Die Angst vor dem Tod in Urvertrauen verwandeln

Es gibt einen Anteil von Menschen weltweit, die uns besonders gut helfen können, die Angst vor dem Tod in Vertrauen zu verwandeln. Allein in Deutschland gibt es mindestens etwa 4 Millionen davon. Dabei handelt es sich um Menschen, die bereits eine Nahtoderfahrung machen durften.

Die meisten von ihnen verloren durch ihre eigene Nahtoderfahrung nicht nur die Angst vor dem Tod, sondern auch vor dem Leben. Und nicht nur, dass sie die Angst vor dem Tod verloren, sie freuen sich sogar darauf, jedoch nicht, weil sie lebensmüde sind, sondern weil sie wissen, worum es im Leben wirklich geht und was nach dem Tod kommt.

 

Dieser Artikel ist eher für jene Menschen geeignet, die das Jenseits für möglich halten oder sowieso bereits von dessen Existenz überzeugt sind, denn dadurch ergeben sich mitunter andere Ängste vor dem Tod, als wenn man davon überzeugt ist, mit dem körperlichen Tod sei das persönliche Leben zu Ende.

 

Wenn da jetzt der Tod anklopfen würde, würde ich sagen »schön, dass du da bist« … Ich hatte nie das Gefühl, irgendwo zuhause zu sein. Nach meiner Nahtoderfahrung weiß ich, was Zuhause ist. Für mich ist Zuhause wirklich die jenseitige Welt, und das hat mich sozusagen etwas versöhnt – weil ich da hingucken durfte – hier mehr anzukommen, in meinem jetzigen, irdischen Zuhause.

Dirk Hirsch über seine Nahtoderfahrung[1]

 

Die Angst vor dem Tod ist dennoch sinnvoll

 

Die Angst vor dem Tod ist nicht völlig unnötig. Sie hat einen Sinn, genauso wie andere »negative« Emotionen auch. Aber man kann die Angst vor dem Tod so weit verlieren, dass sie nicht mehr überwiegend belastend ist und dass es letztlich eher eine Art Respekt ist, die man vor dem Tod hat. Auch nach eigenen Nahtoderfahrungen haben Menschen noch Angst vor einem möglicherweise schmerzvollen Sterbeprozess, und sie haben einen gewissen Respekt vor dem Tod und damit auch eine Wertschätzung des Lebens.

Das ist ähnlich wie mit vielen anderen Dingen im Leben: Als routinierter Autofahrer kann ich das Autofahren genießen, aber sobald ich ins Auto steige bin ich viel aufmerksamer, als wenn ich zuhause auf der Couch sitze, denn im Straßenverkehr gibt es große Gefahren. Wenn man hier nachlässig ist und zu wenig »Respekt« hat, dann kann schnell etwas passieren. Aber ich muss deswegen nicht ständig Angst vor dem Straßenverkehr haben, auch dann nicht, wenn ich mit dem Auto fahre. Es genügt, die Gefahren zu kennen und beim Fahren vorsichtig zu sein.

 

Besonders in spirituellen Kreisen heißt es oft, die Angst sei generell eine Illusion und man müsse den Tod nicht fürchten. Andererseits hört man gerade auch in spirituellen Kreisen oft, das Leben eines jeden Menschen hätte einen bestimmten Sinn oder jeder Mensch hätte eine Lebensaufgabe. Ja, gerade deswegen ist ja die Angst vor den Gefahren, und somit vor Schmerz und Tod sinnvoll und von der Natur eingerichtet. Sie ist ein Vorsichtgeber und hilft von ihrem natürlichen Sinn her, dass man das Beste aus dem Leben macht und dass es nicht vorzeitig zu Ende kommt.

 

Daher ist die Angst auch nicht generell das »Gegenteil von Liebe«, wie es oft pauschal behauptet wird. Wenn man schon ein Gegenteil der Liebe definieren will, dann wäre dieses wohl eher das Egoistische und Bösartige. Dieses ist zwar oft die Folge der Angst, aber die Angst führt nicht automatisch dazu, dass ein Mensch böse wird. Gegenteile von Gefahr und Angst sind eher Sicherheit und Vertrauen.

