Meine Erfahrungen mit Channelings

 

In diesem Artikel schildere ich, weshalb ich mich vor einigen Jahren als Hilfesuchender auf Channelings eingelassen habe und welche guten Erfahrungen ich damit machte. Ich erläutere dieses Thema hier so objektiv wie möglich, damit Sie sich selbst ein Bild davon machen kann. Im letzten Abschnitt finden Sie auch eine kritische Checkliste von Merkmalen, um seriöse Anbieter und echte Channelings beurteilen zu können.

Inhalt

 

 

Falsche Behauptungen und Irrtümer über Channelings

 

Ich selbst biete keine Channelings an, daher habe ich auch kein geschäftliches oder sonstiges Interesse, diese ganze Sache zu verteidigen. Ich meine auch, dass viele Menschen, die Channelings anbieten, keine echten »Medien« sind. Mir geht es hauptsächlich darum, all jenen Menschen, die für seriöse Channelings aufgeschlossen sind und darin eine gute Hilfe finden könnten, Aufklärung zu bieten.

Falsche Behauptungen über Channelings stammen oft von Menschen, die sich in schlechte esoterische Kreise verirrten und die ganze Sache dann sehr einseitig nur noch durch die Brille ihrer negativen Erfahrungen sehen. Natürlich darf jeder Mensch seine Meinung haben und mit diesem Artikel wird niemandem eine Meinung aufgedrängt, aber man kann in vielen Bereichen des Lebens schlechte Erfahrungen machen, das sollte dann kein Grund sein, die Sache dahinter generell in den Schmutz zu ziehen. So habe ich persönlich beispielsweise sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit Psychotherapeuten, aber ich würde deshalb niemals behaupten, Psychotherapie sei generell schlecht.

 

Neben schlechten persönlichen Erfahrungen sind es noch zwei weitere häufige Gründe, warum Menschen über Channelings falsche Behauptungen aufstellen: Religiöses bzw. spirituelles Unwissen und Neid auf erfolgreiche Anbieter.

 

Zu den religiösen bzw. spirituellen Vorurteilen: Channelings werden oft mit teuflischer Geisterbeschwörung oder Spiritismus gleichgesetzt. Aber erstens beruhen gerade auch jene Inhalte der Bibel, die in der konfessionellen Sprache als Offenbarungen, Privatoffenbarungen, Neuoffenbarungen, Prophetie oder »göttliche Selbstmitteilungen« bezeichnet werden, auf derselben Natur dessen, was man heute als Channeling bezeichnet. Es ist doch viel entscheidender, die Natur hinter all diesen Begriffen zu durchschauen.

 

Ganz allgemein gesehen handelt es sich dabei um die Natur der Transzendenz, also um die permanent existierende Möglichkeit für irdische Menschen, etwas aus der jenseitigen Welt zu empfangen oder bewusst wahrzunehmen. Die Natur, die das Channeling ermöglicht, existiert so oder so, egal ob man sie kennt und nützt, oder eben nicht. Und zweitens: Wenn man diese Natur nützt, so kommt es darauf an, ob man sie mit guten oder schlechten Absichten nützt, wie es eben auch bei anderen Dingen des Lebens ist. Ich kann beispielsweise jemanden anrufen, um ihn zu beleidigen oder um ihm etwas Freundliches zu sagen. Niemand würde sagen, die Möglichkeit des Telefonierens sei teuflisch, nur weil man am Telefon bösartig zu einem anderen Menschen sein kann. So kommt es auch bei Channelings darauf an, welche Absichten und Einstellungen die beteiligten »Geister« haben, also sowohl das Medium als auch die jenseitigen Geister. Die technische Seite dieser Sache, also wenn sich ein Mensch bereitstellt, um jenseitige Informationen zu empfangen, ist an sich keine »Geisterbeschwörung«.

 

Es erstaunt mich immer wieder, dass Menschen irgendwelche Behauptungen einfach nur glauben und nachplappern, aber nicht nachprüfen. In einer spirituellen Gruppe meinte einmal eine Teilnehmerin, Channelings hätten eine negative Wirkung, aber sie konnte diese Behauptung nicht näher begründen. Voreilig und pauschal wird in vielen konfessionellen Kreisen behauptet, Dinge wie Channelings seien vom Teufel, während die Propheten ihrer Bibel, allen voran Jesus, eine ständige innere Verbindung zum Jenseitigen hatten. In vielen Kirchen ist auch die Ansicht verbreitet, Gott habe den Menschen nur damals für die Bibel Informationen übermittelt, damit eben die Bibel entstehen kann.

