man diese Phänomene wirklich verstehen und auch verstehen, warum sie sehr wohl eine nicht-körperliche Existenz beweisen, so muss man sich mit einer größeren Zahl von Nahtoderfahrungen und auch mit den neurologischen Hintergründen befassen. Nur dadurch kommt man in die Lage, die Eigenheiten dieser Phänomene und deren wirkliche Bedeutung zu verstehen.

 

Immer wieder einmal meinen manche Menschen auch, sie würden gerne an das Leben nach dem Tod glauben, aber sie könnten es nicht, denn sie seien Realisten oder Rationalisten, oder sie würden einfach lieber auf die Wissenschaft hören. Aber meistens hören sie auf fragwürdige Wissenschaftler, die nur einseitige Positionen vertreten, eine selbstsüchtige Show abziehen und ihr spekulatives Wunschdenken nicht von gesicherten Fakten unterscheiden.

 

Gerade dann, wenn man sich ernsthaft wissenschaftlich mit Nahtoderfahrungen befasst, wenn man die wichtigsten Fakten dieser Phänomene kennt und ein Minimum an neurologischem Basiswissen dazu hat, welches heute allgemein verfügbar ist, dann braucht man nur eins und eins zusammenzählen und dann beweist sich, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen können, sondern reale Erfahrungen einer anderen Welt sein müssen.

 

Aber wenn das so einfach ist, warum ist dann die Trennung von Körper und Geist wissenschaftlich noch nicht so stark bewiesen, dass sie weltweit und insgesamt anerkannt ist? Dazu gibt es einen Hauptgrund: Weil der Wille zur Erforschung fehlt. Abgesehen davon, dass Forschung aufwendig ist und finanzielle Mittel dafür oft nur dann fließen, wenn die Aussicht auf Profit besteht, befindet sich ein Großteil der heutigen Wissenschaftler in einem stolzen Kampf gegen das Übersinnliche. Man will das Übersinnliche schon gar nicht in die Welt der Wissenschaft einlassen.

 

Wissenschaft wird seit jeher von einem Teil der Menschheit instrumentalisiert, um ein rein materialistisches Weltbild glaubhafter erscheinen zu lassen und das Übersinnliche zu verunglimpfen. Diese Leute sind es auch, die über Phänomene wie Nahtoderfahrungen sagenhafte Falschbehauptungen verbreiten, wie sich in diesem Artikel noch zeigen wird.

 

Unter Materialisten ist etwa auch die Ansicht verbreitet, wenn es ein Jenseits gäbe, dann hätte die Wissenschaft dieses »schon längst« bewiesen. Nein, denn wenn der Forscherwille fehlt, dann können solche weniger greifbaren Dinge wissenschaftlich nicht einfach so nebenbei erforscht werden, und wenn etwas nicht (genug) erforscht wird, dann kann die Wissenschaft keine abschließende Meinung dazu haben.

 

Ein Großteil der Menschheit und der Wissenschaft ist heute noch nicht so weit, um das, was man sehen »will«, von einer neutralen und ehrlichen Betrachtung dessen, was Realität ist, unterscheiden zu können. Das zeigt sich an diesem typisch willkürlichen Umgang vieler Menschen, wenn sie sich bei manchen Dingen auf Wissenschaft berufen, weil die Wissenschaft ihrer Meinung ist, während sie die Wissenschaft schnell einmal ablehnen, wenn diese eine andere Meinung hat – dann auf einmal kommen allerhand Ausflüchte daher, weshalb wissenschaftliche Experten doch nicht so kompetent und vertrauenswürdig sein sollen, oder man fokussiert sich dann nur auf einen bestimmten Kreis von Wissenschaftlern, die am ehesten das eigene Wunschdenken spiegeln.

 

Wenn der Mensch etwas nicht sehen will, etwas nicht zulassen will, etwas nicht gelten lassen will, dann versteht er es auch nicht, solange er es nicht so »gewaltig« und direkt erfährt, dass er es nicht mehr leugnen kann. Dieses sture Dogma, es dürfe oder könne nichts Über-Materielles geben, ist nur eine andere Form einer »Religion« unter dem Deckmantel der Wissenschaft.

 

Daher hat die Wissenschaft Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene insgesamt noch nie ernsthaft untersucht, sondern eher abgelehnt, so wie viele Wissenschaftler immer schon gewisse ungewohnte Phänomene und Ideen abgelehnt haben, weil sie dafür keine Theorien und keine Neugier hatten, und weil sie zu sehr in ihre gewohnten Vorstellungen und Errungenschaften vertieft waren.

 

Es gibt zwar bereits viele systematische Untersuchungen und viel Literatur über dieses Thema, aber im Vergleich zu anderen Dingen, um die sich die heutige Wissenschaft so hingebungsvoll kümmert, wurde das Gebiet der Nahtodphänomene gerade erst einmal von ein paar mutigen Pionieren innerhalb der Welt der Wissenschaft angekratzt. Daher kann »die Wissenschaft« über diese Phänomene noch längst keine abschließende Meinung haben. Sie kann sie nur aus dem momentanen »Stand der Wissenschaft(en)« heraus zu erklären versuchen.

 

Diese Erklärungsversuche sind insgesamt sehr unzulänglich, aber indirekt ist gerade die heutige Neurologie bereits einer der »Haupttäter« bei der Beweisführung für das Leben nach dem Tod, denn dass das Gehirn im Zustand enormer Kreislaufschwäche und des Herzstillstandes keine ausreichende Hirnstromaktivität hat, das muss eigentlich nicht neu bewiesen werden, das predigt die heutige Neurologie schon seit Langem. Und die meisten Nahtoderfahrungen passieren dann, wenn das Gehirn ausgefallen oder so schwach ist, dass es allein keine ausreichende Leistungsfähigkeit hat, um so lebendige Zustände wie Nahtoderfahrungen zu erzeugen.

 

Dass gerade die heutige Neurologie bereits indirekt ein Leben nach dem Tod beweist, das wollen besonders jene Leute nicht wahrhaben, die in der Wissenschaft eine Waffe gegen das Übersinnliche sehen. Für sie dürfen Nahtoderfahrungen nur halluzinative, vernebelte Zustände oder »Narkoseträume« sein. In Wirklichkeit sind es Zustände eines massiv erweiterten Denk- und Gefühlsvermögens, wie es der Mensch sonst niemals erfährt. Daher beweisen Nahtoderfahrungen, dass die Wahrnehmung des Menschen unabhängig von seinem Körper existieren kann. Anders gesagt: Dass sich das persönliche Bewusstsein und Existenzgefühl in bestimmten Situationen von der Bindung an das körperliche Nervensystem ablösen können und sich damit automatisch rückverbinden mit einer existenziellen Struktur, die von der materiellen Struktur unabhängig ist und wo andere »physikalische« Gesetze gelten.

 

Sobald diese Möglichkeit der Trennung von Körper und Geist erwiesen ist, wird es wahrscheinlicher, dass auch die weiteren Elemente, die in Nahtoderfahrungen permanent seit eh und je und weltweit bei allen Menschen auftauchen, realistisch sind.

 

Dieser Artikel zeigt die zwei großen Beweisfelder, bei denen sich durch eine umfassende Betrachtung von Nahtodphänomenen insgesamt weitaus mehr Beweise für die Existenz einer Jenseitswelt ergeben, als Beweise dafür, dass Nahtoderfahrungen und Bewusstsein nur in einem fleischlichen Gehirn entstehen können. Wenn jemand meint, Nahtoderfahrungen würden nichts beweisen, schon gar kein Leben nach dem Tod, dann heißt das für mich nur, dass dieser Jemand die Beweise einfach noch nicht verstanden hat, und wahrscheinlich hat er auch nie wirklich danach gesucht.

 

Es geht hier jedoch nicht um eine Art Verherrlichung von Nahtoderfahrungen – es soll keine »Nahtoderfahrungs-Religion« gefördert werden. Diese Phänomene werden hier auch in keiner Weise instrumentalisiert, um konfessionelles oder sonstiges spirituelles Gedankengut zu bekräftigen, eher im Gegenteil: Nahtoderfahrungen zeigen, dass es diesen kleinlichen, eifersüchtigen Gott, wie ihn viele Religionen konstruieren, nicht gibt, und dass der Eintritt in den »Himmel« in keiner Weise davon abhängt, in einem traditionellen Sinne religiös zu sein.

 

Die Aussagen in diesem Artikel, um Nahtoderfahrungen realistisch darzustellen, beruhen auf zwei grundsätzlichen Quellen. Erstens auf den Analysen der einzig wahren Nahtod-Experten, die es bisher auf dieser Welt gibt, wie etwa Prof. Dr. Bruce Greyson, Neurologe, USA; Prof. Dr. med. Peter Fenwick, Neuropsychiater, GB; Prof. Dr. Kenneth Ring, Psychologe, USA; Dr. med. Michael Sabom, Kardiologe, USA; Dr. med. Jeffrey Long, Radioonkologe, USA; Dr. med. Sam Parnia, Kardiologe, USA; Dr. med. Pim van Lommel, Kardiologe, Niederlande; Prof. DDr. med. Wilfried Kuhn, Neurologe, Deutschland. Und zweitens auf einer Vielzahl von Berichten über Nahtoderfahrungen aus unterschiedlichen Quellen, mit denen ich mich persönlich nun seit fast zehn Jahren befasse.

 
Michael Sabom sieht Beweise für das Leben nach dem Tod

Dr. med. Michael Sabom, Kardiologe, USA​, Pionier der klinischen Nahtod-Forschung

Es gibt ein Leben nach dem Tod Kenneth Ring

Prof. Dr. phil. Kenneth Ring, Psychologe, USA, erforschte Nahtoderfahrungen vor allem aus psychologischer Sicht

Nach Beweisen für das Leben nach dem Tod suchen Parnia

Dr. med. Sam Parnia, Kardiologe, GB, USA, Initiator der AWARE-Studien

Die besten Bücher über Nahtoderfahrungen

Warum man auch ohne Wissenschaft Beweise für etwas haben kann

 

Was ist ein Beweis und noch dazu ein wissenschaftlicher? Wenn man heute von wissenschaftlichen Beweisen spricht, so versteht man darunter meistens demonstrative Beweise der institutionalisierten Wissenschaft, also Beweise, die überwiegend und international von den wissenschaftlichen Institutionen als Beweise gesehen werden. Manche Leute meinen heute, diese Arten von Beweisen seien die einzig wahren Beweise – die einzigen, die »zählen«.

Aber haben Menschen früher, in der Zeit vor dieser Wissenschaft, überhaupt nichts begriffen? Doch, und zwar vieles. So haben beispielsweise einige Menschen schon vor über 2000 Jahren erkannt, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, obwohl es die enormen technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit damals nicht gab. Oder ein Beispiel aus der Medizin: Gute Beobachter haben schon vor Jahrhunderten durchschaut, dass das Fasten heilende Wirkungen haben kann, während es die heutige wissenschaftliche Medizin erst seit einigen Jahren weiß.

Auch in vielen anderen Bereichen gab es immer wieder schlaue Köpfe, die ein Wissen hervorbrachten, welches später durch wissenschaftliche Methoden nicht neu entdeckt, sondern im Grunde nur noch bestätigt wurde.

 

Eines der bekanntesten Beispiele aus der Medizin ist der berühmte Fall Semmelweis: In der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der ungarisch-österreichische Chirurg Ignaz Semmelweis, dass sich das Kindbettfieber durch unhygienische Umstände überträgt. Nur wenige der damaligen medizinischen Autoritäten glaubten ihm, und es dauerte dann noch mehr als 50 Jahre, bis diese Erkenntnis international langsam zum sicheren Allgemeinwissen wurde.

Was kann man aus Fällen wie Semmelweis lernen? Dass »Beweise« zuerst einmal im Kopf eines Menschen entstehen, indem er die jeweilige Sache mehr oder weniger direkt wahrnimmt und/oder begreift.

 

Man spricht schließlich auch von »Natur-Wissenschaft«, weil es die Natur selbst ist, die uns die Beweise aufzeigt. Die institutionalisierte Wissenschaft ist ein Mittel und ein Vermittler, aber nicht die Natur selbst. Jeder Mensch hat das Recht, Prinzipien der Natur zu erkennen. Wer eine Sache erfährt und/oder begreift, der hat damit vom Bewusstsein her den Beweis dafür, dass diese Sache existiert, völlig egal, ob es auch andere Menschen begreifen oder eben nicht. Natürlich hat die Wissenschaft heute technische Möglichkeiten, die der einzelne Mensch nicht hat. Aber für viele wichtige Dinge des Lebens braucht man keine hochtechnischen Einrichtungen und kein ewiges Theoriestudium, um sie zu begreifen. Gerade die enorme Vertiefung in Theorien und Expertenfelder kann dazu führen, in gewisser Weise blind zu werden, daher spricht man nicht umsonst von der »Expertenblindheit«.

Dadurch, dass Ignaz Semmelweis seine Aufmerksamkeit neutral und klug auf gewisse Dinge im Krankenhausbetrieb richtete, hat er die Sache mit der Übertragung des Kindbettfiebers indirekt durch Beobachtung in gewisser Weise »erfahren«. In Bezug auf Nahtoderfahrungen sind die Erfahrenen selbst diejenigen, die den ganz direkten Beweis für die Existenz des »Jenseits« als eine Welt haben, die von der materiellen Welt unabhängig ist.

 

Der Fall von Semmelweis ist auch ein gutes Beispiel, um den Unterschied zwischen empirischen und evidenzwissenschaftlichen Beweisen zu erläutern. Semmelweis stellte durch Beobachtung den Zusammenhang zwischen Verschmutzung und Krankheitsübertragung fest. Dieser Zusammenhang war für ihn »evident« – er erkannte hier eine »Evidenz«, es war aber lediglich ein empirischer Beweis, kein evidenz-wissenschaftlicher, denn Semmelweis wusste wenig über die genaueren Hintergründe, zum Beispiel, dass das Kindbettfieber durch bestimmte Bakterien übertragen wurde. Das konnte er daher auch nicht demonstrieren. Je genauer er diese Hintergründe gezeigt hätte, umso eher wäre das ein evidenzwissenschaftlicher Beweis gewesen, also ein Beweis, der näher, tiefer in die Details hineingeht.

 

Semmelweis hat seine Beobachtungen damals auch dokumentiert, womit er auch einen demonstrativen empirischen Beweis nach außen hin hatte, also für andere Menschen. Aber diejenigen, die seinen Beweis ignorierten, die haben ihn auch nicht verstanden, also ergab sich für diese Ignoranten auch kein Beweis ­– sie haben nicht begriffen, worum es hier ging, und sie wollten es auch nicht begreifen, sie hätten es aber begreifen können, wenn sie gewollt hätten – wenn ihnen ihr Unwille nicht im Weg gewesen wäre bzw. ihr  Wille, etwas anderes zu sehen, anstatt das, was Semmelweis sah.

Semmelweis war damals den meisten Autoritäten und der Wissenschaft insgesamt voraus. Viele Fans, die aus der Wissenschaft heute einen Kult machen, ohne es zu bemerken, wollen es kaum zulassen, dass (einzelne) Menschen auch heute noch der Wissenschaft voraus sein können, bzw. dass die Wissenschaft einer Sache hinterherhinken kann. Sie empfinden diesen Gedanken als Beleidigung der Wissenschaft, mit der sie sich so sehr identifizieren. Und das hat auch damit zu tun, dass sie inhaltlich nur das gelten lassen wollen, was die Wissenschaft momentan behauptet.

 

Solange eine Sache nicht so evident bzw. offensichtlich ist, dass es nur noch dummdreist wäre, sie zu ignorieren oder abzustreiten, kann sich daher jeder Mensch dumm stellen und »Ich weiß von nichts« spielen, wenn ihm eine Sache nicht passt – wie es eben damals gewisse medizinische Autoritäten bei Semmelweis getan haben, und wie es heute viele scheinbare Experten in Bezug auf Nahtod-Phänomene tun.

 

Im Denken eines Menschen entscheidet sich, wie er mit einem Verdacht, einer Ahnung und einer erkennbaren Sache umgeht: Schaut man hin oder nicht? Tut man so, also sei da nichts? Begreift man sie oder nicht? Glaubt man nur, was andere sagen, oder denkt man selbst nach und weiß man selbst, was wahr und richtig ist? Wenn man eine Sache näher erfährt oder begreift, dann ergibt sich dadurch der persönliche Beweis, egal was der Rest der Welt dazu sagt.

 

Wenn eine Sache die Wahrheit ist, wie damals die Erkenntnis von Semmelweis, dann ist auch das eine »wissenschaftliche« Erkenntnis – eine persönliche, wissenschaftliche Erkenntnis und ein persönlicher, wissenschaftlicher Beweis – nur eben nicht im institutionellen wissenschaftlichen Rahmen. Denn ganz allgemein gesehen ist »Wissen« ein Allgemeingut und »Wissenschaft« ein Prozess der Wissensgewinnung, der jedem Menschen offensteht und weitgehend von der persönlichen Intelligenz und Lernbereitschaft abhängt. Niemand hat einen alleinigen Anspruch auf »Wissen« und »Wissenschaft«, auch die institutionalisierte Wissenschaft nicht.

 

Um das ganze zusammenfassend abzuschließen: Wenn die Wissenschaft insgesamt und international endlich begreift und beweist, dass Nahtoderfahrungen nicht im Gehirn entstehen, dann ist das wünschenswert. Aber wer wirklich an der Wahrheit interessiert ist, braucht nicht auf diesen Zeitpunkt warten und soll sich von niemandem einreden lassen, diese wissenschaftlichen Beweise im institutionellen Sinne seien die einzig gültigen. Wie oft haben auch Wissenschaftler schon von »Beweisen« oder »gesichertem Wissen« gesprochen, während die jeweilige Sache wenige Jahre später wieder ganz anders war? Sehr oft, weil unseriöse Wissenschaftler sich viel zu schnell einbilden, eine wissenschaftliche Erkenntnis sei »gesichert«. Wenn heute jemand meint, die Wissenschaft hätte das Übersinnliche widerlegt, dann ist er entweder ein Lügner oder ein Ahnungsloser.

Will man über ein Thema wirklich Bescheid wissen, dann muss man mehr oder weniger einen Experten-Level erreichen. Ich kann niemals wissen, ob ein Experte wirklich ein Experte ist, wenn ich mich nicht selbst relativ gut mit der jeweiligen Sache auskenne.

 
Beweise für ein Leben nach dem Tod Semmelweis

Ignaz Philipp Semmelweis, 1818-1865, ungarisch-österreichischer Chirurg, leistete den ersten Fall evidenzbasierter medizinischer Forschung in Österreich.

 

»Skeptiker«: Angebliche Experten, deren Unwissen und Lügen leicht durchschaubar sind

Ich glaube, dass die Erkenntnis der Wahrheit nicht in erster Linie eine Sache der Intelligenz, sondern des Charakters ist.

Erich Fromm, dt.-amerik. Psychoanalytiker, 1900-1980

Dawkins Beweise für ein Leben nach dem Tod

Der britische Biologe Richard Dawkins, international bekannte Person der Skeptikerbewegung. Bildrechte: Shane Pope from Austin, United States, -Dawkins at UT Austin 2 crop, CC BY 2.0.

Blackmore Beweise für das Leben nach dem Tod

Die britische Psychologin und Skeptikerin Susan Blackmore. Bildrechte: AlasdhairJohnstonQED 20161015 182CC BY-SA 4.0.

 

Weitere Skeptiker, die falsche und irreführende Informationen über Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Fakten verbreiten:

Beweise Leben nach Tod Hoppe

 

Christian Hoppe, Deutschland

Leben nach dem Tod bewiesen Blanke

 

Olaf Blanke, Deutschland​

Beweis Leben nach dem Tod Shermer

 

Michael Shermer, USA

 

Die Bezeichnung »Skeptiker« hat sich für eine weltweite Gesinnungsgemeinschaft von Menschen eingebürgert, die teilweise in Vereinen und Institutionen organisiert sind und nach außen hin vorgibt, paranormale Phänomene kritisch, neutral und wissenschaftlich untersuchen zu wollen.

 

Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Aussagen der Skeptiker über Nahtoderfahrungen und andere paranormale Phänomene befasst, weil ich selbst die meiste Zeit meines Lebens Skeptiker und nicht besonders von der Existenz des Jenseits überzeugt war. Aber mit der Zeit wurde mir klar, dass diese »Skeptiker« nichts mit vernünftigem Skeptizismus zu tun haben.

 

Dass sie sich gar nicht ernsthaft mit diesen Phänomenen befassen und nur einseitige Spekulationen darüber parat haben, zeigt sich zum Beispiel schon allein an dieser ewigen Floskel, Nahtoderfahrungen seien Programme des Gehirns, um das Sterben zu verschönern. Wer jedoch wirklich Bescheid weiß, weiß auch, dass Nahtoderfahrungen bei weitem nicht immer schön und angenehm sind. Und sobald man das weiß, kann man gar nicht mehr pauschal sagen, Nahtoderfahrungen seien Programme, um das Sterben zu erleichtern.

 

Diese sogenannten Skeptiker sind nur so weit an einem »Verständnis« dieser Phänomene interessiert, um scheinbar mitreden und sie nur als biologisch verursachte Einbildungen oder als Lügen »entlarven« zu können. Sie sind von Grund aus in der Haltung, dass es nichts Übersinnliches geben kann. Sie kennen höchstens jene Eigenheiten dieser Phänomene, die sie noch am ehesten scheinbar biochemisch oder psychologisch erklären können, aber die entscheidenden Faktoren mit der höheren Aussagekraft kennen sie nicht und wollen sie auch nicht kennen. Diese ignorieren sie beinhart oder sie stellen sie falsch dar, aber nach außen hin geben sie sich »wissenschaftlich« und wahrheitsliebend.

 

Das Denken und Verhalten dieser Leute hat rein gar nichts mit Wissenschaft zu tun. Das ist kein vernünftiger Skeptizismus. Das ist nicht einmal Pseudowissenschaft. Das ist Anti-Wissenschaft. Da wird der Begriff »Wissenschaft« nur missbraucht, um bereits festgelegte Anschauungen glaubhaft erscheinen zu lassen und gegenläufige Ansichten und Phänomene zu verdrehen und zu verunglimpfen.

 

Skeptiker missverstehen jenes, was Menschen bei AKE wirklich erleben, gewaltig. Das zeigt sich beispielhaft bei manchen Skeptikern wie Susan Blackmore und Werner Gruber, indem sie vermeinen, selbst eine Nahtoderfahrung gehabt zu haben, die sie in Wirklichkeit nicht hatten. Blackmore hatte einen Drogentrip und Gruber einen Herzinfarkt, hierbei hatten sie rein nervliche Erscheinungen, die sie nun – fahrlässig oder gelogen – mit Nahtoderfahrungen verwechseln. Damit präsentieren sie sich als scheinbare Nahtod-Insider, die jedoch nicht vom Jenseits überzeugt sein wollen. Auch hieran zeigt sich für Nahtod-Kenner, dass diese Leute absolut kein Verständnis für Nahtoderfahrungen haben.

 

Einer ihrer schwerwiegendsten Irrtümer besteht darin, bei Nahtoderfahrungen würde man nur »innere Bilder«, eine »Helligkeit«, »Lichtspiele« oder ein »Wohlgefühlt« und intensivere Empfindungen erleben – ähnlich wie bei Träumen –, was manche von ihnen heute immer noch gerne mit dem Sauerstoffmangel erklärt haben wollen. Solche Missverständnisse kommen daher, weil man den Nahtoderfahrenen nicht einmal ordentlich zuhört und sich nicht die Mühe macht, sich in sie hineinzuversetzen, und dies kommt wiederum daher, weil man sowieso bereits darauf festgelegt ist, all das Paranormale sei entweder erfunden oder rein biologisch und psychologisch erklärbar. Genau das ist eine Voreingenommenheit, die wahre Wissenschaftler niemals haben.

 

Wenn das nur »innere Bilder« und ein paar Empfindungen wären, ähnlich wie bei Träumen, dann wären diese Millionen von Menschen, die das erleben, wohl nicht ausnahmslos so sehr davon überzeugt, eine jenseitige Existenz erfahren zu haben. Da muss schon einiges mehr gegeben sein, dass sogar jeder Atheist und »Naturalist« nach einer solchen Erfahrung unveränderbar und felsenfest von der jenseitigen Existenz und dem Leben nach dem Tod überzeugt ist.

 

Oder sagen Menschen zum Beispiel nach Halluzinationen und Träumen, sie hätten auf keinen Fall mehr zurückgewollt in den Körper und das irdische Leben, sodass sie sogar eine an sich glückliche Partnerschaft ohne zu zögern hinter sich gelassen hätten? Und wenn Sie aufwachen, dass sie sich etwa denken: »Oh Gott, nicht wieder dieses Leben!«? Nein, so etwas gibt es einzig und allein nach außerkörperlichen Erfahrungen, wenn der eigentliche Mensch tatsächlich von seiner zeitlich begrenzten, körperliche Hülle abgelöst war und seine Ur-Form erlebt hat.

 

Oder sagt man nach einem Traum, dieses irdische Leben sei im Vergleich zum Traum »platt und dumpf«? Nein, das sagt man über Träume, aber nach einem bewussten Zustand ohne – im »Jenseits« - ist es genau umgekehrt, da weiß man danach, dass dieses irdische Leben hier in Wirklichkeit ein Konstrukt ist, ein Hologramm, um bestimmte Erfahrungen zu machen und eine Entwicklung zu bewerkstelligen.

 

Viel eher ist es so, dass sich die Wahrnehmung bei Nahtoderfahrungen ums Hundert- und Tausendfache erweitert, wie es auch bei intensiven psychedelischen Drogen-Trips niemals der Fall ist. Mit Träumen und Halluzinationen hat das rein gar nichts zu tun. Die Wahrnehmung bei AKE und NTE ist nicht nur um ein Vielfaches intensiver, sie hat auch eine gänzlich andere Qualität. Daher sind diese Erfahrung so enorm lebensverändernd und ausnahmsloser jeder Mensch ist danach von der Existenz des Jenseits überzeugt.