 

Abgesehen von den körperlichen Gefahren des Lebens, gibt es auch seelische »Gefahren«. Der Mensch spürt es intuitiv, wenn sein Leben seelisch gesehen nicht stimmig ist, wenn der Sinn fehlt. Man fühlt sich dann so, als wäre man noch nicht »angekommen«, weshalb man ständig auf der Suche ist, ohne zu wissen, wonach man überhaupt sucht oder suchen soll.

 

Jeder Mensch – und das kann man besonders aus der Beschäftigung mit Nahtoderfahrungen (NTE) lernen – hat bestimmte Fähigkeiten und Lebensaufgaben. Wir sind uns kaum dessen bewusst, was für Fähigkeiten überhaupt in uns schlummern und wie gut wir das Leben eigentlich gestalten könnten. Und hierin liegt auch ein Grund dafür, warum wir uns schnell schuldig fühlen: Unbewusst wissen wir, dass wir viele Dinge besser machen könnten, als es der Fall ist und bisher war.

 

Das betrifft nicht nur lebenstechnische Dinge, sondern ganz besonders auch das Zwischenmenschliche und »Seelische«. Wie oft denkt man sich etwa im Nachhinein, man würde sich heute anders verhalten als damals, zum Beispiel geduldiger, authentischer, humorvoller oder hilfsbereiter. Deshalb haben auch Emotionen wie Schuld und Scham einen lebenspraktischen Sinn. Der Mensch hat das Streben in sich, sein Potenzial zu entwickeln und den Sinn des Lebens zu begreifen. Aber dafür ist eine gewisse Lebenszeit nötig. Das Leben soll nicht frühzeitig zu Tode kommen, und dazu dient eben die Angst.

 

Wenn der Mensch die Entwicklung seines seelischen Potenzials vernachlässigt und zu sehr abdriftet in »dunkle« mentale Zustände, dann kann es sein, dass sein Leben nach dem Tod nicht so schön ist, wie es sein könnte. Hier geht es nicht um plumpe Angstmache oder Höllendrohungen. Aber aus Jenseitserfahrungen können wir lernen, dass es im Jenseits nicht nur Licht und Liebe gibt, wie es beispielsweise von ohrenschmeichlerischen New-Age-Gurus gerne behauptet wird.

 

So sind auch bei weitem nicht alle Nahtoderfahrungen wunderschön und lichtvoll. Aber auch durch negative NTE verlieren Menschen meistens die Angst vor dem Tod, weil sie durch diese Erfahrungen ebenso begreifen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Mehr zu den negativen NTE später.

 

Unbewusste Ängste rund um den Tod

Die Angst vor einem schmerzvollen Sterbeprozess ist eine der bewussteren Ängste, aber Sie ist durch die moderne Palliativmedizin heute stark beruhigt, weil die meisten Menschen wissen, dass es wirksame medizinische Möglichkeiten gibt, um das körperliche Leiden zu lindern.

 

Ansonsten können sich rund um den Tod eine Reihe von bewussten und unbewussten Ängsten ergeben:

  • Angst vor dem Abschied von vertrauten Menschen, was im Grunde die Angst vor dem Abschied vom Leben ist, wie man es bisher gewohnt ist

  • Prozesse des Lebens nicht kontrollieren können – »Wer weiß, was nach dem Tod mit mir passiert?«

  • Habe ich meinen Lebenszweck erfüllt, wenn ich sterbe?

  • Werde ich leiden, falls es nach dem körperlichen Tod weiter geht?

  • Werde ich geliebte Menschen wiedersehen?

  • Wenn das Leben weiter geht, mit welcher Art von Lebewesen werde ich es zu tun haben und wie werden sie mich behandeln?

  • Gibt es einen strafenden Gott und eine Hölle?

  • Komme ich in den Himmel, falls es diesen gibt?

 

Diese Ängste können sich nicht nur auf sich selbst beziehen, sondern auch auf andere, insbesondere vertraute Menschen. Zum Beispiel: Wird es meiner Frau gut gehen, falls sie nach ihrem Tod weiterlebt?