 

Materialistische Eiferer halten alles Übersinnliche grundsätzlich für Einbildungen, obwohl sie es nicht untersuchen und bisherige Belege, etwa aus der Sterbeforschung, einfach ignorieren. All diese Menschen haben die Tatsache gemeinsam, dass sie etwas kritisieren oder verneinen, worüber sie nichts oder zu wenig wissen, worüber sie selbst niemals etwas Authentisches erfahren haben, wovor sie Angst haben oder was nicht in ihr persönliches Glaubenssystem passt.

 

Ja, in der Bibel gibt es Aussagen, wonach man Geisterbeschwörung als teuflisch betrachten kann, aber davon zu unterscheiden sind eben Offenbarungen. So heißt es beispielsweise in Sprüche 29-18: »Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf das Gesetz achtet.« Was ist eine Offenbarung? Ein echtes Channeling guter Geister ist im Grunde eine Form einer Offenbarung. In den Paulusbriefen heißt es etwa im 1. Kor. 14-26: »Sooft ihr euch versammelt, erhält ein jeder von euch einen Psalm, einen belehrenden Vortrag, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; das alles lasst zur Erbauung der Gemeinde dienen.«

Was manche Religionen als den »Heiligen Geist« bezeichnen, kann sich den Menschen auf verschiedene Arten zeigen, nicht nur im Rahmen traditioneller Kirchen.

 

Wie es zu meinem ersten Channeling kam

Lange Zeit suchte ich wegen meiner Depression und meinen Panikattacken Hilfe bei regulären Psychotherapeuten, wo ich jedoch nie einen wirklichen Durchbruch erreichte. Daher machte ich mich im Jahr 2008 auf die Suche nach anderen Möglichkeiten.

 

Damals lebte ich im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet, nicht weit von Passau. Dort nahm ich unter anderem einen Energetiker in Anspruch, der mir ehrlicherweise in der zweiten Sitzung sagte, dass er mir nicht gut helfen kann. Dafür empfahl er mir ein sogenanntes Channeling bei jemand anderem. Ich fragte ihn, was das sein soll und er sagte mir, dass mir bei einem Channeling ein Mensch – ein sogenanntes Medium – Informationen aus dem Jenseits übermittelt, etwa von verstorbenen Verwandten, von einem Schutzengel oder von einem Geistführer. Diese Idee schien mir zu verrückt, daher lehnte ich sie zuerst ab. Außerdem ging ich davon aus, dass es in diesem Bereich generell schwierig ist, aufrichtige Anbieter zu finden. Alle möglichen Leute behaupten heute, sie seien hellsichtig, könnten mit Geistwesen kommunizieren, hätten mystische Erfahrungen gemacht oder hätten besondere »spirituelle« Fähigkeiten.

 

Die Möglichkeit eines Channelings ließ mir jedoch keine Ruhe und ich vereinbarte einen Termin bei jenem Medium, welches mir der oben erwähnte Energetiker empfahl. Dieses Medium lebte im Bayerischen Wald und sagte mir bei der Terminvereinbarung, ich könne das Channeling auf CD oder MC aufzeichnen lassen. Inklusive Aufzeichnung würde der Preis zweihundert Euro betragen. Dieser Preis machte mich noch skeptischer, als ich es schon war. Immer wieder kam mir der Gedanke, das Ganze sei doch verrückt. Kurz vor dem Termin wollte ich noch absagen, aber ich wollte auch endlich wissen, was an der Sache dran ist. Also betrachtete ich das Ganze vorerst als empirisches Experiment.

Ich erkundigte mich vor dem Termin noch im Internet über Channelings und las beispielsweise etwas über »cold readings«. Demnach lockt ein falsches Medium anderen Menschen ein paar persönliche Infos heraus und bastelt dann eine Geschichte daraus zusammen, die dann das angebliche Channeling sein soll. Bei einem »hot reading« weiß das falsche Medium bereits verfügbare Informationen der Teilnehmer, zum Beispiel durch vorherige Recherchen, ohne dass die Teilnehmer über diese vorherige Informationsbeschaffung Bescheid wissen.

 

Ich war von Grund auf resistent, auf solche Gaukeleien hereinzufallen und zum damaligen Zeitpunkt umso mehr, weil ich bereits enttäuscht war von leeren Versprechungen am Psychomarkt. Dieser Markt kam mir Großteils vor wie ein Sumpf von Leuten, die nur Geld abkassieren wollen. Daher hatte ich damals bereits eine sehr skeptische und kritische Haltung. Falls sich das Channeling für mich als Unsinn herausstellen würde, hatte ich mir vorgenommen, es abzubrechen, der Anbieterin meinen Ärger zu äußern und auch nichts zu bezahlen. Bevor ich nun auf meine persönlichen Erfahrungen mit Channelings eingehe, zuerst ein paar Erläuterungen zur Sache und zum Begriff des Channelings.