 

Menschen mit echten NTE sagen es zum Beispiel auch immer wieder, dass dieses »Licht« nicht vergleichbar ist mit dem Licht in der irdischen Welt und dass es vielmehr ist als nur eine visuelle Erscheinung oder ein Wohlgefühl, sondern eine überwältigende Energiequelle, ein Organismus, eine unbeschreibliche Schöpferkraft etc., mit deren Erfahrung Empfindungen einhergehen, die es ebenfalls nicht im Irdischen gibt. Aber all das geht an den Skeptikern einfach vorbei und sie stellen es mit aller Ignoranz und Sturheit immer wieder so dar, als seien diese Erlebnisse im Grunde nur visuelle Erzeugnisse der Sehnerven, begleitet von ein paar angenehmen Gefühlen, obwohl sie selbst solche Erfahrungen gar nicht vorweisen können.

 

Skeptiker verkennen auch diese enormen Persönlichkeitsveränderungen, die mit echten AKE einhergehen. Menschen verlieren durch eigene Nahtoderfahrungen meistens ihr »Ego«, dass aber Skeptiker gar nicht nachvollziehen können, was das psychisch bedeutet, genau darin liegt eine Kernursache für ihr Unverständnis. Sie können es nicht nachvollziehen, wenn der Mensch seine limitierte Wahrnehmung ablegt und diese sich erweitert in den Ur-Zustand, aus dem der Mensch stammt.

 

Die britische Psychologin und Skeptikerin Susan Blackmore war zum Beispiel schon vor Jahrzehnten darauf fixiert, NTE könnten nur im Gehirn entstehen. Sie will das »Licht« und die angenehmen Empfindungen um jeden Preis mit dem Sauerstoffmangel und den Sehnerven erklären und weiß dabei offenbar nicht, dass ein erheblicher Anteil der AKE völlig ohne visuelle Licht-Erscheinungen verläuft und alles andere als positiv ist.

 

Wenn es um Gegenmeinungen geht, dann kommen Skeptiker sehr schnell mit ihren kleinlichen Beweislast-Spielchen daher, da verneinen sie billigerweise alles, wofür es keine offensichtlichen Beweise gibt, aber für ihre eigenen unsäglichen Spekulationen bringen sie natürlich keine Beweise hervor, da sind sie mit allerhand Wischiwaschi-Erklärungen zufrieden.

 

Auch ihre Begründungen, warum Menschen von einem Leben nach dem Tod überzeugt sind oder daran glauben, sind typisch einseitig. Diese sind meistens darauf beschränkt, Menschen könnten einfach die Endlichkeit des Lebens nicht akzeptieren und würden sich eine magische, ewig lebende Seele wünschen. Da würde mir umgekehrt so einiges einfallen, warum Skeptiker so gerne im Wunschdenken und in der Lernunwilligkeit sind, zum Beispiel, weil sie den Gedanken nicht ertragen können, es gäbe eine Existenz, die man nicht so sehr unter Kontrolle haben und messen kann wie diese irdische, also verneint man einfach billig, um sich damit wohler zu fühlen.

 

Es ist auch eine typisch billige Masche dieser Skeptiker, dass sie spirituell denkende Menschen nicht nur als Dummies darstellen wollen, sondern oft sogar als psychiatrisch behandlungsbedürftig. Das ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch charakterlos. Persönliche kenne ich es von vielen privaten Diskussion, wie schnell diese Leute damit sind, Andersdenkende als religiös oder esoterisch Verblendete und Wissenschaftsfeinde abzustempeln, nur weil man sich für übersinnliche Phänomene interessiert.

 

Ein typisch sektiererisches Merkmal der Skeptiker ist auch diese Mentalität von: »Wir kennen die Wahrheit und wer uns nicht zustimmt, der ist gegen uns und somit gegen die Wahrheit, und somit auch ein minderwertiges Subjektiv für die Gesellschaft.« Wenn man sich so sehr einbildet, man würde bereits Bescheid wissen, ohne zuerst einmal ordentlich zu forschen und nachzudenken, dann ist es völlig logisch, dass man diese Phänomene gar nicht begreifen kann und nichts als Unsinn darüber behauptet, sobald man nur den Mund aufmacht.

 

Ein typisches Syndrom dieser Skeptiker ist auch, dass sie sich einbilden, sie könnten sich über alle möglichen Themen dieser Welt äußern, obwohl sie darin gar keine wirkliche Expertise haben. Das zeigt sich etwa auch beim Youtube-Kanal »MaiLab« von Mai Thi Nguyen-Kim. Natürlich muss man nicht jedes Thema an einer Universität studieren, um sich darin auszukennen und darüber sprechen zu können, aber Skeptiker plappern über zu viele Dinge, über die sie sich nicht auskennen.

 

Unter ihnen haben auch nur wenige eine ordentliche Universitäts-Professur, aber sie bilden sich ein, sie könnten auf allerhand namhafte Wissenschaftler losgehen, die eine Jenseitswelt für möglich halten und diese Möglichkeit wissenschaftlich gut begründen können. Sie sehen die Fahrlässigkeit, die Einseitigkeit, den Dogmatismus, den Fundamentalismus, die Voreingenommenheit, die Irrtümer, die Irrationalität, den Quatsch und die Verschwörungstheorien immer nur bei anderen, aber niemals bei sich selbst. Sie sind keine Skeptiker, sondern Verschwörer, Ignoranten, Sektierer und Lügner.

 

Dies bestätigte etwa auch das ehemalige Gründungsmitglied der deutschen GWUP, der Sozialwissenschaftler und Geograph Edgar Wunder. Gegen Ende der 1990er-Jahre war ihm klar, dass er von der GWUP ausgeschlossen werden wird, weil er den meisten Leuten dort zu lästig wurde, denn er war einer der ganz wenigen im Verein, die an einer ehrlichen Forschung interessiert waren. Nach der Trennung fand er scharfe Worte gegen diesen Verein. So heißt es etwa auf Wikipedia: »Als Kritiker der GWUP trat der Soziologe Edgar Wunder in Erscheinung, selbst ein ehemaliges Gründungsmitglied des Vereins und langjähriger Redaktionsleiter der GWUP-Zeitschrift Der Skeptiker. Er bemängelte 1999, die GWUP selbst stelle kaum Untersuchungen zum Nachweis paranormaler Phänomene an, sondern ›verstehe sich als Kampfverband gegen alles, was der etablierten Wissenschaft zuwiderlaufe.‹ Nach Wunder ist ein strukturelles Merkmal der Skeptikerbewegung eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So würden etwa viele GWUP-Mitglieder einen Weltanschauungskampf ohne hinreichende fachliche Kenntnis führen und selektiv und unsachlich argumentieren. An wissenschaftlichen Untersuchungen von Parawissenschaften seien sie höchstens insofern interessiert, ›als deren Ergebnisse ‚Kanonenfutter‘ für öffentliche Kampagnen liefern könnten.‹«

 

Der gesamte Befund Dr. Edgar Wunders befindet sich hier: https://swprs.org/das-skeptiker-syndrom. Interessant auch der Befund von Prof. Timm Grams: https://www2.hs-fulda.de/~grams/hoppla/wordpress/?p=1682. Auch einer der Gründerväter der Skeptikerbewegung in den USA, Carl Sagan, hat den Extremismus einiger Skeptiker kritisiert und abgelehnt.

 

Auch bekannte Wissenschaftler, die mit Akademikern aus der Skeptikerbewegung in Berührung kamen, berichten immer wieder über die unglaubliche Ignoranz dieser Leute. Diese machen sich kaum die Mühe, sich mit ernsthaften Belegen für das Über-Materielle, die es bereits gibt, zu befassen. Es ist im Grunde wie damals mit Ignaz Semmelweis: Sie wollen nicht gelten lassen, was sie einfach nicht verstehen können und wollen.

 

Beispielsweise war auch der Psychologe Michael Shermer schon in den 90er Jahren, als er die ersten Male für Dokumentationen über Nahtoderfahrungen befragt wurde, auffallend darum bemüht, diese Phänomene nur als Fantasien des Gehirns gelten zu lassen. Seit damals haben sich seine Meinungen über NTE nicht wesentlich geändert. All die vielen Erkenntnisse, die andere Akademiker, Wissenschaftler und sogar Laien inzwischen darüber sammelten, sind an ihm und seinen Skeptiker-Kollegen abgeperlt wie Wassertropfen an einem Lotusblatt, weil sie diese nicht gelten lassen wollen. Und ausgerechnet Shermer schrieb ein Buch darüber, warum der Mensch so gerne »glaubt« (»The Believing Brain«). Seine eigene zwanghafte Fixierung auf den Materialismus erkennt er dabei natürlich nicht als fundamentalistische Gläubigkeit, diese verwechselt er mit »Wissenschaft«.

 

Der US-amerikanische Neurologe und Skeptiker Sam Harris sagt etwa bei einer Bühnendiskussion, die Wissenschaft würde die Idee eines Jenseits nicht generell ablehnen, denn die Wissenschaft sei ja sehr aufgeschlossen, nur gäbe es seiner Ansicht nach bisher keine Evidenzen für ein Jenseits. Wenn man sich dann andererseits ansieht, wie er mit Nahtoderfahrungen umgeht, wie er beispielsweise den berühmten Fall von Alexander Eben in den Schmutz zieht und was für unbewiesene Behauptungen er darüber aufstellt, dann ist es kein Wunder, dass er geistig zu blind ist, um diese Evidenzen zu begreifen, und dann sagt er einfach, es gäbe keine Evidenzen.

 

Einen gesunden Skeptizismus habe ich eher bei vielen spirituellen und spirituell offenen Menschen festgestellt, denn viele von ihnen hinterfragen übersinnliche Phänomene sehr streng, sie suchen nach Bestätigungen und sind bei weitem nicht nur diese blinden, leichtgläubigen Schwarmgeister und Wundersüchtigen, wie Skeptiker es meistens darstellen.

 

Nahtoderfahrungen sind Abweichungen, Anomalien. Wahre wissenschaftliche Denker stürzen sich auf solche Anomalien, sie sind neugierig darauf. Sie blicken gerne über den gewohnten Tellerrand hinaus, weil sie nur dadurch neues lernen. Aber Skeptiker machen genau das Gegenteil mit all jenen Themen, die sie nicht materiell erklären können.

 

Typisch falsche Behauptungen von Jenseitsgegnern, um Phänomene wie Nahtoderfahrungen (NTE) nur als nichtssagende Halluzinationen darzustellen, sind:

  • NTE seien »rein subjektive« Erfahrungen, die sich nur durch persönliche Erfahrungsberichte bzw. »Anekdoten« zeigen und daher nichts beweisen könnten.

  • Bei NTE würde man nur »innere Bilder« erleben, die das Gehirn aus Angst vor dem Tod erzeugt.

  • NTE würden nur in der Phase vor oder nach dem Kreislaufstillstand bzw. klinischen Tod passieren.

  • Der Begriff »Nahtoderfahrung« sei generell unpassend, weil die meisten Nahtoderfahrung angeblich nichts mit dem Herzstillstand zu tun hätten.

  • Nahtod-Erfahrene seien nicht endgültig gestorben und das Gehirn würde noch »viele Minuten« nach dem Herzstillstand »weiterleben« oder es seien noch »viele Minuten« Hirnströme aktiv.

  • NTE entstünden durch ein »letztes Aufbäumen« oder ein »neuronales Gewitter« im Gehirn.

  • Nur religiöse Menschen hätten Nahtoderfahrungen, weil sie ein Jenseits erwarten, während Atheisten keine hätten.

  • NTE könnten bereits körperlich erklärt und experimentell ausgelöst werden.

  • NTE seien nur Stressreaktionen, um das Sterben zu erleichtern.

 

Korrekt sind in dieser Liste nur zwei Dinge: Dass Nahtoderfahrene, die uns über Nahtoderfahrungen berichten, nicht endgültig verstorben sind, und dass es eine Art »letztes Aufbäumen« im Gehirn gibt. Dieser Artikel zeigt jedoch, warum diese beiden Punkte sogar viel eher ein weiterer Beleg dafür sind, dass NTE nicht im Gehirn entstehen können.

 

Die Urheber solcher falschen Behauptungen haben vier Dinge gemeinsam, weshalb sie nicht qualifiziert sein können, ernsthafte Aussagen über Nahtoderfahrungen und andere paranormale Phänomene zu machen.

 

Erstens hatten Skeptiker selbst keine Nahtod- und andere übersinnlichen Erfahrungen, aber sie bilden sich ein, sie wüssten mehr darüber als die Millionen der Erfahrenen selbst und diese wären zu dumm, um diese Erfahrungen nicht von Halluzinationen und Träumen unterscheiden zu können. Man muss nicht alles selbst erfahren in dieser Welt, um es zu einem gewissen Grad begreifen zu können, auch Nahtoderfahrungen nicht, aber Skeptiker hätten solche Selbsterfahrungen dringend nötig, und unter jenen Menschen, die heute aufgrund eigener NTE von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, befinden sich genug, die früher dieselben Skeptiker und Materialisten waren.

 

Zweitens – dieser Punkt wurde oben bereits erwähnt: Skeptiker sind von Grund auf festgelegt, es könne sowieso nur das Materielle geben und daher auch keine nicht-materielle Existenz. Daher beschäftigen sich die meisten Skeptiker nur oberflächlich mit Nahtoderfahrungen, was sich vor allem daran zeigt, dass sie oft nicht einmal die grundlegendsten Fakten über diese Phänomene kennen oder diese einfach abstreiten, zum Beispiel, dass die meisten Nahtoderfahrungen beim Herzstillstand einsetzen und viele davon mehrere Minuten dauern und sogar bei gleichzeitiger Vollnarkose verlaufen. Viele einfache Laien hingegen, die sich näher und ehrlich mit diesen Phänomenen befassen, wissen über solche grundlegenden Fakten Bescheid. Auch die berühmte Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross durchschaute sie schon vor Jahrzehnten.

 

Dass NTE meistens im klinischen Tod passieren ist heute schon fast Allgemeinwissen, sogar manche Journalisten billiger Boulevardzeitungen wissen es, nur viele Extrem-Skeptiker wissen es nach Jahrzehnten noch immer nicht, sie wollen es auch nicht wissen und sie stellen sich heute immer noch hin und behaupten einfach ohne Beweise, NTE würden vor oder nach dem Kreislaufstillstand passieren. Sie wollen die Tatsache, dass die meisten NTE während klinischem Tod passieren, immer wieder »als Mythos entlarven«, um keinesfalls den Anschein aufkommen zu lassen, NTE würden in einer Phase ohne Hirnstromaktivität passieren, dann laut heutiger Neurologie sind Hirnströme eine zwingende Voraussetzung, damit das Gehirn etwas Geistiges erzeugen kann.

 

Skeptiker unterscheiden auch Nahtoderfahrungen nicht von AKE ohne körperlicher Todesnähe. Ebenso wenig unterscheiden sie NTE von Rauschzuständen durch Drogen, die nur oberflächliche Gemeinsamkeiten zu NTE haben. Sie werfen all diese Phänomene einfach in einen Topf und behaupten dann, der Anteil an AKE/NTE, die beim Kreislaufstillstand passieren, würden nur ein paar wenige Prozent ausmachen, daher wollen sie sogar den Begriff »Nahtoderfahrung« abschaffen. Sie drehen sich einfach alles so hin, wie es ihnen passt. Das kommt zustande, wenn Menschen ihr Wunschdenken nicht von einer realistischen Betrachtung der Fakten unterscheiden können.

 

Unter den seriösen Nahtodforschern herrscht viel Gemeinsamkeit über das Thema Nahtoderfahrungen, aber aufgrund dessen, wie Skeptiker eben sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie so viele widersprüchliche Aussagen über NTE treffen. Die einen behaupten einfach, NTE passieren vor dem Kreislaufstillstand, die anderen behaupten, sie passieren nach erfolgreicher Reanimation in der Aufwachphase. Andere Skeptiker geben immerhin zu, dass NTE hauptsächlich während des Kreislaufstillstandes passieren, aber sie haben dann natürlich wieder ihre ganz eigenen Ideen über angebliche Hirnstromaktivität, die noch nie jemand bewiesen hat, oder sie spekulieren einfach darauf, man habe gewisse Hirnströme bisher technisch nicht feststellen können, obwohl sogar das EEG als das sicherste Instrument zur Feststellung des irreversiblen Hirntodes gilt.

 

Der deutsche Neurologe Christian Hoppe behauptet einfach, Menschen seien während des klinischen Todes »kein bisschen Tod«. Damit behauptet er einfach ohne Beweise das blanke Gegenteil dessen, was der aktuelle Stand der Wissenschaft ist. Und obwohl der Begriff »Nahtod« sowieso nicht vom »Endtod« spricht, sondern eben nur den »Beinahe-Tod« meint, ist ihm sogar der »Nahtod« zu nahe am Tod. Das Wunschdenken dieser Leute kennt einfach keine Grenzen.

 

Der australisch-niederländische Anästhesist und Skeptiker Gerald M. Woerlee beispielsweise erdreistet sich, Dr. Pim van Lommels Studie als pseudowissenschaftlich zu kritisieren, während er selbst nichts als Falschaussagen über Nahtoderfahrungen abliefert, weil er diese Phänomene überhaupt nicht begreift und auch nicht begreifen will. So beschreibt er beispielsweise den Tunnel und das »Licht« – die zu den häufigsten Elementen von Nahtoderfahrungen gehören – als rein visuelle Erfahrungen. Da frage ich mich, ob sich dieser Mensch jemals wirklich angehört hat, was Nahtoderfahrene berichten, denn es erfordert eigentlich nicht viel Denk- und Einfühlungsvermögen, um zu erkennen, dass es sich bei diesen Elementen bei weitem nicht nur um visuelle Erlebnisse handelt, die man einzig und allein mit dem Sehsinn erklären könnte. Wo bleibt da die wissenschaftliche Genauigkeit, Herr Woerlee? Die haben Sie nicht. Das Thema Nahtoderfahrungen ist Ihnen einige Nummern zu groß, genauso wie den meisten anderen Skeptikern. (Worum es sich bei »Tunnel und Licht« wirklich handelt, wird später näher erläutert.)

 

Der deutsche Neurologie Birk Engmann beispielsweise meint, man könne Nahtoderfahrungen wissenschaftlich erklären, aber auch bei ihm ist »Wissenschaft« von Grund auf beschränkt auf »Materialismus«. Außerdem vertritt er die für Skeptiker typische aber falsche Ansicht, Nahtoderfahrungen könnten durch bestimmte Drogen und das Narkose- und Rauschmittel Ketamin erzeugt werden. Dass dies nicht korrekt ist, drauf wird später näher eingegangen.

 

Engmann beschwert sich darüber, Esoteriker würden Wissenschaft missbrauchen für ihre Jenseits- und Gottesbeweise, aber er selbst bemerkt nicht, dass er seine einseitigen Vorstellungen von Wissenschaft missbraucht, um einen sturen Materialismus zu begründen und er damit die Marke Wissenschaft genauso beschmutzt wie die anderen auch, und so ist es immer mit den Extremisten: Sie bemerken nicht, wie ähnlich sie sich sind.

 

Der österreichische Skeptiker Florian Aigner meinte beispielsweise bei der österreichischen Talkshow »Die Barbara Karlich Show« im Jänner 2021, er bekäme Bauchweh, wenn Menschen meinen, etwas sei übersinnlich und würde den physikalischen Gesetzen widersprechen. Eine solche Aussage würden viele andere Wissenschaftler, wie etwa der weltweit renommierte österreichische Quantanphysiker Anton Zeilinger so nicht treffen, denn dieser bildet sich nicht ein, der Mensch würde die physikalischen Gesetze dieser Welt bereits so gut kennen, um das Übersinnliche ausschließen zu können. Die Haltung von Aigner hingegen ist absolut nicht wissenschaftlich, sondern im Grunde: »Wir haben bereits unsere Theorien und Thesen, diese erklären bereits die Welt und wir lassen nichts anderes mehr gelten.« Und auf genau dieser ignoranten Haltung beruht das Unwissen der Skeptiker über paranormale Phänomene.

 

Die bereits erwähnte britische Skeptikern Susan Blackmore übertrifft alles. Sie stellt Nahtoderfahrungen oft so dar, als hätte man nur kurze visuelle Erlebnisse von Tunnel und Licht, und sie behauptet einfach, Nahtoderfahrungen würden nicht im klinischen Tod erfolgen. Sie behauptet sogar, selbst eine Nahtoderfahrungen gemacht zu haben und trotzdem nicht vom Jenseits überzeugt zu sein. In Wirklichkeit verwechselt sie einen Drogenrausch mit einer Nahtoderfahrung. (Mehr dazu später.) Blackmore geht auf jede Dokumentation über Nahtoderfahrungen, für die sie oder andere ihrer Skeptikerkollegen nicht befragt wurden, verärgert los und attackiert sie als »einseitig« oder »falsch«, während sie ihre eigene Einseitigkeit natürlich nicht erkennt. Sie behauptet beispielsweise auch, Nahtoderfahrungen würden »immer« mit dem Tunnel und dem Licht beginnen. Dies erklärt sie natürlich scheinbar biologisch, weil es eines der wenigen Dinge ist, die man scheinbar eben noch am ehesten biologisch erklären kann. Dazu fallen ihr dann ganz bestimmte Regionen im Gehirn ein, die verantwortlich sein sollen, um diese – angeblich bloßen – visuellen Eindrücke zu begründen. Dass sehr viele Nahtoderfahrungen aus subjektiver Sicht mit der Ablösung vom Körper und der Sicht von oben auf die lokale Szene beginnen, davon will sie als angebliche Nahtod-Experten über all die Jahre hinweg noch nie etwas gehört haben? Oder sie hörte zwar davon, will dies aber nicht gelten lassen und verschweigt es in ihren Darstellungen bewusst? Wenn das nicht Lüge ist, dann ist es zumindest gröbste Fahrlässigkeit.

 

Drittens sehen Skeptiker in Religion, Glaube und Esoterik primär das Negative, egal ob sie direkt von negativen Erfahrungen in diesen Bereichen betroffen sind oder nicht, wie etwa: Höllendrohungen, äußerst unsympathische kirchliche Amtsträger während der Kindheit, oder etwa von Scharlatanerie durch vermeintliche Heiler. Sie assoziieren jeden Gedanken an das Übersinnliche mit ihrer einseitigen, negativen Sicht auf diese Thematik. So sind zwar Abneigungen gegen Religion und Esoterik sehr verständlich, egal ob man direkt von schlechten Erfahrungen betroffen ist oder nicht, aber das sollte besonders bei Leuten, die sich so gerne auf der Seite der Aufklärung, der Vernunft, der Neutralität und der Wissenschaft sehen, nicht zu einer derartigen Ignoranz gegenüber paranormalen Phänomenen führen, wie es bei den extremeren Skeptikern gegeben ist.

 

Viertens ist die generelle Angst vor dem Unbekannten zu nennen. Manche Skeptiker meinen zwar, man könne keine Angst vor etwas haben, woran man gar nicht glaubt bzw. was man nicht für real hält. Aber das ist wieder eine dieser typischen Kurzsichtigkeiten. Viel eher ist es so: Wenn man sich selbst glauben kann, ein Jenseits würde nicht existieren, ja, dann hat man wohl auch keine Angst davor. Aber in dem Moment, wo man ein mögliches Jenseits rein gedanklich für möglich hält, da kann Angst oder Ablehnung aufkommen, zum Beispiel, weil man es als etwas wenig Durchschaubares betrachtet – weil es auf den ersten Blick keinen Sinn macht, weil man es nicht versteht, weil man es nicht sehen, nicht messen und nicht kontrollieren kann. Also redet man sich zur Lösung dieses inneren Konflikts einfach ein, das Jenseits würde gar nicht existieren und jeder Gedanke daran sei reine Erfindung. Umgekehrt aber meinen sie über religiöse Leute, diese würden es sich zu einfach machen, indem sie ihre Angst vor der Unendlichkeit kompensieren, indem sie an einen schönen Himmel glauben. Wie immer, so sehen Skeptiker die Einseitigkeit, die Bequemlichkeit, die Angst, die Schwäche, das Wunschdenken und all diese Dinge immer nur bei den anderen, aber niemals bei sich selbst.

 

Diese vier Faktoren ergeben einen mentalen Komplex, weshalb Materialisten und Skeptiker gar nicht in der Lage sind, das Übersinnliche wissenschaftlich zu betrachten und zu verstehen. Sie wurden sich besonders in den letzten Jahrzehnten immer sicherer darin, die Zeit des Glaubens an das Übersinnliche sei Dank der heutigen Wissenschaft besiegelt. Da scheint auch ein enormer Stolz zu bestehen, um das materialistische Dogma nicht als Irrtum eingestehen zu können. Skeptiker sehen jeden Gedanken, es könne eine übersinnliche Welt geben, als Angriffe gegen ihre Existenz, so wie sich damals die Menschen von Galileo Galilei angegriffen fühlten, weil er meinte, im Mittelpunkt sei nicht die Erde, sondern die Sonne. Dabei sagt uns heute sogar die klassische Physik, dass es eigentlich gar keine Materie gibt, sondern zuerst Information und Energie gegeben sein müssen, damit Materie entstehen kann. Dieser Grundsatz bestätigt sich auch in übersinnlichen Dingen.

 

Auch in gewissen spirituellen und esoterischen Kreisen zeigen sich diese überaus einseitigen Sichtweisen auf Religion, wo es etwa pauschal heißt, bei Religionen ginge es nur um Macht und Manipulation. Ich selbst bin ohne Konfession und kein großer Freund der Konfessionen, aber wer sich für vernünftig und wahrheitsliebend hält, muss Abstand nehmen von diesen einseitigen Denkschablonen und etwas mehr differenzieren. Religionen sind nicht alle gleich und auch innerhalb einzelner Konfessionen sind sowohl die Geistlichen als auch die Gläubigen sehr unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten und Glaubensansichten.