Die Unwissenheit über den Tod ist die Ursache dafür, dass wir so sehr am Leben hängen.

Stefan Jankovich über seine Nahtoderfahrung[2]

 

Warum können uns die Bibel und Konfessionen die Angst vor dem Tod nicht immer nehmen?

St. Viktor Kirche in Dülmen, NRW, Nähe Münster. Bildrechte: Dietmar RabichDülmen, St.-Viktor-Kirche, Innenansicht, Altar -- 2018 -- 0552-6CC BY-SA 4.0

Manche mögen meinen, die Bibel und andere spirituelle Schriften würden uns bereits Informationen über den Tod und das Jenseits vermitteln. Ja, das tun sie, aber allein die Tatsache, dass die Konfessionen so unterschiedliche Meinungen über die Themen der Bibel haben, zeigt, dass es nicht so eindeutig ist, was die Bibel wirklich aussagt. Daher ist es auch unterschiedlich, wie religiöse Menschen den Tod sehen.

 

Man spricht auch nicht umsonst vom »Glauben« im Vergleich zur Wissenschaft. Der Mensch kann nur von jenen Dingen wirklich überzeugt sein, die er erfährt und/oder begreift.

 

Für dieses Problem, dass spirituelle Schriften wie die Bibel so unterschiedlich verstanden werden, gibt es vor allem drei mögliche Gründe:

  • Manche Texte dieser Schriften sind falsch bzw. nicht prophetisch, sondern nur persönliche Meinungen der Autoren oder kulturelle Gewohnheiten der damaligen Zeit, womit sie in einer richtigen spirituellen und prophetischen Schrift eigentlich nichts zu suchen haben.

  • Die Gedanken der Autoren und Textstellen sind zwar ursprünglich nicht generell falsch, aber bereits in der Originalsprache und/oder durch Übersetzung missverständlich ausgedrückt.

  • Biblische Texte sind zwar wahrhaftig und korrekt formuliert, werden aber dennoch falsch interpretiert, weil sie schwer zu verstehen sind. Anders gesagt: Weil der Mensch kein zureichendes Vorstellungsvermögen über die Realität hat, die von diesen Texten beschrieben wird.

 

Viele heutige Theologen würden die Bibel anders zusammenstellen, wie sie momentan noch überwiegend verbreitet ist, weil sie einiges davon nicht als wahrhaftig prophetisch beurteilen, während inzwischen andere Schriften auftauchten, die sie eher als prophetisch bewerten. Die Bibel enthält viel Wahres, aber auch Falsches und Widersprüchliches. Sie wurde von Menschen zusammengestellt, die nicht immer beurteilen konnten, was wahr ist und was nicht. Von Menschen, die auch ihre eigenen Wunschvorstellungen einbringen wollten und nicht so viel Wert auf die Wahrheit legten.

 

Warum auch wahrhaftige Bibelstellen schwer zu verstehen sind

Auch zu den wahrhaftigen spirituellen Texten haben Menschen oft ein unzureichendes Vorstellungsvermögen, daher gibt es in christlichen Religionen eigentlich ein sehr sinnvolles Verbot bzw. Gebot: das Bilderverbot. Dieses wird oft so verstanden, als beträfe es nur gemalte Bilder. Entscheidender ist jedoch die die Fülle an Vorstellungen (inneren Bildern und »Filmen«), die der Mensch in seinem Kopf erzeugen kann. Wenn wir uns das Jenseitige zu sehr durch irdische Dinge vorstellen, dann entstehen irreführende »Bildnisse«, denn das Jenseitige ist ganz anders, als die irdische Welt. Daher wissen Menschen sofort im Moment einer wirklichen außerkörperlichen Erfahrung, dass sie sich in einer anderen Welt befinden – in der eigentlichen und ursprünglichen Existenz des Menschen.

 

Realistische Vorstellungen über das Jenseits kann uns am ehesten die Natur selbst vermitteln, und zwar durch transzendente und mystische Erfahrungen, zu denen auch die Millionen von Nahtoderfahrungen gehören, die die Menschen permanent haben.