Jakob Lorber, Österreicher, 1800 - 1864. Wird von manchen Kennern als Mystiker und Medium betrachtet.

 

Bildrechte: Neu Salems Verlag, Lorber1, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons.

 

Was ist ein Channeling?

 

Der Begriff Channeling hat sich weltweit in spirituellen Kreisen eingebürgert und bedeutet wörtlich übersetzt »Kanalisierung«. Gemeint ist in diesem Fall, dass ein Mensch Informationen vom Jenseitigen empfängt (»kanalisiert«), also etwa von verstorbenen Menschen bzw. deren Seelen, von Engeln oder von Gott. Andere sprechen etwa auch von »Séancen«, »medialen Durchsagen« oder »Jenseitsbotschaften«. Im Englischen spricht man anstatt von Channeling auch von »Reading« oder »Psychic Reading«. Die Person, die ein Channeling durchführt, wird oft als Medium bezeichnet. Andere übliche Begriffe dafür sind: Channelmedium, Jenseitsmedium, Engelmedium oder Trancemedium. Allgemein werden diese Menschen auch oft als »Seher« oder »Hellseher« bezeichnet. Im Englischen wird das Medium meistens als »Psychic«, »Psychic Reader« oder »Clairvoyant« bezeichnet.

 

Das Channeling ist genau genommen nur der Vorgang, bei dem die Information innerlich vom Medium empfangen wird. Üblicherweise umfasst der Begriff Channeling jedoch auch die mündliche Äußerung der Botschaft gegenüber anderen Menschen oder die Niederschrift der Information. Heute versteht man unter Channelings meistens persönliche Botschaften, die ein Medium direkt und mündlich an einzelne Menschen übermittelt. Bei der Übermittlung an eine Gruppe von Menschen spricht man auch von Séance. Im Grunde ist es aber auch ein Channeling, wenn ein Medium oder ein Seher allgemeine Informationen oder Bilder bzw. Visionen für sich allein empfängt und diese dann niederschreibt bzw. schriftlich erläutert. Hierbei spricht man auch vom »Schreibmedium«. Bekannte Beispiele dafür sind Bertha Dudde (1891 – 1965) und Jakob Lorber (1800 – 1864), wobei ich für mich persönlich bisher keine endgültige Entscheidung darüber getroffen habe, ob ich deren Werk für echt halte. Jakob Lorber bezeichnete sich selbst als »Schreibknecht Gottes«.

Um eine Botschaft aus der geistigen Welt zu empfangen, gehen manche Empfänger in einen Trancezustand und nehmen selbst von der Mitteilung bewusst nichts wahr, daher auch der Begriff »Trancemedium«. Die Stimme, Körpersprache und Ausdrucksweise des Mediums sind während der Übermittlung in Trance oft merklich verändert. Andere Empfänger gehen nicht in Trance und übermitteln nicht direkt, sondern nehmen die Informationen aus dem Geistigen bewusst wahr und äußern diese dann über die bewusste eigene Ausdrucksweise.

 

Meine persönlichen Channeling-Erfahrungen

Nun war es also so weit. Am Tag des Channelings verspürte ich von Anfang an eine leichte Nervosität. Einerseits war es Neugier auf das, was auf mich zukommen würde, andererseits aber auch die Angst, ich könnte auf etwas sehr Verrücktes oder gar Gefährliches hereinfallen. Ich erinnere mich noch gut an meine skeptische Haltung. Ich fieberte nahezu danach, etwas Falsches bei dieser ganzen Sache zu entdecken.

 

Das Medium empfing mich sehr freundlich. Sie zeigte mir noch die Räume, in denen sie ihre Seminare veranstaltet. Wir hatten einen kleinen Smalltalk über meine Anreise. Auch wurde abgeklärt, worum es beim Channeling gehen soll, ob ich ein besonderes Thema hätte oder ob ich die Botschaft von einem bestimmten Geistwesen erhalten möchte. Ich äußerte nur den Wunsch, dass es konkret um meine Lebenssituation und meinen psychischen Zustand gehen soll, die ich zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend verstand.