 

Niemand von diesen Skeptikern hat jemals eine ordentliche Studie über Nahtoderfahrungen durchgeführt. Wenn sie über diese Phänomene scheinbar »wissenschaftlich« sprechen, dann in Wirklichkeit nicht fortschrittlich, sondern genau umgekehrt: Sie »pressen« NTE geistig mit aller Gewalt in bestehende Hypothesen und Theorien der Neurologie hinein, sodass man NTE scheinbar biologisch erklären kann. Solche Leute waren immer schon die Blockierer der Wissenschaft, wie damals beim Fall Semmelweis.

 

Gerade diejenigen falschen Experten, die sich selbst und anderen gerne einreden, Nahtoderfahrungen seien biologisch bereits gut erklärbar, können in Wirklichkeit so vieles nicht über diese Phänomene erklären und sie gehen auf diese Aspekte meistens gar nicht ein, zum Beispiel:

  • Wie sollen derart erweiterte Bewusstseinszustände trotz Vollnarkose allein im Gehirn entstehen, obwohl bereits allein eine Vollnarkose jegliche Wahrnehmung weitgehend unmöglich macht?

  • Wie kann es sein, dass Menschen, die von Geburt an blind sind, bei Nahtoderfahrungen klar sehen können, nicht hingegen durch die Einnahme von Psychedelika und auch nicht durch künstliche Hirnstimulation?

  • Wie soll sich jemand an lokale Details erinnern, die außerhalb seiner körperlichen Reichweite lagen und die er sich keinesfalls ausdenken konnte?

  • Warum haben die meisten Menschen keine NTE, obwohl sie rein körperlich und psychisch die gleichen Bedingungen hatten wie die Menschen mit Nahtoderfahrung? (Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass NTE auch durch eine übergeordnete geistige Instanz ermöglicht werden. Darauf wird später noch einmal kurz eingegangen mit einem Zitat einer Erfahrenen.)

  • Warum treten diese enormen Persönlichkeitsveränderungen und Heilungen nur bei NTE auf, aber bei psychedelischen Halluzinationen entweder gar nicht oder weitaus schwächer?

  • Warum diese vielen Unterschiede zwischen Halluzinationen und NTE?

  • Warum hört das körperliche Leiden in Akutsituationen nur bei den Menschen mit NTE so plötzlich auf, nicht hingegen bei den Menschen ohne NTE?

 

Weniger extreme Skeptiker sind immerhin ehrlich genug, um zuzugeben, dass einige Aspekte von Nahtoderfahrungen biologisch bis jetzt nicht ausreichend erklärbar sind. Körperlich kaum erklärbar ist zum Beispiel auch das Phänomen der »terminalen Geistesklarheit«, wo etwa Alzheimerpatienten kurz vor dem Sterben plötzlich geistig völlig klar, völlig orientiert sind und klar sprechen können, als hätten sie niemals Alzheimer gehabt. Bei Alzheimer weiß man jedoch, dass das Gehirn krank ist. Jeder Neurologe weiß, sobald das Gehirn einen erheblichen Defekt aufweist, dann sind meistens auch das Denken und die Wahrnehmung verzerrt und weniger leistungsfähig. Bei den Nahtoderfahrungen und Sterbebettphänomenen ist genau das Gegenteil der Fall, was ein starker Beleg dafür ist, dass das Bewusstsein nicht allein im Gehirn entsteht.

 

Diesen unehrlichen Umgang vieler materialistischer Wissenschaftler und deren Fans durchschauen auch viele einfache Menschen, und darin liegt sicher ein wesentlicher Grund für die große Skepsis vieler Menschen gegenüber der Wissenschaft. Skeptiker beschweren sich darüber, wenn Menschen zu wenig auf die Wissenschaft hören, aber wie wäre es einfach einmal, ehrlicher zu sein und aufzuhören, die Wissenschaft für diesen materialistischen Kult zu missbrauchen? Das würde sicher viel dazu beitragen, dass Menschen mehr auf Wissenschaft hören.

 

Aber es ist typisch, dass Extremisten ihren eigenen Extremismus nicht erkennen, egal um welche Inhalte es geht. Sie sind immer irgendwie ähnlich und verquer: Skeptiker predigen von der Wissenschaft, halten sich aber selbst nicht an wissenschaftliche Grundsätze, wie etwa an den Grundsatz, unbekannte Phänomene neutral, unvoreingenommen zu betrachten. Und fanatische Christen predigen vom Frieden, von Gott und vom himmlischen Paradies, aber andererseits sind sie für die Todesstrafe, wünschen sich einen Gott, der ungläubige Menschen auf ewig verdammt, vereinigen sich bei Corona-Demonstrationen mit Rechtsradikalen oder misshandeln hinter verschlossenen Türen Kinder.

 

Während ein Teil der Christen und anderen religiösen Menschen in den Nahtoderfahrungen Bestätigungen für das Jenseits sehen, haben auch manche Christen ein gewaltiges Problem mit Nahtoderfahrungen, weil sie darin Widersprüche zu ihrer Bibel-Auslegung sehen. Insbesondere scheint es manchen radikalen Christen sauer aufzustoßen, wenn Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen und »falschen Bibelauslegungen«, und sogar Atheisten diese Erfahrungen »göttlichen Lichts« machen, denn dies ist mit einer religiösen Lehre, in der ein kleinlicher Rache- und Höllengott im Zentrum steht, natürlich nicht vereinbar, also wettert man gegen Nahtoderfahrungen auf eine ähnliche Art, wie Skeptiker es tun, so etwa mit dieser nichtssagenden Floskel, »Nahtoderfahrene waren nicht endgültig tot.«

 

Auch auf meinem eigenen Yotube-Kanal über Nahtoderfahrungen kommen die sinnfreiesten Kommentare immer von zwei Arten von Extremisten. Entweder sind es religiöse oder materialistische Extremisten. Sie sehen sich diese Videos meistens nicht einmal an, dann kommentieren sie, aber sie wollen nur ihre »Belehrungen«, Floskeln und vorgefassten Meinungen abladen. Dazu kommen die einen Extremisten mit ihren Bibeltexten und die anderen mit ihrer angeblichen Wissenschaft und ihren Studien, die das Übersinnliche angeblich widerlegen bzw. rein biologisch erklären. Sie sind absolut nicht in der Lage, auf sachliche Argumente einzugehen und vernünftig über diese Phänomene zu diskutieren.

 

Weniger radikale Skeptiker geben immerhin auch zu, dass die Wissenschaft die übersinnlich anmutenden Phänomene insgesamt noch bei weitem nicht ausreichend untersucht hat, weshalb die Wissenschaft insgesamt auch gar keine endgültigen Aussagen darüber treffen kann. Aber die radikalen Materialisten und Skeptiker bilden sich tatsächlich ein, diese Phänomene seien bereits ausreichend untersucht und man müsse sich nicht näher darum kümmern.

 

Skeptiker könnten den Kampf gegen den Wahnsinn der radikalen religiösen Gesinnungen wohl besser gewinnen, wenn sie sich dem Übersinnlichen auf ehrliche Art annehmen würden, anstatt einen blinden, einseitigen Kampf dagegen zu führen, mit dem sie sich spiegelbildlich im Grunde genauso kleinlich und unehrlich verhalten wie die radikalen Religiösen mit ihren festgefahrenen Überzeugungen.

 

Wirkliche Wissenschaftler sind eher Rebellen und Aufwiegler, und zwar generell in der Gesellschaft, als auch innerhalb der Wissenschaft, weil sie neugierig sind und bisherige Dogmen aufbrechen. Sie haben kein Problem mit Irrtümern, im Gegenteil, sie gestehen sich Irrtümer ein, weil Irrtümer Wendepunkte sind, um in der Erkenntnis voranzukommen.

 

Ein seriöser Forscher darf kein blinder »Schwärmer« sein, aber er braucht eine gewisse Neugier und kritische Offenheit. Er darf nicht von Grund auf nur für oder gegen eine These sein, er muss mental eine neutrale Mitte einnehmen und das Forschungsthema ehrlich und kritisch von beiden Seiten her betrachten können: Was spricht für meine Vermutung? Was spricht dagegen? Skeptiker sind meistens blind für oder blind gegen eine Sache, sie kennen keine neutrale, wissenschaftliche Mitte.

 

Skeptiker ignorieren etwa auch die Forschungsergebnisse über Kinder, die sich an frühere Leben erinnern. Unter den Forschungen von Ian Stevenson und Jim Tucker von der Universität von Virginia kamen Ergebnisse zustande, die ein an der Wahrheit interessierter Mensch nicht einfach ignorieren kann. Insbesondere geht es darum, dass sich diese Kinder an Details erinnern, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht allein während ihres aktuellen Lebens rein über ihr körperliches Nervensystem wahrnehmen konnten. Aber auch diese Fakten werden von Skeptikern ignoriert und dann sagen sie einfach, es gäbe »keine Evidenzen« für das Über-Materielle.

 

Beweisfeld 1: Validierungen von Wahrnehmungen und klinischer Tod

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[4]

 

Warum auch persönliche Erfahrungsberichte Fakten beweisen können

Es wird oft so dargestellt, als ginge es bei NTE nur um nicht prüfbare, persönliche (subjektive) Behauptungen, wie etwa über angebliche Erfahrungen von Tunnel, Licht, außerordentlichen Gefühlszuständen und Seelenwesen. Die ernsthaften Nahtodforscher haben jedoch deshalb begonnen, sich ernsthaft für Nahtoderfahrungen zu interessieren, weil Patienten nach dem Aufwachen aus dem klinischen Tod sehr detailliert lokale Ereignisse, Dinge und Menschen beschreiben konnten, die sie rein körperlich keinesfalls wahrnehmen konnten, weil sie in dieser Zeit klinisch tot waren und/oder körperlich zu weit von diesen Dingen und Ereignissen entfernt waren, sodass eine rein körperliche Wahrnehmung eindeutig ausgeschlossen werden konnte. Oft handelt es sich bei diesen Erinnerungen sogar um Dinge, die zeitgleich in anderen Räumen und in anderen Orten gegeben waren. Hinzu kommt, dass Menschen während einer Nahtoderfahrung oft nicht nur klinisch tot, sondern gleichzeitig in Vollnarkose und somit doppelt »ausgeschaltet« sind.

 

Wenn ein Patient solche Details nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit beschreibt, so ist für das beteiligte Personal in diesem Moment evident bzw. validiert, dass sich dieser Patient korrekt erinnert. Und wenn jemand etwas weiß, was körperlich-sinnlich nicht in sein Gehirn eindringen konnte, dann heißt das auch: Die Wahrnehmung des Menschen kann ohne physischen Körper existieren. Es muss eine Art Existenz »jenseits« des Körpers geben.

 

Dass Nahtoderfahrungen »nur subjektive Erfahrungen« sind, ist eine diese billigen Floskeln, um NTE scheinbar und pauschal unglaubwürdig zu machen. Es wird generell oft diese widersinnige Aussage getroffen, Subjektivität und Objektivität seien »Gegenteile«. Wenn zwei Menschen einen roten Mercedes vor sich haben und ihn als solchen erkennen, dann ist das zwar jeweils eine subjektive Wahrnehmung, aber gleichzeitig auch eine objektive. Wenn eine subjektive Wahrnehmung gewisser Dinge richtig ist, dann ist es immer auch gleichzeitig eine objektive Richtigkeit.

 

Diese Erinnerungen an lokale Dinge sind der entscheidende, wissenschaftlich verifizierbare Faktor, der in systematischen Untersuchungen grundsätzlich nachgewiesen werden kann und teilweise auch bereits angedeutet wurde, vor allem durch Michael Sabom und Pim van Lommel (beide Herzspezialisten). Diese Forschungen genügen zwar aus streng wissenschaftlicher Sicht nicht, aber sie ergeben zumindest derart schwerwiegende Verdachtsmomente für die außerkörperliche Existenz, sodass es wissenschaftlich grob fahrlässig ist, diese zu ignorieren oder noch weiter zu behaupten, es gäbe keine entsprechenden Belege. Ansonsten findet man im Internet und in der Literatur viele Fälle von Wahrnehmungsvalidierungen, bezeugt von glaubhaften Menschen, die alles andere als fantasieren oder nur etwas inszenieren wollen. Insbesondere Elisabeth Kübler-Ross, Raymond Moody, Bruce Greyson, Kenneth Ring, Michael Sabom, Jeffrey Long, Sam Parnia und Pim van Lommel haben insgesamt Hunderte Fälle solcher Lokalwahrnehmungen dokumentiert.

 

Im Prinzip handelt es sich bei diesen Wahrnehmungs- oder Erinnerungsvalidierungen methodisch um etwas sehr Einfaches, was die meisten Menschen aus der Schule kennen. Wenn ein zu prüfender Mensch etwas von sich gibt, egal ob schriftlich, mündlich oder beides, dann ist das für sich genommen immer eine persönliche Äußerung. Aber bei einer ordentlichen Prüfung beweist sich, ob sich der Prüfling mit den jeweiligen Fakten beschäftigt hat oder nicht, ob er sie kennt. So ergibt sich ein Beweis. In der Wissenschaft spricht man auch von Validierungen und Verifizierungen.

 

Susan Blackmore und andere Skeptiker argumentieren beispielsweise, der Mensch könne allein durch das Hören erkennen, was in einem Raum passiert. Ja, das streitet wohl niemand ab. Aber wo liegen hier die Grenzen, vor allem dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die man vorher nie gesehen hat und auch aus dem normalen Leben nicht kennt. Viele Dinge machen keine Geräusche, man kann sie nur wahrnehmen, indem man sie berührt oder sieht. Es ist reines Wunschdenken, Menschen hätten sich all diese lokalen Details, die sie immer wieder beschreiben können, rein vom Gehör her ausdenken können.

Menschen ohne eine außerkörperliche Erfahrung haben kaum so klare und detaillierte Erinnerungen an die jeweiligen Ereignisse. Sie wissen höchstens noch ein bisschen etwas aus der Zeit vor der Bewusstlosigkeit und dies auch nicht aus der Perspektive von oben, sondern aus der liegenden. In starken Leidenszuständen werden Patienten noch dazu schmerzbehandelt oder narkotisiert, dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit die Wahrnehmung zusätzlich. Mit der Außerkörperlichkeit jedoch endet das körperliche Leiden und die Wahrnehmung erweitert sich massiv. (Auch bei höllischen Erfahrungen erfolgt eine gewisse Erweiterung der Wahrnehmung, jedoch eine leidvolle. Darauf wird in diesem Artikel nicht näher eingegangen, nur später noch ein paar Hinweise dazu. (Ein eigener Artikel über höllische NTE befindet sich hier.)

Andere Arten von Validierungen durch Informationen

Validierungen durch den »Lebensfilm«: Der Lebensfilm ist eines der häufigsten Elemente von Nahtoderfahrungen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Betreffenden ihr bisheriges irdisches Leben ganz oder teilweise durchlaufen, und zwar visuell aber auch mit allen relevanten Empfindungen der beteiligten Lebewesen, nicht nur der Menschen, sondern auch der Tiere.

 

Hierbei kommt es auch vor, dass die betreffenden Menschen Ereignisse sehen, die sie früher, als diese Dinge im irdischen Leben tatsächlich passierten, körperlich-nervlich nicht wahrgenommen haben oder die sich ein Mensch normalerweise nicht merken kann, zum Beispiel den Geburtsvorgang. Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert der ungarisch-schweizerische Architekt Stefan von Jankovich, der auch einige Bücher aufgrund seiner Jenseitserfahrungen schrieb. Er sah während seiner Nahtoderfahrung den Verlauf seiner Geburt, konnte sich später detailliert daran erinnern und erzählte auch seinem Vater darüber, der ihm bestätige, dass seine Beobachtungen korrekt waren. Es handelte sich um viele korrekte, hochspezifische Details, sodass es sich um keine Erfindungen und Zufälle handeln konnte.

 

Ein anderes Beispiel ist ein Mann, der sich auf meinen Youtube-Kanal meldete, aber anonym bleiben wollte. Ich erstellte daher nur ein Hörtext-Video über seine außerkörperlichen Erfahrungen. Er hatte unter anderem eine AKE als Kind, bei der er eine Szene vor seiner körperlichen Geburt sah. Er sah, dass seine Mutter Probleme mit Blutungen hatte, während sie mit ihm schwanger war. Außerdem sah er, dass seine Eltern früher ein WC außerhalb des Hauses hatten – zwei hoch-spezifische Details. Denn nach der Geburt waren diese Blutungen vorbei und das Haus war renoviert, mit einem WC im Inneren. Diese Details konnte dieser Mann als Junge keinesfalls wissen, weil sie nicht thematisiert wurden. Er sprach dann seine Mutter einmal darauf an und sie bestätigte ihm, dass er Recht hatte. Hier das Video:

 

Das angebliche »Weiterleben« des Gehirns nach dem Herzstillstand und NTE bei Vollnarkose

 

Während die einen Skeptiker einfach behaupten, Nahtoderfahrungen passieren nicht beim Herzstillstand, sondern – wenn schon – kurz davor oder danach, streiten es andere Skeptiker zwar nicht ab, aber diese kommen dann gerne mit der Behauptung, »Nahtod ist nicht gleich Tod« und das Gehirn würde nach dem Herzstillstand noch »weiterleben« oder die Neuronen würden noch »feuern«.

Gut, Nah-Tod ist nicht gleich Tod, das weiß man ja, aber was will man mit dieser Floskel überhaupt aussagen?

 

Dass Menschen, die über NTE berichten, nicht endgültig verstorben sind, ist für den Beleg des nicht-körperlichen Bewusstseins letztlich irrelevant, so schon allein aufgrund der oben genannten Lokalwahrnehmungen: Wenn ein Mensch etwas weiß, was real gegeben war, was er aber körperlich nicht aufnehmen konnte, was er vorher nicht wusste, was er sich nicht ausdenken konnte und was ihm niemand sagte, dann zeigt sich dadurch in jedem Fall, dass dieser Mensch bzw. sein Bewusstsein vom Körper abgelöst war, völlig egal ob sein Körper in dieser Zeit irgendeine Hirnstromaktivität hatte oder nicht.

 

Neuerdings ist es unter gewissen Leuten populär geworden, einfach zu behaupten, das Gehirn sei nach dem Herzstillstand noch »viele Minuten aktiv« oder würde noch »lange weiterleben«. Auch in oberflächlichen Berichterstattungen in Medien wird dies oft einfach völlig undifferenziert nachgeplappert, ohne näher zu definieren, was hier »Weiterleben« bedeutet und WANN WELCHE Hirnströme hier tatsächlich aktiv sind.

 

So gab es etwa im Jahr 2018 auf 3sat und im Herbst 2020 auf ORF besonders irreführende TV-Berichte mit Prof. Jens Dreier, Neurologe aus Berlin. Da hieß es etwa auf 3sat, beim Kreislaufstillstand würde es »im Gehirn erst richtig losgehen«. Im Titel war die Rede vom »Tsunami« im Gehirn, wie auch Jens Dreier diese Welle gerne nennt. Solche Medienberichte sind Musterbeispiele für falsche, irreführende Informationen mit dem Ziel, Nahtoderfahrungen mit einer scheinbaren Hirnfunktionalität zu begründen.

 

Dieser Hype um dieses angebliche »Weiterleben« des Gehirns beruht vor allem auf zwei Dingen:

  • Abklingzeit der Hirnströme innerhalb weniger Sekunden nach Eintritt des Herzstillstandes

  • einer kurzen, intensiven Restaktivität direkt vor dem endgültigen Tod.

 

Besonders diese intensive Entladungswelle, die im Grunde nur eine Rest-Aktivität ist, ist für Materialisten ein gefundenes Fressen, denn damit habe sie leichtes Spiel, um zu sagen: »Da sind noch Hirnströme aktiv.« oder »Das Gehirn lebt noch.« Wer jedoch an der Wahrheit interessiert ist, macht es sich nicht so einfach, sondern sieht genauer nach.

 

Erstens ist festzuhalten, dass Hirnstromaktivität nicht automatisch Bewusstsein erzeugt. Das zeigt sich schon allein beim Schlaf, wenn man nicht träumt, aber vor allem auch bei der Bewusstlosigkeit durch Trauma oder Krankheitsgeschehen, und besonders auch in der Vollnarkose bei stabilem Kreislauf, denn hier ist noch erhebliche Hirnstromaktivität gegeben, ohne dass man ein Bewusstsein hat. Hirnstromaktivität bedeutet also NICHT zwangsläufig, dass das Gehirn ein Bewusstsein erzeugt.

 

Zweitens ist es aus mehreren Gründen unwahrscheinlich, dass weder die abklingenden Hirnströme direkt nach dem Herzstillstand, noch diese Entladungswelle eine NTE verursachen kann. Dazu kann man nun vier entscheidende, weitere Punkte anführen.

 

Erstens – zum Abklingen der Hirnströme direkt nach dem Herzstillstand: Es gilt nach wie vor als Grundsatzwissen in der Neurologie, dass durchschnittlich innerhalb 7-10 Sekunden, spätestens innerhalb 30 Sekunden nach dem letzten Herzschlag die Hirnströme auf Null sinken, daher sacken Menschen in solchen Situationen so schnell zusammen und ohne Notfallmaßnahmen sterben die meisten davon innerhalb von 4-10 Minuten. Während einer NTE ist jedoch die Wahrnehmung meistens massiv erweitert. NTE werden von den erfahrenden Menschen als die intensivsten und lebendigsten Zustände ihres Lebens erlebt, und meistens nicht nur lebendiger als die Wahrnehmung des irdischen Daseins rein über den Körper, sondern auch in einer anderen Qualität. Dass das Gehirn ausgerechnet dann, wenn die Hirnströme auf Null sinken, so etwas erzeugen kann, spricht gegen alles, was die heutige Neurologie über den Zusammenhang zwischen Hirnstromaktivität und Bewusstsein sagt, denn für ein klares Bewusstsein muss laut der heutigen Neurologie ein stabiles Hirnstrombild im gesamten Großhirn gegeben sind.

 

Zweitens: Diese »finale Todeswelle« wird deshalb auf diese Art bezeichnet, weil sie bisher nur bei endgültig verstorbenen Lebewesen unmittelbar vor deren endgültigem Tod festgestellt wurde. Jens Dreier sagt selbst, dass der endgültige Tod kaum noch aufzuhalten ist, sobald diese Welle einmal aktiv wird, denn kurz darauf beginnt der rapide Zellverfall bzw. Zelltod. Gerade deswegen also, weil Überlebende mit Nahtoderfahrungen nicht verstorben sind, kann man davon ausgehen, dass diese Entladungswelle bei ihnen nie aktiv wurde. Selbst dann aber, wenn diese Welle bei Nahtoderfahrenen theoretisch aktiv wurde, gibt es noch zwei weitere Gründe, warum diese Welle keine Nahtoderfahrungen erzeugen kann: Es gibt weder vom Zeitpunkt noch von der Zeitdauer her eine Übereinstimmung zur NTE.

 

Grund Nummer drei sind also die verschiedenen Zeitpunkte und Zeitlängen: Nahtoderfahrungen treten meistens exakt mit dem Kreislaufzusammenbruch ein und dauern oft weitaus länger als diese Welle (mehr dazu noch im nächsten Abschnitt). Das zeigt sich immer wieder dadurch, dass der betreffende Körper mehrere Minuten, in manchen Fällen sogar bis hin zu 20, 30 Minuten oder noch länger, einen Kreislaufstillstand hatte, diese Menschen dann aber später die lokalen Verläufe aus genau dieser Zeitphase gänzlich oder zumindest soweit beschreiben können, dass damit mehrere Minuten abgedeckt sind. Diese finale Todeswelle dauert hingegen in ihrer Spitze nur 10-30 Sekunden und sie wird erst kurz vor dem endgültigen Zellverfall aktiv. Jens Dreier sagt selbst, dass zwischen dem Eintritt des Herzstillstandes und dem Beginn dieser kurzen Entladungswelle meistens ca. 3-4 Minuten vergehen und in diesen Minuten weitgehende Stille im Gehirn besteht. Was bitte »lebt« dann hier noch im Gehirn? Nur weil die Zellen nach dem Herzstillstand nicht sofort absterben, kann man nicht einfach sagen, das Gehirn würde noch »leben«. Man kann nur sagen, dass es eben nicht völlig abgestorben ist und daher grundsätzlich noch re-aktivierbar ist. Aus vielen Nahtoderfahrungen ist auch bekannt, dass diese Menschen sogar mehr als 10, 20 oder 30 Minuten klinisch tot waren. Selbst wenn hier also diese Todeswelle aktiv wurde, so ist ein zeitlicher Zusammenhang extrem unwahrscheinlich.

 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass wissenschaftlich noch nie jemandem der Nachweis über den zeitlichen Zusammenhang zwischen dieser Entladung und einer Nahtoderfahrung gelungen ist. Dass es diesen Zusammenhang gibt, ist bisher bloße Spekulation, das gibt Jens Dreier immerhin zu.

 

Und dann noch ein vierter Grund: Für ein klares Denken und Empfinden ist laut Neurologie eigentlich ein stabiles Hirnstrombild im Großhirn nötig. Nahtoderfahrungen sind die intensivsten und klarsten Bewusstseinszustände, die ein Mensch nur haben kann. Diese Entladungswelle hingegen ist nur eine diffuse Welle, die sich hauptsächlich in der Hirnrinde bewegt. Dass eine solch chaotische Welle ein klares Denk- und Gefühlsvermögen verursachen kann, spricht gegen das, was uns die Neurologie bis heute über den Zusammenhang zwischen Hirnstromaktivität und Bewusstsein sagt.

 

Nach dem Herzstillstand besteht also kein Blutfluss, somit keine Sauerstoffversorgung und keine Hirnstromaktivität, der Betreffende Körper ist in diesem Zustand regungslos. Ist es in Anbetracht dieser Fakten nicht ein bisschen übertrieben und eher Wunschdenken zu meinen, das Gehirn sei hier noch besonders »lebendig«?