 

Auch die Ursprünge der Religionen und wahrhaftige Prophetie beruhen auf der Natur dessen, was wir als Transzendenz und Mystik bezeichnen. Ganz allgemein gesehen handelt es sich dabei um die permanent existierende Möglichkeit für irdische Menschen, bewusst etwas aus unserer ständig präsenten, »jenseitigen« Ur-Realität wahrzunehmen, seien es konkrete verbale Informationen, Bilder bzw. Visionen, Seelenwesen oder Gott.

 

Den Menschen mit mystischen Erfahrungen ist es zwar nur schwer möglich, ihre Eindrücke zu erklären, denn diese sind »unsagbar«, aber durch ihre Schilderungen können jenseitige Realitäten besser für uns verständlich werden als nur durch Schriften.

 

An der Schwierigkeit, Jenseitserfahrungen irdisch-wörtlich zu erklären, zeigt sich, warum das Bilderverbot so sinnvoll ist und warum der irdische Mensch sich so schwertut, das Jenseitige zu verstehen, solange er selbst noch keine Jenseitserfahrung gemacht hat. Denn wäre die Jenseitswelt und die Gestalt des Menschen als Seelenwesen dem Irdischen besonders ähnlich, dann täten sich Menschen nach Jenseitserfahrungen viel leichter, ihre Eindrücke mit irdischen Worten zu beschreiben.

 

Oft sagen sie zum Beispiel, es sei lächerlich, dieses Licht überhaupt als Licht zu bezeichnen, weil das Licht, wie wir es von der irdischen Welt her kennen, in keiner Weise mit dem mystischen Licht vergleichbar ist, welches von den Erfahrenen meistens als Gott identifiziert wird. Auch in der Bibel gibt es über 100 Textstellen, wo Gott und Christus mit dem Licht gleichgesetzt werden.

 

Besonders interessant ist, wie Geistliche und Theologen auf ihre eigenen Nahtoderfahrungen reagieren. Sie sind danach meistens erstaunt darüber, dass das »Geistige« doch etwas anders ist, als sie es früher von ihrer Theologie her meinten. Viele sagen danach sogar, ihnen sei erst durch diese Erfahrung bewusst geworden, dass sie davor eigentlich wirklich nur »gläubig« waren, aber eher im Sinne von Mitläufern, weil sie nie wirklich überzeugt waren von dem, was sie predigten. Wirklich von der Existenz des Jenseits überzeugt seien sie erst durch ihre eigene Nahtoderfahrung geworden. Vor allem wissen seither, dass es keine einzig wahre Kirche gibt und warum es diese gar nicht geben kann. Hier zwei Beispiele:

Auch Begriffe wie »Geist«, »Geistige Welt« oder »Bewusstsein« sind irreführend, weil es sich dabei keineswegs um etwas Gedankliches im theoretischen Sinne handelt, sondern vielmehr um eine andere Form von Physik, die man im reinen Seelenzustand (ohne Körper) noch dazu weitaus lebendiger wahrnimmt, als das Leben im irdischen Zustand.

 

Mit der Hilfe transzendenter Erfahrungen können die Aussagen spiritueller Schriften – wie etwa der Bibel – besser verständlich werden. Und man kommt dadurch auch eher in die Lage, überhaupt erkennen zu können, ob eine biblische Schrift wirklich prophetisch ist oder nicht.

Was im Neuen Testament uns durch Schleier und Nebel sichtbar wird, tritt in den Werken der Mystiker ohne Hülle, in voller Klarheit und Deutlichkeit uns entgegen. Endlich auch könnte man das Neue Testament als die erste, die Mystiker als die zweite Weihe betrachten.

Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph u. Hochschullehrer, 1788 – 1860

 

Nahtoderfahrungen beweisen das Leben nach dem Tod

Bewusstsein ist auch ohne funktionierendes Gehirn möglich. Es gibt keine einseitige kausale Beziehung zwischen kortikalen Prozessen und Bewusstsein.