Dann ging es los. Wir platzierten uns gegenüber sitzend an einem Tisch. Das Medium machte die Augen zu, versetzte sich in Trance und begann plötzlich mit einer auffällig anderen Stimme zu sprechen. Was mir schnell auffiel war, dass es keinen einzigen Versprecher gab. Die Wörter kamen heraus wie bei einem professionell aufbereiteten Hörbuch, das für mich ganz persönlich erschaffen wurde. Auffällig war auch, dass hier höchst persönliche Informationen kamen, die diese Frau »naturwissenschaftlich« gesehen keinesfalls wissen konnte. Also Informationen, die vorher niemals über den körperlichen Weg in das Gehirn dieser Frau eindringen konnten.

Dieses Medium erfuhr vor dieser Sitzung nichts über mich und schon gar nichts über meine Verwandten. Ich hatte damals keine Homepage. Ich war für sie eine vollkommen unbekannte Person. Sie fragte nur vorher beim Smalltalk, wie meine Anfahrt war, was ich beruflich mache, worum es bei der Botschaft gehen soll und ob ich diese aufzeichnen lassen will. Während des Channelings sprach nur sie. Es kam keine einzige Frage. Ich saß fünfzig Minuten nur da und hörte zu. Es war auch ausgeschlossen, dass das Medium irgendetwas von dem oben erwähnten Energetiker über mich erfuhr. Dieser Energetiker wusste erstens selbst kaum etwas über mich. Außerdem wusste er nicht, dass ich überhaupt einen Termin bei diesem Medium in Anspruch nahm. Auch das Medium erfuhr von mir nicht, wie ich auf sie kam. Sie hat auch nicht danach gefragt.

 

Die Mitteilung enthielt sehr tiefgehende Informationen über mich und einige meiner Verwandten. Es ging vorwiegend um die psychischen Zustände der beteiligten Menschen und um deren zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Bedeutung einiger dieser Informationen wurde mir erst in der Zeit nach dem Channeling in aller Tiefe bewusst, wie es eben immer ist auf dem Weg der psychischen bzw. seelischen Erkenntnis. Jene Informationen, die mir zum Zeitpunkt des Channelings bereits bewusst waren, waren so konkret, persönlich und exakt, um definitiv zu wissen, dass dies alles weit über Zufallstreffer hinausging. Besonders beeindruckten mich die Informationen über manche meiner Verwandten, deren Verhalten ich von Kindheit an schwer verstehen und akzeptieren konnte. Nach diesem Channeling haben sich meine inneren und äußeren Konflikte, die sich aus diesem Unverständnis ergaben, positiv verändert wie nie zuvor. Dazu fragte ich mich später oft, warum mir meine vorherigen Psychotherapeuten diese Erkenntnisse nicht nähergebracht hatten, obwohl sie über meine Probleme Bescheid wussten.

 

Ein kritisch denkender Mensch, der ich immer war und noch bin, kann dies alles nur glauben, wenn er es selbst erlebt. Daher kann ich es verstehen, wenn Menschen das Ganze für Unsinn halten. Aber für mich selbst war klar: Dieses Channeling war kein »cold reading«, sondern enthielt blanke, persönliche Informationen. Es war kein Ratespiel, kein Frage-Antwort-Spiel, kein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten und Aussagen, die mehr oder weniger auf jeden Menschen zutreffen könnten. Es war keine einzige Falschinformation enthalten, kein einziger Fehler. Dies wurde mir vor allem in der Zeit danach bewusst, als ich mir die Aufzeichnung anhörte. Für mich ist damit bewiesen, dass körperlose Information bzw. körperloser »Geist« real ist.

 

Die Informationen waren psychisch sehr tiefgehend. Hier bekam ich zum ersten Mal einen Eindruck davon, was Psychologie wirklich bedeutet. Es handelte sich um kein oberflächliches Standard-Psycho-Blabla, sondern ums »Eingemachte«. Es kamen nicht nur Informationen, um meine Ist-Situation zu verstehen, sondern auch entscheidende Lösungswege, jedoch nicht im Sinne von Denk- oder Verhaltensvorgaben, sondern im Sinne von psychischen Erkenntnis- und Entwicklungsprozessen, die jeder Mensch nur selbst meistern kann. Daher sei an dieser Stelle betont: Ein echtes Channeling kann sehr förderlich sein, weil es helfen kann etwas bewusst zu machen, wo man mit regulären psychischen Helfern im Dunklen tappt. Aber es kann keine Wunder bewirken. Es kann einem – wie es meistens auch bei anderen psychischen Hilfen ist – das Entscheidende nicht abnehmen.

 

Später ließ ich mich noch auf zwei weitere Channelings ein. Diesmal bei einer Anbieterin, die ich bereits von psychologischen Beratungen her kannte. Auch hier erfuhr ich die gleiche Authentizität: Kein Ratespiel, kein cold reading, sondern die blanke Realität.