 

Und wenn man hier schon »wissenschaftlich« argumentiert, dann muss man hier auch exakt analysieren, WANN, WO im Gehirn, WIE LANGE und in welcher FORM hier die Hirnströme und die NTE auftreten. Diese exakten Angaben fehlen bisher aus der Forschung und man wird sie frühestens dann erhalten, wenn man die Gehirne sterbender Menschen im MRT untersuchen kann. Aus jetziger Sicht ist es reines Wunschdenken zu sagen, bei NTE würde sich im Gehirn ein »neuronales Gewitter«, ein »Synapsengewitter« oder ein »letztes Aufbäumen« im Gehirn abspielen.

 

Wenn diese finale Hirnwelle angeblich NTE verursacht und angeblich bei jedem Menschen mit Herzstillstand auftritt und biologisch-programmatisch eine NTE auslöst, dann müssten auch weitaus mehr Menschen eine NTE haben, unter den Menschen mit Herzstillstand sind es aber nur ca. 25 %.

 

Generell gilt: Je instabiler die Hirnströme werden, umso unklarer und weniger leistungsfähiger werden das Bewusstsein und die Wahrnehmung. Solange ein Mensch nicht außerhalb seines Körpers ist, besteht ein sehr unmittelbarer Zusammenhang zwischen Hirnströmen und Bewusstsein. Aber bei Nahtoderfahrungen ist dieser Zusammenhang völlig aufgehoben. Sie treten zwar meistens bei Kreislaufstillstand ein, aber sie können auch bei allen anderen Zuständen des Gehirns auftreten: bei stabilen Hirnströmen, bei schwachen Hirnströmen, bei Überaktivität (»Gewitter«) als auch bei ausgefallenen Hirnströmen. Selbst wenn es also nur ein kleiner Teil der NTE wäre, die während Kreislaufstillstand und ohne Hirnströme passieren, so ist es immer noch ein Fakt, dass:

  • auch ein kleiner Anteil bereits belegt, dass das Bewusstsein nicht völlig an das Gehirn gebunden sein kann, denn entscheidend für Beweise ist nicht immer die Zahl bzw. Häufigkeit von Fällen, sondern die Qualität, die »Schwere« und Deutlichkeit einer Sache. Wenn eine einzige weiße Krähe daherkommt, dann ist damit bewiesen, dass es nicht nur schwarze Krähen gibt

  • sehr viele NTE zumindest bei extrem insuffizientem Kreislauf passieren, also nahe am Zusammenbruch des Kreislaufs und somit der Hirnströme. Hier dürfte das Gehirn allein kein besonders klares Bewusstsein erzeugen.

  • NTE und AKE völlig unabhängig von jeglichen Hirnströmen passieren. Diese völlige Unabhängigkeit vom Hirnstrombild ist ein schwerer Beleg dafür, dass diese Erfahrungen nicht im Gehirn entstehen können.

 

Nun heißt es auch in der Medizin schon seit langem, eines der sichersten Mittel für die Diagnose des irreversiblen Gehirntodes sei das EEG. Die Null-Linie über mindestens 30 Minuten bestätigt den Gehirntod. Man ist aber vom völligen Ausfall der Wahrnehmung so sehr überzeugt, dass das EEG für diese Diagnose in den meisten Ländern nicht einmal vorgeschrieben ist, auch in Deutschland nicht. Man verlässt sich für diese Diagnose vorwiegend auf die Anamnese und Reiz-Reaktions-Tests. Und man ist außerdem so sehr vom Ausfall der Wahrnehmung überzeugt, dass die zu explantierenden Patienten nicht einmal eine Vollnarkose bekommen müssen.

 

Wenn es aber um NTE geht, da heißt es auf einmal von den Skeptikern: »Man weiß es ja doch nicht sicher, ob das Gehirn noch aktiv war.« Wenn man es doch nicht sicher sagen kann, dann riskiert man also, dass Menschen ihre eigene Organentnahme wahrnehmen und auch darunter leiden? In der Schweiz ist man hier deshalb vorsichtiger. Hier ist es zumindest üblich, dass Menschen vor ihrer Explantation eine Vollnarkose bekommen. An diesem Hin und Her zeigt sich, wie willkürlich und unwissenschaftlich viele Skeptiker mit Gehirntod und NTE umgehen.

 

Nahtoderfahrungen passieren meistens beim Herzstillstand und auch bei Vollnarkose

Während manche Skeptiker wie Jens Dreier ehrlich genug sind, um immerhin zuzugeben, dass Nahtoderfahrungen besonders häufig in der Zeit des Herzstillstandes passieren – und das wurde von den bekannten Nahtodforschern schon vor langer Zeit anhand Tausender Fälle dokumentiert –, gibt es auch unter Leuten mit wissenschaftlichen Positionen immer noch einige hartgesottene, selbsternannte Nahtodexperten, die stur behaupten, NTE würden ohne Herzstillstand oder kurz vor oder nach dem Herzstillstand passieren, dann damit ist es leichter, zu sagen, während NTE ist das Gehirn noch aktiv.

 

Aber selbst dann, wenn NTE überwiegend ohne Herzstillstand passieren würden, sondern nur bei Kreislaufschwäche oder Narkose, wären sie ein neurologisches Paradox und es gäbe genug Gründe anzunehmen, dass sie nicht im Gehirn entstehen können.

 

Wenn manche sogar behaupten, man könne nicht feststellen, wie lange eine Nahtoderfahrung dauert und wann genau sie eintritt, dann kann ich mich nur wundern, wie man die Antwort auf diese Fragen als angebliche Nahtod-Kenner über Jahre hinweg so konsequent übersehen kann. Dies lässt sich nur mit grober Fahrlässigkeit oder Verlogenheit erklären, denn wer einen wirklichen Forscherwillen hat, kann so etwas in Anbetracht der Fülle an von Außenstehenden bestätigen Nahtodfällen mit Lokalwahrnehmungen, die heute verfügbar sind, nicht übersehen. Wenn man aber bereits auf ein materielles Weltbild fixiert ist, dann geht man von Grund auf davon aus, dieses Bisschen an Hirnstromaktivität müsse ausreichen, um eine Nahtoderfahrung zu erzeugen, also forscht man auch gar nicht ordentlich.

 

Dass die meisten klassischen NTE mit dem Kreislaufstillstand einsetzen, zeigt sich an einigen Dingen:

  • Die betreffenden Menschen sehen ihren leblosen Körper fast immer genau dann von oben, wenn der Kreislauf dieses Körpers zusammenbricht, aber kaum davor oder danach. Wenn klinisches Personal anwesend war, dann wird auch immer wieder beschrieben, man habe von oben gesehen, wie das Personal plötzlich hektisch wurde, weil sie ja die Reanimation einleiten mussten. Skeptiker behaupten zum Beispiel, man könne sich Szenarien einer Unfallstelle oder einer Operation im Krankenhaus aus dem Allgemeinwissen her konstruieren. Ja, das kann man, aber das hat auch Grenzen. Man kann sich keine allzu konkreten und einmaligen Details ausdenken und schon gar keine Details von anderen Räumen, die absolut außerhalb der körperlichen Reichweite waren, wie sie im Zuge von Nahtoderfahrungen oft berichtet und von Sanitätern, klinischem Personal und sonstigen Beteiligten bestätigt werden. Da können oft hochspezifische Details beschrieben werden wie Kleidungsstücke, Aussehen von Menschen, Farben und Zahlen, unbekannte Gegenständer oder Arbeitshandlungen. Diesen Menschen wird vom Personal auch oft gar nicht gesagt, dass sie reanimiert wurden, das wissen sie oft nur deswegen, weil sie es klar und direkt gesehen haben, und wenn sie die Ärzte darauf ansprechen, dann sind diese verblüfft und geben zu, dass es Komplikationen und eine Reanimation gab. Außerdem: Sollen all diese Menschen lügen und es nötig haben, Geschichten zu erfinden?

  • Wenn Herzstillstand und Bewusstlosigkeit noch nicht eingetreten sind, dann nehmen diese Menschen am Ort des Geschehens oft noch einiges wahr, und zwar genau aus der Perspektive ihrer körperlichen Augen. Im Nachhinein berichten sie dann meistens über enorme Schmerzen und sonstige Leidenszustände, aber mit der Außerkörperlichkeit und der Sicht von oben auf die lokale Szene hören die Schmerzen meistens sehr plötzlich auf und sie fühlen sich völlig von ihrem Körper abgelöst, als würde er gar nicht zu ihnen gehören.

  • In vielen Fällen zeigt sich, dass NT-Erfahrene die Situation exakt dann wieder aus der liegenden Perspektive sahen, als ihr Herz durch erfolgreiche Reanimation wieder zu schlagen anfing. Zu diesem Zeitpunkt sind sie dann meistens enttäuscht und sogar »sauer«, dass sie (scheinbar vom klinischen Personal) »zurückgeholt wurden«, und exakt in diesem Moment waren auch wieder die Schmerzen spürbar. Dieses wird immer und immer wieder beschrieben.

  • Besonders auch bei blinden und vollnarkotisierten Menschen zeigt sich dieses Muster: Sie können meistens ab jenem Zeitpunkt die lokalen Ereignisse beschreiben, ab dem der Herzstillstand dokumentiert ist.

 

Daher ist es falsch, es so darzustellen, NTE würden einfach irgendwann aufgrund und während Narkose passieren. Nein, sie passieren nicht durch die Narkose an sich, sondern durch Kreislaufzusammenbruch während der Narkose. Beispiele dafür sind Pam Reynolds, die schon längst eine Narkose hatte, bevor ihre NTE einsetzte, oder der Fall von Carsten Harms:

 

Manche Skeptiker behaupten, Nahtoderfahrungen während einer Operation seien aufgrund einer defekten Narkose möglich oder würden überhaupt durch Narkosemittel eintreten, aber auch zu einer solchen Aussage kann man nur kommen, wenn man entscheidende höherstehende Fakten übersehen will.

 

Medizinisch kundige Skeptiker wissen natürlich, dass eine Vollnarkose in den meisten Fällen kein Bewusstsein und auch keine Träume und Halluzinationen ermöglicht, deshalb argumentieren sie gerne damit, Nahtoderfahrungen würden bei defekter Narkose erfolgen, und eine defekte Vollnarkose sei heute in modernen Krankenhäusern zwar nur bei 0,1-0,2 % der Fälle gegeben, was aber allein in Deutschland immerhin 80.000 bis 160.000 Menschen pro Jahr wären. Eine berechtigte Idee, die aber aus mehreren Gründen nicht realistisch ist.

 

Bei einer defekten Vollnarkose können Patienten zum Beispiel Schmerzen, Atemnot oder leichte Wahrnehmungen ihrer Umgebung haben, also etwa einen Teil der Gespräche des klinischen Personals hören. Dieser Zustand wird aber meistens als sehr unangenehm wahrgenommen und kann sogar traumatisch sein. Diese Zustände sind in keiner Weise vergleichbar mit dem, was Menschen bei AKE/NTE erleben.

 

Bei einer perfekten Vollnarkose hingegen ist die rein körperliche Wahrnehmung völlig ausgeschaltet. Wenn Menschen vom Kreislauf her stabil sind und eine ordentliche Vollnarkose durchlaufen, dann haben sie in dieser Zeit absolut keine Wahrnehmung. Die Hirnströme werden während einer solchen Narkose trotzdem noch klar angezeigt, sie ergeben längst keine Null-Linie im EEG.

 

7 Gründe, warum Sauerstoffmangel und Co. nicht die Ursache sein können

 

Dass ein Sauerstoffmangel Nahtoderfahrungen verursachen könnte, ist eine Spekulation, auf die man nur kommen kann, wenn man wenig über außerkörperliche Erfahrungen und Neurologie weiß. Es ist sagenhaft, was beispielsweise einer Susan Blackmore einfällt, um mit dem Sauerstoffmangel scheinbar den Tunnel, das »Licht« und das Wohlgefühl erklären zu wollen.

 

Auch heute wird diese Idee vom Sauerstoffmangel noch gerne von vermeintlichen Fans der Wissenschaft nachgeplappert ohne Ende. Wenn es nicht der Sauerstoffmangel ist, dann sollen es Endorphine, eine angebliche Ausschüttung von DMT, ein Kohlendioxidüberschuss oder einfach eine psychische Stressreaktion sein. Wenn man wenigstens verstehen und zugeben würde, dass das alles nur spekulative Ideen sein können, dann wäre es weniger schlimm. Aber diejenigen, die mit diesen Ideen so gerne hausieren gehen, stellen sie allzu gerne als »wissenschaftlich gesichert« dar.

 

Gegen die Idee, biochemische Substanzen oder psychische Schutzreaktionen könnten NTE bewirken, sprechen mindestens 7 Gründe.

 

Erstens: Außerkörperliche Erfahrungen, die den Nahtoderfahrungen immer sehr ähnlich sind, passieren auch in Zuständen ohne jegliche körperliche Beeinträchtigung und somit auch ohne Sauerstoffmangel und sonstige besondere Abweichungen in der Chemie eines stabilen Körpers. Dass es aber diese AKE eben auch gibt, das ist eine der vielen Tatsachen, die vermeintliche Nahtod-Experten wie Susan Blackmore nicht einmal wissen.

 

Hierbei sind vor allem zwei Arten von Situationen zu unterscheiden. Einerseits der unmittelbare Moment vor einem Unfall. Hier tritt die Ablösung vom Körper oft bereits dann ein, wenn ein Unfall bzw. eine Gefahr vom betroffenen Menschen subjektiv entsprechend wahrgenommen wird, woraufhin eine Art psychischer Schock erfolgt. Typisch ist dies vor allem beim Herunterfallen aus großer Höhe, bei Verkehrsunfällen und beim Ertrinken. Die Betreffenden berichten dann oft, sie seien in jenem Moment außerhalb ihres Körpers gewesen, als sie die Situation als tödlich wahrgenommen hatten. Oft heißt es, sie seien überzeugt gewesen, sie würden sterben, woraufhin sie außerhalb des Körpers waren. In vielen Fällen heißt es auch, sie hätten den Körper in dem Moment verlassen, als sie den Kampf gegen die Situation »losgelassen« hätten und sich dem Tod hingegeben hätten.

 

Andererseits berichten Menschen auch immer wieder, sie seien während tiefer Entspannung oder auch sonst in ganz normalen Alltagssituationen plötzlich außerhalb ihres Körpers oder völlig im Jenseits gewesen, also in Situationen ohne Stress oder Überforderung. Dass solche Erfahrungen völlig unabhängig von biochemischen Zuständen des Körpers erfolgen können, ist ein schwerer Beleg dafür, dass sie nicht vom Gehirn erzeugt werden können.

 

Zweitens: Sauerstoffmangel, Kohlendioxidanstieg und Ausschüttung von Endorphinen haben Menschen durch Unfälle und krankhafte Zustände weitaus öfter als eine Nahtoderfahrung. Letztere treten sogar bei Menschen mit Herzinfarkt nur in 20-25 % der Fälle auf. Wären diese Substanzen die Hauptursache für NTE, dann müssten viel mehr Menschen solche Erfahrungen auch ohne Herzstillstand haben, als es der Fall ist. Aber wo sind all diese vielen, angeblichen Berichte? Man findet sie nicht.

 

Insgesamt kann man aus diesen Erfahrungen lernen, dass, ob jemand eine Nahtoderfahrung oder die Fähigkeit hat, sich daran zu erinnern, vom übergeordneten Bewusstsein her bewerkstelligt wird und davon abhängt, ob es für diesen Menschen momentan passend ist oder nicht. Ein Mensch, der keine Bereitschaft hat für eine solche Erfahrung oder die Erinnerung daran, wird sie auch nicht haben, sonst könnte sie sein Leben eine nicht vorhergesehene Bahn lenken.

 

Drittens: Der Sauerstoffmangel wird von den vermeintlichen Nahtod-Experten gerne für die Steigerung der Aktivität der Sehnerven verantwortlich gemacht, was dann das Erlebnis von Tunnel und Licht erklären soll. Was ist dann aber mit den vielen Nahtoderfahrungen, wo Tunnel und Licht nicht vorkommen? Offenbar wissen diese angeblichen Experten gar nicht, dass es auch solche NTE gibt. Die Erfahrung von Tunnel und Licht ist zwar eine der häufigsten, tritt aber bei weitem nicht immer auf.

 

Viertens: Wenn ein Mensch bei einem Sauerstoffmangel nicht aus seinem Körper austritt und rein körperlich noch mehr oder weniger wach bleibt, dann entstehen dadurch unangenehme, getrübte, Rausch-ähnliche Zustände, die halluzinative Elemente beinhalten können. Es besteht eine Verengung der Denkleistung, der Wahrnehmung und der Empfindsamkeit. All das ist in keiner Weise mit Nahtoderfahrungen vergleichbar, denn dort geht die Wahrnehmung genau in die gegenteilige Richtung mit einer grundlegend anderen Qualität. Wenn jemand meint, man könne diese Zustände auch nur annähernd vergleichen, schätzt er Nahtoderfahrungen völlig falsch ein, da fehlt es weitgehend an Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen.

 

Fünftens: Ein Großteil der Nahtoderfahrungen passiert während des Herzstillstandes, da ist kein »Mangel« an Sauerstoff gegeben, sondern ein völliger Ausfall der Sauerstoffversorgung. Aber Skeptiker reden natürlich nur von einem »Mangel«, weil sie sich selbst und anderen die Illusion aufrechterhalten wollen, da sei kein völliger Ausfall des Lebens gegeben, sondern eben nur ein »Mangel« und damit noch Potenzial für biologische Aktivität.

 

Oft haben diese Menschen gleichzeitig eine Vollnarkose. Laut heutiger Neurologie können hier noch so viel DMT oder Endorphine ausgeschüttet sein, diese können keine Wirkung haben, weil Sauerstoff und Hirnströme die ersten Voraussetzungen sind, damit das Gehirn überhaupt Bewusstsein erzeugen kann.

 

Selbst bei einer Herzdruckmassage und Beatmung kommt ein Mensch nicht zu Bewusstsein, obwohl hier wieder eine leichte Sauerstoffversorgung eintritt. Oft sind die betreffenden Menschen genau in dem Moment zurück im Körper, wenn ihr Herz wieder eigenständig schlägt. Genau in diesem Moment können sie dann wieder aus der liegenden Position durch ihre körperlichen Augen sehen.

 

Sechstens: Endorphine und halluzinogene Stoffe wirken – egal ob sie vom Körper selbst (endogen) ausgeschüttet oder äußerlich (exogen) zugeführt werden – nicht immer so schnell wie Nahtoderfahrungen meistens eintreten und aufhören. Mit der Außerkörperlichkeit hören Schmerzen und unklare Bewusstseinszustände sehr schnell auf, und wenn diese Menschen dann im Körper zurück sind, spüren sie die Schmerzen sehr plötzlich wieder und ihr Bewusstsein ist wieder wie vorher. Diese plötzliche und extreme Änderung dieser Zustände passiert nur im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen. Wenn das immer nur Endorphine, Sauerstoffmangel oder DMT wären, dann dürften sich diese Zustände nicht so schnell von einer Sekunde auf die andere ändern. Ohne außerkörperliche Zustände verlieren Menschen auch die Schmerzen oft nicht so sehr. In vielen Fällen klagen Menschen auch dann über Schmerzen, obwohl sie stark schmerbehandelt werden. Es ist einfach lächerlich, sich einzubilden, der Körper allein oder die medizinischen Möglichkeiten könnten derart schnelle und extreme Veränderungen im Bewusstsein und Empfinden bewirken, oder die Biologie wäre so willkürlich, dass sie dies nur bei 5-10 % der Bevölkerung tut, und bei den anderen nicht.

 

Siebtens – das angebliche DMT: DMT bewirkt ohne Zweifel Zustände, die den Nahtoderfahrungen sehr ähnlich sind. Aber erstens gibt es dennoch erhebliche Unterschiede zwischen DMT-Trips und Nahtoderfahrungen (mehr dazu später). Und zweitens: Wenn schon, dann ist eher anzunehmen, dass DMT eine Art einer realen Außerkörperlichkeit bewirkt – wenn kein so starke Abkoppelung wie bei NTE, dann zumindest eine Art Astralprojektion, die ebenfalls ein nicht-körperliches Geschehen ist.

 

Biochemische Substanzen und psychische Stressreaktionen dürften höchstens an der Auslösung übersinnlicher Erfahrungen beteiligt sein, aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass sie neurologisch ursächlich erzeugende Faktoren sind.

 
 

6 Video-Berichte mit lokalen Wahrnehmungen

 

Hier werden nur 6 Beispiele außerkörperlicher Erfahrungen mit lokalen Wahrnehmungen erwähnt, aber in der Nahtod-Literatur und unter den Tausenden von Videos, die heute auf Youtube verfügbar sind, befinden sich zahlreiche solcher Fälle. Wenn dann heute manche Skeptiker so überzeugt meinen, es seien kaum solche Fälle bekannt oder »bestätigt«, dann kann ich nur sagen: Vom Ignorieren kommen eben keine Erkenntnisse. Nachsehen und forschen würde schlauer machen.

Einer der bekanntesten und erstaunlichsten Fälle stammt von der amerikanischen Sängerin Pam Reynolds.[3] Skeptiker gehen auf diesen Fall besonders gerne los, weil dieser allein schon die Trennung von Geist und Körper belegt, und weil er durch mediale Berichterstattung sehr bekannt wurde.

 

Pam hatte ein Gehirn-Aneurysma. Um es operieren zu können, musste Pams Blutfluss und somit ihr Herz für etwa 30 Minuten gestoppt werden. Das Blut wurde abgesaugt. Damit ihre Körperzellen nicht absterben, wurde sie auch unterkühlt. Sie wurde in eine tiefe Hypothermie versetzt. Vor und während des Eingriffs zeigte das EEG von Pam keinerlei Hirnströme mehr an, und das bedeutet nach der herrschenden Meinung in der Neurologie: keinerlei nervliche Wahrnehmung. Außerdem bekam sie eine Vollnarkose und zwischen den Augen der Patientin und dem Eingriff am Kopf befand sich eine Trennvorrichtung. Die Augen und Ohren der Patientin waren zusätzlich abgedeckt.

 

Nach der Operation wachte Pam auf, niemand sprach mit ihr über die OP, aber sie erinnerte sich an mehrere Details, die ausgerechnet während der Zeit geschahen, als Pams Gehirn sicher ohne messbare Aktivität war. Zum Beispiel beschrieb sie exakt das komplizierte Instrument, mit dem sie operiert wurde. Dieses hatte sie jedoch vorher nie mit ihren körperlichen Augen gesehen. Als sie in den OP-Saal kam lag dieses Instrument irgendwo im Hintergrund auf einem Tisch, worauf sie keinen Blick werfen konnte. Verwendet wurde das Gerät dann erst, als Pam völlig bewusstlos war. Auch sonst wusste Pam viele Details, zum Beispiel welche Arbeiten die OP-Assistenten durchführten, welche Gespräche diese führten und welche Komplikationen auftraten. Beteiligte Menschen, insbesondere der leitende Chirurg, der renommierte Neurochirurg Dr. Robert Spetzler, bestätigten die Details dieses Falles, zum Beispiel dass Pam keine Ahnung davon gehabt haben konnte, mit welchem Gerät sie operiert wurde oder dass eine beteiligte Herzspezialistin Probleme hatte mit den Blutgefäßen. Dr. Spetzler bestätigte auch, dass Pam in dieser ganzen Zeit körperlich auf keinen Fall eine Wahrnehmung gehabt haben konnte.

Ein weiterer erstaunlicher Fall, der von zwei Chirurgen bezeugt wurde, ist Al Sullivan. Er wurde am offenen Herzen operiert und konnte in dem Moment, als die Vollnarkose zu wirken begann und er körperlich einschlief, die ganze Szene im OP-Seel von oben beobachten. Seine Augen wurden abgedeckt und seine Sicht größtenteils durch ein Tuch blockiert. Später konnte er jedoch Dinge beschreiben, die er zuvor nicht wissen konnte, die er rein körperlich keinesfalls wahrnehmen konnte und die ihm zwischenzeitlich niemand sagte. Die zwei beteiligten Chirurgen bestätigten die Richtigkeit von Al Sullivans Erinnerungen.

 

Anita Moorjani beispielsweise wurde nicht nur aufgrund ihrer NTE bekannt, sondern auch deshalb, weil der Krebs, an dem sie beinahe starb, innerhalb von fünf Wochen nach ihrer NTE völlig ausheilte.[6] Die Mediziner konnten dies kaum glauben und bestätigten, dass dies nicht auf die Chemotherapie zurückzuführen war. Im Zusammenhang mit NTE sind solche außergewöhnlichen Heilungen jedoch nicht selten. Anita lebte damals in Hongkong. Sie wurde am 2. Februar 2006 bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie dann für ca. 30 Stunden bewusstlos war. Hier hatte sie ihre außerkörperliche Erfahrung, in der sie sich so gut, frei und glückselig fühlte, wie nie zuvor in ihrem irdischen Leben. Aufgrund der ersten medizinischen Tests und der Anamnese wurde den Angehörigen bereits kurz nach der Einlieferung am 2. Februar gesagt, Anita würde aufgrund eines Organversagens sterben und die kommende Nacht nicht mehr überleben. Sie hatte mehrere zitronengroße Metastasen im Körper und ihre Lungen waren gefüllt mit Flüssigkeit. Nächsten Tag, am 3. Februar 2006 am frühen Abend erwachte Anita wieder in ihrem irdischen Körper. In ihrem Buch »Heilung im Licht« beschreibt sie zahlreiche Ereignisse, die sie nicht nur um ihren bewusstlosen Körper herum, sondern auch in anderen Räumen des Krankenhauses und sogar außerhalb des Krankenhauses wahrgenommen hatte, und sie beschreibt, wie die beteiligten Personen diese Ereignisse dann später bestätigten. All die Leute, mit denen sie sprach, waren erstaunt, worüber sie Bescheid wusste, so etwa über die Gespräche, die ihr Ehemann Danny auf dem Flur außerhalb ihres Krankenzimmers mit den Ärzten führte, während Anitas Körper bewusstlos im Krankenzimmer lag.