Univ. Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl. Psychologe[3]

 

Hier wird nicht behauptet, die Wissenschaft hätte die Existenz des Jenseits bereits bewiesen. Aber braucht man die Wissenschaft unbedingt, um Beweise für etwas zu haben? Haben Menschen früher, bevor es die institutionalisierte Wissenschaft noch nicht gab, nichts von der Natur begriffen? Doch, und zwar einiges.

 

Es gibt zwei Arten von Beweisen. Erstens: Der persönliche Beweis, indem man eine Sache erfährt und/oder begreift. Zweitens: Der demonstrative Beweis für Außenstehende, wie ihn zum Beispiel ein Pharmaunternehmen bei der Zulassung für ein Medikament erbringen muss.

 

Die Wissenschaft macht bisher einen großen Bogen um alle übersinnlich anmutenden Phänomene, so auch über Nahtoderfahrungen. Jene Forscher, die sich wissenschaftlich mit übersinnlichen Phänomenen – insbesondere mit Nahtoderfahrungen – beschäftigen, werden zwar immer mehr, sind aber insgesamt immer noch eine Minderheit, und ihre bisherigen Forschungen bringen zwar viele Informationen zutage, aber keine ausreichenden Beweise für die nicht-irdische Existenz im streng wissenschaftlichen Sinne.

 

Allein jedoch dadurch, dass man sich persönlich mit einer größeren Zahl von Nahtoderfahrungen beschäftigt, können sich empirische Beweise für die reale Existenz einer nicht-materiellen Struktur – eines »Jenseits« – ergeben, und zwar vor allem durch die Validierung lokaler Wahrnehmungen. Deshalb ist es falsch, wenn immer wieder behauptet wird, NTE würden nichts beweisen.

 

Im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen ergeben sich immer wieder Fälle, wonach Menschen nach ihrem klinischen Tod konkrete lokale Dinge exakt aus der Zeit ihres klinischen Todes beschreiben können, wie etwa Gespräche anderer Menschen, bestimmte Arbeitshandlungen und Gegenstände:

  • die sie vorher nicht wussten

  • die sie sich nicht ausdenken konnten

  • die sie aufgrund zu großer körperlicher Distanz, Sinnesblockade (zum Beispiel Abdeckungen an Ohren und Augen) oder klinischem Tod nicht wahrnehmen konnten, auch nicht hören

  • die ihnen zwischenzeitlich auch niemand sagte.

 

Oft können diese Menschen danach zum Beispiel detailliert beschreiben, wie ihre eigene Reanimation verlaufen ist oder was in anderen Räumen vorgefallen ist, in denen sie körperlich gar nicht anwesend waren. Ich persönlich kenne inzwischen etwa 30 solche Fälle, und in der klinischen Literatur über Nahtoderfahrungen sind noch weitaus mehr solche Fälle dokumentiert. Diese Fälle beweisen, dass die Trennung zwischen Körper und Geist real ist. Sie zeigen, dass sich der Mensch dann, wenn sein Körper ohne Funktion ist, von diesem ablöst und ohne diesen nicht nur irgendwie existiert, sondern noch dazu weitaus lebendiger, denn Nahtoderfahrungen sind die lebendigsten Zustände, die man überhaupt erleben kann. Durch den Austritt aus dem Körper erweitert sich die Wahrnehmung massiv, wie man es sonst bei keiner Art von Halluzination hat.

Abgesehen von diesen Lokalwahrnehmungen passieren die meisten Nahtoderfahrungen exakt mit Eintritt des Kreislaufstillstandes, und hierüber sagt uns die Neurologie schon lange, dass die Hirnströme innerhalb weniger Sekunden gegen Null gehen. Hier kann keine Rede sein von einem »letzten Aufbäumen« im Gehirn oder einem »Synapsengewitter«, wie Skeptiker immer wieder erfinderisch behaupten, nur weil vor einigen Jahren eine diffuse Entladungswelle in der Hirnrinde entdeckt wurde. Für ein klares Bewusstsein ist jedoch ein stabiles Hirnstrombild im Großhirn nötig. Eine diffuse Hirnstromaktivität in der Hirnrinde genügt nicht, damit das Gehirn ein derart erweitertes Denk- und Gefühlsvermögen erzeugen kann, wie es bei NTE der Fall ist. Außerdem wird diese Welle nicht immer sofort mit dem Kreislaufstillstand aktiv, sondern erst unmittelbar vor dem endgültigen Tod. Ja, gerade deswegen, weil Menschen, die eine echte NTE hatten und uns darüber berichten, nicht endgültig verstorben sind, kann man mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass diese Entladungswelle bei ihnen nie aktiv wurde. Die meisten NTE passieren definitiv in Zuständen ohne Hirnströme und sie dauern auch länger als diese Entladungswelle.