 

 

Wie man seriöse Anbieter und echte Channelings erkennen kann

Nicht alle Menschen, die behaupten, sie könnten Channelings machen, können es tatsächlich. Auf ein Channeling sollte man sich nur einlassen, wenn man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass das Angebot vertrauenswürdig ist.

 

Merkmale eines echten Channelmediums und echter Channelings:​
  • Ein echtes Medium soll eine gereifte Person mit Handschlagqualität, gutem Charakter und klarem Verstand sein. Sie soll authentisch, verständnisvoll, hilfsbereit, intelligent und weise sein, und keinesfalls: unfreundlich, zwanghaft, rechthaberisch, aufdringlich. Es hat nichts zu tun mit Dingen wie schwarzer Magie oder Tischrücken, und es hat keine verrückt anmutende Erscheinung.

  • Ein echtes Channeling enthält keine Aussagen, die mehr oder weniger auf jeden Menschen zutreffen können oder allgemein bekannt sind. Es enthält eher konkrete, spezifische Informationen.

  • Die Informationen enthalten keine oder nur wenige Fehler bzw. Fehlinformationen. Besonders bei einer direkten Übermittlung in Trance passieren erfahrungsgemäß keine Versprecher. Ein echtes Direkt-Channelings ist wie ein perfektes Hörbuch, jedoch ohne irgendwie vorbereitet worden zu sein.

  • Das Medium fragt den hilfesuchenden Menschen nichts oder nur wenig. Ein echtes Channeling ist kein Ratespiel und kein »cold reading«.

  • Weder von der Botschaft selbst noch vom Medium kommen Befehle oder sonstige Anweisungen an den Empfänger. Es kommen Informationen, Hilfestellungen, Hinweise oder zwanglose Empfehlungen.

  • Ein echtes Medium kann ermahnende Worte oder problematische Entwicklungen über die Zukunft übermitteln, aber es überbringt keine typisch evangelikalen Drohbotschaften.

  • Bedrückende oder beängstigende Empfindungen können ein Zeichen dafür sein, dass das Medium nicht echt ist und Unsinn spricht, oder dass Geister mit schlechten Absichten gechannelt werden.

  • Ein echtes Channeling enthält keinerlei verschwörungstheoretischen Unsinn, wie etwa die Leugnung des Klimawandels, die Leugnung von Viren oder die Behauptung, die Erde sei flach oder würde bald völlig untergehen.

  • Ein echtes Medium fördert keine Feindbilder und Stereotypen, wie etwa gegen »die Schulmedizin«, »die Politiker«, »die Journalisten« oder »die Linken«. Es gibt auch keine Empfehlungen darüber ab, welche politischen Parteien man wählen soll. Falsche Medien empfehlen oft bestimmte Politiker, die angeblich von Gott berufen seien. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass es sich um keine echten Jenseitsbotschaften handelt, sondern um Selbstinszenierung.

  • Das Medium bzw. der »Geist« sagt nichts, wofür der Hilfesuchende psychisch nicht bereit ist. Es können zwar Informationen kommen, die nicht sofort völlig verständlich sind oder ein bisschen aufrütteln, aber es wird nichts gesagt, was den Hilfesuchenden verstören, verängstigen, unter Druck setzen oder seine Situation verschlimmern könnte. Es kommt auch nichts, was den Hilfesuchenden abwerten oder verurteilen würde.

  • Überhöhte Preise sind keine guten Zeichen. 250 Euro pro Stunde und inklusive Aufzeichnung halte ich für die Obergrenze. Wenn eine Person meint, sie könne mehr verlangen, weil sie stark ausgebucht oder besonders gut sei, so mag sie zwar dennoch mediale Fähigkeiten haben, aber dann sind wohl andere Interessen im Vordergrund, anstatt die Freude daran, anderen Menschen zu helfen.

Im Ur-Christentum war man noch lebendig mit dem Reich Gottes verbunden. Da gab es die Apostel, da gab es die Propheten – das war ein richtiges Amt in den Gemeinden – und die bekamen dann eben von oben Offenbarungen, wurden belehrt über das Leben, über die christliche Lehre. Man konnte Gott befragen. Das wurde schon bald verdrängt. Die Menschen wollten das Reden haben, sie suchten die Macht, das Ansehen.

Till Arend Mohr, dt. Theologe[i]

Quellen

[i] https://www.youtube.com/watch?v=GPSs_5VPyUI min 6:58

Mentale und spirituelle Themen

Gratis Newsletter holen

Lassen Sie sich informieren über neue Blog-Artikel und Angebote. In jedem Newsletter befindet sich ein Link zur einfachen Abbestellung.