Ein anderer für mich glaubhafter Bericht stammt zum Beispiel von dem renommierten amerikanischen Herzchirurgen Dr. Lloyd Rudy.[7] In einem Video berichtet er über einen Patienten, dessen Herz nach der Herzklappenoperation nicht wieder selbständig zu schlagen anfing, weshalb dieser Patient für tot erklärt wurde. Während der Chirurg mit seinen Kollegen noch im OP-Saal über diesen Fall diskutierte, wurde der Körper des Patienten von der Herz-Lungen-Maschine getrennt. Die Geräte zur Überwachung der Lebensfunktionen inklusive Herz-Echo-Messung blieben noch angeschlossen, während der Brustbereich des Patienten nur noch dürftig geschlossen wurde, soweit es für Leichen eben nötig war, also nicht so exakt wie bei überlebenden Patienten. Die Apparate zur Überwachung der Lebenszeichen zeigten für geschätzte zwanzig Minuten keinerlei Signale des Patienten, auch keinen Herzschlag, ehe sich plötzlich doch wieder Lebenszeichen bemerkbar machten. Diese wurden vom Team zuerst nur noch als Reflexe interpretiert. Tatsächlich wurde der Kreislauf dieses Patienten jedoch selbständig und ohne Wiederbelebungsmaßnahmen wieder aktiv. Der Patient wurde wieder vollständig gesund.

 

Dr. Rudy ließ sich nicht besonders davon beeindrucken, als der Patient vom Tunnel und Licht berichtete. Was Dr. Rudy jedoch ins Staunen versetzte war, dass sich der Patient an zahlreiche Details erinnern konnte, die im OP-Saal tatsächlich während der Operation und somit während der Bewusstlosigkeit dieses Patienten geschehen sind. Darunter befand sich zum Beispiel ein Monitor auf einem weiter entfernten Tisch, auf den eine Assistentin während der Operation einige Post-its mit den Telefonnummern der eingehenden Anrufe angebracht hatte. Laut Dr. Rudy war es für den Patienten rein körperlich völlig unmöglich, dies wahrzunehmen, auch schon allein deshalb, weil dieser Monitor räumlich zu weit vom Körper des Patienten entfernt war.

Dass die Wahrnehmung nicht völlig an den physischen Körper gebunden sein kann, zeigt sich besonders auch dann, wenn blinde Menschen, die von Geburt kaum oder nur sehr schwache visuelle Reize wahrnehmen (auch nicht in Träumen), nach außerkörperlichen Erfahrungen Details wissen, die sie vorher nicht mit ihren körperlichen Augen sehen konnten und die man nur wissen kann, wenn man sie – körperlich oder außerkörperlich – gesehen hat. Einer der bekanntesten Nahtodforscher, der US-amerikanische Psychologe Prof. Kenneth Ring, befragte in den 90er Jahren 31 blinde Menschen mit Verdacht auf Nahtoderfahrungen. 24 von ihnen hatten laut eigenen Angaben ein intensives visuelles Erleben, welches derart blinde Menschen normalerweise niemals haben. Nach ihrer NTE war die Fähigkeit des Sehens wieder verschwunden. Einer der bekanntesten Fälle dazu ist die Amerikanerin Vicki Blazon (früher Umipeg und Noratuk).[8]

Zuletzt noch das Beispiel der inzwischen verstorbenen Schweizerin Frau Hubschmied.[9] Sie war Krankenschwester und unternahm 1947 einen Suizidversuch, indem sie sich von einem Haus stürzte. Sie konnte während ihrer außerkörperlichen Erfahrung sehen, wie sie in jenem Krankenhaus, indem sie angestellt war, beinahe seziert wurde. Sie wurde schon für tot erklärt und ihre Beerdigung wurde auch bereits angekündigt. Zitat (minimal angepasst, weil im Original sehr umgangssprachlich): »Ich wollte damals von Gott nichts wissen und sprang eben aus dem Fenster, Hochparterre dritter Stock, also praktisch wie vier Stock, und glaubte, jetzt ist es vorbei. Und dann habe ich erstmals erlebt, dass ich mich liegen sah, dass ich über mir schwebte. Ich habe ein ganzes Weilchen gebraucht, ehe ich begriff, das bin ich, die da liegt und die da so vor sich hin stöhnt und wimmert … (Anmerkung: Frau Hubschmied sah ihre ganze Operation im Krankenhaus von oben und wurde am Ende der OP für tot erklärt) … Ich wollte ja von dieser Welt gar nichts mehr wissen … habe ich mich natürlich auch gewehrt, wieder zurückzukommen. Und doppelt: Jetzt habe ich ja nun einen kaputten Körper gehabt. Und wenn sie erst einmal außerhalb ihres Körpers schweben, ist man ja so leicht. Und dann soll man plötzlich in ein ganz kaputtes Haus zurück. Ich habe mich gewehrt, zumal ich ja vorneweg auch nicht da bleiben wollte. Und so war es … dass ich eben klinisch tot war … Meine Mutter brachte dann wie gesagt die Kränze … und an dem Tag, als ich beerdigt werden sollte … dann hat man gesagt, da könnte man gut dran lernen, tun wir sie doch sezieren. So stellte man dann fest, dass ich noch nicht kalt war …  Ich lag in der Krankenhaus-Leichenhalle. Ich habe alles gehört. Und zwar ist das ein Hören anderer Art was man da hat … Die waren noch gar nicht in diesem Raum, und doch nahm ich alles auf … bevor die überhaupt diesen Raum wieder betreten haben … Es wurden Witze gemacht. Das waren übrigens ehemalige Kollegen von mir. Und als ich denen viel später nachher mal erzählte, was die für Witze gerissen haben, da waren die entsetzt und haben gefragt, wer mir das erzählt hat.«

 

Da die Ärzte in ihrer Absicht, Frau Hubschmieds Körper zu sezieren, feststellten, dass dieser noch immer nicht erkaltet war, wurde er nicht seziert und wieder aus der Leichenhallte entfernt. Später wachte sie dann (körperlich) wieder auf.

Beweisfeld 2: 29 Unterschiede zu Halluzinationen und relevante Fakten

 

 

Die Nahtoderfahrung kann neurobiologisch nicht vollständig und zufriedenstellend erklärt werden.

Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Wilfried Kuhn, dt. Neurologe, Spezialist für Halluzinationen[10]

Dr. Wilfried Kuhn Beweise Leben nach Tod

 

Immer wieder behaupten einige Skeptiker, Menschen würden in bestimmten Zuständen dasselbe erleben wie bei Nahtod- und anderen Formen außerkörperlicher Erfahrungen, vor allem durch:

  • von außen zugeführte psychedelische bzw. halluzinogene Drogen wie LSD, DMT (Ayahuasca), Psilocybin und Ketamin

  • elektronische Gehirnstimulation

  • bestimmte Körper- und Wahrnehmungs-Experimente

  • High-G-Training in Zentrifugen (für Piloten)

  • krankhafte Psychosen, Halluzinationen und Epilepsie.

 

Wenn Skeptiker diese Vergleiche strapazieren, dann sprechen sie nur über jene Elemente von Halluzinationen und NTE, die noch am ehesten vergleichbar sind, aber all die anderen Elemente, die nur bei NTE oder dort in einer wesentlich anderen Qualität und Ausprägung auftreten, erwähnen sie aus Unwissenheit oder Absicht nicht. Für eine unerfahrene und unkritische Zielgruppe scheint es dann schnell einmal so, als seien die Unterschiede zwischen NTE und diesen Rauschzuständen und Halluzinationen nicht besonders groß, was wiederum den Verdacht erhärten kann, dass auch NTE vom Gehirn erzeugt werden könnten.

 

Da wollen manche Skeptiker gleich überwiegende Ähnlichkeiten sehen, nur weil Teilnehmer von Experimenten meinen, sie hätten sich während des Experiments ein bisschen neben sich oder außerhalb ihres Körpers gefühlt, sie hätten Abfolgen von Bildern früherer Situationen gesehen, oder sie hätten sich von oben gesehen, oder sie hätten durch elektronische Hirnstimulation einen Lichtpunkt gesehen oder das Gefühl gehabt, es seien ein oder mehrere andere Präsenzen anwesend. Dass bei echten AKE jedoch weitaus mehr passieren kann und auch jene Elemente, die noch am ehesten vergleichbar sind, in der Qualität und Ausprägung völlig anders sind, das übersehen sie dabei allzu gerne.

 

Beispielsweise ist es völlig normal, dass man den eigenen Körper und die lokale Umgebung innerlich visualisieren kann und dass das Gehirn zu einem gewissen Grad solche Eindrücke erzeugen kann, das ist an sich nichts Besonderes, sondern typisch für das menschliche Denkvermögen. Aber das innere Visualisieren ist nicht vergleichbar mit der klaren Real-Sicht, wie sie Menschen bei AKE und auch im realen, irdischen Leben haben. In welchem Experiment mit Hirnstimulation wurde zum Beispiel bekannt, dass die beteiligten Menschen Dinge in anderen Räumen wahrnehmen konnten, was bei NTE oft der Fall ist?

Der deutsche Neurologe Birk Engmann behauptet zum Beispiel, Nahtoderfahrungen werden durch Ketamin drei Mal häufiger ausgelöst als durch Herzstillstand. Da kann ich nur sagen: Sehr schlecht analysiert. Derart massive Fehleinschätzungen kommen daher, weil man Nahtod-erfahrenen Menschen nicht ordentlich zuhört und all diese Phänomenen in einen einzigen Topf wirft. Ketamin kann zwar psychedelisch-ähnliche Rauschzustände auslösen, aber es ist kein besonders gutes Rauschmittel. Die Wirkungen dieses Mittels werden oft als unangenehm empfunden. Durch Ketamin entsteht zum Beispiel meistens eine für Rauschmittel typische Gedämpftheit und – ähnlich wie durch Marihuana – eine Albernheit. Bei NTE gibt es das nicht. Halluzinogene Erfahrungen durch Ketamin sind nur geringfügig mit NTE vergleichbar. Wenn Ketamin als Narkosemittel verwendet wird, dann wird es auch höher dosiert und dann entsteht – auch dann, wenn diese Narkose nicht vollständig wirkt – auf jeden Fall eine massive Dämpfung der Sinne, was in keiner Wiese mit NTE vergleichbar ist. Wenn jemand Ketaminerfahrungen mit NTE vergleicht, dann kann das kein Nahtod-Experte sein, dann liegt eine völlige Fehleinschätzung dieser Erlebnisse vor.

 

Insgesamt beurteilt sind halluzinogene Trips durch entsprechende Substanzen weitaus mehr von den persönlichen Zuständen geprägt als Nahtoderfahrungen, und zwar sowohl von der biologischen Seite her, wie stark diese Mittel im Körper wirken, als auch psychisch von der Intensität und den Inhalten im Erleben her.

 

Die stärksten Ähnlichkeiten zu NTE scheinen durch DMT zu entstehen. Wenn man sich aber mit den zahlreichen Berichten über DMT-Erfahrungen, wie sie im Internet leicht verfügbar sind, befasst, so wird man auch hier erhebliche Unterschiede feststellen. Durch DMT hat man zum Beispiel das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, aber man ist niemals derart stark vom Körper abgelöst, wie es bei NTE der Fall ist, daher berichten Menschen durch DMT-Trips kaum davon, sie hätten die lokale Szene klar von oben gesehen. Bei DMT-Trips bleibt meistens eine bewusste Verbindung zum Körper aufrecht, man spürt, dass man atmet und man kann sich oft auch bewusst bewegen. Bei NTE ist dies absolut nicht der Fall. Durch DMT entstehen zum Beispiel oft diese sich drehenden und Kaleidoskop- und Mandala-ähnlichen Gebilde, oder scheinbar sprechende Pflanzen, worüber im Zuge von NTE kaum berichtet wird. DMT-Trips sind jedoch den NTE in der Qualität so ähnlich, dass man davon ausgehen kann, dass DMT zumindest eine Art Astralprojektion bewirkt und damit reale Einblick in die nicht-materielle Welt.

Wären diese Drogenerfahrungen den NTE so besonders ähnlich, so könnte man wohl davon ausgehen, dass Menschen auch mehr darüber berichten würden. Aber wo sind all diese Berichte? Und wo sind Fälle, wonach geburtsblinde und andere Menschen durch psychoaktive Substanzen oder Hirnstimulation eine klare Sicht hatten, wie etwa Vicki Noratuk und die anderen von Prof. Kenneth Ring untersuchten Fälle?

 

Ist es nicht auffällig, dass Menschen nur dann über außerkörperliche Erfahrungen berichten, wenn sie auch wirklich diese körperliche Abkoppelung erlebt haben? Menschen berichten kaum über diese Phänomene, wenn sie nur Ketamin, LSD oder DMT eingenommen haben, aber keinen Herzstillstand hatten, und auch nicht dann, wenn sie zwar in Todesnähe waren, aber keinen körperlichen Austritt hatten. Sie berichten einzig und allein dann darüber, wenn sie wirklich vom Körper abgekoppelt waren, egal ob mit oder ohne körperlicher Todesnähe. Den Skeptikern fällt all das natürlich nicht auf.

 

Ketamin wird auch in der Medizin als Narkosemittel. Würde dieses Mittel so oft und so sicher eine NTE auslösen, wie manche Skeptiker es gerne hätten, denn müssten viel mehr Menschen aufgrund einer klinischen Ketaminanwendung ohne Herzstillstand über NTE berichten, was aber nicht der Fall ist.

 

Diese Idee, Ketamin würde NTE bewirken, passt auch in dieses bei Skeptikern beliebte Wunschdenken, NTE würden hauptsächlich im Krankenhaus durch Narkose- und andere psychoaktive Mittel entstehen. Aber auch bei dieser Idee wird wieder eine ganze Reihe and Tatsachen übersehen, vor allem jene, dass Nahtoderfahrungen während Vollnarkose fast nur durch den Herzstillstand eintreten (sh. dazu auch das klassische Beispiel weiter oben von Carsten Harms.) Herzstillstände sind bei Operationen in Vollnarkose keine Seltenheit und den betroffenen Menschen wird oft gar nichts darüber gesagt, dass sie einen Herzstillstand hatten. Außerdem passieren viele NTE schon längst vor einer klinischen Behandlung, vor allem an Ort und Stelle bei Unfällen und akuten Krankheiten, die einen beinahen oder vollständigen Kreislaufzusammenbruch zur Folge haben. Da sind NTE schon längst vor einer möglichen Narkosebehandlung im Gange.

 

Natürlich kann das Gehirn vieles erzeugen und uns vieles Vorspielen. Darin besteht ja seine Aufgabe. Es hat die Aufgabe, uns diese materielle Welt als real vorzugaukeln. Die Skeptikerin Susan Blackmore geht damit hausieren, was das Gehirn alles erzeugen kann. Ja, das weiß man. Wer streitet das schon ab? Aber ist das relevant? Nein, bei Nahtoderfahrungen nicht, weil hier weitaus mehr passiert als das, was Menschen bei allen möglichen Formen von Träumen, Delirien, Halluzinationen und Rauschzuständen erleben.

 

Der ungenaue Umgang falscher Nahtod-Experten mit NTE zeigt sich auch beispielhaft bei den Experimenten des inzwischen verstorbenen kanadischen Psychologen und Skeptikers Michael Persinger. Er wollte beweisen, dass NTE im Gehirn entstehen. Bekannt wurde diesbezüglich vor allem sein elektronischer »Religionshelm« bzw. die Experimente, die er damit machte. Während er selbst seine Spekulation bestätigt sah, drückte es Jim Chapman, einer seiner Teilnehmer, der einige Jahre davor auch eine echte NTE hatte, so aus: »Dr. Persinger kratzt an der Oberfläche. Die Nahtoderfahrung war ein abgekoppeltes und tiefgründiges Erlebnis. Es gibt eine Verbindung. Die NTE war jedoch viel tiefgründiger.«[11] Michael Persinger beobachtete alles nur von außen, aber er meinte, er wüsste es besser als die Erfahrenen selbst.

 

Auch viele andere Menschen, die sowohl eine echte Nahtoderfahrung als auch Halluzinationen hatten, so zum Beispiel Sabine Mehne, sagen es immer wieder, dass diese Zustände keinesfalls vergleichbar sind.

 

Zu bedenken ist schließlich auch, dass bestimmte Körperübungen und Drogen eine Ablösung des Bewusstseins vom Körper verursachen können. Ich persönlich kenne bisher zwei solche Fälle. In einem Fall hatte ein Mann durch Marihuana eine außerkörperliche Erfahrung bzw. eine typisch »erdgebundene« Astralreise. In einem anderen Fall hatte eine Frau durch Marihuana eine Tunnel-Licht-Erfahrung, wie man sie bei typischen Nahtoderfahrungen hat. Wenn solche tatsächlichen Ablösungen durch die Einnahme von Drogen und etwa auch durch Narkosemittel passieren, dann ist es verständlich, dass der Eindruck entsteht, NTE könnten durch solche Substanzen erzeugt werden. Hier ist jedoch zu unterscheiden zwischen Auslösung und Erzeugung. Man kann nicht einfach sagen, diese Erfahrungen würden einzig und allein im Gehirn entstehen. Man muss dann damit rechnen, dass diese Substanzen eine Ablösung lediglich ausgelöst haben.

 

Auch in einem Experiment beispielsweise, wo bei den Probanden bewusst durch Hyperventilation und Luftanhalten ein Sauerstoffmangel herbeigeführt wurde, erlebten diese gewisse Ähnlichkeiten zu Nahtoderfahrungen, aber daraus kann man nicht einfach ableiten, NTE würden im Gehirn entstehen, schon gar nicht, wenn man all die anderen möglichen Elemente von NTE und andere Faktoren kennt, wie etwa die Tatsache, dass NTE oft bei mehrere Minuten dauerndem Herzstillstand passieren.

 

[i] Dr. Persinger und Jim Chapman, https://www.youtube.com/watch?v=AM0gX_tuA-Y&t=1245s ca. ab min. 34:00

Malerei von H. Bosch, das Leben nach dem Tod bewiesen?

 

Zahlreiche historische Malereien deuten darauf hin, dass Menschen in früheren Nahtoderfahrungen dasselbe erlebten wie die Menschen heute. So auch zu sehen in diesem Bild: »Aufstieg der Seligen« von Hieronymus von Bosch, Anfang 16. Jhdt.

 

21 deutliche Unterschiede

Da eine Tabelle auf der mobilen Version nicht gut dargestellt werden kann, werden die folgenden 16 Punkte nun nach diesem Schema aufgelistet:

 

a = Merkmale von Nahtoderfahrungen (NTE) und anderen außerkörperlichen Erfahrungen (AKE).

b = Vergleichbare Merkmale von Halluzinationen.

 

1a: Im Moment des Austrittes aus dem Körper wird oft ein aufdringliches Zischen, Rauschen oder Brummen wahrgenommen. Auch die Ablösung selbst wird oft deutlich wahrgenommen. So heißt es etwa, man sei (wie durch einen starken Sog) »geholt« worden oder man habe den Körper verlassen wie ein Brief den Umschlag, oder als hätte man mit dem Körper eine enge Jacke abgestreift. Oder es heißt, man sei mit hoher Geschwindigkeit ins Weltall geflogen oder geschossen.

 

Wenn die Ablösung nicht bewusst wahrgenommen wurde, so wird die bereits eingetretene Abgelöstheit subjektiv meistens auf zwei möglichen Arten klar. Entweder deshalb, weil der eigene leblose Körper von oben gesehen wird, oder weil man sich in einer völlig anderen Welt befindet, die unmissverständlich nicht mehr als irdisch erkannt wird. Manchmal heißt es, man so sofort direkt im »Licht« gewesen, oder bei den negativen NTE direkt in einer unschönen oder beängstigenden Welt.

 

Wenn sich die Wahrnehmung nicht direkt in die nicht-körperliche Welt verlagert, sondern im Bereich der lokalen, irdischen Umgebung des Körpers bleibt und der eigene Körper nicht wahrgenommen wird, so kann es vorkommen, dass man vorerst nicht bemerkt, vom Körper abgelöst zu sein.

 

In fast allen Fällen ergibt sich jedenfalls das sichere Wissen, dass das »Ich«, also die eigene Existenz als Lebewesen, vom irdischen Körper unabhängig und Teil einer anderen existenziellen Struktur ist, die als die eigentliche oder primäre Existenzform authentischer empfunden wird als das körperliche Dasein.

 

Oft heißt es, dieser Zustand ohne Körper sei sofort als der wahre und »eigentliche« Zustand des Menschen vertraut gewesen, den man immer schon kannte, aber in der Gebundenheit an den Körper nur vergessen hat. So denken sich Menschen kurz nach dem Austritt aus dem Körper etwa oft: »Achja, DAS bin ich ja wirklich. Endlich bin ich wieder zurück, wo ich herkomme.«

 

Manchmal ist davon die Rede, man habe sich durch Materie (zum Beispiel Wände) oder durch andere Menschen hindurchbewegen können. Öfter heißt es, man habe versucht, andere anwesende Menschen auf sich selbst aufmerksam zu machen, man sei von ihnen aber nicht wahrgenommen worden, man habe absichtlich ignoriert gefühlt und die anderen hätten nicht verstanden, warum niemand auf sie reagierte. Manchmal werden sie dann wütend, aber spätestens dann, wenn sie ihren leblosen Körper sehen, begreifen sie dann, dass sie tot sind und von den anderen Anwesenden daher nicht wahrgenommen werden können.

 

Mit der Außerkörperlichkeit einher geht meistens eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem irdischen Körper und der gesamten physischen Welt, als würde man diese völlig hinter sich lassen (wollen) mit dem Empfinden und Wissen, dass es sich dabei nur um vergängliche »Materie« oder um eine programmierte, künstliche Welt handelt, die auch oft mit einem Theater verglichen wird. Daher wird der Tod hier meistens als völlig natürlich, als normal oder als etwas Gutes gesehen. So heißt es etwa auch, man hätte gar nicht gewollt, dass man von Sanitätern oder Ärzten reanimiert wird, oder dass Verwandte voller Trauer waren. Der eigene Körper wird oft als Fremdkörper wahrgenommen, der einen nichts angeht.

 

Manchmal wird auch davon berichtet, man habe die »Silberschnur« gesehen, also eine energetische Verbindung zwischen dem irdischen und dem seelischen bzw. astralen Körper.

 

1b: Kein wirkliches Austreten aus dem Körper. Typisch ist eher das Empfinden, die Körpergrenzen würden sich auflösen oder man würde sich mehr oder weniger neben sich befinden, und das tritt nicht so schnell ein, wie meistens bei NTE, sondern eher langsam. Es wird auch oft als beängstigend empfunden und es ist höchstens ein Empfinden von »Ich bin abgelöst, aber immer noch in der irdischen Welt.« Es entsteht nicht diese Überzeugung, ur-existenziell ein Teil einer körper-unabhängigen, anderen Welt zu sein.

 

Durch DMT entsteht oft das Gefühl, sich in einer anderen Welt zu befinden, aber man ist nicht derart vom Körper abgelöst, wie es bei NTE der Fall ist. Bei DMT bleibt meistens eine bewusste Verbindung zum Körper aufrecht, man spürt, dass man atmet und man kann sich oft auch bewusst bewegen und die lokale Umgebung wahrnehmen, jedoch von der momentanen Körperposition ausgehend. Bei NTE ist dies alles so nicht der Fall. Auch wenn man die lokale Situation von oben sieht, ist man gleichzeitig komplett davon abgelöst und man spürt deinen eigenen Körper in keiner Weise mehr.

2a: Die Wahrnehmung lokaler Situationen von oben. Hierbei handelt es sich bei weitem nicht nur um eine rein visuelle Sicht (Autoskopie) von oben. Es wird auch klar gehört, was die Beteiligten sagen, und oft auch, was sie fühlen, ohne es auszusprechen. Manchmal ist auch die Rede davon, die materiellen Dinge seien durchsichtig gewesen. Bei NTE sieht man meistens den eigenen leblosen Körper. Oft sehen sie dann, wie der Körper reanimiert wird und wie sie von einem Arzt für tot erklärt werden. Sie können dann oft nicht nachvollziehen, warum die irdischen Menschen hektisch und panisch sind, weil sie sich selbst sehr gut fühlen. Sie empfinden diese Situation meistens als völlig in Ordnung, als sei es das Natürlichste der Welt, beim Tod den Körper zu verlassen.

 

Oft nehmen sie auch Dinge in anderen Räumen und an entfernten Orten wahr, die definitiv außerhalb der rein körperlichen Reichweite liegen.

 

Auch Menschen, die von Geburt an blind sind oder andere Sinnesstörungen haben, haben während NTE dieselbe Wahrnehmung wie andere auch. Allein diese Fälle sind starke Belege dafür, dass die Trennung zwischen Geist und Körper möglich ist.

 

Manchmal ist davon die, dass bereits während der Betrachtung der irdischen Szene ein Lichtwesen auftrat, mit dem es eine Verständigung gab, oder es gab eine Verständigung mit einer Art generellen, geistigen Präsenz.

 

2b: Nach Drogenerfahrungen berichten Menschen – wenn überhaupt – nur davon, sich neben sich oder schwebend gefühlt zu haben. Aber eine klare, reale Wahrnehmung von oben wird nach Drogenerfahrungen kaum berichtet, schon gar keine Wahrnehmungen von Dingen außerhalb der körperlichen Reichweite.