Bei Nahtoderfahrungen passiert mit dem Menschen ein Paradox, wie etwa ein Auto, dessen Motor und Elektrik zusammenbricht, dadurch aber 1000 Mal schneller fährt.

Nicht nur Nahtodforscher sind der Ansicht, dass das Jenseits existiert. Gerade auch viele berühmte Physiker sagen uns nun schon seit über hundert Jahren, dass es gar keine Materie gibt, sondern Materie nur ein vergängliches Endprodukt von Dingen ist, die wir als Geist, Information, Bewusstsein, Feinstoff oder Energie bezeichnen. Diese Grundannahme über den Aufbau der Welt bestätigt sich überdeutlich in dem, was Menschen über ihre Jenseitserfahrungen berichten.

 

Einzelne Berichte über Nahtoderfahrungen können unglaubwürdig sein. Völlig erlogen sind NT-Berichte wohl in den seltensten Fällen. Aber Menschen können ihre eigenen Erfahrungen auch falsch interpretieren oder missverständlich ausdrücken, daher ist eine gesunde Skepsis sinnvoll, wenn man sich mit Berichten über Nahtoderfahrungen beschäftigt. Aber eine vernünftige, systematisch Betrachtung einer Vielzahl dieser Erfahrungen zeigt, dass diese Phänomene neben ihren persönlichen Unterschieden weltweit immer dieselben strukturellen Elemente aufweisen und sie lehren uns nicht nur über den Tod und die Jenseitswelt, sondern generell über die ganze Sinnhaftigkeit und Struktur der menschlichen Existenz, über das Leben – auch über das irdische. Denn in Wirklichkeit handelt es sich beim »Diesseits und Jenseits« um ein großes, permanentes Ganzes.

 

Ein langer Artikel mit vielen weiteren Details darüber, warum Nahtoderfahrungen die Existenz des Jenseits beweisen und warum sämtliche Argumente der Skeptiker, wonach NTE nur Halluzinationen sein sollen, falsch sind, befindet sich hier: Leben nach dem Tod – empirische Beweise.

Viele >Gebildete< zeigen in geistigen Dingen mehr Unverstand als die Einfältigen, weil sie stets nur verneinen wollen und dies durch Wissenschaftliches, das ihnen fortwährend und in Menge vor den Augen steht, begründen.

Emanuel von Swedenborg, schwed. Wissenschaftler und Mystiker, 1688 - 1772[4]

 

Eine Ahnung vom menschlichen Ursprung bekommen

Man könnte meinen, der Glaube an eine schöne Jenseitswelt mag verzweifelte Menschen noch mehr zum Suizid verleiten. Diese Vorstellung wurde sogar in dem amerikanischen Film »The Discovery« (Die Entdeckung) von 2017 thematisiert. Dieser Geschichte zufolge stieg die Selbstmordrate weltweit drastisch an, nachdem es wissenschaftlich großflächig als bewiesen anerkannt wurde, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Sehr realistisch dürfte dieses Szenario jedoch nicht sein, denn die Mehrzahl der Weltbevölkerung glaubt an ein Leben nach dem Tod, ohne deshalb suizidgefährdet zu sein. Denn die meisten Menschen spüren intuitiv, dass es nicht richtig ist, sich eigenmächtig das Leben zu nehmen, und das berichten auch Menschen nach Nahtoderfahrungen immer wieder.

 

Gerade aus mystischen Erfahrungen zeigt sich, dass jene Seelen, die ihren menschlichen Körper durch Suizid ablegten, dies oft bereuen. Mystik lehrt uns, dass die zeitlich begrenzte Gebundenheit der Seele an den Körper einen spirituellen Sinn hat.

 

Menschen verlieren durch Jenseitserfahrungen meistens nicht nur die Angst vor dem Tod, sie freuen sich in gewisser Weise sogar darauf, ohne deshalb suizidgefährdet zu sein. Es ist eher eine positive, hoffnungsvolle Aussicht auf das, was danach kommt. Und vor allem verlieren sich durch Nahtoderfahrungen meistens auch typische Ängste, unter denen Menschen im irdischen Leben oft leiden.

 

Um zumindest annähernd nachvollziehen zu können, wie sich Zustände ohne Körper anfühlen, ist es am besten, die Erfahrenen selbst zu Wort kommen zu lassen. Es ist nötig, sich in ihr »Erleben«, so wie sie es berichten, hineinzuversetzen.

 

Ein spirituelles Tabu: Das Dunkle im Jenseits

 

Viele historische Malereien belegen, dass Menschen in Mystik und Nahtod auch früher schon immer dasselbe erlebten wie in den heutigen Nahtoderfahrungen, so auch dieses Bild, Caduta dei dannati (Sturz der Verdammten) von Dirk Bouts. Bildrechte: SailkoDirk bouts, caduta dei dannati (inferno), 1450 ca. 02CC BY 3.0

In vielen Kirchen und spirituellen Kreisen wird pauschal behauptet, jeder Mensch käme nach dem Tod in einen schönen Himmel. Wer sich jedoch vernünftig mit Nahtod- und anderen transzendenten Erfahrungen beschäftigt weiß auch, dass ein Teil der betreffenden Menschen nicht nur wunderbare Himmelserfahrungen macht, sondern auch grauenhafte Höllenerfahrungen. Aber auch hier gilt: Je mehr man darüber weiß, umso eher können sich entsprechende Ängste lösen.

 

Die Hölle dürfte nicht das sein, wovon viele Kirchen sprechen und es ist fraglich, ob es richtig ist, sie als »ewig« zu bezeichnen. Auch hier zeigt sich, wie willkürlich viele Konfessionen und besonders auch viele evangelikale- und Freikirchen in ihrer Auslegung der Bibel sind, indem sie einfach behaupten, die Hölle sei ewig. Transzendente Erfahrungen bestätigen hingegen gewisse Aussagen in der Bibel, dass und warum Seelen aus dem Höllischen wieder herauskommen. So heißt es etwa in Jeremia 29-13: »Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich, der Herr. Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden: Aus allen Ländern und Orten, in die ich euch zerstreut habe, will ich euch wieder sammeln und in das Land zurückbringen, aus dem ich euch damals fortgejagt habe. Darauf könnt ihr euch verlassen!«

 

Sobald das Bewusstsein nicht mehr an den Körper gebunden ist hat man generell kein Zeitempfinden mehr. Alles fühlt sich ewig und absolut an, was aber nicht heißt, dass das für immer so sein muss. Im Gegenteil. Viele glaubhafte Berichte über höllische Nahtoderfahrungen wandelten sich in erlösende Erfahrungen im Jenseits.

 

Wenn Seelen in dunkle Bereiche geraten, so dürfte dies auch weniger mit einer Bestrafung Gottes zu tun haben, sondern mit dem inneren energetischen bzw. seelischen Zustand eines Menschen selbst, mit seinem Gemüt und Charakter. So schreiben auch Mystiker wie etwa Emanuel Swedenborg, es sei nicht Gott, sondern der Mensch selbst, der sich in die Hölle stürzt.[5] Hierin liegt auch der Sinn des Begriffs Sünde, was nur ein Fremdwort für Absonderung oder Trennung ist. Der lieblose Mensch ist innerlich vom Gemüt her nicht in der Liebe und damit auch nicht in seinem Verhalten. Daher ist die Vergebung für jeden betroffenen Menschen selbst so wichtig. Sie ist der Prozess, durch den sich ein Mensch von Zuständen der »Sünde«, vor allem von der Gehässigkeit und Rachsucht, befreit.