 

3a: Absolute Zeitlosigkeit. Es gibt zwar Verläufe von Ereignissen, aber mit dem Austritt aus dem Körper ist abrupt jegliches Empfinden von Zeit beendet. Bei kurzen AKE durch Unfall ist oft auch die Rede von einer starken Verlangsamung der Zeit. Über NTE heißt es oft, die Zeit habe aufgehört zu existieren, daher wird auch oft davon gesprochen, man habe die »Unendlichkeit« oder die »Ewigkeit« erfahren. Abgesehen von den Schriften (z. B. der Bibel) kommt wohl auch durch reale Jenseitserfahrungen die Ansicht, das Jenseits sei »ewig«. Während beispielsweise die Bewusstlosigkeit eines Menschen während einer Nahtoderfahrung in der irdischen Zeitrechnung nur einige Minuten oder wenige Tage dauerte, wird diese Erfahrung oft so empfunden, als hätte sie Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte gedauert. Daher können die Erfahrenen dann meistens keine (sicheren) Zeitangaben darüber machen, wie lange diese Erfahrung gedauert hat. Erst im Nachhinein kann man einschätzen, wie lange die NTE aus irdischer Sicht mindestens gedauert haben muss, indem abgeglichen wird, was von der lokalen Szene wahrgenommen wurde.

 

3b: Dieses Element der Zeitlosigkeit kann auch durch psychedelischen Rausch eintreten, aber wie immer sind Unterschiede in Qualität und Ausprägung zu den NTE erkennbar, wenn Menschen darüber berichten.

 

4a: Mit der Außerkörperlichkeit treten (abgesehen von den negativen NTE) meistens unbeschreiblich angenehme Gefühlszustände ein, wie man sie vom irdischen Leben her nicht kennt, und sie werden stärker, je näher man dem Licht kommt – ein enormer Friede, eine Geborgenheit, eine überaus angenehme Wärme, eine bedingungslose (Mutter-)Liebe, eine Ruhe, eine Glückseligkeit, eine Weite, eine grenzenlose Freiheit, eine Leichtigkeit, eine »Verbundenheit« mit dem Kosmos oder ein völliges »Eins-Sein mit der Schöpfung«. Beispiele für entsprechende Aussagen: »Ich war selbst das Universum.« »Ich wurde selbst zum Licht.« »Du wirst das Licht und das Licht wird du.« Oft ist auch die Rede von »Ekstase«.

 

Die Wahrnehmung wird meistens als extrem erweitert und deutlich realer empfunden als im Körper, ebenso als authentischer. Es handelt sich bei weitem nicht nur um intensivere Formen von Wahrnehmungen, wie es Skeptiker oft darstellen, sondern um eine völlig andere grundsätzliche Qualität des existenziellen Empfindens. Die Welt und die eigene Existenz werden qualitativ völlig andersartig wahrgenommen, zum Beispiel auch durch andere Farben und Klänge, die man vom Irdischen her nicht kennt. Im Vergleich dazu wird die Wahrnehmung in der Gebundenheit an den irdischen Körper von den Erfahrenen sogar oft als Schlaf oder Traum bezeichnet. Von Plato stammt auch der Vergleich der irdischen Welt mit einer Höhle (Höhlengleichnis).

 

4b: Auch in diesem Punkt gibt es auffallende Ähnlichkeiten zum psychedelischen Rausch, aber bei NTE sind all diese Empfindungen und Wahrnehmungen qualitativ noch einmal deutlich anders und extremer.

 

Diese Empfindungen dürften bei Drogen wie LSD, DMT und Psylocibin eine entscheidende Rolle beim »Ego-Tod« spielen, der durch diese Drogen angeblich oft eintritt. Daher gibt es immer wieder Bemühungen, diese Drogen in der Psychiatrie und Psychotherapie zu erlauben (zumindest in der Forschung). Tatsächlich werden solche Erlaubnisse zu Forschungszwecken immer wieder einmal erteilt.

 

5a: Gedankenschnelligkeit und Gedankengleichzeitigkeit: Das intellektuelle Verstehen der Dinge ist meistens enorm leistungsfähiger und umfassender, meistens beschleunigt oder sogar gleichzeitig. Kaum taucht eine Frage auf, erhält man gleichzeitig die Antwort. Manche sprechen sogar davon, sie hätten gleichzeitig das Leben aller einzelnen Menschen auf dem Erdball wahrgenommen.

 

5b: Durch psychedelischen Rausch entsteht oft eine erhöhte Art der Aufmerksamkeit, aber das intellektuelle Verstehen verlangsamt sich eher und wird oft auch als anstrengend empfunden. Durch Drogen ist man eher nur auf einzelne Dinge fokussiert und es kann eine Art geistige Überforderung eintreten.

 

6a: Außerkörperliche Erfahrungen werden überwiegend als absolut sinnvoll wahrgenommen. Den Erfahrenen wird ein weitaus höherer Sinn sowohl des irdischen Lebens als auch der jenseitigen Existenz bewusst, wobei »Sinn« hier auch das Prinzip von Ursache und Wirkung bedeutet. Das betrifft auch die negativen Erfahrungen, solange die betreffenden Menschen diese Erfahrungen als Lern-Erfahrungen erkennen, denn darüber wird meistens berichtet, es seien ihnen tiefere Hintergründe von Ursache und Wirkung klar geworden und somit auch, warum sie eine negative Erfahrung machen.

 

6b: Bei Halluzinationen und den meisten psychedelischen Rauschzuständen wird dieses Prinzip von »Sinn« bzw. Ursache und Wirkung kaum als solches erkenn. Es gibt keinen sinnvollen Verlauf, sondern eher ein willkürliches Durcheinander an Bildern, Empfindungen und Szenen. Daher zeugt es von besonderer Ignoranz, wenn manche Leute die Nahtoderfahrungen mit Halluzinationen gleichsetzen, denn Halluzinationen werden nicht umsonst als krankhaft gesehen. Es sind leidvolle Zustände, die niemand haben will. Nahtoderfahrung damit zu vergleichen ist völlig realitätsfremd.

 

7a: Portal, Dunkelheit und Tunnel: Während der Wahrnehmung der irdischen Szene öffnet sich oft ein Portal oder Tunnel. So heißt es etwa manchmal, die scheinbare materielle Realität habe sich (wie eine holografische Matrix) aufgelöst, sei »aufgerissen« oder sei wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Es käme dann eine (angenehme) Dunkelheit und ein sich drehender Tunnel mit dem sich drehenden und immer größer werdenden, strahlenden Licht am Ende. Die Bewegung durch den Tunnel erfolgt meistens schnell, manchmal langsam. Hier werden oft andere Seelenwesen wahrgenommen, die ebenfalls vom Licht angezogen werden. Manchmal werden auch bösartige oder »abfallende« Wesenheiten wahrgenommen.

 

Manche Skeptiker argumentieren damit, diese Tunnel-Licht-Erfahrung könnte ein Wiedererleben der Geburt sein. Aber hat ein Baby im Geburtskanal die Augen offen? Und wenn ja, sieht es am Ende des »Tunnels« wirklich ein Licht? Ist dieser Tunnel im Geburtskanal rotierend?

 

7b: Wenn überhaupt, dann sind derartige Erfahrungen im Drogenrausch von anderer Qualität.

 

8a: Ein intensiver »Lebensfilm«, was weitaus mehr ist, als nur ein visuelles Erlebnis. Es ist ein tiefes emotionales und psychologisches Durchleben der wichtigsten Lebensereignisse. Man durchlebt, was man selbst erlebt hat und was man anderen Lebewesen (auch Tieren) Gutes und Schlechtes getan hat. Es geht hier deshalb auch um eine Aufarbeitung von Versäumnissen und Schuld. Oft wird dieser »Film« von den Erfahrenen als ein hartes aber gerechtes Gericht empfunden, oder als Prozess zur seelischen Läuterung. Es zeigt sich hier auch oft, wie sich jeder eigene Gedanke und alle Verhaltensweisen auf das ganze Universum ausgewirkt haben, sowohl die guten wie die schlechten. Im Englischen spricht man hier vom »ripple effect« (Welleneffekt).

 

Beim Lebensfilm ist oft ein höheres Wesen anwesend, welches wiederum oft als Christus identifiziert wird. Mit diesem begleitenden Wesen erfolgt meistens eine Kommunikation über die Lebensreflexion. Hier wurde auch schon manchmal davon berichtet, gute und böse geistige Mächte hätten um die betreffende Seele gerungen.

 

8b: Hier gibt es eine stärkere Ähnlichkeit zu NTE: Durch Drogen, insbesondere durch DMT, können Erinnerungen an frühere Lebenssituationen eintreten, in denen einem klar wird, dass eine liebevolle Reaktion besser gewesen wäre als eine bittere und aggressive. Solche Erfahrung bergen ein starkes, psychisches Heilpotenzial.

 

9a. Ein höheres Verstehen des eigenen Lebens und der menschlichen Existenz generell, wie man es als Mensch, dessen Bewusstsein an das Gehirn gebunden ist, (eher) nicht haben kann. Dieses höhere Verstehen geht oft einher mit dem »Lebensfilm«, setzt sich aber auch danach fort.

 

Es scheint hier einen Zusammenhang zum »Licht« zu geben: Je näher man dem Licht kommt bzw. je mehr man damit »eins« wird, umso eher steigern sich Glückseligkeit und Allwissenheit. So heißt es von den Erfahrenen beispielsweise oft, jedes Geheimnis des Universums sei gelüftet gewesen, es habe keine einzige Frage mehr gegeben. Diese Allwissenheit trägt offenbar wesentlich zu diesem enormen Glücksgefühl bei. Oft heißt es auch, man habe bis ins kleinste Detail gewusst, wie das Universum aufgebaut ist und funktioniert. Die Sache mit der »Sofort-Antwort« wurde bereits erwähnt: Kaum stellt sich eine Frage, hat man bereits die Antwort darauf erhalten.

 

Bei den negativen NTE geht es genau in die andere Richtung: Unwissenheit, Unklarheit, Dunkelheit, Einsamkeit bzw. das Gefühl, von anderen Lebewesen und vom Leben generell abgetrennt zu sein (»Sünde«, was im Grunde nur ein anderes Wort für einen Zustand der Absonderung ist), Unsicherheit, Gefahr, Bedrohung von anderen Geistern, Angst.

 

9b: Durch psychedelische Substanzen wie LSD und DMT ergibt sich vor allem oft der Ego-Tod, mit dem ein höheres Verstehen des Lebens zumindest insofern eintritt, dass Liebe und Vernunft die besseren Gefühls- und Verhaltensoptionen sind als Bitterkeit und Hass.

 

10a: Das mystische »Licht«, von dem oft die Rede ist, wird als weitaus mehr wahrgenommen als nur als visuelles Licht, wie es Skeptiker meistens verstehen. Die Erfahrenen fühlen sich meistens unwiderstehlich mit ihrem vollständigen persönlichen Existenzgefühl davon angezogen, sozusagen mit jeder einzelnen, eigenen Zelle. Sie empfinden dazu sehr starke Gefühle der »Heimkehr«. Dieses Licht wird oft als die allumfassende Lebensquelle empfunden, von der man bedingungslos geliebt, geborgen, getragen und genährt wird. Mit einer Quelle, aus der die eigene Existenz ersteht. Es wird auch meistens als Gott und persönlicher Erlöser empfunden, auch von jenen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer NTE völlig atheistisch waren.

 

Typische Aussagen darüber sind beispielsweise: »Alles, was in mir war, wollte in dieses Licht.« Oder: »Ich wollte mit diesem Licht verschmelzen.« Oder: »Ich wollte nur noch dahin und sonst nirgends.« Oft heißt es, man hätte darin »gebadet« oder man sei damit »verschmolzen« gewesen. Jeder, der es erlebt, will dort bleiben und nicht mehr zurück in den Körper bzw. in die irdische Welt. Es wird immer wieder betont, wie enorm hell dieses Licht war, jedoch ohne zu blenden. Der bekannte George Ritchie meinte, es sei heller gewesen als Tausende Schweißbrenner zusammen. Dabei wird aber auch immer wieder betont, dass dieses Licht dennoch nicht blendet.

 

Die Erfahrenen betonen auch immer wieder, dieses »Licht« sei überhaupt nicht vergleichbar mit dem irdischen Licht. Sie bezeichnen den Begriff »Licht« oft als lächerlich, aber es ist jener Begriff, der noch am ehesten zutrifft. Manchmal fällt auch der Begriff »Urzentralsonne«.

 

10b: Bei psychedelischen Drogen können intensivere Licht- und Farbeffekte entstehen. Wenn erfahrene Menschen jedoch darüber berichten, dann ist dies qualitativ oft anders, als wenn Menschen nach einer echten NTE über dieses »Licht« berichten. Es wird jedoch manchmal davon berichtet, dass eine Licht-Erfahrung durch LSD einer Licht-Erfahrung wie bei Nahtod ähnlich sein kann.

 

11a: Begegnungen und Kommunikation mit anderen Wesen oder »Gott«. Dabei handelt es sich meistens um verstorbene Verwandte oder Freunde, oder um höhere Geistwesen, die als Geistführer wahrgenommen werden. Oft heißt es, man sei herzlich oder brüderlich begrüßt worden oder man sei liebevoll empfangen worden. Oft ist auch davon die Rede, man sei zurückgekommen in die Seelenfamilie und man hätte auch andere Verwandte als solche erkannt, die man im bisherigen irdischen Leben nicht kannte, weil sie nicht inkarniert waren.

 

Manche dieser Wesenheiten erfüllen eine Art Wächter-Funktion. Oft wird es auch so empfunden, dass man es mit Christus oder Gott zu tun hat (auch von Atheisten). Bei negativen NTE ist es oft, dass man sich von bösartigen Geistwesen angegriffen fühlt und tatsächlich attackiert wird. (Hier ein eigener Artikel über negative Nahtoderfahrungen: Die Hölle in Nahtoderfahrungen.)

 

Bei den Begegnungen mit anderen Seelen fällt auf, dass diese fast immer nur jene sind, die momentan nicht inkarniert sind. Würde das Gehirn nur die Gedankenwelt des irdischen Lebens fortspinnen, dann müsste es bei NTE auch Begegnungen mit aktuell irdisch lebenden Menschen geben, was aber nur äußerst selten der Fall ist.

 

Auffällig ist auch, dass all diese Wesen immer jung und vital Erscheinen (vgl. dazu Offenbarung 21:5: »Siehe, ich mache alles neu!«). Würde es sich nur um Halluzinationen handeln, so wäre es logischer, wenn diese Menschen in jenen Zuständen erscheinen würden, wie man sie von der Erde her zuletzt kannte oder wie man sie einfach hauptsächlich in Erinnerung hat. Besonders jüngere Menschen kennen ältere Verwandte oft gar nicht aus einer Zeit, in der sie jung waren. Sie würden diese Menschen nicht rein visuell erkennen, erkennen sie aber meistens eindeutig auf telepathischer Ebene.

 

In einigen bekannt gewordenen Fällen sind die betreffenden Menschen laut eigenen Aussagen auch den Seelen ihrer zukünftigen (irdischen) Lebenspartner oder Kinder begegnet, obwohl bis dato keine Partnerschaft und auch keine Schwangerschaft in Sicht war.

 

Die Kommunikation mit den Seelenwesen erfolgt nicht über Mundbewegungen, sondern wird von den Erfahrenen oft als rein geistig, geistig-emotional oder telepathisch bezeichnet. Diese Art der Kommunikation wird auch wesentlich realer, klarer, direkter und echter wahrgenommen, als die Art und Weise, wie wir es von der materiellen Welt her kennen, daher werden auch Menschen, die vom irdischen Leben her unbekannt waren, meistens schnell und eindeutig in der Begegnung identifiziert.

 

Manchmal berichten Menschen auch davon, dass sie von einem oder mehreren geistigen Führern begleitet und durch verschiedene Bereiche der seelischen Welt geführt wurden.

 

Ein berechtigter kritischer Gedanke beruht darauf, dass Verwandte oft mit Kleidungsstücken aus ihrem früheren Leben wahrgenommen werden. Ja, das ist tatsächlich so, aber aus vielen NTE zeigt sich, dass diese irdischen Bildnisse nur Reflexionen sind, die sich umso mehr auflösen, je mehr man die irdische Szene verlässt. Je mehr das der Fall ist, umso eher zeigt sich die reine, ursprüngliche Gestalt der Wesen.

 

11b: Keinerlei Erfahrungen anderer Seelenwesen. Bei gewissen Drogenerfahrungen entstehen zum Beispiel nur Bilder von Gesichtern oder Fratzen, die sich verändern und oft Angst verursachen. Bei Oneiroiden (sehr unangenehme, auch »höllische« Delirien), die meistens in Krankenhäusern passieren, tauchen eher die Gesichter des klinischen Personals auf. Und im DMT-Rausch tauchen gewisse Gestalten auf, wie man es bei NTE nicht hat.

 

12a: In manchen Nahtoderfahrungen kommen Erden-ähnliche Landschaften und Städte vor, wobei das Ausmaß der Schönheit hier extrem variieren kann. In dunkleren Bereichen werden Landschaften und Städte zum Beispiel duster, kalt oder bedrohlich wahrgenommen, während sie in lichterfüllten Bereichen als unbeschreibliche Herrlichkeit wahrgenommen werden. So ist etwa oft von intensiven und andersartigen Farben in der Natur die Rede, von einem unbeschreiblichen Grün der Wiesen, oder von einem kristallklaren, schillerndem Wasser, wie man es in der irdischen Welt niemals finden wird. Von den Pflanzen heißt es meistens, diese würden von innen her leuchten und strahlen, als seien sie von Licht erfüllt. Auch von einer goldenen oder weißen Stadt ist manchmal die Rede.

 

Seltenere Elemente sind zum Beispiel: Eine Brücke, die man überwinden muss, ansonsten würde man nach unten in die Dunkelheit fallen; ein Raum, in dem sich ein »Lebensbuch« und eine Art Prüfer oder Wächter befindet, mit dem es eine kritische Reflexion über das bisherige Leben gibt; ein Weg, der sich gabelt in einen schmalen Weg, der nach oben zu Gott führt, und einen breiten Weg, der nach unten in die Dunkelheit führt.

 

12b: Bei psychedelischen Rauschzuständen kann Ähnliches auftauchen, jedoch wie immer in einer grundlegenden Qualität.

 

13a: Der starke Unwille, in den Körper zurückzukehren. Die Erfahrenden empfinden ihr bisheriges irdisches Leben oft als abgeschlossen oder sie empfinden es als selbstverständlich, im Jenseits bleiben zu können. Wer in das Irdische zurück muss, wird dann oft vor dieser unvermeidbaren Rückkehr gewarnt, zum Beispiel von den Begleitern oder von dem, was sie als allgegenwärtigen Gott wahrnehmen. An diesem Punkt beginnen die Seelen dann oft, gegen diese angekündigte Rückkehr zu rebellieren oder mit der oder den begleitenden Seelenwesen zu debattieren, um die Rückkehr zu verhindern. Aber es gibt auch Fälle, wo die Betreffenden aus eigenem Willen wieder zurück wollen, jedoch nicht, weil sie es wirklich »wollen«, sondern eher aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus, weil sie wissen, dass ihr Seelenplan im aktuellen irdischen Leben noch nicht erfüllt wurde. Dies fällt besonders häufig im Zusammenhang mit Kindern auf, wo die Eltern (in der Nahtodsituation) erkennen, dass sie von diesen (irdischen) Kindern noch gebraucht werden.

 

13b: Hier erfolgt keine Warnung davor, dass die Erfahrung enden wird. Sie endet einfach.

 

14a: Eine körperlich überdeutlich spürbare Rückkehr in den Körper, die oft so beschrieben wird, als wäre man wie durch ein starkes Gummiband oder ein starkes Vakuum in den Körper zurückgezogen oder zurückgesaugt worden. Oft heißt es auch, man sei in den Körper zurück geknallt, geprallt oder »geklatscht«. Oder es fühlte sich an, als würde man in eine viel zu kleine Hülle hineingestopft werden. Manchmal heißt es, man sei von unsichtbaren Händen zurück geschubst oder gedrückt worden in den Körper

 

14b: Keine auffällige Rückkehr in den Körper. Rauschzustände durch Drogen klingen langsam ab.

 

15a: Das Zurücksein im Körper wird oft als der schrecklichste, grauenhafteste, schlimmste oder enttäuschendste Moment des ganzen bisherigen Lebens bezeichnet. Der Dresdner Jazzmusiker Peter Setzmann meinte in einem TV-Bericht, er habe »zuerst einmal geschrien wie am Spieß«, als er bemerkte, wieder im Körper zu sein, weil er »dieses Leben einfach nicht mehr wollte«. Oft heißt es von den betreffenden Menschen, sie seien »sauer« gewesen, zum Beispiel auf die Ärzte, dass sie »zurückgeholt« wurden. (Das wurden sie zwar nicht, aber sie empfinden es oft so, wenn sie aufwachen und das klinische Personal um sich herum sehen.)

 

Die Abneigung gegen das irdische Leben dauert oft viele Jahren. In den meisten Fällen kommt es jedoch nach einigen Jahren zumindest wieder so weit, dass diese Ablehnung nicht mehr belastend ist.

 

15b: Das Zurücksein in der regulären Wahrnehmung wird nur bei Drogensucht als irgendwie als enttäuschend empfunden, aber es besteht nicht diese enorme, momentane Abneigung gegen das irdische Leben generell, wie es bei NTE meistens der Fall ist.

 

16a: Meistens eine enorme, positive Sehnsucht, diese außerkörperlichen Zustände wieder zu erleben. Gerade durch diese Erfahrungen gelingt es diesen Menschen oft, das irdische Leben besser anzunehmen, weil sie wissen, dass es danach schöner weitergeht.

 

In manchen Fällen entsteht jedoch eine belastende Jenseitssehnsucht. In Deutschland wurde sogar ein Fall bekannt, wonach sich ein junger Mann, der an sich ein gutes Leben hatte, für den Suizid entschied, weil er sich so sehr nach dem jenseitigen Zustand sehnte und er das irdische Leben einfach nicht mehr akzeptieren konnte.

 

16b: Zu manchen Drogen wie LSD entsteht angeblich keine Sucht und auch keine starke Sehnsucht, diesen Zustand wieder zu erleben, auch wenn er als sehr angenehm empfunden wurde. Ansonsten entsteht zu gewissen Drogen eher eine leidvolle Abhängigkeit.

 

17a: Für die Erfahrenen ist es auffallend schwierig, ihre Erfahrungen zu beschreiben, weil es im Irdischen keine entsprechenden Wahrnehmungen und Wörter gibt. So verwenden sie dann zum Beispiel ungern Begriffe wie Licht oder Liebe, weil sie wissen, dass die meisten NTE-unerfahrenen Menschen andere Vorstellungen zu diesen Begriffen haben, die den jenseitigen Empfindungen nicht entsprechen.

 

17b: Die Erfahrenen haben nicht diese Schwierigkeiten mit den Beschreibungen, weil sie im Wesentlichen nur Dinge erleben, die auf irdische Erfahrungsbereiche und Begrifflichkeiten begrenzt sind. Sie sprechen dann zum Beispiel von Liebe und Geborgenheit, ohne aber dazu zu betonen, dass sie es eigentlich nicht beschreiben können, sondern nur intensiver erlebt haben.

 

18a: Besonders die klassischen NTE bewirken meistens starke und positive Persönlichkeitsveränderungen. Die Erfahrenen verlieren zum Beispiel weitgehend ihre Ängste, nicht nur die Angst vor dem eigenen Tod (nach höllischen NTE nicht immer). Oft freuen sie sich sogar in gewisser Weise auf ihren körperlichen Tod. Es reduziert sich auch die Angst vor dem Tod bzw. Verlust anderer (vertrauter) Menschen. Auch typische Ängste des irdischen Lebens werden weniger.

 

Sie verlieren auch meistens ihre weltlichen Anhaftungen und ihr »Ego«. Sie sehen einen tiefen Sinn im Leben und legen weniger Wert auf materielle Dinge, sondern mehr auf gute zwischenmenschliche Beziehungen. Sie fühlen sich erfüllter und oft ändern sie ihre Berufe, wobei sie oft auf soziale Berufe umsteigen. Oft geraten sie unmittelbar nach ihrer NTE zwar in Depressionen, aber dies eher deshalb, weil sie diese Erfahrung noch nicht ausreichend verstehen können und weil sie mit anderen Menschen nicht gut darüber sprechen können.

Skeptiker wollen dieses Merkmal von Nahtoderfahrungen – falls sie es überhaupt kennen – weniger auf die außerkörperliche Erfahrung zurückführen, sondern allein darauf, dass Menschen fast gestorben wären. Aber das ist wieder typisches Wunschdenken und Kurzsichtigkeit. Wenn man sich ansieht, warum sich diese Menschen so sehr verändern und warum sie dies begründen, dann geht das einzig und allein auf die Nahtoderfahrung zurück, also nicht auf die rein körperliche Todesnähe, sondern auf dieses besondere Erleben im außerkörperlichen Zustand, insbesondere auf die enormen Erfahrungen der Einheit und der bedingungslosen Liebe.

 

18b: Hier ändern sich die Persönlichkeiten entweder nicht, nur leicht oder es entstehen typische Süchte zu bestimmten Drogen. Durch psychedelische Halluzinationen verlieren Menschen die Angst vor dem Tod nicht so auffallend oft wie bei NTE. Besonders nach Nahtod-Situationen (durch Krankheit oder Unfall) ohne Jenseitserfahrung leiden Menschen sogar oft unter Traumatisierungen und einer erhöhten Angst vor dem Tod. Positive Änderungen, und teilweise sogar erstaunliche, wurden jedoch durch bestimmte psychedelische Substanzen beobachtet, vor allem im Zusammenhang mit guter psychischer Begleitung.

 

Wären NTE und bestimmte Halluzinationen so gut vergleichbar, wie Skeptiker es gerne behaupten, dann müssten auch die Wirkungen und Nachwirkungen viel ähnlicher sein. Dass dies nicht der Fall ist, ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass NTE keine Gehirnproduktionen sind.