 

Betroffene von Höllenerfahrungen waren zum Zeitpunkt ihrer Höllenerfahrung tatsächliche oft in Zuständen von starker Lieblosigkeit, Boshaftigkeit, Gehässigkeit, Missgunst, Neid, Gier, Rachsucht und Zerstörungswut. Aber hieraus sollte nicht voreilig der Schluss gezogen werden, jeder Mensch, der irgendwie unfriedlich ist, würde sicher in die Hölle kommen. Vor allem ist zu unterscheiden zwischen gesunden Formen des Ärgers einerseits, und einer durch und durch zerstörerischen, dauerhaften und krankhaften Lieblosigkeit bzw. Boshaftigkeit andererseits. Des Weiteren ist zu unterscheiden, ob ein Mensch eher aus Angst und innerer Unsicherheit zerstörerisch handelt oder eher aus voller Überzeugung oder sogar aus der Sucht heraus, andere Lebewesen zu beherrschen und zu quälen.

 

In der Natur existiert das Gesetzt der Entsprechung. Beispielsweise entspricht das Ohr einem Embryo, das Ohrläppchen repräsentiert den Kopf usw. So gibt es auch Entsprechungen zwischen der Geistigen Welt und unserer irdischen Welt (»Wie im Himmel so auf Erden«). Beispielsweise entspricht die Sonne dem »Licht« im Jenseits, die Wärme, die von der Sonne ausgeht, entsprecht der Liebe. Tatsächlich bezeichneten Menschen nach mystischen Erfahrungen jenes, was wir üblicherweise Gott nennen, als »Urzentralsonne«.

 

Die Beziehung zwischen den Eltern und Kindern spiegelt die Beziehung zwischen Gott und den Menschenkindern. So wie Gott es nicht verhindern kann, dass wir Menschen- bzw. Gotteskinder in dunkle Bereiche geraten, können auch liebende irdische Eltern es nicht verhindern, wenn sich ihre Kinder in dunkle Bereiche des irdischen Lebens verirren. Würden Eltern es zu hundert Prozent vermeiden wollen, dass ihren Kindern jemals etwas passiert, so könnten sie ihnen keinerlei Freiheit geben. Sie müssten ihre Kinder einsperren und das entspräche nicht der Liebe. Die Liebe bringt den freien Willen bzw. Freiheit mit sich, und Freiheit bringt die Gefahr mit sich, sich im Leben zu verirren. Alleine schon das Verlassen des Ur-Lichtes, aus dem wir alle stammen, ist eine Folge des freien Willens. Auch Nahtoderfahrungen bestätigen immer wieder, dass zwar jedes Leben in vielerlei Hinsicht so verläuft, wie es geplant (determiniert) ist, es aber dennoch zu einem bestimmten Ausmaß einen freien Willen gibt. Die Rückkehr in die Liebe und Heimat muss aus eigener Überzeugung und völliger Freiwilligkeit erfolgen. Denn erzwungene Liebe ist keine Liebe. Man kann nicht aus eigener Kraft oder einzig aus eigener Entscheidung zurückkehren, aber man muss sich den göttlichen Kräften, die die Rückkehr ermöglichen, hingeben.

Hier ein längerer Artikel über die Hölle in Nahtoderfahrungen.

Stimme jede Tat, jedes Wort und jede Absicht so ab, dass du an diesem Augenblick aus dem Leben scheiden könntest.

Mark Aurel, röm. Kaiser und Philosoph, 121 – 180

 

Weiter Videos über Nahtoderfahrungen auf Youtube:

Quellen

[1] https://www.youtube.com/watch?v=GXiUcUCYp8M&t=254s 6:38 und 9:32

[2] Stefan Jankovich, »Ich war klinisch Tod: Der Tod - mein schönstes Erlebnis«, Drei Eichen 2011

[3] https://www.youtube.com/watch?v=RgSGTzB0ghs, min 50:08

[4] Emanuel v. Swedenborg, H. J. Hube (Hrsg.), »Himmel und Hölle«, Marix Verlag 2016, S. 212 Z. 34

[5] Emanuel v. Swedenborg, H J Hube (Hrsg.), »Himmel und Hölle«, Marix Verlag 2016, S. 349

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