 

19a: Eine plötzliche und starke Änderung der Weltanschauung. Man kann auch sagen: Jeder Mensch ist nach einer echten AKE und NTE davon überzeugt, dass es mehr gibt, als nur die materielle Welt. Menschen kommen nach einer echten AKE/NTE niemals zur Überzeugung, dass es sich dabei nur um einen Traum oder eine Halluzination handelte. Nur anfangs wird ein solches Erlebnis manchmal als etwas Übersinnliches geleugnet, aber dauerhaft bleibt ausnahmslos bei jedem Menschen die unveränderbare Überzeugung aktiv, dass es eine reale Erfahrung einer nicht-materiellen Welt war. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Träumen, Delirien und Halluzinationen. Das Gehirn spielt uns vor, dass diese irdische Welt die reale ist, und zu einem gewissen Grad ist sie es auch tatsächlich. Aber sobald man einmal in der anderen Welt war und sich daran erinnert, hat man eine Welt erfahren, die über der irdischen steht. Nun hat man den Vergleich und nun kann man sagen, dass die andere Welt die realere ist. Wären NTE nur Halluzinationen, dann müssten diese Menschen das irgendwann genauso einsehen wie nach echten Halluzinationen. Das ist aber nach NTE niemals der Fall. (Wenige vermeintliche Nahtoderfahrungen von Skeptikern, die nicht von der Existenz des Jenseits überzeugt sind, werden weiter erläutert erwähnt.)

 

19b: Über psychedelische Drogenerfahrungen heißt es zwar auch oft, diese seien religiös oder spirituell gewesen, aber diese grundlegenden Änderungen in der Weltanschauung zeigen sich hier nicht. Nach Drogenrausch, Halluzinationen, Delirien und Träumen hat früher oder später jeder Mensch die Einsicht, dass es nur Produkte des Gehirns waren.

 

20a: Damit die Liste der Unterschiede vollständig wird, sei hier noch der klinische Unterschied erwähnt, der weiter oben bereits erläutert wurde: Dass Nahtoderfahrungen meistens im Zustand das klinischen Todes und somit ohne Hirnströme eintreten. Außerdem können NTE auch nicht durch Vollnarkose verhindert werden.

 

20b: Bei Halluzinationen hingegen ist das genaue Gegenteil der Fall. Hier besteht meistens eine Überaktivität im Gehirn und eine Vollnarkose unterbindet Halluzinationen völlig oder weitgehend.

21: Im Zuge von AKE und NTE wird oft über Erscheinungen religiöser Gestalten berichtet. Das »Licht« wird als Gott wahrgenommen und oft wird auch darüber berichtet – auch von Atheisten und Menschen nicht christlicher Religionen – man habe Jesus gesehen und mit ihm kommuniziert. Derartige Erscheinungen werden ausschließlich als sehr angenehm und erlösend empfunden und sind allein deshalb schon nicht vergleichbar mit Halluzinationen durch Drogen und Krankheit. Religiöse Inhalte treten vor allem bei Psychosen durch Schizophrenie auf, jedoch wesentlich anders als religiöse erscheinende Wahrnehmungen bei AKE und NTE. Bei krankhaften Psychosen ist es eher typisch, dass die Betroffenen meinen, sie seien selbst Jesus, Gott oder der Teufel, oder sie haben das Gefühl, sie seien irgendwie in der Nähe davon. Solche Halluzinationen haben jedoch nie einen erlösenden Charakter, sondern sind immer in irgendeiner Weise unangenehm und leidvoll.

Schrieb Bestseller »Beweise für ein Leben nach dem Tod«

Dr. med. Jeffrey Long, Radiologe USA, schrieb Bücher über Beweise für ein Leben nach dem Tod

Greyson Leben nach dem Tod zahlreiche Beweise

Prof. Dr. Bruce Greyson, Psychiater, USA, aufgrund seiner umfangreichen Forschungen auch als »Vater der Nahtodforschung« bezeichnet

Pionier der Nahtodforschung, Leben nach dem Tod, Pim van Lommel

Dr. med. Pim van Lommel, Kardiologe, Niederlande, erbrachte eine der größten klinischen Studien über Nahtoderfahrungen

11 weitere Faktoren, die nur bei AKE auftreten, nicht bei Halluzinationen

1. Die Warnung von anderen Seelenwesen und/oder das intuitive eigene Wissen, eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten, weil sonst keine Rückkehr in den Körper mehr möglich sei und der irdische Körper dann völlig sterben würde. Diese Schwelle erscheint oft in Verbindung mit dem »Licht« und wird als eine mehr oder weniger durchsichtige energetische Wand oder Lichtwand beschrieben. Oft heißt es beispielsweise: »Ich wusste, wenn ich weiter hineinkomme in das Licht, dann gibt es kein Zurück.« Manchmal wird den Betreffenden gesagt, sie könnten sich entscheiden, drüben zu bleiben oder zurückzukehren. Manchmal wird ihnen auch direkt und sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie zurückkehren müssen und keine Wahl haben. Manchmal heißt es auch, sie seien von dem begleitenden Seelenwesen oder von der Kraft des Lichts in den Körper zurückgestupst, geworfen, getaucht oder gestopft worden.

 

2. Die »Hellsichtigkeit« und ein überaus feines »Gehör«, was sich etwa daran zeigt, dass man all die Gedanken und Empfindungen anderer Seelenwesen und auch der irdischen Menschen (z. B. im OP-Saal bei Nahtod) gleichzeitig und »telepathisch« sieht, hört und nachempfindet. Daher wissen Menschen nach NTE oft so genau, was diese anderen (irdischen) Menschen dachten und fühlten, auch wenn diese es körperlich und verbal nicht ausgedrückt haben.

 

3. Die 360°-Perspektive bzw. die gleichzeitige Wahrnehmung der Dinge von allen Seiten, auch von innen und außen und umgekehrt, bis hin zur gleichzeitigen Wahrnehmung aller Bereiche des Universums und der gesamten Vergangenheit und Zukunft. Oft heißt es auch, man habe den eigenen irdischen Körper gleichzeitig von allen Seiten aus.

 

4. Astral- und Zeitreisen. Eine völlige Unabhängigkeit von Raum und Zeit. Die Fähigkeit, sich durch bloße Gedanken über große Distanzen mit hoher Geschwindigkeit zu bewegen. So heißt es etwa oft: »Kaum hatte ich beabsichtigt, an einem bestimmten Ort sein zu wollen, war ich bereits dort.« Immer wieder ist auch davon die Rede, man hätte jeden beliebigen Zeitpunkt in der Geschichte der Erde besuchen können. Auch heißt es oft, es gäbe keine Vergangenheit und keine Zukunft, alles würde einzig und allein im »Jetzt« existieren.

 

5. Eine Rückschau auf frühere irdische Leben, bis hin zum Beginn des Universums. Ebenso eine Vorschau auf die Zukunft, was jedoch – wie bereits erwähnt – nicht als Zeitablauf empfunden wird, wie wir es hier im Irdischen empfinden.

 

6. Die Betreffenden sind sich während der Erfahrung oft dessen bewusst, dass sie sich zwar – wenn sie wieder an ihren Körper gebunden sind – an diese Erfahrung erinnern können, aber sie wissen auch, dass bestimmte Elemente davon bewusst aus der Erinnerung ausgeblendet sein werden.

 

7. Nach den NTE, zurück im Körper: Phänomene der Hellsichtigkeit, also zum Beispiel Zukunftsvisionen oder einfach die Röntgenblick-artige Sicht auf andere Menschen, auf ihr Leben und ihr Inneres (psychisch-emotional oder körperlich).

 

8. Im Zusammenhang mit typischen NTE treten oft außergewöhnliche körperliche und psychische Heilungen auf, die medizinisch nicht erklärbar sind. Die bekanntesten Fälle hierzu sind Anita Moorjani und Alexander Eben. Anita fiel durch ihren Lymphknotenkrebs 2006 ins Koma. Es hieß, sie würde nicht mehr aufwachen. Ihr Krebs heilte aber dann innerhalb von 5-7 Wochen vollständig aus. Heute lebt sie immer noch kerngesund (Stand 2020).

 

Oft zeigt sich auch, dass Traumata besser überwunden werden, so etwa im Fall von Christine Brekenfeld aus Deutschland. Sie hatte ihre Nahtoderfahrung in einer körperlichen Notsituation, bei sie ihr werdendes Kind, mit dem sie schwanger war, verlor. Da ihr aber während ihrer NTE klar wurde, warum diese Situation so gekommen ist, dass dieses Ereignis für ihre Tochter in Ordnung war und dass ihre Tochter bzw. die Seele, für die der werdende Körper gedacht war, in der schönen Jenseitswelt weiterlebt, konnte sie diese Akutsituation erstaunlich gut überwinden.

 

»Ich habe als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut herausgefunden, dass Nahtoderfahrungen eine heilsame Wirkung bei Depressionen, Ängsten und auch Selbstmordgefährdung haben. Verglichen mit dem Effekt eines Nahtoderlebnisses erscheinen die Methoden der Psychotherapie wie unbeholfene Flugversuche eines altertümlichen Fluggerätes im Gegensatz zum modernen Düsenjet.«

Dr. Engelbert Winkler[12]

 

9. Dieser Punkt gehört von der Reihenfolge her zwar an den Anfang, wird aber nicht ganz so häufig berichtet und hat nur indirekt mit Nahtoderfahrungen zu tun, daher wird er hier am Schluss erwähnt, aber er ist dennoch erheblich und ein schwerer Hinweis auf ein übersinnliches Bewusstsein. Es geht darum, dass sich Unfälle und akute Krankheiten auf »ankündigen«.

 

Dazu ein erstaunliches Beispiel: Ein junger Mann lebt bei seiner Großmutter und als er eines Tages das Haus wegen eines Ausflugs mit seinen Freunden verlässt, sagt ihm seine Großmutter noch zum Abschied, er solle aufpassen auf seine Hände. Da der Mann schon später dran war, ging er nicht mehr nähe auf diese Aussage ein, die für ihn überhaupt keinen Sinn machte. Ein paar Stunden später fiel er relativ hoch von einem Baum und brauch sich beide Hände. In dieser Situation hatte er seine Nahtoderfahrung.

 

Auch jeder Materialist ist nach eigener AKE unveränderbar vom Leben nach dem Tod überzeugt

 

Dass sich sowohl atheistische als auch religiöse Menschen durch eigene Nahtoderfahrungen auffallend schnell und wesentlich verändern, wurde bereits erwähnt, soll hier aber noch tiefer erläutert werden.

 

Skeptiker unterstellen jenen Menschen und Forschern, die Nahtoderfahrungen und andere übersinnliche Phänomene als Beweise für das Leben nach dem Tod betrachten, oft eine grundsätzliche religiöse Voreingenommenheit. Aber abgesehen davon, dass die materialistische Fixierung der Skeptiker genauso blind macht wie eine fundamentalistische religiöse Fixierung, sehen Skeptiker bei dieser Argumentation vor allem drei entscheidende Auffälligkeiten nicht.

 

Erstens: Ein Großteil derer, die heute durch eigene NTE und durch die Beschäftigung damit (auch namhafte Forscher wie Prof. Bruce Greyson), vom Jenseits überzeugt sind, waren früher genau solche Atheisten und Materialisten (»Naturalisten«) wie heute ein Richard Dawkins und andere extremere Skeptiker. Bekannte Beispiele dafür sind die US-Amerikaner Alexander Eben und Howard Storm. Sie waren typische Extrem-Skeptiker und Atheisten, die jegliches übersinnliches Gedankengut für strunzdumm hielten und eine entsprechende Abneigung dagegen hatten. Sogar Raymond Moody wuchs atheistisch auf. Und auch unter den religiösen Menschen sind viele Agnostiker und sogar in gewisser Weise Atheisten, weil viele von ihnen nicht besonders stark von der Existenz des Jenseits überzeugt sind. Es kann viele andere Gründe geben, warum solche Menschen dennoch Mitglied einer Kirche sind oder sogar regelmäßig in die Kirche gehen.

 

Wenn ein Mensch nun eine echte außerkörperliche Erfahrung, so kann es vorkommen, dass er dadurch so sehr überwältigt ist, dass er diese Erfahrung zuerst einmal eine Zeit lang verdrängt. Diese Verdrängungsreaktion hat auch oft damit zu tun, dass diese Menschen oft nicht mit anderen Menschen über dieses Erlebnis sprechen können. Aber im Nachhinein sagen diese Menschen dann oft, sie hätten sich das Ganze noch so sehr ausreden können bzw. einreden können, dass es nur eine Fantasie war, sie waren in Wirklichkeit – zumindest unbewusst – seit dieser Erfahrung von heute auf morgen unveränderbar davon überzeugt, dass es eine reale Jenseitserfahrung war. Und das trifft auch auf all jene Menschen zu, die vor diese Erfahrung ein eindeutig materialistisches Weltbild hatten. Wenn ein Extrem-Skeptiker wie Richard Dawkins eine echte NTE hat, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er danach genauso von der Existenz des Jenseits überzeugt ist, wie alle anderen auch. Es ist nicht übertrieben zu sagen: Jeder Mensch ist nach einer echten AKE – insbesondere nach einer NTE – unwiderruflich und für den Rest seines Lebens vom Jenseits überzeugt.

 

Diese Tatsache wird von Skeptikern gerne abgestritten, weil es immer wieder gewisse Leute gibt, die behaupten, selbst eine NTE gehabt zu haben und trotzdem nicht vom Jenseits überzeugt zu sein. Auf diese Fälle stürzen sich Skeptiker sehr gerne, ohne zu hinterfragen, ob es sich dabei überhaupt um echte NTE handelt.

 

Mir sind bisher vor allem drei Menschen bekannt, die keine wirkliche NTE hatten, dieses aber behaupten und zusätzlich damit hausieren gehen, trotz ihrer angebliche NTE nicht vom Jenseits überzeugt zu sein. Aber wenig überraschend handelt es sich dabei ausgerechnet um drei ausgesprochene Skeptiker. Dazu gehören der deutsche Biologe Gerhard Roth, die britische Psychologin Susan Blackmore und der österreichische Physiker Werner Gruber. Alle drei hatten sie in Wirklichkeit keine Nahtoderfahrungen. Dies zeigt mir nicht nur die Art und Weise, wie sie darüber sprechen, sondern vor allem auch der dünne Inhalt ihrer Erfahrungen, der sich darauf beschränkt, sich ein bisschen neben sich gefühlt, sich schwerelos oder wohl gefühlt zu haben, oder »herum geschwebt« zu sein. Auch hatte niemand von ihnen diese angebliche NTE beim Herzstillstand.

 

Roth und Gruber hatten zwar jeweils eine Bewusstlosigkeit, sie hatten aber nur noch die Momente vor der Bewusstlosigkeit miterlebt. Mit dem körperlichen Zusammenbruch waren sie dann völlig bewusstlos, also genau dann, wenn die NTE meistens einsetzt. Susan Blackmore gibt immerhin zu, dass sie diese Erfahrung nach dem Konsum von Marihuana hatte. Sie verwechselt einen Drogenrausch mit einer Nahtoderfahrung.

 

Entscheidende Merkmale, besonders jenes der körperlichen Abkoppelung, die Sicht auf sich selbst und den eigenen toten Körper, der Tunnel, das Licht, der Lebensfilm, die Kommunikation mit anderen Präsenzen, die überdeutlich spürbar Rückkehr in den Körper und andere, kommen bei ihnen nicht zur Sprache. Susan Blackmore sprach auch nur davon, es »schien« ihr, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Bisher habe ich niemals erlebt, dass ein Mensch nach einer echten NTE nur davon sprach, es »schien« ihm, außerhalb des Körpers gewesen zu sein. Sie sprachen alle von absoluter Sicherheit.

 

Aber alle drei wollen nun zu den scheinbaren Erfahrenen zählen, um – wie ich vermute – scheinbar belegen zu können, dass nicht jeder Mensch durch solche Erfahrungen von der Existenz des Jenseits überzeugt ist. In einer Dokumentation betont Blackmore auch vehement, sie habe das Ganze auch selbst erfahren und müsse es daher wissen, andererseits betonen Skeptiker immer wieder, persönliche Erfahrungen und Anekdoten hätten nichts zu beweisen. Hier ein eigener Artikel über die vermeintliche Nahtoderfahrung von Werner Gruber.

 

Von angeblichen eigenen Nahtoderfahrungen zu sprechen und damit irgendetwas glaubhafter erscheinen lassen zu wollen, wie etwa »nichts erlebt zu haben, weshalb es kein Jenseits geben könne«, oder »etwas erlebt zu haben, aber trotzdem nicht vom Jenseits überzeugt zu sein«, scheint unter gewissen Leuten häufiger zu werden. Skeptiker fliegen so sehr auf diese Behauptungen, dass sie es gar nicht hinterfragen, ob hier wirklich eine echte AKE/NTE gegeben war oder nicht.

 

Zweitens: Viele derjenigen Menschen, die zum Zeitpunkt ihrer AKE/NTE bereits in irgendeiner Weise religiös waren, verlassen ihre Konfession oder sehen diese zumindest nicht mehr als Bedingung für die »Heimkehr« in den Ursprung. Denn durch ihre NTE haben sie erkannt, dass Gott und das Jenseits doch etwas anders sind, als die meisten Religionen dies lehren. Der bekannte ungarische Schriftsteller Peter Nadas zum Beispiel bezeichnet »Gott« in seinem Buch »Der eigene Tod« sogar als »peinlichen Irrtum«. Damit meint er natürlich nicht das »Licht« bzw. den »Gott«, den er erfahren hat, sondern seiner früheren, herkömmlichen Vorstellungen von Gott, mit denen er aufgewachsen ist.

 

Nach ihren eigenen NTE sind Menschen meistens der Ansicht, dass es keine einzig wahre Religion gibt und selbst wenn, dass es für die Heimkehr in den Ursprung nicht darauf ankommt, Mitglied dieser Religion zu sein. Sie sehen jenes, was sie in ihrer NTE erfahren haben, einfach als Teil der Natur, die an sich nichts mit Konfessionen oder sonstigen religiösen Gruppierungen zu tun hat, so wie man zum Beispiel nicht katholisch sein muss, um Wasser trinken oder Luft einatmen zu können.

 

Drittens: Auch zu diesem Aspekt – zur starken Veränderung der Weltanschauung durch NTE – kann man festhalten: Wären die Erfahrungen durch psychedelische und experimentelle Halluzinationen so sehr vergleichbar mit NTE, wie Skeptiker es oft behaupten, dann müssten Menschen auch durch diese Halluzinationen ihre Weltanschauungen so sehr verändern, wie es bei Menschen nach NTE der Fall ist. So ist es aber nicht. Nach Rauschzuständen mit DMT, LSD oder Ketamin sagen Menschen zwar oft, das sei eine Art religiöse oder spirituelle Erfahrung gewesen, aber sie sind deswegen bei weitem nicht so sehr vom Jenseits überzeugt wie Menschen nach AKE und NTE.

 
 

4 weitere Irrtümer von Skeptikern

1. Die NTE sei ein Programm, um das Sterben zu erleichtern

Bei diesem Argument werden mindestens 5 schwere, widersprechende Faktoren übersehen:

 

  • Ein Teil der Nahtoderfahrungen ist teilweise oder gänzlich unschön und manche davon sogar schrecklich. Sie sind die blanken Gegenteile der wunderschönen, lichtvollen Erfahrungen. Die meisten Nahtodforscher beziffern den Anteil der negativen Fälle mit 5-10 %. Einige gehen aber sogar von etwa 20 % oder mehr aus, so etwa der bekannte US-amerikanische Apologet Gary Habermas.

  • Zum Schutz vor Stress und Schmerzen verfügt der Körper von Natur aus über gewisse Mechanismen. So würde vor allem die Bewusstlosigkeit bereits genügen, um einen Menschen vor Stress und Schmerz zu bewahren. Tatsache ist jedoch, dass Menschen durch Krankheiten und Unfälle oft sehr leiden, vor allem dann, wenn sie das körperliche Bewusstsein nicht verlieren. Daher werden Menschen in klinischen Notsituationen oft stark schmerzbehandelt. Diese Menschen berichten dann im Nachhinein oft über ihre enormen Leidenszustände in diesen Situationen, von einer plötzlichen Schmerzfreiheit und Glückseligkeit ist hier nur im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen die Rede, die dann meistens auch erst durch den Kreislaufzusammenbruch eintreten. Wären Nahtoderfahrungen nur bloße Schutzreaktionen gegen Stress und Schmerzen, dann wäre es viel logischer, dass sie auch bei schweren Verletzungen und Krankheiten auftreten, wo der Kreislauf nicht zusammenbricht. Auch in solchen Situationen können NTE eintreten, was aber weitaus weniger häufig ist als NTE durch Kreislaufzusammenbruch. Wozu sollte ausgerechnet dann, wenn der Körper sowieso bewusstlos wäre, die Wahrnehmung noch einmal »anspringen«, auf Hochtouren laufen und dem Menschen die allerschönsten Momente seines Lebens bescheren? (Oder die aller schrecklichsten in den weniger häufigen negativen NT-Fällen?) Dass NTE meistens genau dann passieren, wenn der betroffene Mensch rein körperlich sowieso bewusstlos ist, spricht gegen die Idee, dass NTE körpereigene Schutzprogramme sind.

  • Die meisten Menschen haben in körperlich und psychisch vergleichbaren Situationen gar keine Nahtoderfahrung. Beispielsweise sind es von den Herzinfarktpatienten nur 12-20 %. Würde das Gehirn immer so biologisch-programmatisch reagieren, wie Skeptiker es behaupten, dann müssten viel mehr Menschen diese Nahtoderfahrungen haben.

  • Verschiedene außerkörperliche Erfahrungen, die den klassischen NTE ähnlich sind, erfolgen auch oft bei körperlicher Stabilität. Das dürfte nicht der Fall sein, wenn diese Phänomene nur Schutzprogramme eines sterbenden Gehirns wären, oder wenn sie durch diese, weiter oben erwähnte, finale Entladungswelle im Gehirn entstehen würden.

  • Wozu auch diese intensive Lebensreflexion, wenn danach alles vorbei sein soll? Diese Reflexion haben Menschen einzig und allein bei typischen NTE, sonst niemals – weder bei krankhaften und Rauschmittel-bedingten Halluzinationen und auch nicht durch künstliche Gehirnstimulation. Man kann annehmen, dass der Lebensfilm eher als Abschluss für das zurückliegende irdische Leben und gleichzeitig als Einstieg in das Fortleben im Jenseitigen dient. Er kann als eine Brücke gesehen werden, als Übergang. Wären NTE nur Halluzinationen, dann müssten sie inklusive Lebensfilm auch bei anderen Halluzinationen auftreten.

 

Zu den negativen NTE: Immer wieder meinen manche Leute, diese Höllenerfahrungen geschahen vor allem im Mittelalter. Aber zu einer solchen Meinung kann man nur kommen, wenn man sich mit NTE nicht ausreichend beschäftigt. Auch heute haben viele Menschen Höllenerfahrungen und man sollte dabei – im Vergleich zu den lichtvollen Erfahrungen – mit einer höheren Dunkelziffer rechnen, weil die Betreffenden nicht stigmatisiert und mit dem Teufel oder dem Bösen in Verbindung gebracht werden wollen.

Aber auch die überwiegend schönen Jenseitserfahrungen sind nicht immer einzig und allein angenehm. Beispielsweise kann auch der Lebensfilm sehr unangenehm sein, denn dabei handelt es sich um eine tiefe, psychische und somit auch emotionale Reflexion der wichtigsten Ereignisse des vorangegangenen irdischen Lebens, und eine solche Reflexion kann ziemlich unangenehm werden, weil man hierbei jene körperlichen und emotionalen Schmerzen durchlebt, die man anderen Lebewesen zugefügt hat. Außerdem kann der Lebensfilm meiner Beobachtung nach besonders dann unangenehm sein, wenn bei einem Menschen Uneinsichtigkeit, fehlende Reue oder ungesühnte Schuld im Spiel sind.

 

Natürlich ist es nun wiederum sinnvoll zu fragen, warum die einen Menschen eine Jenseitserfahrung haben, andere hingegen nicht, obwohl sie körperlich die gleichen Bedingungen aufwiesen. Dazu eine Aussage von Maureen Clinton über ihre eigene NTE: »Ich wusste, dass es keine Zufälle gibt, dass sehr gut auf mich aufgepasst wurde, dass alles geplant war. Sogar meine Anwesenheit dort [im Jenseits, Anm.] war geplant und sie war ein besonderes Geschenk, das ich brauchte.«[13]

 

Es passiert vieles im Leben, was wir nicht bewusst in der Kontrolle haben, von dem wir aber später irgendwann den Sinn oder die höhere Ordnung dahinter erkennen. Aus Nahtoderfahrungen habe ich gelernt: Ob ein Mensch stirbt und ob er eine Nahtoderfahrung erlebt, an die er sich später auch erinnern kann, wird auf der geistigen Ebene entschieden und arrangiert.

2. Nahtoderfahrungen seien zu unterschiedlich und spiegeln daher nur die im Gehirn manifestierte Gedankenwelt

Bei oberflächlicher Betrachtung ist das ein verständlicher Gedanke. So meint beispielsweise ein Skeptiker auf Youtube, die vom griechischen Philosophen Platon geschilderte Nahtoderfahrung eines Soldaten, etwa 400 v. Chr., sei zu unterschiedlich zu den heutigen, und das würde belegen, NTE seien eben nur Halluzinationen. Oder es wird immer wieder einmal behauptet, Buddhisten würden in NTE Buddha sehen, Moslems Mohammed usw. All das sind fehlerhafte und wieder typisch allzu einfache Behauptungen, um NTE scheinbar nur als Fantasien darzustellen.

 

Erstens: Die Unterschiede zwischen heutigen und früheren Berichten über Nahtod- und andere Arten von außerkörperlichen Erfahrungen sind nicht besonders groß. Wer hier etwas anderes behauptet, der will eben eher die Unterschiede sehen. Dass diese Phänomene früher im Grunde dieselben waren, das belegen nicht nur zahlreiche Schriften – insbesondere jene von Mystikern –, sondern auch viele historische Malereien, vor allem jene von Hieronymus Bosch (15. Jhdt.). Auch die Schilderungen im bekannten Tibetischen Totenbuch (Bardo Thödröl) aus dem 8. Jhdt. entsprechen weitgehend den heutigen Berichten über Nahtoderfahrungen. Und auch die von Platon beschriebene NTE eines Soldaten in seinem Werk »Politeia« (»Der Staat«) ist prinzipiell nicht viel anders als die heutigen NTE, entsprechend sind auch die existenziellen Schlussfolgerungen Platons dem sehr ähnlich, was Menschen heute über ihre NTE schlussfolgern. Auch Platon spricht sinngemäß zum Beispiel von einer allwissenden, liebenden und lichtvollen Lebensquelle, über die der Mensch in seiner typisch irdischen Unbewusstheit lange Zeit nichts weiß, während beim Tod diese, durch den Körper bewirkte, Beschränkung der Wahrnehmung aufgelöst wird.

 

Auch die sehr zahlreichen negativen Jenseitserfahrungen und Visionen entsprechen den heutigen negativen- und höllischen außerkörperlichen Erfahrungen. Viele solche historischen Berichte hat beispielsweise der deutsche röm.-kath. Theologe Herbert Vorgrimler (1929-204) in seinem Werk »Geschichte der Hölle«, München 1994, dokumentiert.

 

Trotz individueller Unterschiede enthalten Jenseitserfahrungen immer gewisse allgemeine, strukturelle Elemente, wie sie weiter oben bei den Unterschieden zu den Halluzinationen angeführt sind. Auch hier im Irdischen hat jeder Mensch sein individuelles Leben, welches aber gleichzeitig in natürliche und vom Menschen geschaffene Strukturen eingebettet ist.

 

Zweitens: Überzeugte Atheisten haben dieselben Nahtoderfahrungen wie religiöse Menschen, und die meisten religiösen Menschen erkennen durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen, dass die Jenseitswelt doch ziemlich anders ist, als sie es von ihrer religiösen Erziehung her dachten. Daher werden diese Menschen nach der NTE meistens unabhängiger von ihren Konfessionen. Atheisten sind durch eigene NTE unveränderbar von der Existenz des Jenseits überzeugt. All das dürfte nicht sein, wenn NTE nur Halluzination wären und nur die persönlichen Überzeugungen spiegeln würden. Wäre das der Fall, welche Halluzinationen sollten dann Atheisten haben? Nehmen wir hierzu das Beispiel von Howard Storm. Seine NTE war zuerst höllisch, wandelte sich dann jedoch in eine lichtvolle, erlösende Erfahrung, wobei er Christus als Erlöser identifizierte – wie es meistens berichtet wird. Howard Storm war schon längst vor seiner NTE ein überzeugter Atheist. All das Religiöse und Übersinnliche war nach seiner Überzeugung nur pure Fantasie. Er fand es dumm und lehnte es ab.

 

Würde sich in NTE nur eine persönliche, erwünsche Fantasiewelt zeigen, dann gäbe es diese strukturellen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten nicht. Vor allem die Inhalte sollten anders sein, zum Beispiel ein Haustier-Himmel für Haustier-Liebhaber, ein Erotik-Himmel für erotisch orientierte Menschen, ein Himmel mit dem besten Essen des Universums für Feinschmecker, oder ein Himmel mit den tollsten Autos der Welt für Autoliebhaber. Es würde sich generell vielmehr eine irdisch geprägte Welt zeigen.

 

Drittens: Die strukturellen Elemente sind zwar immer dieselben, aber daneben gibt es auch gewisse Unterschiede. So gibt es nicht nur diese wunderschönen Licht-Erfahrungen, sondern auch das blanke Gegenteil davon. Zwischen diesen beiden Extremen zeigen sich immer wieder Zwischenwelten. Es heißt es auch in Johannes 14,2: »In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.« Warum soll es im Jenseits nur einen einzigen Bereich geben? Auch Elisabeth Kübler-Ross hat festgestellt, dass die jenseitigen Bereiche, in denen sich Seelen wiederfinden, eine seelische Entsprechung zu ihrem vorherigen irdischen Leben haben. Bei den dunklen und höllischen Erfahrungen zeigt sich oft, dass die Erfahrenen in Zuständen von Sucht und Bösartigkeit waren, also in gegenteiligen Zuständen von Gutmütigkeit, vor allem in Missgunst, Hass und Rachsucht. So heißt es etwa auch: »Wie im Himmel so auf Erden«. Auch der große Mystiker Emanuel Swedenborg hat viel über die »Entsprechungen« zwischen Physis und Jenseitswelt verfasst. Außerdem: Woher wollen wir wissen, dass sich im Jenseits nie etwas verändert? Es heißt zwar, im Zustand ohne Körper und im Jenseits würde man keine Zeit empfinden, aber gerade aus NTE kann man lernen, dass es dort dennoch Ereignisse und Veränderungen gibt.

 

Viertens: Dieses Argument, Christen würden im Jenseits Jesus sehen, Buddhisten Buddha und Muslime Mohammed etc. stimmt nur in einem sehr geringen Ausmaß. Auffällig ist zuerst einmal, dass Menschen nicht-christlicher Religionen erstaunlich oft von Begegnungen mit Jesus sprechen, worüber sie auch selbst erstaunt sind.

 

Außerdem zeigen NTE etwas, was wir auch aus der irdischen Psychologie kennen, nämlich dass die menschliche Wahrnehmung sehr wesentlich aus Bildern besteht. Man kann es in sich selbst nachprüfen: Wenn der Mensch denkt, dann vor allem durch innere Bilder bzw. Vorstellungen und Empfindungen. Wir sehen, interpretieren und »reduzieren« die Realität innerlich ständig auf Vorstellungen. So meinte etwa Thomas Mellen Benedict über seine NTE: »Das Licht änderte sich in verschiedene Figuren, in Jesus, Buddha, Krishna, in Mandalas, in archetypische Bilder … Dein Glaube und deine Überzeugungen formen die Art des Feedbacks, das du vom Licht zurück erhältst.«[14] Auch von Nicht-Christen werden höhere Wesen oft als Christus oder als Vertreter Gottes wahrgenommen.

 

Je »erdgebundener« die außerkörperliche Erfahrung ist, umso typischer ist es auch, dass der jeweilige Mensch zum Beispiel die Seelen verstorbener Verwandter völlig oder teilweise durch stereotype Bilder sieht, die er in seinem momentanen, irdischen Leben entwickelt hat. So heißt es beispielsweise immer wieder, ältere Verwandte seien zwar in der Jenseitserfahrung völlig jung und vital gewesen, aber zum Beispiel mit einem typischen Kleidungsstück vom früheren irdischen Leben.

 

Viele Nahtoderfahrene berichten, je weiter sie in den Ursprung, zu Gott oder ins Licht vorgedrungen sind, also je mehr sie sich von der irdischen Sphäre entfernten, umso mehr verschwanden die irdisch-bildhaften »Feedbacks« bzw. Stereotypen. Die Wahrnehmung einzelner Lichtwesen oder »Gottes« wurde dann immer weniger irdisch und auch geschlechtslos.

 

Fünftens: Wenn Menschen zurück sind im Körper, dann ist ihr Bewusstsein wieder ­– sozusagen typisch irdisch – beschränkt. Es kann also sein, dass sie sich nicht völlig korrekt erinnern oder ihre Erfahrung missverstehen. Außerdem zeigt sich immer wieder das Problem mit der Sprache. Die betreffenden Menschen können ihre Erfahrungen nicht eins zu eins wiedergeben, weil sie wissen, dass Menschen ohne eigene NTE nicht das passende Vorstellungsvermögen für die Jenseitswelt haben und es daher auch keine passenden Worte für jenseitige Dinge und Zustände gibt. Hier handelt es sich also um eine mögliche Fehlerquelle bei den Erinnerung, in der Interpretation und in der Kommunikation, wodurch Berichte über Nahtoderfahrungen übermäßiger als widersprüchlich verstanden werden können. Erfahrene berichten auch manchmal davon, sie hätten während ihrer Erfahrung gewusst, dass ein Teil dieser Erfahrung aus ihrem Erinnerungsvermögen ausgeblendet sein wird, wenn sie im Körper zurück sind.

 

Sechstens: Es gibt Elemente, die bei NTE eher selten auftauchen. Manche Skeptiker fokussieren sich dann auf diese seltenen Elemente, um zu behaupten, NTE seien nur Halluzinationen. Die goldene oder weiße Stadt ist ein Beispiel dafür, oder auch der Weg, der sich zweigt in den schmalen, steilen Weg nach oben in das Licht, und den großen, breiten Weg nach unten in die Dunkelheit. Ja, durch solche, eher selten erscheinende Elemente könnte man darauf schließen, dass es sich nur um Halluzinationen handelt, aber bisher kenne ich kaum ein Element, welches nur in einer einzigen NTE vorgekommen ist.

 

Aus all diesen Punkten schließe ich: Es gibt unterschiedliche »Bereiche« und Zustände im Jenseitigen, und NTE sind immer auch mehr oder weniger von persönlichen Dingen geprägt, aber es kann keine Rede davon sein, die NTE würden nur die im körperlichen Gehirn gespeicherte Gedankenwelt spiegeln.

3. Berichte über NTE seien simuliert

Manche Skeptiker meinen, heute würde fast jeder Mensch über NTE Bescheid wissen, weshalb ein Großteil der heutigen Berichte über NTE nur nachgeplappert sei. Aber ist das nicht ein bisschen einfach? Mit ein wenig Menschenkenntnis sollte man auch die Authentizität berichtender Menschen halbwegs einschätzen können.

 

Beispielweise brechen die berichtenden Menschen oft in Tränen aus, wenn sie sich an die bedingungslose Liebe und das »Licht« erinnern. Das ist so echt, das schaffen nicht einmal die besten Schauspieler der Welt. Diese Gefühlausbrüche sind zwar keine Beweise für das Jenseits, aber sie Belegen, dass es sich hier um keine Inszenierungen handelt, sondern um sehr einschneidende Erinnerungen an sehr starke Gefühlszustände.

 

Offiziell wurde bisher ein einziger Fall bekannt, wonach ein ganzes Buch über eine NTE erfunden war, um persönliche religiöse Anschauungen zu untermauern, um Aufmerksamkeit zu erregen und nebenbei noch Geld damit zu verdienen. Ich hatte auch selbst von ein paar wenigen Berichten den Eindruck, dass es sich um keine echte NTE handelte, sondern um die Inszenierung eigener Vorstellungen. Es gibt immer wieder wo Trittbrettfahrer, die bestimmte Umstände nützen, um gehört zu werden oder sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Daher ist es wichtig, persönliche Erfahrungsberichte nicht blind zu glauben.

 

Ja, NTE sind inzwischen sehr bekannt und verbreiten sich immer mehr. Aber daraus kann nicht abgeleitet werden, es handle sich vorwiegend um »Kopien«. Erst im Jahr 2018 habe ich zum ersten Mal erlebt, dass eine Frau meinte, sie wusste vor ihrer eigenen NTE bereits von NTE und hatte davor bereits Bücher darüber gelesen.

 

Viele Menschen, die auch heute zum ersten Mal darüber berichten, hatten ihre NTE viele Jahre oder sogar Jahrzehnte davor, also etwa in den 80er- und 90er-Jahren. Sie trauen sich heute erfreulicherweise eher darüber zu berichten, weil sie sehen, dass dieses Thema nicht mehr so ein großes Tabu ist. Auch viele von jenen, die ihre NTE in jüngerer Zeit hatten, wussten vorher nichts oder nur wenig darüber. Die meisten Menschen haben meiner Einschätzung nach auch nicht die Fähigkeit, einen Bericht über eine nicht eigens erfahrene Nahtoderfahrung glaubhaft zu konstruieren.

4. Unpassende Vergleiche mit Träumen und Halluzinationen

Skeptiker spielen NTE oft herunter, indem sie diese nur als intensivere Träume oder Halluzinationen bezeichnen. Da heißt es dann zum Beispiel, auch während des Traumes würde man nicht wissen, dass man träumt, denn auch Träume fühlen sich manchmal echt an, obwohl sie es nicht sind. Aber auch hier werden wieder ein paar entscheidende Dinge nicht bedacht.

 

Im Traum ist man sich meistens nicht dessen bewusst, dass man träumt, somit besteht auch kein Bewusstsein darüber, dass das eigentliche Leben in Wirklichkeit ein anderes ist und man momentan nur schlafend im Bett liegt. So sieht man sich im Traum auch nicht von oben mit dem Bewusstsein, dass man momentan träumt. Bei NTE hingegen ist man sich meistens über beide Existenzformen bewusst – sowohl über die irdische als auch über die jenseitige. Während einer NTE ist man nicht – wie im Traum – in dem Sinne völlig versunken in das momentane Erleben, dass man über andere existenzielle Zustände nicht Bescheid wüsste. Bei NTE ist einem meistens völlig klar, dass man soeben den Körper und die irdische Welt verlassen hat, dass aber die irdische Welt auch existiert. Das ist also schon ein entscheidender Unterschied innerhalb dieser Erlebnisse.

Weitere wesentliche Unterschiede zeigen sich dann auch danach. In der Erinnerung an den Traum weiß man, dass es nur ein Traum war, und zwar spätestens dann, wenn man aufwacht. Hier relativiert sich also das Traum-Erleben: Man weiß, es erschien im Moment des Erlebens vielleicht sehr real, aber das war es nicht – das jetzige Wachbewusstsein ist realer.

 

Auch nach Drogenerfahrungen wissen Menschen, dass es eben nur eine Drogenerfahrung war. Und auch kurz nach Delirien und Oneiroiden, die im Moment des Erlebens ebenso real erscheinen können, sehen es die betroffenen Menschen ein, dass es nur Fantasien des Gehirns waren. Und sogar nach richtigen Halluzinationen werden Menschen irgendwann einsichtig, dass es eben nur Halluzinationen waren.

 

Bei Nahtoderfahrungen hingegen ist das nie der Fall. Hier kommt diese »Einsicht« niemals, sondern umgekehrt. Hier relativiert sich die Sicht auf diese Erfahrung nicht in dieselbe Richtung wie nach dem Traum: »Der Traum war nur ein Traum.«, sondern umgekehrt: »Das irdische Leben ist ebenso eine Art Traum, das jenseitige Leben ist eine noch höhere Realität.«

 

Es können Jahrzehnte verstreichen und diese Erfahrungen sind nicht nur so präsent, als seien sie erst gestern passiert, sondern man ist unveränderbar von der Existenz dieser anderen Welt überzeugt. Auch Klarträume bleiben sehr gut in Erinnerung, aber damit einher geht nicht die Überzeugung von einem Jenseits, solange keine wirkliche Außerkörperlichkeit damit verbunden war.

Wenn man den NT-erfahrenen Menschen aufmerksam zuhört und sich in sie hineinversetzen kann, vor allem dann, wenn sie über ihre Lichterfahrungen sprechen, dann sollte einem mit etwas Empathie klar werden, dass dieses Erleben das realste und echteste war, was diese Menschen jemals in ihrem Leben erfahren haben. Die intensivsten realen Situationen aus dem irdischen Leben sind nicht damit vergleichbar.

 

Warum das Wissen um das Leben nach dem Tod wichtig sein kann

Der wirkliche Sinn des Lebens

Ein Argument mancher Skeptiker gegen den Glauben an das Leben nach dem Tod lautet, dieser Glaube würde vom irdischen Leben ablenken. Tatsächlich kann das der Fall sein, vor allem durch eine überschwängliche Jenseits-Sehnsucht, aber auch durch problematische Vorstellungen darüber, was Gott angeblich will und tun wird, woraus dann auch entsprechend problematische Verhaltensnormen für das irdische Leben abgeleitet werden. So gab es beispielsweise schon genug religiös motivierte Kriege und auch heute gibt es zahlreiche größere und kleinere Konflikte unter den Menschen, die durch gegensätzliche religiöse Ansichten motiviert sind.

 

Aber das tiefere Verstehen dessen, was es mit dem irdischen Leben und dem Jenseits auf sich hat, lenkt nicht vom irdischen Leben ab, sondern hilft einer besseren Lebensführung.

Spätestens in ernsthaften Lebenskrisen fangen Menschen meistens an, nach einem tieferen Verstehen des Lebens zu suchen, was sie dann in einer rein materiellen Weltsicht meistens nicht finden. Wenn das der Fall ist, dann irren sie herum und leiden darunter.

Die meisten Menschen ändern sich durch ihre eigenen Nahtoderfahrungen deshalb so sehr zum Positiven, weil sie durch diese Erfahrungen tiefer erkannt haben, was es mit diesem Leben auf sich hat und warum es mit dem körperlichen Tod keinesfalls aufhört. Von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen können auch außenstehende, nicht-erfahrene Menschen lernen.

Bei der Erforschung des Lebens nach dem Tod geht es also nicht nur um das »Danach«, sondern um das ganze »Jetzt«, um die ganze Struktur und Sinnhaftigkeit des Lebens. Aus Jenseitserfahrungen kann man lernen, dass das irdische Leben kein Zufall ist, dass es einen Sinn hat und worin dieser besteht.

Ich hatte nie das Gefühl, irgendwo zuhause zu sein. Nach meiner Nahtoderfahrung weiß ich, was Zuhause ist. Für mich ist Zuhause wirklich die jenseitige Welt, und das hat mich sozusagen etwas versöhnt – weil ich da hingucken durfte – hier mehr anzukommen, in meinem jetzigen, irdischen Zuhause.

Dirk Hirsch über seine Nahtoderfahrung[15]

Leiden, Suizid und die Aussicht auf eine Heilung des Lebens

 

Manche Skeptiker meinen zum Beispiel auch, der Glaube an ein schöneres Jenseits würde leidende Menschen zum Suizid verleiten. Ja, das ist möglich, aber die fehlende Aussicht auf ein besseres Nachleben und der Glaube, mit dem Suizid sei das Leiden endgültig vorbei, kann ebenso ein Grund für den Suizid sein.

 

Gerade aus Jenseitserfahrungen und medialen Kontakten kann man außerdem lernen, dass Seelen ihren Suizid meistens bereuen und es im Jenseits nicht nur Licht und Liebe gibt, sondern auch Leidenszustände. Dies kann, zusammen auch mit dem Wissen über den wahren Sinn des Lebens, vom Suizid abhalten.

 

Besonders jene Menschen, die durch bestimmte Erfahrungen leiden, vor allem durch Verlassenheit, Verlust, Einsamkeit, Existenzangst, schwere Krankheit, Gewalt und Ungerechtigkeit, brauchen die Aussicht auf eine Heilung des Lebens, auf Gerechtigkeit und Ausgleich (»Sühne«). Eine solche Heilung ist für viele leidende Menschen in der irdischen Welt nicht oder nur teilweise möglich, und die Aussicht auf eine wirkliche Heilung findet man nicht in einer rein materialistischen Weltsicht.

Wenn man sich selbst umbringt und es gelingt, muss man wieder zurück und sein Leben von vorn beginnen. Du musst alles, was unangenehm war, noch einmal durchmachen, und dann bist du wieder an dem Punkt, dich selbst umzubringen. Man kann nicht davonlaufen.

Sandi Rogers[16]

Weitere Zitate zu Suizid und Unsterblichkeit:

»Ich weiß, ich habe nicht das Recht, mir das Leben zu nehmen, aber ich wollte nicht zurückkommen. Ich würde gerne wieder dort sein. Eines Tages wird es so weit sein und ich hoffe, ich kann dortbleiben und muss nicht wieder hier her zurück. Aber ich darf mir nicht das Leben nehmen, um dort hin zu kommen. Das würde nicht klappen.«

Viola Horton über ihre eigene Nahtoderfahrung[17]

»Falls wir die Prüfungen des jetzigen Lebens nicht bestehen, ist es selbstverständlich, dass wir diese wiederholen müssen. Dies kann nur unter den gleichen Umständen, d. h. in der gleichen Zeit-Raum-Dimension der materiellen Welt, hier auf dieser Erde geschehen. Wir werden re-inkarniert, um etwas besser zu machen als zuvor.«

Stefan Jankovich, eine Erkenntnis aufgrund seiner eigenen Nahtoderfahrung[18]

»Ich wusste, dass ich immer unsterblich, ewig und unzerstörbar war, bin und sein werde, und dass ich niemals verloren sein kann. Ich wusste, dass ich absolut sicher bin und für immer sein werde. Ich konnte tief in mich hineinblicken, in meinen wirklichen Kern, in meine Essenz. Und ich sah, hier war Liebe und sonst nichts. Mein Kern war vollkommene Liebe … Ich empfand komplette Liebe und Akzeptanz für alles. Ich hatte das Gefühl, ich wurde verbunden mit einem Wissen, das ich immer schon in mir hatte. Und ich wunderte mich, wie es passieren konnte, dass ich so etwas Wichtiges jemals vergessen konnte.«

Jayne Smith über ihre Wahrnehmung im Jenseits[19]

Das Ewige ist der natürliche und ursprüngliche Zustand des »seelischen Menschen«

Ein weiteres Argument vieler Skeptiker lautet, ein ewiges Leben könnte ein Horror sein.

 

Die meisten Menschen haben jedoch nach ihrer Nahtoderfahrung eine sehr starke Sehnsucht nach dem Jenseits, obwohl sie das Lebensgefühl dort meistens als ewig, zeitlos und unendlich empfunden haben. Dieses Empfinden ist dort völlig normal. Die seelische Existenz im Jenseits wird meistens als der eigentliche, ursprüngliche und völlig natürliche Zustand empfunden, während die Nahtoderfahrenen das irdische Leben oft als einen »kurzen Augenblick« oder als programmiertes Hologramm oder »Theater« bezeichnen. Vielmehr ist die Zeit eine Art Illusion hier im Irdischen, die uns sehr real vorkommt, und das hat einen bestimmten Sinn.

Aber auch als irdische Menschen haben wir grundsätzlich einen starken Drang nach dem Leben. Der irdische Mensch will nur dann nicht mehr leben, wenn er zu viel Stress hat, wenn er leidet und wenn er sich zu schwach fühlt, also letztlich dann, wenn eine belastende Wahrnehmung des Lebens über eine freudvolle überwiegt. Wer überwiegend Freude hat am irdischen Leben, der will auch nicht aus dem Leben ausscheiden, es sei denn, er kann sich an den rein seelischen Zustand ohne Körper erinnern, der für »erlöste« Seelen unvergleichlich schöner ist als der irdische.

Interessant zu diesem Aspekt sind auch die Forschungen im Bereich das Anti-Aging, denen ein riesiger Markt zugrunde liegt. Und hieran sieht man, wie wenig man von der Wissenschaft her über das Leben weiß. Es ist paradox heute: Einerseits forscht man nach der ewigen Jugend für die materielle Existenz, aber aus Jenseitserfahrungen könnte man lernen, dass eine Art ewige Jugend sowieso der eigentliche seelische Zustand des Menschen ist und dass dieser weitaus erstrebenswerter ist als das materielle Leben.

Dazu der US-amerikanische Psychologe Dr. Joe Geraci über seine Nahtoderfahrung[20]:

 

»Ich erinnere mich an nichts Biologisches. Es ist kein Sehen wie mit den körperlichen Augen. Das körperliche Sehen ist nötig hier (im Irdischen, Anm.). Das physische Hören und die Sprache sind nötig hier. Aber dort gibt es das nicht. Du weißt einfach. Du weißt alles und alles ist ein Teil von dir. Es ist einfach so schön. Es war die Ewigkeit. Es war, als sei ich immer dort gewesen und als würde ich immer dort sein, und dass meine Existenz auf der Erde nur ein sehr kurzer Augenblick sein würde. Für uns ist es schwierig, die Ewigkeit zu verstehen. Dort ist alles gleichzeitig. Es gibt keinen Zeitverlauf, keinen Anfang und kein Ende … Als ich in den Körper zurückkam waren sofort wieder die Schmerzen da und die Angst. Und ich erinnere mich, ich war sehr sauer, dass sie mich zurückholten. Darauf hat mich meine Frau später angesprochen. Sie sagte mir, ich schien verärgert zu sein und fragte mich, woher das gekommen sei … Es folgten die frustrierendsten Monate meines Lebens, nachdem ich diese Perfektion erfuhr. Ich wollte daran festhalten, es nicht loslassen.«

Passend ist hierzu auch eine mediale Information durch das deutsche Schreibmedium Bertha Dudde, 1891 - 1965 (Auszug aus der Kundgebung Nr. 977, frei verfügbar im Internet):

 

»Das Leben im Jenseits im Lichtzustand ist den Menschen gleichfalls unvorstellbar. Denn es übersteigt alle irdischen Freuden ums Tausendfache, ist jedoch von der Art der irdischen Freuden gänzlich abweichend und darum über alle Maßen beglückend und beseligend. Und alle Phantasie des Menschen vermag nicht annähernd ein Bild zu entwerfen, das der Wahrheit entspricht, denn es erwarten ein vollkommenes Wesen in jenen Sphären himmlische Freuden, zu deren Vergleich nichts Irdisches angeführt werden könnte. Und ebenso ist das Empfindungsvermögen der Wesen im Lichtzustand alles irdische Empfinden übertreffend, und es kann darum auf Erden niemand den Grad des Wohlbehagens ermessen, der jenen Wesen beschieden ist.«

Aber: Im Jenseits gibt es nicht nur Licht und Liebe

Schließlich lautet ein häufiges Argument der Skeptiker auch: Wenn man stirbt, dann sieht man ja, ob es weitergeht, also muss man es vorher nicht wissen?

 

Nahtoderfahrungen und mediale Übermittlungen zeigen jedoch, dass es einen gewissen Zusammenhang gibt zwischen den Wesenszügen eines (irdischen) Menschen und dem Zustand, in dem er sich nach seinem körperlichen Tod in der jenseitigen Welt wiederfindet. Wie es für einen Menschen nach seinem körperlichen Tod weitergeht und ob er es dann eher gut oder eher schlecht hat, kann wesentlich davon abhängen, wie er im vorherigen irdischen Leben gelebt hat.

Mein Jenseitsbild war ja: »